Ab wann ist die Nutzung des Safewords missbräuchlich?

      Ab wann ist die Nutzung des Safewords missbräuchlich?

      Ich habe woanders eine DIskussion verfolgt in welcher die Mehrheit der Leute meinte, die Nutzung eines Safewords könne niemals missbräuchlich sein. Ich finde diesen Ansatz sehr spannend und wäre äußerst gespannt auf Ausführungen dazu, denn außer "wenn ich nicht will ist das meine Entscheidung" habe ich wenig an Argumenten gelesen. Ich glaube aber es gibt durchaus bessere Argumente dafür, warum die Nutzung eines Safewords nie missbräuchlich sein kann.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Die Nutzung eines Safewords kann nie missbräuchlich sein, da das Machtgefälle auf Einvernehmlichkeit beruht. Wenn diese Einvernehmlichkeit nicht mehr gegeben ist, muss das Safeword sogar gesagt werden.

      Das klingt jetzt zwar so ähnlich, wie "Wenn ich nicht will, ist das meine Entscheidung". Allerdings geht es da mehr um den Kern dessen, dass man niemanden gegen seinen Willen besitzen kann, wenigstens nicht mehr hierzulande.
      Schwächen zu zeigen macht einen stark.
      Zuerst einmal wie ich BDSM verstehe. Sub legt die Grenzen fest, in welchen ich mich als Dom frei bewegen kann, innerhalb dieser Grenzen kann Sub, wenn eine Handlung von mir die sich in dem abgesteckten Rahmen bewegt, meine Handlung dennoch mittels Safeword unterbrechen, wenn sie dadurch ansonsten einen schweren Schaden nehmen würde.

      Die Nutzung eines Safewords ist daher sehr sinnvoll, denn Dom kann immer etwas übersehen.

      Wenn Sub aber das Safeword nutzt, weil sie zu etwas, das mir vorher aktiv als Recht eingeräumt wurde, keine Lust hat, dann sehe ich es sehr kritisch. Würde ich nur machen dürfen, was Sub gerade gefällt, wäre es nicht mein BDSM, denn ich mag die Kontrolle und die habe ich nicht, wenn ich immer nur das machen darf, was Sub gerade genehm ist.

      Für mich liegt eine missbräuchliche Nutzung des Safewords dann vor, wenn dieses nicht als Reißleine genutzt wird, um einer Situation zu entkommen, die einen dauerhaften Schaden bei der Psyche, am Körper oder auch der Beziehung verursacht, sondern aus Bequemlichkeit heraus. Wobei man hier sagen muss, jeder betreibt sein BDSM auf eine andere Art und Weise, wer das Safeword als Schutz vor allem sieht das er unangenehm findet, nun auch das kann eben eine Art von BDSM sein, nur eben nicht die meine :)

      Bisher wurde mir gegenüber nur einmal das Safeword missbräuchlich genutzt, das war als es gesagt wurde und danach kam "ich wollte dir nur zeigen wer hier die Kontrolle hat", dieser Spruch war dann das Ende der Spielbeziehung. Hätte sie testen wollen, ob ich auf das Safeword reagiere und es abbreche, das wäre vollkommen OK gewesen, denn dann wäre es um ihre Sicherheit gegangen aber es zu nutzen um den anderen zu ärgern, das war für mich inakzeptabel. Ich bin froh und stolz, wenn ein Safeword gesagt werden würde, weil ich etwas übersehen habe, das würde mir sogar noch mehr Sicherheit geben, da ich sehen würde, dass Sub ihrer Eigenverantwortung gerecht wird.

