Vertrauen

      Was bedeutet vertrauen?
      Was ist vertrauen ?
      Sollte man in einer Partnerschaft mit D/S // BDSM Anteil, Machtgefälle und dergleichen, mehr Vertrauen ineinander haben als in einer Partnerschaft ohne diesen Anteil?

      In andere Menschen setze ich immer wieder vertrauen, obwohl ich schon richtig auf die Schnauze damit geflogen bin...mehrmals. Vertrauen bedeutet mir sehr viel, also das ich vertrauen kann. Wenn, dann vertraue ich voll und ganz. So das ich sagen könnte...unter dem Bett liegt eine Million Euro. Man würde sich die mal angucken wollen, ja aber es würde kein Euro fehlen.
      Vertrauen ist für mich etwas was mit der Zeit wächst und dann hoffentlich auf Gegenseitigkeit beruht.
      Auf D/S geprägte Partnerschaft bezogen, muss ich viel mehr Vertrauen in mein Gegenüber haben als sonst. Ich könnte sonst nicht fesseln (Freiheitsberaubung), nicht schlagen (Körperverletzung), nicht einfach mal nehmen wenn es mir gefällt (sexuelle Nötigung). Von daher muss mein Vertrauen so bestehen, dass ich mir sicher sein kann das mein Gegenpart genau das haben will wie ich, es ebenso erfüllt wie mich. Eine Form von Vertrauen, die eigentlich nicht mehr steigerbar ist.
      Mit Leidenschaft - Leiden schafft :popo_versohlen:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von FieserBoesewicht ()

      Vertrauen ist etwas, wie du schon sagst, was wächst und ist damit für mich immer weiter veränderbar. Entwickelt sich eine Beziehung, egal ob mit oder ohne Machtgefälle, habe ich in den Menschen ein Grundvertrauen aufgebaut, sonst würde es dazu nicht kommen. Mit der Zeit, durch gemeinsame Situationen in denen mein Grundvertrauen bestätigt wird, wächst mein Vertrauen stetig und wandelt sich auch. Aus dem Grund würde für mich persönlich, egal welche Art der Beziehung, von 0 auf 100 auch nicht funktionieren.

      Ich glaube einen Punkt an dem es komplett abgeschlossen ist gibt es bei mir nicht, denn es ist ein ständiger Prozess und Realitätscheck. Es kommen ja immer wieder neue Bereiche oder Lebenssituationen, auch ganz banale, dazu, in denen Vertrauen in den anderen neu gefragt ist, Bestätigung sucht und ggf. dahingehend erweitert. Ich sehe da für mich keinen Unterschied ob mit oder ohne BDSM im Entwicklungsprozess. Ich bin aber auch noch nie der Meinung gewesen, dass BDSMler automatisch mehr/intensiver/toller vertrauen können (müssen) bzw. ein vertrauenwürdigerer Partner sind. Denn auch in Beziehungen ohne BDSM gibt es Situationen in denen einer hilflos ist und der andere vertraut, dazu braucht es keine Fesseln. Ich lehne mich sogar soweit aus dem Fenster, dass ich finde "Endloses Vertrauen" wird unter BDSMlern gerne und oft als romantisierende Floskel genutzt. Aber am Ende bleibt es eine zwischenmenschliche Beziehung und wie sich das Vertrauen darin entwickelt, welche Bereiche es umfasst, welche Rückschläge es erfährt liegt immer an den Beteiligten. ^^

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von nightbird () aus folgendem Grund: Ein doppeltes Wort entfernt.

      Meinem Partner ohne BDSM-Anteile vertraue ich mehr als meinen Spielpartnern. Mit ihm hab ich in voller Absicht ein Kind gezeugt und er mit mir. Das ist eine ganz andere Art von Vertrauen - meinem persönlichen Empfinden nach auch eine ganz andere Liga - als das Vertrauen als Basis für Sex und Sadomaso,was ich mit Spielpartnern gegenseitig an den Tag lege. Ich vertraue, dass bei einem Stop aufgehört wird - er vertraut darauf, dass ich auch wirklich Stop sagen würde bzw. anderswie lesbar bleibe, und dass keine Anzeige oder Rufmord folgt, falls es mir nachträglich doch nicht mehr gefällt. Das ist ein riesiges Vertrauen, aber ich finde es vergleichbar mit Sportpartnern, die sich beim Klettern sichern oder beim Kampfsport aufeinander aufpassen. Oder das Vertrauen zwischen Freunden, die ihre düsteren Geheimnisse teilen und sich dadurch nicht weniger, sondern sogar umso mehr wertschätzen.

