Herr und Sklavin, Dominanz und Submission – wie weit darf das gehen? Ab wann schreckt euch das ab und warum?

      Keine Ahnung, was die Aufregung soll. Mir scheint es einfach albern, nach außen zu behaupten "Ich halte zwei Sklavinnen", wenn doch jeder weiß, dass es reines Kopfkino ist für "ich lebe mit zwei erwachsenen, mündigen, selbstbestimmten Frauen zusammen, die mir gewisse Dinge erlauben, solange es ihnen gefällt."

      Insofern nein, ich mache mir um niemanden Sorgen und sehe auch keine Bombe platzen. Ich spiele bloß diese Inszenierung nicht mit, so zu tun, als würde ich die einvernehmliche Absprache zwischen drei Erwachsenen für Sklavenhaltung halten.
      Für mich persönlich käme eine Herr/Sklavin-Beziehung mit Abgabe aller Rechte meinerseits nicht in Frage. Ich ordne mich meinem Herrn gerne und aus vollem Herzen unter, lasse zu, dass er in einigen Bereichen über mich verfügt und bestimmt, aber für mich wichtige Entscheidungen treffe letztendlich ich selbst, auch für meine Finanzen bin ich selbst verantwortlich.

      Ich frage mich aber gerade, ob das vielleicht auch eine Frage des Alters ist? Ist man eher bereit, Verantwortung abzugeben, wenn man noch sehr jung ist? Oder spielt auch die Zeit, die man sein BDSM auslebt, eine Rolle?

      Ich bin 65, lebe mein BDSM erst seit 2015 mit meinem ersten und einzigen Herrn. Ich war 29 Jahre verheiratet, habe mit 59 Jahren meine Ehe beendet, meine Zelte im Süden komplett abgebrochen und einen kompletten Neuanfang an der Nordsee gestartet. Plötzlich völlig alleine zu sein, mir eine neues Leben einrichten zu müssen, war eine echte Herausforderung, aber ich habe sie gemeistert und bin auch ein wenig stolz darauf.

      Ich bin es also gewöhnt, für mich selbst entscheiden zu müssen, und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dies zu ändern. Ich liebe meinen Herrn und ich vertraue ihm, aber ich bin auch eine eigenständige Person und möchte dies bleiben-

      Und wie ist das, wenn man Kinder hat? Man versucht doch, diese zu eigenständigen Persönlichkeiten zu erziehen, und dann lebt man ihnen etwas völlig anderes vor. Das widerspricht sich doch dann irgendwie, oder nicht?
      Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt. Franz Kafka
      @Alduradas, danke für die Antwort und die weiteren Einblicke in Euer Modell. :)

      Alduradas schrieb:


      Wobei Verkauf wäre legal nicht möglich.
      Natürlich nicht. Verschenken ja auch nicht, weil man legal eben kein Eigentum an einem Menschen haben kann.

      Alduradas schrieb:

      Schau mal von einer anderen Seite auf das Problem. Was ist, wenn ich mich aus welchen Gründen auch immer, (Gesundheit, herannahender Tod) nicht mehr um sie kümmern könnte?
      Witzig, dass jetzt Du die finanzielle Absicherung anbringst :D
      Aber natürlich verstehe ich, dass das ein riesiger Faktor ist. Und ich ahne auch, dass Du nicht nur von der finanziellen Seite sprichst. Wenn Du plötzlich weg wärst, stünden sie auch reichlich orientierungslos da. Natürlich ist es immer furchtbar, wenn jemand den Partner verliert, ich will nicht behaupten, dass der Schmerz bei manchen schlimmer wäre als bei anderen. Da sich aber auch der gesamte Alltag der Mädchen von Dir bestimmt ist, stelle ich mir vor, dass sie noch weniger wüsste , was sie tun sollen, als Verwitwete in anderen Beziehungen. :gruebel:

      Alduradas schrieb:

      Dazu muss allerdings auch gesehen werden, dass ich in einem festen Kreis, der einen familiären Charakter hat , seid fast 20 Jahren unterwegs bin.Da regelt man manches untereinander. Innerhalb des Kreises gibt es Patenschaften so dass für einen Notfall diese Person sofort einspringt.
      Ja, das bringt einiges Licht in Dein Leben. Ich hoffe, das beruhigt auch einige, die sich bisher Sorgen um die Mädchen gemacht haben.
      Ich finde es nach wie vor sehr spannend, dass dieses Modell, das in meinem Kopfkino regelmäßig Anwendung findet, offenbar Realität werden kann.
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!

      newbarbie schrieb:

      Hera schrieb:

      Wie sieht es bei dem gesundheitlichen Aspekt aus? Ich gebe mal ein extremes Beispiel. Eine Erkrankung kann konventionell oder durch eine OP behandelt werden, der Top entscheidet OP, die Sklavin verstirbt ...
      naja....also auch in meiner Vanillaehe fragte mein Mann bei solchen Sachen was er machen soll...weil ich eben med, etwas mehr Ahnung habe...im Grunde wußte ich : er tut das was ich sage...also hab ich auch die volle Verantwortung, wenn auch nicht immer so gewollt......und auch da könnte es passieren, daß ich trotz reiflicher Überlegung die falsche Entscheidung getroffen habe.........
      Dom will ja auch die beste Entscheidung für Sub treffen...klar...so wie das Leben spielt...es kann auch passieren, daß es mal die falsche war.
      Zwischen fragen, sich abstimmen und letztendlich aber selbst entscheiden ist aus meinem Verständnis des Beziehungsmodelles (das ich bisher aus dem von Alduradas Geschriebenen gelesen habe) schon anders gelagert.

      Und bitte nicht falsch verstehen, ich habe damit nichts moniert, mich interessiert einfach wie der jeweilige Part damit emotional umgeht.