      Edit: Das Safeword muss natürlich immer beachtet werden, egal ob korrekt oder missbräuchlich genutzt. Auf keinen Fall darf Sub Angst haben, es irgendwann zu nutzen und daher muss man auch sehr klar kommunizieren, wann man es als missbräuchlich ansieht und ob und wenn ja, wie oft so ein Missbrauch vorgekommen ist. Im Zweifel gilt dann, es wurde korrekt genutzt. Wenn ich mir aber sicher bin, wie in der dargestellten Situation, wo Sub es mir ins Gesicht gesagt hat, dass es ein für mich missbräuchliches Verhalten war, da gibt es dann das Beziehungsende, wenn es nicht missbräuchlich war, dann gibt es aber ein großes Lob, da Sub der Eigenverantwortung gerecht wurde.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gentledom ()

      Meines Erachtens kann ein Safeword sehr wohl auch missbräuchlich eingesetzt werden. Und zwar eben genau dann, wenn die vorher definierten Gründe nicht vorliegen. Natürlich kann es auch situativ bedingte Abweichungen von diesen Gründen geben, die einen Abbruch rechtfertigen. Allerdings können diese von dem aktiven Part nicht zweifelsfrei als solche erkannt werden. Dies lässt sich aber sicherlich im Nachhinein durch ein Gespräch klären.

      Ungeachtet dessen entbindet ein nachweislich missbräuchlich angewandtes Safeword den aktiven Part nicht davon, seinen Teil der Vereinbarung einzuhalten und die Session unverzüglich abzubrechen (oder was auch immer vereinbart wurde).

      Wie die Beteiligten mit der Situation eines nachweislich missbräuchlich angewandten Safeword und dem daraus resultierenden Abbruch der Session umgehen steht auf einem anderen Blatt.
      "Ab wann ist die Nutzung des Safewords missbräuchlich?"


      ... ab dem Zeitpunkt an dem die vorher vereinbarte Nutzung nicht mehr die Grundlage der Nutzung ist.

      Spricht solange das Safeword genutzt wird damit sub sich schützt, selbst wenn es in einem Moment der Überreaktion oder Unsicherheit genutzt wird, handelt es sich für mich noch immer um eine Nutzung im vereinbarten Rahmen.

      Wird das Safeword genutzt um zu provozieren, sich einen Spaß zu erlauben oder sich nur einer gerade als unbequem empfundenen Situation zu entziehen, ist es für mich missbräuchlich genutzt.

      Unabhängig davon muss Dom natürlich immer entsprechend der Vereinbarung reagieren weil oftmals erst im Nachhinein geklärt werden kann aus welchem Grund das Safeword genutzt wurde.

      "The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.“

      William Shakespeare
      Ich spiele gerade im Kopf den Gedanken durch, ob man missbräuchlich oder nicht, mit Aktion/Reaktion...vielleicht nicht gleichsetzen, aber vielleicht in eine gewisse Verbindung bringen kann.

      Bezugnehmend auf Gentledoms Beispiel:
      In dem Fall war es eine Aktion (um etwas zu beweisen).

      Für den Fall, dass ich zB eine Situation - übrigens für mich unabhängig von zuvor gesteckten Grenzen - nicht ertrage, wäre die Verwendung des Safewords für mich eine Reaktion.

      Ich glaube wovon man sich auch etwas lösen sollte, ist die Vorstellung, die Verwendung des Safewords sei gleichzusetzen mit einem (situationsbedingten) Versagens des Doms... Oder aber sogar eines Versagens der/des Subs.

      Ich glaube, ich bin nicht die einzige Sub, die einen mehr oder ausgeprägten Hang zur "Gefallsucht" hat. Bei einer Freundin von mir ging dies soweit, dass sie ein - letztendlich für sie ungesundes - Verschieben ihrer Grenzen zuließ.
      Während ihr Partner sich wiederum darauf verlassen hat, dass sie ihm Einhalt gebietet.

      Lange Tastatur-Inkontinenz hin oder her:
      Die missbräuchliche Benutzung des Safewords ist für mich persönlich dann gegeben, wenn ich aktiv etwas erreichen oder gar beweisen möchte - anders ausgedrückt: Ich will die Situation beenden, weil ich zB etwas ganz anderes möchte, oder meinen Partner in eine bestimmte Richtung "dirigieren" will. Ich wäre in dem Fall der bestimmende aktive Part.

      Gerechtfertigt wäre für mich persönlich die Verwendung des Safewords, wenn es eine Reaktion auf eine Aktion meines Partners (Grenzverschiebung... Versuch mich in die Richtung einer Grenzverschiebung zu manipulieren) ist. Für mich persönlich würde ich auch das Recht einfordern, das Safeword in dem Moment einzusetzen, in dem eine Sutuation für mich unerträglich ist - aus welchen Gründen auch immer (körperlicheTageverfassung zB).

