Top ist noch neu im BDSM Bereich

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      Top ist noch neu im BDSM Bereich

      Liebe Forums-Mitglieder,

      ich habe eine Frage an euch und zwar habe ich einen Mann kennenglernt, der noch ganz neu im BDSM Bereich ist. Und ich finde ihn spannend und überlege jetzt, ob ich mich auf eine Spielbeziehung mit ihm einlassen soll. Ich selbst bin devot und habe bereits ein paar Erfahrungen mit BDSM.

      Kennt ihr das, also Sessions mit einem eher unerfahrenen dominanten Spielpartner? Und wenn ja, wie war das für euch? Worauf sollte ich/sollten wir achten?

      Vielen Dank für eure Rückmeldungen :) <3
      Herzlich willkommen in unserm Ausnahmeforum @Frau_Sowieso :blumen:

      @Majasdom s Vorschlag ist sìcher eine Möglichkeit, eine andere wäre jedoch, wenn dein "Newbiedom" sich erstmal mit der einschlägigen Literatur vertraut macht und daraus seine eigenen Schlüsse zìeht - natürlich immer in Absprache mit dir, was zu dir passt und was erstmal noch nicht! Sofort mit Sessions einzusteigen, ohne sich vorab über die Mindeststandards (z. B. SSC, D/s, Ampelcode, Safeword) informiert zu haben, halte ich für ziemlich riskant...
      "Die üste hat die freie Wahl,
      wählt sie ein W, dann bleibt sie kahl,
      wählt sie ein K, dann wird sie nass,
      die freie Wahl macht keinen Spaß!" (Robert Gernhardt)
      ...wählt sie ein Br, macht sie MIR Spaß!!! (Carmantus) ;)
      Herzlich willkommen @FrauSowieso. Ich denke, das kommt gar nicht so selten vor. Mein Herr ist erst durch mich mit BDSM in Kontakt gekommen. Und wir finden und gehen unseren Weg. Auch wenn es für mich als Sub immer wieder eine Gratwanderung zwischen Anleiten und Geführtwerden ist. Durch Kommunikation und gemeinsame Reflexion ... Ausprobieren und auch Fehler machen findet Entwicklung statt.
      "This world is just illusion..."
      Hallo @Frau_Sowieso und herzlich Willkommen hier im Forum! :blumen:
      Ich weiß nicht, wie viele Erfahrungen du hast und inwieweit dein potentieller Dom sich bereits mit dem Thema beschäftigt hat Aber das ist zweitrangig.

      Jeder von uns hat mal angefangen und war froh, dass jemand da war, der einen an die Hand genommen hat.
      Auch ich habe meine ersten Erfahrungen mit einem relativ unerfahrenen Sadisten gemacht. Es war der Beginn einer gemeinsamen Reise.

      Ich male. Ich musste sofort an eine leere Leinwand denken!
      Es ist immer wieder ein aufregendes Gefühl. Wenn ich anfange, weiß ich nie, wie das Endergebnis aussieht. Das Bild entwickelt sich...
      Abhängig von meinen Stimmungen und Gedanken.
      Aber das macht das Malen eben für mich aus.
      Manchmal bin ich überrascht, manchmal frustriert, manchmal glücklich...
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      Wie die anderen schon sagten: Jeder hat mal angefangen.
      Und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen (was für ein herrliches Wortspiel übrigens in dem Zusammenhang :D )

      Ich hatte auch eine erfahrene Sub als erste.
      Und es war das beste was mir passieren konnte. Ich weiß nicht, wie es bei deinem "Partner" ist, aber bei mir waren am Anfang die meisten Hemmnisse im Kopf.
      Es waren zum einen die Widersprüche. Ich wusste schon seit meiner Kindheit wie ich ticke, aber habe das immer verdrängt, weil es ja aus der Sicht eines Stinos "Gewalt" ist. "So was tut man nicht" oder "Ein Mann schlägt keine Frau".

