Schmerzen im Alltag

      Schmerzen im Alltag

      Seit ich mit BDSM, insbesondere SM, angefangen habe, frage ich mich schon, ob vielleicht BDSMler im Alltag anders auf Schmerzen reagieren als Nicht-BDSMler.
      Ich meine damit ungewollte Schmerzen. Also z.B. wenn man sich irgendwo stößt oder beim Kochen ausversehen ein bisschen in den Finger schneidet. Also eben diese kleinen Dinge, die einem im Alltag passieren können.

      Denkt ihr, dass eine Sub eventuell mit der Zeit ein niedrigeres Schmerzempfinden bekommt?
      Oder kann sie vielleicht besser damit umgehen als andere?
      Oder hat sich bei euch nichts verändert?

      Reagieren Doms eventuell anders als
      Nicht-Doms darauf wenn sich die Sub z.B. den kleinen Zeh stößt?

      Eure Beobachtungen zu dem Thema würden mich sehr interessieren :)

      Subie schrieb:

      Denkt ihr, dass eine Sub eventuell mit der Zeit ein niedrigeres Schmerzempfinden bekommt?
      Oder kann sie vielleicht besser damit umgehen als andere?
      Oder hat sich bei euch nichts verändert?
      Ich sage dazu: Es kommt auf den Schmerz an.
      Wenn mir zB jemand vor 4 Jahren gesagt hätte, daß ich den Schmerz von Klammern an meinen Nippeln (und zwar fiesen Schmerz von 2 Klammern übereinander) genieße, hätte ich ihn für völlig verrückt erklärt. Jetzt lechze ich geradezu danach, :rot: .
      Anders ist es zB wenn ich mich mit dem Zeh stoße. Das tut nach wie vor immer noch tierisch weh.
      Dann gibt es aber auch "Alltags"schmerzen, die "mochte" ich schon immer (zB leichter Sonnenbrand).

      Bei mir ist das alles sehr unterschiedlich.
      Ich würde daher alle Fragen mit "JEIN" beantworten, :pardon:
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Da ich keine pathologische Masochistin bin, reagiere ich auf Schmerzen im Alltag wie jeder andere auch.
      Finger in der Tür klemmen, Zahnarztbesuch? = Aua!
      Mein Schmerzempfinden ist nicht so hoch, wie bei anderen. Aber hat das etwas mit meiner Neigung zu tun? Ich glaube nicht.

      Als Masochistin innerhalb des BDSM-Kontext hat sich mein Schmerzverhalten durchaus geändert.
      Ich brauche heute viel mehr Schmerz, als noch vor 3 Jahren. Da ist schon ein Gewöhnungseffekt entstanden.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      Ich würde auch sagen kommt auf den Schmerz an. Innerhalb meines BDSM bin ich etwas mehr maso als früher. Außerhalb ist zum Beispiel immer schon total schlimm wenn ich mir den Ellenbogen anhaue oder eins auf die Nase bekomme, geht gar nicht und ging noch nie. Beim Tättowieren dagegen genieße ich den leichten Schmerz ganz ohne BDSM. Ansonsten schätze ich dass ich eher etwas empfindlicher bin als früher ( liegt bestimmt am Alter ;) )
      Von meiner Seite ein definitives Nein.

      Ich habe 5 Jahre lang in einer Küche gelernt und gearbeitet, habe mir dort die Finger in Schubladen eingeklemmt, mich verbrannt an Konvektomaten und Gasherden, mich mit Messern geschnitten, mich mit heißem Dampf verbrüht, über 70°C heißes Geschirr aus der Spülmaschine geholt und habe mir über der Spüle mehrfach den Kopf angestoßen. Ausgleichend dazu erwische ich mich in meinem neuen (und alten Job) des Öfteren mit Papier und ich habe es auch schon geschafft, mir beim Wechseln der Tackerklammern selbige in den Finger zu jagen (nein, fragt besser nicht :whistling: ). Jedes Mal war es mehr als Aua und niemals nicht geil. Ich kann damit auch nicht anders umgehen, nur weil ich eine maso-Ader habe. Wie @FieserBoesewicht schon schrieb: Schmerz ist nicht gleich Schmerz.

      Ob ich mit der Zeit ein niedrigeres Schmerzempfinden bekommen habe? Nö :D
      Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr, sind ihre Wege auch schwer und steil. (Khalil Gibran)
      Ich kann nur sagen , das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun .
      Ein Knochenbruch oder die Zahnbehandlung werden für mich deswegen nicht zum Genuß , auch nicht , wenn ich mir den Zeh anstoße .
      Sonst könnten totale Masochisten Operationen ohne Narkose aushalten , nur wird das keinen Lustschmerz erzeugen , oder ?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Astoria ()

      topaz schrieb:

      pathologische Masochistin
      ?( ?(

      ich würde sagen Jein....bei mir.

      Mit den Lebensjahren hat sich mein Schmerzempfinden schon etwas geändert - klar Zahnschmerzen sind nach wie vor der Horror- aber - bevor ich dann einen Schmerztablette brauche, daß war früher schon schneller als es heute der Fall ist.
      Ich glaube es hat auch etwas mit dem Umgang des Schmerzes zu tun - seit ich Kinder bekommen hatte hat sich das gewandelt.


      In Bezug auf BDSM habe ich "gelernt" mehr Schmerz auszuhalten ( es zu können und zu wollen!) - mehr Lustschmerz ....
      das war einfach einen Entwicklung wie es sicherlich viele andere es auch kennen.


      Und dieses Schmerz auch aushalten können!! hilft dann manchmal auch bei Schmerz im Alltag wie Rückenschmerzen zum Beispiel.


