BDSM - Kinder vorsichtig aufklären oder das lieber verschweigen?

      Das Thema Kinder und Aufklärung oder Outing gibt es immer wieder hier. Das folgende Zitat ist fast fünf Jahre alt.

      Abigail schrieb:

      Mein Sohn, 15, und ich gehen ziemlich offen miteinander um. Ich binde ihm nichts auf die Nase, aber wenn er mich gezielt auf etwas anspricht bekommt er eine Antwort. Ich bin geoutet, ließ sich nicht vermeiden, da er irgendwann vor ca. anderthalb/zwei Jahren mit meinrm SM-Handbuch anka und fragte was das sei. Ich erklärte es ihm in groben Zügen und gut war. Dass das genau das Richtige für uns war zeigte sich einige Zeit danach. Da kam er nämlich an und meinte er hätte einen Fetisch. Wir unterhielten uns auch darüber ganz normal und ja, ich muss zugeben, ich war ein klein bisschen stolz auf mich denn es ist,glaub ich, nicht üblich das Kinder/Jugendliche in dem Alter zu ihren Eltern kommen und sich mit denen über ihre sexuellen Präferenzen unterhalten ^^
      Sicher gibt es auch Dinge in dem Bereich, die ich aus guten Gründen von ihm ferngehalten habe. Aber auch wenn er mich dahingehend gefragt hätte hätte er die passende Antwort bekommen. Meiner Meinung nach sollte man offen und ehrlich mit seinen Kindern umgehen, sie bekommen es sowieso heraus wenn sie etwas wissen wollen :pardon:
      aus: Outing vor den eigenen Kindern


      Nach der Zeit kann ich für mich sagen, dass es meinem Sohn nicht geschadet hat ihn damals aufzuklären. Er sagte irgendwann mal zu mir „ich fang erst mal mit Sex an und BDSM mach ich dann später. Es kam wirklich so ;)
      Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen. Astrid Lindgren
      Mein Sohn hat mich vor 3 Jahren gefragt, ob ich ihn auf den CSD begleite. Jetzt wird er 17. Ob er jemals BDSMler wird, weiß ich nicht, aber er weiß, dass er, wenn er möchte, mit mir offen über seine Sexualität sprechen könnte. Das konnte ich mit meinen Eltern leider nie.
      Und gerade dadurch, dass man sich irrt, findet man manchmal den Weg.

      Vincent van Gogh
      Hi @Feuerpferd,

      danke für Deine Rückmeldung, auf die ich kurz eingehen möchte:

      Natürlich sind nicht alle Kinder gleich (Beweis: Deine Kinder), sowenig wie Eltern oder BDSMler alle gleich sind. Solches darf doch als allgemeingültig unterstellt werden, denke ich. Und nach diesem Selbstverständnis kann ich da auch keine "absolute Aussage" oder gar eine Wertung über Dritte getroffen haben.

      Die bei Dir von mir zitierte Fragestellung ist deshalb auch keine optionslose, letzte Alternative zum "Klar interessiert es Kinder nicht, was die "Alten" so treiben.", gar eine gewünschte Diskriminierung. Sie beschreibt im Gegenteil lediglich mögliche ("vielleicht"), zugegeben aber erzieherkritische Gegenthesen (gezählt drei) zu einer sicher weit verbreiteten Beobachtung.


      Also nix für Ungut

      Grüße HvR

      venusfalle schrieb:

      Da haben wir leider wieder das unsägliche „man“. Weder geht es um „man“ noch um ein „Muss“
      (im übrigen glaube ich nicht, dass du @Hera das so total meinst, wie es sich liest)

      Die Fragestellung ist eher ein, warum denn nicht? Was wäre so schlimm daran? und kann es nicht vielleicht sogar hilfreich sein?
      Nein, so total meinte ich das natürlich nicht, tut mir leid wenn sich das so liest.
      Ich glaube tatsächlich, dass ich mich vielleicht ein bisschen missverständlich ausgedrückt habe. Ich selbst bin sehr offen erzogen worden, ich brauchte nichts verstecken und konnte mit meinen Eltern über alles reden - das habe ich dennoch unterlassen (also das Alles), auch Kind braucht Privatsphäre :D .
      Vielleicht konkretisiere ich mein "warum nicht", mir geht es weniger darum dem Kind nicht zu vermitteln, dass es verschiedene sexuelle Wege gibt aber ganz ehrlich, wie soll konkret denn bitte eine Erklärung für BDSM aussehen? Und von welchem Alter der Kinder sprechen wir hier? Vielleicht liegt da mein Denkfehler?

      venusfalle schrieb:

      Ich glaube, das würde eher nicht passieren. Kinder und Jugendliche haben ein sehr feines Gespür dafür, was sie wem erzählen können. Außerdem bedeutet es ja nicht automatisch, dass wenn sie über BDSM Bescheid wissen auch gleichzeitig wissen, dass ihre Eltern so leben. Man kann Aufklärung ja losgelöst vom eigenen (Er)leben machen.
      Also ich denke mal eben an meine Jungend zurück ... besten Freunden erzählt man doch wirklich fast alles. Und genau wenn man dann als Kind das Gefühl hat, ich kann das nicht sagen, involviert das nicht schon, dass es vielleicht nicht richtig sein könnte (natürlich ist es richtig das steht außer Frage)?

