Der Dom / Domse. Klischees und Realität

      Der Dom / Domse. Klischees und Realität

      Da ich nun seit einiger Zeit im " Bereich" ( ich mag das Wort Szene nicht) des BDSM aktiv bin, stoße ich immer wieder auf Klischees wie ein Dom sich zu verhalten hat.

      Aus tiefster Überzeugung bin ich Dom bzw lebe meine Dominanz.
      Womit ich jedoch nicht zurecht komme sind die Klischees die das "Domsein" begleiten.

      Ein Dom muss immer ernst sein, Überlegenheit repräsentieren, Distanz waren etc.
      Letztendlich ergibt sich für mich das Bild eines arroganten und überheblichen Machos.

      Auf manchen Stammi sieht man dann Paare und Einzelpersonen die krampfhaft versuchen dem gerecht zu werden.

      Also ich kann und werde mich nie so verhalten können.
      Ich rede nicht von Zweisamkeit oder Session etc.

      In Gesellschaft habe ich gerne Spaß und bin sicher ab und zu lustig.
      Kann über mich selbst lachen und habe regen Schlagabtausch mit meiner Sub die den Wortwitz ebenso liebt.

      Meine Frage lautet nunmehr ob ihr ebenfalls diesen Klischees begegnet bzw euch entsprechend anpasst.

      Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht. :old: Scheinbar bedenkt keiner wie schnell Scherben zu Waffen werden.


      Kann ich für mich in keinem Punkt Bestätigen. In Berlin besuche ich zwei Stammtische. Bei beiden sind die Anwesenden sehr normal und unangestrengt.
      Ich selbst sehe mich auch in erster Linie als Mensch und versuche mich dementsprechend "normal" zu geben. Es ist ja nicht so, dass BDSM meinen gesamten Tagesablauf bestimmt. Man kann mir noch so oft sagen "Dom macht das so", ich werde antworten "Ne, ich mache wie ich es für mich und meine Partnerin für richtig erachte". Ich muss keinem Klischee entsprechen, ich muss nur ich sein. Alles andere wäre mir viel zu anstrengend.
      Always happy trails

      Thomas aka Braintickler

      Kirie Omega schrieb:




      Ein Dom muss immer ernst sein, Überlegenheit repräsentieren, Distanz waren etc.
      Muss er kein bißchen....jedenfalls nicht bei mir.
      Er ist ja nicht nur Herr/Dom.. sondern in erster Linie ein ganz normaler Mensch, der gerne lacht, tatsächlich auch mal über sich selbst, und der nur dann eine spürbare Distanz wahrt, wenn er jemanden nicht mag.

      Er hat eine ganz natürliche Dominanz, für die er sich nicht verstellen muss, sie ist einfach da. Mit einem Dom, der mir diese Rolle quasi nur vorspielt, könnte ich persönlich nichts anfangen, weil es sich für mich unecht und unehrlich anfühlen würde.
      Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt. Franz Kafka
      Jupp. Ich seh es manchmal, bzw liest man davon. MMn ist es etwas lächerlich. Es kommt oft vor, dass ich nachgebe und mich nicht durchsetzen will, ua weil:
      • Es nicht zur Situation passt
      • Unhöflich wäre
      • Usw
      Manchmal erreicht ein Bitte viel mehr und alle wahren ihr Gesicht. Sich dauernd durchzusetzen ist nur aggressiv. Kann ich auch, sehr sogar, nur haben wir dann eine Welt voller Arschlöcher, die glauben Siegertypen zu sein......Typ im Sinne von Art.
      Watzlawick, Anleitung zum unglücklich sein löst alle Problem.
      Ein immer ernster Dom würde mich zum laufen bringen.
      All die Vorgaben wie ein Dom zu sein hat, irritieren mich.
      Ich denke, Dominanz ist etwas das man ausstrahlt, etwas das durchaus sehr subtil sein kann.

      Wer sagt denn überhaupt wie Dominanz aussehen muss?

      Wenn mein Dom nicht über meinen Wortwitz lachen könnte wäre es auch rum.

      Sein und Sein lassen und trotzdem zu wissen wer das Sagen hat, empfinde ich als eine der
      schönsten Formen der Verbindung.
      Sich annehmen, erkennen und miteinander wachsen ist individuell.

      Mit Klischees und Schubladen kann ich reichlich wenig anfangen.
      Ich brauche Authentizität und der immer ernste, Peitschenschwingende Hardcore Dom hätte bei mir wohl auch keine Chance.