      Die Benutzung des Safewords kann übrigens genauso missbräuchlich sein, wie die "Nichtnutzung". Beide Seiten müssen sich jeweils auf das Verantwortungsbewussten des anderen verlassen können.

      Zu einfach? Zu durcheinander? :gruebel:
      Warte nicht auf den perfekten Moment
      sondern nimm den Moment und mach ihn perfekt.

      Gentledom schrieb:

      Für mich liegt eine missbräuchliche Nutzung des Safewords dann vor, wenn dieses nicht als Reißleine genutzt wird, um einer Situation zu entkommen, die einen dauerhaften Schaden bei der Psyche, am Körper oder auch der Beziehung verursacht,
      und das soll ich als Subbie im Zweifel des Falles dann erst einmal abwägen, durchdenken und dann eine Entscheidung fällen? Klingt nicht sehr realistisch :pardon:


      Hera schrieb:

      Wird das Safeword genutzt um zu provozieren, sich einen Spaß zu erlauben
      das wäre auch so das, was mir dazu einfallen würde. Und das wäre auch eineziemlich dämliche Verhaltensweise, wie die Geschichte vom Jungen, der immer "Wolf" rief :yes: Wenn Top irgendwann das Safewort nicht mehr ernst nimmt, kann das eine richtige Sch...situation werden
      Seitdem ich perfekt bin, hält sich meine Arroganz in Grenzen!

      Annimax schrieb:

      Wenn Top irgendwann das Safewort nicht mehr ernst nimmt, kann das eine richtige Sch...situation werden
      Wie hier mehrer geschrieben haben, egal ob man es ernst nimmt es korrekt nutzt oder zum Spaß, das Safeword führt in jedem Fall zum Ende der Handlung oder gar Session... wenn ich als Dom aber merke, dass Sub es missbraucht wars da eh, von daher komme ich nicht in die Situation.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff

      Annimax schrieb:

      Gentledom schrieb:

      Für mich liegt eine missbräuchliche Nutzung des Safewords dann vor, wenn dieses nicht als Reißleine genutzt wird, um einer Situation zu entkommen, die einen dauerhaften Schaden bei der Psyche, am Körper oder auch der Beziehung verursacht,
      und das soll ich als Subbie im Zweifel des Falles dann erst einmal abwägen, durchdenken und dann eine Entscheidung fällen? Klingt nicht sehr realistisch :pardon:

      Naja @Annimax, wenn man den letzten Teil des Satzes nicht einfach weg lässt.....

      Gentledom schrieb:

      Für mich liegt eine missbräuchliche Nutzung des Safewords dann vor, wenn dieses nicht als Reißleine genutzt wird, um einer Situation zu entkommen, die einen dauerhaften Schaden bei der Psyche, am Körper oder auch der Beziehung verursacht, sondern aus Bequemlichkeit heraus.
      .... klingt das ganze vielleicht schon viel realistischer. :pardon:
      Vorweg, das Folgende basiert auf der Annahme, dass die verwendeten Begriffe X, Y, Z hinsichtlich ihrer Bedeutung von allen Beteiligten gleich verstanden werden. Auch da kann schon ein Missverständnis entstehen, aber das soll hier nicht Thema sein.

      1) Basiert die Absprache auf Ausschluss (X, Y, Z nicht = alles andere ja): dann kann es durchaus passieren, dass sub erst in der Situation klar wird, was das einschließen kann. Weil es schlicht unmöglich ist, an alles zu denken, was ausgeschlossen werden soll, ist das durchaus wahrscheinlich. In diesem Fall kann es passieren, dass das Safeword genutzt wird, auch wenn Dom sich 100% innerhalb des vereinbarten Rahmens befindet. Das wäre bedauerlich, aber nicht missbräuchlich. Allerdings deutet dies auf eine nicht ausreichende Absprache hin und sollte daher Anlass für eine Neuverhandlung sein, oder gleich Übergang zu:

      2) Basiert die Absprache auf Einschluss (X, Y, Z ja = alles andere nicht): wenn Dom sich daran hält, ist die Verwendung hier missbräuchlich. Mit der bereits genannten Ausnahme natürlich: echte und nicht vorhersehbare Notfälle, die von Dom nicht erkannt werden.

