Endometriose und BDSM

      Endometriose und BDSM

      Hallo, ich hoffe das ist hier richtig. Wenn nicht, bitte stillschweigend entfernen ;) ich hoffe, damit nicht allein zu sein. Bei mir steht Verdacht auf Endometriose (für die die nicht wissen was es ist: es ist eine gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut, welche sich dann beispielsweise am Magen Darm Trakt ansiedelt.) Ich bin 20,und habe seit dem 10. Lebensjahr meine Periode in regelmäßigen Abständen, bin kinderlos. (noch gewollt) und leide seitdem unter extremen Krämpfen in Bereich der Eierstöcke, Pille hat nicht geholfen, mein Gyn hat gesagt da sei nix. Mittlerweile ist es so heftig, dass ich auf der Arbeit vor Schmerzen zusammengebrochen bin. (allein unter Männern ist das natürlich toll.... - nicht. Mein Leben schränkt sich dadurch mittlerweile ein.) mein Dom und Partner kümmert sich liebevoll um mich. Er nimmt es auch hin, dass dann am Wochenende teilweise nichts läuft weil ich nur noch im Bett liege mit Höllen Schmerzen. Letzte Nacht wollte er schon mit mir ins Krankenhaus fahren, haben es dann mit Mühe und Not so in den Griff bekommen. Er zeigt sich gottseidank sehr verständnisvoll und hilft mir wo er kann. Nur sehen wir uns noch 2 Monate lang nur AM wochenende, wodurch BDSM nahezu komplett auf der Strecke bleibt. Hat einer von euch Erfahrung mit Endometriose oder ähnlichem, und wie macht ihr dass mit solchen Erkrankungen?
      LG Fallen
      Mein Beileid. Ich habe bis 26 massiv unter Regelschmerzen durch Endometriose gelitten (Schmerztabletten in rauen Mengen, um während der Periode den Schultag bzw Tag an der Uni zu überstehen, wehenartige Krämpfe über Tage, im Unterricht kollabiert...). Ich habe mir dann ein Krankenhaus mit Endometriosesprechstunde gesucht, wo eine Bauchspiegelung gemacht und die Endo-Herde im Bauchraum verödet wurden. Danach dann eine Endometriose-geeignete Pille (die verhindert hat, dass neue Endometrioseherde entstanden), und dadurch ist es viel, viel besser geworden. Meine Lebebsqualität hat sich enorm gebessert, ich habe nur noch selten Schmerzmittel gebraucht...

      Bei mir hat die Methode „OP und geeignete Pille“ gut funktioniert, ich bin dadurch praktisch symptomfrei geworden. Der 1. Versuch (nur Einnahme der Pille ohne operative Sanierung) hat bei mir auch nichts gebracht.

      Mein Tipp: mach einen Termin an einer Klinik mit Endometriose-Ambulanz aus und schau mal, was die empfehlen. Inzwischen sind die Behandlungsmögluchkeiten sicher noch besser als vor 14 Jahren...

      "Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht".
      ~ Jean-Paul Sartre ~
      Hallo Fallen,

      es ging mir über viele Jahre so, eine echte Odyssee und mein Gyn wusste auch nicht weiter (damals kannte man die Endometriose noch nicht so gut).

      Angefangen hatte es bei mir mit starker PMS (11 J), dann mit 22 J unregelmäßige Menstruation in Abständen von 3 Wochen,Krampfanfällen, Schüttelfrost, Schmerz und Blut-stürzen, Wehenschmerz.
      So wie du hab ich dann Schmerzmittel bekommen, die dann irgendwann nicht mehr halfen.
      Durch die Schleimherde konnte ich auch nicht schwanger werden (7 Jahre lang).
      Zur Arbeit gehen war während der PMS nicht möglich.

      Was habe ich getan:
      Gynäkologen gewechselt, dieser war auf dem Gebiet schon erfahren, er schickte mich sofort mit Verdacht auf Endometriose in eine Klinik, einer der Ersten die darauf spezialisiert war.
      Mir wurde erklärt, das die Endometriose durch die Gebärmutterschleimhaut entsteht, welche sich dann teilweise bei der Regelblutung über die Eierstöcke (anstatt komplett über die Scheide) in den Bauchraum verteilt, sich dann an anderen Organen festsetzt und hart wird. Das machen die Schmerzen aus.

