10.12. .★. Winterzauber

      10.12. .★. Winterzauber

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      . ★ .— 10. Dezember —. ★ .

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      Winterzauber

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      von
      @Aix

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      „Herrgott, ist das kalt!“, murmelte Daniel. Dicke Schneeflocken fielen den Himmel herab, mühselig rieb er seine Hände aneinander. Wärmer wurden sie dadurch auch nicht. „Wie lange braucht er denn?!“ Langsam war er richtig genervt. Aaron ließ mal wieder auf sich warten, war ja inzwischen nichts Neues mehr. Mittlerweile sprang Daniel von einem Bein auf das andere, er kam sich ziemlich dämlich vor. Zerknirscht schaute er auf das Haus vor ihm. Er hätte ihn wenigstens hereinbitten können, stattdessen stand er hier draußen auf der Straße.

      Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnete sich endlich eine Tür. Ein großer Mann trat heraus. Er trug einen langen Mantel und einen dicken Schal, der fast sein ganzes Gesicht verdeckte.
      „Mensch, da bist Du ja endlich!“, rief Daniel über die Straßenseite. Der Mann zuckte zusammen.
      „Warum bist' n Du schon hier?“, rief er zurück.
      „Jetzt komm' doch her und rede mit mir, oder wollen wir weiter brüllen?“, entgegnete Daniel. Aaron lachte und ging zügig auf Daniel zu. Noch im Gehen öffnete er seine Arme und stürzte sich auf Daniel.

      „Was hab' ich Dich vermisst, Danny!“, seufzte er und drückte sein Gegenüber fest. Daniels Herz schlug ein bisschen höher und er konnte nur die Umarmung erwidern.
      „Du bist ja ganz kalt“, Aaron konnte man wegen seines dicken Schals kaum verstehen.
      „Hast mich ja auch hier einfach stehen lassen?!“, entgegnete der Durchgefrorene.
      „Du bist zu früh. 20 Minuten zu früh! Ich wusste nicht, dass Du schon da bist?“, Aaron löste die Umarmung und sah seinem besten Freund in die Augen.
      „Warum klingelst Du nicht einfach?“, fragte er mit ernster Stimme.
      „Na ja, also ... ich hab Dir doch gewunken?“ Daniel errötete, jetzt war ihm das doch peinlich. Dann war das wohl irgendwer anders gewesen, ups.

      Aber eigentlich wollte er Aaron einfach nur mal so richtig umarmen, bloß nicht vor seiner Familie.
      Aaron lachte laut auf: „Du hast eindeutig nicht mir gewunken.“
      Daniel lief rot an: „Können wir das hier ganz schnell wieder vergessen?“
      Sein Gegenüber nickte und lachte: „Komm, wir gehen.“

      „Ich freue mich riesig auf den Weihnachtsmarkt, weißt Du das?“ Daniel fühlte sich wie ein kleines Kind. Aber nicht wegen des Weihnachtsmarktes, so schien es ihm. Aaron machte ihn einfach glücklich, ließ sein Herz höherschlagen. Dabei kannten die beiden sich schon eine halbe Ewigkeit. Am liebsten hätte er sich eingehakt und wäre mit ihm – fast wie ein Pärchen – zum Marktplatz geschlendert. Unmerklich schüttelte er den Kopf. Was dachte er sich nur?

      „Dir liegt was auf dem Herzen, oder?“
      Aaron wirkte plötzlich ganz ernst. Daniel blieb stehen und schaute zu seinem Freund herüber.
      „Wieso, was meinst Du?“, er wurde nervös.
      „Wie soll ich es sagen? Wir treffen uns nicht mehr oft, reden nicht mehr viel miteinander. Ich habe das Gefühl, dass wir uns distanzieren.“
      Hoppla, das eskalierte ja plötzlich. Daniel fühlte sich überfahren.
      „Also, ich weiß nicht, was Du meinst?“, er versuchte, auszuweichen.
      „Ach komm schon, Dein Ernst?“, Aaron wirkte genervt. „Wir haben früher über alles geredet, alles! Und jetzt erzählst Du mir nicht einmal von Deiner letzten Beziehung.“

      Oh oh, da war es. Daniel wusste ganz genau, worauf Aaron hinauswollte. Vor ein paar Monaten hatte er mit jemandem etwas angefangen, aber vor jedem verheimlicht. Er nahm ihm das wohl immer noch übel. Aber dabei lag es doch gar nicht an ihm.
      „Danny, ich habe mich aus einem bestimmten Grund mit Dir getroffen – ich möchte wissen, was mit Dir los ist. Ich mache mir Sorgen um Dich, okay?“
      Daniels Arme wurden fest umschlossen und Aaron sah ihm tief in die Augen.

