Wie Seilabdrücke vermeiden?

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      Wie Seilabdrücke vermeiden?

      Hallöchen

      Ich bin "Seil-Anfänger" und habe hier schon viele Forenbeiträge gelesen, weil mich das Thema "Abdrücke durch Seile" momentan speziell interessiert. Es geht mir darum, dass meine "Untergebene" absolut kein Interesse an irgendwelchen Seilabdrücken hat, bzw. die im täglichen Leben absolut nicht sichtbar sein dürfen, wegen diverser bohrender Fragen anderer, usw.

      Es werden immer wieder hier und dort Anmerkungen eingeworfen, warum diese oder jene Seilart gut oder schlecht ist. Aber in Bezug auf deren Abdrücke, blicke ich da nicht durch. Trotzdem würde meine "Untergebene" gerne gefesselt werden und dabei nicht nur mit Leder-Handschellen angebunden werden.

      Wenn man sich Shibari-Bilder ansieht, gibt es dort meist einen Blutstau in den Unterarmen und in den Füßen. Deshalb nehme ich an, dass es dem Model ganz egal ist, ob es danach lang anhaltende Abdrücke hat. Und ich nehme weiter an, dass die Shibariseile gut für die "Show" sind, aber nicht helfen, Abdrücke zu vermeiden.

      Es werden immer wieder Jute und Hanfseile empfohlen. Der Grund dafür erschließt sich mir allerdings nicht. Wenn man sich die erwähnte Shibari-Fesselungs-Art ansieht, vermeiden diese Seile überhaupt nicht, dass es Abdrücke gibt. Ich nehme sogar an, dass es andere, weichere Seile gibt, die sich der Haut besser anpassen. Dass das Hauptkriterium ist, dass sich das Seil nicht dehnen darf, ist mir dabei klar.

      Bei geölten Naturseilen ist es meiner Meinung nach fraglich, ob dieses Öl nicht ranzig wird mit der Zeit oder sich sonst verändert und wenn es dann auf die Haut oder Schleimhaut kommt, es Ausschläge gibt. Hier ist meine Mutmaßung, dass hierfür Kunsstoffseile am besten sind, wenn sie unbehandelt sind und aus entsprechend lebensmittelechtem Kunststoff sind. Aber welcher Kunststoff ist das?

      Meine Fragen sind deshalb:

      1) Ist es überhaupt möglich, mit Seilen bzw. Fesselungstechniken so zu Fesseln, dass es keine Abdrücke gibt, oder diese schnell verschwinden?

      2) Wenn es gar nicht geht, Abdrücke zu vermeiden, auch nicht durch noch so viele Umwicklungen um die Last zu verteilen, wie lange bleiben solche Abdrücke sichtbar?

      3) Gibt es noch andere Fesselungstechniken, ausser möglichst viele "Umwicklungen zur Lastverteilung" zu machen, mit denen Abdrücke am besten vermieden werden?

      4) Welche Seile mit welchen Eigenschaften (Seele, Ummantelung, Art des Kunsstoffes, Art des Materials, Seildurchmesser, usw.) sind weich auf der Haut und passen sich am besten an und schnüren am wenigsten ein und sind deshalb am besten geeignet, Abdrücke zu vermeiden? Und wo gibt es die zu kaufen?

      5) Welche Seile sind am hautfreundlichsten, was die Substanzen betrifft, die von den Seilen "abgesondert" werden und vielleicht Hautreizungen verursachen können?

      Ich hoffe ich habe meine Fragen nicht allzu durcheinander und verwirrend gestellt, aber bei mir dreht sich momentan alles um diese ungeklärten Fragen.
      Danke fürs Lesen und beraten

      Euer Roper
      Ich kann hier nichts zur Eignung von Seilen sagen.
      Aber:

      Ich bekomme solche Abdrücke, wie von Seilen von allem möglichen: vom Haargummi um mein Handgelenk, der Bund von Socken, manchmal sogar die Naht einer engen Jeans, die Kante von einem Stuhl, einer Falte im Stoff vom Kissen usw. und ja ich bekomme diese Abdrücke sehr schnell.
      Das kommt vom Druck auf die jeweilige Hautstelle :gruebel:
      Ich denke also um die zu vermeiden sollte man so arbeiten, dass möglichst wenig Druck auf eine Hautstelle kommt. Wenn es bei deiner Partnerin so ist, wie bei mir wird das aber seehr schwierig, bei mir reicht da schon, dass die Oberfläche eben nicht ganz regelmäßig wird. (Egal welches Seil, die sind schließlich rund) und ein bisschen Druck wird immer drauf kommen.