      Beides kann es natürlich auch im Kontext von Partnerschaft und Liebe geben. Aber das macht das Beziehungsvertrauen selbst nicht tiefer, als es ohne BDSM wäre.

      FieserBoesewicht schrieb:

      Was bedeutet vertrauen?
      Was ist vertrauen ?
      "Wer nicht genügend vertraut, wird kein Vertrauen finden."

      Vertrauen gilt als hoffnungsvoller Vorschuss hinsichtlich bestimmter Erwartungen........

      FieserBoesewicht schrieb:

      obwohl ich schon richtig auf die Schnauze damit geflogen bin...mehrmals
      leider ist das so........ist mir auch schon sehr oft so gegeangen.

      Vertrauen kann meiner Meinung nach nur wachsen....besonders in Beziehungen gleich welcher Art.
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      Vertrauen ist ja zunächst etwas Allgemeingültiges. Es gehört zu zwischenmenschlichen Beziehungen dazu.
      Wäre ich mir immer und überall total sicher, müsste ich nicht vertrauen.
      Z.B., wenn ich mich zum ersten Mal zu jemandem als Sozia aufs Motorrad setze oder wenn ich meinem Kind erlaube, allein nach draussen zu gehen. Da hilft mir das Vertrauen in mein Gegenüber, etwas anderes habe ich nicht.

      FieserBoesewicht schrieb:

      Sollte man in einer Partnerschaft mit D/S // BDSM Anteil, Machtgefälle und dergleichen, mehr Vertrauen ineinander haben als in einer Partnerschaft ohne diesen Anteil?
      Nein, das sehe ich nicht so. Zu jeder Beziehung gehört eine Vertrauensbasis dazu. Und auf dieser Grundlage kann sich Vertrauen weiter entwickeln.
      Vielleicht wird es in BDSM-Beziehungen mehr thematisiert, während es in anderen Beziehungen eher als selbstverständlich angenommen wird.

      FieserBoesewicht schrieb:

      Auf D/S geprägte Partnerschaft bezogen, muss ich viel mehr Vertrauen in mein Gegenüber haben als sonst.
      "Vertrauen ist der Wille, sich verletzlich zu zeigen." Aber meine verletzlichen Seiten zeige ich auch bei anderen Menschen, die mir sehr nahe stehen.

      FieserBoesewicht schrieb:

      Von daher muss mein Vertrauen so bestehen, dass ich mir sicher sein kann das mein Gegenpart genau das haben will wie ich, es ebenso erfüllt wie mich.
      Ich glaube, diese Sicherheit gibt es nicht. Vertrauen zu bekommen und zu erhalten, ist ein langer Prozess, der niemals endet.
      Und das Risiko trotzdem verletzt zu werden, bleibt.
      Ich liefere mich in manchen Situationen ja quasi dem anderen aus, auch auf die Gefahr hin, dass ich dabei "verlieren" kann.

      Vertrauen ist ein großes Geschenk, weil es auch eine gewisse Wertschätzung signalisiert.
      Wir sind alle durch unsere Erfahrungen geprägt worden und daher sollte man nichts als selbstverständlich annehmen.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.

      topaz schrieb:

      Wäre ich mir immer und überall total sicher, müsste ich nicht vertrauen.
      Es klingt wie ein Kalenderspruch, aber im Großen und Ganzen verhält es sich mit Vertrauen zu anderen Menschen genauso wie mit Respekt. Leute, deren Vertrauen ich erst verdienen muss, sind mir erst mal suspekt. Mein Vertrauen muss man verlieren :yes:

      Das schützt nicht vor Entäuschungen, eher im Gegenteil. Aber ist super, wenn man in den Spiegel guckt :yes:
      Seitdem ich perfekt bin, hält sich meine Arroganz in Grenzen!

      Annimax schrieb:

      Leute, deren Vertrauen ich erst verdienen muss, sind mir erst mal suspekt. Mein Vertrauen muss man verlieren
      Dann wäre ich dir auch erst einmal suspekt!
      Wobei "verdienen" der falsche Ausdruck ist. Für mich zumindest.

