Fremde Menschen als BDSM-ler erkennen

      Fremde Menschen als BDSM-ler erkennen

      Wiking schrieb:

      Wie ist es Euch in vergleichbaren Situationen ergangen, wenn sich fremde Menschen neben einem plötzlich als BDSM-affin zu erkennen geben?
      Oder wäre das schon Thema für einen eigenen Thraed?

      Wiking

      Ich denke ja... :)

      Mir ist es auch schon passiert, das sich eine Person zu mir gesetzt hat.......nach einer Weile erst die Jacke ausgezogen hat ...und dann ein Halsband mit O-Ring zum vorschein kam.

      Das das Gespräch nicht auf dieses Thema gekommen ist habe ich das gar nicht weiter beachtet sondern mich halt "ganz normal" unterhalten.

      ...so gefühlsmäßig war das schon irgendwie etwas komisch. .......es verbindet einen was.......
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      Ein Halsband mit O-Ring, oder gar einen Halsreif, ist mir in freier Wildbahn hin und wieder begegnet. Mehr als ein verstohlenes Lächeln gab es dazu von mir aber nicht; insbesondere dann nicht, wenn es ohnehin keine Kommunikation gab. Letztlich reicht es mir an der Stelle auch durch meine Beobachtung zufahren, dass ich nicht allein bin auf dieser Welt. Und ansonsten freue ich mich halt im Stillen für diesen Menschen.
      Anders sähe es sicher aus, wenn man ins Gespräch käme und die Situation eine offene Frage zum Thema hergäbe. Aber wildfremde Leute auf sowas ansprechen? Wozu?
      We like to think we're the Roadrunner, but we're the Coyote.
      Ich habe mal mit einer Kollegin (Anfang 20) geblödelt, die dann das Wort für "Leute, die auf Schmerzen stehen" nicht wusste. Als ich es ihr sagte, sagte sie nochmal, dass sie sich da nicht so auskenne.

      Da hab ich mich schon gefragt, ob sie vielleicht BDSMlerin ist und es mit ihrer Tarnung übertrieben hat. Das Wort Masochist ist doch eigentlich relativ bekannt? :pardon:

      Ich hab dann aber auch nichts daraus gemacht, wozu? Zumal das Thema nicht auf die Arbeit gehört.
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
      Zumindest vermuten.
      Letzten Freitag . Wir saßen beisammen. Es wurde gelacht und geblödelt. Als dann das Thema auf Erziehung(ob Mann oder Frau ) kam, konnte ich mich bei meinem Tischnachbarn irgendwie des Gefühls nicht erwehren, der wäre BDSMler, denn er benutzte Worte wie "nötige Dominanz sei doch erforderlich" und grinste .. Es ging dabei auch um das Thema, ob man den Partner erziehen könne.
      Konnte leider nicht näher darauf eingehen ;) wegen der bieder wirkenden anderen Gäste. ^^
      Teufelchen im Blut, Engelchen im Herzen
      und ein bisschen Wahnsinn im Kopf 8)
      In meiner Anfangszeit, als mein Herr und ich begonnen haben BDSM auszuleben, war ich noch etwas unsicher, ob ich mein Halsband in der Öffentlichkeit tragen 'kann' / möchte oder ob ich damit vielleicht zu sehr auffalle (heute ist mir das ziemlich egal) und habe verschärft darauf geachtet, ob man so etwas auch mal bei anderen sieht. Wenn ich mal eine Frau mit Halsband gesehen habe, was nur sehr selten vorkam, habe ich ihr ein Lächeln geschenkt und das war's. Kontakt kam dadurch nicht zustande und ich wüsste auch nicht, warum.

      Andere BDSM-typische Zeichen sind mir bei anderen noch nie aufgefallen. Ich achte aber auch nicht mehr darauf.

      Ich erinnere mich daran, früher in einer Diskothek häufig Frauen mit Halsband (mit O-Ring) gesehen zu haben, allerdings waren das vorwiegend Menschen aus der Gothic-Szene - und da ist das ja oftmals einfach ein modisches Accessoire.
      ab und zu sieht man welche mit Halsband etc, aber es gibt auch sehr witzige Begebenheiten.

      Noch nicht lang her, ich wurde im Einkaufsmarkt unseres Vertrauens von jemanden angesprochen.
      Er hätte das Halsband meiner Frau bemerkt und ob wir denn auch auf der dunklen Seite wandeln.
      Ich bejahte das und daraus ergab sich, das wir dann fachsimpelnder Weise uns auf einen Kaffee verabschiedet haben und unsere beiden Holden die Gunst der Stunde nutzten und richtig zuschlugen.