      Das längste was ich bis jetzt hatte, bis der Abdruck weg war, waren ca. 3h. An manchen Stellen verschwindet es schneller an anderen bleiben die länger.
      Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit uns tragen; die Träume, die wir spinnen, und die Sehnsüchte, die uns treiben.

      Die Feuerzangenbowle; Heinrich Spoerl

      Roper schrieb:

      1) Ist es überhaupt möglich, mit Seilen bzw. Fesselungstechniken so zu Fesseln, dass es keine Abdrücke gibt, oder diese schnell verschwinden?
      Du kannst locker fesseln, heisst:
      1) Seile um die Gliedmaßen nicht fest ziehen, Knoten verwenden die sich nicht selbst zuziehen (muss man sowieso machen)
      2) Keine starke Spannung auf die Seile geben, wenn man z.B. ein X auf dem Bett fesselt
      3) Bunny darf dann nicht zappeln
      Wie viel Spaß das dann noch macht sei dahingestellt.

      Ganz viele Sachen aus dem Shibari oder z.B. Suspensions gehen dann nicht.

      Roper schrieb:

      2) Wenn es gar nicht geht, Abdrücke zu vermeiden, auch nicht durch noch so viele Umwicklungen um die Last zu verteilen, wie lange bleiben solche Abdrücke sichtbar?
      Hängt von Bunny's Haut ab. Nach meiner Erfahrung bleiben Marken einige Stunden sichtbar.

      Roper schrieb:

      3) Gibt es noch andere Fesselungstechniken, ausser möglichst viele "Umwicklungen zur Lastverteilung" zu machen, mit denen Abdrücke am besten vermieden werden?
      Fesseln mit Folie fällt mir da ein. Oder Metallschellen. Oder möglichst breite Gurte.

      Roper schrieb:

      4) Welche Seile mit welchen Eigenschaften (Seele, Ummantelung, Art des Kunsstoffes, Art des Materials, Seildurchmesser, usw.) sind weich auf der Haut und passen sich am besten an und schnüren am wenigsten ein und sind deshalb am besten geeignet, Abdrücke zu vermeiden? Und wo gibt es die zu kaufen?
      Bei klassischen Bondageseilen aus Hanf oder Jute erzeugen die Litzen, aus denen das Seil besteht, ein deutlich sichtbares Muster auf der Haut. Bei Baumwollseilen sind die Seilmarken deutlich weniger ausgeprägt.

      Roper schrieb:

      5) Welche Seile sind am hautfreundlichsten, was die Substanzen betrifft, die von den Seilen "abgesondert" werden und vielleicht Hautreizungen verursachen können?
      Seile die aus reinen Naturmaterialien bestehen. Jute, Hanf oder Baumwolle. Extra für Bondage hergestellt. Finger weg von Ware aus dem Baumarkt, man kann nicht wissen was da in den Seilen drin ist.

      Wenn du wirklich, absolut und unbedingt keine Spuren haben willst, dann bleiben eigentlich nur gut gepolsterte Ledermanschetten.
      "I don't exist when you don't see me
      I don't exist when you're not here"
      Ich hatte einmal nach einem sehr heißen Sommerabend, den ich in meiner Dachgeschoßwohnung mit nacktem Oberkörper beim Lernen verbrachte, noch einige Stunden lang den Abdruck des Bastmusters der Stuhllehne auf dem Rücken. Ich führe das auf die Aufweichung der Haut durch Transpiration und gute Durchblutung zurück.
      Subbie nur noch bei Minustemperaturen zu fesseln ist aber wahrscheinlich auch nicht die präferierte Lösung :gruebel: .
      Werde, der du bist. (Pindar)
      Hallo @Roper

      Als erstes solltest du dir einmal die Frage stellen, in welche Richtung deine Fesselkünste sich entwickeln sollen. Möchtest du sie im Bett festbinden, damit ihr Sex haben könnt? Möchtest du sie fesseln, damit du sie beispielsweise an einem Bock oder auf einem Stuhl fixieren kannst? Möchtest du sie einfach nur bewegungslos machen? Möchtest du in Richtung Kinbaku? Evtl. Teil- oder Voll-Suspensions? Möchtest du in Richtung Semenawa? Oder, oder, oder.


