Was ist BDSM und wo wirds "Unsinn"?

      Um deinen Threadtitel aufzugreifen:
      "Unsinn" wird es meiner Meinung nach nur dann, wenn es sich nicht richtig für einen selbst anfühlt.

      Und ich glaube, das all die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema nur bis zu einem gewissen Punkt hilfreich sein kann.

      Sie kann einem nur den Weg zeigen und natürlich auch aufzeigen, was man sich im Moment nicht vorstellen kann.

      "Alles kann, nichts muss!"

      Mich hat es letztendlich nur weitergebracht, mich auszuprobieren und zwar im realen Leben.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      Tja...

      ...was soll ich da sagen? Machmal wird es halt ein bisschen heftiger. Na und?

      Ich möchte ehrlich gesagt gar nicht wissen, wie die ein oder ander "Blut-Schweiß-und-Tränen-Session" auf außenstehende gewirkt hat ... naja, ich weiß es, aber da musste denn eben so mancher durch ... selbst Schuld, wer auf manchen Parties den ein oder anderen Raum betritt...

      Ja, BDSM tut weh. Und das ist auch gut so! (sonst wär es ja auch langweilig)

      Wer damit ein Problem hat, sollte sich einfach fragen, ob er in dem Bereich richtig ist.
      Ich gebe dir nicht einfach ein Dislike @Dr. Gaius Baltar, sondern erkläre dir, was mir an deinem Text missfällt. Mein BDSM ist bisher (und das wird auch so bleiben!) immer ohne Blut ausgekommen. Ist das plötzlich ein Qualitätsmerkmal für "richtiges" BDSM?

      Einem Anfänger so etwas mit auf den Weg zu geben, finde ich, gelinde gesagt, äußerst fragwürdig.

      Für mich ist BDSM das, was beide Partner befriedigt, körperlich und seelisch!
      Und gerade dadurch, dass man sich irrt, findet man manchmal den Weg.

      Vincent van Gogh
      Ich möchte mein Dislike kurz begründen.
      Eben weil ich deinen Beitrag als sehr kontraprudktiv empfinde.

      Dr. Gaius Baltar schrieb:

      naja, ich weiß es, aber da musste denn eben so mancher durch ... selbst Schuld, wer auf manchen Parties den ein oder anderen Raum betritt...
      Niemand muss irgendwo durch. Wie kommst du darauf?

      Dr. Gaius Baltar schrieb:

      Ja, BDSM tut weh. Und das ist auch gut so! (sonst wär es ja auch langweilig)
      Das mag deine persönliche Meinung sein. Hat aber nun wirklich keine Allgemeingültigkeit. Damit sprichst du allen, die D/S leben ab, dass sie BDSM leben.

      Dr. Gaius Baltar schrieb:

      Wer damit ein Problem hat, sollte sich einfach fragen, ob er in dem Bereich richtig ist.
      Vielleicht solltest du dich fragen, ob es manchmal nicht besser ist, erst das Gehirn einzuschalten, bevor du in die Tasten haust.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      @Lion
      Ich denke, dass diese heftigeren Szenen durchaus kein Unsinn sind. (Auch wenn man immer bedenken muss, dass Pornos eben nicht die Realität wiederspiegeln.) Trotzdem gibt es Leute, die genau solche Szenen triggern und sich das in ihrer Fantasie wünschen, oder solche Dinge ausleben.
      Pornos (und Filme im allgemeinen) fassen die Fantasien von Menschen in Bilder. Das heißt noch lange nicht, dass du, oder irgendwer anders genau das nachahmen muss.

      Im Endeffekt ist es doch ganz egal, was andere Leute mögen, worüber sie fantasieren usw. für dich ist doch erstmal nur wichtig, was du machen willst.
      Wenn man keine Horrorfilme mag und sich nicht gerne gruselt schaut man sie am besten einfach nicht an und bei solchen Pornos denke ich gilt dasselbe.
      Pornos sind eben auch nur Filme, sie sind dafür da die Leute zu Unterhalten und nicht um die Realität wiederzuspiegeln.
      Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit uns tragen; die Träume, die wir spinnen, und die Sehnsüchte, die uns treiben.

      Die Feuerzangenbowle; Heinrich Spoerl
      Na gut, dann begründe ich auch mal...

      BDSM ist das, was die Beteiligten draus machen, höchst individuell, und das ist auch gut so.

      Von daher spreche ich Dir mit Sicherheit Deine Art, BDSM zu leben, nicht ab.

      Wenn Du jedoch schreibst, dass nur diese Art, BDSM zu leben, die Richtige sei und Du die Daseinsberechtigung in der Materie bei allen anderen in Frage stellst, rufe ich laut Stop.