      Unsere Blicke nachdem wir das gekaufte überblickten, mussten unbezahlbar gewesen sein, unsere Holden hatten sich jedenfalls prächtig amüsiert :)
      Ein Freund meinte mal, dass mindestens 10% der Leute, denen ich täglich begegne, auf BDSM stehen. Seit dem mache ich mir da einen Spaß und grüble: Na... wer ist es heute... ab und an habe ich das Gefühl, dass ich triskelen deute in Tattoos. Aber kann mich auch täuschen.

      Halsbänder ganz klassisch, aber bei sehr jungen Damen/Herren, bin ich mir da unsicher. Ist das nicht auch ein Trend aktuell, solche Halsbänder zu tragen?

      Mich haben im Job Doms durch den Ring der O erkannt. Subs vielleicht auch, aber die haben mich nie angesprochen.
      Als ich noch im Einzelhandel gearbeitet habe (ich habe Lingerie für Damen verkauft), sind mir einige wenige Male Paare begegnet, denen man deutlich anmerkte, dass sie BDSM ausleben. Ein Pärchen (wobei es eher der Mann war) war tatsächlich so penetrant, dass es für einen anderen Menschen sicherlich hätte unangenehm werden können.

      An der Kasse wurde halblaut darüber geredet wie unartig Madame sich bei xy wohl verhalten hatte und dass sie sicher wisse, was das für Konsequenzen nach sich ziehen würde. Sie trug ein Halsband und er machte sich beim zahlen an mich gewandt darüber lustig, was das Kartenlesegerät denn für einen Befehlston drauf hätte. Ich fand es mäßig amüsant, hab mich nicht verunsichern lassen und beiden mit einem Lächeln noch ein schönes Wochenende gewünscht.

      Mir selbst sieht man nichts an. Im Gegenteil, ich sehe eher aus wie die Unschuld in Person :D

      newbarbie schrieb:

      Wiking schrieb:

      Wie ist es Euch in vergleichbaren Situationen ergangen, wenn sich fremde Menschen neben einem plötzlich als BDSM-affin zu erkennen geben?

      Ich habe mich ein paarmal unbehaglich gefühlt und im Bus auch schon weggesetzt. So ähnlich wie bei exhibitionisten fühlt es sich für mich an. Ich wollte das nicht sehen. Aber wie gesagt, ich geh dann stumm weg. Mein eigenes Problem...
      Als ich noch Schülerin war (Oberstufe), hat mich mal mein Biolehrer auf den Ring der O angesprochen, den ich damals getragen habe.
      O-ton am Lehrepult, ich habe eine Hausaufgabe nachgereicht:
      Er: "weißt du eigentlich was dass bedeutet?"
      *zeigt auf den Ring*
      Ich: "Ja, deswegen trag ichs ja. Und Sie?"
      Er: "Ja, deswegen frag ich ja."
      .... Stille. Ich grinse und geh wieder.

      Ich hätte mich damals gern mit ihm drüber unterhalten... Ich mochte ihn... aber naja... Wäre vllt schwierig geworden :D
      Bei mir käme es sehr aufs Setting an. In 99% der Fälle würde ich das Zeichen ignorieren. Es geht mich nichts an, was andere im Bett machen, ich möchte es nicht wissen, und ich fände es unprofessionell, mir irgend etwas anmerken zu lassen oder gar jemanden darauf anzusprechen.

      Ich möchte so etwas auch nicht mit der „Öffentlichkeit“ oder mit Fremden teilen, zumal mir Diskretion sehr wichtig ist. Und wenn jemand so offensiv damit umgeht, hat er vielleicht auch kein Problem, ggf mich zu outen, weil er sich nicht in eine Person hineinversetzen kann, die ihr Liebesleben lieber nicht mit aller Welt teilen möchte...

      Ein bisschen anders wäre es, wenn das Setting ungewöhnlich ist... wenn ich z.B. jemanden auf einer Tattoomesse oder einem Konzert sehe, der da eben etwas offener seine Szenezugehörigkeit zeigt. Da würde ich es evtl. lächelnd zur Kenntnis nehmen. Ansprechen? Auch da eher nicht.
      „Jetzt ist einfach nicht die Zeit für Partys“
      D. Kalayci, Gesundheitssenatorin Berlin

