Subs - Was kommt von euch?

      Subs - Was kommt von euch?

      Hallo zusammen,
      die Überschrift habe ich bewusst mal etwas provokant gestellt. Nun zur Erklärung: im Allgemeinen hört und liest man oft, dass Doms die Frage nach Ideen für Sessions, Aufgaben, Bestrafungen etc stellen. Auf der Sub-Seite oft die nach Gefühlen und Abgeben können, sich hingeben. Also ganz grob gesagt Dom= gebender, Sub= empfangende. Nun ist mir klar, dass es da viele Unterschiede gibt: das Paar, das sich lange kennt, Spielbeziehung, Umfang und Art des Umgangs, Vorlieben, da verschwimmen mitunter die Grenzen... Was mich interessiert: sind Ideen und Eigeninitiative gewünscht, reizvoll, normal von Sub-Seite aus? Wie "dominant" seid ihr Subs im Machtgefälle? Passt das für euch oder ein No Go weil ihr euch eben abgeben und nur empfangen wollt und es dem einen Abbruch tun würde, wenn Ideen von euch kommen? Wieviel erlaubt ihr euch und was wird euch erlaubt dahingehend? Brat klammere ich hier mal aus (das trifft mMn auch das Thema nicht). Und anders herum: wie seht ihr Doms es, wenn Sub Eigeninitiative zeigt?
      Ganz einfaches Beispiel innerhalb einer Session: könnt/wollt ihr in entsprechender Situation sagen: "F*** mich!" oder passt das einfach nicht?

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      Interessantes Thema, @sklvn1411. :)

      Ich zeige durchaus Eigeninitiative und das lässt mein Herr sich auch gerne 'gefallen'. ;) Das kann z. B. so aussehen, dass ich einfach anfange, ihn zu verwöhnen, um ihm Befriedigung zu verschaffen. Das ist für ihn natürlich schön und dann spielt es auch keine Rolle, ob er vorher eigentlich etwas ganz anderes mit mir vorhatte. Ich denke, ich kann aus der jeweiligen Situation heraus ganz gut einschätzen, was gerade angebracht ist und was er hingegen unpassend fände. Dann wüsste er mich aber definitiv in die Schranken zu weisen. ^^

      Es ist bei uns oft so, dass wir uns den Ball zuspielen. Beide geben, beide nehmen. Im Groben bestimmt schon er, was in einer Session passiert. Es hängt aber auch immer ein bisschen davon ab, wie ich darauf reagiere. Dann ändert sich die Richtung ggf. ganz von allein. Klar macht er gerne, genauso gern lässt er aber auch mal machen. :)


      sklvn1411 schrieb:

      Ganz einfaches Beispiel innerhalb einer Session: könnt/wollt ihr in entsprechender Situation sagen: "F*** mich!" oder passt das einfach nicht?
      Das würde ich nicht sagen. 'Bitte f*** mich!' sage ich allerdings schon manchmal. ;)
      Beim Sex kann ich Dinge initiieren und Wünsche äußern, im Alltag mein Bedürfnis nach Sex oder Körperkontakt zeigen, aber ob und wie es umgesetzt wird, entscheidet er.
      Ich kann auch Phantasien mit ihm besprechen, auch hier entscheidet er über die Umsetzung (ob überhaupt, wann, wie).
      Er entscheidet auch, was wir sexuell zu einem bestimmten Zeitpunkt machen. Insgesamt kommt er mir dabei aber schon entgegen, da er es mag, wenn wir Dinge tun, die auch mich kicken.

      „F... mich“? Eher nicht... wenn, dann „bitte f.... mich“.

      "Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht".
      ~ Jean-Paul Sartre ~

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      Also ich kann das Ganze mal von beiden Seiten aufbereiten.

      Wenn ich als Dom von meiner Sub eine Bitte (explizit BITTE) höre, komme ich dem nach, sofern mir danach ist und ich sie nicht noch zappeln lassen möchte.
      Befehle oder dergleichen nehme ich von meiner Sub definitiv nicht an und tadele dann schon eher mal (verbal, da meine Sub keinerlei masochistische Züge bzgl. Schmerzen hat).
      Witzigerweise ist bei uns beiden - egal wer die Rolle als Sub inne hat - die Subrolle eher damit verbunden, den Dom zu verwöhnen.
      Empfangen dann an sich nur in der Form, dass eben Kontrolle über den Sub ausgeübt wird, beispielsweise Orgasmuskontrolle.
      Ist wohl eine Art, die doch eher weniger BDSM-Pärchen ausüben, wie mir scheint.
      LG

      JL
      Vorab, ich bin Switcher – d.h. ich kann an beiden Enden des Machtgefälles Lust gewinnen und somit für beide Aspekte sprechen...