      Auch wenn ich mit Deiner Art BDSM zu betreiben persönlich nicht viel anfangen kann, sei es Dir zwar gegönnt, doch fühle ich mich darüber in keinster Weise fehl am Platz.
      Dann erkläre ich mal warum ich den Beitrag von Dr. Gaius Baltar gelikt habe.

      Ich finde an den Aussagen nichts verwerfliches.
      Es geht meiner Meinung nach, nicht darum was Bdsm- Spezifisch ist oder wo man durch muss.
      Sondern das es auch Bdsm gibt in dem Schweiß, Blut, Tränen ect. dazu gehören.
      Möchte man damit nicht konfrontiert werden, dann ist das vollkommen in Ordnung, niemand muss das in seinem Leben integrieren. Nur sollte auch ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass es das gibt.

      Lion schrieb:

      Ist das auch BDSM... oder sind solche "Gewaltvideos"... 1. von Leuten die keine Ahnung von BDSM haben... oder eine 2. extreme Randgruppe
      Ja...auch das ist Bdsm!!!
      Warum ist es dir wichtig das es wenn es schon dazu gehört eine "extreme Randgruppe" ist?

      Lion schrieb:

      Nun da ich mich gerade erst damit anfreunde... würde ich gerne mal beruhigende Worte hören irgendwie
      Was soll da beruhigt werden?
      Es gibt nun mal nur den Oberbegriff Bdsm und da fällt ganz vieles drunter.

      Ich gehöre wohl auch eher zu dieser "extremen Randgruppe" und finde es schade, innerhalb einer Randgruppe aussortiert zu werden, und auch dort an den Rand gestellt zu werden.
      Für mich gehört einvernehmliche Gewalt ganz klar ins Bdsm, wie sollte man es sonst nennen?
      Wenn du jemanden verstehen möchtest,
      höre nicht auf seine Worte
      sondern beobachte sein Verhalten.

      dornenspiel schrieb:

      Ich gehöre wohl auch eher zu dieser "extremen Randgruppe" und finde es schade, innerhalb einer Randgruppe aussortiert zu werden, und auch dort an den Rand gestellt zu werden.
      Das habe ich so nicht gelesen und auch nicht interpretiert.
      Ich finde, es geht hier eher um die Art und Weise, wie es formuliert wurde.
      Der Beitrag war einfach unsachlich und nicht zielfördernd.
      Ich fühle mich keineswegs an den Rand gedrängt, obwohl ich durchaus extreme "Spielarten" präferiere, auch wenn ich das hier nicht zum Ausdruck bringe. Eben weil es nicht der Mehrheit entspricht.

      Das ist aber mein Ding...
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.

      Lion schrieb:

      Ich seh schon... die Frage war ein Stich ins Wespennest.... :/
      Das würde ich nicht mal so sagen. Nur die Formulierung und was sie teilweise impliziert vielleicht...

      Inhaltlich kann ich die Gedanken durchaus nachvollziehen, gerade wenn man am Anfang steht. Und ich finde du hast eine Menge richtungsweisender antworten bekommen.
      Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern vielmehr die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als Angst. Die Tapferen leben vielleicht nicht ewig, aber die Vorsichtigen leben überhaupt nicht. (Eleanor Roosevelt)

      Lion schrieb:

      Ich seh schon... die Frage war ein Stich ins Wespennest....
      Nein.
      Ich finde es total wichtig, dass Anfänger sich trauen, Fragen zu stellen und Threads zu eröffnen!
      Eben um Antworten zu bekommen.

      Das manchmal solche Threads "abdriften", wenn sich Foris melden, die schon länger dabei sind, ist "irgendwie" normal.

      Also, alles gut!
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      @Lion Deine Fragen waren völlig legitim. Ich hab mir genau dieselben gestellt und tue das teils immernoch. Bin auch noch recht frisch dabei und ich entdecke permanent Neues, wobei ich bei manchen Dingen dann immernoch versuchen einzuordnen, ob das nun BDSM ist oder irgendwas anderes... Was auch immer.
      Man sucht doch automatisch immer nach Schubladen, ob man will oder nicht.

      Also mach dir keine Vorwürfe, deine Fragen sind durchaus berechtigt.
      LG

      JL

      Dr. Gaius Baltar schrieb:

      Tja...

      ...was soll ich da sagen? Machmal wird es halt ein bisschen heftiger. Na und?

      Ich möchte ehrlich gesagt gar nicht wissen, wie die ein oder ander "Blut-Schweiß-und-Tränen-Session" auf außenstehende gewirkt hat ... naja, ich weiß es, aber da musste denn eben so mancher durch ... selbst Schuld, wer auf manchen Parties den ein oder anderen Raum betritt...

