Ratlos im Umgang mit BDSM

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      Ratlos im Umgang mit BDSM

      Hallo zusammen,

      ich wende mich an dieses Forum um mir Rat zu suchen, ich aktuell ziemlich überfordert bin.

      Meine Frau und ich kennen uns seit 2014 und sind seit Juli 2019 verheiratet. Wir sind glücklich miteinander und auch der gemeinsame Sex stimmt.

      Sie besitzt eine BDSM Leidenschaft, welche sie wohl lange in unserer Beziehung/Ehe unterdrückt hat, weil ich nicht der Typ für sowas bin.

      Ich kann halt mit dem Lack Klamotten, Peitschen, etc nix anfangen. Mir gibt dies halt keinen Kick.

      Jetzt hat meine Frau mich vorherige Woche angesprochen und mir mitgeteilt, dass sie ihr Verlangen danach nicht mehr unterdrücken kann/möchte und sie sich eine Spielbeziehung wünscht, da ich ihr leider nicht das geben kann, was sie sich wünscht.

      Ich möchte auch betonen, dass ich ihre offene und ehrliche Art wirklich sehr schätze. Ich möchte auch nicht ein Klotz am Bein für sie sein der sie ausbremst..

      Aber bei dem Gedanken, dass meine Frau zu jemanden anderes geht um sich, auf der einen Seite ein paar Schmerzen hinzufügen zu lassen, welche ich Tage später an ihrem Körper noch sehe und auf der anderen Seite mit demjenigen auch noch Verkehr möchte (der für sie nicht unwichtig dabei ist), wird mir ganz unwohl.

      Und das soll ich jetzt erlauben?

      Das Thema ist halt, dass ich dies nicht kann, weil mir halt unwohl wird bei dem Gedanken. Ich bin nämlich so der tkypische Monogame Kerl.

      Oder soll ich es doch zulassen und mich nicht so anstellen? Ich liebe ja meine Frau.

      Ich weiß nicht wie es weiter geht mit uns und unserer Ehe wenn ich weiterhin "Nein" sage.
      Wahrscheinlich geht es dann Richtung Ende.

      Ich bin so richtig neben der Spur aktuell und ratlos. Mich selbst hintergehen möchte ich natürlich auch nicht, nur damit meine Frau zufrieden ist.

      Hat einer von euch ähnliche Erfahrungen gemacht oder kann mir einen Tipp geben?
      Hallo @DriverCity! Zunächst einmal herzlich Willkommen hier in einer für dich offensichtlich sehr fremden Welt!

      DriverCity schrieb:

      Sie besitzt eine BDSM Leidenschaft, welche sie wohl lange in unserer Beziehung/Ehe unterdrückt hat, weil ich nicht der Typ für sowas bin.
      Das ist natürlich schade, aber nicht mehr rückgängig zu machen.
      Es ist für viele Menschen schon schwer, diese Neigung dauerhaft zu unterdrücken
      Auch hier gilt halt Offenheit und Ehrlichkeit.

      DriverCity schrieb:

      Ich kann halt mit dem Lack Klamotten, Peitschen, etc nix anfangen. Mir gibt dies halt keinen Kick.
      Ich musste jetzt kurz schmunzeln, da du mit dieser Aussage ein Vorurteil bestätigst, das viele Menschen haben.
      BDSM isst vielfältig und so viel mehr, als das.

