Schlechter Sex, Dominanz, Unsicherheit

      Also ganz ehrlich: Wenn mein damaliger Subbie zu mir Anfängerdom solche Sachen gesagt hätte, hätte ich entnervt das Handtuch geworfen. Statt dessen hat er sich devoter verhalten, als er eigentlich ist. Befehle brav befolgt, mir Vorschläge gemacht und Tipps gegeben. So konnte ich mich entwickeln.
      Deine sogenannte Freundin verhält sich hingegen sehr unsensibel. Immer nur Schema F ist fad? Wieso zeigt sie dir nicht, was sie auf Touren bringt? Du bist undommig? Na, bei solchen Ansagen braucht man schon ein verdammt großes Ego, um noch dommig sein zu können. Egal ob Vanillasex oder BDSM: um etwas positiv zu verändern, braucht es guten Willen von beiden. Du suchst Rat, um was zu verbessern. Sie schlägt mit dem Vorschlaghammer auf wunde Punkte. Mache dich weiter schlau, bleib offen. Aber suche dir eine Freundin, die deine Bemühungen wertschätzt und nicht ihren Frust an dir auslässt.
      Ich will es einmal versuchen :) .
      Sexuelle Dominanz baut sich bei uns über Nähe auf. Dahinter steht sein Wunsch, mich zu haben und mein Wunsch, ihn zu haben.
      Wäre dies nicht so, würde es sich bei uns nur um sexuelle Triebbefriedigung handeln, also eher die von Dir beschriebene ‚Rein-Raus-Geschichte‘ und das kann ein Jeder ja auch mit sich alleine ausmachen. Dafür braucht man ja nicht mal einen anderen Menschen.

      Interessant wird es für uns erst, wenn das Gefühl füreinander hinzukommt. Und da würde ich an Deiner Stelle vielleicht mal genauer hinschauen. Wie sehr willst Du sie? Was genau bedeutet sie Dir? Wie kannst Du ihr nonverbal Deinen Willen, sie haben zu wollen, im sexuellen Bereich zeigen?

      Mein Mann sagt immer:“Ich will nicht nur Deinen Körper. Was ich mehr als alles andere auf der Welt begehre, ist Deine Seele.“
      An diesem Gewollt-werden im Ganzen lässt sich bei uns Vieles festmachen. Es führt auch unter anderem dazu, dass er den Sex dahingehend anleitet, bestimmt und führt, dass die Intimität voller Gefühle ist. Seine Kontrolle über Hingabe, Schmerz, Verzweiflung, Wut, Scham, Unsicherheit, Ekstase, der sensible Umgang mit meinem Widerwillen u.v.m -> Leidenschaft eben...alles, was auch Leiden schafft ;) .

      Das ist sicherlich kein Patentrezept, sondern eher Teile einer subjektiven Innenansicht. Aber vielleicht auch eine kleine Anregung, die Dich auffordert zu schauen, was Du wirklich fühlst und willst. Und ein kleiner Denkanstoß, der aufzeigt, woraus sich dominanter Sex speisen kann.

      Alles Gute und vor allem:
      Viel Spaß beim Ausprobieren :blumen: .
      „Die Grenzen der Seele wirst du nicht finden, auch wenn du alle Wege durchwanderst.
      So tiefen Grund hat sie.“

      Heraklit
      Ich finde, es ist auch nicht notwendig, hier verbal auf die Freundin des TEs einzuschlagen, da wir (wie meistens) ja nur eine Perspektive kennen. Und ganz ehrlich, wenn reiserfs selbst schreibt, mehr als die "3 Knöpfe" und schnödes Rein-Raus würde ihm sexuell nicht einfallen, dann ist das Hauptproblem wohl kaum, dass sie ihre Vorlieben nicht detailliert genug darlegen würde. Das klingt einfach nicht nach einem sinnlichen, erfüllendem Umgang mit Sexualität. Es gab ja schon einige gute Tipps, wie man das etwas anders angehen kann (sich dem ganzen Körper widmen statt nur den 3 Knöpfen, Spannung aufbauen, Erwartungen durchbrechen, Zärtlichkeiten ohne Sex als Ziel), da würde ich ansetzen und mir Gedanken machen, was mir in der Richtung noch so einfällt (Massagen z.B. wurden glaube ich noch gar nicht genannt, dabei sind die ein großartiger Einstieg, finde ich). Darüber hinaus würde ich versuchen, herauszufinden, wo dieses eher verkrampfte Verhältnis zu Sexualität und Körperlichkeit begründet liegt. In deinem anderen Thread hast du ja auch darüber geschrieben, dass du Probleme hast, deinen Fetisch zu akzeptieren. In Kombination mit diesem Thema habe ich den Eindruck, dass da noch andere Probleme mitspielen (ob eine sehr strenge, körperfeindliche Erziehung, schlechte Erfahrungen, ...). Das musst du natürlich hier nicht ausbreiten, ich meine nur, dass es helfen könnte, für dich darüber nachzudenken.

