Schlägt´s 13, oder doch nicht? oder: Annis Sexarbeit im Paralleluniversum

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      Schlägt´s 13, oder doch nicht? oder: Annis Sexarbeit im Paralleluniversum

      Zur Abwechslung von mir auch mal was Ernstes, zumindest etwas, was ich irgendwie als ernst empfinde, weil ich seit ein paar Stunden drüber nachdenke. (Wenigstens nen dummen Threadtitel gönn ich mir aber :D )

      Gestern bekam ich eine WA von einer Bekannten, die ich ausschließlich durch einen Kinky-Kreis kenne, in den wir vor ein paar Monaten durch Zufall reingerutscht sind und mit dem wir hin- und wieder etwas unternehmen, in dem Sinne, dass wir uns da ins gemachte Nest setzen, wenns irgendwelche Treffen gibt. Partys und gemütliche Runden bei einem Rigger und sowas.

      Hin–her-geschrieben, es ging auf jeden Fall um eine geschlossene Veranstaltung für Herren, denen verschiedene Damen vorgeführt werden und ne Show geboten wird. Da war jetzt jemand ausgefallen und ob ich nicht Lust hätte, einzuspringen und das mal mit zu machen. Ich so rumgedruckst, ja weißte fremde Leute und so und dann angerufen, da kam sie auf den Punkt. Das ganze wird bezahlt, sogar recht gut, denke ich mir, auch wenn ich mich mit den Kursen da jetzt nicht sooo auskenne, sie macht das regelmäßig oder zumindest nicht zum ersten Mal.

      Allerdings bester Satz: man könne sich im Anschluss Zusatzdienstleistungen extra vergüten lassen. Ist in etwa wortwörtlich so gefallen. X(


      Okay, haltet mich jetzt für spießig, verklemmt oder was auch immer, aber meine Reaktion war: Ich bin total sauer und auch ein wenig ausfällig geworden. :monster:


      Da ich irgendwie harmoniesüchtig bin und Chefin mir zugeredet hat, hab ich dann heute zurückgerufen und mich entschuldigt, zwar wohl überzeugend aber innerlich schon irgendwie halbherzig.

      Zwei Dinge beschäftigen mich jetzt dabei:

      Erstens: Was meint Ihr: ist der Vorschlag okay? Ist ja eigentlich keine große Sache einfach „Nein, nix für mich“ zu sagen. Oder ist das unverschämt?

      Ist man selber „Schuld“, wenn man im vermeintlich geschütztem Umfeld irgendwie den Eindruck erweckt, sich dafür zur Verfügung zu stellen?

      Oder bin ich sogar einfach so Dorfkind-verpeilt, dass ich nicht merke, dass ja gar nichts dabei ist und es nur eine weitere Spielart ist, die man mögen oder nicht mögen kann?

      Zweitens: Hätte ich ja gesagt, ist das Sexarbeit? Ist das Prostitution? Ist das Nachfragen bei mir eigentlich schon „Beihilfe zur Prostitution“?

      :D ich hab echt keine Ahnung, welche Antworten ich mir erhoffe, bin aber echt gespannt :S

      P.S. Neeeinnn, Ihr werdet nicht eingeladen!! :D :D :D :D
      Seitdem ich perfekt bin, hält sich meine Arroganz in Grenzen!
      Hm...erstmal...fühl dich geehrt, dass du eingeladen wurdest... :pardon:

      Ich würd nicht sagen, dass es verwerflich ist, sowas mal zu machen. Die Grenze zu "Zusatzleistungen" kannst ja selbst ziehen.

      Klar fragst du dich, wie sie auf die Idee kommt, dass ausgerechnet du dich für "sowas" hergeben würdest, aber das ist ihr Realitätsfilter. Wenn sies selbst nicht als unmoralisch ansieht, denkt sie einfach nicht so drüber.

      Legal oder nicht ist hier eher die Frage... :gruebel:

      Beitrag von Annimax ()

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      Beitrag von Annimax ()

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      Fragen kostet nix und ebenso kann man ebenso freundlich "Nein Danke " sagen
      Ein jeder ist frei und kann machen was man möchte.
      Blöd nur, wenn man sich die extras ,als zusätzliches Nebenverdienst erwerben muss.
      Im übrigen, wird keiner von den Herren mehrere Wochen vorher bzw.2 Monate eher einen HIV Test machen .
      Persönlich finde ich es nicht cool,da Gesundheit über alles steht.
      Doch wer für sich entscheidet,dies machen zu wollen ,bitte sehr.
      Ansonsten muss man mit sich selbst im reinem sein und abwägen,ob man diesen Schritt gehen will.
      Ja, für mich war das eine eindeutige Einladung zur Prostituierung.
      Irgendwie kommen ja auch Sexarbeiterinnen zu ihrer Arbeit und das ist anscheinend eine Möglichkeit. :pardon:

      Finde ich nicht so verwerflich: Du bist erwachsen und machst wohl schon manches mit, das nicht jeder mitmacht, sprich: Nicht extrem prüde. Dazu bist Du auch noch jung, schlank, hübsch, witzig, sozial und eher extrovertiert (jedenfalls machst Du hier den Eindruck). Da ist die Hemmschwelle, Dich einfach mal zu fragen, vielleicht einfach geringer. Und die Aussicht auf ein finanzielles Zubrot war möglicherweise eher als zusätzliches Lockmittel gedacht.Nur, wer fragt, kann auch ein "Ja" erhalten...