      Ich weiß nicht ob ich mich jetzt klarer ausgedrückt habe ... wenn ich es so lese befürchte ich fast nein :saint: .
      The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.

      William Shakespeare - As You Like It
      Wir hatten hier bereits das Thema, dass unsere 10jährige Tochter mit vielen Fragen dastand, da unsere Babysitterin ihr etwas über Dominas erzählt hatte (Mama einer Klassenkameradin sollte angeblich eine Domina sein).
      Im ersten Moment war ich mit der Situation auch sehr gefordert und habe mich erstmal hier vertrauensvoll an jemanden gewandt. Das folgende Gespräch mit der Tochter war dann sehr gut. Ich habe ihre Fragen neutral und wertfrei beantworten können, ohne auf meine persönliche Ebene einzugehen. Nun weiß sie, dass es sowas gibt und dass es okay ist.

      Grundsätzlich verstehe ich deine Frage @boireannach aber auch dahingehend, dass du persönlich davon getroffen warst, dass deine Eltern das Thema BDSM nie angesprochen haben und du dich wegen deiner Empfindungen immer irgendwie "falsch" gefühlt hast. Hast du mittlerweile mit ihnen darüber sprechen können?

      Generell zum Thema Aufklärung im Bereich BDSM, sehe ich es wie mit allen anderen Facetten von Sexualität auch: wertfrei und altersentsprechend Fragen beantworten. Ich habe es bisher so gehandhabt, dass ich meine Kinder von mir aus nicht mir irgendwelchen Themen im Bereich der Sexualität behelligt, bedrängt habe. Im Gegensatz zu meiner Mutter früher... Da war es so, dass meine Fragen immer wieder mit ihren persönlichen Erfahrungen beantwortet wurden. Nicht unbedingt schön. "Too much information!" würde mein ältester Sohn heute sagen.
      Meine Kinder erleben in ihrem Umfeld relativ viel Offenheit, auch im Umgang mit sexuellen Neigungen.
      Mein Ältester weiß über meine Neigung grob bescheid, da er damals fragte, auf welche Veranstaltung wir nach Oberhausen wollen. Und er wusste die Location, das Datum... also habe ich ihm direkt den Link gegeben (nachzulesen hier: Kindermund )
      Fragen kamen dann keine mehr.
      "This world is just illusion..."
      Das Thema ist zwar ein bisschen alt aber für mich als Mama und Pädagogin doch sehr interessant.
      Ich bin ein großer Fan von einem offenen Umgang mit Sexualität. Bei uns zuhause gibt es keine Pipimänner, usw., sondern die Geschlechtsteile werden so gennant, wie sie heißen, damit man eben nicht das Gefühl vermittelt, dass man sich für diese Teile schämen muss. Offene sexuelle Erziehung ist mitunter ein wichtiger Bestandteil der Prävention von sexuellen Missbrauch. Damit Kinder zumindest eine Möglichkeit haben, sich zu schützen, müssen sie eben wissen wovor. Es gibt genug Kinder, die erst als Erwschsene merken, dass ihnen etwas angetan worden ist und erst dann sehr dadrunter leiden.
      Allerdings finde ich, dass es dabei Grenzen gibt. Die Aufklärung muss immer an das Alter und den individuelle Entwicklungsstand eines Kindes angepasst werden. Ich denke nicht, dass die Kinder wissen müssen, welche Neigung die Eltern haben. Viel mehr ist es wichtig ihnen beizubringen, dass es unterschiedliche Neigungen gibt und alles richtig ist, so lange zwei oder auch eben mehr Menschen ja gesagt haben, volljährig (oder zumindest im gleichen Alter sind, soll es um Jugendliche gehen) und damit glücklich sind. Es gibt ja auch schließlich viel mehr als nur BDSM. Sollen sie aber etwas mitbekommen haben, ist es schon sinnvoll offen darüber zu reden und es nicht tabuisieren.

