Immer wieder blöde Kleinigkeiten...

      Immer wieder blöde Kleinigkeiten...

      Hallo zusammen,
      Ich bin eine junge Sub, die einem richtig tollen Dom gehört. Unsere Beziehung fing "normal" an, dann haben wir BDSM gemeinsam für uns entdeckt. Das hat sich weiterentwickelt und seit einem Jahr leben wir BDSM jetzt 24/7 aus, in dem Rahmen wie es halt zT. Leider auch nur unauffällig geht, wenn man noch Zuhause wohnt und die Freunde und Familie nichts mitbekommen dürfen.

      Wie im Titel schon zu lesen ist, haben wir immer wieder Probleme mit blöden Kleinigkeiten, die Streit bei uns auslösen. Und zur Zeit ist es einfach extrem. Alle paar Tage geht es wieder los und wir sind des streitens einfach beide müde... Wir diskutieren die Gründe immer sorgfältig aus, und wir finden auch Lösungen und Kompromisse. Aber trotzdem findet sich wie gesagt ein paar Tage darauf wieder etwas, was zu Missmut führt.
      Anfangs eher von meiner Seite, inzwischen seit ein paar Wochen eigentlich nur noch von seiner Seite aus. Meistens weil ich etwas falsch mache, oder nicht so, wie er es sich wünscht. Und das Problem ist einfach, dass ich in den meisten Fällen gar nicht darüber nachdenke, ob das jetzt zb. So dringend ist, dass mein Herr darüber bescheid wissen muss. Oder dass ich Handlungen einfach nicht gleich einschätze wie er... Auch haben wir schon öfters thematisiert, dass es uns, v.a. aber ihn stört, dass auch andere Menschen über mich und mein Handeln entscheiden. Was ich einerseits verstehe, dass es ihn stört, aber andererseits auch einfach nicht weiß, wie wir das in dieser Situation zufriedenstellend lösen können. Dazu haben wir schon ein paar kleine Lösung gefunden, aber ich befürchte, dass ihm das nicht lange reicht.
      Oft lösen wir es so, dass ich eine Regel für diese Situation bekomme, aus der der Streit entstanden ist. Das führe ich dann auch so durch und das passt, aber wenn die Situation abweicht, dann tu ich mir einfach schwer, einzuschätzen, wie er es jetzt haben will oder auch in Streitgesprächen, was er nun von mir hören will.
      Ich werde leider auch sehr schnell sehr emotional und kann dann nicht mehr klar und sachlich denken, was das ganze für mich etwas erschwert. Und ich fühle mich einfach wahnsinnig schnell angegriffen, wenn er seinen Missmut äußert, das würde ich gerne ändern, weil wir so einfach zu nichts kommen. Aber bisher hab ich noch keinen Weg gefunden wie. Ich fühle mich dann immer so klein und als ob ich keine gute Sub wäre und das verletzt mich einfach wahnsinnig, weil ich mir wirklich Mühe gebe und ihn so sehr liebe, dass ich es auch einfach richtig machen will.

      Ich weiß, das alles ist ziemlich wirr, aber mir hat es schon wahnsinnig gut getan es einfach nur aufzuschreiben. Ich hab außer ihm leider niemanden, mit dem ich darüber reden kann...

      Ich würde mich freuen, wenn ihr einfach Ute Meinung dazu schreiben könntet, ob es euch auch Mal so gegangen ist, ob diese Phase besser geworden ist, bzw. Wie es wieder besser geworden ist. Oder wie man solch einen Teufelskreis durchbrechen kann.
      Vielleicht auch wie ihr streitet und wie man solche Dinge, die Stress in der Beziehung auslösen, am besten nachhaltig klärt.