      3) Gebrauch vom Safeword zum Testen: sehe ich sehr sehr kritisch! Das würde ich wenn dann nur bei vorheriger Absprache akzeptieren, d.h. ein Test ist 1x (!) erlaubt. Ob ich mich mit jemand einlassen möchte, der meint, mich (in einer Session!) testen zu müssen, ist aber fraglich. Das würde wohl der Stolz verhindern. Ohne Absprache wäre das für mich ein triftiger Grund, alles sofort zu beenden.
      Sinn macht das Testen, wenn man mal ehrlich ist, ohnehin nicht. Denn nur, weil es beim Testen klappt, heisst das ja nicht, dass es beim echten Fall auch klappt! Es gaukelt also eine gar nicht vorhandene Sicherheit vor.

      Das ist etwas ganz anderes als z.B. einen Rauchmelder zu testen. Da es sich dabei "nur" um Technik handelt, wird das Ding mit großer Sicherheit auch im echten Notfall funktionieren. Bei Menschen ist das nicht so einfach...
      Trust me, I know what I'm doing!

      Fanti schrieb:

      .... klingt das ganze vielleicht schon viel realistischer.
      ich hab des scho bewusst weggelassen. "Bequemlichkeit" ist so ein laissez faire Begriff :yes:

      (Ja, musste googlen wie man des schreibt :D )

      Ich denke, "bequem" ist jetzt nicht so die Motivation für Subbie. Aber vielleicht, ja ist es im Moment nur konkrete Unlust oder irgendetwas anderes, auf jeden Fall fühlt es sich nicht richtig an und das kann man eben manchmal auch nicht im Moment für sich selber deuten :yes: Also, oich zumindest nicht :pardon:
      Seitdem ich perfekt bin, hält sich meine Arroganz in Grenzen!
      Ich finde schon, dass das Safewort missbräuchlich genutzt werden kann. Es ist jedoch schwer, dass als Dom zu definieren. Meiner Meinung nach, kann das eigentlich nur die/der Sub entscheiden, ob es angemessen war oder nicht, das Safewort zu benutzen.
      Ist es Bequemlichkeit oder Schutz der eigenen Psyche, wenn Sub etwas abbricht, was eigentlich innerhalb der Grenzen liegt, aber aufgrund der Tagesform nicht möglich ist? Es kann leider niemand genau nachfühlen, wie jemand anderes sich fühlt. Wenn der/die Dom dann vorher schon sagt "Wenn du das Safewort missbräuchlich benutzt ist Schluss." erzeugt das schon einen ziemlichen Druck und verhindert vielleicht, aus Angst, dass Sub in notwenidigen Momenten das Safewort benutzt.
      Ich glaube mir käme nie in den Sinn das Safeword missbräuchlich zu nutzen.
      Es ist klar das wenn ich es nutze es Schluss ist mit der jeweiligen Situation. Danach muss auch darüber geredet werden, was genau an der Situation so schlimm war. Denn nur so kann man es ändern und weiter kommen.
      Auch finde ich, dass es Sinn der Sache ist auszuhalten und abzuwägen - weitermachen oder aufhören.

      Meiner Meinung nach ist es missbräuchlich genutzt, wenn ich meinen Dom testen will. Warum zum Teufel sollte ich ihn testen wollen ober mein Safeword beachtet? Da fehlt doch schon irgendwo das Vertrauen oder ich bin einfach nur kindisch und will ihm damit sagen "ätsch ich bin doch Chef". Aber warum bin ich dann Sub, wenn ich doch die Kontrolle will?
      Auch beim Safeword muss das Vertrauen in beide Richtungen da sein.
      Was ist eigentlich wenn Sub das Safeword aufgrund von Selbstüberschätzung benutzt?
      Wäre das dann auch missbräuchlich?

