Dom + Dom = ?

    @Master Bruce II

    Braucht man einen Stempel auf dem Arsch, um in “gesicherten Verhältnissen“ bzw. seiner kleinen Schublade zu leben?

    Oder bringt die Gewissheit, dass der Gegenpart sich nonstop extreeemst umfangreich mit mir (inhaltlich) beschäftigt, um mir immer wieder etwas unvorhersehbares aufzufahren, dabei keine Kosten und Mühen scheut, mich bis ins Letzte kennt und versteht und sich so richtig rein kniet nicht ein wesentlich besseres Gefühl von Vertrautheit und Loyalität? An dieser Stelle empfehle ich Clausewitz und/oder Sunzi.

    Ich würde sogar so weit gehen, dass die “Deepness“, die so entsteht auf kaum eine andere Art erreicht wird.
    Ich kann mir das ganze nur unter dem Stichwort Primal in Verbindung mit einem gewissen Anteil (vielleicht unbewusstem) Rollenspiel vorstellen. Mir persönlich scheint das ganze aber letztlich immer auch auf eine Art Routine hinauszulaufen, die Mary-Read aber offenbar so scheut. Jeder Zustand der länger andauert wird ja irgendwann Routine.

    Außerdem scheint mir der potentielle Partner die eierlegende Wollmilchsau zu sein. Er müsste ja physisch, psychisch und geistig exakt das gleiche Level wie die Threaderstellerin haben, zudem den gleichen Wunsch nach konstantem Machtkampf mit jeweils ungewissem Ausgang, zudem müsste man sich gegenseitig gleichermaßen attraktiv finden und "riechen können" plus eine grundlegende Sympathie füreinander empfinden. Dazu dann noch ein Mindestmaß an räumlicher Nähe und eine für den Aufbau einer solchen Beziehung geeignete Lebenssituation.

    Stelle Ich mir schwer umsetzbar vor.
    @Columbia

    Wenn es jemanden gibt, der Dich nonstop im Blick hat - und zwar gleichermaßen aus Liebe, Paranoia und Taktik - ist das die tollste Routine überhaupt.

    Was ich aber mglw nicht deutlich genug raus gearbeitet habe: In dieser Konstellation wissen beide sehr genau, was sie am anderen haben. Und eben weil das wie Du ja richtig sagst die eierlegende Wollmilchsau ist, lässt man auf die auch nichts kommen. Nach außen immer ein Tag-Team. Pinky & Brain, Bonnie & Clyde, Arsch & Eimer. Gemeinsam unter Wühlmäusen. Im Inneren der Vulkan.

    Mary-Read schrieb:

    Ich würde sogar so weit gehen, dass die “Deepness“, die so entsteht auf kaum eine andere Art erreicht wird.
    Das mag für Dich stimmen (wobei das ja auch nur eine Vermutung ist, weil Du einen solchen Partner selbst noch nicht gefunden hast, drum ja der Thread). Andere Menschen haben andere Bedürfnisse und Partner mit anderen Bedürfnissen, mit denen sie sich ebenfalls intensiv beschäftigen müssen. Die könnten mit ständigem Kampf keine übermäßige Deepness (Tiefe?) erreichen, weil das nicht ihrem Wesen und dem ihrer Beziehung entspräche - sie erreichen sie auf andere, für sie passende Weise.
    Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

    ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
    Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
    Bitte verabschiedet euch von den Schubladen. Die helfen hier echt nicht weiter. Warum? Weil es hier nur oberflächlich um die klassischen BDSM Themen geht. Wir haben hier - und da bin ich mir sicher - tatsächlich mit einer HB Person zu tun. Eine mögliche Auswirkung zeigt sich gerade in diesem - Spiel - dieses sich ständig fordern und gefordert werden, nur die Auseinandersetzung bringt dir, Mary-Read, die gewünschte und dringend gebrauchte Stimulation. Dies kann, muss sich aber nicht auch auf körperliche Forderung beziehen, ich glaube, das ist auch eher nebensächliches Beiwerk. Und eigentlich ist es auch kein Spiel, es gibt keine Regeln. Zumindest keine festen.
    Ich sage mal, der klassische Dom hat hier, wie die meisten anderen potentiellen Partner, ein echtes Problem. Wenn er es nicht schafft dich herauszufordern, deinen Geist auf die Dauer zu penetrieren, wird er zu deinem Opfer und damit uninteressant und langweilig.
    Einen ähnlich wachen Geist wäre vermutlich das Ideale. Kann mir vorstellen, dass das dann euch beide auf einen ganz anderen Level heben würde und ich gehe dann lieber in Deckung, der Kollateralschäden wegen. Ich fürchte, solange du auf diesen Gegenpart nicht getroffen bist, musst du dich darauf einstellen, deinen Partner immer wieder in den Hintern zu treten, damit er sich immer wieder aufrafft, dich zu fordern.