      Schon Mal vielen Dank
      LG His Sub
      Zuerst: Herzlich willkommen, @HisSub, :blumen:

      Vorweg: Das, was Ihr beide möchtet,ist in meinen Augen schon TPE und nicht "nur" 24/7.
      Das denke ich vor allem, weil Du folgendes schreibst:

      HisSub schrieb:

      Und das Problem ist einfach, dass ich in den meisten Fällen gar nicht darüber nachdenke, ob das jetzt zb. So dringend ist, dass mein Herr darüber bescheid wissen muss. Oder dass ich Handlungen einfach nicht gleich einschätze wie er...
      Ihr wollt, daß er über ALLES, was Du machst, bestimmt? Zu jeder Zeit des Tages? Dann ist es für mich schon TPE.
      TPE ist nicht einfach und bedarf meiner Meinung nach einiger Zeit, um es zu etablieren. Insbesondere, wenn andere davon nichts merken sollen.
      Das geht nicht von heute auf morgen und es bedarf von beiden Seiten großes Einfühlungssvermögen und Vertrauen, um das hinzubekommen.

      Willst Du das denn wirklich auch?
      Oder möchtest Du kein TPE, sondern "nur" ein 24/7-Machtgefälle?
      Unterschied für mich:
      TPE = Dom bestimmt alles im Leben von Sub (bis auf von ihm ausdrücklich genannte Ausnahhmen) und Sub muss alles in ihrem Leben von Dom absegnen lassen
      24/7 = Sub macht alles grds. wie bisher, Dom kann aber jederzeit in jeden Bereich eingreifen und hat das letzte Wort.

      HisSub schrieb:

      Und ich fühle mich einfach wahnsinnig schnell angegriffen, wenn er seinen Missmut äußert, das würde ich gerne ändern, weil wir so einfach zu nichts kommen.
      Vielleicht sollte er versuchen, es anders zu formulieren, wenn ihm etwas nicht gefällt?
      Also nicht im vorwurfsvollen Ton: "Du hast das und das falsch gemacht. Wie konntest Du nur?"
      sondern eher im ruhigen Ton: "Ich hätte jetzt das und das erwartet und mir gewünscht.".
      Kann es sein, daß er eher ersteres macht?

      Annsonsten müßt Ihr reden, reden, reden: Tauscht Eure Wünsche und Erwartungen aus! Was will er? Was möchtest Du?
      Besprecht, so Ihr das könnt, umstrittene Erlebnisse möglichst ruhig und ohne Angriffe.
      Ich weiß, das ist schwer.
      Aber nur dann wird es mMn langfristig klappen.

      Viel Glück!
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      @Feuerpferd wirklich vielen vielen Dank für deine Antwort. Da sind wirklich gute Denkanstöße dabei :)

      Ich denke unsere Beziehung geht wirklich in Richtung TPE. Und mir gefällt das auch. Aber es ist echt verdammt schwer. Gerade weil wir das einfach auch nicht offen leben können, sondern halt irgendwie switchen müssen, sobald wir nicht allein sind. Aber irgendwie auch nicht, weil unser Machtgefälle ständig vorhanden ist. Das verwirrt mich manchmal einfach so, dass ich nicht so Recht weiß, wie ich reagieren soll.
      Und das mit dem vorwurfsvollen Ton stimmt schon, ich denke auch, dass es das ist, was mich dazu bringt, mich dagegen aufzunehmen und so emotional zu werden...

      Dass Kommunikation sehr wichtig ist, ist uns bewusst, aber irgendwann ist man es einfach leid, und das Thema fühlt sich tot geredet an. :/

      wie gesagt ich mache ja auch immer wieder Dinge falsch, aber ich schaffe es irgendwie nicht, sie zu umgehen, je mehr ich mich anstrenge nichts falsch zu machen, umso öfter passiert es mir...
      Guten Morgen @HisSub,

      Vielleicht habt ihr das anders besprochen, aber warum fragst du ihn nicht einfach wie du dich verhalten sollst, indem Moment wo du unsicher bist?
      Gerade wenn ihr TPE lebt, sollte sich dein Partner dem doch gerne annehmen.

      Bezüglich Kommunikation Stimme ich @Feuerpferd vollkommen zu.
      Vielleicht könnte dein Partner seine Anweisungen Situationsübergreifender formulieren, wenn ihr ein Muster findet wo deine Unsicherheit nicht zu wissen, wie du dich zu verhalten hast, auftritt.