      Denn davon ist auch das entsprechende Seil abhängig. Das Seil wird nicht danach ausgesucht, welche Ropemarks es macht, sondern ob es für den Zweck, den du anstrebst, tauglich und sicher ist.

      Wenn du z.B. in die Kinbaku-Richtung willst, wenn Suspensions dein Ziel sind, dann gibt es nur Jute oder Hanf.

      Wenn du einfach nur ein wenig Spaß im Bett haben willst, dann kannst du Baumwolle nehmen. Oder einen einfachen Seidenschal. (oder eine graue Krawatte.....)


      Solltest du vorhaben, deine Sub mal einfach so an der Decke aufzuhängen, dann mach bitte bitte bitte vorher einen Workshop oder such dir einen Lehrer!


      Roper schrieb:

      Es geht mir darum, dass meine "Untergebene" absolut kein Interesse an irgendwelchen Seilabdrücken hat, bzw. die im täglichen Leben absolut nicht sichtbar sein dürfen, wegen diverser bohrender Fragen anderer, usw.
      Ropemarks halten in der Regel vielleicht eine Stunde. Wenn die Session sehr intensiv war, dann halten sie vielleicht mal 2 Stunden. Wenn dein Bunny extrem empfindlich ist, halten sie vielleicht auch mal 3 Stunden. Aber dann ist auch schon Ende Gelände. Ropemarks sind ja lediglichlich Abdrücke vom Seil und keine Hämatome oder ähnliches. Wenn es dir also nur um den Alltag geht, dann kann ich dich beruhigen. Die Abdrücke sind weg bevor deine Sub wieder in den Alltag startet.


      Roper schrieb:

      Wenn man sich Shibari-Bilder ansieht, gibt es dort meist einen Blutstau in den Unterarmen und in den Füßen. Deshalb nehme ich an, dass es dem Model ganz egal ist, ob es danach lang anhaltende Abdrücke hat. Und ich nehme weiter an, dass die Shibariseile gut für die "Show" sind, aber nicht helfen, Abdrücke zu vermeiden.
      Die Ropemarks entstehen nicht durch einen Blutstau.

      Wenn es darum geht, die richtigen Seile auszusuchen, dann steht die Sicherheit an oberster Stelle. Das hat nichts mit "Show" zu tun.

      Und auch nach einer "Show" halten die Abdrücke nicht länger als nach einer "normalen" Session.

      Roper schrieb:

      Es werden immer wieder Jute und Hanfseile empfohlen. Der Grund dafür erschließt sich mir allerdings nicht. Wenn man sich die erwähnte Shibari-Fesselungs-Art ansieht, vermeiden diese Seile überhaupt nicht, dass es Abdrücke gibt. Ich nehme sogar an, dass es andere, weichere Seile gibt, die sich der Haut besser anpassen. Dass das Hauptkriterium ist, dass sich das Seil nicht dehnen darf, ist mir dabei klar.

      Seile sollen ja auch keine Abdrücke vermeiden. Selbstverständlich gibt es weiche Seile. Aber auch mit weichen Seilen gibt es Abdrücke, wenn du stramm fesselst. Und die von dir angesprochene "Shibari-Fesselungs-Art" (ich nehme an, du meinst klassisches Shibari, evtl. auch Suspensions?) funktioniert mit weichen Seil einfach nicht, da sich das Seil so fest zu zieht, dass es nicht mehr gelöst werden kann.

      Ja, man kann auch mit Baumwollseil fesseln, allerdings sollte man dann mit safeties in den Knoten arbeiten.