      Es folgten 2 OP's, da die Endometriose sich ja weiterbildet, solange man beide Eierstöcke hat und Hormone gebildet werden.
      Nach 7 J wurde ich nach 2 Fehlg. endlich schwanger. Die Endom. blieb weiterhin mit Schmerzen, immer neue Wucherungen.
      Im 10. J musste eine Not OP gemacht werden, aufgrund eines Myoms.
      Es wurde eine Total OP, mit 34 J. Ich hätte gerne mehr Kinder gehabt, wusste aber das der Wunsch mit meiner Endom. kaum realisierbar war. Deshalb alles, bis auf einen Eierstock, raus. Somit konnte sie nicht neu entstehen,da keine Regel mehr und zu meiner Erleichterung war die PMS weg.
      Es wurde dann soviel von der Endom. von den anderen Organen weggeschnitten, wie möglich.
      Der Rest an Blase und Darm ist geblieben und hart geworden. Es tut nur noch etwas weh, wenn man an den Stellen draufdrückt, wo sie abgehärtet ist.

      Ich hoffe das dir mein Weg erspart bleibt und dir in einer Spezialklinik schnell geholfen wird.
      Heutzutage wird es viell. bessere Möglichkeiten geben, wie z.B. mit speziellen Tabletten.
      Dann wird auch euer Bdsm wieder schöner werden.
      ..˜“ª¤¸.•’´¯)..Trouvez les choses dont vous avez besoin..
      ¸.•’´¯).. et laissez aller tous les autres..
      ..Séparée de tout, je me sens liée..avec toi…


      Für andere ist es eine dunkle Seite, für mich mein Garten Eden.

      Wenn etwas von innen kommt,es ein Teil von dir ist,dann hast du keine andere Wahl,
      als es zu leben, es auszudrücken...
      Meine Geschichte:


      Ich habe mit 9 Jahren meine Periode bekommen. Meine Blutungen waren heftig. Ich konnte mir nachts einen Wecker stellen, um die Hygiene zu gewährleisten und mein Bett nicht abziehen zu müssen. Ich habe die ersten 2 Tage erbrochen, hatte 8-14 Tage meine Periode, insgesamt einen Zyklus von ungefähr 20-22 Tagen.

      Am Anfang hieß es, dass es sich geben würde, wenn ich älter werde und es daran liegt, das ich extrem jung und noch nicht ganz entwickelt war, als die Periode eingesetzt hat. Dann hieß es, ich würde die Binden, Tampons o.Ä. falsch benutzen, sonst müsste ich ja über die Nacht kommen.

      Die Tage vor der Periode hatte ich immer Fressattacken, dann kam das Erbrechen, die Bauchkrämpfe, teilweise konnte ich nur gekrümmt liegen. Schmerzen im Rücken, den Beinen. Ich musste da lange einfach durch. Vomex, Schmerzmittel, Wärmflasche.

      Die Frauenärzte haben lange gesagt, es sei halt so. Das sei eben bei jeder Frau anders. Solange es alles immerhin in meinem Rhythmus pünktlich wäre, wäre es ja ausreichend. Wofür gäbe es halt Schmerzmittel?

      Erst nach verschiedenen Ärzten, viel Aufwand wurde nach über zehn Jahren mit der Periode der Verdacht auf die Diagnose Endometriose gestellt. Ich habe verschiedene Medikamentationen ausprobiert, habe verschiedene Untersuchungen über mich ergehen lassen.

      Heute nehme ich täglich Medikamente, die dafür sorgen, dass ich einfach keine Periode usw. mehr habe. Es wächst auch keine Gebärmutterschleimhaut mehr. Es entwickelt sich also nichts mehr weiter. Ich habe erstmals Ruhe.