      Grüße
      Anna
      Kreativität ist Intelligenz die Spaß hat *Albert Einstein
      Guten Morgen @HisSub,

      willkommen hier. Schön, dass du dich traust, Fragen zu stellen!

      Als ich deinen Text gelesen habe, fühlte ich mich ein wenig an meine Anfänge zurückversetzt. Ich wohnte damals auch noch zu Hause und es war manchmal wirklich schwierig. Aus meiner ganz persönlichen Perspektive nehme ich wahr, dass du alles richtig machen willst, perfekt sein möchtest und es dir sehr wehtut, wenn du seine Wünsche aus gewissen Gründen nicht umsetzen kannst. Vielleicht kannst du mit deinem Partner eine Art Ampelsystem installieren, dass dir eine kleine Anleitung für entstehende Situationen gibt? Z.B.

      1. Die Situation ist eindeutig, der Wunsch deines Partners ist gut umzusetzen, ohne dich zu kompromittieren. Folglich gibt es keine Diskussion für dich, was zu tun ist.

      2. Die Situation ist uneindeutig, du bist dir unsicher, welche Folgen der Wunsch haben könnte. Ihr vereinbart, du fragst ihn, wie es weitergeht. Das setzt natürlich voraus, dass er erreichbar ist. Falls das schwierig ist, könnte gelten: Du stehst in der Situation, dann musst du letztlich entscheiden, unter Abwägung seiner Wünsche und deiner Regeln und dem Schutz deiner Integrität. Dann informierst du ihn zeitnah über deine Entscheidung und deine Gründe und ihr reflektiert später zusammen, ob deine Entscheidung seinen Wünschen angemessen war.

      3. Die Situation würde dich kompromittieren. Dann geht (meiner Meinung nach) deine Integrität seinen Wünschen vor.

      Es ist schwierig, für den Partner erkennen müssen, dass du eben nicht nur von ihm, sondern auch von anderen Personen oder Situationen fremdbestimmt bist. Allerdings kann ich aus meiner Sicht sagen, wenn man noch zu Hause wohnt, wird sich das nicht immer vermeiden lassen. Zudem, sind wir nicht immer auch ein Stück fremdbestimmt? Der Alltag fordert uns alle und diesen Forderungen können wir uns - glaube ich - nicht immer entziehen. Ich denke, die hohe Kunst in einer Beziehung, wie ihr sie euch vorstellt, ist gemeinsam Lösungen zu finden, wie das Machtgefüge stets spürbar bleibt.

      Ich wünsche euch alles Gute und dass ihr Euren Weg findet.

      Viele Grüße
      die Nachtwanderin
      Erst mal Willkommen hier im Forum.


      HisSub schrieb:

      Ich werde leider auch sehr schnell sehr emotional und kann dann nicht mehr klar und sachlich denken, was das ganze für mich etwas erschwert
      fehlt Dir da die Dominanz vielleicht?......
      oder
      willst Du da einfach vom Kopf her die Kontrolle nicht abgeben?

      Mir hilft es in solchen Situationen manchmal einfach darauf zu vertrauen, dass Dom es so will und auch regelt......dieses Abgeben......habe ich mir ganz bewusst erarbeitet.
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      Auch an @Teufelanna, @Nachtwanderin und @newbarbie ein großes Danke fürs Lesen und Antworten. :)

      Diese Situationen kommen meistens auf, wenn wir eben nicht beieinander sind.
      Das ganze Übergreifender zu gestalten versuchen wir schon, aber diese Situationen wo es nicht passt treten ständig wieder auf. Ich wüsste auch gerne wieso...

      Ich glaube während dem Streit möchte ich so etwas wie einen neutralen Boden. Natürlich in dem Rahmen unseres Machtgefälles, aber ich will da einfach das Recht haben, mich zu äußern, mich verteidigen zu können, und ich möchte ernst genommen werden. Ich denke das ist etwas, was bei uns noch nicht so wirklich funktioniert, dass wir da auf einen Nenner kommen. Ich reagiere da einfach über wenn ich das Gefühl habe, ich werde nicht ernst genommen.