      "The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.“

      William Shakespeare
      Das von @Alduradas beschriebene Lebensmodell ist doch letztendlich nicht in Frage zu stellen - wenn wir von der allseits beschworenen Einvernehmlichkeit ausgehen .
      Gesetzt den Fall , das die Mädchen dieses Konzept freiwillig leben wollen , es sicher auch nicht über Nacht implementiert oder gefordert wurde ,sondern sich entwickelt hat und erarbeitet wurde von allen Beteiligten - mit Auseinandersetzungen mit der Thematik der umfassenden Unterwerfung , den Problemstellungen der emotionalen Situation und auch der Aufgabe von „Rechten“und Möglichkeiten mit den dazugehörigen Pflichten an allen Fronten des Machtgefälles , Sorge und Absicherung . Bei Herd und Sklavin -
      Wer bin ich die Entscheidung fur dieses Lebensmodell in Frage zu stellen ? Den Mädchen zu unterstellen sie wüssten nicht worauf sie sich einlassen . Das sie Die Reichweite nicht
      erfassen , sich auszuliefern evtl unreflektiert „hörig“ sind . Aus Versorgungs- und emotionaler Abhängigkeit in dieser Konstellation bleiben , selbst nicht entschieden haben so zu leben , Ihren intellektuellen Horizont damit in Frage zu stellen ist Hybris - weil der Kritiker nur von seinen eigenen Grenzen und Angsten gesteuert alles in Frage stellt.
      Das Lebensmodell ist eine Entscheidung die einvernehmlich getroffen wurde - und offensichtlich bis zu Ende gedacht verwirklicht wird .
      Wie jeder seine Position dort wandelt im internen emotionalen Zugang - ob es real gefühlte Sklaverei ist oder realisiertes Kopfkino - muss jeder Beteiligte selbst entwickeln . Zum Schluss muss es eben nur fur alle Beteiligten passen .
      my 2 Cents
      Wir leben alle unter dem selben Himmel , aber nicht mit dem gleichen Horizont
      Verantwortung abgeben...@'Liebelein' ich denke nicht, dass dies eine Frage des Alters ist. Für mich ist es eher eine Frage des "als was sehe ich mich selbst". Sehe ich mich als Sklavin, würde
      ich mich, unabhängig vom Alter, bei den Ansichten, der Lebensweise, der Vorstellung von z.B. @Alduradas und @Gordon wiederfinden. Dann würde auch ich die Verantwortung für mich komplett abgeben und mich ihnen total unterordnen.
      Ich weiß, dass ich mein Leben auch alleine regeln kann und das ganz gut hinbekomme, doch wenn ich mich als Sklavin sehen würde, wäre eine solche Beziehung Freiheit für mich. Meine Freiheit...weil ich so leben kann wie es mir entspricht.

      Da ich mich nicht als Sklavin sehe, würde mich die totale Abgabe doch eher verschrecken. Auch wenn ich viel abgeben, viele Eingriffe und Regularien zulassen würde,
      bräuchte ich für mich immer das Gefühl, dass ich die Hand auf dem roten Knopf habe.
      Stärke und Vertrauen lassen mich meinen Blick senken

      Wenn mein Kopf meinem Gefühl folgt...wird aus zwei EINS...wenn sich auch mein Verstand auf den Weg macht, wird es komplett...
      N'Abend zusammen, insbesondere @Lilian.

      Stell Dir doch mal vor, Du hast einen Partner (nachfolgend der Einfachheit halber "er"), der Dir sexuell ständig zur Verfügung steht - nur weils Dir danach ist. Ich denke, da findest Du hier viele Freunde davon, es ist schon irgendwie ein Schwerpunktthema, der Sex wohlgemerkt. Und dann steht dir der Partner aber nicht nur sexuell zur Verfügung. Nein, aus freien Stücken wünscht er, Dir alles recht zu machen, alles - genau so wie Du es willst, so wird er Dir zu erfüllen suchen:

      • Wenn Du gerne über Opern sprichst - er lernt Opern weil Du es ihm aufgibst oder beibringst.
      • Wenn Du bunte, selbstgestrikte Socken magst - er lernt Stricken weil Du es ihm aufgibst oder beibringst.
      • Du gehst gerne unter Leute - er wird die Zierde an Deiner Seite sein oder sich in Lumpen amüsieren, weil Du ihm das erlaubst.
      • Wenn Du sexy Klamotten an ihm magst - er zieht es an, weil Du es ihm aufgibst (und kaufst).
      • Du magst Schokopudding - er wird ihn servieren.
      • Du magst ihn fesseln, quälen oder benutzen - es gibt darüber keine Diskussion.
      • Du willst alles über diese Person wissen - er wird sich öffnen, wo immer es möglich ist.
      • Du willst "Big Bang" gucken und plaudern - er ist dabei.
      • Du willst, dass er in der Ecke die Lampe macht - er hat die sexy Klamotten dabei an, stört Dich nicht bei der Zigarette zum Espresso, den er Dir zuvor mit einem freundlichen Lächeln andiente.
      • Was fällt Dir noch alles ein?



      Selbstverständlich könnte es auch so sein, dass Du vielleicht "er" bist, ich kanns bei Dir leider nicht am Profil erkennen. Dann würde allen umgekehrt gelten.

      Du kannst das als albern oder als Inszenerung betrachten. Aber warum? Ist es nur der Begriff "Sklaventum"? Oder fehlt die Vorstellungskraft, dass Menschen so leben und darin so fühlen wollen? Oder ist in Deiner Sicht einfach alles nur eine alberne Inszenierung? Eigentlich ist es das ja auch: wir inszenieren uns alle nur, dauernd,, irgendwo, in einer oder der anderen Art mal mehr, mal weniger bewusst, diese Worte hier - Inszenierung - ein "in Szene setzen" dessen, das wir unser Sein nennen. Was juckt es da eigentlich ob sich einer albern oder seriös "inszeniert"?