      DriverCity schrieb:

      Und das soll ich jetzt erlauben?
      Es ist eine Möglichkeit, die Beziehung zu öffnen.
      Aber das könnt nur ihr beide entscheiden und ggf. auch den Rahmen abstecken.
      Wenn du das nicht kannst und willst bzw. nicht die Bereitschaft hast, dich mit dem Thema BDSM zu beschäftigen, kann es ggf. tatsächlich zur Trennung kommen. Eben weil deine Frau ihre Neigung nicht mehr unterdrücken möchte.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      Hallo @DriverCity, herzlich willkommen!
      Ihr seid glücklich miteinander und der Sex stimmt auch.
      Auch wenn du das jetzt nicht so gerne hörst, sieht deine Frau das vielleicht etwas anders, wenn sie so ein Gespräch mit dir führt.
      Offensichtlich hat sie sich schon Gedanken um eine Spielbeziehung gemacht und " Verkehr dabei auch nicht unwichtig für sie ist".
      Ich kann dir leider keinen Tip geben, aber wenn du diesen Part für sie nicht machen kannst oder willst, wirst du um ein erlauben dieser Spielbeziehung zumindest in Erwägung ziehen.
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !
      Du schreibst, der Sex zwischen Euch stimmt, sagst aber gleichzeitig, daß sie eine BDSM-Leidenschaft hat, die sie nicht mehr unterdrücken kann und daß sie gern eine Spielbeziehung hätte. Ich muss da dann leider @Majasdom zustimmen: Scheinbar ist die Sexualität zwischen Euch für Dich befriedigender als für sie.

      Hast Du sie einmal gefragt, was sie genau braucht und vermisst? Vielleicht ist es ja etwas, das Du Ihr doch geben kannst?
      BDSM, wie @topaz schon richtigerweise schrieb, besteht mitnichten nur aus Lackkleidung oder Peitschen. Es gibt im Gegenteil ganz viele BDSMler, die damit genauso wenig anfangen können wie Du, ^^

      Da für Dich keine offene Beziehung in Frage kommt, ist der einzige Weg wohl, mit ihr exakt zu klären, was genau sie vermisst. Möglicherweise ist das weniger, als Du glaubst?
      Sag Ihr aber auch genau, daß Du Dir eine offene Beziehung nicht vorstellen kannst. Denn, um es klar auszusprechen: Ich glaube unter den von Dir geschriebenen Umständen auch, daß ansonsten Eure Ehe zerbrechen würde, wenn Du Dich damit einverstanden erklrst.
      Andererseits kannst Du Ihr aber auch nicht wirklich anderen Mann verbieten, nur, weil Ihr verheiratet seid.
      Deshalb: Reden, reden, reden... und versuchen, eine Lösung ohne anderen Mann zu finden. Sie wird jedoch voraussichtlich ihre Neigung auch nicht für immer unterdrücken können. Auch das kann dann letztendlich zu einer Trennung führen.
      All das muss aber nicht passieren. Und wir kennen Euch einfach nicht und können letztendlich nur raten.

      Schon einmal an eine Paartherapie gedacht?
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Schwierig, sehr schwierig...

      Da ist auf der einen Seite jemand, der seine Neigung nicht mehr unterdrücken kann/möchte und auf der anderen Seite jemand, der diese Neigung nicht befriedigen kann.

      Vielleicht hilft es, wenn du in die Suche deiner Frau miteinbezogen wirst?
      Oder es macht alles noch schwerer...

      Vielleicht zerbricht die Ehe, wenn du ihr keine Spielbeziehung erlaubst.
      Vielleicht zerbricht die Ehe, weil du mit einem weiteren Mann in eurer Beziehung schlussendlich doch nicht umgehen kannst?

      BDSM und seine Neigungen ist ja sehr vielfältig - habt ihr über die genauen Wünsche/Bedürfnisse deiner Frau gesprochen?
      Und ist es so ganz abwegig, dass du dich damit anfreunden kannst?

      BDSM heißt ja nicht zwangsläufig Latex, Lack und Leder mit Peitschen. :yes:
      Vielleicht gibt es Bereiche, die sie braucht und die du auch erfüllen kannst?

      @Feuerpferd war schneller. :D
      Ich möchte mal ganz vorsichtig zu bedenken geben, dass in meinem Umfeld Frauen (mich eingeschlossen) nur den Mund aufgemacht und einen Änderungswunsch, egal ob Trennung oder Öffnung der Beziehung, geäußert haben, wenn sie sich schon entschieden hatten.
      Der Aussprache ist eine lange Leidenszeit vorhergegangen und sie hatten im Kopf schon alle Möglichkeiten durchgespielt, die in Frage kommen.