      Was ich in der aktuellen Situation allerdings nicht für zielführend halte, sind Tipps in die Richtung, er solle sich einfach mal dominant verhalten und von ihr etwas fordern. Wenn ich das Eingangsposting lese, habe ich die Befürchtung, dass das erstens nicht dem Verhältnis zwischen den beiden entspricht und schlimmstenfalls lächerlich wirken könnte, und zweitens eher so ankommen könnte, als würde er sich noch weniger Mühe geben als (in den Augen seiner Freundin) eh schon. Ich hatte auch mal eine Beziehung, in der meinem Partner nicht viel mehr einfiel, als mir direkt an die erogenen Zonen zu greifen, wenn er Sex wollte, was auf mich extrem abturnend gewirkt hat. Da wären Anweisungen, Forderungen und Co. das Letzte gewesen, was die Situation verbessert hätte.
      “To live is the rarest thing in the world. Most people exist, that is all.”
      ― Oscar Wilde
      Ja, wir kennen nur eine Seite. Und ganz offensichtlich hat der TE einige Probleme mit seiner Sexualität und seinem Kink. Aber ebenso offensichtlich bemüht er sich. Und wenn mir als Frau ein Mann etwas hilflos, aber lernwillig erscheint, dann würde ich ihm halt etwas auf die Sprünge helfen. Das wäre doch das einfachste, ihm zu sagen oder zeigen, was mich antörnt. Die Aussagen, die der TE hier zitiert, sind aber kontraproduktiv.
      @reiserfs ich werde aus dem was du schreibst ehrlich gesagt nicht schlau

      Die Beziehung ist dabei kaputt zu gehen.... irgendwie klingt das für mich, als hättest du sie schon abgeschrieben? Bezogen auf sex ist Missstimmung in der Beziehung für sex in der Regel nicht förderlich.


      reiserfs schrieb:

      Ihre Aussage ist: "Du kommst rüber, greifst mir an die Brust, spielst mit meinen Nippeln, dann geht die Hand ins Höschen und dann soll ich davon geil werden? Teilweise ist das sogar sehr unangenehm. Mich turnt das immer ab, weil ich immer weiß, was als nächstes kommt. Das ist mir alles viel zu mechanisch."
      Und als sie mir das erzählt hat, saß ich da, wie vom Blitz getroffen. Und dann Schoss mir die Frage durch den Kopf: Ja wie denn dann? Irgendwas muss ich doch machen und ich hab doch nur diese 3 Knöpfe?
      deine Frage finde ich ehrlich gesagt ziemlich krass. Deine Freundin besteht doch nicht nur aus Busen und Intimbereich.

      Sex (guter) ist soviel mehr als das manipulieren der primären Geschlechtsorgane. Es ist Erotik, Spannung die sich aufbaut, das sind Blicke, Worte, die Stimmung und Lust erzeugen, es sind Berührungen des ganzen Körpers, es sind küsse, die sanft oder auch leidenschaftlich sein können. Es ist nicht nur körperliche sondern auch emotionale Nähe.

      Und nur weil deine Freundin sich mehr Leidenschaft und Dominanz wünscht reden wir noch lange nicht über BDSM.

      Natürlich sollte deine Freundin Dir auch sagen und/oder zeigen was sie mag.

      Aber würde mich jemand auf meine primären geschlechtsorgane reduzieren wäre ich auch alles mögliche, nur nicht erregt.

      Dir geht es doch sicherlich nicht anders? Oder reicht dir für sex das befummeln deines Glieds, ein bisschen rein und raus und das wars?

      Du willst dominant wirken ohne wie in einem porno rüber zu kommen? Dann setz dich mit Dir selbst auseinander, entwickle Deine eigene Vorstellung von Dominanz. Vergiss was du in Pornos gesehen hast. Lies vielleicht lieber Geschichten, lies Erfahrungsberichte hier im Forum und schau was Dir persönlich davon gerecht wird. Entwickle Deine eigene Art.

