„Domspace“ Ja?/Nein? alles unter Kontrolle oder Kontrollverlust?

      „Domspace“ Ja?/Nein? alles unter Kontrolle oder Kontrollverlust?

      Es wird ja öfters über den Subspace gesprochen...

      Was ist aber mit dem dominanten Pendant? Nennen wir es mal „Domspace“
      Gibt es das?
      Falls ja, hat da Dom noch alles unter Kontrolle (sich selber und die/den Sub)? Im Rausch?
      Oder kompletter Kontrollverlust und es wird gefährlich für sein Gegenüber?

      ich definiere Rausch mit „brain off“/ totales Fallenlassen. Im Gegensatz zu der Gier bzw. Begierde, wo das Hirn teilweise noch funktionsfähig ist^^

      Wie seht ihr das? Bin auf eure Antworten gespannt

      Liebe Grüsse
      Green :engel:

      (Anhang: ich hab das Thema in der Shoutbox angesprochen und fand es passend fürs Forum, weil mehr Meinungen, mehr Diskussionspotenzial)
      Oha...als ich gesucht habe, kam nix...
      danke @Feuerpferd

      Die Frage ist jetzt; Soll ichs stehen lassen oder nicht? :gruebel:
      Sollen die Mods entscheiden :D

      und bis dahin darf hier diskutiert werden, die Beiträge des anderen Threads sind von 2015, neue Gesichter, neue Meinungen, hoffentlich :engel: (Irgendwie muss ich mich aus der Misere retten :pardon: )

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von GreenBlueEyes ()

      Ich hatte zufällig Mal was dazu geschrieben in einem anderen Thread mit einer weiter gefassten Frage (Faszination BDSM für den dominanten Part)

      Dominantseptakkord schrieb:

      Ich persönlich würde es gefährlich finden, wenn ich beim Spiel Raum und Zeit vergessen würde. Ich bin verantwortlich für das Wohlergehen meiner Sub, muss ihre Reaktionen zusätzlich zu meinen eigenen im Blick behalten. Da mein Hirn den Fokus sowieso meistens teilt, fällt mir das hier nicht so schwer.
      Bitte nicht als Selbstbeweihräucherung auffassen. Ich sage nicht, dass ich Superdom problemlos meine Sub lesen kann. Ich sage nur, dass es mir relativ leicht fällt, sie zu beobachten. Ob ich daraus die richtigen Schlüsse ziehe, hat damit zunächst wenig zu tun.
      Angenehmer Nebeneffekt: Je größer die Auslastung meines Hirns mit BDSM ist, desto weniger Kapazität bleibt für Hintergrundprozesse. Damit komme ich dem Abschalten etwas näher, ohne freilich wirklich abzuschalten. Ich beschreibe das Gefühl gern mit dem Geschwindigkeitsrausch beim schnellen Fahren mit Auto oder auch Fahrrad: Man bekommt zwar einen Tunnelblick, darf sich aber gleichzeitig keinen Fehler erlauben. Alles Wichtige nimmt man daher sogar mit gesteigerter Aufmerksamkeit wahr, weil sonst schlimme Dinge passieren können. Beim Fahren ein Unfall, beim Spielen der Absturz. Letztlich bin ich ja zu einem großen Teil dafür verantwortlich, dass meine Sub nicht abstürzt sondern im Gegenteil eine gute Zeit hat.
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
      Ja, ich kenne diesen "Dom-Space"

      Ich habe lange gebraucht, mich da auch reinfallen zu lassen aus Angst ich wäre nicht mehr Herr dessen, was passiert.
      Als es dann passierte (angestupst dazu durch meine damalige Sub) war es wunderschön.

      Nein, ich verliere dabei nicht die Kontrolle. Im Gegenteil. Es ist, als wenn ich neben mir stehen würde. Alles wie in Zeitlupe abläuft und als wenn ich mir selbst dabei zuschauen könnte. Und mich selbst dabei zusätzlich unter Kontrolle habe.
      Schwer zu beschreiben, aber ich glaube diese Beschreibung trifft es am besten.
      "I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it."

      (Voltaire Biografin Evelyn Beatrice Hall, 1906)
      Da mich das auch brennend interessiert, hab ich jetzt Mal @Sorin gelöchert, bis ich eine kurze, simple, knackig formulierte Antwort bekommen habe:

      "Kontrolliert gierig!"

      Finde das trifft ganz gut.