      BDSM (und mein Körper) vor der Diagnose und den Medikamenten:

      Ich hatte ein nicht immer ganz einfaches Verhältnis zu meinem Körper gehabt. Als meine Periode gerade eingesetzt hatte, wollte ich gerne meinen Körper zurückgeben, Kind bleiben. Es war früh und durch die Probleme wollte ich das alles noch viel weniger. Generell hat dieses Problem durchaus meine Sexualität beeinflusst. Oft keine Lust, alles tut weh. Mein Verhältnis zu meiner Sexualität und meinem Körper war nicht einfach. Ich hatte oft hohe Fehlzeiten in der Schule. Gerade die Tage, an denen ich Erbrochen habe, war ich natürlich krank. Für mich war unverständlich, wie sich mein eigener Körper so gegen mich stellen konnte.

      Als ich berufstätig wurde, wurden meine Fehlzeiten geringer. Ich hatte das Gefühl, mich durchbeißen zu müssen. Das halt aushalten zu müssen.

      Ich habe auch lange gedacht, dass das normal wäre. Das es das nicht ist, habe ich erst spät verstanden.

      @Dominantseptakkord hat auch in seiner Wohnung ein Körnerkissen angeschafft, damit ich nicht immer alles schleppen musste. Bestimmte Artikel wurden auch in seinem Haushalt zu einem Standard. Er hat immer versucht mich zu unterstützen. Rücken streicheln, Körnerkissen aufwärmen, Schmerztabletten zur Hand haben.

      Natürlich war es ätzend: Von 22 Tagen habe ich, wenn ich Pech hatte 8-14 geblutet. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns also gesehen haben, wenn ich geblutet habe, waren sehr hoch. Dann hatte ich keine Lust auf gar nichts und habe das auch immer alles als sehr unhygienisch empfunden. Unser BDSM und generell unsere Sexualität ist oft dahinter zurückgestanden. Aber auch unsere Beziehung ganz generell wurde davon maßgeblich beeinflusst. Während meiner Periode war ich oft sehr erschöpft. Für meinen Körper war das ein riesiger Aufwand. Ich hatte daher auch sonst keine Lust viel zu machen, war schnell schlapp, konnte und mochte nicht alles essen, weil ich Angst vor dem nächsten Brechen hatte.

      BDSM (und mein Körper) nach der Diagnose und den Medikamenten:


      Bei mir wurde die Diganose nie bestätigt. Dafür ist auch heute noch die OP nötig. Da der Verdacht aber bei mir sehr konkret ist, wurde ich direkt auf Verdacht behandelt. Da die Besserung durchschlagend ist, wird bei mir heute davon ausgegangen, dass ich es habe. Ich sehe es auch nicht ein, mich operieren zu lassen, nur um einen Verdacht zu bestätigen, wenn ich auch so Medikamente bekommen kann, die mir helfen.


      Nach einer ersten Phase, in der ich verschiedene Dinge ausprobiert habe, wurde es einfacher. Sobald ich das passende Medikament hatte, ging es mir schnell besser.

      Ich hatte vorübergehend ein paar andere Probleme: Das Medikament beeinflusste meine Körper auch sonst. Ich habe größere Brüste bekommen, ein paar Kurven stärker ausgeprägt. Ich wusste vorher, dass das passieren kann. Aber als das passierte, innerhalb von kurzer Zeit, war das dann doch nicht ganz einfach. Plötzlich passten meine Blusen nicht mehr. Meine Brüste spannten und taten einfach nur weh. Kein BH ging mehr. Keine Bügel konnte ich ertragen. meine Sommerkleider zum knöpfen konnten alle weg. Außerdem fing ich an mich fett zu fühlen. Ich musste mich erst damit arrangieren, auch wenn es nur wenig ist, was ich zugelegt habe.

      Das war schwierig. Ich mochte keine Berührung haben und musste erst wieder lernen, selber gerne in den Spiegel zu sehen. Nach ein paar Shoppingtrips und ein bisschen Zeit, war das jedoch viel besser. Auch dabei war mein Partner eine große Hilfe.