      Jute und Hanf sind Naturprodukte und daher in der Regel recht hautverträglich. Außerdem haben sie den Vorteil, dass es nicht ganz so schnell zu Verbrennungen kommt, wenn das Seil über die nackte Haut gezogen wird.

      Gut eingefesselte Jute oder Hanfseile sind im Übrigen recht anschmiegsam.

      Die Ropemarks entstehen nicht durch die Art des Seils, die Drehrichtung, die einzelnen Seilfasern, sondern einfach nur dadurch, dass das Seil als Festkörper in das Fleisch drückt. Das gleiche passiert, wenn du morgens Schlaf-Falten vom Kopfkissen im Gesicht hast, oder du schon mal mit dem Kopf auf der Tastatur eingeschlafen bist oder deinen Arm auf eine Kante legst. Es entstehen Abdrücke, die nach kurzer Zeit wieder weg sind. Ropemarks sind nichts anderes. Durch Jute- oder Hanfseile sehen die Ropemarks halt einfach etwas schöner (weil gedreht) aus.

      Roper schrieb:

      Bei geölten Naturseilen ist es meiner Meinung nach fraglich, ob dieses Öl nicht ranzig wird mit der Zeit oder sich sonst verändert und wenn es dann auf die Haut oder Schleimhaut kommt, es Ausschläge gibt. Hier ist meine Mutmaßung, dass hierfür Kunsstoffseile am besten sind, wenn sie unbehandelt sind und aus entsprechend lebensmittelechtem Kunststoff sind. Aber welcher Kunststoff ist das
      Deswegen nimmt man ja auch kein Sonnenblumenöl zum braten, sondern ein Öl, das nicht ranzig wird. Ich hatte damit noch nie Probleme.

      Kunststoffseil ist nicht fürs Bondage gemacht. Und lebensmittelechtes schon mal gar nicht.


      Roper schrieb:

      1) Ist es überhaupt möglich, mit Seilen bzw. Fesselungstechniken so zu Fesseln, dass es keine Abdrücke gibt, oder diese schnell verschwinden?
      Ja, indem du die Seile nur locker um den Körper legst. Eine Fesselung ist das dann allerdings nicht.

      "Schnell" ist relativ. Du musst halt einen Mittelweg finden.


      Roper schrieb:

      2) Wenn es gar nicht geht, Abdrücke zu vermeiden, auch nicht durch noch so viele Umwicklungen um die Last zu verteilen, wie lange bleiben solche Abdrücke sichtbar?
      Das kann von ein paar Minuten bis hin zu 2 - 3 Stunden dauern. Selbst nach einem 3-Tage-Suspension-Intensiv-Workshop-Wochenende hatte ich keine Spuren, die länger als 3 Stunden gehalten haben. Es sind ja, wie bereits mehrfach geschrieben, "nur" Abdrücke.


      Roper schrieb:

      3) Gibt es noch andere Fesselungstechniken, ausser möglichst viele "Umwicklungen zur Lastverteilung" zu machen, mit denen Abdrücke am besten vermieden werden?
      Andere Fesselmaterialien. Bondage-Tape, Folie, Leder...

      Roper schrieb:

      4) Welche Seile mit welchen Eigenschaften (Seele, Ummantelung, Art des Kunsstoffes, Art des Materials, Seildurchmesser, usw.) sind weich auf der Haut und passen sich am besten an und schnüren am wenigsten ein und sind deshalb am besten geeignet, Abdrücke zu vermeiden? Und wo gibt es die zu kaufen?
      Sorry, aber eine andere Empfehlung als Jute oder Hanf wirst du von mir nicht hören. Es sollte dir zu Denken geben, dass in der heutigen Zeit, wo es Kunststoffe für fast alle Zwecke gibt, beim Bondage immer noch zu Jute und Hanf gegriffen wird.

      Sicherheit geht bei mir vor. Wenn ich die Wahl habe zwischen dem Risiko, dauerhafte Nervenschäden zu verursachen oder Abdrücken, die ein paar Stündchen halten könnten, dann ist für mich die Entscheidung klar.