      Wenn das bei euch auch so ist, musst du schnell handeln. Die Idee mit der Paartherapie finde ich sehr gut, eine neutrale Gesprächsperson kann hilfreich sein.
      Ich wünsche euch viel Glück, vielleicht schlummert ja doch ein wenig BDSM in dir.
      Wenn es dir möglich ist, berichte mal bitte, wie es weitgeht :)
      Auch wenn es widersprüchlich klingt:
      Ihr Ego muss stark genug sein, um seine begrenzte, defensive Haltung und Kontrolle aufgeben zu können.
      Sie brauchen ein starkes Ego, um das Ego transzendieren zu können.

      - John Bradshaw, Das Kind in uns -
      Erst einmal danke für eure Antworten. Das ging ja echt schnell..

      Also, meine Frau und ich haben erst heute noch zusammen geredet. Sie selbst sagte ja zu mir, dass sie unseren Sex toll findet und daran auch nichts auszusetzen gibt.

      Sie mag aber halt von jemanden dominiert werden. Sie mag es halt von jemanden Schmerzen zugefügt zu bekommen. Und sie sagte eben auch, dass zu diesem Spiel eben auch Verkehr gehört, weil ihr OHNE Verkehr der ganze Kram mit "Schmerzen" nicht bringen würde. Die Schmerzen und das Spiel zwischen ihr und dem Dom törnt sie halt an und dann muss auch der Verkehr erfolgen.

      Für sie ist es eben nur Sex und kann es klar trennen. Tja, nur ich kann das halt nicht.

      So sehr sie mich halt liebt aber sie ist genau wie ich der Meinung, dass ich der Typ für sowas nicht bin und sie sich deshalb wünscht, dass ich so eine Spielbeziehung erlauben soll. Ich könne im Gegenzug ja auch was mit einer anderen Frau machen...

      Das ist ja alles gut und schön, dass ich das auch darf..nur...ich will das gar nicht...

      Im Grunde stört mich an der ganzen Sache eher die Tatsache, dass meine Frau mit jemanden anderen Verkehr hätte. Ich glaube über die anderen Spielchen könnte ich hinweg sehen. Nur der Gedanke, dass meine Frau mit einem anderen....

      Ach, ich weiß auch nicht was richtig oder falsch ist und was ich machen soll oder nicht.
      :pardon: das ist echt eine Sch...situation. Nur ein kleiner Gedanke: Statt einer Spielbeziehung, könntest Du Dir vielleicht vorstellen, stattdessen vielleicht hin und wieder dementsprechende Partys/Veranstaltungen mit Ihr zu besuchen? Auch wenn es Dich nicht kickt, Du bist dabei und musst Dir keine Gedanken machen, was passiert/passiert ist und es kommt nicht ein(e) spezieller Dritter ins Spiel, der/die irgendwann auch persönliche Probleme in Eurer Ehe verursachen könnte. Nicht zuende gadacht, aber vielleicht ein Ansatz...!?
      Seitdem ich perfekt bin, hält sich meine Arroganz in Grenzen!
      Dies Dilemma wird hier häufig besprochen. Das du der Typ für "sowas" für sie nicht bist.
      Wie hier schon mal von @Isegrim_weiblich_devot erwähnte, ist sie in der Planungsphase wahrscheinlich
      schon relativ weit.
      Schlage ihr vor, zumindest in der ersten Zeit den Verkehr auszuschließen.
      Ich weiss, sie will das im ganzen Paket, aber viele Lösungsansätze sehe ich im Moment nicht.
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !

      DriverCity schrieb:

      Und sie sagte eben auch, dass zu diesem Spiel eben auch Verkehr gehört, weil ihr OHNE Verkehr der ganze Kram mit "Schmerzen" nicht bringen würde. Die Schmerzen und das Spiel zwischen ihr und dem Dom törnt sie halt an und dann muss auch der Verkehr erfolgen.
      Ich weiss ja nicht, wie viel Erfahrungen deine Frau schon bzgl. BDSM hat. Und was davon nur Wünsche oder Träume sind.
      Sex und BDSM gehören nämlich nicht immer zwingend zusammen.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      Herzlich willkommen :blumen:
      Ein großes Lob. Ich finde es sehr mutig dass du dich hier öffnest und nach einer Lösung suchst! Hut ab

      ich spreche da aus eigener Erfahrung. Ich habe meine Neigung auch lange nicht zugelassen und irgendwann meinem EXmann davon erzählt. Er konnte damit nichts anfangen und hat es belächelt... abgekürzt: nun sind wir getrennt :whistling:


      ich finde den Ansatz von @annimaxx ziemlich gut.

      Wieviel Erfahrung hat deine Frau denn? Oder ist bis jetzt „nur“
      Phantasie?


      Und ja. Ihr müsst reden, reden und nochmals reden.

      Ich drück dich
      Manchmal sind die Dinge, vor denen du am meisten Angst hast, die Dinge die dir Freiheit bringen! :love:
      Nabend,

      Es ist gut das ihr miteinander reden könnt, trotz verschiedener Wünsche und Ansichten.
      Versucht beide euch dieses "Gold" zu erhalten!
      Gebt euch vor allem Zeit, sag das auch deiner Frau, Zeit ist so immens wichtig.
      Deine Frau sollte Dir Zeit geben eure Entscheidungen zu überdenken und Zeit zum verkraften lassen.
      Sie scheint Dich zu Lieben, und Vertraut Dir.
      Vertraue ihr auch, das ihr eine Gemeinsame Lösung findet.
      Verzeiht euch gegenseitig Fehler.
      Und probiert Dinge gemeinsam aus.
      Auch wenn du meinst es gefällt dir nicht, sei aufgeschlossen neuem gegenüber.

      Ich wünsche euch beiden das beste zusammen, mfg Talon
      :dance:
      Meine Partnerin schaut manchmal im Fernsehen Sachen an, mit denen ich nichts anfangen kann (Fußball zum Beispiel, wer braucht das?). Ich gucke Serien, die ihr nichts bringen (was ist denn bitte an Science Fiction auszusetzen?). Beides haben wir auch schon miteinander gemacht, weil es uns Freude bereitet, dem jeweils anderen Freude zu bereiten.
      Keine Sorge, ich sage nicht "stell Dich nicht so an". Und natürlich ist langweiliges Fernsehprogramm zu ertragen etwas ganz anderes, als auf sexueller Ebene Dinge zu tun, die Dich vielleicht sogar abstoßen oder Dir zumindest nichts geben. Das sind völlig verschiedene Ligen.

      Aber (war ja klar, dass ein Aber kommt): vielleicht findet Ihr trotzdem einen Kompromiss? Lack und Latex finde ich selbst auch total abtörnend. BDSM kann aber, wie viele Andere hier schon sagten, viel mehr sein. Ein paar Beispiele: viele Paare finden ein paar Fesselspielchen erregend, obwohl sie sich nicht als BDSMler sehen. Für mich gehört das dazu. Für den Anfang kann man da auch einfach einen Schal oder ein paar Plüschhandschellen verwenden, die man für wenig Geld kriegen kann. Wenn es Spaß macht, kann man dann immer noch Geld reinstecken.
      Ein Klaps auf den Hintern findet sich ebenfalls oft im "normalen" Sex - kann aber meiner Meinung nach der Anfang von Spanking sein. Es muss ja nicht die Peitsche sein, die flache Hand ist eh leichter zu handhaben. Mir erzählte neulich jemand von einem Bekannten (nach seinem Selbstverständnis kein BDSMler), der ein Seil völlig abartig fand, Ohrfeigen aber nicht...ich verstehe es nicht, aber es zeigt, wie verschieden die Grenze zwischen "normal" und "pervers" gezogen werden kann.
      Bis vor kurzem war hier ein Paar angemeldet, bei denen Schmerzen überhaupt nicht dazugehören. Aber er sie hat sich ihm untergeordnet und er sie geführt. In den 1950ern hätte man das noch als normale, gesunde Beziehung wahrgenommen, heute ist es BDSM.
      Im Bett dominiert zu werden, kann ebenfalls ganz verschieden sein. Es gibt Paare (und Mehrpersonen-Konstellationen), bei denen einer wie ein wildes Tier über den anderen herfällt. Es gibt Konstellationen, wo viel mit Befehlen und Gehorsam gearbeitet wird. Beides kann beim Sex verwendet werden und zu befriedigenden Ergebnissen führen, wenn man drauf steht. Beide Ausprägungen (und alles dazwischen sowie viele andere) sind zwar grundverschieden, können aber mit "dominiert werden" umschrieben werden.