      Was aber eben nicht passieren soll, ist die Kinder in die D/S-Beziehung miteinzubeziehen. Das Problem mit dem Lernen ist so, dass wir Menschen deutlich mehr und besser implizit lernen. Kleine Kinder lernen eben implizit. Sie sehen was Erwachsene machen und wiederholen es. Natürlich ist es nicht so, dass Kinder die Beziehungskonstellation der Eltern in der Zukunft immer nachmachen, aber sie bauen ihr Weltwissen zuerst darauf auf, was sie zuhause vorgelebt bekommen. Implizit gelerntes kann man nur schwer umlernen, da man es oft gar nicht greifen kann. Wenn die D/S der Eltern so aussieht, dass der Papa eben das Sagen hat, wird es noch zusätzlich durch die leider immer noch vorhandenen Geschlechterbilder und Rollenverteilung unterstützt. Wenn die Kinder dann irgendwann alt genug sind, kann man es mit ihnen explizit thematisieren. Eltern sind aber die ersten und mitunter wichtigsten Rollenmodelle und sie legen den Grundstein für weiteres Leben an. Ein kleines Kind versteht nicht, dass Mama und Papa sich dafür entschieden haben, dass nur einer das Sagen hat. Es sieht einfach, dass einer das Sagen hat und speichert es so in seinem Weltwissen. So eine Beziehungsform wird für dieses Kind zu einem Norm und so eine Norm zu durchbrechen kann mitunter schwer sein. Es ist dabei egal wie gut man es erklärt, die meisten kleine Kinder können es mit ihren kognitiven Fähigkeiten noch nicht verarbeiten.
      Wir praktizieren mittlerweile 24/7 aber nicht vor Augen unserer Tochter und die Erziehung findet immer auf Augenhöhe statt. Alle Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, oft habe ich sogar dabei mehr zu sagen, dass ich eben ein fachliches Wissen und viel Erfahrung mitbringe.
      Liebe @mayodotte

      ich finde in deinem Post sehr vieles bestätigt, was ich so auch denke. Aber es gibt einen Satz, bei dem sich mir sämtliche Nackenhaare aufstellen.

      mayodotte schrieb:

      Was aber eben nicht passieren soll, ist die Kinder in die D/S-Beziehung miteinzubeziehen.

      Das Prinzip des impliziten Lernens hast Du wunderbar erklärt. Aber in diesem einen Satz liegt für mich eine Wertung, die ich sehr, sehr schwierig finde.

      Meine Denke ist folgende: Jedes Elternpaar lebt seinen Kindern ganz automatisch ein Rollenbild vor, egal wie dieses aussieht. Wie modern, altmodisch oder sonstwie kulturell geprägt dies ist, ist dabei zunächst nicht entscheidend. Es geht praktisch gar nicht anders. Jedes Paar, jeder Mensch hat ein individuelles Rollenverständnis. Dieses wird ,wie Du so schön beschreibst, implizit an die Kinder transportiert. Wenn nun das Kind erwachsen wird, setzt es sich zunehmend mit dem was Du Weltwissen nennst auseinander und gleicht dieses mit seinen eigenen Vorstellungen über Werte, Rolle, Moral etc. ab. Nach und nach entwickelt der junge Mensch somit ein eigenes Selbstbild. Dieses Selbstbild kann mit den Vorstellungen der Eltern kongruent sein, muss es aber nicht. Je weiter die eigenen Vorstellungen von denen der Eltern bzw. des Umfeldes abweichen, umso höher ist das innere Konfliktpotenzial.

      D/s Beziehungen vermitteln Kindern meiner Meinung nach in der Tat Rollenmuster, die aus der heutigen Sicht als überholt gelten. Aber! Wer bin ich denn, dass es mir zusteht, dieses Rollenverständnis anderer zu werten?

      Wenn ich denn möchte, dass mein Kind sich möglichst frei (davon ausgehend dass eine freie Entscheidung immer nur bedingt möglich ist) für ein Lebensmodell entscheiden kann, kann ich nur versuchen, mein Kind dahin gehend zu erziehen, dass es frei denken und sich äußern darf.

      Anders ausgedrückt, würde ich Deine Gedanken bzgl. transportierter Rollenmuster umdrehen, könnte auch folgendes passieren. Ein Kind wird so erzogen, dass immer beide das Sagen haben und bekommt ein Rollenbild vermittelt, dass Partner in einer Beziehung immer gleichberechtigt sind. Nun entdeckt dieses Kind im Lauf seines Lebens für sich, dass es dominant oder devot ist und es sich eine Beziehung wünscht, in der es entweder das Sagen hat oder sich unterordnet. Auch hier steht dieser Mensch erstmal vor einem inneren Konflikt und benötigt nicht selten Jahre, aus den erlernten Mustern auszubrechen.

      Letzteres lese ich hier im Forum von D/s lern immer wieder.