      Man kann aber auch sicherlich das Ganze Lebensentwurf, Beziehungskonzept, Bedürfnis oder einfach bildhaft "Sklaventum" nennen. Vielleicht sollte man solche Begriffe eher als Bilder begreifen. Bilder haben manchmal eine kräftigere Wirkung auf den Geist. In mir erzeugt das Bild des (BDSM-)Sklaven einfach folgendes: er tut, weil ich will und tut dies zu meinem Glück, was ihn erfüllt, weil ich ihn darin so führe, das er sich darin vollständig angenommen fühlt und er tut es in meinen Augen in der richtigen Weise mir gegenüber. Eigentlich auch nur ne Art Win-Win-Stituation. Aber alles, in Echt, also weil er und ich will (ein filmisches Bild: die "rote Pille" - Grüße an Neo aus Matrix).

      Selbstverständlich kannst Du das aber auch ganz anders sehen. Dann erzähl gerne darüber, welches Kopfkino Dich hierher geführt hat (aber bitte in einem neuen Thread, da sonst OT).

      Grüße in die digitale Nacht:

      HvR
      @Lilian ich habe mir deine anderen Beiträge mal angeschaut. Wen ich es richtig erkenne, ist dir Gleichberechtigung und Augenhöhe etwas sehr wichtiges.

      Das ist dein gutes Recht. Ausserhalb meiner Beziehungen ist mir das auch wichtig.

      Nur mit D/s selbst in einer ganz soften Art kollidiert es.

      @Dominantseptakkord ich habe auch erst mal lange davon geträumt.
      Du hast das Glück, dass du dich im Zeitalter des Internets von Anfang an gut informieren kannst.
      Um es nicht unter jeden Beitrag schreiben zu müssen. Zwischen mir und den Meinen herrscht Einvernehmen und ich werde niemanden gegen seinen Willen, misshandeln, der Freiheit berauben oder sonst irgendwie Schaden zufügen.

      Lilian schrieb:

      (...)


      Mir scheint es einfach albern, nach außen zu behaupten "Ich halte zwei Sklavinnen", wenn doch jeder weiß, dass es reines Kopfkino ist für "ich lebe mit zwei erwachsenen, mündigen, selbstbestimmten Frauen zusammen, die mir gewisse Dinge erlauben, solange es ihnen gefällt."

      (...)

      Ich finde es dagegen albern, wie Du hier Menschen, die ein solches Beziehungsmodell leben, die zugrundeliegende Verbindlichkeit absprichst.

      Im Grunde bist Du einem Denkfehler aufgesessen: gerade weil die Frauen „erwachsen, mündig und selbstbestimmt“ sind, können sie überhaupt eine solche Verbindung mit allen Konsequenzen eingehen. Und das mit einer Verbindlichkeit, die weit über den rein rechtlichen Rahmen hinausgeht.

      Und nebenbei bemerkt: was wäre überhaupt eine Beziehung ohne jede Verbindlichkeit wert? Das ist doch das wesentliche Merkmal jeder Beziehung, auch im Vanilla-Bereich.

      Lilian schrieb:

      Mir scheint es einfach albern, nach außen zu behaupten "Ich halte zwei Sklavinnen", wenn doch jeder weiß, dass es reines Kopfkino ist für "ich lebe mit zwei erwachsenen, mündigen, selbstbestimmten Frauen zusammen, die mir gewisse Dinge erlauben, solange es ihnen gefällt."

      Bevor ich dazu was sage, möchte ich noch Mal deutlich machen, dass ich diese extremen D/s-Formen (nennt sie H/s, TPE oder wie auch immer) nicht ablehne. Ich finde es toll, wenn Menschen darin ihre Erfüllung finden und will das niemandem schlecht machen. Und mich selbst reizt es auch wahnsinnig. Bitte beachtet das bei meinen Ausführungen.
      @Lilians Formulierung finde ich ziemlich daneben, dazu gleich mehr.

      Zuerst aber:
      Inhaltlich hat @Lilian natürlich Recht: wenn eines von Alduradas' Mädchen plötzlich feststellen würde, dass das ganze Konstrukt doch nichts für sie ist, würde sie gehen. Sein Beziehungsmodell sieht das nicht so einfach vor, erzählt er, sie könnte um Freigabe bitten und in jedem Fall würde er sie letztendlich gehen lassen, wenn auch je nach dem mit unterschiedlicher Unterstützung (so habe ich es jedenfalls verstanden). Aber wenn sie nicht um Freigabe bittet, sondern ihm einfach mitteilt, dass sie keinen Tag länger bei ihm sein möchte und deshalb jetzt geht, kann er nichts dagegen tun. Wenn er sie mit Gewalt und gegen ihren Willen zwingt, zu bleiben, macht er sich strafbar, zum Glück (nein, ich behaupte nicht, dass er das tun würde, ich habe nur ein theoretisches Beispiel gebildet).
      Wenn die Sklavin von ihrer Stellung so überzeugt ist, dass sie tatsächlich nicht ohne Zustimmung des Herrn gehen würde, auch wenn sie kreuzunglücklich ist, dann ist das wie in tausenden anderen Beziehungen, in denen mindestens eine Seite gerne ein Ende hätte, aber sich nicht traut, den Schritt zu gehen. Das ist dann letztlich ihre Entscheidung. Da können Freunde und ggf. auch Therapeuten Mut machen, aber wenn sie geht, ist es ihre Entscheidung. Und bis dahin ist es ihre Entscheidung, eben nicht zu gehen. Jede Einschränkung, die diese Entscheidung in die Hand des Herrn legt, ist selbst auch Teil der Beziehungsabsprache: wenn sie sich daran nicht mehr halten will, hat das keine Gültigkeit für sie. Es ist "nur" unsere spezielle Form von Romantik, die darin mehr sieht als hohle Worte. Das "nur" steht in Anführungszeichen, weil ich diese Form der Romantik nicht klein reden will. Das ist ein sehr mächtiges Gefühl - nur ist es eben auch nicht mehr als das. Wer mehr darin sieht, möchte sich bitte einmal fragen, ob wir wirklich wollen, dass irgendwer seinen Partner mit Gewalt festhält, wenn dieser beschließt, die Beziehung zu verlassen. Sobald man das nicht will, muss man einräumen, dass es allein in der Entscheidung von Bottom liegt, zu bleiben und alles mit sich machen zu lassen.