      Wir sind inzwischen einfach an einem Punkt, da will ich eigentlich gar keinen Schritt in irgendeine Richtung machen, weil einfach bildlich gesehen überall Fettnäpfchen stehen, die den nächsten Krach auslösen.

      Das Ampelsystem ist eine gute Idee. Nur manchmal ist ein Grund einfach eine Alltagssituationen, bei der mir nicht in den Sinn gekommen wäre, dass es ihn stört. Wenn ich es ahne oder ich aus vorhergehenden Situationen weiß, dass es kritisch ist, dann Frage ich ihn, wenn ich es aber für etwas ganz normales halte, dann denke ich oft einfach nicht so weit, weil ich nicht verstehe, was daran störend sein könnte.

      Dass es für ihn schwierig ist, dass ich Recht fremdbestimmt bin, das verstehe ich ja. Aber ich hab so das Gefühl, dass es mich zerreißt, wenn ich so zwischen allem stehe. Ich will es ihm Recht machen, ich will ihm Kontrolle über mein Leben geben (tue ich auch) und gleichzeitig muss das unauffällig passieren und ich muss trotzdem Erwartungen von außen erfüllen, einfach weil es nicht anders geht und ich aber auch dieses Umfeld nicht verlieren will.

      Das ist irgendwo auch ein Problem, weil ich echt sehr stark darauf reagiere, wenn ich das Gefühl habe, dass er mir "etwas wegnehmen will" zb wenn ich ein Hobby nicht mehr ausführen soll. Selbst wenn er es nur im Spiel meint, und er einfach nur will, dass ich darum bitte, es weiter machen zu dürfen, damit er einfach dieses Machtgefühl hat. Dann werde ich sehr emotional und kann gar nicht in diese Richtung denken, dass ich ihn schlicht darum bitte, es weiter machen zu dürfen, sondern werde trotzig, wieso er das will und ich es unfair finde, wenn ich gefühlt die einzige von uns beiden bin, die etwas aufgeben muss dafür, bzw. Mich nach außen hin dann für etwas rechtfertigen müsste, dass ich nicht will. Und da kommt bei mir so ein Gefühl auf, dass er sich nicht darum sorgt, wie es mir dabei geht, oder dass er es nicht wert schätzt was ich schon für ihn tue und wie sehr ich mich anstrenge.
      Ist natürlich nüchtern betrachtet total übertrieben, aber in dem Moment fühle ich mich genau so und kann dann nicht entsprechend reagieren, wie er es sich wünscht, was ihm dann wieder das Gefühl gibt, keine Macht über mich zu haben und das macht ihn dann wiederum wütend.
      Ich kann mit seiner Dominanz und vorwurfsvollen Ton bei einem Streit echt nicht wirklich was anfangen, da kommt bei mir nur Auflehnung und Ungehorsam dabei raus. Das will ich eigentlich echt nicht. Ich will ihm ja gehorchen und ich will auch dass er Macht über mich hat. Aber ich will auch, dass er auf mich eingeht und mich respektiert.

      Es ist echt verzwickt...
      Es ist ja wie gesagt normal, dass auch nach außen gewisse Abhängigkeiten bestehen, aber einen Weg damit umzugehen haben wir noch nicht wirklich gefunden.

      Ich bin ein sehr harmoniebedürftiger Mensch, solche Streitereien machen mich echt fertig. :/

      HisSub schrieb:

      aber ich will da einfach das Recht haben, mich zu äußern, mich verteidigen zu können, und ich möchte ernst genommen werden. Ich denke das ist etwas, was bei uns noch nicht so wirklich funktioniert, dass wir da auf einen Nenner kommen. Ich reagiere da einfach über wenn ich das Gefühl habe, ich werde nicht ernst genommen.
      äußern ja......verteidigen...finde ich schon sehr ungünstig - dann fühlst Du Dich schon sehr in die Enge gedrängt

      Irgendwie sollte eine Möglichkeit gefunden werden wie Du Deine Bedenken und Gefühle besser äußern kannt und er sie gut wahrnehmen kann...siehe unten weiter!

      HisSub schrieb:

      wenn ich es aber für etwas ganz normales halte, dann denke ich oft einfach nicht so weit, weil ich nicht verstehe, was daran störend sein könnte.
      das muss er Dir dann mitteilen...was für ihn anders daran ist und wie er es haben will.

