Zeitspanne zwischen Outing und Erfüllung

      Zeitspanne zwischen Outing und Erfüllung

      Hallo ihr Lieben ^^
      Nachdem ich beim googlen immer wieder über dieses Forum stolpere, habe ich mich vor Kurzem mal ganz unbemerkt hier registriert :rot: Einige kennen mich schon flüchtig aus dem Chat, ansonsten habe ich mir bisher als eine der mysteriösen stillen Mitlesern einen kleinen Überblick verschafft :engel: Nun habe ich aber auch mal eine Frage. Jeder von uns hat irgendwann seine Neigung zu BDSM entdeckt. Mich würde interessieren:

      - Wie lange habt ihr denn dieses Geheimnis mit euch mitgetragen, bis ihr es euren Partnern gesagt habt?

      - Und wie lange hat es bei euch gedauert, bis ihr ganz genau wusstet, was euch kickt, was ihr braucht um glücklich und erfüllt zu sein? Es gibt ja so viele Möglichkeiten im BDSM, man kann ja nicht von Anfang an alles kennen und in der Realität ist es oft ganz anderst als in der Fantasie..

      Vielen Dank schonmal für eure Antworten und liebe Grüße von
      sweet_devotion
      Hallo und herzlich willkommen im Forum :)

      Ich hab im Kindergarten bei Fesselspielen entdeckt, dass ich anders bin als andere Kinder und von da an hat mich alles fasziniert was irgendwie entfernt mit BDSM in Verbindung gebracht werden kann, (ohne dass ich die Bezeichnugn BDSM kannte, natürlich). Von Kerkerszenen in Römerfilmen, Beschreibungen vom Schulalltag in der früheren Zeit, bis zu der Definition von 2Erniedrigen" im Lexikon...
      Als Jugendlicher war das schwer für mich, damals gabs ja auch kein Internet und meine Freundinnen waren alle Vanillas. Und das war auch eigentlich auch ok für mich. Aber im Laufe der Jahre habe ich gemerkt, dass diesen Beziehungen irgendetwas fehlt, was sie irgendwann scheitern lässt.
      Jetzt würde ich keine Beziehung mehr anfangen, ohne nicht vorher zu wissen, dass es eine große Übereistimmung im BDSM Bereich gibt - zusätzlich dazu dass es natürlich auch menschlich passen muss.
      Aber das sind erstmal nur gute Vorsätze, kann auch sein, dass man sich mal wieder auf den ersten Blick verliebt... ;)
      Alle guten Dinge haben etwas Lässiges und liegen wie Kühe auf der Wiese.
      Friedrich Wilhelm Nietzsche

      sweet_devotion schrieb:

      - Wie lange habt ihr denn dieses Geheimnis mit euch mitgetragen, bis ihr es euren Partnern gesagt habt?
      26 Jahre. Aber meinem Mann war das schon vorher klar, allerdings nicht, was genau im BDSM.


      sweet_devotion schrieb:

      - Und wie lange hat es bei euch gedauert, bis ihr ganz genau wusstet, was euch kickt, was ihr braucht um glücklich und erfüllt zu sein? Es gibt ja so viele Möglichkeiten im BDSM, man kann ja nicht von Anfang an alles kennen und in der Realität ist es oft ganz anderst als in der Fantasie..
      Das lerne ich immer noch, :D
      Und werde es wohl nie wissen, da es auch sehr personenabhängig ist und man sich auch entwickelt.
      Was für mich nur schon sehr, sehr früh klar war: Ich liebe es, vor meinem Herrn zu knien.
      Das wusste ich schon, bevor ich auch nur überhaupt meinen ersten Freund hatte.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Ich hab ca 20 Jahre gebraucht es meinem Partner zu sagen.

      Nur um dann zu hören, dass wir so ein Gespräch mit Andeutungen seinerseits ganz am Anfang schonmal hatten (hab ich echt verdrängt) und er vor mir schon einschlägige Erfahrungen in die Richtung hatte (eine Ex von ihm war bewusst sub, hatte vor und nach ihm auch nen Dom etc) ;)

      Seitdem sind wir auf dem Weg, auf der Suche, Einiges passt und Anderes nicht. Es gibt Kompromisse auf beiden Seiten, auch Trauer um nicht Gelebtes in der Vergangenheit, viel Frust, viel Höhenflug - angekommen sind wir wohl noch lange nicht. Und das ist auch gut so :)

      sweet_devotion schrieb:

      mal ganz unbemerkt hier registriert
      jetzt biste aufgefallen :D :pardon:

      sweet_devotion schrieb:

      Wie lange habt ihr denn dieses Geheimnis mit euch mitgetragen, bis ihr es euren Partnern gesagt habt?

