Sehnsucht

      Hallo Ihr Lieben,

      Ich muss mir mal etwas von der Seele schreiben.
      Kurz zu meiner Situation.
      Mein Herr und ich wohnen fast 500km auseinander. Am Anfang war alles ganz gut zu planen und Zeit füreinander war da. Nun haben sich bei ihm die Lebensumstände geändert. Durch diese Änderung wurde es problematisch. Es gab weniger Kontakt, einen Streit, Frustration auf beiden Seiten, was uns viele schlaflose Nächte bereitet hat und wir mussten drüber nachdenken ob sich unsere Wege besser trennen sollten, weil es von Timing einfach nicht passt.
      Was soll ich sagen, wir wollen es beide nicht. Wir konnten uns beide nicht vorstellen ohne einander weiter zu machen. Er konnte sich nicht vorstellen mich frei zu geben um meine Erfahrungen zu machen und wenn ich mir vorgestellt habe, dass eine andere Sub meinen Platz einnehmen würde

      Also was bleibt... Wenig Kommunikation (meine Ungeduld war und ist ein Thema bei uns, aber ich bemühe mich wirklich mich zu bessern), wenig Gespräche geschweige denn Spielereien, weil er einfach keine Zeit und keinen Kopf hat (was ich absolut verstehe).

      Was bleibt bei mir? Gedanken, jede Menge Gedanken und die Sehnsucht nach diesem einen Mann der mir so ein gutes Gefühl gibt :love:
      Und jetzt frage ich euch... Gibt es jemanden der in einer ähnlichen Situation ist /war. Was habt ihr gegen die Sehnsucht getan? Ich habe schon drüber nachgedacht, ein Tagebuch zu führen, aber ich glaube ich wäre da auf Dauer sehr inkonsequent...
      Vllt würde ein zeitweiliges verschieben unseres Rahmens helfen. Aber wie und in welche Richtung... ‍♀️
      Ach ich weiß auch nicht und würde mich über die ein oder andere objektive Meinung freuen.
      Bei uns sind es auch über 500 Km.
      Seit fast 4 Jahren.
      Es ist nicht so ganz einfach.
      Wir haben das Glück, das ich das Arbeitsleben hinter mich habe und komplett frei bin, zu fahren.
      Uns war gleich zu Anfang klar, das wir es nur schaffen, wenn wir uns regelmäßig sehen.
      Das ging sehr gut. Inzwischen sehen wir uns öfter als geplant. Länger als 2 Wochen, höchstens 3 Wochen bekommen wir nicht hin, dann ist einer von uns beim anderen.
      Mir ist klar, das für viele dieses ständige fahren auch ein finanzieller Hochzug ist, aber wo die Liebe hinfällt....
      Zur Sehnsucht: wir telefonieren jeden Tag einige Male, Whatsapp mehrfach und ein Tagebuch führt sie auch. Ohne würde es bei uns nicht klappen.
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !
      Ich hatte die Situation ähnlich damals vor 22 Jahren. Da war es schon beruflich nicht möglich, einander näher zu kommen - also haben wir uns mit Internet (damals noch mit Modem <X ) und (Festnetz-)Telefon getröstet. Heute sind die Möglichkeiten objektiv wesentlich besser ^^ . Wir konnten damals nicht mal wirklich an Mobiltelefone denken, geschweige denn Smartphones :D . ICH bin der Meinung, wenn man wen gefunden hat, mit dem man zusammen sein möchte, ist die Entfernung heute recht zweitrangig - wichtig ist der richtige Partner :saint: . Wie genau ihr Euch besser über die Entfernung fühlen und das Gefühl haben könnt, dass die/der Partner "in der Nähe" ist, mit den Hilfsmitteln, die heute selbsterständlich sind, müsst ihr wissen und herausfinden :D .
      Wenn es stimmt, dass die Evolution zu immer höherer Perfektion strebt, welchen Sinn haben dann die Generationen nach mir? :gruebel:
      Ich kann dir leider keinen Rat geben da ich diese Situation nicht kenne deshalb jetzt mal nur so spontan meine Gedanken. Hast du dir schon mal überlegt das ganze aufzuschreiben nicht als Tagebuch sondern nur um deine Gedanken zu sortieren oder Dinge über die du mit ihm noch nicht bzw. deiner Ansicht nach zu wenig geredet habt? Du hast nicht beschrieben ober er nur weniger oder gar keine Zeit mehr für dich hat wäre es evtl. sinnvoll wenn ihr weniger Treffen in längeren Abständen macht und in der Zeit ausschießlich füreinander da seid also nicht von Dritten gestört werden könnt? Was denkt er denn über das ganze? Wie möchte er weiter machen da ihr offenbar beide nicht ohne den anderen könnt? Ich hoffe für euch ihr findet eine Lösung mit der ihr beide auch über längerem zufrieden seid.

      lG
      Annja
      Die Welt und das Leben zu lieben, auch unter Qualen zu lieben, jedem Sonnenstrahl dankbar offenzustehen und auch im Leid das Lächeln nicht ganz zu verlernen.