      Es ist ein wenig wie Yin und Yang, zumindest für mich. Dualität, Härte und Sanftheit, Ernsthaftigkeit und Humor, Konsequenz und die Gabe loszulassen wenn es zu viel ist.

      Nur meine Gedanken zum Thema.
      ~Die kostbaren Dinge, die ein Mensch sammeln kann, sind nicht Gold und Edelsteine. Es sind die Erinnerungen, die Erfahrungen und die kleinen Muscheln vom Strand~
      Was für den einen Klischee ist, ist für den anderen Realität und andersrum.
      Wer bin ich, dass ich die Lebensweise oder das BDSM anderer beurteilen oder verurteilen kann, solange nicht Menschen damit belästigt werden, die das nicht möchten?

      Ich muss nur für mich persönlich entscheiden, ob so jemand und sein BDSM zu mir passt oder nicht. :yes:

      Aber ich habe diese Ansicht auch erst mit der Zeit erlangt - früher mal dachte ich auch anders darüber und dachte Dinge wie: Herrje, die spielen ja die Geschichte der O nach. Jetzt denke ich mir: Ist nicht meine Welt, aber wenn die Beteiligten das möchten und es beiden gefällt, warum nicht? :yes:
      Ich sehe das wie phoibe, jedem das seine.
      Wenn es Leute gibt denen es wichtig ist dauerhaft ernst und dominant zu sein, weil das für sie zum Dom sein dazugehört, gibt es sicher auch Menschen, die das mögen. Auf mich persönlich wirkt das manchmal unecht und teilweise aggressiv. Für mich ist es wichtig, dass ein Dom sich selbst seiner Macht bewusst ist. Er muss sie ja nicht ständig unterstreichen.
      Leben heißt nicht zu warten bis der Sturm vorüber ist, sondern lernen im Regen zu tanzen.

      Orchid schrieb:

      Sein und Sein lassen und trotzdem zu wissen wer das Sagen hat, empfinde ich als eine der

      schönsten Formen der Verbindung.
      Sich annehmen, erkennen und miteinander wachsen ist individuell.

      [...]

      Es ist ein wenig wie Yin und Yang, zumindest für mich. Dualität, Härte und Sanftheit, Ernsthaftigkeit und Humor, Konsequenz und die Gabe loszulassen wenn es zu viel ist.

      Genau so sehe ich das auch.
      Aber es ist ja auch von Paar zu Paar individuell. Wichtig ist einfach, dass man sich gut ergänzt und eine gemeinsame Ebene hat.
      Mir ist Humor sehr wichtig und ich habe mich auch zuerst in den Humor meines Dom verliebt.
      Nö, ich könnte einem Menschen der zum Lachen in den Keller geht auch nichts abgewinnen, der den ewig Unnahbaren streng Blickenden raushängen lässt, egal ob Dom oder Vanilla. Zudem signalisiert so ein Verhalten für mich in hohem Maße Unsicherheit.

      Aber das kann jeder so handhaben wie er will, aber mit meiner Gesellschaft könnte er dann weder als Partner, noch als Gesprächspartner bei einem Stammtisch/Weihnachtsmarkt oder sonst wo rechnen.
      Zumal ich auch nur einen einzigen Menschen als Dom wahrnehme und das ist mein Herr.

      Dieses Klischee würde bei mir das krasse Gegenteil erreichen und würde mich eher zum Schmunzeln bringen, als Ehrerbietung zu zeigen. :pardon:

      Allerdings sind mir der angesprochenen Typus Mann bisher eher selten begegnet. :yes:
      Du siehst die Welt nicht wie sie ist, Du siehst die Welt so wie Du bist

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dalina () aus folgendem Grund: Nachtrag

      "wahre Grösse" zeichnet einen Dom/eine Domse aus.

      Muss er jetzt unbedingt sagen "auf die Knie"? Dann ist er auch ein richtiger Dom? Oder Domse? :ironie:
      Ich sags immer wieder ein Dom ist kein gottähnliches Wesen. Ein Mensch wie Du und ich eben, mit Stärken und Schwächen.

      Und wie schon erwähnt wurde, jeder wie er es mag :pardon:
      Teufelchen im Blut, Engelchen im Herzen
      und ein bisschen Wahnsinn im Kopf 8)
      Denke Klischees begegnet einem einfach immer und überall...irgendwie.
      Eventuell gibt es die Paarung, die so lebt, so spielt...weil sie so sind. Doch es vorzuspielen, weil man meint es zu MÜSSEN...nein, das funktioniert nur bedingt.