      Kann verstehen wieso du fragst, weil es uns Subs immer komplett weghaut, aber als ich Mal "Am Drücker" war, kann ich nur sagen der Fokus ist wie ein Tunnel zu deinem Gegenüber und jede Veränderung des Muskeltonus und der Atmung deines SUBjektes, zieht dich immer weiter in diesen Bann und lässt diese doofen und oft lästigen Alltagsgedanken hinten anstehen.

      D7 beschreibt diesen Fokus mit dem schnellen Autofahren ziemlich gut. :thumbsup:
      - ~ * The only straight thing about me * ~ -
      - ~ * is my jacket * ~ -
      :thumbsup:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Pand0ra () aus folgendem Grund: Schreiben mit dem Händy will gelernt sein.... grmblfx

      GreenBlueEyes schrieb:

      vielleicht zum Verständnis; ich weiss was Subspace ist, aber nicht wie es sich anfühlt
      Ich glaube da liegt das Problem.

      Ich versuche das mal aus meiner Sicht zu erklären. Da ich ja gelegentlich auf der aktiven Seite unterwegs bin ( nicht in der Partnerschaft, sondern auf Veranstaltungen)kenne ich beide Seiten.

      Auf der aktiven Seite ist es ein etwas anderer Rausch, es ist mehr so dass das gesamte Umfeld ausgeblendet wird und ich mich auf den passiven Part fokosiere. Irgendwann wird dann aus bewusstem Handeln intuitives Handeln, dann wird es ein gemeinsamer Tanz daraus.

      Das ist allerdings auch etwas das ich auf der passiven Seite brauche, um überhaupt in den Subspace zu kommen. Ich brauche es, dass mein Partner sich in die Situation fallen lassen kann. So lange er mit dem Kopf dabei ist, bin ich es auch.

      Ich glaube der Vergleich mit einem Tanz ist hier ganz angebracht. Wenn jemand gut tanzen kann und die Führung übernimmt, der andere das dann zu lässt und man etwas aufeinander eingespielt ist, dann kann man sich in einen Rausch tanzen.

      GreenBlueEyes schrieb:

      @dornenspiel beim tanzen kenn ich das sehr gut...

      hmmm meinst du, ich kann das nicht nachvollziehen, weil ich es selber nie gespürt habe?
      Das beide gewisse Faktoren ausblenden, versteh ich...
      Aber darf die Sub nicht alles ausblenden? Was dem Dom leider vorbehalten wird? Eben wegen der Kontrolle?
      Du redest vom "fliegen"?
      Ich will jetzt nicht die Begrifflichkeit auseinandernehmen ...allerdings ist es ein Unterschied für mich, ob ich in einem Subspace bin oder in einer Session "fliege".
      Der Subspace kann, zumindest bei mir, durch Dominanz ausgelöst werden. Kann wärend einer Session auch durch Schmerz oder andere Dinge bestärkt werden. Das "Fliegen" fühlt sich noch mal ganz anders an, es hat meiner Meinung nach einfach mit dem Ausschütten diverser Hormone zu tun.

      Eigentlich ist es ein Schutzmechanismus, der auch bei Unfällen ect. vom Körper "abgespielt wird.

      Das ist ein Zustand den der Aktive nicht hat.

      Nachtrag:
      Das war nicht böse gemeint, ich denke aber schon, dass es einen Unterschied macht, ob man es erlebt oder versucht es zu verstehen.
      Dann merkt man auch die kleinen Unterschiede, die so schwer sind sie zu erklären.
      @dornenspiel ich habs überhaupt nicht böse aufgefasst... :)
      Ich hab gefragt und bin auf alle Antworten gespannt (eine Diskussion lebt meist nicht von denen, die mir nach dem Schnabel reden^^)

      Deshalb muss ich ja auch so ehrlich sein und sagen, dass ich diesen Rausch noch nie erlebt habe. Wer ehrliche Antworten will, muss auch ehrlich fragen bzw. antworten <3
      Hmmm... Fliegen... Schwer zu beschreiben.

      Es macht irgendwo in dir Klick und dann lässt alles nach, denken, eventuelle Musik die gehört wird, du bist nicht mehr fähig aktiv zu antworten, dein Muskeltonus ist... Was für ein Muskeltonus? :thumbsup:

      Die Zeit, eventueller Schmerz, alles ist weit weit weg, Gedanken Fehlanzeige, . dafür spürst du extrem deine innere Abläufe/ Gefühle wie zum Beispiel Atmung, Herzschlag, Rauschen in den Ohren und bei mir wenn's absolut heftig ist, habe ich das Gefühl wie wenn man beim Tauchen Wasser in die Nase bekommt, ist aber auch angenehm in dem Moment. Absolutes Loslassen und natürlich Vertrauen deinem Partner gegenüber.

