Test auf Geschlechtskrankheiten-Wo eigentlich?

      Ok, verständlich.

      Da wir in Deutschland freie Arztwahl haben, könnte man einfach die nächstgrößere Stadt nehmen und bei irgendwem einen Termin machen. Am Thresen wäre dann „Rundum-Check-Up“ der Laborwerte das Stichwort und alles weitere würde ich dann mit dem Arzt besprechen.
      Fragen sind niemals indiskret, nur Antworten sind es zuweilen.
      - Oscar Wilde -
      Bzgl. der "Diskretion am Tresen"...

      Wenn ich, sagen wir mal, aufgrund von "unangenehmen Themen" bei meiner Frauenärztin bin, schreibe ich in der Regel eine Email vorab, so dass klar ist, warum ich ggf. persönlich vorspreche... dann muss man auch nicht am Tresen darüber reden, finde ich. Wenn die Arzthelferinnen dies trotzdem machen, würde ich persönlich die Praxis wechseln. Hab ich übrigens auch schon gemacht, die Gyn gewechselt, weil mir die Damen hinter dem Tresen nicht empathisch genug waren. :pardon:
      Eigentlich bin ich wie ein offenes Buch.
      Es hat nur noch nie jemand {richtig} gelesen.

      venusfalle schrieb:

      Ich finde es ja prima, lieber auf Nummer sicher zu gehen. Aber warum sollte das bitte kostenlos sein?

      Wenn ich mich beispielsweise gegen etwas impfen lassen will, weil ich z.B. eine Reise vor habe, dann muss ich doch auch selbst dafür zahlen. Ist ja schließlich mein Privatvergnügen.
      Klingt logisch, allerdings ist das Verhindern der Übertragung von Geschlechtskranhkeiten ein gesellschaftliches Anliegen, das von Malaria und Tyhpus aber nicht. Menschen müssen poppen, reisen in die Tropen müssen sie nicht.
      Oh doch, monogam heißt ja nicht lebenslang mit derselben Person.

      Und irgendjemand hat ja mal angefangen, irgendwelche ansteckenden Geschlechtskrankheiten zu haben, die sind ja nicht aus dem Nichts entstanden. :pardon:
      Auch wenn es widersprüchlich klingt:
      Ihr Ego muss stark genug sein, um seine begrenzte, defensive Haltung und Kontrolle aufgeben zu können.
      Sie brauchen ein starkes Ego, um das Ego transzendieren zu können.

      - John Bradshaw, Das Kind in uns -
      Das Thema der Finanzierung derartiger Tests finde ich ganz und gar nicht banal...

      Selbstredend sind Dienstleistungen jeder Art wertvoll, insbesondere wenn sie dem Schutz der Gesundheit dienen.
      Derartig Wertvolles darf auch seinen Preis haben - in der Theorie stimme ich hierbei vollkommen zu und ich würde, seien es 180 oder 20 Euro, gerne und bereitwillig dafür entrichten und bezahlen. Ich möchte jedoch auf eines verweisen: Nicht jeder verfügt über ein gut gefülltes Portmonee. Sowohl als eine Mademoiselle, die sich ihr Studium selbst finanziert, als auch als Ehrenamtliche, welche bereits häufiger in der Unterstützung sozial schwacher Familien tätig war, weiß ich, dass es bei Einigen am Nötigsten mangelt und es am Monatsende mehr als knapp ist. 180 Euro für Tests auf Geschlechtskrankheiten ist da eine gewaltige Summe, die Manche nicht ausgeben können, selbst wenn sie es wollten.

      Darum, ja @laina1: "Wer den Partner wechselt...hat selbst eine gewisse Verantwortung, die darf auch gerne selbst bezahlt werden."
      Dass eine Verantwortung besteht, dabei stimme ich zu. Es ist heutzutage jedoch Gang und Gebe, mehr als einen Partner im Leben zu haben. Das sollte auch Niemandem zum Vorwurf oder Nachteil gemacht werden - auch solchen Menschen nicht, die ihre Verantwortung gerne tragen würden, es aber nicht wie oben erklärt nicht können. Ich hoffe, es gibt für diese Fälle Unterstützungsangebote, weiß es aber nicht mit Gewissheit. Insofern würde ich schon zwischen der Impfung für eine Reise und einem Test auf Geschlechtskrankheiten unterscheiden: Eine Reise wird man in der Großzahl der Fälle nicht antreten, wenn es nicht zum Vergnügen ist oder man sie sich nicht leisten kann. Im Bezug auf Geschlechtskrankheiten erfolgt ein solcher Test - oder auch ein Partnerwechsel - hierbei nicht immer aus reinem Vergnügen heraus, sondern aus einer Vielzahl an Gründen.