      Es deshalb als albern zu bezeichnen, finde ich dennoch unverschämt. Wenn irgendein verliebtes Pärchen sagt: "wir bleiben für immer zusammen", wissen auch alle, dass sich diese Haltung ändern kann. Trotzdem ist der Satz nicht albern. Spätestens bei "bis dass der Tod uns scheidet" müsste man realistischer natürlich ein "oder ein Gericht" anfügen - sind Eheschwüre deshalb albern? Diese Ansicht kann man natürlich vertreten. Sie Fremden ins Gesicht zu sagen, halte ich dennoch für grob unhöflich. Daher auch mein Dislike.
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!

      Hera schrieb:

      Und bitte nicht falsch verstehen, ich habe damit nichts moniert, mich interessiert einfach wie der jeweilige Part damit emotional umgeht.
      ich wage es mal so zu vergleichen:

      ...wenn ich für mein minderjähriges Kind ( sagen wir mal so 8 Jahre alt) etwas entscheide...dann nimmt es das so hin, weil es natürlich erstmal davon ausgeht das ich als Mutter auch nur das Beste will und das es so richtig ist.....es wird eher nicht in Frage gestellt....es wird vielleicht dazu mal eine Frage gestellt.


      Hab ich als Mutter dann etwas entschieden was sich im nachhinein als ungünstig heraus stellt - geht es mir schon nicht so gut damit....schlechtes Gewissen.....muss ich meinem Kind doch jeden Tag in die Augen sehen....hat es weiter Auswirkungen muss ich die Konsequenzen daraus trágen.

      Und das wäre doch bei so einer Dom/ Sub Beziehung nicht anders........
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      Ich versteh gerade irgendwie die ganze Aufregung nicht.

      Da gibt es drei mündige Menschen, die in einer TPE-Beziehung zusammen leben. Sie haben sich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden. Nach welchen Regeln sie ihre Beziehung leben und wie das nennen, ist ihre Sache.

      TPE ist ein Beziehungskonstrukt des BDSM. Das ist nicht neu und wurde nicht erst mit diesen dreien erfunden. Von daher verstehe ich die ganze Aufregung gerade nicht.

      Er sichert seine Mädels / Subs / Sklavinnen / Damen / Freundinnen / Partnerinnen - wie auch immer ihr das nennen wollt, damit ihr euch gut fühlt - finanziell, gesundheitlich und altersvorsorgemäßig ab. Finde ich toll. Aber ganz ehrlich, auch das ist nicht neu und nichts ungewöhnliches in einer Beziehung. In so ziemlich jeder (ernsthaften) Vanilla-Beziehung wird über die Absicherung des weniger bis gar nichts verdienenden Partners gesprochen und das Thema wird geklärt, in welcher Form auch immer. In einer Ehe ist das gesetzlich geregelt. Heiraten können die 3 aber nun mal nicht, da in Deutschland immer nur 2 Leute miteinander verheiratet sein dürfen. Also ist es doch absolut normal, dass man sich über die finanzielle Situation im Falle einer Trennung Gedanken macht. Und wie die Trennung jetzt aussieht - Bitte um Freigabe, Rausschmiss, Abhauen, Trennung in beiderseitigem Einvernehmen oder (was wir um Himmels Willen niemandem wünschen wollen) der Tod - ist doch auch völlig egal. Fakt ist, wenn eine von ihnen nicht bleiben will, dann bleibt sie nicht.


      Diejenigen, die hier so gegen die drei schießen sollten sich vielleicht mal klar dazu bekennen, was denn genau stört: Dass die drei TPE leben? Das sie es Sklaverei nennen? Oder vielleicht dass es drei sind und nicht nur zwei?

      Ich weiß es nicht. Und ich kann diese Diskussion nicht nachvollziehen.

      Ich für mich finde das Konstrukt sehr interessant. Gute Freunde von mir leben ebenfalls in einer Dreier-BDSM-Beziehung. Allerdings ohne TPE.

      Für mich wäre die zweite Frau nichts. Ich bin weder Lesbisch noch Bi oder habe irgendwelche Tendenzen in diese Richtung. Von daher bin ich sehr froh, dass mein Mann mit mir rein monogam leben möchte. Denn auch ich lebe TPE. Allerdings eine völlig andere Form von TPE als @Mirarce mit seinen Sklavinnen.



      Von daher hätte ich dann tatsächlich mal ein paar Fragen an @Mirarce und ich hoffe, dass du sie mir beantwortest.