      Worauf will ich hinaus? Deine Andeutung mit Peitsche und Lack-Kleidung klingt, als hättest Du ein sehr bestimmtes Bild von BDSM vor Augen. Kein Wunder, dieses Bild wird ja in endloser Wiederholung von allen Medien gezeichnet und es ist auch nicht falsch - nur eben extrem unvollständig. Meine Aufzählung ist auch nicht ansatzweise vollständig, es gibt wahnsinnig viel mehr. Ich habe den Eindruck, dass Deine Frau diese Wünsche nicht genauer ausgeführt hat. Vielleicht aus Scham, vielleicht um Dich nicht noch mehr zu überfordern als dieses Gespräch es ohnehin getan haben dürfte. Vielleicht auch, weil sie es selbst nicht so genau weiß.

      Der übliche Rat für Menschen, die neu in der Thematik sind, lautet: "schau Dich um, lies Dich ein und schau, was Dir gefällt."
      Das dürfte bei Dir schwierig werden. Mein Rat an Dich ist daher: "Versuche, herauszufinden, was genau Deine Frau eigentlich möchte und überlege, ob Du ihr diesen Gefallen (vielleicht in abgespeckter Version) ab und an tun kannst. Vielleicht entdeckst Du ungeahnte Seiten an Dir, vielleicht auch nicht. Aber vielleicht kannst Du es genießen, sie dabei zu beobachten, wie sie es genießt.

      Viel Glück :blumen:


      P.S.: Mit dem Satz "In den 1950ern hätte man das noch als normale, gesunde Beziehung wahrgenommen, heute ist es BDSM" wollte ich natürlich nicht sagen, dass BDSM keine gesunde Beziehung sein könnte. Nur dass diese Unterordnung der Frau unter den Mann heutzutage gesellschaftlich zum Glück nicht mehr normal ist.
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
      Hallo @DriverCity!

      Ich würde auch sagen, aus dem Kopf wird sie das nie mehr kriegen. Wenn ihr tatsächlich eine so offene und ehrliche Art zu kommunizieren habt, Respekt, dann kanns schon sein, dass ihr ne Lösung findet.

      Erstmal für SIE gehören die Erregung durch Schmerz und der Verkehr selbst zusammen. Das ist durchaus nicht für jeden so...für mich allerdings schon auch also kann ich es nachvollziehen.
      Nur...erstens:
      Bist du mitnichten dazu verpflichtet, ihr alles zu gestatten, was sie sich wünscht, und wenn du tatsächlich zustimmst, dass sie "spielen geht", ist es nicht zuviel verlangt, wenn es dabei bleiben muss.
      Andererseits...vielleicht kannst du genau da einhaken...wenn dus dir vorstellen kannst, ihr zuzusehen, in der Nähe zu bleiben, vielleicht in gewisser Weise ein Teil des Spiels werden kannst, hast du eine komplett heißgelaufene, quasi "angestartete" Partnerin...Sex kann ja stattfinden, nur eben mit dir!
      Und dann...sowenig wie sie ihre Neigung unterdrücken kann und sollte, sowenig kannst du plötzlich den Dom aus dem Ärmel beuteln...zumindest nicht ihr gegenüber.
      Lies dich mal ein hier und schau dich um...das is bunt, vielleicht ist was für dich dabei oder du kannst ein Stück weit besser abschätzen, WAS du mitmachen möchtest und was nicht.