      Ich glaube, dass hat einfach etwas mit den Lebenserfahrungen zu tun. Je mehr negative Erfahrungen ein Mensch gemacht hat, desto schwieriger wird es, zu vertrauen.
      Babys und kleine Kinder ohne schlechte Erfahrungen sind ja meistens total vertrauensvoll.
      Bei meinem kleinen Enkel muss ich mir Vertrauen nicht "verdienen". Er vertraut mir bedingungslos.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      Ich denke, da kann man durchaus noch weiter unterscheiden zwischen Urvertrauen und normales Vertrauen.

      Mein Urvertrauen in Menschen, bzw Beziehungen ist gestört, aus Gründen, die ich jetzt nicht näher erläutern werde.

      Einen gewissen Vertrauensvorschuss bringe ich dennoch jedem Entgegen, und dann kommt es stark darauf an, wie sich das Ganze gestaltet, ob das Gegenüber diesen Vorschuss zu schätzen weiß, oder nicht oder auch, wie er damit umgeht.

      Ja, Vertrauen wächst und wird durch Taten und Handlungen entweder gefestigt, oder zerstört.

      Ob das bei Menschen anders/tiefer/wasauchimmer ist, die nicht so ticken wie wir, kann ich nicht beurteilen, will ich auch nicht. Jeder Mensch ist anders, jedes zwischenmenschliche Konstrukt lebt von eigenen Ansichten und Ideen.
      Ich kann nur von mir sprechen und wie ich es empfinde.

      Was Urvertrauen angeht: wenn ich sehe, wie meine Patenkinder mit einem Urvertrauen auf ihre Umgebung reagieren, hoffe ich für sie, dass sie dieses Vertrauen nie verlieren werden.
      Viele Grüße
      safine

      topaz schrieb:

      Ich glaube, dass hat einfach etwas mit den Lebenserfahrungen zu tun
      Wenn Du mich nachts in der Bronx aussetzen würdest, und dann würde ich von drei Schränken in Hoodies verfolgt, wäre mein Vertrauen, dass das nette Leute, die mir den Weg zeigen wollen, jetzt auch nicht so gross. Das ist aber eben eine besondere Situation.

      Man sollte aber immer davon ausgehen, dass Menschen erst einmal überhaupt kein Interesse haben, einem schlechtes anzutun.

      Vertrauen in bestimmte Fähigkeiten, Skills oder Charaktereigenschaften sind dann etwas anderes, wenn man Erfahrungen darüber gemacht hat. Wenn ich zweimal als Beifahrerin zu jemanden ins Auto steige, der dann zwei mal vor einen Baum fährt, ist mein Vertrauen in den reibungslosen Ablauf der dritten Fahrt auch schon erschüttert :D
      Seitdem ich perfekt bin, hält sich meine Arroganz in Grenzen!

      FieserBoesewicht schrieb:

      Was bedeutet vertrauen?
      Was ist vertrauen ?
      Sollte man in einer Partnerschaft mit D/S // BDSM Anteil, Machtgefälle und dergleichen, mehr Vertrauen ineinander haben als in einer Partnerschaft ohne diesen Anteil?
      Was Vertrauen bedeutet? Grundlage dafür ist für mich erst einmal das Vertrauen in mich selbst, sonst könnte ich meinen Mitmenschen kein Vertrauen schenken.
      Was ist Vertrauen? Für mich die Fähigkeit, das Gefühl mich einem anderen Menschen öffnen zu können mit der Zuversicht, dass mein Gegenüber mir wohl gesonnen ist.