      Was ist denn nun besser? Ich glaube nicht dass es das gibt. Und somit komme ich persönlich zu dem Schluss, dass es fast ein bisschen egal ist, welches Rollenbild von den Eltern vorgelebt wird. Viel entscheidender finde ich es, Kindern das freie Denken und fühlen zu vermitteln und ihnen beizubringen, dass Diversität etwas ganz natürliches ist.
      Je größer der Dachschaden, umso besser sieht man die Sterne
      Vieles Gutes ist schon geschrieben worden, vor allem die Ausführungen von @venusfalle, @mayodotte teile ich.

      Nun habe ich keine eigenen Kinder und wünsche mir auch keine, aber ich habe gerne Kinder und Jugendliche um mich und eine Stieftochter.
      Diese ist damit aufgewachsen, dass es diverse sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten gibt, da ihre Kernfamilie eine sogenannte Regenbogenfamilie ist.
      Als ich als die neue Freundin ihres Vaters dazu und sie in die Pubertät kam, sagte sie mir, dass sie es gut findet, dass sie mit mir als Nicht-Elternteil und Nicht-unmittelbare-Freund*in über nahezu alles sprechen kann, auch über Sexualität, Verhütung, Menstruation und Co.
      Dabei achte ich aber stets darauf sachlich zu bleiben und ihre Fragen und Gesprächsangebote nicht ausschließlich mit persönlichen Erfahrungen zu beantworten sondern nur, wenn sie explizit danach fragt und auch nur so, dass es die Privatsphäre von mir und daran beteiligten anderen Personen nicht verletzt.
      Sie weiß, dass ihr Vater und ich Sexualität leben, mehr aber auch nicht.
      In der Wohnung sind alle Spielzeuge so verstaut, dass sie schon Schränke durchsuchen müsste, um etwas zu finden. Da ihr aber selbst Privatsphäre enorm wichtig ist, käme sie nie auf die Idee.

      Neulich hatten wir alle ein Gespräch was denn wäre, wenn sie uns unverbindlich auf BDSM anspräche oder sie doch trotz aller Vorsicht etwas mitbekommt. Wir haben uns darauf geeinigt ihr dann möglichst sachlich zu erläutern, dass es verschiedene Arten gibt Sexualität einvernehmlich auszuleben und würden ihr dann eher Informationen von Orgas wie der SMJG zukommen lassen, sollte sie selbst feststellen Neigungen in diese Richtung zu haben.
      Ihr zu sagen, dass wir BDSM leben käme für uns ohne konkreten Anlass nicht in Frage, wir leben aber auch kein 24/7 im strengen Sinne sondern lassen D/s eher spielerisch unseren Alltag bereichern.
      Sollte es einen konkreten Anlass geben, der Rückschlüsse auf unsere Sexualität und BDSM zulässt, würden wir es ebenfalls kurz, sachlich und knapp halten, sagen, dass alles einvernehmlich abläuft und es uns gut damit geht und Schluss ist.
      Wunden würden weiterhin von mir versteckt werden und selbst nach so einem Outing würden keine Spielzeuge offen in der Wohnung liegen.
      Da fließen meines Erachtens zu viele Grenzen kindlich-jugendlicher und erwachsener Privatsphäre durcheinander, die sich nicht vermischen sollten.
      Kinder sind Kinder und Eltern sind Eltern und keine besten Freund*innen.
      “Everything has been figured out, except how to live.” (Jean-Paul Sartre)
      @venusfalle, ich möchte das Rollenverstädnis anderer in keiner Weise werten. Das traditionelle Rollenverständnis führte aber dazu, dass Frauen über mehrere Jahrhunderte diskriminiert wurden und es zum Teil immer noch sind. Wir leben auch in einer D/S Beziehung und ja ich hatte auch große Schwierigkeiten, die devote Seite meines Ichs zu akzeptieren. Nur, im Gegensatz zu vielen Frauen, denen eine Machtgefälle aufgedrängt worden ist, hatte ich eine Wahl. Und somit bin ich eben auch gleichberechtigt. Dazu habe ich auch mein Safeword und auch Paare die in Metakonsens leben haben immer die Möglichkeit nein zu sagen. Ein Kleinkind wird das alles aber eher nicht begreifen können und nur sehen, dass einer das Sagen hat.
      Deswegen denke ich, dass es wichtig ist, den Kindern vorzuleben, dass beide Partner gleichberechtigt sind und beide Geschlechter (natürlich auch die Menschen, die sich außerhalb des binären Systems identifizieren) gleich wichtig und wertvoll sind. Und wenn sie alt genug sind, es zu verstehen, kann man es ihnen erklären, dass man eben auch anderes leben kann und dass, das gut ist, so lange beide damit einverstanden sind. Zu Feminismus gehört für mich auch eindeutige hinzu, es zu akzeptieren, dass sich manche Frauen eben unterwerfen wollen.
      Sehr viele tolle Beiträge wie ich finde