      Kann bei mir durch unterschiedliche Situationen hervor gebracht werden mittlerweile.

      Erstes Mal war als ich die Pfoten zusammengebunden hatte und er mich auf die Seite drehte und meinte, zähl mit Kleines, dann folgten Schläge mit dem Rohrstock auf den Popo. Bei 10 hat's mich gebretzelt...

      Ja um da sicher zu sein, weil Saveword ist dann auch nicht mehr möglich, muss dein Mensch dich gut kennen und dich gut lesen können.

      Weil Aus ist bei uns keines.... :thumbsup:
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      :thumbsup:

      GreenBlueEyes schrieb:

      Was ist aber mit dem dominanten Pendant? Nennen wir es mal „Domspace“
      Gibt es das?
      Ja das gibt es. Auch ein Dom kann sich in einen Rausch spielen. Wobei dies meist durch die volle Konzentration von Dom bei der Sub
      eher seltener anzutreffen ist.


      GreenBlueEyes schrieb:

      Falls ja, hat da Dom noch alles unter Kontrolle (sich selber und die/den Sub)? Im Rausch?
      Die Frage erklärt sich eigentlich von selbst. Im Rausch sicherlich nicht. Ich habe dies allerdings auch erst einmal erlebt das ich auf einem Spielevent
      einschreiten musste weil dies passiert war.


      GreenBlueEyes schrieb:

      Oder kompletter Kontrollverlust und es wird gefährlich für sein Gegenüber?
      Nun wenn niemand da ist der das Safewort noch wahrnehmen kann, ist natürlich eine Grundgefahr für den gegenüber gegeben.
      Ich hörte Sie sagen, die Macht ist mit dir !
      Subspace habe ich zweimal erlebt. Das ist für mich Kontrollverlust, fallen lassen gewesen.
      Domspace erlebe ich völlig anders. Ich versinke völlig im Hier und Jetzt. Nur das zählt. Ich bin hochkonzentriert auf Subbie und das, was ich tue. Nichts anderes zählt. Konzentriert und versunken gleichzeitig. Das kannte ich vorher nur von einem Adrenalinrausch beim Langlaufen. Meistens bekomme ich nicht einmal mit, wie geil ich werde. Erst hintnach merke ich, wie ich schwimme.
      Aber um auf deine Fragen zurück zu kommen: Nein, es ist kein Kontrollverlust. Im Gegenteil, es ist hochkontrolliert. Und doch ist es ein Rausch.
      Aber dieser Rausch ist schwierig zu beschreiben. Wie ein Meditationserlebnis. Das kann man eigentlich nur jemandem begreiflich machen, der es selbst schon erlebt hat. Dieses völlige Aufgehen im Moment ist einfach vollkommen anders als normale Konzentration auf eine Alltagsaufgabe. Und läßt mich noch ein paar Tage danach locker und vermutlich dämlich grinsend herumlaufen.
      Moin zusammen,

      wir haben unsere Vorliebe gemeinsam entdeckt und erste Erfahrungen gesammelt. Für mich ist es das größte Geschenk zu erfahren wie bereitwillig meine Subbi sich mir hingibt und mich uneingeschränkt kontrollieren lässt. Ick bin mir meiner Verantwortung selbstverständlich voll bewusst, immerhin halte ick (in gewissen Situationen) ihr Leben in meinen Händen. Sie vertraut mir ALLES an. Dieses Vertrauen ist das Fundament unserer Beziehung und eine Verletzung dieses Vertrauens würde unsere Beziehung in ihren Grundfesten erschüttern und damit beschädigen. Dit kann ick ni zulassen.
      Wenn ick also einen "Domspace" definieren sollte, würde ick sagen dit meiner mit unseren Sessions beginnt wobei keinesfalls von Kontrollverlust geredet werden kann. Denn es geht schließlich darum die Reaktion meiner Subbi auf mein Einwirken zu erfahren, zu erleben, wahrzunehmen, wodurch jede einzelne unserer Sessions zu meinem ganz persönlichen "Domspace" wird.