Bondageseil schützen und Seilhandschelle knippeln

      Bondageseil schützen und Seilhandschelle knippeln

      Tag 3 meiner Spielzeugkistenvorstellung.
      Heute, ein 2 in 1 Tutorial für zwei eher gängige und warscheinlich weit verbreitete Dinge.

      Zuerst einmal eine kleine Lebensverlängernde Maßnahme für eure Bondageseile.
      Ein Baumwollseil kann man nicht einfach mit dem Feuerzeug anschmelzen. Probiert es erst gar nicht, es geht nicht, ich weiß warum ein Seil kürzer ist als die anderen. :cursing:

      Deswegen habe ich bei meinen je eine Endkappe aus Schrumpfschlauch (ca. 3 cm lang) gemacht, den könnt ihr wieder mit Hitze bearbeiten, aber sehr sehr vorsichtig. Der Stoff neigt zum brennen und auf weiß sieht man Brandflecken sehr deutlich, dass sieht nicht schön aus.



      Der zweite Teil ist eine Seilhandschelle. Die ist sehr schnell gemacht und ist sehr einfach. Kann man vorgefertigt in der Spielzeugkiste liegen haben, oder in einer Session auch schnell neu machen.

      Wie der Knoten genau heißt kann mir vielleicht jemand von den Profis hier noch ergänzen. Jedenfalls ist dieser sehr einfach und die Handschelle entsteht ganz schlicht dadurch, dass man die Enden durch den Knoten steckt, bevor man ihn schließt. Am besten geht das in dem man den Knoten auf zwei Fingern vorlegt.

      Anschließend kann man den Knoten zuziehen und man hat eine Wunderbare Schnellfesselmethode in dem man an den losen Enden zieht. Diese eignen sich dann auch hervorragend um weiter zu arbeiten.
      Bilder
      • IMG_20191012_210131984.geaendert.jpg

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      Hi Lando Breath,

      es sieht mir bei der unteren Lage des Knotens sehr danach aus, dass dieses Seil keine Seele hat, daher würde ich davon abraten Knoten/Schlaufen dieser Art zu verwenden, wenn Du jemand Begünstigtes damit fesselst, der recht störrisch ist und feste ziehen wird.
      Warum? Weil sich Seile ohne Seele so stark komprimieren, dass ein öffnen des Knotens dann meist nur noch mit einem Schnitt vollzogen werden kann.
      Das ist aber ein Problem der Seilart, nicht des Materials.
      Wie der Knoten heißt, kann ich Dir auch nicht sagen, spielt aber keine Rolle, er tut ja seinen Zweck :)

      Eine weitere Anmerkung für diese Schlaufe.
      Unbedingt einen Sperrknoten aufsetzen, sowas wie eine Seilbremse, da diese Schlaufe nur bedingt belastbar ist, ohne sich weiter zusammen zu ziehen und abgequetschte Nerven wie Gefäße am Handgelenk sind nicht so schön.


      Ich persönlich mag solche Vorbereitungen nicht (wenn sie denn als fertige Schlaufe in der Spielkiste liegt), weil sie mir etwas nehmen, was ich sehr gerne auskoste.
      Wenn ich solche Techniken anwende, dann blockiere ich gerne anderweitig ihre Handlungen, damit sie ganz genau sieht, was ich hier gerade mache und entweder sehe ich ihre Sorge, was gleich kommen wird, oder ihr Verlangen, was sie sehnsüchtig werden lässt. Beides ein Genuss, den ich nicht missen würde. Manchmal lasse ich mir dafür auch sehr gerne viel Zeit, dass sie die Ungeduld packt :)

      In diesem Sinne
      PA
      - Folge nicht einem Pfad, hinterlasse selbst einen -
      Hey PA,

      Es handelt sich bei meinen Seilen tatsächlich um Seelenlose. Hälst du die für grundlegend ungeeignet, oder nur speziell für dieses Anwendungsgebiet, weil sich der Knoten festziehen kann?

      Danke für diese wichtige Ergänzung bezüglich auf die Gesundheitliche Thematik. Das hatte ich nicht bedacht.

      Kannst du vielleicht ein Beispielbild machen für eine Sperre? Ich denke ich weiß was du meinst. Ist dann wie bei einem Zugstophalsband der Steg, der dafür sorgt, dass keine Strangulation möglich ist.

      Gruß
      Lando
      Als Handschellenknoten würde ich den hier empfehlen:

      youtu.be/2zs14bzessk

      Einfach, super schnell geknotet und wenn die Hände (oder Füße) drin sind und die Schlingen zugezogen sind, einfach noch nen Kreuzknoten draufsetzen. Dann gehts auch nicht auf.