      Hier wird immer vorausgesetzt, dass es eine klare Absprache bzgl. Grenzen etc. gibt. Ich finde das ja ziemlich gut, denn ich mag Absprachen grundsätzlich. Als Neuling sind mir aber vielleicht nicht alle Praktiken geläufig bzw. ich habe keine Erfahrung darin, weiß gar nicht wie es sich wirklich anfühlt. Meine Sorge ist, dass ich bei dem Festlegen meiner Grenzen eventuell etwas übersehe, vergesse, falsch einschätze oder mich selbst überschätze. Nicht alles was in meinem Kopfkino stattfindet muss sich in der Realität dann auch genauso anfühlen…. Dom würde sich also innerhalb festgelegter Grenzen bewegen.

      Gentledom schrieb:

      um einer Situation zu entkommen, die einen dauerhaften Schaden bei der Psyche, am Körper oder auch der Beziehung verursacht, sondern aus Bequemlichkeit heraus.
      Und genau aus diesem Grund kann ich die Argumentation von annimax nachvollziehen. Denn, ob ich in dem Moment dann wirklich immer richtig einschätzen kann, ob jetzt ein dauerhafter Schaden an meiner Psyche droht? Bin ich an dem Punkt nicht vielleicht schon übers Ziel hinausgeschossen?
      Dem dann "Bequemlichkeit" gegenüber zustellen....nun ja, weiß nicht. Zwischen akuter Sorge um meine Psyche und Bequemlichkeit ist kein luftleerer Raum...
      "Meine Meinung steht fest, irritiere mich jetzt bitte nicht mit Fakten!" :pardon:
      Ich zitiere mich mal selber :saint: :yes:

      Hera schrieb:

      Spricht solange das Safeword genutzt wird damit sub sich schützt, selbst wenn es in einem Moment der Überreaktion oder Unsicherheit genutzt wird, handelt es sich für mich noch immer um eine Nutzung im vereinbarten Rahmen.

      trytofly schrieb:

      Hier wird immer vorausgesetzt, dass es eine klare Absprache bzgl. Grenzen etc. gibt. Ich finde das ja ziemlich gut, denn ich mag Absprachen grundsätzlich. Als Neuling sind mir aber vielleicht nicht alle Praktiken geläufig bzw. ich habe keine Erfahrung darin, weiß gar nicht wie es sich wirklich anfühlt. Meine Sorge ist, dass ich bei dem Festlegen meiner Grenzen eventuell etwas übersehe, vergesse, falsch einschätze oder mich selbst überschätze. Nicht alles was in meinem Kopfkino stattfindet muss sich in der Realität dann auch genauso anfühlen…. Dom würde sich also innerhalb festgelegter Grenzen bewegen.
      Du siehst ich habe diese Momente durchaus mit in den "bestimmungsgemäßen" Gebrauch einbezogen.

      Ein och heute hätte ich aber lieber Bondage als Flogger einfach weil mir mehr danach ist und deshalb nutze ich das Safeword wäre dann für mein Empfinden eher missbräuchlich verwendet.

      Aber wann und wie auch immer das Safeword genutzt wird, ein Gespräch muss dem ohnehin folgen.

      "The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.“

      William Shakespeare
      mir käme es nie in den Sinn das Safeword zu nutzen, weil ich gerade keinen Bock auf das habe was Dom tut oder weil mir das zu unbequem ist.

      Bisher habe ich das Safeword noch nie gebraucht.....und wenn ich es aussprechen müssten dann weil es wirklich nicht mehr geht.

      Nur mal so aus einer Laune heraus...oder gar aus Frechheit.......das wäre für mich missbräuchlich.......
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.

      trytofly schrieb:

      Denn, ob ich in dem Moment dann wirklich immer richtig einschätzen kann, ob jetzt ein dauerhafter Schaden an meiner Psyche droht? Bin ich an dem Punkt nicht vielleicht schon übers Ziel hinausgeschossen?
      Dem dann "Bequemlichkeit" gegenüber zustellen....nun ja, weiß nicht. Zwischen akuter Sorge um meine Psyche und Bequemlichkeit ist kein luftleerer Raum...
      :gruebel:
      Wird das hier jetzt nicht etwas sehr dramatisch?
      Reden wir von volljährigen Personen, die im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte sind und sich bewusst auf diesen - ihren - Dom eingelassen haben?