      - Und wie lange hat es bei euch gedauert, bis ihr ganz genau wusstet, was euch kickt
      Nja, eigentlich hat meine Partnerin das aus mir "rausgekitzelt". Und was mich noch so kickt? Das wird sich zeigen, man lernt einfach nie aus :D
      Seitdem ich perfekt bin, hält sich meine Arroganz in Grenzen!

      sweet_devotion schrieb:

      Und wie lange hat es bei euch gedauert, bis ihr ganz genau wusstet, was euch kickt, was ihr braucht um glücklich und erfüllt zu sein?
      das kann ich gar nicht so genau sagen...zu Zeiten ohne Internet konnte ich meine Neigungen gar nicht so genau mit Namen benennen und Austausch war sehr viel schwieriger.

      Es ist ja insgesamt auch eine Entwicklung - auch die Entwicklung der Sexualität ..quasi von der Jugend an....bis heute.
      Und es gibt immer wieder auch Veränderungen- gut das sind jetzt mehr Nuancen....keine ganz großen mehr.

      Auch werde ich gerade auch durch die Erfahrungsbericht hier im Forum, immer wieder neugierig doch noch mal das eine oder andere auszuprobieren.....und manchmal kickt das auch.
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      Naja, ich denke, bei mir war schon seit immer so irgendwas in mir drin. Ich habe es aber immer nur als "meine privaten perversen Fantasien" abgetan, die ich nie mit jemandem teilen würde. In der Art, so lange ich sie nur denke, im Dunkeln und im Geheimen, nachts, nur für mich allein, weiss ja niemand davon, und solange gelte ich auch nicht als "pervers". Ja ja, ich weiß schon, Selbstbetrug, Selbsttäuschung, was auch immer, so war es eben bis vor einem guten Jahr.

      Vor einem guten Jahr dann habe ich diese "Neigungen" zuerst mir selbst gegenüber eingestanden und auch dazu mal überhaupt im Internet recherchiert, und dann habe ich mich auch gleich meinem Mann gegenüber geoutet, nach 19 Jahren Partnerschaft.