      Roper schrieb:

      5) Welche Seile sind am hautfreundlichsten, was die Substanzen betrifft, die von den Seilen "abgesondert" werden und vielleicht Hautreizungen verursachen können?
      Seile sondern nichts ab. Seile sind Naturprodukte und können fusseln. Auf dunkler Kleidung sieht man das halt. Wenn deine Sub nicht gerade gegen Jute oder Hanf allergisch ist, dann gibt es eigentlich auch keine Hautreizungen. Es sei denn, das Seil ist nicht gut behandelt worden und es stehen harte Stoppeln ab, die sich in die Haut bohren.
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -
      Schönen guten Abend @Roper ,

      zu allererst, wie schon von @Shayleigh erwähnt, sollte man sich überlegen in welche Richtung es gehen soll. Andere Materalien wie z.B. Ledermanschen können auch restriktiv oder zur Fixation eingesetzt werden, aber mit Shibari hätte das dann nichts mehr zu tun.
      Daher beziehe ich mich in meinen Ausführungen nur auf Shibari, da dies ab und an in den Fragestellungen auch benannt wird.
      Aber eine Antwort vorweg, auch wenn diese wahrscheinlich nicht die ist, die man hören möchte, wenn man immer und mit Sicherheit Spuren vermeiden möchte, sollte man einfach nicht mit Seilen fesseln. Das ist der einzige Rat, der Dir sicher und Zuverlässig diese Spuren verhindert.

      Shibari/Kinbaku lebt auch von einer gewissen Festigkeit.
      Kinbaku (ein Teilbereich des Shibari) hat dies sogar zur Notwendigkeit, da man auf die gewünschte Ebene sonst gar nicht kommt.
      Daher sollte man auch jeden Workshop umgehend verlassen, wenn von "absolut sicher" gesprochen wird, da es dies bei Shibari einfach nicht gibt. Ein Risiko schwebt immer mit, man kann es nur auf ein Minimum reduzieren, aber niemals ausschalten. (und ich bin kein Mensch der sonst so in Absolutheiten spricht)

      Roper schrieb:

      Wenn man sich Shibari-Bilder ansieht, gibt es dort meist einen Blutstau in den Unterarmen und in den Füßen. Deshalb nehme ich an, dass es dem Model ganz egal ist, ob es danach lang anhaltende Abdrücke hat. Und ich nehme weiter an, dass die Shibariseile gut für die "Show" sind, aber nicht helfen, Abdrücke zu vermeiden.
      Es kommt stark auf die Fesselungen an, wenn diese sehr progressiv und restriktiv sind, kann das vorkommen, hat aber manchmal einfach auch anatomische Gründe. Ich kenne ein Pärchen, bei der die Arme immer eine Verfärbung bekommen, ganz gleich wie fest die Fesselungen sind.
      Du machst die Annahme auf Grundlage von??
      Ich rate dazu nicht anzunehmen, wenn nötige Hintergründe fehlen, das kann nur zu schnell in eine falsche Richtung führen.
      Schon in Erwägung gezogen dass es vielleicht sogar vom Model erwünscht ist mit Spuren auf dem Körper aus so einer Erfahrung zu kommen?
      Und "die Shibariseile" gibt es nicht, es gibt lediglich historisch begründete Materialien, dazu gleich mehr.

      Roper schrieb:

      Es werden immer wieder Jute und Hanfseile empfohlen. Der Grund dafür erschließt sich mir allerdings nicht. Wenn man sich die erwähnte Shibari-Fesselungs-Art ansieht, vermeiden diese Seile überhaupt nicht, dass es Abdrücke gibt.
      Es gibt viele Quellen die diese Hintergründe erläutern. Kurz zusammenfassend, Jute und Hanf waren Materialien die in der frühen Zeit in er Shibari seine Anfänge hat verfügbar war. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, der erst mit Kunstseilen auffällig wurde. Kunstfasern haben die Eigenschaft bei Reibung eine hohe Wärme zu erzeugen die sogar zu Brandverletzungen führen kann. Bei Jute und Hanf ist dieses Phönomen deutlich geringer.
      Ich persönlich empfehle bei meinen Workshops immer Jute oder Hanf, zum Einen aus dem gerade genannten Grund, zum Anderen weil bei Shibari auch ein Stück weit das Mindset eine Relevanz hat. Jute und Hanf haben auch ihre Nachteile, das muss man gar nicht klein Reden, auf diese muss aber hier nicht eingegangen werden.
      Es ist auch überhaupt nicht angedacht, dass Abdrücke vermieden werden sollen, ganz im Gegenteil, die Meisten wünschen sich sogar diese "Rope-Marks", ohne diese wären für manche die Erfahrungen weniger Wert.
      Dass es auch andere Positionen gibt will ich gar nicht anzweifeln, das ist natürlich so, doch nicht immer ist jedes Interesse auch zu befriedigen.