      Subie schrieb:

      Denkt ihr, dass eine Sub eventuell mit der Zeit ein niedrigeres Schmerzempfinden bekommt?
      Oder kann sie vielleicht besser damit umgehen als andere?
      bei manchen Schmerzarten sicherlich möglich......bei anderen auch nicht.
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      Tja, schwieriges Thema.

      Aufgrund diverser beruflicher und medizinischer Vorkommnisse hat sich das Schmerzempfinden schon stark verändert (z.B. frische Brötchen aus dem Ofen holen ohne Handschuhe) aber der Körper und die Haut reagiert trotzdem.

      Im BDSM bedarf es dann einer geschickten Partnerin die noch vorhanden „normalen“ schmerzempfindlichen stellen zu nutzen. Was das ganze an sich deutlich verlängern kann.

      Großflächige Tätowierungen werden als leichter Sonnenbrand empfunden für einige Stunden, mehr nicht.
      :sofa:

      „Unsicherheit im Befehlen erzeugt Unsicherheit im Gehorchen.“ Helmuth von Moltke (1800–1891), preußischer Generalfeldmarschall :kopfnuss:

      newbarbie schrieb:

      Ich glaube es hat auch etwas mit dem Umgang des Schmerzes zu tun - seit ich Kinder bekommen hatte hat sich das gewandelt.
      So ist das bei mir auch.

      Es tut noch genauso weh wie früher, ich beiße jedoch die Zähne zusammen und ertrage mehr,
      seit ich mit den kleinen Kindern "funktionieren" musste trotz Fieber, Magen-Darm-Grippe, Kopfschmerzen usw.
      ....was nicht immer gut für meine Gesundheit ist :fie:

      BDSM-technisch entlockt mir das Brennen der Brennesseln an meinen Beinen ein Grinsen statt wie früher ein Fluchen, das wars aber auch schon an Wandlung :pardon:
      Auch wenn es widersprüchlich klingt:
      Ihr Ego muss stark genug sein, um seine begrenzte, defensive Haltung und Kontrolle aufgeben zu können.
      Sie brauchen ein starkes Ego, um das Ego transzendieren zu können.

      - John Bradshaw, Das Kind in uns -
      An sich schließe ich mich meinen Vorrednern an. Schmerz, bei egal welcher Gelegenheit, wird immer weh tun. Und zwar weitestgehend gleich. Evtl. von der Tagesform abhängig, aber das Erlebnis bleibt das gleiche. Was sich möglicherweise geändert hat, ist der Umgang damit. Wenn man sich eine Bewältigungsstrategie erarbeitet hat. Und dann ist da auch noch die Motivation, die man hat Schmerzen zu ertragen.
      Mir geht's im Krav Maga zumindest so. Wenn ich versehentlich einen Finger ins Auge bekomme, gehe ich mittlerweile anders damit um. Ganz am Anfang habe ich noch die Übung abgebrochen und gewartet bis es wieder ging. Mittlerweile geht's so: Ich blinzle, kneif das Auge zu, blinzle und weiter geht's. Auf der Straße würde auch niemand warten, bis ich mich wieder gefangen habe. Das ist auch etwas die Motivation dahinter.
      Bei meinen Gespielinnen habe ich beobachtet, dass viele mit Muskelspannung und Atmung den Schmerz bewältigen. Und die ein oder andere hat auch noch mentale Strategien. Fokussieren, loslassen, weinen, schreien, usw.
      Erst in Leid und Ekstase offenbaren Frauen ihre wahre Schönheit.
      Und auch von mir kommt ein "nein" :dance:

      Derzeit bin ich durch einen Unfall eingeschränkt und auch schmerzgeplagt, da ich Medis nicht vetrage nehme ich auch nichts obwohl ich mir oft wünsche das sowas Linderung bringen würde. Und dann sitze ich oft hier und denke "Shit, was bin ich für eine Mimose, im Spiel mit Dom ertrage ich doch einiges mehr und finde es sogar geil ..."

      Selbst bei den bdsm-igen Spielereien kann ich übrigens auch nicht sagen das ich über die Jahre ein niedrigeres Schmerzempfinden bekommen habe. Da kommt es zum einen darauf an wie die Praktik ausgeführt wird und zum anderen auch auf meine tägliche Verfassung.
      Ich denke nein... Mein schmerzempfinden ist bei unangenehmen Schmerzen tagesform - abhängig (vor allem zyklusabhängig).
      Zum Beispiel: Mal ist Augenbrauen zupfen überhaupt kein Problem und mal ertrage ich es nicht, nur mit schweißausbrüchen, Tränenden Augen und nur so viel wie notwendig :pardon:

      Bei sm Schmerz gilt für mich, je erregter ich bin, desto mehr Schmerz ertrage ich.

      Lustigerweise finde ich, spielt auch die psyche eine große Rolle. Ich ertrage Schmerzen leichter, wenn ich weiß woher sie kommen.
      Wenn die brustwarzen den nächsten Tag noch wehtun wegen einer Session ist das angenehm/ok/vielleicht sogar wieder erregend.
      Wenn brustwarzen hormonell schmerzen ist es einfach nur... :fie: (weil einem das Internet ja dann auch sofort alle Arten von Krebs bescheinigt, die es so gibt) dann kommt zum Schmerz die Angst, denn Schmerz hat ja den Sinn uns vor Gefahren zu schützen. Und wenn der Schmerz kontrollierbar, berechenbar ist und von jemandem ausgelöst wird, dem man vertraut, spielt die Angst nicht mit? So meine küchenpsychologische Vermutung :gruebel:

      Ich halte mich bei unterschiedlichen schmerzreizen auch für unterschiedlich schmerzresistent (Schläge, kein Problem, Brandwunden, das fieseste was ich mir vorstellen kann)