      HisSub schrieb:

      ich will ihm Kontrolle über mein Leben geben (tue ich auch) und gleichzeitig muss das unauffällig passieren und ich muss trotzdem Erwartungen von außen erfüllen, einfach weil es nicht anders geht und ich aber auch dieses Umfeld nicht verlieren will.
      kennt er die Auswirkungen?.......

      HisSub schrieb:

      Selbst wenn er es nur im Spiel meint, und er einfach nur will, dass ich darum bitte, es weiter machen zu dürfen, damit er einfach dieses Machtgefühl hat. Dann werde ich sehr emotional und kann gar nicht in diese Richtung denken, dass ich ihn schlicht darum bitte, es weiter machen zu dürfen, sondern werde trotzig, wieso er das will und ich es unfair finde,
      ...ja sowas kenne ich...das ist eben auch Kontrolle abgeben und vertrauensvoll sein...Dom macht es schon richtig.
      Hast Du soviel Vertrauen zu ihm...das Du da loslassen kannst?

      HisSub schrieb:

      Und da kommt bei mir so ein Gefühl auf, dass er sich nicht darum sorgt, wie es mir dabei geht, oder dass er es nicht wert schätzt was ich schon für ihn tue und wie sehr ich mich anstrenge.
      weiß er das?.....vielleicht ein Gefühlstagebuch dazu führen?...sowas kann ja auch zeitweise sein.....
      Fragt er nach wie es Dir geht...antwortest Du ehrlich?.........das ist ja eine Grundlage damit es funktioniert.

      Kannst Du immer mitteilen wenn es Dir nicht gut geht...welche Reaktionen brauchst Du dann...wünscht Du Dir dann.....??

      HisSub schrieb:

      Ich kann mit seiner Dominanz und vorwurfsvollen Ton bei einem Streit echt nicht wirklich was anfangen, da kommt bei mir nur Auflehnung und Ungehorsam dabei raus. Das will ich eigentlich echt nicht
      hmmmm......Dominanz ist ja gewollt........Vorwürfe sind immer ungünstig auf beiden Seiten...vielleicht muss auch er mal überdenken wie er was ausdrückt.

      HisSub schrieb:

      Aber ich will auch, dass er auf mich eingeht und mich respektiert.
      Auch ein Dom könnte ja Briefe oder sowas schreiben...genau wie Sub auch......manchmal ist so ein schriftlicher Austausch einfach der bessere Weg....

      wäre vielleicht einen Möglichkeit um erstmal anzufangen den Knoten zu lösen?!?
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      Hallo @HisSub

      Ich habe nicht viel Infos zur Dauer Eurer Beziehung. Vom Lesen des Textes hört sich alles so an, als hättet ihr -was BDSM betrifft-vom ersten in den sechsten Gang schalten wollen. Wobei du nun im dritten bist und er im sechsten. Das schliesse ich woraus ? in deinen Sätzen kommt zuviel "aber " vor.

      Ideen zu Lösungsstrategien meinerseits:
      - Neigungsfragebogen von GD ausfüllen ( so noch nicht geschehen) und zwar jeder für sich und dann vergleichen
      - klare Definitionen des gewünschten Machtverhältnisses und Klärung was tatsächlich davon möglich ist im Alltag. Z.B. Toilettengang nur mit Erlaubnis, App einrichten mit dem Trink- und Essverhalten reglementiert wird...Entsprechen sich eure Vorstellungen?
      - in einem Moment wo alles passt und harmonisch ist eine vergangene Situation, die Probleme bereitet hat aufarbeiten

      Viel Erfolg

      LG
      Gio
      ’’Bloß jene Herrschaft ist von Bestand, die freiwillig zugestanden wird.‘‘
      Machiavelli