      Grundsätzlich mache ich einen Unterschied zwischen Augenhöhen-Kontext und Spiele-Kontext, also einer Session.

      Sub im Machtgefälle – in einer Session, hat mal per se nicht dominant zu sein! …das geht gar nicht!!!

      Im Augenhöhen-Kontext ist das sehr wünschenswert, wenn von beiden Partnern für die gemeinsam ausgelebte Sexualität etwas in Form von Ideen, Wünschen und Kopfkino-Sequenzen beigetragen wird.
      …natürlich kann es vorkommen, dass in entsprechender Situation ein Betteln kommt, dann heißt es nicht nur „bitte f*** mich“ sondern die betreffende Anrede „mein(e) Herr(in)“ gehört dazu…
      …lässt sich aber auch sehr schön beantworten „Hast Du das denn auch verdient S******?“
      „Sei wie Du bist oder bemüh‘ Dich wenigstens so zu sein, wie Du scheinst!“

      sklvn1411 schrieb:

      könnt/wollt ihr in entsprechender Situation sagen: "F*** mich!" oder passt das einfach nicht?
      sagen darf ich immer alles...ob dann dann auch so passiert.. :sofa:

      sklvn1411 schrieb:

      wenn Ideen von euch kommen? Wieviel erlaubt ihr euch und was wird euch erlaubt dahingehend?
      ..also gegen Massagen war er bisher nie abgeneigt...andere Ideen läßt er sich unter Umständen erst mal durch den Kopf gehen und eventulell kommen sie zum Einsatz.

      Un manchmal ist es eben auch durch die Blume gesprochen wo ich quasi freie Hand habe: ..lass Dir etwas einfallen um Deinen Herrn mal zu verwöhnen.......kommt auch vor. :rot: :engel:
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      Ich habe mich bereits intensiver mit BDSM beschäftigt als meine Ehefrau und Herrin. Diese Welt ist für sie neu und ungewohnt - daher kommen die meisten Spielideen und Insprationen von mir. Ich besorge auch einen Grossteil unserer Toys, Accesoires und Schlagwerkzeuge bzw bastel etwas. Da kann es aber dann schon sein, dass gekauftes/gebasteltes für immer im Schrank verschwindet, da es nicht ihrem Kink entspricht oder sie abschreckt. Für meine Mitarbeit ist sie sehr dankbar, oft fehlt ihr dafür Zeit und Energie wegen Beruf und Kind. Wir nehmen das Thema DS sehr locker und spassig und ich fungiere auch ein bisschen als Mentor um sie an Praktiken und Begriffichkeiten heran zu führen. Puristen würden mich evtl als Wunschzettel-Sub bezeichnen, wobei letzendlich sie entscheidet welche meiner Ideen umgesetzt werden. Beim GV, der zum Finale einer Session statt findet, kann es öfters mal vorkommen dass sie mich zum switschen auffordert: dann darf ich sie auch gerne mal beleidigen, grob anfassen etc.

      Für uns funktioniert das wunderbar und wir machen gemeinsam viele kleine Schritte.
      Also mein Dom wünscht es sich explizit dass ich Ideen einbringe.
      Sowohl für Sessions als auch für Dinge, die unser Machtgefälle im Alltag besser unterstreichen könnten.
      Das heißt zwar nicht, dass er diese gleich immer umsetzt, manchmal auch erst Wochen später, wenn ich diesen Vorschlag schon gar nicht mehr im Kopf hatte.
      Dann freue ich mich natürlich umso mehr, dass er sich meinen Wunsch gemerkt hat.

      Am Anfang war ich auch immer unsicher und habe gedacht dass ich zu wenig Sub bin, wenn ich einen Wunsch äußere.
      Aber letztendlich liegt die Entscheidung darüber ja immernoch bei ihm.
      Außerdem kann ein Gespräch über meine Wünsche und Ideen durchaus auch erregend für ihn sein und ihn lieb um etwas zu bitten ist meiner Meinung nach auch sehr devot :)
      Ich finde es absolut ok und freue mich, wenn Subbie eigene Ideen bringt. Eine erregende Situation, eine besondere Fesselung, der Vorschlag, ein bestimmtes "Werkzeug" auszuprobieren.... Wir besprechen das dann gemeinsam und erwägen Vor- und Nachteile.