      Roper schrieb:

      Ich nehme sogar an, dass es andere, weichere Seile gibt, die sich der Haut besser anpassen. Dass das Hauptkriterium ist, dass sich das Seil nicht dehnen darf, ist mir dabei klar.
      Seile passen sich nicht an die Haut an, sondern umgekehrt. Die Dehnbarkeit spielt dabei keine Rolle, das hat andere Hintergründe warum das so sein soll.
      Es gibt Seile die aufgrund ihrer Oberfläche weniger in der Struktur, aber immernoch in ihrer Form in die Haut dringen, aber da geht es vor allem um Physik und nicht um das Material.
      Seile die nicht gedreht, sondern geflochten sind, bilden sich nicht in der Struktur ab, wie bei gedrehten Seilen (das wäre die bekannte Form einer Spindel, die sich regelmäßig abzeichnet). Geflochtene Seile haben das häufig das Problem, dass sie nicht um einen harten Kern geflochten sind und dadurch die Knotungen sich verengen, wenn es auf Spannung und/oder Dynamik geht. Hierbei zeichnet sich dann die komplette Form des Seils ab, wie ein dicker Strich, ohne die Musterung der Flechtung, wenn sie zu fein ist.

      Roper schrieb:

      Bei geölten Naturseilen ist es meiner Meinung nach fraglich, ob dieses Öl nicht ranzig wird mit der Zeit oder sich sonst verändert und wenn es dann auf die Haut oder Schleimhaut kommt, es Ausschläge gibt. Hier ist meine Mutmaßung, dass hierfür Kunsstoffseile am besten sind, wenn sie unbehandelt sind und aus entsprechend lebensmittelechtem Kunststoff sind. Aber welcher Kunststoff ist das?
      Deiner Meinung nach fraglich...
      Warum soll zum Beispiel Jojobaöl ranzig werden? Warum sollte sich das verändern?
      Es ist natürlich notwendig dass man sich an entsprechende Erkenntnisse hält. Wenn man ein Öl in Olivienöl tränkt, dann wird das schon ranzig, das wird aber niemand empfehlen. Es gibt aber auch Öle die eben nicht ranzig werden und da gibt es geeignetere und weniger geeignetere.
      Bei Naturseilen ist es mir nur bei Jute bekannt, dass diese mit einem Batch-Oil behandelt werden, was aber für die Produktion notwendig ist, da sonst die Seile beim Drehen zu heiß werden. Inzwischen gibt es aber auch Hersteller die andere Hilfsstoffe einsetzen, auch schon auf veganer Basis.
      Bei Hanf ist dies nicht notwendig, da die Produktion der Seile anders funktioniert. (Jute wird aus Jute-Garnen verdreht, Hanf aus Fasern gezogen und dann in Strängen verdreht)

      Roper schrieb:

      1) Ist es überhaupt möglich, mit Seilen bzw. Fesselungstechniken so zu Fesseln, dass es keine Abdrücke gibt, oder diese schnell verschwinden?
      Wenn man mit Wirkung fesseln möchte, kann ich mir das nicht vorstellen, weil ich niemanden kenne der dabei seinen spaß hätte. Das ist wie mit dem häufig zitierten Händedruck der sich wie ein toter Fisch anfühlt. Geht, aber fühlt sich nicht gut an.

      Roper schrieb:

      2) Wenn es gar nicht geht, Abdrücke zu vermeiden, auch nicht durch noch so viele Umwicklungen um die Last zu verteilen, wie lange bleiben solche Abdrücke sichtbar?
      Das ist unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig. Dazu gehört auch wie viel Wasser im Gewebe eingelagert ist.
      Mit Meiner Spiel- wie Fesselpartnerin gabe es von 30 Minuten bis 2 Wochen schon alles.