      Gibt es eine Rangordnung zwischen deinen Sklavinnen? Interagieren die Sklavinnen auch untereinander? Oder nur mit dir? Erziehen oder trainieren (oder wie nennt ihr das?) sie sich gegenseitig? Oder bestrafen sie sich gegenseitig für Fehlverhalten? Verpetzen sie sich? Oder halten sie zusammen wie Pech und Schwefel? Haben die beiden miteinander Geschlechtsverkehr? Oder nur mit dir? Gibt es Eifersucht unter den beiden?
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -
      Ich habe zwar nicht viel Ahnung von tatsächlich gelebtem BDSM aber ich versuche mal nur auf die Ausgangsfrage dieses Threads zu antworten...


      Pauschal lässt sich die Frage "Herr und Sklavin, Dominanz und Submission - wie weit darf das gehen?" mit "Soweit wie die beteiligten Parteien damit einverstanden sind und keine der beteiligten Personen daraus einen körperlichen/psychischen Schaden erleidet" beantworten.

      Und jetzt mal nicht pauschal ;)

      Prinzipiell bin ich auch eher der Typ, der sagt: "Herr/Sklavin - für mich eher nichts" oder "ICH und Sklavin? Never".
      Weshalb?
      Ich mag meine Freiheiten. Ich mag es arbeiten zu gehen. Ich mag es selbst zu entscheiden wofür ich mein Geld ausgebe. Ich mag es selbst zu entscheiden was ich wie, wann usw mache. Und die Verantwortung für mein Kind habe ich auch.
      Ich habe früh "gelernt" meine eigenen Entscheidungen zu treffen und mit den Konsequenzen die daraus resultieren zu leben.

      Jetzt könnte man natürlich argumentieren, dass ich Angst davor habe, meine Freiheit zu verlieren. Und es mag in Teilen auch zutreffen.
      Vor noch nicht allzu langer Zeit hatte ich auch nicht den Mut mir einzugestehen, dass ich devot sei. Das war für mich mit meiner Erziehung, meinem Wertebild, mit meinem beruflichen Werdegang usw. für mich persönlich nicht vereinbar "schwach" sein zu dürfen. Und nach wie vor fällt es mir schwer Verantwortung abzugeben.

      Und warum schreibe ich das alles?
      An der Stelle zitiere ich mich mal selbst aus meinem Com-Profil: "Vertrauen ist unabdingbar für einen gemeinsamen Weg. Mit Vertrauen ist vieles möglich".

      Um die Eingangsfrage vollumfänglich beantworten zu können, müsste man doch vollumfänglichen Einblick in die jeweilige gelebte Konstellation haben.

      Mit meinem Verständnis von einer H/S-Beziehung gehe ich davon aus, dass diese nicht von null auf hundert "entsteht". Das diese wächst, sich entwickelt und dass über einen längeren Zeitraum.

      Natürlich schreckt auch mich der Gedanke von einer rechte- und tabulosen Sklavin, angekettet im Keller und nur zum Amüsement des Herrn "gehaltenen" mal sowas von ab. Aber wie oft darf man (insbesondere auch hier im Forum) davon lesen, wie sich Phantasien, Beziehungen, gelebte Machtverhältnisse ändern, weiterentwickeln..? Von Masochismus zur Devotion, von Tabus die wegfallen oder neu dazukommen, von EPE, TPE, 24/7 usw.?

      Auch bei mir selbst kann ich festhalten, dass sich Ansichten, Einstellungen, Gedanken ändern.
      Ich nehme mir nicht selten etwas aus dem Forum mit: Einen Begriff um ihn für mich zu definieren, Entwicklungen um darüber zu sinnieren ob dies auch etwas für mich wäre oder einfach ein "das muss ich mal ausprobieren".....

      Jetzt komme ich wieder zurück auf mein Zitat: Mit Vertrauen ist vieles möglich.
      Von daher schreckt mich eine verantwortungsbewusste, verantwortungsvolle, reflektierte H/s-Beziehung, die nicht als Startpunkt sondern individueller Entwicklungsprozess wächst, nicht ab. Immer vor dem Hintergrund, dass wir hier von einer gesunden, verantwortungsbewussten und eben nicht von einer ausbeutenden, Menschen-/Existenzzerstörenden Lebensweise "sprechen", finde ich es sogar bewundernswert, interessant und mutig eine derartige Konstellation einzugehen.
      Optimismus heißt rückwärts sumsi mit po :yes: :saint:
      @Shayleigh
      Es wäre schön, wenn du deine andere Form beschreiben würdest, wie ihr es lebt.

      Zu deinen Fragen.
      Die Beiden, zumindest es Das Ziel was ich verfolge, stehen wie Schwestern zueinander.

      Dabei hat die Erfahrenere in einigen Bereichen die Verantwortung die Dinge zu koordinieren. Einfach weil sie die Tagesabläufe verinnerlicht hat. Sie nimmt ihre Schwester dabei an die Hand leitet und führt sie, dort wo es nötig ist.

      Beide haben keine Bi-Neigung und für mich haben zwei Frauen alleine in Aktion keinen Reiz.

      Verpetzen
      Das wäre ein Verhalten welches ich abstellen würde. Es wäre meiner Meinung nach für die Beziehung unter den beiden schädlich.
      Vor allem dann wenn es darum ginge , der anderen eines auszuwischen, um selber besser da zu stehen.

      Kommt es zu einer Situation wo eine das Verhalten der anderen für falsch ansieht, versucht sie diese zu überzeugen, dass zu berichten.

      Pech und Schwefel
      Lach, ja das kommt vor. Mitunter bleibt mir dann auch nur die Möglichkeit, mit beiden getrennt voneinander zu reden. Solange es kein Komplott gegen mich wird, kann ich da aber gut mit leben.

      Strafen
      Ich vermute du meinst körperliche Strafen.
      Die beiden bestrafen sich nicht Gegenseitig.
      Ich bin auch kein großer Freund von körperlicher Strafe. Das ist etwas, dass eher einen Abschreckungs-Charakter hat.
      Körperliche Züchtigung die ich durchgeführt habe, als Strafe kann ich an meinen Fingern abzählen. Dazu müssen schon sehr massive Regelbrüche / Vergehen vorliegen. Dementsprechend fällt eine solche Strafe dann auch aus.