      Geh nicht gegen deine Überzeugung! Wenn es dich verletzt, ist es falsch. Du kannst sie natürlich nicht einsperren aber deine Konsequenzen ziehen. Nur überleg dir gut, woraus sich deine Überzeugung speist. Wenn du dich informiert hast und immer noch sagst ne, das is nix für mich, mischt die Karten neu.

      Viel Glück, euch beiden :blumen:
      Da es schon spät ist, kann ich nicht in der meiner Vorredner*Innen vergleichbaren, geschliffenen Länge antworten, sonder lediglich: Ja, versuch nachzuvollziehen, was sie an dem Spiel kickt, besuch vielleicht gemeinsam eine Veranstaltung und wenn es immer noch nicht bei dir zündet, erlaube ihr eine Spielbeziehung. Ich vermute, das würde euch stärker aneinander binden.
      Es gibt Paare, die suchen einen "Dominanten Hausfreund" für Spiele zu dritt. Wenn du mit der Unterwerfung und der Schmerzzufügung so gut zurecht kommst, dass du dabei auch zuschauen kannst, könntet ihr einen solchen suchen, der das gewünschte Vorspiel übernimmt, evtl. auch Dich mit einbezieht, aber den GV dir und ihr überlässt. Wäre sicher auch nicht leicht für dich, aber nur so als Denkanstoß, dass kreative Lösungen evtl. möglich sind. Alles Gute Euch beiden!
      Werde, der du bist. (Pindar)
      Wie meine Vorredner bereits sagten, solltest du in erster Linie herausfinden, was genau deine Partnerin an BDSM reizt? Nur so kannst du abschätzen, ob du nicht doch auch (zumindest zu einem Teil) Gefallen daran finden kannst? Denn ganz offen gesagt, hat es nur bedingt mit Lack und Peitschen zu tun. Soweit ich deinen Schilderungen alles richtig entnommen habe, sehnt sie sich nämlich vor allem nach der Unterwerfung, der Lustschmerz ist nur ein weiteres Faible.

      Natürlich kannst du nicht von heute auf morgen ein Dom werden und dementsprechend auftreten, vor allem wenn ihr schon lange zusammen seid und sie dich bisher völlig anders wahrgenommen hat - aber wenn DU es möchtest, gibt es auch hier Wege vielleicht eine gemeinsame Lösung ohne Fremdpersonen zu finden! Ihr redet ja schon mal darüber, demnach ist die Kommunikation soweit in Ordnung und viele Paare würden euch dafür schon mal beneiden. Dir muss aber klar sein, dass sich gegebenenfalls an deinem Verhalten und Stil sehr viel ändern müsste, damit sie dich mit anderen Augen sieht und ihre Meinung ändert, um es vielleicht doch auch mit dir zu versuchen. Ich spreche hier vor allem auch Alltagssituationen an, die richtungsweisend sind und für unterschiedliche Reaktionen bei ihr sorgen und dadurch das Zusammenleben entscheidend beeinflussen - das wird meiner Meinung nach bei langjährigen (Vanilla-)Beziehungen oft unterschätzt. Voraussetzung dafür ist aber wie gesagt, dass DU bereit bist, einiges zu ändern und überhaupt Interesse daran hast - sonst ist es zum Scheitern verurteilt und wird mangels Authentizität nur dazu führen, dass sie doch einen anderen Spielpartner möchte. Gerne stehe ich für diverse Tipps bereit, solltest du Hilfe brauchen. Den ersten Schritt hast du ja schon gemacht, in dem du nach Infos und/oder einer passenden Community für deine Fragen gesucht hast.