    Ich wünschte, ich hätte so einen wachen Geist, sehe hier aber auch die ganzen Probleme, die so etwas mit sich bringt. :)

    Mary-Read schrieb:

    @Columbia

    Wenn es jemanden gibt, der Dich nonstop im Blick hat - und zwar gleichermaßen aus Liebe, Paranoia und Taktik - ist das die tollste Routine überhaupt.
    Aus Paranoia? Aufgrund einer mentalen Erkrankung (oder zumindest einem Symptom einer solchen) mit dem Partner beschäftigen? :pillepalle:
    Erst in Leid und Ekstase offenbaren Frauen ihre wahre Schönheit.

    Mary-Read schrieb:

    Master Bruce II schrieb:



    Neigung hin oder her. Wer permanent in eine unnötige und stresserzeugende Situation genötigt wird, wirft irgendwann die Flinte ins Korn. Für mich klingt es so, als würdest du deine Beziehungen torpedieren; Und das mit voller Absicht. Bindungsphobie? Vielleicht willst du ja allein sein...




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    >>> Danke, Dr. Sommer. Aber nein, danke. Ich bin fast ein wenig amüsiert, dass ausgerechnet hier in diesem Forum “stresserzeugende Situationen“ als Problem dargestellt werden. Made my day. :icon_lol:
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    Schon mal von EU- und DI-Stress gehört, Miss Hochbegabt?
    Erst in Leid und Ekstase offenbaren Frauen ihre wahre Schönheit.
    Sicherlich hat Hochbegabung ebenso wie Hochsensibilität einen gewissen Einfluss auf unser Leben.
    Weiterführend, in Anlehnung an einen anderen Thread, eben auch psychische Erkrankungen usw.

    Aber aus meiner Sicht ist das eben nur ein Teilaspekt unseres Lebens.
    Inwieweit dies alles Einfluss hat, liegt zum Teil auch an uns selbst.
    Stelle ich mich auf einen Sockel und grenze mich damit selbst ab? Oder akzeptiere ich, dass ich von Menschen umgeben bin, die anders ticken, als ich und versuche, einen Konsens zu finden?

    Letztendlich geht es im Leben immer darum, auch kompromissbereit zu sein.
    Warum glaubst du, @Mary-Read, dass deine HB Einfluss auf dein BDSM hat?
    Neigung und Sex sind zunächst, zumindest aus meiner Sicht, unabhängig von IQ oder EQ. Es geht um Komptabilität.
    Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
    Ich verstehe den Satz von der Paranoia so, dass sich Mary-Read die Beziehung recht roh, instinkthaft und körperlich geführt vorstellt. Daher auch meine Assoziation mit Primal.

    Ich interpretiere vielleicht zu viel, kenne das aber von mir selbst: Sehr kopflastiger Mensch wünscht sich bei stets vorhandener geistiger Forderung trotzdem/zugleich eine sehr körperliche, grundlegende Erfahrung, die es vllt. Auch schafft, den permanent arbeitenden Kopf mit einer Art Grenzerfahrung zu überwinden.

    Sozusagen das sexuelle Runners High. ;) Da kann für mich schon auch der Wunsch nach deutlich gelebter Eifersucht des Partners gehören.

    topaz schrieb:

    Aber aus meiner Sicht ist das eben nur ein Teilaspekt unseres Lebens.