      Mein Schatz sagte beim Besuch des Nordstammtisches: „Egal ob dommig , oder nicht, wir halten gefälligst Händchen.“ (Irgendwie schon wieder dommig...egal).
      Von dem absolut albernen Gekicher und Gelache, wenn er die Decke nachts klaut schreibe ich lieber nichts.
      Wenn er allerdings genau weiß, was er will das ich tue, dann vermag er mir das auch ohne Umschweife mitzuteilen und achtet genau auf die Einhaltung seiner Wünsche.
      Ein für mich authentischer Mensch, der nichts künsteln muss (und mich damit nur verwirren würde) und im Reinen mit sich und seiner Neigung ist. Vielleicht ist das ein Teil davon, ich bin mir da nicht sicher.
      Ich denke, also spinne ich.
      Oh ja, das Klischee vom 16Ender-Alphatier-Dom... :huntsman:
      Bisher habe ich nur wenige Exemplare dieser Gattung in freier Wildbahn gesehen. Ansonsten alles recht normale Leute. Selten mal ein Freak dabei.

      Und ich als Top hab eh leicht. Ich brauch eigentlich nicht "rumdömmeln". Macht aber gelegentlich Spaß. :D
      Erst in Leid und Ekstase offenbaren Frauen ihre wahre Schönheit.
      Ich stolperte über solche Klischees bei meiner Sub/Partnersuche. Ein angenehmer Abend, nettes Gespräch. Und auf einmal die Bemerkung, dass ein/e Dom immer ernst und dommig sein müßte. Wie bitte? will der mich veräppeln? Nein, wollte er nicht. Der meinte es bierernst. Selbstredend wurde der Abend nicht verlängert.
      Vielleicht leben es manche Menschen wirklich so aus. Oder warten eben auf den immerdommigen Superdom. Aber das ist nicht meine Welt. Diese Klischees sind mir egal. Ich habe mich nicht aus meiner Erziehung mit ihren Stereotypen Sterker Mann - unterlegenes braves Frauchen befreit, damit ich mich im nächsten Klischee verfange. Ich lache, ja blödle, diskutiere mit Subbie, wie ich will und es für uns passt. Und wenn ich diesen Blick und Ton bekomme, dann weiss er, dass Schluss mit lustig ist und Madame es jetzt ernst meint. Das ist mein Leben, mein/unser BDSM und das lasse ich mir nicht durch Vorgaben von außen vermiesen.
      Für mich passen die meisten Klischees auch nicht. Werder aus Domsen noch aus Sub- Sicht. Aber ich habe durch dieses Forum erfahren, dass es Menschen gibt, die sich genau in diesen Bildern zu Hause und wohl fühlen. Ich mag authentische Menschen und ich glaube, es ist wie mit dem viel besagtem Strom. Es macht für mich keinen Unterschied ob ich konsequent mit, oder gegen den Strom schwimme. Beides beschränkt mich in meinen Möglichkeiten.
      Schön ist es für mich, wenn es echt ist.
      Nö.
      Ich bin ich.
      Ich bin ein überwiegend fröhlicher Mensch, lache gern, bin auch manchmal ernst, lasse aber gewiss nicht den Dom raus.
      Die meisten würden es bei mir nicht mal vermuten,warum auch!
      Ich bin der Dom meiner Sub.Sonst bei keinem.
      Wenn sie damit klar kommt, und mich als ihren Dom akzeptiert und achtet, ist doch alles gut!
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !
      Puh. Ich mag deine Beiträge ja.
      Um deiner Frage auf den Grund zu gehen, bedarf es das Wissen darüber, was ein Klischee ist.Aber auch wie es zu einem Klischee kommt. Letzteres ist vor allem Interessant
      da man so versteht warum ein Klischee einen gewissen Wahrheitsgehalt inne hat.
      Das Wissen darüber das Bezeichnungen wie: Dom,Sub,Top,Sadist,Masochist etc. ein Ausdruck von Eigenschaften darstellt. Generell aber nicht die
      komplette Persönlichkeit einer Person wiederspiegeln muss.