      Wer damit ein Problem hat, sollte sich einfach fragen, ob er in dem Bereich richtig ist.

      Das ist ja die Frage: In welchem Bereich? BDSM? Oder meintest du speziell Parties oder Räume derselben? Solange vorher klar ist was wo geschieht braucht man sich das ja nicht antun wenn es einem nicht zusagt... Das ist ja mit der Grund der Frage. Genau das soll mir ja nicht passieren, irgendwo rein zu geraten wo ich nicht hin möchte. Hoff wenn ich mal zu einem Stammtisch gehe, dass man da auch etwas trennt... hab keine Ahnung ob da jeder auf jeden trifft. Was ich im Moment nicht in meine Vorstellung lassen will weiß ich ziemlich gut.

      Es gibt Menschen die wegen Gewalt im Leben ein Problem haben und u.U. trotzdem etwas Interesse an dem Bereich haben. Habe eine Freundin die schwer traumatisiert ist... wenn du die zu sowas schickst... und sagst "da müssen die durch, das gehört dazu"... kannst du danach 10 Jahre Therapie und Hartz4 bezahlen... Als extrem (unrealistisches) Beispiel. Man weiß nie was was bei Menschen auslöst...

      dornenspiel schrieb:

      Dann erkläre ich mal warum ich den Beitrag von Dr. Gaius Baltar gelikt habe.Ja...auch das ist Bdsm!!!
      Warum ist es dir wichtig das es wenn es schon dazu gehört eine "extreme Randgruppe" ist?

      Mein nicht allzu unmenschlicher Drang einer Zugehörigkeit. Ein ausloten "wo gehör ich hin". Am Ende der Platz in einem selbst. Aber man verliert sich doch wieder im Vergessen dass der Platz immer in einem selbst ist.


      Edit: Ja ich weiß dass eine ist Gewalt das andere ist etwas anderes... aber wie es ankommt ist halt von Person zu Person unterschiedlich. Dass das zunächst nicht dein Problem ist ist klar... jeder ist für sich selbst verantwortlich.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lion ()

      Ich möchte hier erwähnen dass bevor mich jemand falsch versteht ich nicht sagen möchte dass ich nicht auf gewisse Menschen stoßen will, nur eben nicht alle Geschichten hören will (Stammtisch)! Bitte nicht missverstehen ala "der stigmatisiert Menschen".
      Naja, du wirst nicht allein mit einer anderen Person bei so einem Stammi sein...
      Wenn einer da Fragen stellt, die in die Richtung gehen und ein anderer kann und möchte sie beantworten,
      wirst du es evtl. doch mitbekommen :pardon:

      Hier im Forum kannst du die entsprechenden Threads zuklicken, wenn du nicht schon an der Überschrift erkennst, dass es nicht deine Themen sind.
      Beim Stammi bleibt dann nur, sich wegzusetzen, eine rauchen zu gehn oder aufs Klo oder ganz nach Hause.
      Auch wenn es widersprüchlich klingt:
      Ihr Ego muss stark genug sein, um seine begrenzte, defensive Haltung und Kontrolle aufgeben zu können.
      Sie brauchen ein starkes Ego, um das Ego transzendieren zu können.

      - John Bradshaw, Das Kind in uns -

      Lion schrieb:

      [...]


      Edit: Ja ich weiß dass eine ist Gewalt das andere ist etwas anderes... aber wie es ankommt ist halt von Person zu Person unterschiedlich. Dass das zunächst nicht dein Problem ist ist klar... jeder ist für sich selbst verantwortlich.
      Falsch, beides ist Gewalt. Und ich möchte definitiv nie mit jemandem spielen, insbesondere nicht härter, die das anders sieht.

      BDSM, gerade der etwas härtere, KANN (damit hier nicht gleich wieder welche flennen und mir unterstellen, ich würde mein Hirn nicht einschalten) sehr viel mit den eigenen "dunklen Seiten" zu tun haben.

      Wenn ich eine Frau quäle, dann tue ich das nicht aus altruistischer Menschenliebe, sondern weil ich es geil finde, diese Frau zu quälen. Das ist Gewalt. nichts anderes. Der BDSM-Kontext ist lediglich die sozialverträgliche und legale Variante es auszuleben.

      Ob man da nun ein bisschen sanft auf den Popo haut oder die empfindlichsten Körperzonen mit ******* und ****** malträtiert - Im Grunde ist es das gleiche, nur die Intensität unterscheidet sich.

      Und daher bist Du, wenn Du dich zwar nicht mit letzterem anfreunden kannst aber das erstere ansprchend findest, leider genau so fies gewalttätig wie ich, vieleicht nicht in der Quantität, sicher jedoch dem Grunde nach.