      Bevor es Missverdtändnisse gibt.
      Für mich sind körperlich Straen nur dann überhaupt sinnvoll, wenn sie auch abschreckend sind. Mir ist ein vertrauenvolles Verhältnis allerdings sehr wichtig, da passt es für mich nicht wenn da Angst wäre.
      Das würde komplett gegen meine Form der Führung laufen.

      Es ist also das letzte Mittel der Wahl für mich.
      Es brauch auch keiner Nachfragen, eine solche Aktion kann abgebrochen werden, allerdings dann mit entsprechenden Konsequenzen.

      Mir ist bei einem unerwünschtem Verhalten, viel wichtiger, diesem auf den Grund zu gehen. Es soll ja geändert werden. Da agiere ich dann mit dem Entzug von Privilegien oder anderen geeigneten Maßnahmen.

      Eifersucht
      Eiversüchtelein gibt es immer mal wieder.
      Solange es nicht ausufert und handelbar ist, halte ich es für ziemlich menschlich.

      Zusatz:
      So toll sich das jetzt liest, ich möchte nicht verheimlichen, dass es mitunter auch zu ziemlichen Reibereien kommen kann.
      Um es nicht unter jeden Beitrag schreiben zu müssen. Zwischen mir und den Meinen herrscht Einvernehmen und ich werde niemanden gegen seinen Willen, misshandeln, der Freiheit berauben oder sonst irgendwie Schaden zufügen.
      So dann äussere ich mich auch mal dazu und zwar nur 1x auf einen Thread, was dann pauschal für alle Threads, die dieses Thema umfassen gelten soll - zumindest die derzeit aktuellen.

      Vorwort: ich habe mich für @Spätzle s Thread entschieden, weil er zwar aus anderen Threads entstanden ist, aber sie für mich das „Hauptproblem“ aufgreift, nämlich die „Intoleranz“ (ja hartes Wort) gegenüber Lebensformen, die wir entweder nicht selbst leben oder abschreckend finden und es uns somit schwer fällt, diese im ganzen Umfang zu akzeptieren, von mir aus auch einfach nur zu tolerieren...

      Ich habe deshalb nur die Hauptthreads gelesen und ein paar Kommentare, habs dann aber sein lassen um keine äusseren Einflüsse auf mich einfliessen zu lassen und eine für mich stimmige Antwort zu posten. Deshalb Wiederholungen wahrscheinlich vorprogrammiert^^.

      So jetzt kommt sie dann auch, die Antwort:
      Ich bin eine mit wenigen BDSM-Erfahrung, entdecke grad vieles, auch wenn gerade nur theoretisch. TPE-Beziehungen denke ich zu behaupten wäre nichts für mich und trotzdem unterhalte ich mich sehr gerne mit Menschen, die eine solche Beziehung führen. WEIL ICH ES VERSTEHEN MÖCHTE!
      Ich hab schon mit einem Paar intensiver darüber geredet und durfte auch meine Fragen anbringen und ich kann oft vieles immer noch nicht nachvollziehen bzw. verstehen oder es mir für MICH nicht vorstellen, aber sie sind glücklich damit und das spüre ich von beiden Seiten und somit stimmt es für SIE und für niemand anderen inkl. mir muss es sonst stimmen. Deshalb hinterfrage ich auch nicht. Gut ich hinterfrage schon, aber nicht aus Intoleranz, sondern aus Neugier.

      Deshalb bin ich der Meinung: Man sollte jede Beziehungsform versuchen zu verstehen (fällt auch mir nicht immer leicht), zumindest aber tolerieren und nicht werten, wenn man da nicht selber drinsteckt in diesem Beziehungskonstrukt.

      ja auch ich würde einschreiten bzw. nachfragen, wenn ich bemerke, dass es jemandem nicht gut geht, dies jedoch unabhängig der Beziehungsform („Vanilla“, Affäre, D/S-Beziehung, TPE-Beziehung, schwul/lesbisch/bi, whatever). Weil da geht es mir unabhängig vom Beziehungskonstrukt um den Menschen und sein Wohlbefinden.

      Somit darf es soweit gehen, wie alle in der Beziehung involvierten gehen wollen oder ihre Rechte abtreten wollen. Mich schreckt TPE immer noch ab, weil ich es mir immer noch nicht vorstellen kann so zu leben mit dem Wissen, was ich bis jetzt darüber habe. Vielleicht ändert sich das Mal, vielleicht nicht :)

      Herzliche Grüsse und bleibt gesund
      Green
      Zwei Punkte würden mich abschrecken:

      1. Die Übertragung meiner Finanzen. Ich habe mehrere Fälle in der Familie, bei denen das gehörig schief ging. In einem
      davon ging es um eine Bürgschaft. Die betreffende Person kam nur deswegen glimpflich davon, weil der Gläubiger auf die
      Rückforderung verzichtete. Ich bin da quasi vorgeschädigt. Bei Geld gehen bei mir die Alarmglocken an.

      2. Die Gefahr der erlernten Unselbständigkeit. Ich stelle mir vor, ich lebe in einer gut funktionierenden H/s Beziehung. Mein
      Herr verstirbt. Wenn ich dann vllt. die letzten 10 Jahre nicht mehr arbeiten war, keine Behördengänge erledigt habe, nicht weiß,
      welche Versicherungen und Rücklagen vorhanden sind und wie ich daran komme - puhh . . . Es ist ja so schon schwer, bei dem
      Verlust eines Partners, sich unter dem damit verbundenen Leid den nötigen Formalitäten widmen zu müssen. Aber wenn man
      dann auch noch ungeübt darin ist . . .