      Generell hat sich meine Lebensqualität verbessert. Ich habe einfach keine Periode mehr. Es gibt keine Blutungen mehr, keine Schmerzen, kein regelmäßiges Erbrechen. Wir können unsere Wochenenden als Paar genießen und Körnerkissen nehme ich nur noch mit ins Bett, wenn meine Füße kalt sind. Ich habe mittlerweile ein viel besseres Verhältnis zu mir und besonders auch zu meiner Sexualität.

      Ich glaube Endometriose beeinflusst ein Leben ganz stark. @Fallen Angel99 ich kann Dir nur empfehlen, Dir Hilfe zu holen, es gibt gute Lösungen! Such Dir einen Frauenarzt, der sich damit auskennt. Man muss nicht so leiden. Das wirkt sich letztlich auch auf die Partnerschaft und auf das gemeinsame BDSM aus. Das Dein Partner Dich unterstützt ist das Beste, was er tun kann. Für mich war es immer extrem wertvoll, da Rückendeckung zu erfahren und die Offenheit zu haben, darüber reden zu können.
      "It doesn't matter what you've heard,
      'impossible' is not a word!

      It is just a reason - for someone not to try."
      - Kutless, What faith can do
      Ich weiß nicht, wo du wohnst, @Fallen Angel99, aber in Erlangen am Uniklinikum gibt es eine Spezialambulanz für Endometriosepatientinnen. Das gibt es auch an anderen größeren Krankenhäusern. Ich würde da hingehen und auch gleich fragen, ob es Frauenärzte gibt, die ebenfalls auf Endo spezialisiert sind.

      "Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht".
      ~ Jean-Paul Sartre ~
      Hallo und vielen Dank für eure Antworten und diese Offenheit! Ich wohne derzeit noch in Bonn, ziehe aber seit heute offiziell bestätigt (hab meinen Arbeitsvertrag heute unterschrieben) nach Wesel um in 2 Monaten. Ich habe momentan einfach riesige Angst, laufe echt seit 2 Tagen mit unerträglichlichen Schmerzen rum... Ich werde mich wohl auf die Suche nach einer Klinik machen müssen. Aber es tut echt gut, zu wissen, dass ich damit nicht alleine bin. Mal eine etwas blöde Frage: zahlt die Krankenkasse eventuelle Eingriffe?
      Ich finde es ganz schlimm, dass so viele das haben mitmachen müssen, was auch ich über Jahre erlebt habe.

      immer dachte ich „stell Dich nicht so an, das hat doch jede Frau, kann doch nicht so schlimm sein.“

      wie viele Urlaubstage hatte ich verplempert, weil ich ja nicht einfach so krank sein konnte. Wie viele Events, Feiern und Wochenendtrips habe ich verpasst, weil ich schlicht nicht konnte vor Schmerz und auch vor Angst und Scham, Hotelbetten zu verunreinigen.


      Bis irgendwann im Zusammenhang mit einer Zysten-Op endlich die Diagnose kam. Von Endometriose hatte ich bis dahin nie gehört.

      die Erlaubnis für mich war riesig: ich „hatte“ also wirklich etwas und war nicht einfach eine Mimose, die sich anstellt.

      Letztlich wurde mir dann die Gebärmutter entfernt und diese OP nebst Genesung war wirklich ein Klacks im Vergleich zu den Schmerzen, die ich zuvor aushalten musste.(ich möchte damit keiner Frau die mit der op bei ihr eventuell damit verbundenen Schmerzen klein reden!!)


      es war damals die beste Entscheidung für mich und ich habe sie niemals bereut.