      Ich bin ganz froh, daß ich nicht mehr so jung und knackig bin, daß mir solche Angebote gemacht werden. :rot:

      Im Grunde wird es wohl wirklich reichen, einfach "Nein, danke." zu sagen.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud

      Beitrag von Annimax ()

      Dieser Beitrag wurde von nightbird aus folgendem Grund gelöscht: OT ().
      Ich sag mal ganz kühl, sowie Geld fliesst um deinen Körper anzugucken oder mehr...
      ist es gewerblich, also eine Art Prostitution.

      Du bist neu in diesem Kreis und gaaanz zufällig ist jemand ausgefallen. Da passt diese Anni doch perfekt...bei deiner Optik und Ausstrahlung kein Wunder das man dich gern "einkassieren" will.

      Doch davon völlig frei und unabhängig, bei dem kleinsten grummeln in dir...lass es lieber sein.
      Mit Leidenschaft - Leiden schafft :popo_versohlen:
      Ich persönlich finde es erst einmal nicht verwerflich!

      So lange du eine Wahl hast, wie weit du gehen willst....
      Es handelt sich ja augenscheinlich nicht um Zwangsprostitution.

      Ich denke, dass kannst nur du entscheiden. Escortservice usw. sind ja letztendlich auch nur eine Frage von Angebot und Nachfrage.

      Annimax schrieb:

      Erstens: Was meint Ihr: ist der Vorschlag okay? Ist ja eigentlich keine große Sache einfach „Nein, nix für mich“ zu sagen. Oder ist das unverschämt?
      Warum sollte das unverschämt sein? Das solltest du schon ehrlich sein, finde ich.

      Annimax schrieb:

      Zweitens: Hätte ich ja gesagt, ist das Sexarbeit? Ist das Prostitution? Ist das Nachfragen bei mir eigentlich schon „Beihilfe zur Prostitution“?
      Ist das wirklich wichtig? Wenn ich zu dem stehen kann, was ich tue, gerade in diesem Bereich, braucht es keine Definitionen.
      Aber ist spannend, zu lesen, wie schnell wir hier an Grenzen von Toleranz und Verständnis kommen.

      Und wie @Feuerpferd schon so schön schrieb:

      Feuerpferd schrieb:

      Dazu bist Du auch noch jung, schlank, hübsch, witzig, sozial und eher extrovertiert (jedenfalls machst Du hier den Eindruck)
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      Ich finde, fragen muss können. Aber du hast alle Recht das ab zu lehnen, auch wenn es Diskussionen geben könnte über die Art von Ablehnung ;)

      Ich würde eigentlich auch wenn die Idee dir gefällt nicht zusagen ohne mal als Zuschauerin bei so eine Art von Party gewesen zu sein damit du sehen kannst wie es läuft und mit den Mädels sprechen kannst. Wenn das über Telefon "geschwind" geklärt werden soll, vor allem mit einer die so was noch nie gemacht hat, finde ich merkwürdig.
      Unmoralisch finde ich es nicht, aber die ganze Situation ist mit großer Vorsicht zu genießen, und nur von einer die es unbedenklich findet und meint dass ihr das Spaß macht. Diese Eindruck habe ich bei dir nicht so und ich würde deswegen sagen dass dein "nein" die richtige Antwort ist. :)
      Hitting rock bottom teaches you lessons climbing mountains never could.
      hm... also zu meinen Studentenzeiten hätte ich da vermutlich kurz überlegt, und mich dann über das Geld gefreut und mitgemacht. Ne Vorführung ist ja erst mal ne Art Show, Theater, was auch immer.
      Oder ist das mit Anfassen? Hätte ich je nachdem wohl auch gemacht.

      Alles weitere nach Absprache... wenn ein entsprechendes Angebot gekommen wäre, und mir derjenige zugesagt hätte - wäre es durchaus im Bereich des Möglichen, dass ich auch das getan hätte. Eventuell dann aber ohne Bezahlung, dafür mit dem Gefühl, mehr Mitbestimmungsrecht zu haben. Vermutlich hätte ich gegen Geld das Gefühl, mehr tun zu "müssen", als ich eigentlich wollte.
      Kann ich aber jetzt nicht mit 100%iger Sicherheit sagen.

      Verwerflich kann ich da jedenfalls nichts dran finden.
      "Frauen haben auch ihr Gutes"
      Hättest Du denn jemanden mitbringen dürfen?
      Das wäre mir ja zumindest beim ersten Mal total wichtig, wenn es denn überhaupt infrage käme.