      Nein, warum sollte eine Partnerschaft mit BDSM-Anteil mehr Vertrauen benötigen oder gar verdienen als eine ohne? Generell benötigt doch jede Beziehung Vertrauen und das wächst mit der Zeit und den Erfahrungen oder nimmt durch negative Erfahrungen ab. Ein sich wandelnder Prozeß.
      Vertrauen ist für ich eine offene Größe und nicht vergleichbar. Anni schrieb es so schön, wenn ich mich zu jemandem ins Auto setze vertraue ich demjenigen im Grunde mein Leben an, nur ist einem das vielleicht nicht so bewusst wie beispielsweise eine Handlung im BDSM Kontext. Aber ist das Vertrauen deshalb ein geringes oder vielmehr nur ein weniger bewusstes? Niemals würde ich sagen, dass ich meinem Mann (Vanillabeziehung) weniger vertraut habe als ich das jetzt in einer Beziehung mit BDSM Kontext tue. Die Tiefe (wenn es denn schon einer Größe bedarf) des Vertrauens hängt für mich einzig und alleine vom Entwicklungsprozess einer Beziehung ab, von den Erfahrungen die man gemeinsam macht, Vertrauen muss wachsen. Das erste gebe ich als Vorschuss aber danach erfolgt zumindest bei mir ein Entwicklungsprozess, völlig unabhängig von der Form der Beziehung.

      FieserBoesewicht schrieb:

      Was bedeutet vertrauen?
      Was ist vertrauen ?
      Die Frage gleicht der Frage "Was ist Liebe ?".
      Frage jemanden er gerade enttäuscht wurde und er wird sagen " Liebe macht Blind und verursacht Schmerz.

      Genauso verhält es sich mit Vertrauen.
      Vertrauen macht angreifbar und schwächt Dich.

      Aber wo würden wir alle landen wenn nicht immer wieder das " Gefühl" die Oberhand übernimmt und uns leitet.
      Sei es nun um sich erneut zu verlieben oder zu vertrauen.

      Vertrauen kann ich nur geben wenn ich mir bewusst bin persönliche Schranken zu öffnen.
      Allerdings kann ich Vertrauen nicht einfordern sondern lediglich "verdienen".
      Sei es mit Taten oder gebendem Gefühl.

      Subjektiv betrachtet muss ich gestehen dass mein Vertrauen nur schwerlich zu bekommen ist.
      Da ich im Laufe der Jahre ein oder zwei Beziehungen und mehrere Ehen ( ich mag die Feierlichkeiten ) hinter mir habe die mehr oder weniger böse endeten.
      Wir alle haben unsere Erfahrungen gemacht und sicher unser Lehrgeld bezahlt.
      Hier gehe ich mit den Vorredner konform, dass Lebenserfahrungen uns prägen.

      Ebenfalls schließe ich mich der Meinung an, dass sich Vertrauen entwickeln muss und durchaus wachsen kann.

      Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann ist, dass Vertrauen unterschiedliche Tiefe hat wenn ich meine Partnerschaft betrachte und die im Vergleich zu einer Spielbeziehung setze.

      Zum einen setzte ich Vertrauen in meine Partnerin und offenbare mich ihr.
      Natürlich in der festen Annahme das sie mir nicht schaden wird.
      Ihr Vertrauen schenkt sie mir in der Annahme das ich mir der Verantwortung bewusst bin ihr nicht zu schaden.

      Im BDSM setze ich doch ebenfalls Vertrauen in meinen Spielpartner das er mir nicht Schaden wird.

      Ein Unterschied ergibt sich mir nicht.
      Hier würde sich lediglich ein Unterschied aufmachen in Bezug auf Partnerschaft in Bezug auf eine Einstehungsgemeinschaft und finanzielle Verantwortung etc
      Und im BDSM meine körperliche Unversehrtheit und mein Seelenheil.

      Als Fazit bleibt für mich nur die persönliche Einstellung inwieweit vertraue ich jemanden um die Verantwortung meiner Person ( körperlich)
      zu übertragen und welche persönlichen Details gebe ich Preis.

      Menschenkenntnis und Lebenserfahrung spielen hier immer eine individuelle Rolle.