      Hermann Hesse (1877-1962), dt. Dichter

      Skyfly schrieb:

      Also was bleibt... Wenig Kommunikation (meine Ungeduld war und ist ein Thema bei uns, aber ich bemühe mich wirklich mich zu bessern), wenig Gespräche geschweige denn Spielereien, weil er einfach keine Zeit und keinen Kopf hat (was ich absolut verstehe).
      wenig Kommunikation ist natürlich nicht das allerbeste in dieser Situation.
      Könnt ihr da irgendwie ein Zeitfenster einbauen was für euch beide passt?
      Er hat keine Zeit und "keinen Kopf" fürs spielen??
      Wann hat er denn Zeit? Ist das momentan oder wird das ständig so bleiben?
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !
      Mein Herr und ich wohnen zwar nur ca 100 km auseinander, aber seit einigen Monaten sehen wir uns aus diversen Gründen ziemlich selten. Mir macht das schon sehr zu schaffen, aber die Gründe sind nachvollziehbar und deshalb kann ich ihm auch keinen Vorwurf machen. Es gibt also nur zwei Möglichkeiten: entweder ich halte es aus und warte, bis diese Zeit vorbei ist (was noch mindestens bis Sommer nächsten Jahres dauern wird), oder ich trenne mich von ihm. Da ich meinen Herrn sehr liebe, ist letzteres überhaupt keine Option für mich, also muss ich weiterhin versuchen, geduldig zu sein. (Gelingt mir nicht immer, aber ich arbeite daran.)

      Wir haben allerdings jeden Tag mehrmals Kontakt per Telefon und WhatsApp, und das macht es ein wenig erträglicher für mich, Ohne diese tgl. Gespräche würde ich es vermutlich nicht lange aushalten.

      @Skyfly...vielleicht könnt ihr eine Möglichkeit finden, regelmässig miteinander zu telefonieren? Es muss doch im Laufe eines Tages mal eine Pause geben, in der er Zeit dafür hat? Das würde dir vielleicht auch einen gewissen Halt geben in der Zeit, in der ihr euch nicht seht.
      Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt. Franz Kafka
      @Annja.B
      2 Treffen sind geplant ^^ und das diese datiert sind, hilft mir wirklich sehr, weil es etwas ist woran ich mich fest halte. Weniger treffen sind absolut ausgeschlossen,aber auch das es mehr werden. Das erste Treffen wird eher ein "ich will dich unbedingt sehen" und in der Öffentlichkeit stattfinden (mehr als 1-2 Stunden werden es nicht) & beim zweiten werden wir hoffentlich die Nacht und einen ganzen Tag für uns haben :love:

      Ich glaube ehrlich gesagt, er hat im Moment gar keinen Plan. Unser ganzes Kennenlernen, die Chemie zwischen uns, die Gefühle... Das ist für ihn wohl ziemlich überwältigend. Wir haben das alles so gar nicht geplant und lassen es von Anfang an irgendwie auf uns zukommen. Ich habe zwar vorgeschlagen das wir unseren Rahmen "neu" devinieren, aber auch dafür muss es erstmal Zeit geben bzw muss er auch den Kopf dafür haben können. So etwas schriftlich übers Handy oder mal eben in einem Telefonat abzustimmen, gestaltet sich da als sehr schwierig und gleichzeitig kommt meine Ungeduld dazu. Da dann das richtige Timing zu erwischen, den richtigen Ton und nicht zu schnell, zu viel zu verlangen, fällt mir wirklich schwer. Deshalb ist das aufschreiben, wie von dir geraten, eine sehr gute Idee wie ich finde. :thumbsup:

      @Majasdom
      Ein Ende ist wahrscheinlich Mitte April in Sicht.
      Ein Zeitfenster ist immer schlecht zu planen und spontan nach Erfahrung schwer umzusetzen. Durch seine Arbeit und meine Kinder ein fester Termin auch eher schwierig. Im Moment telefonieren wir halt wenn es klappt und ansonsten ein paar Nachrichten über WhatsApp. :/
      Es ist schwierig zu beschreiben, aber bei Streß ist es scheinbar sehr schwer für ihn in die sehr autoritäre, dominante Stellung zu kommen die er sich vorstellt. Ich habe ihm schon mehrfach versichert, dass er mir gegenüber immer und von Anfang an diese Stellung hat und es nichts ist, dass er sich bei mir mit einer Geste oder einem Wort "öffnen" muss. Trotzdem ist es so, dass wenig Kommunikation auf D/s Ebene kommt. Da geht es dann eher um, ja irgendwie, beziehungssachen... Wir sind dann wie ein Pärchen was halt eine Fernbeziehung führt. Für mich ist das toll :rot: , ich begehre ihn auch als Mann und Mensch und genieße es auch außerhalb des "Spiels" einen Platz in seinem Leben zu haben :love: . Wie er darüber denkt? Ich kann nur vermuten, dass er ähnlich denkt...