      Roper schrieb:

      3) Gibt es noch andere Fesselungstechniken, ausser möglichst viele "Umwicklungen zur Lastverteilung" zu machen, mit denen Abdrücke am besten vermieden werden?
      Nein (keine mir bekannte zumindest), außer eben so weich zu fesseln, dass weder Restriktion noch Fixation einen Sinn machen.

      Roper schrieb:

      4) Welche Seile mit welchen Eigenschaften (Seele, Ummantelung, Art des Kunsstoffes, Art des Materials, Seildurchmesser, usw.) sind weich auf der Haut und passen sich am besten an und schnüren am wenigsten ein und sind deshalb am besten geeignet, Abdrücke zu vermeiden? Und wo gibt es die zu kaufen?
      Unter 5mm schneiden die Seile sehr viel Stärker ein, ich selbst verwende nur 5 und 6mm, da sie vom Handling und Traglast für mich die besten Eigenschaften haben. Ich kenne aber auch Menschen die mit 8mm oder höher fesseln, das muss jeder für sich herausfinden. Aber selbst bei 8 oder 10mm bleiben Spuren zurück.
      Allerdings muss auch klar sein, je dicker die Seile, desto steifer werden diese und enge Verflechtungen werden schwieriger bis unmöglich.
      Lastverteilung wird nicht nur durch Durchmesser erreicht, sondern durch Auflagefläche. Ein höherer Durchmesser hat also weniger Verteilung von Kg/cm² zur Folge, als würde man eine dritte Lage mit weniger Durchmesser ziehen.
      Ansonsten wie oben beschrieben, hat die Art (Flechtung/Drehung) weniger Einfluss. Kunststeile erzeugen auch keine geringeren Spuren da das Grundprinzip der Physik sich nicht ändert.

      Roper schrieb:

      5) Welche Seile sind am hautfreundlichsten, was die Substanzen betrifft, die von den Seilen "abgesondert" werden und vielleicht Hautreizungen verursachen können?
      - Folge nicht einem Pfad, hinterlasse selbst einen -
      Das einzige Material, was mir bekannt ist, was Kontaktreaktionen angeht, wäre Jute (aus oben genannten Gründen), doch das lässt sich "relativ" einfach aus dem Seil entfernen. Ansonsten ist jedes Material gleichermaßen Hautfreundlich/-unfreundlich.

      Ein Hinweis hierzu.
      Wenn beim Fesseln kleine Rötungen enstehen, die meist auch noch mehrere Tage zu sehen sind, meistens auch von kleinen Pünktchen begleitet, sind das nicht selten Petechien, die nichts mit dem Material zu tun haben, sondern die Grundlage eine andere Natur besitzen.


      Mein hauptsächlicher Rate wäre aber, aufzuhören mit Annahmen und Mutmaßungen, ohne sich über Hintergründe zu informieren. Interpretationen ohne nötige Grundlage sind heikel.
      Es gibt zu allen Fragen viele Quellen, über die man sich Wissen aneignen kann. Die Frage hier im Forum ist ja auch eine Art von Wissensschaffung und auch legitim. Daher sollten Annahmen aber immer erst nach einer gewissen Wissensbasis erfolgen und nicht vorher.

      Ich hoffe Dir konnte des ein wenig helfen Deine Fragen zu beantworten, bei Fragen natürlich immer her damit :)

      Kurz aber zu mir, ich habe mich mit den Materialien und der Pflege eine ganz Zeit beschäftigt. Dazu kommt, dass ich alle meine Seile selbst konfektioniere, die Enden knote und die Schritte brechen, abflammen und ölen schon lange selbst durchführe. Auch habe ich einige Gespräche mit verschiedenen Seilereien geführt um mehr über die Herstellung und Eigenschaften zu lernen. Dabei hört dieses Lernen auch nie auf, da es immer neues gibt, womit man seinen Horizont erweitern kann.