      Ansonsten kann ich dir nur raten, dir alles gut zu überlegen. Die eigene Partnerin, die man ja hoffentlich sehr liebt, mit jemand anderem zu sehen oder es sich auch nur vorzustellen, kann extrem schmerzhaft sein und spätestens nach dem Erleben/Geschehen auch irreparable Schäden in der Beziehung anrichten. Du hast ja bereits Vorschläge bekommen, in diesem Bereich erste Erfahrungen zu sammeln und euch langsam der "Grenze" zu nähern, ohne direkt aufs Ganze zu gehen und ihr alles kompromislos zu erlauben. Wer weiß, vielleicht war das Äußern ihrer Wünsche/Fantasien ja auch der Startschuss für eine völlig neue und wesentlich intimere und vertrauensvolle Art eurer Partnerschaft, durch die ihr beide nie geahnte Erlebnisse teilen werdet, die euch ihr und dir gleichermaßen gefallen? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass BDSM enorm zusammenschweißen und das Sexualleben trotz "eigentlicher Zufriedenheit" (so wie du es im Eingangspost beschrieben hast) neu beflügeln kann! Oft kommt dann sogar automatisch ein zusätzlicher Spielpartner hinzu und die Hemmschwelle sinkt.

      Darf ich fragen, wie du auf diese Plattform gestoßen bist? Ist deine Partnerin auch hier und hat sie dir Gentledom empfohlen oder bist du durch Eigenrecherche hier gelandet?
      Hallo :)

      Das wäre auch mein Vorschlag gewesen, dass ihr euch ganz langsam rantastet mit einem Spielpartner der den BDSM Teil mit einbringt und den Sex übernimmst du.

      Was du so geschrieben hast klingt als würdet ihr eine gute Beziehung führen. Der normale Sex gefällt eucuh beiden (auch wen nsie sich zusätzlich noch was anderes wünscht) ihr könnt offen über sowas reden und dass du dir hier Rat suchst finde ich auch echt klasse. Da lohnt es sich doch um die Beziehung zu kämpfen.

      Für mich gehört Sex zum Beispiel gar nicht unbedingt zu BDSM dazu und wenn du danach suchst, findest du bestimmt einen dominanten Mann, der das auch so sieht und es auch reizvoll findet, eine Frau zu führen, ihr Schmerzen zuzufügen und sie aber ansonst ihrem Mann zu überlassen.

      Und was der dominante Mann macht, da kann man ja auch ganz langsam anfangen. Und vielleicht siehst du dann Sachen die du dir auch vorstellen kannst, selber zu machen. Vielleicht gefällt es dir sogar. Vielleicht gefällt es dir nicht selber, aber ist ok für dich. Übers Knie legen zum Beispiel. Oder was auch immer, das musst du für dich herausfinden. Auf jeden Fall könnt ihr euch gemeinsam auf eine spannende Reise begeben. Und wo euch das dann hinführt, ob es eure Beziehung noch glücklicher macht, oder ob sie zwar viel glücklicher du dafür aber etwas weniger glücklich bist, oder ob eure Beziehung auseinander geht... Das muss die Zeit zeigen, das kann man nie vorher wissen.