      @Liebelein
      Wie gerade schon erwähnt ist auch das echt ein bißchen schwierig. Dieses "Timing" war noch nie unsere Stärke. :thumbdown:
      Er schickt mir zu Liebe schon öfter mal eine Sprachnachricht (obwohl er sie hasst), damit ich wenigstens seine Stimme hören kann :love: ich weiß, dass er mir jede freie Minute seines Tages schenkt und mir zurück schreibt wann es ihm möglich ist. Ich merke aber auch wie er sich in seinem "realen" Leben gerade praktisch zerreißen muss und will da ja nicht auch noch ein Streßfaktor sein. Das letzte was ich will ist, dass es ihm schlecht geht, weil er weiß das es mir schlecht geht. Also ist es für mich ein gefühlte Drahtseilakt das "einzufordern" was ich brauche um noch glücklich zu sein, es aber nicht so viel werden lassen, dass er sich unter Druck gesetzt fühlt oder denkt er muss sich wegen mir auch zerreißen...

      Ich sag ja viele Gedanken aber danke euch beim neuordnen ^^
      Das klingt in der Tat schwierig, denn über kurz oder lang wird sich daran ja anscheinend nichts ändern. Bis April ist es eine lange Zeit... Da würde ich (wir führen eine Wochenendbeziehng) auch irgendwann "am Stock" gehen... Da gibt es wohl nur zwei Möglichkeiten: ihr (und vor allem Du) haltet es aus (was auf Dauer denke ich nicht klappen wird, da die Sehnsucht und der Frust immer größer wird) oder ihr (er) findet einen Weg, dir trotz seiner wenigen Zeit das Gefühl zu geben, dass er sich dennoch um dich kümmert und "bei dir" ist. Kann er dir nicht Aufgaben geben oder kleine Rituale einführen? Das muss ja nicht täglich passieren, aber evtl einmal die Woche mit einem Plan für die kommenden Tage? Mir hilft so etwas immer sehr, wenn wir uns 2, 3 Wochen nicht sehen können. Wichtig wäre dann natürlich, dass er das (zumindest sporadisch) kontrolliert bzw Feedback gibt, denn sonst ist es ein reiner Monolog und eine Einbahnstraße und wird dir vermutlich auch nicht viel bringen... Mehr fällt mir da so spontan als "Rettungsanker" auch nicht ein... Alles Gute!
      manchmal ist ja etwas weniger ...mehr:

      Timing ist immer nicht einfach......täglicher Kontakt ist toll solange es funktioniert und nicht in totalem Stress ausartet, weil man immer auf den Punkt will und nichts verpassen will.

      Hier könnte es vielleicht helfen etwas weniger- dafür aber geplanter und kontrollierter ( zu telefonieren...Skype....oder was auch immer).
      Wenn ich weiß mein Gegenüber hat jetzt Zeit für mich - ist nicht "auf dem Sprung"....ist das für mich einfacher auch wenn es insgesamt vielleicht weniger Zeit ist - aber - diese Zeit gehört ganz uns.

      Ich konnte so besser damit umgehen.
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      Guten Morgen Ihr Lieben,
      nach der Nacht und wieder vielen Gedanken, hat mir gestern der Beitrag von @Zofe unter dem gleichem Titel, doch sehr die Augen dafür geöffnet, wo mein Problem liegt und dies auch zu benennen. Ich fühle da genau wie sie.
      Sie hat den Kern wirklich perfekt getroffen und mir bewusst werden lassen, was gerade von mir erwartet wird und wo mein Platz sein sollte...

      Ich werde den Vorschlag von dir @Annja.B aufgreifen und Sachen aufschreiben, die mir wichtig sind. Und ansonsten werde ich meinem Herr zu Liebe, meine Sehnsucht nach ihm, in den Hintergrund stellen und sein Wohl im Moment vor meine Wünsche stellen. Ich weiß, dass es schwer wird, aber ich weiß auch dass wieder andere Zeiten kommen. Und geht es nicht darum? Als Sub die Wünsche seines Herren vor die eigenen zu stellen?! Sein Wohl über das eigene (alles bis zu einem gewissen Punkt natürlich)?!
      Ich habe dieses Bedürfnis absolut und bin mir diesem jetzt auch wieder ein Stück bewusster geworden.
      So ist es halt, wenn man lernt. Jetzt heißt es, Worten Taten folgen zu lassen und daran zu wachsen. Mir gibt diese Erkenntnis und die Benennung des Problems gerade die Ruhe die ich brauche. Wir schaffen das, wir haben alle Zeit der Welt...