      Zum Lösen erst den Kreuzknoten lösen, dann gehen die Schlingen wieder auf.
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -
      Das ist bei dieser Variante etwas tricky, da gegen die Verengung gesichert werden muss.
      Wenn ich das richtig sehe, müssten die Seilenden, nachdem Hände oder Füße dort durch sind, innerhalb der Schlinge auf der gegenüberliegenden Seite durchgeführt werden und dann hinter dem Hauptknoten mit einem doppelten Kreuzknoten gebremst werden.
      Warum die Umlenkung, weil erst dann die Zugrichtung blockiert wird.
      Warum doppelter Knoten, weil der Untere nur fixiert, der Obere sichert.
      Ist nicht mit einem Zugstop vergelichbar, da der einen vordefinierten Bereich blockiert, der sich ja an der Hand anderweitig setzen lässt als es an den Füßen der Fall wäre. Du solltest an einem Punkt X die Konstruktion nicht stoppen, sondern blockieren.
      Zudem, der Knoten, der bei einem Zugstop eingesetzt wird, entspricht meist einem Überhand- oder Achterknoten. Die würden bei Last so fest werden, dass sie dort wohl auch nicht mehr zu öffnen sind (wegen Seil ohne Seele). Zudem wandert bsp. ein Überhandknoten mit der Zeit, entgegen der Richtung aus der der Druck kommt.

      Da wird das Geflecht ganz schön dick werden.

      Ich persönlich halte Seile ohne Seele für alle Fesselungen, die Zuglast bekommen können, für völlig ungeeignet, weil der hohle Bereicht sich immer komprimieren wird, wenn Last darauf kommt. Auch die Bewegungen der Begünstigten Person bedeutet eine dynamische Last auf die Knotung.
      Bei gedrehten Seilen kann dies so nicht vorkommen, da nur maximal der Stoff komprimiert werden kann (bei Hanf und Jute ist das nicht sonderlich viel, was noch komprimiert werden kann - bei Baumwolle grundsätzlich größere Toleranz) und dort die Knoten noch zu öffnen sind.
      Ich habe hier auch ein Set aus geflochtenen Seilen Hanf, die innen hohl sind. Aber mehr als für Schmuckfesselungen wie bsp. einer Hishi Karada mit einer vorne geführten Doppellage würde ich diese nicht einsetzen.

      Im ürigen, auch Knoten auf Slip machen wenig Sinn, da sch der Hohlraum komprimiert und der Bericht der den Slip darstellt im Moment des Einsatzes durch die Verengung muss. Das könnte auch fix gefährlich werden, wenn es mal eng wird und schnell geöffnet werden muss.
      - Folge nicht einem Pfad, hinterlasse selbst einen -
      Danke PA für die Ausführliche Antwort.
      Ich muss gestehen, dass ich Bondage bisher tatsächlich auch nur aus rein optischen Gründen angewendet habe. Oder nur ein leichtes Bondage um die Bewegungsfreiheit zu minimieren. Wenn es "fest" sein muss bevorzuge ich Manschetten und Lederriemen.

      Shayleigh schrieb:

      Als Handschellenknoten würde ich den hier empfehlen:

      youtu.be/2zs14bzessk

      Einfach, super schnell geknotet und wenn die Hände (oder Füße) drin sind und die Schlingen zugezogen sind, einfach noch nen Kreuzknoten draufsetzen. Dann gehts auch nicht auf.

      Zum Lösen erst den Kreuzknoten lösen, dann gehen die Schlingen wieder auf.
      Dass ist eine wirklich genial einfacher Knoten, habs eben ein zwei mal getestet und hat direkt funktioniert. Super :thumbup:
      Ich find den auch gut, @Lando Breath . Einfach und effektiv.

      Wie gesagt musst du dann nur noch die losen enden einmal verknoten, wenn du ihn zugezogen hast, damit er nicht aufgeht.

      So hat man mit nem kleinen Stück Seil immer eine gute schnelle einfache und sichere Fesselung parat :D
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      - Tennessee Williams -
      Moin,

      ich habe mir das Video einmal angeschaut.
      Und auch das Nachfolgende zum gleichen Knoten.
      Ich kenne ihn als Abart des Trompetenknotens als Seilverkürzungsknoten :D .

      Was mich am 1. Video stört: Der Knoten zieht sich zu, wenn man an den Enden zieht.
      Klar, soll so sein.
      Aber ich finde sich zuziehende Knoten am menschlichen Körpern per se eher sub-optimal.

      Da fand ich das 2. Video schon etwas besser.
      Dort wurden die "Ohren" gleich mit jeweils einem halben Schlag auf dem gegenüberliegenden "Ohr" gesichert.
      (@'Shayleigh': Ich vermute, dass du das mit "...musst du dann nur noch die losen Enden einmal verknoten..." meinst)
      Halt so wie bei der "Englischen Trompete".
      Damit geht das Lösen durch Zappeln schwieriger, aber der Knoten kann dann leider nicht so einfach zu gezogen werden.
      Dafür aber auch gegen Zuziehen aus "Dabbichkeit" gesichert.