      Hier könnten Dir unzählige Mitglieder ihrer Art von Sexualität und BDSM schildern aber keine einzige davon wird dir sagen was du machen sollst/kannst/willst weil es eben nicht DU bist.
      Je größer der Dachschaden, umso besser sieht man die Sterne
      In Ergänzung zu @venusfalle möchte ich noch sagen, daß das größte Geschlechtsorgan unsere gesamte Haut ist und Sex funktioniert auch super nur über den Kopf (Stichwort: Erotisches Flüstern oder Dirty Talk)..
      Für mich ist zB auch der Nackenbereich hocherotisch oder die Innenseite der Oberschenkel..
      Du musst nicht nur Nippel und Vagina sehen, sondern den gesamten Menschen, ;)
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Hallo zusammen,
      Ich hatte leider wenig Zeit um hier rein zuschauen. Und ich bin absolut überwältigt von der Resonanz.
      Ich danke euch sehr für die vielen Anregungen, Tipps und Zeit die ihr hier investiert um mir zu helfen. Ganz ehrlich, ihr seid ein ganz ganz tolles Forum.

      Wie @B'Elanna bereits geschrieben hat, habe ich deutliche Probleme im Bezug auf meine Sexualität.

      Ich will daher ersteinmal versuchen, diese Probleme genauer zu erklären. Vielleicht finden wir ja gemeinsam raus, was nicht stimmt:
      Also ich hatte eine sehr behütet Kindheit. Es gab nie etwas wie Gewalt oder ähnliches in meiner Familie. Man könnte sagen, dass es schon fast eine perfekte Welt ist.
      Meine Eltern kennen sich seit der Schulzeit und sind auch seit dem ein Paar. Zu Hause gab es daher nie Probleme.
      Als Kind habe ich bereits deutliche Anzeichen von Führungswillen gezeigt. In der Schule wollte ich immer der Anführer sein, Kapitän der Fußballmannschaft, Klassensprecher etc.
      Und ich bin auch davon überzeugt, dass ich das auch gut gemacht habe.
      Mit Beginn der Pubertät gab es dann aber große Probleme in der Schule: Ich wurde durchgehend von der 5. Klasse bis zum Abitur in der Schule gemobbt. Nie körperlich, dafür war ich zu stark, aber psychisch.
      Das hat dazu geführt, dass mein Führungswunsch richtig verstümmelt wurde, denn ich habe versucht so wenig wie möglich aufzufallen und möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten.

      Mit 16 hatte ich dann meine erste Freundin, die sexuell sehr verklemmt war. Nach einem Jahr Beziehung hatten wir unser erstes Mal. Es war natürlich nicht besonders gut, aber ich würde sagen, dass es schlechtere erste Male gibt.
      Allerdings litt meine Ex unter Endometriose. Was wir damals aber noch nicht wussten. Jedesmal wenn wir Sex hatten, war das für sie eine Qual. Auch mit Gleitgel. Am Ende war es so schlimm, dass sie so soll verkrampfte, dass es mir gar nicht mehr möglich war in sie einzudringen. Bis dahin hatten wir vielleicht 10x Sex. Und seit dem nie wieder für die nächsten 7 Jahre. Zum Frauenarzt wollte sie deswegen nicht (jugendlicher Scham) weswegen wir quasi 7 Jahre eine sex-lose Beziehung geführt haben. Ich wurde also in dieser Zeit in der Schule psychisch misshandelt und zu Hause gab es keinen Sex, da sie Schmerzen hatte. Ich liebte sie aber sehr und wollte sie nur wegen dem Sex nicht verlassen. Pornos und Masturbation befriedigten mich zumindest ausreichend. Eine Möglichkeit ihren Körper und meine Lust zu erkunden gab es nie, da sie alles ablehnte, was sie irgendwie sexuell stimulieren könnte.
      Ich habe das dann akzeptiert und mich eingeschränkt.
      Dann ging die Beziehung nach insgesamt 8 Jahren in die Brüche.
      Ich war gerade mal 10 Tage singel bis ich dann mit meiner aktuellen Freundin zusammen gekommen bin.
      Anfangs war der Sex wirklich toll und wir haben sogar angefangen etwas mit Bondage zu experimentieren. Nix wildes, eher ganz leichtes Bondage mit Seidentüchern und Augenmaske.
      Meine Freundin hat das auch so stark erregt, dass sie zum ersten Mal einen vaginalen Organismus hatte.
      Trotzdem war ich nach wie vor total unerfahren. Und so schlich sich das Schema F ein. Denn was sie einmal befriedigt hat, kann sie ja auch 10x befriedigen. Es war für mich einfach ein Garant für guten Sex.
      Irgendwann hat sie das aber angefangen zu langweilen konnte mir aber nicht mehr sagen als "du machst ja immer das gleiche". Dadurch, dass ich dachte "Frauen funktionieren beim Sex wie Männer - solange die Technik stimmt ist alles Okay" hat mich das wahnsinnig verunsichert. Diese Verunsicherung hat sie gespürt und ihr die Lust am Sex genommen. Ihr tat es dann irgendwann richtig weh und ich hatte ein Deja Vu. Als sie dann eine depressive Phase (ganz anderer Grund) hatte und dadurch keine Lust auf Sex, schlief das ganze ein und ich bin wieder in meinen Porno/Masturbations-Modus verfallen. Inzwischen haben wir seit 2 Jahren keine Sex mehr. Und ja, ich weiß, dass das krass ist.
      Ich habe gehofft, dass meine Freundin mich da irgendwie an die Hand nehmen und mit mir gemeinsam diese Krise bewältigen kann. Aber von ihr kommt seit zwei Jahren nix dazu. Den Rest kennt ihr, denke ich.