    Inwieweit dies alles Einfluss hat, liegt zum Teil auch an uns selbst.
    Stelle ich mich auf einen Sockel und grenze mich damit selbst ab? Oder akzeptiere ich, dass ich von Menschen umgeben bin, die anders ticken, als ich und versuche, einen Konsens zu finden?


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    >>> Wir (ich wage mal die steile These, dass ich an dieser Stelle für viele HB spreche) suchen uns das nicht aus. Es. Ist. So. Und es ist in weiten eilen nicht beneidenswert. Den Konsens müssen wir zwangsläufig finden, weil wir nunmal von “anderen“ umgeben sind. Immer und Überall. Zwischen Konsens und Begeisterung liegen allerdings Welten.
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    Letztendlich geht es im Leben immer darum, auch kompromissbereit zu sein.
    Warum glaubst du, @Mary-Read, dass deine HB Einfluss auf dein BDSM hat?


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    >>> Weil ich vereinfacht gesagt niemals die Kontrolle an jemanden abgeben würde, der beim Italiener “Gnotschi“ bestellt.
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    Dass ich es "Njocki" ausspreche, macht mich natürlich zu einem besseren Dom.

    Ich weiß, was Du meinst, ich würde mich mit einer Partnerin, die ich für wesentlich weniger intelligent halte als mich selbst, auch langweilen (und wenn man stattdessen von Niveau spricht, gibt es im Lustige-Anmachen-Thread ungezählte Beispiele für solche Thesen).
    Das Beispiel war aber eher unglücklich gewählt, oder?
    Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

    ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
    Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
    Zitat von @Mary-Read:
    > Wir (ich wage mal die steile These, dass ich an dieser Stelle für viele HB spreche) suchen uns das nicht aus. Es. Ist. So. Und es ist in weiten eilen nicht beneidenswert. Den Konsens müssen wir zwangsläufig finden, weil wir nunmal von “anderen“ umgeben sind. Immer und Überall. Zwischen Konsens und Begeisterung liegen allerdings Welten.

    Sorry, zitieren ging nicht mehr.

    Niemand von uns sucht sich aus, was oder wie er ist.
    Ich habe das Gefühl, dass du dich selbst stark ausgrenzt, weil du glaubst, das du etwas "Besonderes" bist.

    Bist du für mich aber nicht.

    Ich glaube daran, dass es möglich ist, für jede Form von Neigung auch einen entsprechenden Gegenpart zu finden. Wenn man es wirklich will und möchte.
    Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.

    Dominantseptakkord schrieb:

    Dass ich es "Njocki" ausspreche, macht mich natürlich zu einem besseren Dom.

    Ich weiß, was Du meinst, ich würde mich mit einer Partnerin, die ich für wesentlich weniger intelligent halte als mich selbst, auch langweilen (und wenn man stattdessen von Niveau spricht, gibt es im Lustige-Anmachen-Thread ungezählte Beispiele für solche Thesen).
    Das Beispiel war aber eher unglücklich gewählt, oder?
    Ja, in der Tat. Aus meiner Sicht ist das so. Ich lege Wert darauf, dass mein Gegenüber präzise und korrekt ist in dem, was er tut, dass er sich selbst reflektiert und Ansprüche hat statt “irgendwie durchs Leben zu schlittern“. Wenn einem Dom schon die Aussprache von Teigwaren Probleme bereitet, will ich mir gar nicht ausmalen, in welch zittrigen Hände ich da die Kontrolle abgeben würde.

    Und klar. Gäbe bessere Beispiele. War aber zu faul viel zu tippen und die Botschaft kam ja an. :)
    Sprachgefühl ist nicht dasselbe wie Empathie. Und Sprachkenntnisse schon gleich gar nicht. Vielleicht würde derselbe Mann beim Japaner, beim Chinesen und beim Griechen in jeweils tadelloser Aussprache bestellen - alles drei könnte ich nicht. Oder erwartest Du ernsthaft, dass er alles, was er tut, perfekt beherrscht? Dann wird er nie etwas neues ausprobieren können. Wenn man das will... :pardon: aber dann wird er Dich auch nicht stets überraschen können.
    Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

    ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
    Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!