      Diese Widersprüche wiederum führten zum anderen, nämlich meinen Hemmungen. Ich wusste nicht, wie weit ich gehen konnte. Hab anfangs immer viel zu früh aufgehört.
      Ich denke, wenn du ihm diese Widersprüche (so er sie auch hat) nehmen kannst und ihm auch zeigst, wie weit er gehen kann, was du magst, dann sollte euch beiden eigentlich nichts im Wege stehen.
      "I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it."

      (Voltaire Biografin Evelyn Beatrice Hall, 1906)

      Ich glaube, Gefahren lauern auf diejenigen, die nicht auf das Leben reagieren"
      Michail Gorbatschow
      Liebe Frau_Sowieso,

      persönlich kenne ich einen Dom, dessen erste Sub ein gutes Stück Erfahrung hatte.

      Angst vor dieser Konstellation sollte man nicht haben. Sie ist meiner Meinung nach sogar sehr hilfreich für den Dom!

      Extrem wichtig ist, dass ihr miteinander redet, sehr genau redet; dass ihr Euch über Eure gegenseitigen Vorstellungen einer Session im Klaren sein.

      Mindestens das Wort "Codewort" sollte kein Fremdwort sein.
      Ebenso das Wort Tabu oder Tabuliste; so meine Meinung.
      Ähm… und das Wort Covern, vielleicht noch ;)

      Zu meiner Anfangszeit habe ich mich hingesetzt und zu Papier gebracht, was ich mir vorstelle, welche Praktiken ich probieren möchte; was mich besonders reizt, wo ich als Dom meine Grenzen habe, wo meine Tabus sind (!).
      Das hat mir geholfen, mich selber einzuschätzen.

      Vielleicht ist das ein Weg für Euch.

      Redet miteinander.

      "Was will ich, was willst Du"

      Klopft medizinische Aspekte ab.
      (z.B.: Allergien).

      Redet lieber mehr, als weniger.

      Liebe Grüße

      verbero
      Hallo @Frau_Sowieso,

      auch ich möchte Dir ausdrücklich Mut machen!

      Meiner Meinung nach ist es viel wichtiger, dass die individuelle „Chemie“ zwischen den Partnern stimmt als das jeweilige Erfahrungslevel. BDSM ist ja ein so weit gestecktes Feld, dass man sich bei einem neuen Partner sowieso wieder neu vortasten muss. Mit einer anderen Sub ist quasi jeder Dom ein Stück weit wieder „Anfänger“.

      Er kommuniziert schon in soweit offen mit Dir, dass er ehrlich zugibt unerfahren zu sein. Das ist auf jeden Fall sympathisch, besser als ein vermeintlicher Könner, der mehr vorgibt, als er halten kann.
      Darauf aufbauend könnt ihr Euch gemeinsam weiterentwickeln, eine ehrliche Kommunikation ist dabei sowieso wichtig.

      Lasst Euch Zeit, geht kleine Schritte, hole ihn auch durchaus als Sub da ab, wo er ist (das muss kein „Topping from the bottom“ sein!). Ich wünsche Euch viel Spaß!
      Hi,

      das einer erfahrener ist, als der Andere lässt sich nicht vermeiden. Und wenn immer die Doms erfahrener sein sollten, dann gibt es bald keine neuen Doms mehr.

      Das wichtigste wurde oben schon gesagt, ihr solltet ein Safeword haben und Tabus klar abgesprochen haben.

      Medizinische Sachen sind eine Sache, die vielleicht etwas zu kurz gekommen: Kreislaufprobleme und was dagegen zu tun ist, sollten ein Thema sein, Panikauslöser, Körperliche Anomalien (nur eine Halsschlagader, oder so.)... Gibt's da eigentlich eine Liste, irgendwo?

      Ansonsten Reden und Zeit lassen. Am Anfang muss man sich ja noch mit nichts überraschen. Da kann man auch viel darüber sprechen, was schön sein könnte. ...und auch nachher darüber reden, was schön war.