      Bei der Diskussion um den D/s bin ich eher bei @venusfalle
      Man lebt den Kindern immer etwas vor und man kann durch das Vorlieben nie allen Bildern die es gibt, gerecht werden. Man entscheidet sich immer für eine rollendynamik.
      Das Problem ist jetzt... Auch dir stimme ich zu, @mayodotte dass man das nicht unkommentiert stehen lassen kann, wenn die Eltern eine Rollenverteilung leben, die Grundlage für Jahrtausendelange Unterdrückung ist. Irgendwann kommt der Punkt, da muss man das thematisieren. Vor allem wenn man 24/7 lebt, denke ich, dass es schwierig wird, die verhaltensnuancen vor dem Kind abzustellen, selbst wenn man sich wirklich bemüht.

      Das wertvolle am BDSM ist meiner Meinung nach das hohe Maß and selbstreflektion und dem Bewusstsein für eigene Bedürfnisse und Konsens. Das ist ein so hoher Wert, den darf man Kindern ruhig vermitteln. Auch D/s kann man meiner Meinung nach kindgerecht verpacken.

      Bsp: das ist wie beim Tanzen, einer führt und der andere folgt. Manchmal gibt es Leute die gerne tauschen aber manche mögen es, immer zu führen bzw zu folgen. Aber das wichtigste ist, dass sich beide bewusst und einig darüber sind. Und dass es auch andere Aufteilungen gibt und das ebenso in Ordnung ist.

      Ein bewusst gelebtes und ausformuliertes D/s ist IMHO besser als eine verwaschen sexistische beziehungsdynamik in einer vanilla Ehe. Gerade da wird es doch schwierig. Ist mein Vater jetzt sexist? Ist meine Mutter unterdrückt? Da ist es doch besser den Konsens zwischen den Eltern transparent zu machen

      So vermeidet man ja gerade, dass Kinder bzw Jugendliche das für die implizit einzige valide beziehingsaufteilung halten. Ich will meinen Kindern als wichtigsten Wert beibringen, dass sie IMMER selbst entscheiden können was ihnen gut tut und das von ihrem Gegenüber auch immer akzeptiert werden muss,ganz unabhängig davon, wie sich ihre Sexualität nun konkret gestaltet.
      @LynnMae, ich stimme Dir vollkommen zu, dass diese Werte sehr wichtig sind und ich möchte auch, dass meine Tochter in der Zukunft über ihre Sexualität frei entscheiden kann. Dein Beispiel finde ich auch sehr schön :)
      Problemhaft finde ich nur, dass Kinder es erst ab einem bestimmten Alter verstehen können. Ein Zweijähriges wird es eben noch nicht fassen können und trotzdem sieht es bereits die Dynamik der Eltern und entwickelt seine Biases. Wir stellen das Machtgefälle vor unserer Tochter auch nicht komplett ab aber es ist so diskret, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass sie es mitkriegt. Ich denke, dass es einfacher ist, wenn man den Kindern zuerst Gleichberechtigung vorlebt und erst später (damit meine ich auch nicht erst in Teenageralter) erklärt, dass es auch zu Gleichberechtigung gehört, sich bewusst dagegen zu entscheiden.
      Ich bin mir zwar erst seit kurzem meiner Neigung bewusst, aber ich erlaube mir hier auch meinen Senf dazu zu geben, weil ich seit 19 Jahren in der Frauenpolitik arbeite. Spannend finde ich daher vor allem die Frage, welches Rollenbild man Kindern vorlebt.

      Es bringt mich seit Jahren ziemlich auf die Palme, dass die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern weitgehend als etwas gesehen wird, das individuell zu lösen ist, wo es doch eigentlich um eine gesamtgesellschaftliche Frage geht. Das hängt stark mit dem Siegeszug des Neoliberalismus zusammen.

      So lange sich das Paar darum streitet, wer nach einem Arbeitstag den Abwasch macht, wer beruflich zugunsten der Kinder zurück steckt, kann man die Forderungen nach einer Arbeitszeitverkürzung oder mehr Kindergartenplätzen ganz gut im Zaum halten. Das brächte aberden grö ßten Effekt für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und das ist die Basis für Gleichberechtigung: ein eigenständiges, existenzsicherndes Einkommen, nicht ein netter Mann.

      Ich glaube daher nicht, dass es für ein positives Rollenbild am wichtigsten ist, dass Mama sich von Papa nichts sagen lässt. Am wichtigsten finde ich, dass man als Frau einen Beruf und ein Leben außerhalb der Familie hat. Das bedeutet Unabhängigkeit und Freiheit.