      Also ich für meinen Teil weiß, was mit "Bequemlichkeit" gemeint ist - warum hängt man sich jetzt daran so auf?
      Dann nennen wir es doch anders?
      Wie wäre es mit: Sub hat keine Lust sich anzustrengen, sondern will bespaßt werden.
      Sub will ihre Bedürfnisse befriedigt haben, aber keine Gegenleistung erbringen, zumindest nicht die, die Dom gerade will.
      Auf Subs Wunschzettelchen steht: Heute kein Oralverkehr (kann durch x-beliebige Dinge ersetzt werden), weil mir zu anstrengend.

      Ansonsten kann ich nur sagen: Wir sind erwachsene Menschen und der Sprache mächtig. Fühle ich mich in einer Situation unwohl, kommt Angst auf oder kann ich mit der Situation gerade nicht umgehen, dann frage ich nach.
      Kommunikation als A und O. ;)

      Also ja, würde ich damit beginnen, das Safeword (wobei ich ohne spiele) einfach so zum Spaß zu verwenden, weil ich ja bereits befriedigt bin und mir doch egal, wie er zu seiner Befriedigung gelangt, dann wäre es eindeutig der falsche Dom für mich und ich selbst sollte dann darüber nachdenken, die Beziehung zu beenden.

      Gentledom schrieb:


      Für mich liegt eine missbräuchliche Nutzung des Safewords dann vor, wenn dieses nicht als Reißleine genutzt wird, um einer Situation zu entkommen, die einen dauerhaften Schaden bei der Psyche, am Körper oder auch der Beziehung verursacht, sondern aus Bequemlichkeit heraus.

      Bisher wurde mir gegenüber nur einmal das Safeword missbräuchlich genutzt, das war als es gesagt wurde und danach kam "ich wollte dir nur zeigen wer hier die Kontrolle hat", dieser Spruch war dann das Ende der Spielbeziehung. Hätte sie testen wollen, ob ich auf das Safeword reagiere und es abbreche, das wäre vollkommen OK gewesen, denn dann wäre es um ihre Sicherheit gegangen aber es zu nutzen um den anderen zu ärgern, das war für mich inakzeptabel. Ich bin froh und stolz, wenn ein Safeword gesagt werden würde, weil ich etwas übersehen habe, das würde mir sogar noch mehr Sicherheit geben, da ich sehen würde, dass Sub ihrer Eigenverantwortung gerecht wird.
      :gruebel: Sorry, aber ich habe Probleme dieser Diskussion zum Thema Bequemlichkeit zu folgen. Wenn ich mir den Text von Gentle komplett durchlese und dabei nicht jeden Satz oder sogar jedes Wort Einzel betrachte, erläutert er in seinem Beitrag seine Sichtweise sehr deutlich.
      Wenn ich den Unterschied zwischen "Absicht" und "Unwohlsein" im Spiel nicht ziehen kann, würde ich nicht spielen. Wir reden hier vom Safeword, meinem (nein, unserem) letzten Rettungsanker und nicht darüber, ob ich heute einen Clown gefrühstückt habe und daher etwas "witzig/aufmüpfig" während einer Session unterwegs bin.
      Mit der missbräuchlichen Verwendung des Safewords kann ich meinem gegenüber "schaden", daher sollte man sehr gut darüber nachdenken, wann man das Safeword benutzt.

      Fanti schrieb:

      Wir reden hier vom Safeword, meinem (nein, unserem) letzten Rettungsanker und nicht darüber, ob ich heute einen Clown gefrühstückt habe und daher etwas "witzig/aufmüpfig" während einer Session unterwegs bin.
      Und genau da ist doch das Problem dem Safeword wird der Sinn entzogen wenn es nicht wirklich als der letzte Rettungsanker genutzt wird. Vom Schaden mal ganz abgesehen.

      "The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.“

      William Shakespeare