      Wie und wann es dann letztlich umgesetzt wird, entscheide ich. Ich habe da sogar einen geheimen "Subbie-Wunschzettel", den ich mir ab und zu anschaue und ergänze. Und dann heisst es irgendwann: So,... vor 3 Monaten wolltest du das doch unbedingt haben... jetzt wird aber nicht gemeckert!
      Doms haben ja schon genug zu tun und ich finde es mehr als okay, wenn Sub Fantasien und Ideen nennt. Dom kann sich ja nicht alles ausdenken.

      Ich glaube, ich habe viele unsere Praktiken im Vorhinein erzählt, das ich sie gerne machen würde und mein Herr hat sie dann, als er Lust darauf hatte, umgesetzt.

      Ich habe es mal gesagt, als ich brattig war und es hat ziemlichen Ärger gegeben. :sofa:
      Aber wenn ich Brat bin, passiert sowas ohne Kontrolle.
      Als Sub würde ich das nie sagen, da bin ich eigentlich ganz brav und ruhig.
      Wenn ich ein ganz dringendes Bedürfnis have, sage ich es und er entscheidet dann ob wir das machen.
      :love:

      Mir gefällt das so sehr gut, ich finde es harmoniert perfekt. <3
      In 20 Jahren wirst Du dich mehr ärgern über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast. Also wirf die Leinen und segle fort aus deinem sicheren Hafen. Fange den Wind in deinen Segeln. Forsche. Träume. Entdecke. Mark Twain
      Bei uns ist es so, dass wir Wünsche, Ideen und Phantasien besprechen und teilen. Wann und wie diese umgesetzt werden entscheidet mein Herr.

      Aber auch während der Session kann ich Wünsche äußern, welche dann oft ins Spiel eingebaut werden und dem ganzen eine andere Richtung geben. Wir sind in unserem Spiel recht flexibel.

      Es gibt aber auch Sessions, wo ich einfach nur empfange und genieße, was mein Herr sich nettes überlegt hat.
      Demut, Stolz und Stärke, sind kein Widerspruch zueinander, ganz im Gegenteil.
      Generell Ideen, Wünsche und Vorschläge sind eine Sache, da weiß ich, dass die gern gesehen sind, aber ich knabbere gerade an einem Problem herum: Es fällt mir wahnsinnig schwer, innerhalb einer Session zu kommunizieren, wenn ich etwas möchte bzw. vor allem, dass ich etwas *anders* möchte oder bräuchte, als er es gerade tut. Wir spielen noch nicht so lange miteinander und ich weiß eigentlich, dass er mein Feedback braucht, aber da ist eine Blockade bei mir. Zum Teil liegt das daran, dass ich in der Situation tendenziell eh Wortfindungsprobleme habe und mich immer erst mal sammeln muss, bevor ich etwas formulieren kann, zum anderen ist da aber auch ganz stark das Gefühl "Ich kann ihm doch nicht vorschreiben, wie er mich schlagen soll" (als Beispiel). Also die Sorge, dass es in Richtung Topping from the Bottom gehen könnte, dass es unangebracht ist. Obwohl ich eigentlich weiß, dass er möchte, dass ich ihm sage, was ich brauche ... Help?
      “To live is the rarest thing in the world. Most people exist, that is all.”
      ― Oscar Wilde

      B'Elanna schrieb:

      zum anderen ist da aber auch ganz stark das Gefühl "Ich kann ihm doch nicht vorschreiben, wie er mich schlagen soll" (als Beispiel). Also die Sorge, dass es in Richtung Topping from the Bottom gehen könnte, dass es unangebracht ist. Obwohl ich eigentlich weiß, dass er möchte, dass ich ihm sage, was ich brauche ... Help?
      Solange er sich in dem Rahmen bewegt, in den Du eingewilligt hast, verstehe ich Deine Bedenken.
      Vielleicht hilft es, wenn Ihr beide versucht, es umzudenken: Dein Feedback ist keine Anweisung und vielleicht nicht mal ein Wunsch, sondern lediglich eine Ankündigung. "Wenn Du so weiter machst, werde ich es nicht genießen können." Dann kann er entscheiden, ob er so weitermacht (und vielleicht sogar seine Macht und Deine Hingabe genießt, dass Du es erträgst) oder ob er fragt, was er tun kann, damit Du es genießen kannst.
      Mein Navi schreibt mir auch nicht vor, wo ich hinfahren soll - aber es kennt den Weg besser als ich und kann mir sagen, wo ich ankomme, wenn ich jetzt links abbiege. Ob ich es mache oder nicht, liegt aber ganz in meiner Hand.
      Du kennst Deinen Gemütszustand besser als er und kannst ihm ankündigen, wo er mit welchem Verhalten hinkommt. Er wählt dann, welchen Weg er mit Dir gehen will.
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!