      "Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht".
      ~ Jean-Paul Sartre -
      Wir fanden es in unserer Anfangszeit sehr spannend zu beobachten ob andere Menschen sich im Bereich BDSM zu Hause fühlen könnten - ich denke es war die Neugierde ob man es uns auch ansehen oder an uns beobachten könne , und auch der Moment , das es Gleichgesinnte geben konnte die so ticken wie wir .
      Das nutzte sich schnell ab und wenn ich jemanden sehe der Devotionalien des BDSM tragt ist es mir gleichgültig . Besonders weil wir schon oft erlebt haben , das es nicht jedem klar ist was er da demonstrieren könnte und manche nur als Modeschmuck benutzt wird .
      deswegen reagiere ich nicht auf die Demonstration und da ich selbst keine Devotionalien trage werden wir auch nicht darauf Kontaktet .
      Erkenne ich es als echt bleibe ich neutral - weil ich denke das nicht jeder gern auf seine Neigung angesprochen wird - für mich ist das sehr privat und benötigt keinen ungewollten Kontakt .
      Wir leben alle unter dem selben Himmel , aber nicht mit dem gleichen Horizont
      Vor allem in letzter Zeit mache ich mir einen Spaß daraus, zu mutmaßen "Na, wer von euch Unschuldslämmchen ist 'in Wirklichkeit' ganz anders drauf? :evil: ". Aber das mache ich still in meinem Kopf.
      Wenn ich ein entsprechendes Halsband sehe (was sehr selten vorkommt) gehe ich auch nicht automatisch davon aus, dass die Person auf BDSM steht. Das ist zur Zeit echt so ein Trend... (mir soll's Recht sein)

      Ich mache selbst manchmal Anspielungen (wenn es in den Kontext passt), wobei ich mich da in Zukunft mehr zurückhalten will. Nicht dass ich es noch übertreibe...
      Oh, mir fällt gerade noch was ein.
      In der Schule hat eine Mitschülerin ziemlich deutlich zu verstehen gegeben, in welche Richtung ihre Interessen gehen. Das krasseste Beispiel (was ich mitbekommen habe) war im Kunstunterricht. Wir sollten aus Krimskrams ein Model einer Bushaltestelle bauen. Sie hat da irgendwas aus Metallteilen zusammengeschustert. Einmal kam der Lehrer vorbei und hat gefragt, was so ihr Konzept wäre, und sie sagt eiskalt (aber mit Enthusiasmus): "Das wird ne BDSM-Bushaltestelle. Da kommt dann noch so ne Lederschaukel rein", etc...
      Der Lehrer hat ruhig aber sichtlich verwirrt zugehört und ist dann weitergegangen. Und ich dachte mir nur "aaaaaaaaalles klar :rofl: ".

      In unserer "Abizeitung" konnte jeder eine eigene Seite frei gestalten. Zwei dieser Seiten schmückt (neben anderem, "normalem" Gedöns) eine Triskele. Eine dieser Seiten gehört ihr, die andere mir :D
      Habe sie jedoch nie angesprochen, weil ich zu meiner Schulzeit noch viel zu schüchtern/ängstlich war, erst recht gegenüber Mädchen/jungen Frauen. Hätte sie dementsprechend so oder so niemals angesprochen.
      Ich habe in den ganzen Jahren, wo ich "an der Front" arbeite und wirklich viel direkt mit Gästen zu tun ab, nie einen Gast gehabt, der/die offen ein Halsband getragen hat.
      Auch O-Ring ist mir nie aufgefallen. Das mag aber auch daran liegen, dass ich in dem Moment, wo die Gäste zu mir kommen, ich mich auf deren Anliegen konzentriere.

      Ich habe aber das eine oder andere Mal auf Grund des Verhaltens überlegt, ob die wohl zur Partei gehören.
      Man sieht ja einiges, wenn man beim Etagendienst durch die Zimmer geht und da könnte man gelegentlich ins Grübeln kommen.
      Aber da sieht man ganz andere Dinge, die einen den Kopf schütteln lassen oder die Augen verdrehen; manchmal die Haare zu Berge treiben.
      Da wäre ein evtl. auf dem Nachttisch liegendes Halsband das Harmloseste.

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      Annimax schrieb:

      Wenn ich nicht mal gerade in einem Umfeld bin, wo damit zu rechnen ist, nehme ich irgendwelche "Anzeichen" auf BDSMler erst einmal nicht allzu ernst, da es sich wirklich nur um ein rein modisches Accesoire handeln kann :yes:
      Das mit dem modischen Accessoire stimmt.
      C&A hat 2007 oder 2008 mal Manschettenknöpfe verkauft, Deren Knopf war eine BDSM-Triskele. Musste ich mir natürlich gleich für meine Hemden kaufen. Aber ich denke viele (incl. C und A) wussten das gar nicht.
      Ähnlich sieht es mit meiner Krawattennadel aus. Ist mit Handschellen versehen.
      War ein Geschenk, welches ich von Angehörigen der BPol bekommen habe. Und die hatten überhaupt nichts mit BDSM am Hut.
      Sondern es ist bei denen einfach ein Geschenk, dass sie Menschen machen, mit denen sie gut zusammengearbeitet haben.
      "I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it."

      (Voltaire Biografin Evelyn Beatrice Hall, 1906)