      Woher kommt meine Verklemmtheit im Bezug auf meinen Fetisch? Weil ich nie an einem Punkt war (weder bei Freundin 1 noch 2) dass ich sexuell so selbstsicher war, dass ich eine Ablehnung hätte leicht wegstecken können. Einfach, weil es nicht der Norm entspricht. Zumindest denke ich das.
      Ich habe aber auch so generell Angst vor Ablehnung. Daher kann ich auch nicht sagen "Schatz, kannst du mir bitte einen blasen?" oder "Schatz, ich habe gerade voll Bock auf dich. Komm her, ich will dich f.....".
      Wir haben sogar andere Wörter für Muschi und Schwanz. Das ist ein Relikt aus meiner ersten Beziehung. Weil wir es damals beiden nicht geschafft haben diese Wörter in den Mund zu nehmen.

      Ich habe natürlich großes Interesse daran, dass der Sex wieder läuft und wir haben auch lange am Wochenende darüber gesprochen. Wir wissen beide, dass sich was ändern muss. Und ich will einfach nicht den gleichen Fehler wie früher machen.
      Von der Kuscheltherapie habe ich jetzt schon vieles gehört. Also Kuscheln und Streicheln ohne Sex als Ziel. Einfach, damit man sich wieder kennen lernt.
      Nimmt sie derzeit noch Antidepressiva? Ich frage deshalb, weil manche Präparate zu Erregungsstörungen führen können. Hatte ich auch, als ich eine Zeitlang ein bestimmtes Antidepressivum einnehmen musste, und es war echt quälend. es könnte die Problematik noch zusätzlich verschärfen.

      "Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht".
      ~ Jean-Paul Sartre ~
      @reiserfs die Pille kann die Libido auch einschränken, so by the way.

      Das mit dem trocken werden kurz davor ist / war mir bekannt.
      Wenn da ein paar Trigger dazu kommen, dann kann das fix gehen, dass man sich in ne Abwärtsspirale bewegt. Da wieder den drive zu bekommen und sich zueinander bewegen, ist schwer, aber nicht unmöglich. Es heißt ja auch Beziehungsarbeit und nicht Beziehungsspaß.

      Ggf wäre auch Tantra was für euch, oder ja, das schlichte, schnöde Massieren kann sehr angenehm und entspannend sein. Und wenn du da dann zufällig halt an ihren Erogenen Zonen entlangstreichst...

      Notiz am Rande: mir hat das Brustgequetsche und Nippelkneifen eine ziemlich unsensible Brust eingebracht.
      Wo früher das Streicheln, sachte Berühren, massieren eine direkte Verbindung nach unten war, war das sehr lange einfach weg.
      Jetzt kommt es langsam wieder. Wenn ich einen Mann enorm begehre und Gefühle für ihn habe, ist die Verbindung halbwegs da. Ansonsten muss ich leider, leider darauf hinweisen, dass meine erogenen Zonen sich woanders befinden.
      Viele Grüße
      safine
      ok.

      Weisst Du was ich - als überzeugte Antialkoholikerin im Übrigen!- machen würde?