      Das waren meine 5 Cent - liebe Grüße,

      eine kleine Mademoiselle.
      You think it's just a puppet
      A puppet on a string
      Loyal marionette to your will

      But beware, master, beware!
      The net you weave
      the strings you play
      may play with you as well
      Ich habe ebenfalls gute Erfahrungen mit dem Gesundheitsamt gemacht.
      Ebenso mit meiner Gynäkologin, zu der ich seit über 20 Jahre gehe. Das zeugt von einem großen Vertrauen.
      Sie ist sehr engagiert und emphatisch.

      Meine eigene Gesundheit ist kein Allgemeinwohl. Deshalb darf ich auch nicht den Anspruch haben, dass die Allgemeinheit meine Gesundheit bzw. auch Krankheit finanziert. Das gibt unser deutsches Krankenkassenwesen z.Zt. eben nicht her.
      Mut ist nur die Abwesenheit von Angst.
      Bei meiner Gynäkologin hat ein Test auf bakterielle Infektionen durch Anstrich und Urin 60 Euro gekostet. Okay, Virusgeschichten waren nicht dabei, aber .... also wenn der klinische Verdacht aufgrund von Beschwerden besteht bezahlt man nichts. Will man trotz unauffälliger Klinik Gewissheit kostet es.

      Dann Risiko bei wechselnden Partnern ist doch bekannt. Jeder kann entscheiden wo die eigenen Prioritäten sind, bei mir liegen sie darin mir gar nicht erst was einzuhandeln. Und alle wissen, das setze ich mal voraus, dass geschlechtskrankheiten, vor allem syphilis, wieder auf dem Vormarsch sind und durch resistenzen nicht zwingend einfach behandelbar sind.

      Wer also meint dieses Risiko in welchem Grad auch immer eingehen zu müssen, kann doch wohl den Test bezahlen oder zum Gesundheitsamt gehen. Hat man sich was es das auch mit der Anonymität und die Behandlung übernimmt die Krankenkasse.

      Für mich ist es nicht normal oder banal mich mit was zu infizieren. Daher finde ich es gut wenn man sich überhaupt testen lässt. Mir macht Sex aber mehr spass wenn sich diese Fragen nicht mehr in meinem Kopf tummeln. Aber da sind wir Menschen unterschiedlich. Mir erzählte jemand Sex sei ihm wichtig, man könne alles behandeln. Seine ex hätte Syphilis gehabt. Da hätte er einfach n Kondom benutzt in der Zeit. Für denjenigen gehörten geschlechtskrankheiten dazu.
      Testen: beim Arzt in der Praxis. Für mich klar.
      Denn: beim Gesundheitsamt wurde bei meinem Partner die Blutabnahme ohne Handschuhe gemacht.

      Sowas geht gar nicht. Never ever. :thumbdown:
      Und Testergebnis nur mündlich. Es war ein HIV Test.
      Zuerst Kapillarröhrchen, dann einfach IV , da nicht genug Blut kam beim Fingerpieksen.
      Mein Freund lügt auch nicht. :facepalm: Wahnsinn!
      @Jane.Freigeist ob die Menschen poppen müssen, um mit Deinen Worten zu sprechen, sei mal dahingestellt.

      ABER wenn man sich nicht infizieren will, geht das immer noch mit Kondom. Wenn man das nicht will und auf Nummer sicher gehen will, ohne dass es eine medizinische Indikation gibt, finde ich es total okay auch für die Kosten selbst aufkommen zu müssen. Sorry aber das vielgerühmte Allgemeinwohl wird in meinen Augen in Deutschland etwas zu schnell aufgeführt, sobald man etwas selbst zahlen soll.

      Im übrigen gibt es genügend andere Dinge die man in unserem Gesundheitswesen selbst zahlen muss, wenn man es denn möchte. Nicht nur bei Impfungen bei Reisen ins Ausland. Ich finde das soweit meist auch okay. Wir sollten wirklich mal überlegen in welchem Luxus wir hierzulande in unserer Gesundheitsversorgung leben!
      Je größer der Dachschaden, umso besser sieht man die Sterne
      Nein banal ist es sicher nicht, dennoch muss ich eine Impfung gegen Hepatitis B unter Umständen auch selbst zahlen. Nicht vergleichbar? Ich finde doch, ist es doch eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten.

      Für den Part es sich finanziell nicht leisten zu können gibt es ja immer noch den Weg zum Gesundheitsamt, da sind die Tests durchaus günstiger. Um dem Argument "mein Partner lügt ja auch nicht" entgegen zu wirken: Dann eben den Partner bei der Besprechung des Testergebnisses mitnehmen.