      Ich habe meine persönliche Erkenntnis gewonnen...gebe einen Vertrauensvorschuss im gewissen Rahmen und lass es sich entwickeln.
      Stimmt dann dein Bauchgefühl ergeben sich Chancen wunderbare Menschen kennen zu lernen und vertrauensvolle Freundschaften.
      Ich vertraue auch erst einmal grundsätzlich. Ich bin da ganz bei @Annimax, Vertrauen und Respekt muss man sich versauen.
      Auch ich bin im Leben schon ein paar mal aufs Gesicht geflogen, aber ich vertraue immer wieder. Und mein Vertrauen wird viel mehr gerechtfertigt als missbraucht. In dieser Beziehung bin ich unbelehrbar. Wenn mein Vertrauen missbraucht oder enttäuscht wird ist ja der/die/das andere der Idiot, nicht ich. Das beruhigt mich irgendwie.
      Ich glaube aber nicht, das eine BDSM Beziehung, ob D/S oder SM-lastig- mehr Vertrauen braucht. Ich glaube man vertraut oder vertraut nicht. Da gibt es keine Grautöne. Ein bisschen schwanger geht ja auch nicht. Vertrauen ist aber -zumindest für mich- eine der absolut nötigen Säulen einer Beziehung. JEDER Beziehung.
      Ich bin aber kein Verfechter der Theorie, das zerstörtes Vertrauen für immer ist. Wie soll jemand aus seinen Fehlern lernen wenn der erste Fehler auch der letzte ist. Es dauert manchmal lange, aber ich kann auch wieder neu vertrauen fassen.

      topaz schrieb:

      Ich glaube, dass hat einfach etwas mit den Lebenserfahrungen zu tun.
      Ich glaube eher das hat etwas mit der grundsätzlichen Einstellung zu tun. Ich bin jetzt 56 und habe durchaus einige Lebenserfahrung, auch der unschönen Art, aber an meinem Grundvertrauen hat das bisher nichts geändert.

      SkinoDom schrieb:

      Ich glaube eher das hat etwas mit der grundsätzlichen Einstellung zu tun. Ich bin jetzt 56 und habe durchaus einige Lebenserfahrung, auch der unschönen Art, aber an meinem Grundvertrauen hat das bisher nichts geändert.
      Das kann durchaus sein. Ich kenne auch Menschen, die trotz ihrer negativen Erlebnisse immer noch positiv eingestellt sind.
      Das ist aber nicht die Regel.
      Vergewaltigung und gewalttätiige Beziehungen sind schon schwer zu verarbeiten und können das Grundvertrauen durchaus lebenslang erschüttern.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.

      FieserBoesewicht schrieb:

      Was bedeutet vertrauen?
      Was ist vertrauen ?
      Sollte man in einer Partnerschaft mit D/S // BDSM Anteil, Machtgefälle und dergleichen, mehr Vertrauen ineinander haben als in einer Partnerschaft ohne diesen Anteil?
      Eine interessante Frage.
      Vertrauen bedeutet für mich, zu teilen und zuzulassen. Meine Gedanken, meine Gefühle, meine Ängste, meine Freuden. Mich zu zeigen, den Schleier der Situation fallen zu lassen. Je mehr ich vertraue, desto mehr von mir lasse ich mein Gegenüber erkennen. Desto näher darf er mir kommen....desto mehr gebe ich preis. Desto mehr Angriffsfläche liefere ich aber auch.

      Im SM Bereich ist das noch mal anders. Ich muss viel Vertrauen haben, um die Kontrolle abgeben zu können. Mich z.B. fixieren zu lassen und damit der Möglichkeit beraubt zu sein, aus der Situation einfach herauszugehen....das ist noch einmal eine andere Ebene.
      Im Alltag kann ich gehen. Ich werde verletzt, mein Vertrauen wird ggf. missbraucht, aber ich kann gehen. Ich lecke die Wunden und stehe wieder auf.
      Im SM Kontext geht das für mich irgendwie tiefer. Die Sub in mir bekommt nur mein Gebieter zu sehen, ihre Hingabe schenke ichnur Ihm. Das ist noch mal etwas ganz Besonderes für mich. Ist schwer zu erklären. Die Fallhöhe wirkt irgendwie größer.
      "Ama et fac quod vis!" Augustinus

      Wenn jemand zu dir sagt, das geht nicht,
      dann sind das seine Grenzen - nicht deine.
      Ich frage mich gerade: hat Vertrauen Abstufungen?

      Was heißt Vertrauen überhaupt? Scheinbar existiert keine allgemein gültige Definition von Vertrauen :gruebel: .

      Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert "Vertrauen" wie folgt: "[Vertrauen] ist die Erwartung, nicht durch das Handeln anderer benachteiligt zu werden; [...]. Vertrauen wird auch als multidimensionales Konstrukt verstanden, welches Dimensionen wie Kompetenz, Integrität und Wohlwollen umfasst. Man kann zwischen Vertrauen in Personen und Vertrauen in Systeme unterscheiden. In Interaktionssituationen steht Vertrauen stets im Zusammenhang mit Verantwortung; Akteure, denen Vertrauen geschenkt wird, haben die Verantwortung, dieses in ihrem eigenen Interesse zu honorieren." Quelle: wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/vertrauen-50461 .