      beinahe habe ich vergessen, wie oft und wie sehr ich gelitten habe, verbunden mit Scham, wieder mal nicht leistungsfähig zu sein. Grad deshalb ist es schlimm, hier zu lesen, dass noch immer Frauen häufig nicht spezifische Infos dazu erhalten....
      Stark genug, um schwach zu sein.
      Bei mir ist auch mit Anfang 20 Endometriose festgestellt worden. Zum Glück war es bei mir nicht so schlimm wie bei vielen anderen hier.
      Als es entdeckt wurde, war der Verdacht sofort da und ich bin operiert worden. Es ließ sich bei mir gut entfernen, da es in einer Zyste eingekapselt war (mag medizinisch nicht ganz richtig ausgedrückt sein). Wenn die Zyste geplatzt wäre, wäre es schlechter gewesen. Dafür, dass die Zyste bereits faustgroß war, hatte ich recht wenig Beschwerden. Teils starke Regelschmerzen, hatte es für normal gehalten. Nach der OP war das viel besser.
      Ich habe eine Pille bekommen, damit es nicht wiederkommt. Hat bisher funktioniert. (Mehrere Frauenärzte wollten mich in künstliche Wechseljahre versetzen, das wollte ich aber nicht.)
      Die ersten Jahre ist die Pille von der Krankenkasse wegen der Diagnose bezahlt worden, aber inzwischen ist das seit Jahren nicht mehr so.
      Ich brauchte eine Kostenübernahmebestätigung der Krankenkasse, die ich aber ohne Probleme bekommen hab. Wobei mir das vom KH damit erklärt wurde, dass die einen gesonderten Status haben, welchen hab ich leider wieder vergessen.

      Die, lt. Ärztin, stark ausgeprägte Endometriose wurde bei mir im Rahmen der OP als 'Nebenbefund' zufällig mit entdeckt und 'behoben', der eigentliche Grund der OP war die Häufigkeit und Dauer der Periode, sowie immer wiederkehrende Zysten.

      Nach der Total OP geht's mir nun deutlich besser. (Wobei beide Eierstöcke drin blieben.)
      Keine Krämpfe mehr, und nicht mehr 20 Tage und mehr im Monat mit dem Mist zu tun.

      An die OP wollte meine Ärztin aber die erste Zeit partout nicht ran, erst als ich die 'scheinbar magische' 39 erreicht hatte, kam der Vorschlag plötzlich von ihr, den ich so oft schon selbst vorher aufbrachte.

      Artepus schrieb:

      Wobei mir das vom KH damit erklärt wurde, dass die einen gesonderten Status haben, welchen hab ich leider wieder vergessen.
      "chronisch krank"...vielleicht.

      ...wer zwei Jahre wegen der selben Krankheit in Behandlung ist gilt als chronisch karank und brauch auch nur noch 1 % der gesetzlichen Zuzahlung leisten und ist darüber hinaus dann von Zuzahlungen befreit!
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      ok...Vertragshäuser der KK sind die erste Wahl .....da sind die Tagessätze festgelegt.

      Wenn es aber in der Nähe bzw wenn es terminlich eher dringend ist und kein Vertragshaus zur Verfügung steht dann darf die KK eine Behandlung in einem anderem Haus nicht verweigern.

      "Im Einzelfall übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Behandlung, beispielsweise bei langen Wartezeiten in Versorgungskliniken oder wenn eine Spezialbehandlung nötig ist"

      Einzelfallentscheidung!
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      Liebe @Fallen Angel99 und liebe Endoschwestern,

      es tut mir wahnsinnig leid, was wir alles durchleben mussten. Wie ich gelesen habe, zieht sich bei einigen der Leidensweg über Jahre und das tut mir wahnsinnig leid.
      @Poetin es freut mich, sehr, dass die Pille und die Op so gut bei dir angeschlagen haben. :yes:

      Die Endometriose ist ein leidiges Thema und vielen Frauen fühlen sich genauso wie Du, bzw. haben die selben Einschränkungen @Fallen Angel99. Es ist wirklich zum Kotzen, zumal man auch weiß, dass es nicht wirklich weg gehen kann. :(

      Ich bin (zumindest bald) Forscherin und schon länger in der Forschung tätig und überlege auf kurz oder lang irgendwann in die Endometrioseforschung einzusteigen. Es gibt noch keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass die Pille einen positiven Einfluss auf die Endo hat. Zwar kann es sein, dass diese langsam wächst - aber sie verschwindet dadurch nicht. Das macht das ganze sehr tricky. ABER die Pille hilft bei vielen gegen die Schmerzen und das ist eine große Alltagshilfe. Eine Forschung ist hier aber leider auch nicht einfach, da leider das Geld fehlt. Das liegt vor allem daran, dass es sich um eine Krankheit handelt, die eben nicht tödlich ist. Daher ist es sehr wichtig, dass wir die Krankheit an die Öffentlichkeit bringen, denn das kann Forschungsgelder bringen.