      Und wenn Du das dann irgendwann vlt. mal verantwortungsbewusst ausleben willst, solltest Du Dir dieser Tatsache bewusst werden und nicht versuchen, zu verdrängen, wo das, was Du da gerade in der soften Variante antestest, irgendwann vlt. hinführt.

      Ist wie mit Nitzsche und seinen Ungeheuern ... in den Abgrund schauen und so....

      Dr. Gaius Baltar schrieb:

      Wenn ich eine Frau quäle, dann tue ich das nicht aus altruistischer Menschenliebe, sondern weil ich es geil finde, diese Frau zu quälen. Das ist Gewalt. nichts anderes. Der BDSM-Kontext ist lediglich die sozialverträgliche und legale Variante es auszuleben.
      Wenn ich dich richtig verstehe sagst du, dass S/M Gewalt ist?
      Für mich bedeutet Gewalt, dass ich einer Person gegen ihren Willen z.B. physische oder psychische Schäden zufüge.
      und dabei ist die Unfreiwilligkeit entscheidend.
      Scheinbar ist für dich Gewalt etwas anderes.

      Meiner Meinung nach sollte man BDSM aber eben genau nicht als Gewalt bezeichnen.
      Es gibt genügend Vorurteile gegenüber BDSM, sodass wir uns von Gewalt eher distanzierten sollten.
      BDSM ist Schließlich zu allererst etwas einvernehmliches. Alles andere ist kein BDSM.

      Warum findest du es sinnvoll, BDSM und z.B. häusliche Gewalt durch so eine Begrifflichkeit zusammen zu bringen?

      Des Weiteren sehe ich nicht, warum es automatisch weniger Verantwortungsbewusst sein soll, es nicht Gewalt zu nennen?
      Ist das ein sinnvolles Kriterium? Kann man sich nicht der Risiken bewusst sein, Verantwortungsvoll handeln, ohne das Wort Gewalt zu benutzen?!
      Dubs, ich bin im Grunde völlig bei Dir. Nur für einen Sadisten ist damit im BDSM kein Platz mehr.
      Natürlich muss jeder sadistische Mensch für sich selbst beurteilen, ob es ihm etwas bringt, einen Menschen zu quälen, der genau das will.

      Doch Sadismus ist nicht einvernehmlich. Damit auch nicht legal.

      Bediene ich das Verlangen einer Masochistin, mache ich das auch weil ich es liebe mit ihrer Leidenschaft zu spielen. Sadistisch ist das aber nicht.

      Nutze ich die Devotion einer extrem devoten Frau aus, um meinen Sadismus zu befriedigen, wird es grenzwertig. Sie leidet und ein Einvernehmen besteht, denn für sie ist es die höchste Form der Submissivität. Wie weit da psychologische Abhängigkeiten hinein spielen ist das Grenzwertige.

      Dr. Gaius Baltar schrieb:

      Wenn ich eine Frau quäle, dann tue ich das nicht aus altruistischer Menschenliebe, sondern weil ich es geil finde, diese Frau zu quälen. Das ist Gewalt. nichts anderes. Der BDSM-Kontext ist lediglich die sozialverträgliche und legale Variante es auszuleben.
      Nein ist es Einvernehmlich ist es keine Gewalt. Und wenn es Gewalt ist, ist es eine illegale Straftat. Da hilft auch kein BDSM Etikett weiter.
      @'Dr. Gaius Baltar...da muss ich Dir jetzt mal widersprechen aus der Sicht einer sub ,einer Betroffenen und einer Masochistin.

      Die Gewalt ,die mich in einer Vergewaltigung ereilt-ist nimmer vergleichbar mit den Gefühlen,die in einer Session eine Rolle spielen -auch wenn ich ^Versuche ^ derartiges nachzuspielen(z.B.Rapegame) .

      In einer Session gehe ich mit dem Dominanten konform,hab Regel und Abmachungen ,einen Rahmen...triggert er bewusst oder unbewusst einen Schlüsselreiz,weiss er sich zu verhalten und steht DAS mit mir durch-hält mich ;fängt mich auf... trägt am Ende mit und kann im Idealfall ^Negatives^positiv überschreiben.

      In der Realität bist du allein,zerstört,deine Seele ist wie ein Spiegel ^gebrochen^,ohnmächtig - und der Fade Beigeschmack ,dass Du sowieso an allem Schuld bist bleibt bis zuletzt.
      Von Ehrencodex weiss der Täter nix...er hat sich einfach aus niederen Beweggründen (gestörte Impulskontrolle)ohne Rücksicht ausgetobt.