      Trotzdem finde ich dieses Thema und auch die anderen Threads dazu sehr interessant.
      Die o.g. beiden Punkte sind für mich unumstößlich. Aber einen kleinen Piekser krieg ich schon bei dem Wort unumstößlich.
      Denn ich habe grundsätzlich lieber mehrere Möglichkeiten, die ich erstmal nicht wahrnehme, als Punkte, die ich von vornherein
      ausschließe.

      Noch vor 10 Jahren wäre ich bei der Vorstellung 24/7 weggerannt. Heute ist es immer noch so, dass ich es nicht anstrebe, aber
      ich halte es für möglich. Und das fühlt sich viel besser an.

      Denn eins habe ich aus meinen BDSM-Beziehungen gelernt. Je inniger eine solche Beziehung ist, desto größer ist mein
      Wunsch, Macht abzugeben.

      Mirarce schrieb:

      @Shayleigh
      Es wäre schön, wenn du deine andere Form beschreiben würdest, wie ihr es lebt.
      Gerne :)

      Dazu muss ich vielleicht erst einmal erwähnen, dass ich mit meinem Mann ungefähr 6 Jahr verheiratet war, bevor wir überhaupt unseren Weg zum BDSM gefunden haben.

      Wir haben dann erst einmal ganz langsam mit Schlafzimmer-Haue und -Fesseln angefangen und im Laufe der Zeit festgestellt, dass ich ziemlich Maso bin und Er ein ziemlicher Sadist. Mit DS hatten wir anfangs eigentlich überhaupt nichts zu tun.

      Im Laufe der Zeit hat sich dann alles intensiviert und immer mehr Auswirkungen in den Alltag bekommen und mittlerweile hat es sich zum TPE hin entwickelt.

      Allerdings bin ich keine Skalvin. Ich würde mich auch nicht wirklich als devot bezeichnen. Dienen ist nun weiß Gott nicht meine Bestimmung. Wer mich kennengelernt hat, weiß, was ich meine ;)

      Aber ich habe die Kontrolle über mein Leben in Seine Hände gegeben. Freiwillig und -naja, nach reiflicher Überlegung weiß ich nicht ob ich das so sagen würde- es hat sich halt so entwickelt.

      Wir haben nicht irgendwann beschlossen: So, ab heute leben wir TPE. Ganz im Gegenteil, wir wollten eigentlich nie bewusst in diese Richtung. Es ist uns eigentlich eher durch Zufall bewusst geworden. So nach dem Motto: Du, weißt du eigentlich, dass das, was wir hier leben, nichts anderes als TPE ist?


      Wie sieht jetzt unser TPE aus? Ich habe kein Regelbuch, keinen Vertrag, keine Rituale. Und doch, eigentlich habe ich das schon.

      Es ist nichts, was wir irgendwann einmal festgelegt haben, sondern auch das hat sich entwickelt. Ich esse nicht, bevor Er nicht isst. Ich setzte mich nicht, bevor Er nicht sitzt. Wenn ich die Möglichkeit habe (Öffentlichkeit, Vanillas, etc.) sitze ich auf dem Boden. Halt alles solche Sachen. Das betrachte ich aber nicht als Regeln sondern als Selbstverständnis (nicht zu verwechseln mit Selbstverständlichkeit)

      Da wir verheiratet sind und beide Vollzeit arbeiten gehen erübrigt sich bei uns die Frage nach der finanziellen Absicherung. Allerdings ist es bei uns so, dass ich mich um die Finanzen kümmere, einfach weil ich da Ahnung von habe und Er keine Lust hat, sich damit zu befassen. Wenn Entscheidungen anstehen (Anschaffungen, Geldanlagen, etc.) ist es meine Aufgabe, Ihn umfassend über alle Vor- und Nachteile zu unterrichten und Ihm meine Meinung zu sagen. Die Entscheidung trifft dann Er.


      Ich weiß nicht, wie ich unser TPE erklären soll... Was Er sagt, ist Gesetz. Mit allen Konsequenzen. Dennoch bin ich manchmal eine Brat und liebe es, bezwungen zu werden, Seine Kraft zu spüren, renitent zu sein. Genau so wie er es liebt, mich aktiv und körperlich zu unterwerfen. Er liebt es, wenn ich mich wehre und es so richtig zur Sache geht, dass Außenstehende vermutlich eher an eine Vergewaltigung denken würden, als an einvernehmlichen ehelichen Geschlechtsverkehr...

      Ich hoffe, das ist so halbwegs klar geworden? Wenn nicht, bitte fragen, ich versuch es dann nochmal genauer zu erklären.
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -

      Shayleigh schrieb:

      Er sichert seine Mädels / Subs / Sklavinnen / Damen / Freundinnen / Partnerinnen - wie auch immer ihr das nennen wollt, damit ihr euch gut fühlt - finanziell, gesundheitlich und altersvorsorgemäßig ab.
      Jetzt sehe ich mich im Gegensatz zu vorher emotional in der umgekehrten Rolle, die "kritisch" Fragenden zu verteidigen.
      Zuerst hoffe ich mal (und entnehme das auch Miraces Postings), dass er das für seine Beziehungen tut. Warum sollte sich ein nicht Beteiligter schlechter oder besser fühlen?

      Grundsätzlich finde ich fast jede Frage nach dem Hintergrund oder der Funktionalität eines Beziehungsmodells legitim solange sie keine Unterstellungen enthält und sachlich ist. Wie soll man sich in etwas vorstellen ohne Rahmenbedingungen zu kennen?