      Hallo HisSub ,
      da muss ich meiner Vorschreiberin beipflichten : es liest sich wie ein Schnellstart ohne genaue Klärung, wer was von wem erwartet .
      Und wenn die meisten Probleme auftauchen , wenn ihr nicht beieinander seid ,klar niemand kann wissen was der andere denkt und meint , es sei denn man glaubt an Telepathie !
      Und es wird immer solche neuen unerwarteten Situationen geben , sollst Du dann jedesmal erst telefonieren und nachfragen ?
      Was das Hobby anbelangt , aus meiner Sicht bräuchte ich das unbedingt als Ausgleich zum anstrengenden Beruf , , wenn dies bei Dir genauso aussieht , kannst Du ihm das nicht erklären ?
      Insgesamt gibt es sicher viel Redebedarf auf neutralem Boden ,auf dem beide gleichberechtigt ihre Wünsche und Gedanken äußern .
      Du möchtest viel geben , das heißt doch hoffentlich nicht , dafür nur Verzicht und Nachteile einzutauschen .
      Auch bei dieser Beziehungsform ob 24/7 oder TPE dürfen beide damit glücklich sein
      Vielen Dank @newbarbie, die Fragen die du eingebracht hast, haben mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Ich denke das wird mir helfen, mich selbst und die Beziehung besser reflektieren zu können.
      Ich denke die Möglichkeit mit dem Brief schreiben ist vor allem für mich eine gute Möglichkeit, ich denke in der Regel gerne sorgfältig über meine Gefühle und die Richtung meiner Gedanken nach. In einem Streit, bleibt mir dazu nicht die nötige Zeit und Ruhe. Das lässt mich pampig werden und ich fühle mich tatsächlich schnell in die Enge getrieben...
      Ich werde meine Gedanken rund um das Thema sammeln und dann einen ausführlichen Brief dazu schreiben. Er ist was Kommunikation angeht im Gespräch besser. Aber wenn er den Brief gelesen hat und wir im Anschluss ruhig darüber reden, sollte es gut funktionieren.


      Auch danke an @giorgina für die Antwort.
      Also wir sind 3 Jahre zusammen, davon ein Jahr in dem ich mit ihm allgemein meine ersten sexuellen und romantischen Erfahrungen gemacht habe. Und dann 2 Jahre, in denen wir BDSM für uns entdeckt haben und es sich zu 24/7 und wie es aussieht auch zu TPE entwickelt hat.
      Ich glaube wir waren bis zu einem bestimmten Zeitpunkt gleich schnell unterwegs, und jetzt hat er mich etwas überholt.
      Ich denke, ich werde in dem Brief auch darauf eingehen. Vielleicht können wir ja ein paar Schritte zurück gehen, und dann zusammen das "Weiter" und die Befürfnisse, dazugehörige Regeln, Ansichten und weiteres besprechen und klären.
      Danke @Astoria,
      Ja, das Hobby war nur ein Beispiel, und er wollte es mir auch nicht nehmen, sondern nur Bestätigung, dass er die Macht dazu hätte. Es ist ihm auch klar, dass es wichtig für mich ist. Ich habe dann nur nicht so reagiert, wie er es sich vorgestellt hatte und darauf hin ist es eskaliert. Und genau solche Geschichten sind dann eben das Problem bei uns...
      Ich fühle mich unverstanden, und er bekommt den Eindruck ich wäre eine Mimimi Sub, die nur dann Sub sein will, wenn es ihr passt. Was mich wiederum wahnsinnig verletzt, weil ich dann das Gefühl habe ich mache alles falsch und er sieht meine Bemühungen nicht.
      Ja aber wenn ich bei der Sache Hobby mal bleibe, dann ist das ja ein Streit ums Prinzip.
      Er will, dass du fragst ob du es weiter machen darfst, damit er ja sagen kann.
      Du sagst, ne ich frage das nicht, mein Hobby und er könnte es mir ja nehmen.
      Ihr redet aneinander vorbei.
      Kreativität ist Intelligenz die Spaß hat *Albert Einstein
      Ich bin erst seit Mai 2017 Sub und hatte anfangs immer wieder mal die Situation, dass ich mich überfordert gefühlt habe, wenn ich Aufgaben bekommen habe. Es wurden immer mehr auf einmal und mein Kopf hat sie für die Zukunft weiter hoch multipliziert. Ich wehrte mich und bekam die Aufgabe, nur für meine positiven Erlebnisse im Zusammenhang mit ihm ein Tagebuch zu führen. Was hat mir gefallen? Was hat es ausgelöst? Das öffnete mir die Augen für das Positive und ich konnte meistens auch den Herausforderungen etwas Positives abgewinnen. Die negativen Gefühle haben wir mündlich oder im Chat besprochen, jedoch nicht verschriftlicht.