      Vielleicht ganz kurz zu meiner Geschichte:

      Meine Endometriose wurde vor drei Jahren entdeckt, da meine Frauenärztin durch einen Ultraschall auf Knötchen aufmerksam geworden ist. Bin dann in eine Spezialklinik und hatte eine Bauchspiegelung, die dies bestätigt hat.
      Ich sollte eigentlich eine Sanierung bekommen und die Maxim im LLZ nehmen, habe mich aber dagegen entschieden. Durch die Sanierung hätte ich nämlich dauerhaft einen künstlichen Darmausgang bekommen, was ich unbedingt vermeiden wollte und Hormone vertrage ich gar nicht (wirklich keine).

      Als ich damals die Diagnose bekam, ist für mich echt eine Welt zusammengebrochen, weil ich das Gefühl hatte, eine tickende Zeitbombe in mir zu haben. Solche Aussagen wie: "Wenn Sie Kinder bekommen wollen, dann jetzt (mit damals 22 Jahren)", oder "genießen Sie es noch, solange die Krankheit Ihren Alltag nicht einschränkt", machen es auch definitiv nicht besser.

      Trotzdem habe ich meinen Weg gefunden und die Krankheit hat mir auch ein wenig meinen Weg gezeigt. Erst mal habe ich mir Träume erfüllt, die ich immer auf die Zukunft schieben wollte, wie das Anschaffen eines Hundes. Ich bin durch die Diagnose echt einen Schritt zurück gegangen und habe mal wieder mich in den Fokus gestellt.

      Meine Schmerzen beziehen sich während der Periode natürlich auf den Unterleib und im Alltag habe (bzw. hatte) ich leider öfter Magen Darm Beschwerden. Vor allem viele Krämpfe, die mich dann kurzzeitig aus der Bahn werfen. Ich habe es trotzdem mittlerweile ganz gut im Griff, indem ich pflanzliche Mittel einnehme.

      Ich trinke täglich eine Tasse Schafgarbe und Frauenmanteltee und während der Periode eine Kanne pro Tag. Zudem nehme ich noch MSM Pulver ein.

      Vielen helfen auch CBD Tropfen und CDB Tee. Mir leider nicht. Dafür aber Cannabis (also die Kombi aus THC und CBD). Allerdings muss es vom Arzt verschrieben werden, was allerdings aktuell in Deutschland noch (unbegründet!) problematisch ist. Selbst wenn der Arzt medizinisches Cannabis verschreibt, übernimmt es die Krankenkasse meist nicht. Die Kosten verlaufen sich dann so auf 80-100 Euro für 5 Gramm. Der Vorteil an Cannabis ist vor allem, dass die Schmerzen nachlassen, wenn das THC wirkt und der Körper sich entspannt. Bei mir hält diese Entspannung meist sogar mehrere Tage, sodass ich wirklich mehrere Tage komplett beschwerdefrei bin. Sollte es übrigens unerwünscht sein, dass ich über Cannabis spreche, könnt ihr diesen Absatz auch streichen. :)

      Durch den Hund habe ich wesentlich mehr Bewegung (ich gehe ca. 10-15km) am Tag und auch das hilft mir sehr.