      Umso spannender finde ich es Dein Beziehungsmodell zu lesen (und ich würde gerne noch viele mehr lesen), zeigt es doch wie unterschiedlich Führung gelebt wird.

      "The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.“

      William Shakespeare
      Manchmal frage ich mich, warum beim Stichwort TPE oder Hs so oft Klischeebilder in den Kopf kommen - und sich dann dort festsetzen? Liegt das daran, dass man als Mensch den Fokus instinktiv auf "anders", "noch viel perversererer" oder den Gruselfaktor des Unvorstellbaren legt? Ist es vielleicht manchmal einfach ein Abgrenzungsinstinkt (Okay, ich bin pervers, aber soooooo pervers dann auch wieder nicht)? Oder hängt es daran, dass man innerlich "anders" und "normal" nicht übereinander bringen kann?

      Oder liegt es vielleicht an den vielen beliebten BDSM-Romanen über Sklavinnen, entführten Frauen oder "durch Männlichkeit überwältigten" Frauen, die sich spontan (und vordergründig gegen ihren Willen, aber dann doch sooooo erfüllt von der plötzlich erwachten Hingabe ...) unterwerfen, dass man sich "normales Hs" nicht vorstellen kann? ;)

      Das Klischee der nackten, mit Ketten behangenen, auf alle Vieren krabbelnden, aus dem Napf essenden TPE-Sklavin, die außer "Ja, Herr" und Stillhalten auf Befehl nichts mehr zustande bringt ist ungefähr so realistisch wie die RTL2-Variante des sich sabbernd auf dem Boden windenden, mit verklärtem Blick an Fußzehen von Latexdominas schlabbernden und überextrem unterwürfigen "Sklavenwurms". Ja, das gibt es auch. In der Gesamtheit oder in einzelnen Facetten. Und es ist völlig legitim, wenn es die Beteiligten erfüllt.

      Aber so wenig eine RTL-Reportage repräsentativ für die Gesamtheit der Malesubs ist, so wenig trifft das "Nackisch-krabbel-ja, Herr"-Klischee automatisch auf jede TPE/Hs-Beziehung zu, im Gegenteil. Ich denke, es würde Einige überraschen, wie viele gut funktionierende "extreme" Beziehungen nach außen total unauffällig daherkommen.

      Warum muss eine Sklavin automatisch in allem abhängig von ihrem Herrn werden? Es liegt doch in seiner Hand, sie "lebensfähig" zu halten. Natürlich gibt es Menschen, die genau auf diese Form von Abhängigkeit stehen und sie absichtlich herbeiführen, auf beiden Seiten. Aber man sollte nicht den Fehler machen, es zum "allgemeinen Goldstandard" im Hs zu erheben.

      Ja, auch ich schaue kopfschüttelnd auf Anzeigen nach dem Motto "Suche tabulose Sub für TPE, gerne arbeitslos oder HartzIV", die ich immer wieder sehe. Für mich fehlt es da schon zu Beginn an der notwendigen Basis, um vertrauen zu können. Aber andere mögen das völlig in Ordnung oder gar ansprechend finden.

      Mehr noch als in anderen Beziehungen (was es dort gewiss nicht unwichtig macht!) gilt: "Drum prüfe, wer sich ewig bindet". Natürlich spricht nichts dagegen, gleich von Anfang an zu kommunizieren, wohin man die Reise gerne gehen lassen würde oder welche Art von Beziehung man sich wünscht. Aber man legt definitiv nicht einen Schalter um und schon ist man angekommen. Kann man natürlich versuchen, aber das sind meist die Beziehungen, die krachend scheitern und jede Menge Scherben hinterlassen. Hat man das selbst oder bei anderen (mit-)erlebt, hat man mitansehen müssen, wie Dritte ausgenutzt wurden, ist es verständlich, dass man warnen oder gar eingreifen will. Das entspringt einer guten Absicht - aber nicht immer ist es notwendig. Manchmal ist eine funktionierende TPE/Hs-Beziehung schlicht nur das: eine gut funktionierende Beziehung.

      Eine solche Beziehung bis ins "Extreme" wachsen zu lassen erfordert Zeit, Vertrauen und Prüfung. Man prüft sich, man prüft den anderen. Selbstreflexion. Ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstein, auch über den Moment hinaus denkend. Und ganz viel Beziehungsarbeit. Und auch, wenn man hart daran arbeitet, ist das immer noch keine Garantie, dass es funktioniert. Eine gute TPE-Beziehung ist kein Selbstläufer, das sind nur Pornofantasien und Kopfkino. TPE kann verdammt anstrengend sein. Und unfassbar erfüllend.

      Wie weit eine solche Beziehung gehen darf? So weit, wie alle Beteiligten gut mitgehen können, ganz einfach. Seiner selbst und der Konsequenzen bewusst, reflektiert und sehenden Auges. Der berühmte "gesunde Menschenverstand" schadet auch nicht, es gibt ja auch keine Sub das Gehirn ab, sobald sie einen Dom findet. Sollte sie zumindest nicht.

      Wie weit es bei uns geht, müsste, wenn überhaupt, zu großen Teilen im Veri-Bereich beschrieben werden ;)

      Eine Sklavin gibt sich nicht automatisch auf oder unterdrückt ihre Persönlichkeit und Bedürfnisse. Sie lebt das aus, was in ihrem Inneren lebt. Ich weiß, dass es schwer vorstellbar ist, wenn man selbst keinen Drang dazu hat. Für mich ist auch schwer vorstellbar, was Littles oder Pets umtreibt (oder Masochisten ...), weil ich es höchstens theoretisch erfassen kann und das ist nun einmal naturgemäß begrenzt. Aber ich muss es nicht nachfühlen können, nur akzeptieren, dass es sie glücklich macht. Reicht das nicht?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MatKon ()