      Wäre das auch etwas für dich? Um den Fokus auf das Positve zu legen?

      Ich hatte diese "Krisen" dann trotzdem noch weiterhin. Nach einem Jahr war @Pat dann so genervt, dass er das Machtgefälle für eine Woche außer Kraft gesetzt hat. Seitdem ist Ruhe, ich habe gelernt, früher Bescheid zu sagen, wenn ich mich überfordert fühle, andererseits aber auch einfach mal zu machen und er probiert neue Dinge erst virtuell mit mir aus, um zu sehen, wie ich darauf reagiere.


      Bestimmte Bereiche haben wir von vornherein aus dem Machtgefälle ausgeschlossen: z.B. mein Beruf, meine Finanzen, meine sozialen Kontakte und alles, was mich bloßstellen würde. Wenn ich zum Sport oder ins Kino gehe oder mich mit Freundinnen treffe, informiere ich ihn lediglich und frage ihn nicht um Erlaubnis. Das ist Verhandlungssache, du musst nicht stumpf gehorchen, wenn er verlangt, dass du um alles bitten musst.
      Einen Vertrag haben wir erst nach ca. 1 1/2 Jahren aufgesetzt und auch da habe ich hart verhandelt. Ich hätte ihn sonst nicht unterschrieben :pardon:

      Auch der Weg ins TPE ist ein Weg, es kann vorkommen, dass wir 1 Schritt vor und 2 zurückgehen, weil es nicht passt im Moment.

      Zum Thema Streit bei 24/7: Ich vertrete meine Meinung schon vehement und direkt, achte jedoch sehr auf meine Wortwahl. Er hört mir meinen Ärger an und sieht ihn auch, wenn wir uns gegenüber stehen. Ich bleibe allerdings in der Ich-Form und höflich, gehe nicht unter die Gürtellinie, erkläre also "Ich fühle mich..., weil ..."

      Die Neigungsfragebögen sind eine sehr gute Idee, anfangs wird sicherlich noch mehr auf deiner Tabuliste stehen als später, weil du Vieles noch gar nicht kennst.
      Allerdings decken sie den Bereich des DS nicht so ab, das besser mündlich besprechen, was und wo "Kontrolle" (im Moment) greifen darf. Ab und an dann wieder reingucken in die Listen und neu besprechen, es verändert sich!

      Es soll euch ja beiden gut gehen in der Beziehung und evtl. galoppiert er auch einfach nur zu schnell vorwärts im Moment und du kannst nicht mehr hinterherstolpern. Erklär ihm, wenn du mehr Zeit brauchst für die einzelnen Schritte :)
      Auch wenn es widersprüchlich klingt:
      Ihr Ego muss stark genug sein, um seine begrenzte, defensive Haltung und Kontrolle aufgeben zu können.
      Sie brauchen ein starkes Ego, um das Ego transzendieren zu können.

      - John Bradshaw, Das Kind in uns -
      Um Neigungen geht es nicht bei unserem Streit, also wir haben schon welche gemacht und da passt es bei uns perfekt.
      Aber wie ich aus den anderen Beiträgen auch schon erkannt hab, geht einfach die Weiterentwicklung so schnell bei uns. Ich habe mich einfach noch nicht daran gewöhnt und schon kommt das nächste. Was ich auch will, aber was dann zu Problemen führt.
      So ein Positiv-Tagebuch ist ne gute Idee, wäre aber denk ich eher was für ihn.
      Ich weiß, was ich an ihm hab und wir alles an schönen Dinge erleben. Aber bei ihm hab ich so das Gefühl, wenn ich eine Sache falsch mache, dann übertönt das die 10 anderen die ich richtig gut gemacht habe. Und das verletzt.