      Meine Partnerin einpacken, einen netten Tag in der Therme verbringen, vorher feine leckere Sachen kaufen (ich bin halt verfressen), ein paar gute (ja, paar) Flaschen Rotwein gekauft, vor der Abfahrt schon alles hübsch vorbereitet, dass zuhause ein leckeres Essen auf Euch wartet.

      So. Nach der Therme schön warm einpacken, leckeres Essen essen, viel Rotwein trinken, und dann reden. Mal ganz offen.

      OHNE Kritik. Und für die erste Runde lautet die Regel: jeder Satz beginnt mit

      " es macht mich an, wenn Du...."


      So lange bis beide nichts mehr wissen.

      Runde 2: Hier lautet die Regel: jeder Satz fängt an mit " Ich habe Angst, dass..." (und da würde ich das mit der Angst vor Ablehnung reinpacken)

      So lange bis jeder das gesagt hat, was wirklich brennt.

      Runde 3: Hier lautet die Regel: jeder Satz fängt an mit " ich mag an Dir...."

      und dann geht ihr ins Bett. SCHLAFEN. Sex sollte an so einem Abend mMn nicht mit eingeplant werden.


      Am nächsten Tag: nochmal etwas in der Kategorie von Therme. Danach das Gespräch vom Tag vorher zusammenfassen. Auch hier wieder die Regel: jeder Satz fängt an mit " ich habe Dich gestern so verstanden, dass... Das macht mit mir.... "

      Viel viel viel Erfolg.

      Und Deine Geschichte, bei der ich den eindruck habe, Du würdest sie gerne mal jemandem erzählen und etwas auflösen- das ist bestimmt eine Baustelle die bearbeitet werden muss. Aber first things first. Wenn jeder von Euch in seinem eigenen Saft kocht und sich um sich selbst dreht, kommt ihr nur weiter voneinander weg als näher zueinander.

      reiserfs schrieb:

      @Poetin
      Und sie sagt auch, dass sie Lust hat. Große Lust sogar. Die ist aber direkt wieder weg, wenn sie dran denkt, dass ich wieder mit Schema F anfange.
      Das kann ich mir vorstellen... ich wünsche euch, dass sie sich nochmal auf dich einlassen kann und ihr einen Weg findet, eine für euch beide erfüllende Sexualität aufzubauen.

      Laestidas Idee klingt auch gut. Vielleicht für den Anfang schöne und auch gemeinsame „sinnliche“/Wohlfühlmomente und -Erlebnisse (ohne Sex) schaffen, damit ihr beide wieder lernt , euch zusammen körperlich wieder wohlzufühlen...

      "Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht".
      ~ Jean-Paul Sartre ~
      Sind an dieser Stelle auch Buchempfehlungen zum Thema willkommen?

      Da es sich bei der Fragestellung meiner Meinung nach wie bereits von anderen angesprochen eher um Sexualität allgemein bzw. Erotik in einer Paarbeziehung handelt, würde ich z.B. folgende Bücher empfehlen:

      "Vom Nehmen und Genommen werden. Für eine neue Beziehungserotik"
      von Doris Christinger und Peter Schröter

      sowie

      "Die Psychologie sexueller Leidenschaft"
      von David Schnarch.

      Beide Bücher behandeln meiner Meinung nach sehr gut Themen rund um Paarbeziehung, Beziehungserotik, Auseinandersetzung mit den sexuellen Wünschen von einem selbst und dem Partner, Umgang mit Problemen auf sexueller und partnerschaftlicher Ebene, mögliche Lösungswege etc.

      Vielleicht hilft dir, @reiserfs auch eine Auseinandersetzung mit der Thematik auf dieser Ebene bzw. sind dort evtl hilfreicheAnregungen für dich enthalten?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Primrose ()

      Küssen! Warum hat das denn noch keiner erwähnt bisher? :gruebel:
      Ein guter sinnlicher Kuss, das zarte Spiel mit Lippen, Zähnen, Zunge ist oft die halbe Miete. Dazu die Hand erst an der Wange, langsam runter zum Hals oder nach hinten in den Nacken, in die Haare, dann fester zupacken.... Mit dem Mund weiter wandern zu anderen Gebieten, immer wieder zurück zu ihrem Mund....

      Übrigens finde ich es bemerkenswert, dass du dich allein aufmachst, um etwas zu ändern.
      Man sagt, wenn eine Beziehung ein Jahr ohne Sex war, braucht sie Hilfe von außen.
      Ich drücke euch die Daumen, dass es nicht nötig sein wird :) (oder sind wir das "außen"?)
      Auch wenn es widersprüchlich klingt:
      Ihr Ego muss stark genug sein, um seine begrenzte, defensive Haltung und Kontrolle aufgeben zu können.
      Sie brauchen ein starkes Ego, um das Ego transzendieren zu können.