      Seit dem, also seit gut einem Jahr probieren wir immer mal wieder Dinge aus, ich schreibe auch schon mal meine Fantasien in ein Heft, welches er dann lesen darf/soll.
      Aber da bei uns immer alles seeeeehr langsam geht (zum Beispiel Autokauf, Hauskauf, Kinderplanung, neue Möbel etc…) geht auch unsere Entwicklung im BDSM-Bereich nur sehr langsam und schleppend von statten. Auch weil Leben mit Beruf und Kindern und so halt anstrengend ist und oft nicht die gewünschte Zeit bleibt darüber nachzudenken/zu reden.
      Damit habe ich mich aber nun mehr oder weniger abgefunden, immerhin habe ich nun mit Fesseln und verschiedenen Gesten mehr als ich vor dem Outing hatte. Ich genieße einfach das, was ich grad hab und versuche nicht immer dem nachzutrauern, was ich gern hätte und nicht (noch nicht) bekomme.
      Die Gedanken in meinem Kopf waren wohl schon da, seit ich ein Teenie war. Allerdings noch diffus, ohne Namen und ohne Möglichkeit der Internet-Recherche ^^
      Meinem Mann gegenüber geoutet habe ich mich vor knapp zwei Jahren, und das war ein reichlich spontaner Entschluss. An einem Freitag hat er mich geneckt, warum genau ich jetzt einen wilden Spitzen-BH in die Chorprobe anziehe, und Samstags kannte er alle meine Ideen und Wünsche.
      Wir haben uns dann ein bisschen Zubehör bestellt und uns kopfüber ins Getümmel gestürzt. Beide mit der festen Überzeugung, dass wir einfach mehr und härteren Sex haben wollen, und das alles ganz konsequent aufs Schlafzimmer begrenzen :rofl:
      Nach einigen Wochen war klar, dass mein Mann eine absolut dominante Neigung in sich trägt, sich unsere Ehe um viele Hundert Prozent verbessert hat und ich genau darin meine Erfüllung finde, mich auch genau diesem Mann zu unterwerfen. Wir haben mittlerweile eine ausgeprägte Ds-Beziehung laufen und entwickeln uns gemeinsam weiter.
      Mein Herr hat praktisch die Macht über alles, er kontrolliert nicht nur den kompletten Haushalt, mein Sexualleben, unsere Finanzen, alle wichtigen Entscheidungen, sondern auch solche Dinge wie die Fernbedienung, den Speiseplan, mein Aussehen oder die Einhaltung von den verschiedensten Regeln und Ritualen. Ich bin Eine, die eh sehr auf Regeln steht, von daher ergänzt sich das bestens :love: Unser BDSM ändert und verschiebt sich auch immer mal wieder, bzw. passt sich den jeweiligen Bedürfnissen an. Manchmal steht einfach der Sex im Mittelpunkt, dann wieder gibt es Zeiten, in denen ich mich mehr danach sehne, dass er mich D-lastig führt und zu wieder anderen Zeiten brauchen wir beide härteres SM. Wobei "Härte" ja ein seeeeehr auslegungsfreudiger Begriff ist, denn ich bin nach 3 schon fertig mit der Welt, von denen andere 150 mit einem Grinsen wegstecken :rolleyes: Auch da entwickeln wir uns weiter, denn bei mir ist die Lust am Schmerz auf jeden Fall da, und wir probieren immer wieder an der richtigen Dosierung rum, die uns beide zufrieden macht.
      Einige "Problemfelder", die nun mal in einem Spießerleben auftauchen, haben sich auch um Längen entschärft. Wir gehen ganz anders mit Konflikten um, die es natürlich trotzdem noch gibt. Und wir reden mehr miteinander, wobei ich es sehr schätze, dass er absolute Ehrlichkeit von mir verlangt. Er will in meinen Kopf und in mein Herz schauen, und ihm darf und muss ich auch alles sagen, was aktuell so los ist bei mir.
      Im Gegenzug strenge ich mich von selber an, ihm das Leben zu erleichtern. Trifft er eine Entscheidung, dann folge ich dieser. Immer. Gelegentlich mit einem Mundwinkel nach unten, aber ich folge X/ Wir sind in unserem Alltagsleben ehrlich gesagt ziemlich authenthisch geblieben, da gibts natürlich auch mal Streß, Überforderung, Ärger und beleidigte Leberwürste. Aber er kann mich gut einfangen, ein Griff in mein Haar oder eine deutliche Ansage seinerseits genügt, und jeder ist wieder an seinem Platz ^^
      Mir kommt's gelegentlich immer noch vor wie ein Wunder, dass es gerade mit meinem langjährigen Partner so unheimlich gut passt. Denn wir sind ja auch noch Papa und Mama, haben Job, Ehrenamt, Verwandtschaft und tausend andere Verpflichtungen. Und ich liebe ihn nicht nur wegen seiner Dominanz, sondern auch weil ich einfach sauviel Spaß mit dem Mann hab <3
      .... und dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!

      aus dem 1. Petrusbrief - unser Trauspruch, und so wahr.... <3
      Hey Du :)

      Also, ich musste es keinem meiner Partner mitteilen, zu der Zeit wo ich beschlossen habe, dazuzustehen, war ich Single und habe mich recht zügig hier angemeldet...
      Ich habe es in der Grundschulzeit schon "gelebt"... ließ mich von meinem Cousin und Cousine fesseln... bei Arztspielen war ich immer Patientin... so in die Richtung. Ich habe nie ein Begriff oder Wort gesucht/gebraucht. Ich habe es allerdings auch nicht nach außen gezeigt.
      Bis vor einiger Zeit war allerdings meine Schwelle, mich zu unterwerfen sehr gering, was an meiner Psyche und meiner Vergangenheit liegen könnte. Daher habe ich vieles aus dem Bereich erfahren, ohne es freiwillig zu wollen - habe im Nachgang allerdings Gefallen daran gefunden und möchte es auch nicht mehr missen.
      Inzwischen würde ich sagen, dass ich mir nur noch Partner auswähle, die dominant sind, da ich anders nicht mehr glücklich sein könnte. Psyche ist stark und ich bin mir meiner Selbst sehr bewusst. Ich hatte es mit einem Vanilla probiert, der allerdings festgestellt hat, dass wir sehr weit auseinander liegende Vorstellungen haben. Ich weiß von manchen Kicks... bin aber auch immer bereit, für mich Neues kennenzulernen, so lange es nicht an meine No-Go's geht. Und ich bin inzwischen so, dass ich weiß, was mir wichtig ist und auf was ich verzichten möchte. :)

      LG
      Lysis
      ...Alle werden als Original geboren... die meisten sterben als Kopie... ich bin ein Unikat - kein Duplikat :yes: :dance:
      Ich habe schon sehr früh festgestellt, das es mir Spaß macht, Frauen zu fesseln, das fing schon im Kindesalter an. Ich hatte schon mit sechs bzw. sieben Jahren enormen Spaß daran gehabt, meine Tante zu fesseln und wehrlos an den Stuhl zu fixieren. Ob das schon dazu gehörte, weiß ich nicht. :D

      Spätestens im Jugendalter in der fünften Klasse habe ich es dann selbst gemerkt. Wärend andere Jungs immer ganz offen über ihre Phantasien gesprochen haben, habe ich meine immer für mich behalten. Irgendwie hatte ich das gefühl, "nicht normal" und anders zu sein. Die andern Jungs sprachen vo Ficken und Romantik und ich hatte zwei meiner Lehrerinnen im Kopf, bei denen ich mir immer wieder vorgestellt, wie ich diese fesseln würde. Viel mehr war es damals aber auch noch nicht. Der Gedanke sie dann auch gefesselt zu ficken, kam erst später (ca. achte Klasse).
      Ab der Oberstufe wusste ich dann genau was ich wollte, hatte viel gelesen und im frühen Internet gesehen. Leider hatte ich aber keine Möglichkeit es auszuleben und musste in den ersten Beziehungen mit meinen Fantasien alleine bleiben. In einem Club habe ich dann erste Erfahrungen sammeln können. Mein bester Freund wusste es seit der 10. Klasse, er hatte aber das gleiche Problem. Meiner ersten längeren Freundin, späteren Frau habe ich dann davon erzählt. Sie hatte dafür aber kein Verständnis und betrachtete es als Perversität. Hin und wieder hat sie das abbinden ihrer Brüste zugelassen, aber eine richtige Session wie ich es aus dem Club oder dem Internet kannte, war es nicht und für mich extrem unbefriedigend. Gefühlt hatte ich manchmal nur Sex, wegen der Beziehung und nicht aus Lust, was für einige Flauten gesorgt hat. Im Kopf war immer das "bin ich doch nicht normal"?
      Irgendwann habe ich dann eine ehemalige, sehr vertraute Klassenkameradin/Freundin (keine "Ex") wieder getroffen und wir haben zufällig zur gleichen Zeit 50 SoG gelesen und so zum Gesprächsthema BDSM gekommen. Sie hatte ebenfalls Erfahrungen und war in ihrerer damaligen Beziehung komplett unzufrieden. Da habe ich es mir dann aber selbst eingestanden und mich mit dem Gedanken auch angefreundet. 8)
      Letzt endlich sind wir dann zusammen gekommen, haben unsere Partner verlassen, da war ich 29 Jahre und sind mittlerweile verheiratet und Eltern geworden. Uns verbindet weit mehr als nur das Spielen, denn seit Kind Nr. 2 kommt es dazu kaum noch. Ihr Empfinden hat sich verändert, ihre Vorlieben damit leider auch. Aus BDSM wurde ein "Kuschelmonster", das mir vorschlägt eine Sklavin zum Fremdspielen zu suchen. Ein Gedanke mit dem ich mich noch nicht ganz anfreunden kann. ;) Seit ihr bin ich aber soweit, recht offen zu meiner Leidenschaft zu stehen und sie nicht mehr zu verheimlichen, wenn das Gespräch darauf kommt. Das Umfeld muss dabei aber auch stimmen, denn wie oben schon von jemand anderem erwähnt, Beruf, Ehrenamt und das Umfeld der Kinder (Kindergarteneltern, Sportverein etc.) sind nicht immer offen und tollerant und die Kinder sollen darunter nicht leiden. :engel:

      Ich weiß
      "Für viele ist das Leben zu kurz um herauszufunden, was sie selbst für sich möchten, weil sie immer nur schauen was andere von ihnen möchten.
      Ich lebe daher mein Leben, habe darin aber viel Platz für viele andere denen es genauso geht." (Luan Wallin)
      Hmmm... keine Ahnung, ob ich die Neigung von selbst bemerkt hätte :rofl: Ich wurde ja quasi hineingeschubst. Vermutlich hätte ich es aber irgendwann auch ohne das erste prägende Erlebnis bemerkt. ;)

      Das alles war vor 30 Jahren und mir ging es da so wie @newbarbie, dass ich kaum eine Möglichkeit hatte, mich zu informieren und das alles auch keinen Namen hatte.

      Mit meinem jetzigen Mann ist es so gewesen, dass ich im Laufe unserer mittlerweile fast 19 Jahre dauernden Beziehung immer mal Andeutungen gemacht habe, die aber nicht so wirklich wahrgenommen / verstanden wurden. Vor knapp 1,5 Jahren habe ich mich dann ihm gegenüber "geoutet" und auch über meine Erfahrungen berichtet. Es dauerte dann noch ein paar Wochen und wir haben angefangen gemeinsam auszuprobieren und uns zu entwickeln.

      Und das ist eigentlich ein andauernder Prozess.
      Auch was mich kickt, wechselt immer noch, ist situationsgebunden.
      "This world is just illusion..."

      sweet_devotion schrieb:

      Wie lange habt ihr denn dieses Geheimnis mit euch mitgetragen, bis ihr es euren Partnern gesagt habt?
      Zum Glück gar nicht! Ich habe das große Glück, dass mein Partner und ich unsere Neigungen gemeinsam entdeckt haben - und das eher durch Zufall bzw. aus einer überhaupt nicht ernst gemeinten Situation heraus, aus der sich dann schnell mehr entwickelt hat, weil wir gemerkt haben, dass wir Gefallen an Dominanz und Unterwerfung finden. :)

      Dass ich in einer Beziehung gerne folgsam bin und diene, war mir aber schon länger bewusst, nur dass ich es nie so bezeichnet hätte und immer als Charaktereigenschaft gesehen habe, die von meinen vorherigen Partnern aber leider nicht besonders gemocht wurde. Mit BDSM habe ich diese Bedürfnisse gar nicht in Verbindung gebracht. Das wurde mir erst klar, als ich mich eingehend darüber informiert und damit auseinandergesetzt habe.

      Manches, was ich heute ganz klar dem D/s-Bereich zuordne, gab es in unserer Beziehung schon lange bevor wir wussten, wofür diese beiden Buchstaben überhaupt stehen. ^^ Dass ich mich bspw. in vielen Dingen nach ihm richte, meinen Alltag größtenteils nach dem seinen ausrichte und meine eigenen Bedürfnisse auch mal zurückstelle, war bereits zu Anfang der Beziehung irgendwie 'normal' für mich. Darüber haben wir damals nie wirklich geredet. Es war einfach so und hat sich richtig angefühlt.


      sweet_devotion schrieb:

      Und wie lange hat es bei euch gedauert, bis ihr ganz genau wusstet, was euch kickt, was ihr braucht um glücklich und erfüllt zu sein?
      Manches war mir direkt klar (siehe oben), das meiste hat sich aber einfach im Laufe der Zeit gezeigt und ergeben. Je mehr wir uns unserer Neigung hingegeben und Dinge ausprobiert haben, desto klarer wurde es. Allerdings finden wir immer wieder neue Leidenschaften und Vorlieben. Ich glaube, BDSM ist ein so großes Feld, dass diese spannende Entdeckungsreise nie wirklich zu Ende gehen wird. :)
      Ich habe mich meinem Mann immer offen mitgeteilt, von den ersten Überlegungen in diese Richtung bis zur Gewissheit. In ihn verliebt habe ich mich unter anderem, weil ich mich mit ihm über alles unterhalten kann und weil mir vor ihm nichts peinlich sein muss. Er ist jetzt der Schirmherr meiner DS-Beziehung.

      Was ich damals wollte, war mir recht schnell klar. Zum Beispiel möglichst viel ausprobieren . Zu dem Zeitpunkt kannte ich mich schon recht gut und Bücher, das Internet, Gespräche, Beobachtungen, Workshops und Selbstreflexion können sehr aufschlussreich sein. Meine Fantasien haben sich in der Realität fast immer noch besser angefühlt als erhofft.

      Durch unvoreingenommenes Ausprobieren hat sich über die Zeit weiter herauskristallisiert, was zu mir/uns passt. Wir testen gern spielerisch verschiedene Möglichkeiten, unserem DS Ausdruck zu verleihen. Auch solche, die sich zuerst befremdlich anfühlen, weil sie den bisherigen Gewohnheiten widersprechen. Die, die zu uns passen, bleiben an uns kleben, die, die nicht zu uns passen, fallen ab. Wobei sich das nur auf die Praktiken bezieht. Das, worum es in unserem DS eigentlich geht, ist etwas anderes. Das liegt tiefer und bleibt konstant. Allerdings wird manchmal etwas, das wir zuerst spielerisch angehen, mit unerwarteter Deutlichkeit zum Ausdruck dieser anderen Ebene.
      Es gibt Hunderte von Arten, niederzuknien und den Boden zu küssen. (Rumi)

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      Fast 25 Jahre brauchte ich tatsächlich, um es meinem Mann zu sagen. Ich glaubte lange Zeit, mit mir stimmt einfach etwas nicht - und mein Mann glaubte das auch :yes: Wir wussten, wir passen in bestimmten Bereichen nicht wirklich gut zusammen, nur greifen und ausdrücken ließen sich die Unterschiede für uns da noch nicht. Erst durch Dokumentationen, Filme und Bücher erkannte ich, es gibt da noch Andere, die eben "anders" ticken. Mein Outing ihm gegenüber folgte im Rahmen der vielen und langen Gespräche im Zuge der Beziehungsöffnung (infolge sexueller Frustration auf beiden Seiten) vor ein paar Jahren. Zunächst war er geschockt, mittlerweile kann er recht gut damit umgehen und wir nähern uns zum Glück wieder an. Und nach der Öffnung wagte ich den Schritt hin zu den ersten realen Erfahrungen.
      Irgendwie ist es erleichternd zu sehen, dass es noch mehr Menschen gibt, die so lange dafür brauchten wie ich ;)
      Ups, fast vergessen :rolleyes:

      Was mich wirklich kickt und rundum glücklich macht, bin ich noch immer am erforschen. Das Lesen in diesem Forum und der Austausch in der Comm brachten mich hierbei aber bereits ein gutes Stück weiter. Lieben Dank an dieser Stelle ans Forum und an @Spank für den Hinweis :blumen:
      Vermutlich gibt es da aber auch kein wirkliches Ende der Reise, zumindest nicht, so lange man offen bleibt gegenüber Inspiration und Impulse.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Salt&Pepper ()

      sweet_devotion schrieb:

      - Wie lange habt ihr denn dieses Geheimnis mit euch mitgetragen, bis ihr es euren Partnern gesagt habt?
      Sehr lange.
      Ich mußte erstmal selbst für mich rausfinden, was das bei mir ist und warum das bei mir so ist.
      In den meisten Partnerschaften hab ich es komplett verschwiegen. Weil ich wußte, ich werde nicht verstanden.

      sweet_devotion schrieb:

      - Und wie lange hat es bei euch gedauert, bis ihr ganz genau wusstet, was euch kickt, was ihr braucht um glücklich und erfüllt zu sein? Es gibt ja so viele Möglichkeiten im BDSM, man kann ja nicht von Anfang an alles kennen und in der Realität ist es oft ganz anderst als in der Fantasie.
      Angefangen sich zu entwickeln hat das bereits in meiner frühesten Jugend, vielleicht sogar schon als Kind beim Western spielen, als ich von einer Freundin gefesselt worden bin. Das hat mir seltsamerweise sehr gefallen.
      Solche Spiele waren normal, 80er Jahre, wir spielten einfach das nach was wir in den 5 Fernsehprogrammen sahen, die wir hatten, und das waren oft Western wie Cat Ballou mit Jane Fonda, oder andere historische Filme.

      Später in der Pubertät wurde das Gefühl intensiver, ich las (historische) Romane wo auch Frauen an den Galgen gehen mußten und ich sah mich selbst in dieser Opferrolle.
      Als der Film "Bad Girls" 1994 in die Kinos kam, las ich davon die Kinovorschau in der Bravo und wollte unbedingt diesen Film sehen.
      Ich war schon 13, und der Film war ab 12, also durfte ich ihn sehen und kam Feuer und Flamme danach aus dem Kino raus. Als Madeleine Stowe gehängt werden sollte, und ihre Haltung so stark und aufrichtig war, nahm ich sie als mein großes Vorbild, und das Kinoplakat dieses Films bekam ab da einen Ehrenplatz über meinem Bett. Ich schlief damit ein und wachte damit auf.

      Bis ich meine Gefühle richtig einordnen konnte sollten noch Jahre vergehen.
      In meinem Kreis enger Freundinnen, die überhaupt mit dem Thema Geschichte und vor allem die Zeit des wilden Westens etwas anfangen konnten, schauten wir Bad Girls auch mal bei einem Mädelsabend auf Videokassette und für uns war der Film damals schon ein Kultfilm, weil endlich auch mal Frauen die Heldinnen sein konnten, und nicht nur die Männer.
      Wir spielten dann das nach und fanden die Outfits cool, zogen uns so ähnlich an und suchten uns Orte, wo man möglichst ungestört spielen kann. Damals entstanden auch Fotos.
      Auf jeden Fall mochte ich es, gefesselt zu werden und liebte es, wenn ich an den Galgen gehen mußte. Das hat mich sehr angeheizt. Ich fühlte mich in dieser Position sehr wohl. An "Fetisch" oder "BDSM" hat damals noch keine von uns gedacht. Wir wußten gar nicht, was das ist.

      Auf jeden Fall hat sich diese Vorliebe nie verzogen, obwohl ich mal eine Zeitlang versucht habe, sie zu verdrängen.
      In meinen Träumen kam sie aber immer wieder und es waren schöne Träume. Keine Alpträume.

      Ich habe dann angefangen es zu akzeptieren und habe meine Träume genossen.
      Irgendwann habe ich dann recherchiert und über amerikanische Internetseiten erfahren, daß meinen Vorliebe als "Dark Fetisch" bezeichtet werden kann.
      Im Laufe der Jahre ging ich immer offener damit um, und sehe es heute als harmlose Spiele an. (So wie wir es machen)
      Draußen im Freien machen sie am meisten Spaß. Natürlich achten wir darauf, daß wir niemanden schockieren dabei.

      Würgen tun wir uns dabei natürlich nicht! Es geht nur um das Gefühl der Hilflosigkeit, und Unterwerfung.
      Wenn man dann da so steht, ist das sehr sehr aufregend :)
      Wie lange ich gebraucht habe?

      Muss ich ehrlich sagen gar nicht. Meine Holde kam auf mich zu und sprach Tacheles.
      Das ich bzw wir schon immer anders waren als alle anderen ja, das war mir schon immer klar.
      Wenn ich das jetzt betrachte und auch bedingt durch die vielen Gespräche die ich mit meiner holde führte und führe, haben wir eigentlich schon immer so gelebt
      Nur ohne mir dessen wirklich bewusst zu sein und vllt jetzt nicht ganz so ausgeprägt wie jetzt.

      Auch wenn gerade die erste Zeit etwas komisch war, eben mit Bewusstsein an die Sache ranzugehen, so geniesse ich jede Sekunde.
      Es gibt noch sooo vieles zu entdecken und von daher bin ich einfach nur froh, das meine Süsse den Schritt machte und wir immer mehr Facetten für uns entdecken können

      sweet_devotion schrieb:

      ...

      - Wie lange habt ihr denn dieses Geheimnis mit euch mitgetragen, bis ihr es euren Partnern gesagt habt?

      - Und wie lange hat es bei euch gedauert, bis ihr ganz genau wusstet, was euch kickt, was ihr braucht um glücklich und erfüllt zu sein?


      ...
      Mein erster Partner wusste von nix, ich aber auch noch nicht so wirklich. Den zweiten und aktuellen hab ich auf einer eindeutigen Seiten durch Zufall kennengelernt, dem brauchte ich also nix zu sagen, durch die Anmeldung auf der Seite war es klar.

      Was mich ganz genau kickt weiß ich auch jetzt noch nicht, wir haben noch nicht alles ausgetestet was nicht auf der Tabuliste steht.

      Aber von den Anfängen, also dem direkten mitbekommen, dass man im Netz, wenn man nach Bildern und Filmchen z.B. sucht immer wieder in die gleiche Ecke driftet, bis das Kind dann tatsächlich mal einen Namen hatte, vergingen irgendwas zw. 8 & 10 Jahre.

      Wobei ich mir nie was eingestehen musste, ich mochte die Filme halt, hatte nur lange nicht die passenden Begriffe, das waren am Anfang Zufallstreffer, die sich halt immer öfter tatsächliche Namen bekamen.
      Hmm.
      Ich glaube das Bewusstsein anders als andere zu sein war schon immer da.

      Sowohl zu Kita Zeiten und später Schule, und ja auch im Elternhaus hab ich den Satz im Kopf: was stimmt denn mit dir nicht...
      Somit hält man den Mund und passt sich sozialtechnisch an.

      Im Kopf lief schon immer Kino.
      Ich konnte auch nie diese Vanilla Romantik verstehen, gab mir so gar nichts.
      Dann lernte ich mit zarten 14 mein "über alles" kennen und stand ungelogen Sabbernd vor ihm. Ich war damals schon alles andere als zahm. :)

      Mit ihm ging unbewusst und unterbewusst alles. Also Träumchen von D/s erfüllt.
      Er tat sich aber in Richtung S/ M echt schwer. Wurde von mir nie komplett offen angesprochen und Andeutungen versteht halt nicht jeder sofort.
      Harmlose Varianten gingen schon immer.
      Aber ich denke ab einer bestimmten persönlichen und gemeinsamer sexueller Entwicklung und ja auch vielleicht das Alter
      habe ich dann das ganz klare offene Gespräch gesucht.

      Und siehe da nach anfänglichen Schwierigkeiten der Akzeptanz seinerseits, das Kind bekam einen Namen der sozial doch schwierig ist, leben wir bewusst und mit einem breiten Grinsen.
      Ist wie frisch verliebt und alles neu und wir wollen mehr.
      Vieles wird ausprobiert. Bis jetzt noch nichts wieder aussortiert...
      Bin sooo gespannt wo der Weg noch hingeht... :love: <3
      Eigentlich habe ich das ‚Geheimnis‘ gar nicht mit mir herumgetragen :gruebel: .

      Bei uns gab es erst die Beziehung und in diesem Rahmen kamen meine Neigungen zum Vorschein. Er hatte wie einige andere hier bereits als Kind eine Vorliebe für Fesselspiele und die ersten sexuellen Phantasien und Erfahrungen waren auch mehr als eindeutig. Ich kann mich meinerseits an nichts erinnern.

      Das D/s-Gefüge war recht schnell in unserer Beziehung etabliert, nur hatte diese Form des Zusammenlebens damals noch keinen Namen. Ich erinnere mich noch sehr gut an meine Gedanken, als ich zum ersten Mal mit ihm sprach: „Wow. Der könnte Dir gefährlich werden. Ein interessanter Mensch.“ Und mein erster Eindruck täuschte mich nicht. Ich hatte jemanden gefunden, der mich zu händeln wusste.

      Klares SM zog etwas später bei uns ein. Ich hatte ihn mit einer Frage über die Köpfe der Kinder hinweg provoziert, wohl wissend, dass die Frage ihn bis aufs Blut reizt und genauso kalkulierend, dass er vor den Kindern erst einmal handlungsunfähig ist. Die Revanche kam dann abends beim Sex, okay, das hatte ich so nicht vorausgesehen ^^. Dabei schlug er mir unvermittelt und hart ins Gesicht, was uns beide sehr berauschte :whistling: . Mir gefiel es so gut, dass ich ihn am nächsten Abend wiederum bat, mich vor und beim Sex erneut zu schlagen :D . Das hat also keine 24 Stunden gedauert, bis ich mich ihm geöffnet habe; ich bin in den allermeisten Fällen sehr direkt :) .
      „Die Grenzen der Seele wirst du nicht finden, auch wenn du alle Wege durchwanderst.
      So tiefen Grund hat sie.“

      Heraklit