      Durch diese Kombinationen bin ich mittlerweile seit 1,5 Jahren zu 99% schmerzfrei. :beer:

      Ansonsten habe ich für mich erkannt, dass Streß tödlich für meine Endo ist, denn dann hilft gar nichts mehr. Deswegen gehe ich mittlerweile echt entspannt an alle Sachen und mein Leben, lasse mich nicht stressen und es klappt wirklich gut. Ich habe den Vorteil, dass ich aufgrund meiner Promotion einen Teilzeitjob habe und mir meine Zeit selber einteilen kann. Am ersten Tag meiner Periode gehe ich zum Beispiel grundsätzlich nicht arbeiten. Leider ist das in vielen Betrieben ja nicht so einfach und ich wünsche mir so oft, dass einfach mehr Verständnis aus der Gesellschaft und von den Arbeitgebern kommt. :( Daher habe ich hier leider keinen Tipp, denn ich weiß auch aus eigener Erfahrung, dass die Krankheit von vielen Personen oft runtergespielt wird, wenn man sie anspricht. Als wäre es nicht schon traurig und unangenehm genug die Krankheit überhaupt ansprechen zu müssen.

      Entschuldigt die lange Antwort, aber ich hoffe sie hilft Euch vielleicht ein bisschen. Ich drücke Euch und wünsche mir für uns alle, dass die Forschung vielleicht bald mal einen Schritt weiter ist <3

      PS: die Pille wird übrigens von der Krankenkasse gezahlt, wenn der Arzt diese als Medikament angibt. :)
      :coffee:
      Und noch ein Nachtrag (und eine Bestätigung der vorherigen Antworten): @Fallen Angel99 bitte such dir ein gutes Endozentrum oder einen guten Endoarzt, der dich versteht und dem du vertraust. Ich habe einen sehr tollen Arzt in Stuttgart (habe zwischenzeitlich auch gewechselt), der mich schon eine Weile begleitet und durch den ich wirklich Kraft bekommen habe, all das zu überstehen.
      Wir haben alle halbe Jahr einen Termin und ein Gespräch, mit Ultraschall und und und. Es hilft enorm. Wichtig ist, dass derjenige oder diejenige sich auf Endo spezialisiert hat und u dich auch wohl und verstanden fühlst. :) Und die Pille ist übrigens nicht das Heilmittel schlechthin (auch wenn manche Ärzte darauf bestehen). Auf Platz 1 stehst immer Du und Deine Lebensqualität. <3
      :coffee:
      Ich habe im September auch die endgültige Diagnose Endometriose bekommen, nachdem die Ergebnisse der Bauchspiegelung mit Probenentnahme da waren.
      Habe mich inzwischen dazu entschlossen, mich in der Uniklinik Dresden behandeln zu lassen und habe das erste Gespräch gehabt. Die waren alle total nett und freundlich. Habe mich gut aufgehoben gefühlt.
      Im Januar werde ich dann operiert, um möglichst viel der Endometrioseherde zu entfernen. Danach soll ich auch direkt eine Reha in Anspruch nehmen.
      Was ganz genau auf mich zukommen wird und wann genau wird beim nächsten Termin im Dezember geklärt.
      Es wird ein langer Weg werden. Hoffe, dass es dann wieder besser wird.
      Ist eben auch nicht einfach Entscheidungen zu treffen, wenn auch noch ein Kinderwunsch besteht.

      Neu

      Uiuiui, da gibt es ja wirklich viele die diesen Leidensweg kennen... leider.

      Ich möchte jetzt nicht auch noch meine ganze komplette Geschichte erzählen, kenne es aber nur zu gut mit Krämpfen am Boden liegend und erbrechend diese üblen Zeiten zu überstehen. Und ab und zu mal von einer geschockten Person auf die Notaufnahme gebracht zu werden ... Ich habe dann mit 35 Jahren Gebährmutter und einen Eierstock entfernen lassen (das hatte auch noch andere Gründe) und habe eigentlich erst seit da auch (fast ) Ruhe und könnte ich die Zeit zurückdrehen würde ich diesen Schritt bereits früher machen.

      Aktuell ist unsere grosse Sorge ob unsere Tochter (11) jetzt auch bereits davon betroffen ist da sie auch bereits grosse monatliche Probleme hat ... das liegt mir schon auf dem Magen, ich hätte nie gedacht das sie so jung bereits damit Theater bekommen wird ...

      @Fallen Angel99 also wenn die Schmerzen oder Blutungen so heftig waren hatte ich eh nie Lust auf Sex und auch mit irgendwelchen bdsm-mässigen Ideen hätte mir da in der Zeit keiner kommen müssen.