      Meiner Lösung für beide Probleme wäre : Die "Ohren" jeweils mittels Stopperstek sichern.
      Der Stopperstek ist, richtig gemacht, ein Knoten, der sich in eine Richtung auf dem Seil einfach und in die andere Richtung nur mit viel Aufwand bewegen lässt.

      Ich würde sie dicht am Mittelknoten anbringen, so dass die Stoprichtung in Richtung des Mittelknotens zeigt.
      Festziehen geht dann einfach, in dem mal die Stoppersteks in Richtung den Arme des zu Fesselnden schiebt.

      Auf Slip gelegt lässt der Stopperstek sich dazu noch einfach lösen.
      In Notfällen auch vom gefesselten Part mittels Zähnen.
      Gegen ein zu einfaches "Ich ziehe an der Lose und der Stopperstek ist offen" kann der Slip auch einfach mittels eines Durchsteckens des Seilendes des jew. anderen Stoppersteks gesichert werden.

      Dann aber nicht vergessen den Slip mild anzuziehen. :D

      m2c

      imaginary
      Die Gedanken sind frei.
      Denken muss man sich erarbeiten.
      Die Schwachstelle bleibt bei der anderen Handschelle die gleiche. Die Sicherung dieser Schwachstelle wäre mit der beschriebenen vergleichbar. Die Architektur ist bei den Schlaufen sehr ähnlich, was den Seilverlauf vom Zug und Umlenkung angeht.
      Die einzige Variante die ich kenne, die beide Hände einfasst und das Risiko der Kompression nicht besteht ist der Double Colum Tie, natürlich sauber ausgeführt.
      Wenn es schnell gehen muss ist hier die Alternative nach Yukimura eine fixe Lösung.

      Da ich aus dem Kinbaku komme, also knackig mit Dampf im Seil, waren mir die Handschlaufen entweder zu heikel, ohne genügend Sicherung und Bremsen.
      Mit diesen waren sie soweit safe, aber nicht mehr schön, was mir auch wichtig ist, die optische Komponente.
      - Folge nicht einem Pfad, hinterlasse selbst einen -
      Also wir haben diesen Handschellenknoten aus dem Video ausprobiert und er funktioniert problemlos.

      Wenn man den so macht, wie im Video, kann man die Hände (oder Füße) problemlos einfangen. Dann kann man an beiden losen Seilenden ziehen, damit sich die Schlaufen zuziehen. Anschließend wird ein ganz normaler Kreuzknoten in die Seilenden gemacht. Ein einfacher reicht hier vollkommen aus, es muss kein doppelter sein.

      Danach zieht sich nichts mehr zu und löst sich auch nichts mehr. Man kann zappeln, ohne das der Knoten auf oder zu geht. Und wenn er wieder aufgehen soll, dann einfach den Kreuzknoten lösen und schon kann man den Knoten wieder lösen.

      Dieser Knoten ist dafür da, wenn es schnell gehen, aber trotzdem sicher sein soll.


      @imaginary Diese "Ohren" sollen ja anfangs so groß sein. Es ist ein Knoten, den man vorbereitet, dann die Hände einfängt und dann erst zuzieht. Er wird nicht, wie andere Fesselungen, direkt an den Händen angelegt. Von daher muss der Knoten sich ziehen lassen. Zur Sicherung ist dann der Kreuzknoten da.

      @PA1976 wir nutzen diesen Knoten im Hojojutsu. Ich glaube, da ist dann auch etwas "Dampf" drauf ;) . Und er funktioniert ganz hervorragend.
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -
      Nur als Anmerkung, im Hojojutsu steht der Faktor Sicherheit etwas weiter hinten, Funktion, Einsetzbarkeit und Geschwindigkeit sind hier Faktoren.
      Wenn er sich mit einem Kreuzknoten sichern lässt, umso besser, dann wird es dort nicht ganz so mächtig.

      Allerdings würde ich bei Hojojutsu Techniken vorsichtig sein bei Anfängern, es gibt einen guten Grund warum im Shibari Instruktoren, zumindest alle die ich kenne wie ein Ropeknight oder Vinciens, dafür mindestens einen intermediate Level verlangen.
      - Folge nicht einem Pfad, hinterlasse selbst einen -
      Hojojutsu ist sicherlich nichts für Anfänger. Hojojutsu war hier ja auch überhaupt nicht das Thema. Ich habe es nur erwähnt, da wir (mein Mann und ich) diesen Handschellenknoten auch im Hojojutsu verwenden und er auch dann noch relativ sicher ist, wenn "Dampf" drauf kommt.

      Von daher halte ich diesen Handschellenknoten - im Gegensatz zum Rest des Hojojutsu - durchaus auch für Anfänger geeignet.


      Zum Thema Baumwollseil: Da kann ich @PA1976 nur zustimmen. Baumwollseil (insbesondere ohne Seele) eignet sich überhaupt gar nicht für solche Bondage-Techniken. :fie:
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      - Tennessee Williams -

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