      Prostitution ... ja, schon, zumindest die "Extras". Aber wir alle prostituieren uns irgendwie, nennt sich Arbeit.
      Nur ist halt nicht jede(r) für jede Arbeit geschaffen und kommt klar damit. Und die Risiken sind schon erheblich bei Sexarbeiterinnen.

      Und dann triffst Du da vielleicht jemanden aus dem realen Leben ... eine gruselige Vorstellung, oder?

      Persönlich würde ich sicher auch ablehnen, sehe aber auch, dass es ggf. lukrativ und spaßig sein kann.
      Mit einer verliebten Frau kann man alles tun, was sie will.
      (Gustav Klimt)

      Katharina schrieb:

      Ne Vorführung ist ja erst mal ne Art Show, Theater, was auch immer.
      Oder ist das mit Anfassen?
      Soweit ich verstanden habe, erst mal nicht, also wirklich erst mal nur ein Showauftritt, allerdings wird man auf der Bühne angefasst, wo und wie heftig ist aber eine Absprache zuvor.

      Katharina schrieb:

      Eventuell dann aber ohne Bezahlung, dafür mit dem Gefühl, mehr Mitbestimmungsrecht zu haben
      8o Das ist auch eine neue Idee. Danke dafür. Klar, wenn bestimmte Komponenten nicht passen, diese nach Absprache weg lassen, eigentlich logisch, irgendwie bin ich gar nicht drauf gekommen, dass das auch die Bezahlung sein könnte :gruebel:

      dbondino schrieb:

      Hättest Du denn jemanden mitbringen dürfen?
      :yes: ja, tschuldigung, das hätte ich eigentlich erwähnen müssen. War bei der Sache im Denken heut mittag ein wenig Ich-Bezogen :pardon:
      Seitdem ich perfekt bin, hält sich meine Arroganz in Grenzen!
      Ich kann Dein Gefühlschaos gut verstehen. Mir würde ein solcher Vorschlag auch zu weit gehen und ich müsste mich daraufhin stark abgrenzen (so wie Du es im ersten Impuls ja auch getan hast).

      Du fragst weiter, ob man „Schuld“ hat, dass man einen Eindruck erweckt hat, sich für so etwas zur Verfügung zu stellen. Diese Frage beschäftigt mich auch ab und an. Ich weiß aber nicht, wie man Schuld daran haben kann, dass man ist, wie man eben ist ?( . Oder dass man wirkt wie man eben wirkt...Irgendeinen Eindruck erweckt man ja immer, ich weiß aber auch nicht, wonach gegangen wird, dass man unangemessene Avancen erhält bzw. in entsprechende Schubladen gesteckt wird. Mir ist das auch schon einige Male passiert - eigentlich vom Teenager an bis heute noch. Ich mag es nicht und ich finde es auch nicht schön, aber man lernt damit umzugehen.
      Und: Es geht noch weiter unter die Gürtellinie! Ein älterer Mann, der mir verbal im Laufe einer Auseinandersetzung draußen auf einem öffentlichen Parkplatz nicht gewachsen war, beschimpfte mich zum Schluss als Prostituierte und ich „solle doch zurück in meinen Puff gehen“. Gut, dass ich einiges von meinem Mann gewohnt war, sodass ich nicht zu perplex zum Kontern war :D . Du siehst: Es geht noch unangemessener als bloßes, relativ vorsichtiges Nachfragen :) .

      Und ja, für mich fällt es unter Prostitution, was Du geschildert hast.
      „Die Grenzen der Seele wirst du nicht finden, auch wenn du alle Wege durchwanderst.
      So tiefen Grund hat sie.“

      Heraklit
      Die rechtliche Seite ist hier nicht ganz eindeutig. Es wäre Prostitution, wenn sich beispielsweise die anwesenden Herren während deiner Vorführung, bzw. durch deine Vorführung animiert, Erleichterung verschaffen oder verschaffen lassen und du dafür finanziell entlohnt werden würdest.

      Es wäre keine Prostitution, wenn außer dir und den anderen Personen auf der Bühne niemand anderes sexuell mit einbezogen wird.

      Ebenfalls keine Prostitution wäre es, wenn du dich im Rahmen privater Kontakte ohne gezielte Gewinnorientierung auf einen Tausch Sex gegen Sachleistung einlässt. Anders wäre es, wenn du damit einen Beitrag zum eigenen Lebensunterhalts leisten willst.


      Die Rechtslage ist also wie so oft nicht wirklich eindeutig und es kommt, mal wieder auf den Einzelfall drauf an. Oder den besseren Anwalt. :pardon:


      Nimmst du hingegen die finanzielle Komponente aus der Situation raus, dann kannst du im Grunde genommen machen, was du möchtest....




      Für die persönliche Seite: Hör auf deinen Bauch, tu nichts, was du nicht wirklich willst. Lass dich nicht zu etwas hinreißen, weil du dich nicht traust "nein" zu sagen. Das ist dein gutes Recht.

      Solltest du dich dann aus freien Stücken dafür entscheiden - have fun ;)
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -