In welcher Lebenssituation habt ihr euch entschlossen, euch näher mit BDSM zu befassen und es auzuleben?

      In welcher Lebenssituation habt ihr euch entschlossen, euch näher mit BDSM zu befassen und es auzuleben?

      In welcher Lebenssituation habt ihr euch entschlossen, euch näher mit BDSM zu befassen und es auzuleben? 148
      1.  
        Ich hab schon immer so getickt. (54) 36%
      2.  
        In einer Selbstfindungs-/Selbstverwirklichungsphase (38) 26%
      3.  
        Nach einer Trennung/Scheidung. (29) 20%
      4.  
        Ich hatte eine/n neue/n Partner/in kennengelernt und er/sie hat mich da drauf gebracht. (24) 16%
      5.  
        In keiner besonderen Lebenssituation. Alles war prima und ich wollte es einfach mal ausprobieren. (14) 9%
      6.  
        Nach einem anderen seelisch einschneidenden Ereignis. (13) 9%
      7.  
        Ich wollte mein langweiliges Sexleben bzw. meine langweilige Beziehung aufpeppen (10) 7%
      8.  
        Mein/e Partner/in, mit der ich schon zusammen war, hat das Thema ins Spiel gebracht. (10) 7%
      9.  
        Nach einem gesundheitlichen Supergau. (8) 5%
      10.  
        Ich liebte das Leben und wollte auch diese Variante des erotischen Miteinanders mal ausprobieren. (8) 5%
      11.  
        Ich habe gemerkt, dass das Leben stinkt, und hatte deshalb keinen Bock mehr auf Blümchensex. (7) 5%
      12.  
        Nach einem beruflichen Supergau. (4) 3%
      13.  
        Nach einem privaten Erfolgserlebnis. (3) 2%
      14.  
        Nach einem beruflichen Erfolgserlebnis. (0) 0%
      Diesmal werdet ihr ausnahmsweise mal von mir ausgequetscht :D und nicht von Gentle oder angehenden Psychologen/Psychologinnen.

      Mich würde mal interessieren, in welcher Lebenssituation ihr euch entschlossen habt, euch näher mit BDSM zu befassen und es auszuleben. Ich habe mich in letzter Zeit mit einigen BDSMlern privat über dieses Thema unterhalten und dachte mir, das wäre doch für euch alle hier auch interessant.

      Die Umfrage sollte anonym sein, ich hoffe, das hab ich richtig eingestellt.


      Legt los ^^
      Lernen durch Schmerz ist nicht angenehm. Aber unglaublich effektiv.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Spätzle ()

      Für mich ist keine passende Antwort dabei. Mein Liebesleben war noch nie mit viel Blümchensex, konnte dem nie etwas abgewinnen und habe somit nie beschlossen BDSM „auszuprobieren“. Es gab keinen konkreten Anlass, es war gefühlt immer schon irgendwie dabei :pardon:
      Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen. Astrid Lindgren
      Bei mir war es der Tod meines Vaters, der mich letztendlich dazu brachte, BDSM endlich auszuleben.
      Es war für mich in gewisser Weise schon ein Super-Gau.
      Mit Beruf oder Gesundheit hatte das jedoch nichts zu tun.
      Eine Antwortmöglichkeit wie "seelisch einschneidendes Ereignis" ist jedoch nicht dabei, :pardon: .
      Sehr weitgehend könnte man zwar sicher sagen, ich befand mich danach in einer Art Selbstverwirklichungsphase.
      Aber das klingt für mich nicht richtig, weil es sich nur auf BDSM bezog und nicht so umfangreich war, daß ich das als "Selbstverwirklichungsphase" bezeichnen würde, :gruebel: .
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Mir fehlt da leider ein Punkt für mich, bzw ein korrektes Kreuzchen zu setzen ist nicht möglich.
      Mir war sehr bewusst wie der Name lautet den unsere Beziehung hat. Sind seit sehr langer Zeit ein Paar und schon etliche verheiratet.
      Ich habe dann meinen Holden oft auf subtile Weise versucht beizubringen, das wir halt anders sind auch mit dem passenden Begriffen.
      Nur manchmal helfen halt nur klare Worte.
      Der Rest kam dann doch von ihm. Das ``einarbeiten`` in die tiefere Materie. :love:
      „In einer Selbstfindungs-/Selbstverwirklichungsphase“ scheint das zu sein, was wohl am ehesten passt. Zumindest würde ich das im Nachhinein so sehen. Es war tote Hose im Bett in der Beziehung, versuchte Gespräche brachten nix, also mal das, was schon ein Weile im Kopf rum spukte näher betrachten. Was dann folgte, war die Trennung. Und seit dem kann ich es mir ohne BDSM nicht mehr vorstellen. Das Ganze begann so vor ca. 10-12 Jahren, war sozusagen eine vorgezogene Midlifecrisis.
      Bei mir war es ein neuer Partner, der mich drauf gebracht hat.

      Das heißt, ich wusste schon immer, dass mir in meinem Sexualleben etwas fehlt, Vanillasex hat mir nicht wirklich Spaß gemacht, aber ich konnte nie benennen,was mir eigentlich fehlt.
      Er hat mich in die Welt des BDSM eingeführt, und durch ihn habe ich herausgefunden, was ich immer vermisst hatte. Das ist nun etwas mehr als 4 Jahre her, und ich kann mir eine Beziehung ohne BDSM nicht mehr vorstellen.
      Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt. Franz Kafka
      Also meine Barbies waren immer schon gefesselt... Ich habe mir oft anhören müssen du bist nicht normal, ich habe schon immer eine ausgeprägte Sexualität, musste mir auch schon den Ausdruck Succubus anhören und habe mich nie verstanden gefühlt... Ich habe sehr miese Erfahrungen auch als Kind in diesem Bereich gehabt und habe MEINE Sexualität nie ausleben können... Bis ich einen Zusammenbruch und einen kompletten Wechsel meines Lebens hatte, habe damals @Sorin kennengelernt dem es ähnlich schlecht ging zu den Zeitpunkt und ab da war die Sache auf einmal spielerisch einfach. Also bis 33 Jahre falscher Dampfer und ab da sind wir in See gestochen und ich freue mich auf jede neue Erfahrung in diesem Bereich, deshalb euch noch ein dickes Dankeschön es ist wirklich inspirierend hier.
      Auch das man erfahren darf gar nicht so andersartig zu sein :thumbup:
      - ~ * The only straight thing about me * ~ -
      - ~ * is my jacket * ~ -
      :thumbsup:
      Ich habe mir damals gar keine Gedanken in die Richtung gemacht. Drauf gebracht hat mich ein lieber Freund der mir öfter erzählt hat was er wieder so ausprobiert hat. Er hat da dann immer so zufrieden und glücklich gewirkt dass ich mich ihm irgendwann an den Hals geworfen habe und ihm gesagt habe er dürfe mit mir machen was er will weil ich auch Sachen machen will die einen so selig machen. Die Gelegenheit hat er sich natürlich nicht entgehen lassen und mich hat es nie wieder los gelassen. Das war vor etwa 20 Jahren :)
      ich habe "schon immer so angehakt". Ich bin anscheinend so geboren worden. Ich kann mich an Situationen in meiner frühesten Pubertät erinnern, die mir das bewusst gemacht haben:

      In der Schule war ich immer etwas unaufmerksam und undiszipliniert. Damals konnten wir uns die Sitzordnung nicht aussuchen und so wies man mir einen Platz neben einem resoluten Mädchen zu. Die sollte mich zur Ordnung mahnen, wenn ich es wieder einmal zu weit trieb. Schon die vor der ganzen Klasse gehaltene Vortrag der Lehrerin mit Zurechtweisung und der Maßnahme (Sitzordnung) lösten in mir ein seltsames Gefühlschaos aus. Eine Mischung aus Scham und etwas, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht verstand, weil es mich auch anmachte. Es war der Himmel für mich, neben dieser jungen Dame zu sitzen, die mir immer wieder den einen oder anderen "Knuff" gab, die eigentlich nicht sehr schmerzhaft waren. Hinzu kam noch, dass die Tische nicht sehr groß waren und wir an diesem verkehrt herum saßen. Sie war Linkshänderin und ich Rechtshänder, sodass wir uns beim schreiben immer in die Quere kamen. Es gab dann öfters eine kleine "Kabbelei" , den ich immer verlor (natürlich mit Absicht).

      Im Pausenhof gab es Ecken, in die die Leher kaum Einsicht hatten. In einer solchen Ecke lagen immer 2 neue Heizkessel dicht nebeneinander. Es war ein Spiel der Jungs, wenn man auf diesen saß, dass einer von uns überfallen wurde, in die Ritze zwischen die Kessel gedrückt und "gefoltert", wurde. Dies geschah, bis man gestand, welches Mädchen man begehrte. Zu den Jungs gesellten sich auch stets 2 Mädchen, darunter auch meine Sitznachbarin. Ich glaube, an dem Tag, wo ich zwischen den zwei Kesseln lag und mein "Schwarm", auf mir saß, um mir das geforderte "Geständnis" zu entlocken hatte ich neben einer schwer zu versteckenden Erektion auch meinen ersten Subspace-Moment. Im übrigen war ich der einzige, der nie eine solche Beichte abgelegt hat ( warum das wohl so war? ;) )

      Dies waren wohl meine ersten Erfahrungen, die mir klar machten, dass "Vanillasex" nicht alles sein kann. Ich habe das noch nie jemanden erzählt und denke, dass es in diesem Kreis an der Zeit war.

      Gruß, Blasius
      Ich weis nicht, was ich Geistreiches hier euch mitgeben könnte.
      - Vielleicht carpe noctem ?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von blasius ()

      Total spannendes Thema, mal selbst darüber nachzudenken. Auch wenn es in meinem Leben meist nur ein zartes Pflänzchen war, das im Schatten anderer Bäume immer mal wieder nur den einen oder anderen Sonnenstrahl abbekam, war es doch immer da. Nun bin ich an dem Punkt, das Pflänzchen wachsen und gedeihen zu lassen.
      Huch, was habe ich heute morgen eine blumige Sprache, bestimmt, weil ich gestern den ganzen Tag im Garten war. 8|
      I took the red pill.
      Eine wirklich passende Antwort ist für mich nicht dabei.
      Es war schon immer ein teil meiner selbst. Nur wußte ich dies lange Zeit nicht und konnte es auch nicht irgendwie einordnen.
      Teilweise habe ich mich dafür auch geschämt und/oder es verdrängt. Für mich war es lange pervers und so wollte ich nicht sein.
      Irgendwann, für über 30 Jahren, wurde es mir klar und im lauf der Zeit habe ich es Teil von mir akzeptiert und mich damit bedeutend besser und vollständiger gefühlt und gesehen.
      So war es bei mir auch. Schon die ersten sexuellen Phantasien, als ich so 12-13 war, hatten D/s-Inhalte. Auch ich konnte es lange nicht einordnen, denn meine Informationsquellen dazu waren Zeitschriften wie „Stern“ und „Spiegel“, die halt zu Hause herumlagen und in denen ab und zu Artikel über „Perverse“ in Lack und Latex mit schrägen Interpretationsversuchen abgedruckt waren. Mit diesen pseudointelkektuellen, sensationsheischenden und stark psychologisierenden und wertenden Texten konnte ich mich in kleinster Weise identifizieren.

      Eine Ausnahme gab es... einen Artikel über Bondage in Japan mit wunderschönen Aufnahmen von gefesselten Frauen, die über dem Boden schwebten.
      Auch in bestimmten Foren diverser Frauenzeitschriften landete ich immer wieder bei den Berichten über S/m. Den Bogen zu mir und meinen sehr D/s- lastigen Phantasien konnte ich lange nicht schlagen.

      Auch ich habe mich sehr lange sehr geschämt, habe auch aktiv versucht, mich sexuell „umzupolen“ und kann deshalb sagen: es funktioniert nicht.

      irgendwann habe ich akzeptiert, dass das die einzige Art der Sexualität ist, die für mich funktioniert, wollte es aber aus Angst vor Zurückweisung, aus Scham und auch aus Angst, erpressbar zu werden, nie ausleben. Ich habe also mit Anfang 30 (auch nach doofen Erfahrungen mit Vanillas) beschlossen, nie eine Beziehung einzugehen.

      Mit Mitte 30 hatte ich ein ganz einschneidendes, schreckliches Erlebnis bei der Arbeit, das mir knallhart bewusst gemacht hat, wie schnell es vorbei sein kann und dass man gut daran tut, sein Leben zu leben, ohne sich von der Meinung „der Leute“ abhängig zu machen. Da mir ohnehin alles egal war, habe ich das erste Mal aktiv nach D/s gesucht. Und gemerkt, dass es Menschen gibt, die auch so ticken. Und mich etwas über ein Jahr später ganz allein auf den Weg in einen reinen BDSM-Club gemacht und da das erste Mal eine wirklich schöne, erfüllende sexuelle Begegnung mit einem Mann gehabt.

      Der Rest ist „Geschichte“. Ich finde es nur schade, so viel Zeit damit verbracht zu haben, mich zu schämen und schlecht zu fühlen, statt zu mir und meiner Sexualität zu stehen... wobei ich dann vielleicht nie meinen Freund kennengelernt hätte.
      „Jetzt ist einfach nicht die Zeit für Partys“
      D. Kalayci, Gesundheitssenatorin Berlin

      "Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht".
      ~ Jean-Paul Sartre -

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