      Die Ausgangsfrage, wo man testen kann, kann ich durchaus nachvollziehen, auch die Frage danach wo es günstig ist finde ich legitim, ich tue mich mit dem Anspruch des kostenlosen allerdings etwas schwer.



      „What we have once enjoyed we can never lose. All that we love deeply becomes a part of us.“
      (Helen Keller)
      also ich bring mal einen anderen Blickwinkel rein. Erstens heisst monogam leben nicht, dass man nicht mehrere Partner hat in seinem Leben und der hat auch mehrere Partner und irgendwo kann es immer eine Lücke geben. Geschlechtskrankheiten werden auch nicht nur bei Sex übertragen, in ganz unglücklichen Fällen.

      Von daher würde ich mal empfehlen diese moralische Komponente aus der Diskussion zu nehmen, wenn sie überhaupt angebracht wäre...

      Also ich finde den Wunsch nach kostenlosen und/oder anonymen Tests eigtl gut (auch für andere Sachen), die Hoffnung, dass sich dann mehr Menschen testen lassen und evtl auch aufklären lassen könnte ein sehr grosser Benefit sein. Gerade junge Menschen hätten so vielleicht weniger Hemmungen.
      Und nur weil etwas kostenlos angeboten wird bedeutet doch nicht zwingend, dass es schamlos ausgenutzt wird um auf einmal hemmunglos ungeschützt rumzuvögeln.

      By the way ist das ein gern genommenes Argument von Gegnern der Pille danach ;-)
      Catch me if you can...
      Selbstverständlich ist die Prävention ansteckender Krankheiten im Sinne des Gemeinwohls. Hier einen auf persönliche Eigenverantwortung zu machen finde ich komplett fehlgeleitet. Wer sich eine Geschlechtskrankheit holt ist selber schuld oder wie?

      Weder Monogamie noch Kondome (!) können eine Ansteckung komplett verhindern. Chlamydien ist es zB komplett egal ob du ein Kondom trägst, oder nicht. Oder ob du monogam bist.
      "Du gibst Widerworte X( " – "Nein :miffy: "
      Es ging hier eigentlich darum, wo die Tests möglich sind

      1.Hausarzt
      2.Frauenarzt / Urologe
      3.Gesundheitsamt

      Es ging primär nicht um die Bezahlung der Tests. Das ist m.M. ein Thema für einen eigenen Threat über die Eigenverantwortung jedes Einzelnen, um das Solidarprinzip der Krankenkassen, um Igel- leistungen, um Einkünfte usw.
      Ich finde, keiner sollte von vorherein fordern, dass alle möglichen Leistungen vom Allgemeinwohl übernommen werden. Jeder sollte nachdenken, bevor die Hand offengehalten wird. Jeder ohne eigenes oder mit geringem Einkommen sollte die Möglichkeit haben, die Tests bezahlt zu bekommen, allen anderen ist es zuzumuten, etwas für ihre Gesundheit zu investieren.

      MoMo schrieb:

      Wenn du Blutspenden gehst, wird das gratis gemacht, die testen auf alles mögliche,
      hier möchte ich mal erwähnen: das ist sehr unteschiedlich was getestet wird.

      Es gibt eine "Grundtestung" dazu gehört auch HIV. Darüber hinaus kommt es drauf an wo man spendet. Beim DRK zum Beispiel ist es weniger als in den meisten Kliniken........
      Da sollte man sich dann ggf. erkundigen was genau alles getestet wird.
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      Blutspenden kann man aber auch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Hier gab es vor Jahren mal eine große Blutspender-Aktion, an der ich gerne teilgenommen hätte, weil es einfach eine gute Sache war. Durfte ich aber nicht, da ich zu dem Zeitpunkt Psychopharmaka einnehmen musste. Die Einnahme bestimmter Medikamente ist ein Ausschlusskriterium. Es gibt auch noch andere Ausschlusskriterien.

      Ich denke, wenn man sich auf verschiedene Geschlechtskrankheiten testen lassen möchte, sollte man andere Wege wählen.

      Jane.Freigeist schrieb:

      Es ist schon ne Stange Geld, und klar, Gesundheit ist unbezahlbar, aber ehy, geht es nicht billiger...?
      Liebe Jane.Freigeist

      vor einiger Zeit habe ich mich bei meinem Hausarzt durchchecken lassen. Im Zuge dessen, haben wir auch IGeL angesprochen, als Leistungen, für welche die Krankenkasse nicht zahlt. Für den in IGeL integrierten HIV-Test habe ich weniger als 20 Euro bezahlt.

      Liebe Grüße

      verbero