      Liebe Grüße
      Simon
      Alle guten Dinge haben etwas Lässiges und liegen wie Kühe auf der Wiese.
      Friedrich Wilhelm Nietzsche
      Wenn ihr beide glücklich seid und der Sex toll ist, worüber schreiben dann alle?
      Also nicht alles eitel Sonnenschein.
      Würde mich das Thema betreffen,
      würde ich meine Frau fragen,
      1. was genau sie mag und
      2. was sie nicht mag.
      Nächster Punkt
      Schlagen ist ein schwieriges Thema, wir lernen in unserer Erziehung das das böse ist und sich nicht gehört.
      Da stellt sich die Frage erst garnicht ob man das mag oder nicht.
      Weiterer Punkt
      Dominanz
      Wenn eine Frau devot ist, kann es gut möglich sein, das es sie sehr viel Kraft kostet um dominant zu sein.
      Du bist kein Mensch dafür, schreibst du.
      - Wofür genau bist du kein Mensch?
      - Du bist nicht devot? oder gar dominant?
      Vielleicht helfen ihr schon Kleinigkeiten bei denen du sie stabilisieren kannst. Indem ihr euren Umgang miteinander anders gestaltet?

      Ich kenne das ganze von uns.
      Bei uns lief es zwar anders, aber wir kämpften auch lange Zeit mit uns.
      Doch unsere Liebe hat immer wieder dazu geführt das die Bedürfnisse meines Partners und meine Thema waren, was wir besprachen, im Laufe der Jahre näherten wir uns an und heute weiß ich nicht wer von uns beiden es mehr genießt, wir haben uns beide gefunden und können es glücklicherweise miteinander ausleben.

      Mein Rat an dich wäre, schau genau was du magst, was du nicht magst,
      was deine Frag mag und was sie nicht mag,
      wo ihr Übereinstimmungen habt,
      und wo eure Bedürfnisse auseinander driften, ob das wirklich bedeutet das ein jeder von euch das nicht mag oder ob ihr es ablehnt aus anderen Gründen?

      Sex kann nur Sex sein auch wenn es intim ist.
      Spiel kann nur Spiel sein, kann aber wesentlich intimer als Sex sein. Für mich wäre es unmöglich mit jemand anderem als meinem Partner meine Veranlagungen auszuleben, weil es ein miteinander Leben ist und für mich wäre es Untreue meine intimsten Gefühle mit jemand anderen zu teilen als mit meinem Partner.

      Ich wünsche Euch viel Kraft und Geduld damit ihr einen gemeinsamen Weg findet.
      Moin,

      meine Vorredner haben ja schon fast alles gesagt, aber aus eigener Erfahrung möchte ich ein paar wesentliche Punkte noch einmal herausheben:

      - hat jemand eine Neigung (oder eher Sehsnucht?) nach BDSM wird er /sie sie langfristig nicht unterdrücken können. Das werden Dir wohl alle hier bestätigen können.
      - Deine Frau war schon sehr offen zu Dir, biete auch Du ihr ein offenes Ohr und höre zu, was sie sich wünscht (Lack, Leder und Peitschen werden da vielleicht gar nicht vorkommen) und dann reflektiere, womit Du ihr evntuell entgegenkommen kannst. Bei uns fing es auch mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner an, als ich meiner Frau den Wunsch offenbarte, ein wenig BDSM in unsere Beziehung zu bringen. Irgendwann merkte sie, dass sie ein ganz falsches Bild von BDSM hatte und ihre Bedenken sich als grundlos erwiesen. Und von diesem kleinsten Nenner aus haben wir den "Bruch dann erweitert", um bei dem mathematischen Vergleich zu bleiben.
      - Wenn die Neigung Deiner Frau aber keine Reaktion bei Dir hervorrufen kann, wird sich die Neigung andere Wege bahnen (und Deine Frau hat ja auch schon angedeutet, wie das aussehen könnte)
      - Und Isegrim wird wahrscheinlich recht haben, dass Deine Frau wird mit ihren Gedanken und vielleicht auch Plänen schon weiter sein könnte, als Du vermutest. Aussitzen kannst Du die Sache nicht, sondern Du musst handeln - oder besser: ihr erst einmal zuhören und geimeinsam an einer Lösung arbeiten, bei der Ihr beide Euch aufeinander zu bewegen müsst, das heißt, auch Du musst Dich bewegen, wenn Du die Beziehung retten willst.

      Ich wünsche Euch beiden viel Glück und Erfolg dabei!

      Wiking