      In diesem Sinne
      PA
      - Folge nicht einem Pfad, hinterlasse selbst einen -
      Hallo

      ich danke euch für den hilfreichen Input, der sehr lehrreich für mich ist.
      Ich habe in der Zwischenzeit einige Seile an mir selbst ausprobiert und je nach Belastung, die auf das einzelne Seil gewirkt hat, sind die Abdrücke frühestens nach 2h weg gewesen. Von starker Belastung habe ich nach einigen Tagen allerdings noch Blutergüsse.

      Es ist so, wie bei vielem anderen auch, man kann es nur selbst ausprobieren.
      Falls es zum Fesseln mit Seilen kommen sollte, ist es nur möglich in kleinen Schritten die Belastung zu erhöhen, wenn das überhaupt gewünscht wird, und dazwischen immer wieder zu überprüfen, wie lange die Abdrücke noch sichtbar sind.

      Danke

      Euer Roper
      kleiner nachtrag meinerseits:

      kunststoff-seile haben halt den riesen nachteil, dass sie zu "teppichbrand" durch reibung fuehren koennen, was fuer beide seiten recht unangenehm waere.

      es gibt im uebrigen auch geflochtetene seile, die eine glattere oberflaeche haben und durch dem gleichmaessigeren "druck" zu weniger spuren fuehrt, aber durch die glaette halten sie auch in wenig schlechter ;)
      Hey,
      also ich mag ja meine Ropemarks und finde, sie sind immer viel zu schnell verschwunden... aber die Geschmäcker sind verschieden! :pardon:
      Diese hier waren ziemlich stark und trotzdem nach zwei Stunden komplett verschwunden - wirklich! :yes: Vielleicht macht ihr ja mal ganz vorsichtig eine Probefesselung, so ein Bein oder einen Arm, irgendwo, wo man es zur Not verstecken kann, und probiert mal, wie lange man etwas sieht?...
      Klar, du schreibst, du hättest es bei dir selber ausprobiert, aber jeder Mensch ist verschieden.
      Was das Material angeht, ich mag zur Zeit sehr das Hanf-Leinen-Gemisch, das man auf einer einschlägigen Seite kaufen kann (dort gibt es auch passende Pflegehinweise und -produkte). Sehr anschmiegsam. :rolleyes:
      Nur Mut! :)

      Neu

      Roper schrieb:


      Es geht mir darum, dass meine "Untergebene" absolut kein Interesse an irgendwelchen Seilabdrücken hat, bzw. die im täglichen Leben absolut nicht sichtbar sein dürfen, wegen diverser bohrender Fragen anderer, usw.
      Verständlich... es stellt sich aber die Frage nach dem Zeitrahmen. Nehmen wir mal an, es wird abends gespielt und am nächsten Tag wieder gearbeitet. Das sollte in aller Regel problemlos sein, so lange halten sich Ropemarks erfahrungsgemäß nicht. Würde schätzen, dass es schon recht streng zugegangen sein muss, wenn da mehr als wenige Stunden was zu sehen ist (und das ist dann aus anderen Gründen eher nicht empfehlenswert). Wie wäre denn mal ausprobieren, etwa vor einem Wochenende, wo man nicht "in die Öffentlichkeit" muss, oder an einer unauffälligen Stelle, wo sie es gut verstecken könnte, falls nötig?

      Hinsichtlich Material: es gibt sehr weiche und relativ dicke Baumwollseile (ohne Seele), damit habe ich auch mal angefangen. Ich will nicht sagen, dass da - je nach Strenge der Fesselung - gar keine Spuren bleiben können, aber zumindest ist es deutlich weniger als bei Hanf etc. Allerdings muss ich auch sagen, dass man wirklich ernsthaft nur richtig gut mit Materialien wie Hanf fesseln kann...

      Und hinsichtlich Strenge: das, was man so im Netz etc. von Profis (!) sieht, ist schon teils sehr extrem, bis hin zu violett verfärbten Hautpartien. Meiner Ansicht nach "für den Hausgebrauch" unmöglich bis höchst gefährlich. Ein Finger sollte normal noch drunterpassen, viel enger sollte man nur sehr vorsichtig und/oder sehr kurz machen.

      Grundsätzlich fürchte ich, ist Ropebondage komplett ohne Risiko von Abdrücken nicht zu machen... jedenfalls nicht so, dass es gefällt.