      Ich wünsche mir für meine Tochter vor allem, dass sie mutig hinaus in die Welt geht und in der Arbeitswelt und der Gesellschaft selbstbewusst ihren Platz einnimmt. Das lebe ich ihr auch vor.

      venusfalle schrieb:

      Anders ausgedrückt, würde ich Deine Gedanken bzgl. transportierter Rollenmuster umdrehen, könnte auch folgendes passieren. Ein Kind wird so erzogen, dass immer beide das Sagen haben und bekommt ein Rollenbild vermittelt, dass Partner in einer Beziehung immer gleichberechtigt sind. Nun entdeckt dieses Kind im Lauf seines Lebens für sich, dass es dominant oder devot ist und es sich eine Beziehung wünscht, in der es entweder das Sagen hat oder sich unterordnet. Auch hier steht dieser Mensch erstmal vor einem inneren Konflikt und benötigt nicht selten Jahre, aus den erlernten Mustern auszubrechen.
      Ich finde es interessant, was du schreibst, aber ich kann dir nicht ganz folgen.

      Auch ich bin der Meinung, dass es für ein Kind nicht ideal ist, eine D/S Beziehung vorgelebt zu bekommen. In einem gewissen Alter kann man ja nicht einmal unterscheiden zwischen einvernehmlichem und nicht einvernehmlichem Machtgefälle. Das könnte sich sehr negativ auf ein Kind auswirken, wie ich finde. Im Jugendalter ist es dann schon etwas ganz Anderes.

      Einen inneren Konflikt erleben ja so oder so viele Menschen mit BDSM Neigung. Das wird man schwer in der Kindheit verhindern können.
      Wenn ich nur an mich denke: Viele Jahre war es mir unangenehm, dass ich mir wünsche, im Spiel geschlagen zu werden.
      Als ich das mehr akzeptiert hatte, war es mir aber immer noch unangenehm, im Ageplay geschlagen zu werden (ich dachte mir: "Wie kann ich mir wünschen, etwas zu spielen, das Andere erleben und darunter leiden?").
      Und als ich das endlich akzeptiert hatte, so vor etwa 3 Jahren, schämte ich mich lange dafür, mir im Ageplay Sex vorzustellen bzw. zu wünschen.
      Jetzt habe ich das mittlerweile halbwegs akzeptiert, bleibt immer noch das ungute Gefühl, dass ich habe, wenn ich an meine aktive Neigung denke (weil dann eine Stimme sagt "Ich darf Niemanden demütigen oder weh tun.")
      "Nenne dich nicht arm, wenn deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind.
      Wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat."
      (Marie von Ebner - Eschenbach)

      mayodotte schrieb:

      @venusfalle, ich möchte das Rollenverstädnis anderer in keiner Weise werten. Das traditionelle Rollenverständnis führte aber dazu, dass Frauen über mehrere Jahrhunderte diskriminiert wurden und es zum Teil immer noch sind. Wir leben auch in einer D/S Beziehung und ja ich hatte auch große Schwierigkeiten, die devote Seite meines Ichs zu akzeptieren. Nur, im Gegensatz zu vielen Frauen, denen eine Machtgefälle aufgedrängt worden ist, hatte ich eine Wahl. Und somit bin ich eben auch gleichberechtigt. Dazu habe ich auch mein Safeword und auch Paare die in Metakonsens leben haben immer die Möglichkeit nein zu sagen. Ein Kleinkind wird das alles aber eher nicht begreifen können und nur sehen, dass einer das Sagen hat.
      Deswegen denke ich, dass es wichtig ist, den Kindern vorzuleben, dass beide Partner gleichberechtigt sind und beide Geschlechter (natürlich auch die Menschen, die sich außerhalb des binären Systems identifizieren) gleich wichtig und wertvoll sind. Und wenn sie alt genug sind, es zu verstehen, kann man es ihnen erklären, dass man eben auch anderes leben kann und dass, das gut ist, so lange beide damit einverstanden sind. Zu Feminismus gehört für mich auch eindeutige hinzu, es zu akzeptieren, dass sich manche Frauen eben unterwerfen wollen.
      Ich finde den Thread sehr gut geschrieben.
      Mit einer Ausnahme.
      Das Bild der Frau, wenn man FÜR etwas ist, ist man GLEICHZEITIG GEGEN etwas. Ein Problem löst man immer eine Ebene höher.
      Ich denke es ist völlig egal, was man tut, wenn man es bewusst tut.
      Ob man nun ein traditionelles Rollenbild lebt oder ein modernes ist gleichgültig.
      Es ist die Frage des Bewusstseins, und wie man damit umgeht.
      Ein Schiff kann immer nur einen Kapitän haben, hat ein Schiff zwei Kapitäne sinkt es. Man kann nie vollkommen gleichberechtigt leben, das ist schon eine Fehlannahme.
      BDSM ist eine bewusste Entscheidung, und genau da liegt der Haken versteckt.
      Ich sage immer: jeder lebt sein eigenes BDSM, es ist nur die Frage lebt er es bewusst oder unbewusst.
      Wir drängen Kinder immer in unsere Systeme, es ist nur die Frage wie wir damit umgehen, ein Mädchen das DS in sich trägt, kann überfordert sein, gleichberechtigt zu sein, und auch dabei ist ein Fehler, wenn man etwas sein will, ist man es nicht.
      Vielleicht sollte der Ansatz der sein, das ein jeder Mensch seinen Wert hat und der nicht mehr oder weniger wird, nur weil er so oder so lebt.
      Ich habe meine Kinder immer respektvoll anderen Menschen gegenüber erzogen, und mein Leben gelebt, wie sie ihres leben ist ihre Entscheidung, und mit dem 14 Lebensjahr werden sie kritisch allem gegenüber besonders den Eltern gegenüber und suchen sich selbst, wenn man Glück hat, finden sie sich selbst.
      Mein Vater erklärte mir immer eine Frau müsse den unteren Weg gehen, meine Mutter lebte so wie sie leben wollte, das mein Vater seine Sicht mit meiner Mutter lebte kann ich nicht bestätigen, eher das sie ihn terrorisierte, wenn sie nicht bekam was sie wollte.
      Und doch bin ich ganz anders geworden.
      Den Kindern etwas vorzuleben, was nicht in einem ist, ist verlogen und Kinder spüren die Gedanken und Gefühle ihrer Umwelt und was lernen Kinder daraus? Verlogenheit.
      Ich denke es ist nicht schwarz weiß und
      DS böse und Gleichberechtigung gut. Es ist das was man daraus macht.
      @Books, ich denke, du hast mich ein bisschen falsch verstanden. Ich respektiere alle Lebensformen, die aus Gleichberechtigung erwachen. Das schließt für mich D/s mit ein, solange beide oder auch mehrere Partner es so ausleben wollen. Alles andere ist für mich kein BDSM, sondern Gewalt - sei es psychisch oder physisch. Das traditionelle Rollenmodellen lehne ich nach der gängigen Definition tatsächlich ab, da es besagt, dass die Frau unterwürfig sein MUSS und was sie will ist egal, denn sie ist immer schlechter als der Mann.
      Ein kleines Kind versteht aber nicht, dass die Machtgefälle von Beiden gewollt ist und deswegen finde ich es gefährlich, wenn es merkt, dass nur einer das Sagen hat. Ich möchte, dass meine Tochter alle Menschen respektiert aber ich möchte nicht, dass sie durch meine Unterwürfigkeit implizit lernt, dass sie keine Wahl hat. Dass Kinder nicht zwangsläufig so werden, wie ihre Eltern ist ganz klar aber wir geben ihnen deutlich mehr mit als wir denken und viele Denkmuster werden nichtmal als
      solche erkannt, da sie eben implizit sind und dadurch nur schwer zugänglich.
      @mayodotte
      Ich hab dich nicht missverstanden.
      Respekt und Akzeptanz werden wohl öfter durcheinander gebracht.
      Es geht mich nichts an, wie ein anderer lebt und wie diese Lebensart entstanden ist. Ich bin nicht der Richter der betreffenden Personen.
      Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung erleiden auch häufig das Schicksal vertauscht zu werden.
      Es gibt wohl seltenst eine Gleichberechtigte Beziehung, die Menschen miteinander führen, meistens kippt die Beziehung in eine Richtung und in einem anderen Thema in die andere Richtung.
      Und nein Menschen sind nicht gleich.
      Menschen sind Menschen, das haben alle gleich, allerdings sind nicht alle Menschen gleich. Bei Frauen liegen die Fortpflanzungsorgane innen und beim Mann außen. Und nein sie sind nicht gleich, Männer können keine Baby bekommen, dafür aber zeugen.
      Ich finde es äußerst fatal alle Menschen gleich machen zu wollen. Ich weiß du gehst von Gleichberechtigung aus. Wir haben alle das gleiche Recht wählen zu gehen, und doch haben wir nicht alle das gleiche Recht ein Kind zur Welt zu bringen.
      Wenn man ein Schiff hat und auf diesem Schiff befinden sich lauter Personen mit gleichen Berechtigungen, dann geht das Schiff unter mit Mann und Maus und Frau natürlich.
      Es ist eine Frage des Bewusstseins und der Kompromisse.
      Solange man für Gleichberechtigung kämpft, sagt man aus das man nicht gleichberechtigt ist und das man ein Manko hat.
      Eine Frau in einer traditionellen Rolle ist nicht schlechter als ein Mann, das du das allerdings schreibst ist spannend, so sagt es viel über dich und dein Denken aus. Sie ist anders, sie hat andere Aufgaben und Rechte, wo der Mann benachteiligt ist.
      Ob nun ein Kind, ob nun Tochter oder Sohn ein traditionelles Rollenbild erlebt oder ein DS mit Machtgefälle ist völlig einerlei. Das macht kein Kind unterwürfig.
      Das Leben ist nicht schwarz-weiß, es ist kunterbunt.
      Kinder spüren als Säuglinge schon die Energien und als Kinder auch, man kann ihnen nichts vormachen, nur sich selber. Aber dann sollte man sich bewusst sein, das man sich selbst was vormacht und nicht dem Kind.
      Selbstverständlich muß kein SM vor dem Kind ausgelebt werden, das ist eine andere Hausnummer.
      Allerdings lernen Kinder soviele verschiedene Arten des Zusammenlebens kennen durch Freunde und Familie das sie nicht psychisch gestört sind wenn zuhause die Frau unterwürfig ist.
      Ein anderer Aspekt ist der, wie äußert sich ein gleichberechtigtes Zusammenleben? wie harmonisch ist es? wird diskutiert und gestritten bis wann? wann entscheidet wer? und wer gibt nach wenn keiner nachgibt?
      Es ist die Frage wie zufrieden und friedlich leben zwei Menschen zusammen....
      Bei aller Gleichberechtigung kann Krieg und Streit Kinder sehr unglücklich machen.