      - John Bradshaw, Das Kind in uns -
      @Isegrim_w_devot
      ja, ihr seid das "außen". Allerdings wollen wir vielleicht auch eine Paartherapie machen. Wir lieben uns schon sehr und das wäre es uns auf jeden Fall Wert, auch wenn es finanziell ein harter Brocken wird.

      @Primrose
      Ich danke dir sehr. Über Bücher habe ich noch gar nicht nachgedacht. Sie sollten wir dann aber beide lesen, oder?

      @laestida
      Das sind ganz wunderbare Tipps. Klingt wirklich toll. Werde ich auf jeden Fall so ausprobieren. Danke!!
      Den Vorschlag von @laestida finde ich auch gut. Da muss als allererstes mal ein Knoten bei euch beiden wieder gelöst werden und das geht am besten in einer entspannten Atmosphäre und mit (mindestens) einem guten und für euch beide positiven Gespräch. Was mir noch spontan einfällt: wie wäre es mit spielen? Also ich meine wirklich spielen! Es scheint ja schwierig zu sein, einen Anfang zu finden bzw einfach mal zu machen oder zu sagen, was man möchte oder wozu man gerade Lust hat. Es gibt da diese "erotischen Würfelspiele" zu kaufen (einfach mal googeln). Ich habe meinem Herrn zum Geburtstag eines selber gemacht und geschenkt, da mir die handelsüblichen vom "Inhalt" her nicht so gefielen. Drei ganz normale Würfel genommen und mit diesen Klebepubkten auf jede Seite etwas geschrieben. Würfel 1: Körperstelle, um die es gehen soll (Hals, Rücken, Lippen, Schenkel, Po...). Würfel 2: Das, was an dieser Stelle dann gemacht werden soll (streicheln, küssen, knabbern, massieren....) und Würfel drei für die Dauer (30 Sek, 1 min, 2 min....). Auf jedem Würfel gab es zudem auch ein Fragezeichen als Joker, bei dem der andere dann halt aussuchen konnte, wo, was und wie (ohne jegliche Vorgabe). Ich habe explizit auf die "üblichen" Sachen wie f.... und Genitalien verzichtet, einfach der Erotik wegen (aber dafür gibt es ja bei Bedarf die Joker ;) ). Dieses Spiel lässt sich natürlich unendlich anpassen und modifizieren. Vielleicht, an so einem gemütlichen Abend mit einer Flasche Wein, könnte man sich zusammensetzen und es gemeinsam machen? Uns hat es sehr gut gefallen!! Vor allem, weil ja die Würfel dann entscheiden was passiert und nicht man selber.... Ende natürlich offen... :love: Es ist nur eine Spielerei, aber vielleicht ein Weg für euch, mal ungezwungen das Schema F zu durchbrechen...? Das Ganze kann man natürlich z.B. auch super für Aufgaben nutzen wenn es mehr in den BDSM Bereich gehen soll....

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von sklvn1411 ()

      Nur ein kleiner Gedankenanstoß, da die "Flasche Wein" jetzt ja schon mehrfach genannt wurde ... Alkohol ist nicht zwingend für eine entspannte Atmosphäre und ein gutes Gespräch notwendig (und nicht jeder mag Wein). Abgesehen davon kann es zu einem doppelten "Kater" am nächsten Tag führen: Neben Kopfschmerzen auch die Scham und Reue, etwas gesagt zu haben, zu dem man (noch) nicht bereit war. Das kann der Beziehung mehr schaden, als der gewünschte "Plauder-Effekt" vom Vorabend nutzen könnte.
      Daher mein Rat: Wenn Alkohol im Spiel ist, dann nicht Mut antrinken, sondern Sinne beisammen halten, damit nicht ein "Warum habe ich Idiot das nur gesagt" (oder gar ein "Musste der ×#%_=$ mich betrunken machen") alles wieder zunichte macht.
      Es war ja auch eher als Beispiel gemeint für einen "gemütlichen Abend" und lockere Atmosphäre... Das Ganze muss ja nicht automatisch deswegen in einem Besäufnis enden. Die beiden sind ja schon groß und werden sicher selber wissen, was und ob sie überhaupt etwas trinken wollen dafür. Es ist auch nicht jeder der Typ für Therme...