      Sein Kopf war wie leer gefegt. Wann war sein Kumpel so hübsch geworden? Er musterte ihn von oben bis unten. Der Bart stand ihm hervorragend, seine Augen funkelten in einem wunderschönen Grün. Er spürte seinen Atem auf seiner Wange. Irgendwie war ihm ganz warm ums Herz und diese Lippen luden einfach nur zum Küssen ein. Er roch leicht nach diesem einen Parfum, das Daniel so unwiderstehlich fand.

      Aaron schüttelte ihn energisch. „Hey Danny! Starr mich doch nicht so an, ich hab Dich was gefragt?“ Er wirkte besorgt. Es schien keinen Weg heraus zu geben. Daniel seufzte schwer, löste sich aus dem Griff und drehte sich weg. Abwesend schaute er in die Ferne.
      „Weißt Du noch“, setzte er an, aber brach dann den Satz ab. Ihm fiel es schwer, auch nur die Worte zu finden. Plötzlich drehte er sich energisch um und ergriff Aarons Hand. Sein Herz raste und er drückte sie fest.

      „Ich mag Dich.“

      „Oh man, das war es?“ Aaron wirkte absolut nicht überrascht.
      „Glaubst Du wirklich, dass mir das noch nie aufgefallen ist?“ Nun wirkte er sehr verletzt.
      „Hey, was soll denn jetzt diese Antwort?“, gab Daniel verunsichert zurück.
      Aaron verdrehte die Augen. „Gott, Du bist wirklich blind, oder?“ Jetzt lächelte er mild.
      „Oh!“ Daniel stockte der Atem. Oh man, wie blöd war er denn bitteschön gewesen? All die Anspielungen von Aarons Familie und wie verletzt er auch reagierte, als er erfuhr, dass Daniel eine kurze Affäre hatte. Er dachte immer, dass sie etwas gegen ihn hätten, dabei wollte vor allem seine Familie einfach nur verkuppeln!
      „Aaron, es tut mir leid!“, sprudelte es aus Daniel nur so heraus. „Ich wollte nie unsere Freundschaft gefährden!“

      „Das tust Du nicht und das wäre auch nie passiert!“, antwortete Aaron sofort.
      Sie schwiegen. Und auf einmal war es ganz ruhig. Die beiden schauten sich lange an, hielten ihre kalte Hände, verharrten in ihrer Position. Dann wagte Daniel den ersten Schritt und hob seine Hand, strich sanft über Aarons Gesicht. Wie lange hatte er sich schon gewünscht, das zu tun. Der Bart war schon weiß von den Schneeflocken. Dann kamen sie sich näher, spürten ihren warmen Atem aneinander. Ihre kalten Nasenspitzen berührten sich fast.
      „Ich küss' Dich jetzt“, flüsterte Daniel.
      „Ja, bitte“, grinste Aaron.

      Daniel seufzte erleichtert. War das der Winterzauber, der auf die beiden gewirkt hatte? Hand in Hand schlenderten sie gemütlich über den Weihnachtsmarkt. Er konnte es gar nicht fassen, dass er gerade noch endlich die Person geküsst hatte, die er schon seit Jahren begehrte. Daniel schaute liebevoll zu Aaron.

      „Man, war das schnulzig. Aber war aber echt schön, oder?“ Die beiden lachten.
      „Ach, ich komme mir vor, als sei ich wieder ein Teenager“, seufzte Aaron. Schnell zog er Daniel zu sich und küsste ihn leidenschaftlich.
      „Ich glaube, wir benehmen uns gerade auch wie Teenager“, erwiderte dieser leicht heiser.
      „Nun, jetzt weiß hier zumindest jeder, dass wir zusammen sind.“
      „Machst Du Dir Sorgen deswegen?“, fragte Daniel. Aaron schüttelte den Kopf. Seine Augen strahlten und seine Wangen waren rot vor Freude. „Ich bin gespannt, was meine Schwester sagen wird!“

      „Oh, sie wird richtig glücklich sein“, bestätigte Daniel.
      „Schau mal!“, rief Daniel plötzlich und zeigte auf einen Stand mit Handschuhen und Schals, die Aarons sehr ähnlich waren. „Von hier habe ich Dein erstes Weihnachtsgeschenk.
      Er grinste ihn an. „Da ist auch ein Mistelzweig.“
      „Na, dann müssen wir doch dort hin, oder?“, erwiderte sein Freund und zog ihn mit. „Aaron?“, sagte Daniel plötzlich. Der Angesprochene stoppte sofort und drehte sich um.
      „Ja, Danny, alles okay?“ Er wirkte besorgt.
      Daniel schwieg für einen kurzen Moment. Noch nie hatte er sich so gut gefühlt.

      „Ich liebe Dich.“


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      - Oscar Wilde -