      Wenn ich mich an meine Kindheit zurück erinnere, erinnere ich mich nicht zurück wer mehr das sagen hatte, sondern ich erinnere mich daran wieviel Streit und Zwietracht herrschte. Wieviel meine Eltern stritten auf meinem Rücken. War das nun Gleichberechtigung oder Asymmetrie? Es war schlicht weg eine schlechte Beziehung.
      @Books, in einer patriarchalischen Weltverständnis wird eine Frau als "das Schlechtere" dargestellt. Der Frau wurde zugesprochen weniger intelligent zu sein, zu emotional und eben dadurch nicht logisch denkend. Das traditionelle Rollenbild erwachte leider aus solchen Weltverständnis.
      Und ja gleichberechtigt sind Frauen immer noch nicht, denn sie verdienen im Durchschnitt schlechter, haben schlechtere Chancen auf Karriere, usw. Es gibt immer noch genug Menschen (auch Politiker), die laut sagen, dass Frauen nicht wählen gehen sollen.
      Ich sage nicht, dass eine Frau, die gemäß des traditionellen Rollenbilds lebt schlechter ist als der Mann. Ich lebe auch so und bin sehr glücklich damit. Allerdings setzt eine Definition, die das traditionelle Rollenbild als die natürliche Norm sieht voraus, dass die Frau eben keine Wahl hat, ob sie unterwürfig ist oder nicht.
      Und Streit soll es vor den Kindern natürlich nicht geben. Aber Streit gibt es auch in D/s Beziehungen. Es gibt genug Menschen, die glücklich gleichberechtigt leben. Es muss nicht immer jemand führen. Eine Beziehung ist auch kein Schiff. Ich lebe gerne in einem ständigen Machtgefälle aber das heißt nicht, dass andere Menschen nicht glücklich und harmonisch ohne Machtgefälle leben können.
      Wenn ich das Ganze mal versuche zusammenzufassen ergibt sich bei mir folgendes Bild:

      Du @mayodotte lehnst das traditionelle Rollenverständnis ab. Durch das Vorleben von D/s vor Kindern befürchtest Du eben jenes traditionelle Rollenbild zu vermitteln. Daher lehnst Du ein vorleben von D/s vor Kindern ab.

      Nur frage ich mich nach Deinem Eingangspost, lehnst Du das für Dich selbst ab?
      Dann ist alles fein. Keiner hat das Recht dir diese Sichtweise und Entscheidung für Dich abzusprechen.

      Solltest Du aber diese Ablehnung grundsätzlich meinen, ist es nicht mehr fein. Es gibt durchaus andere Blickwinkel auf das Geschehen, welche durchaus auch ihre Berechtigung haben.
      Je größer der Dachschaden, umso besser sieht man die Sterne
      @venusfalle, das traditionelle Rollenmodell nach der Definition, die die Gleichwertigkeit von Mann und Frau ablehnt, lehne ich grundsätzlich ab. Damit meine ich, beispielsweise, das Modell, dass noch in den Fünfzigern allgemeingültig war. Ich finde es nicht in Ordnung, dass ein Mann das Recht haben soll, die Arbeit seiner Frau zu kündigen, usw. Ich meine damit aber keine D/s- oder auch H/s-Beziehung.

      Ich denke aber schon, dass jeder das Recht hat, ihre Kinder so zu erziehen, wie er eben möchte, so lange es liebevoll und gewaltfrei ist und eben Gleichwertigkeit und Chancengleichheit für alle Menschen vorgelebt wird.