      Dementsprechend gibt es sicherlich Klischees die eben genau diese Eigenschaften wiederspiegeln. Ob man sich dem entsprechend anpassen muss ? Nein.
      Die andere Frage dazu ist aber die:
      Macht es dabei einen Unterschied ob ich diese Eigenschaften nur als Ausgleich auslebe und sonst ganz anders bin,
      oder ob diese Eigenschaften auf jemanden als Person zutreffen und dies nicht als Ausgleich stattfindet im Sinne von BDSM.
      Dementsprechend gibt es da zwei verschiedene Arten einer gemeinsamen Gattung sozusagen.
      Je nach dem auch eine andere Außenwirkung auf andere.

      Wie entsteht ein Klischee?
      Ein bestimmtes Verhalten von Personen oder Gruppen wird vermehrt wargenommen.
      Daraus entwickeln sich so Klischees wie: Die deutschen sind pünktlich.
      Was ein Klischee jedoch nicht ausdrückt ist das es durchaus Ausnahmen gibt.
      Was es ebenfalls nicht ausdrückt ist permanente Korrektheit.
      Ein Klischee kann also durchaus ein Ablaufdatum haben in dem ein Klischee nicht mehr zutreffend ist.

      Ergo ist ein BDSM Klischee zutreffend zeitlich während der Ausübung von BDSM aber nicht zwangsläufig danach.
      Bei Personen wo diese Eigenschaften einen Teil Ihrer Persönlichkeit sind, aber durchaus auch danach zu finden.

      Klischees begegnen einem dabei also immer wieder. Ich persönlich passe mich dabei aber auch nicht an, sondern bin die Person die ich bin.
      Von anpassen könnte man weitestgehend nur dann sprechen wenn ich diverse Verhaltensweisen die ich sonst nicht hätte, dann aufweise
      sobald ich BDSM ausübe. Da diese Eigenschaften dann nicht meiner Persönlichen Art entsprechen würden.
      Hier ist es dann halt bei einigen aufgrund der Authentizität nicht ganz egal ob der andere Part dies nur als Ausgleich macht oder eben so als Person ist.
      Aber jedem halt das seine. Letztlich schön ist doch dabei das jeder Topf sein Deckelchen finden kann ;) .
      Unabhängig davon ob man manchem Klischee gerecht wird oder nicht.
      Ich hörte Sie sagen, die Macht ist mit dir !

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MatKon () aus folgendem Grund: Unnötiges Langzitat entfernt

      Ne, wir sind beide nur so angepasst, wie es notwendig ist...um mich auf Veranstaltungen zu bewegen, muss ich die Regeln und Werte akzeptieren und respektieren. Alles andere fülle ich gerne mit Individualität. Ich mag Authentizität und ein ‚bei-sich-bleiben‘.
      Mein Herr ist tatsächlich ein ernster Mensch. Er trägt beruflich und familiär viel Verantwortung und das sieht man ihm auch an.

      Da aber jedes Ding zwei Seiten hat, gibt es auch den Familienvater, der humorvoll ist und mit seinen Kindern lacht und tobt. Und wenn wir alleine unterwegs sind und unsere Exklusivzeit genießen, flirte ich ihn einfach so lange an, bis ich seine positive Aufmerksamkeit habe (Frau weiß schon, wie das geht ^^).

      Also zusammengefasst würde ich sagen, dass er privat viel ernster ist als wenn wir zwei alleine unterwegs sind und die Welt unsicher machen :D .

      Ob mir die oben genannten Klischees begegnet sind, kann ich gar nicht genau sagen, da wir nur minimalen Austausch in der Szene haben. Vom derzeitigen Standpunkt aus würde ich das verneinen, aber es kommt sicherlich auch darauf an, mit wem man sich umgibt.
      „Die Grenzen der Seele wirst du nicht finden, auch wenn du alle Wege durchwanderst.
      So tiefen Grund hat sie.“

      Heraklit
      Habe noch nie einen Klischee-Dom getroffen, weder auf einen der vielen BDSM-Stammtische noch bei Events oder Play-Partys. Klar, gibt es immer wieder Personen dir ruhig und zurückhaltend, fast schon reserviert sind. Die brauchen dann ihre Zeit bis die auftauen. Den letzten dominanten Macho, den ich kannte, war mein alter Herr. Vielleicht fehlt mir auch die Antenne dafür, denn Dominanz kann ich bei Männern generell nicht wahrnehmen.
      Das Geheimnis ist nicht, die Schmetterlinge zu jagen, sondern den Garten zu pflegen, so dass sie von alleine kommen - Mario Quintana

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von donatin () aus folgendem Grund: Rechtschreibung...