      Frau_Sowieso schrieb:

      Kennt ihr das, also Sessions mit einem eher unerfahrenen dominanten Spielpartner?
      Und wenn ja, wie war das für euch?
      Worauf sollte ich/sollten wir achten?

      Ja, kenne ich :)
      Es war und ist toll ;) 8)
      Das es allen Beteiligten Spaß macht :D

      Auf Safe-Wort, Ampelcode und Tabus gehe ich jetzt nicht nochmal gesondert darauf ein, da ja darüber schon einiges erläutert wurde.
      Ein kleiner, weiterer Tipp, der mir persönlich sehr geholfen hat: Vielleicht möchtest du ein Tagebuch (zu dem dein Dom jederzeit Zugriffmöglichkeit hat) anlegen, in dem du deine Vorstellung, Wünsche, was du durch seine Hand erleben möchtest oder auch bereits Erlebtest schriftlich festhältst (schriftliches Festhalten der dabei entstandenen Gefühle).
      So weiß dein Dom zum einen genau, was du dir wünschst. Er kann dann entscheiden, wann er den einen oder anderen Wunsch erfüllen will.
      Und zum anderen hat er dann etwas zum wieder nachschauen, falls er mal vergessen sollte ;) :D
      Wünsche euch viel Spaß beim gemeinsamen Erkunden eurer persönlichen BDSM-Welt.
      Life's what you make it
      Erstmal vielen lieben Dank an Euch alle für das Teilen Eurer Ansichten und Erfahrungen!

      Gordon schrieb:

      Mit einer anderen Sub ist quasi jeder Dom ein Stück weit wieder „Anfänger“.
      Er kommuniziert schon in soweit offen mit Dir, dass er ehrlich zugibt unerfahren zu sein. Das ist auf jeden Fall sympathisch, besser als ein vermeintlicher Könner, der mehr vorgibt, als er halten kann.
      ...beides stimmt.

      Und ich finde es auch sehr sympathisch, dass er das offen kommuniziert...es kommt mir wie eine sehr gute Basis vor, auf der wir zusammen neue Wege gehen können.
      Hallo,

      Ich melde mich zu diesem Thema auch mal zu Wort. (Ist übrigens mein erster Beitrag hier)

      Ich persönlich finde das Thema gerade super interessant, weil es mich sehr beschäftigt. Mein Mann hat vor mir ebenfalls keinen Kontakt zu Bdsm gehabt. Wir sind nun seit 4 Jahren zusammen und ich habe immer wieder das Gefühl, dass ich eigentlich der Top bin. Weil ich ihm immer wieder sagen muss was er mal tun könnte und was er darf. Dabei weiß er natürlich wie weit er theoretisch gehen kann.

      Die Grundsatzdiskussion darüber ob Sub nicht immer letztlich diejenige oder derjenige ist, der den Ton angibt durch Tabus etc möchte ich hier gar nicht anfangen. Ich empfinde es nur als sehr schwer nicht aus der Sub Rolle in die Top Rolle zu rutschen, wenn man selbst immer wieder betonen muss dass da noch mehr geht und wie es geht. Versteht mich nicht falsch, um nichts auf der Welt würde ich ihn hergeben wollen. Aber manchmal wünschte ich mir doch, dass er vor mir Erfahrungen mit dem Thema gesammelt hätte.

      HiddenLuna schrieb:

      ... , wenn man selbst immer wieder betonen muss dass da noch mehr geht und wie es geht.
      Ich hab bei uns (beide eher Anfänger) die Erfahrung gemacht, dass es ihm umso leichter fiel in die Rolle zu finden und mich zu dominieren, je weniger ich solche Dinge betont habe, und je mehr sein Fokus wechselte von "was darf ich" zu "was will ich"
      "There is a crack, a crack in everything, that's how the light gets in." Leonard Cohen