      Ich schließe mich @safine an: mein Urvertrauen ist aufgrund verschiedener Gegebenheiten erschüttert, dennoch bringe ich den Menschen zunächst ein Grundvertrauen entgegen, welches sich im Laufe der Zeit entweder festigt oder in Luft auflöst. Mein Grundvertrauen grenzt manchmal an Naivität. Ich gehe aber zunächst beinah immer davon aus, dass mir das Gegenüber nichts Schlechtes will.

      Ich glaube nicht, dass das Vertrauen in BDSM-Beziehungen höher sein muss als in anderen intimen Beziehungen. Auch im Vanilla-Kontext kann ganz schnell ein rechts-relevanter Vorwurf (Vergewaltigung, Nötigung u. ä.) im Raum stehen.

      Daher denke ich, ich muss sowohl im BDSM-Kontext als auch in jedem anderen intimen Kontext darauf vertrauen, dass das, was das Gegenüber mir hinsichtlich seiner Erfahrungen etc. erzählt, stimmt. Daher sage ich: nein, es braucht nicht mehr Vertrauen.

      BB, Louise
      "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

      "Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst." Evelyn Beatrice Hall

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Louise ()

      topaz schrieb:

      Vergewaltigung und gewalttätiige Beziehungen sind schon schwer zu verarbeiten und können das Grundvertrauen durchaus lebenslang erschüttern.
      Von solchen Extremsituationen bin ich natürlich nicht ausgegangen. ;(
      Wer aber trotz solcher Erfahrung noch vertrauen kann hat meine Hochachtung. :blumen:
      Ich seh das ein wenig anders...

      Für mich koppelt sich an das Verrtrauen auch die Öffnung dem anderen gegenüber...

      Ich habe Erfahrungen mit ^Vertrauensmissbrauch ^ gemacht und daher geb ich nicht bedingungslos einen Vertrauensvorschuss ,wenn es darum geht, Körper,Geist und Seele in andere Hände zu legen.

      Ich unterscheide schon,ob der Mann es verdient-ihm so zu begegnen ohne Filter...blank.
      Ich habe einen gewissen Selbsstschutz und auch eine Anspruchshaltung ,die ich klar vertrete.

      Oftmals ist es auch die Frage ,ob der MANN das in ihn gesetzte Vertrauen erwidern kann.

      Ich differenziere da schon ,ob ich ihm einer Vanilla -Konstellation oder in eine Machtgefälle begegne.

      Im Spiel geb ich auch bewusst meine Schwächen als mögliches ^Spielfeld^ frei- bin also viel verletzlicher.

      SkinoDom schrieb:

      Von solchen Extremsituationen bin ich natürlich nicht ausgegangen.
      Wer aber trotz solcher Erfahrung noch vertrauen kann hat meine Hochachtung.
      Alles gut. Ich denke, die wenigsten Menschen denken daran.
      Das ist auch der Grund, warum ich hier in meinem, mir möglichen Rahmen offen darüber rede.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      Hm ich denke ich ticke da doch etwas anders. Nein ich vertraue Menschen nicht grundsätzlich und vorallem nicht darin, dass sie mir erstmal nichts böses wollen.
      Ich traue Menschen grundsätzlich das zu, zu was ich selber fähig bin (im negativen jetzt gesprochen).
      Vertrauen heißt für mich abzuschätzen, welchen Schaden kann mein Gegenüber anrichten. Übersetzt: Wenig schaden= viel Vertrauen.
      Kreativität ist Intelligenz die Spaß hat *Albert Einstein
      Ich "vertraue" recht schnell - drauf verlassen, dass mein Vertrauen nicht mißbraucht wird, kann man sich eh nicht :pardon: . Nicht meiner Ex, die ich 20 Jahre kannte, nicht einer Spielbeziehung, die ich real einen Tag kannte. Beide haben mein Vertrauen IMHO mißbraucht :pardon: .
      Wenn es stimmt, dass die Evolution zu immer höherer Perfektion strebt, welchen Sinn haben dann die Generationen nach mir? :gruebel: