Wie geht es euch in einem bestimmten Moment?

      Wie geht es euch in einem bestimmten Moment?

      Ich hatte letztens in unserer gemeinsam Zeit mit meiner Herrin sehr schöne Momente.
      Soweit so gut...

      Allerdings bei einer sehr schönen Handlung, hatte ich mich zu einer Handlung hinreißen lassen, was ich sonst nie gemacht hätte und im nächsten Moment "Scheiße, what I have done?" gedacht und mich Ohrfeigen können.

      Diese Handlung war eine sehr dankbare Handlung meinerseits und alles andere als schlecht, aber ich dachte halt, dass passiert mir nie.

      Hättet Ihr auch schon solche Momente, wie geht es euch in diesem Moment und danach?
      And I'm wondering why I still fight in this life. Cause I've lost all my faith in this damn bitter strife. It's so damn sad. (WT /Shot in the dark)

      PG_97 schrieb:

      Allerdings bei einer sehr schönen Handlung, hatte ich mich zu einer Handlung hinreißen lassen, was ich sonst nie gemacht hätte und im nächsten Moment "Scheiße, what I have done?" gedacht und mich Ohrfeigen können.

      Diese Handlung war eine sehr dankbare Handlung meinerseits und alles andere als schlecht, aber ich dachte halt, dass passiert mir nie
      So ganz verstehe ich nicht, was Du meinst, :gruebel: .
      Da kommen mir zuviele Handlungen drin vor, :pardon: .

      Meinst Du zB so etwas wie: Dom nimmt Sub nach einer Session in die Arme und Sub fängt plötzlich herzzerreißend an, zu schluchzen und zu heulen, so ganz tief aus dem Inneren heraus? Was Sub normalerweise nie machen würde und vorher auch nie gemmacht hat?

      Oder mehr in die Richtung, daß Sub plötzlich das Bedürfnis hat, Dom die Füsse zu küssen, einfach aus Ehrfurcht und Dankbarkeit?

      Es ist etwas schwer, Genaueres zu sagen, wenn man nicht etwas exakter die Handlungen an sich kennt und die Gefühle dabei und danach. Warum zB empfandest Du Reue danach? Würdest Du es wirklich nie wieder tun (das suggeriert mir Dein "mich Ohrfeigen können")?
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Anrworten kann ich dir zu deinen Ausführungen auch nicht. Die waren für mich etwas zu nebulös...
      Aber mal zum nachdenken: Wenn du aus der Situation etwas machst,was aus deinem inneren kommt und du deine Dankbarkeit zeigst.Was daran ist schlecht?
      BDSM hat keinen Fahrplan.Wenn dein Verhalten echt ist, ist es stimmig und real.
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !

      PG_97 schrieb:

      Diese Handlung war eine sehr dankbare Handlung meinerseits und alles andere als schlecht, aber ich dachte halt, dass passiert mir nie.
      Wenn wir alle unserem Verstand folgen, wird sich unser BDSM nie so entwickeln, wir wir uns das träumen.
      Wenn ich meine Entwicklung sehe und insbesondere die meiner Maja, liegen Welten zwischen Verstand und Gefühl.
      Wir machen Dinge, die einfach so passiert sind.
      Dinge die für uns vorher nicht vorstellbar sind.
      Dinge die wir jetzt lieben und die genau für uns sind.
      Nimm etwas deinen Kopf zurück und vertraue deinem Gefühl.
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !
      Ich denke mal ich drösel, das alles ein wenig auf.
      Ich gehöre zu den Personen, die positive Gefühle nicht mehr kennen und diese verloren haben. Stattdessen helfe ich andere Personen, damit Sie nicht abrutschen. Äußerlich kalt und hart. Gefühle zeigen? Bloß nicht, das reißt soviel wieder auf und führt zu noch mehr Verletztungen.

      Worauf ich eigentlich hinaus wollte, gibt es bei euch Momente wo Ihr aus dem inneren hinaus Handlungen durchführt, obwohl Ihr aus der eigentlichen Überzeugung es glaubt es nie zu tun?
      Wie denkt Ihr in dem Moment? Wie empfindet Ihr solche Momente?

      Für @Majasdom Beitrag danke ich schon mal vielmals!
      And I'm wondering why I still fight in this life. Cause I've lost all my faith in this damn bitter strife. It's so damn sad. (WT /Shot in the dark)
      Ja @PG_97, ich kenne solche Momente auch.
      Schon recht früh wurde mir vermittelt, dass ich selbst den Menschen, die mich lieben nicht unbedingt vertrauen oder auf sie bauen kann. Die Bestätigungen dieser Erkenntnis ziehen sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Hinzu kamen Phasen, in denen ich einfach unglaublich stark sein musste, weil Andere meine Schulter zum Anlehnen brauchten (und noch immer brauchen). Ich denke, aus Schutz hab ich eine Mauer um mich herum aufgebaut, möchte nicht wirklich jemanden hinter die Fassade blicken lassen und betrachte meine zwischenmenschlichen Beziehungen immer wieder aus einem gewissen Abstand und fast aus pragmatischer Sicht. Ganz selten schafft es jemand, dass ich mich öffne und ihn in mein Innerstes blicken lasse. Solche Momente sind meist verbunden mit einem furchtbaren Heulanfall meinerseits und kosten echt Kraft. Manchmal wirkt es befreiend auf mich, manchmal schäme ich mich aber auch im Nachhinein dafür oder bin der Meinung, dass mein Gegenüber es gar nicht verdient, dass ich mich ihm so verletzlich zeige. Dann würde ich es am liebsten wieder ungeschehen machen. Ist mir vor gar nicht allzu langer Zeit wieder passiert.
      Ich dachte immer...knien vor dem Herrn weil er es so will....nein niemals. Bis ich aus einem überwältigenden Gefühl heraus mich vor ihn gekniet habe. Dieses Gefühl der Dankbarkeit, der Liebe, der Geborgenheit, des " ja es ist richtig".....werde ich nie vergessen.
      In diesem Moment habe ich meinen Gefühlen freien Lauf gelassen und kann seitdem bei Sessions den Kopf besser ausschalten.
      Ein schlechtes Gewissen o. Ä. hatte ich nicht, eher Verwunderung über meine Reaktion.

      Siehe es doch mal so.....endlich ist da eine Person bei der Du dich fallen lassen kannst.

      Feuerpferd schrieb:

      Meinst Du zB so etwas wie: Dom nimmt Sub nach einer Session in die Arme und Sub fängt plötzlich herzzerreißend an, zu schluchzen und zu heulen, so ganz tief aus dem Inneren heraus? Was Sub normalerweise nie machen würde und vorher auch nie gemmacht hat?
      Oder mehr in die Richtung, daß Sub plötzlich das Bedürfnis hat, Dom die Füsse zu küssen, einfach aus Ehrfurcht und Dankbarkeit?
      Genau so, beides gleichzeitig, ging es mir in der vorletzten Session an einem Punkt im Aftercare und ich bin gerade sehr froh, dass es offenbar auch anderen so gehen kann. Das überwältigende Gefühl hat mich in dem Moment ziemlich mitgespült. Es war, als ob er eine meiner inneren Barrieren geöffnet hätte und dadurch Druck abgebaut wurde und Frieden eingezogen wäre.

      Peinlich war es mir eigentlich nicht, aber ER war ziemlich verwirrt und etwas hilflos.
      -Es gibt nix, wo mehr Erotik ausstrahlt, wie wenn man mit Worten und Sprache gut umgehen tut. -

      Siofna schrieb:

      Peinlich war es mir eigentlich nicht, aber ER war ziemlich verwirrt und etwas hilflos.
      Mein Herr versucht, genau diesen Zustand bei mir zu erreichen, denn dann weiß er, daß ich völlig loslassen konnte und nur noch ich bin.
      Ich zeige ihm dann meinen ganzen inneren Schmerz, meine Verletztheit, mein Vertrauen zu ihm und er nimmt mich dann in seine Arme und läßt mich weinen.
      Das ist wunderschön und voll tiefer, inniger Gefühle.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Ich sage Mal so, irgendwann hat man genug und verschließt sich.
      Vor allem, wenn man mehrere Jahre tagtäglich Sachen ausgesetzt sind, die Gift für einen sind, es aber keinen besseren Weg gibt.
      Solange man aber einen Anker hat, einen festen Punkt der einen hilft es durchzustehen, sei es der Glaube, die Musik etc. kann man es überstehen.

      Für mich ist jetzt wohl eine Lernzeit angebrochen. Wieder zu Lernen gutes anzunehmen und nicht nur zu geben. Was bleibt sind die Narben und die Erinnerung und ein zerbrochenes inneres.
      And I'm wondering why I still fight in this life. Cause I've lost all my faith in this damn bitter strife. It's so damn sad. (WT /Shot in the dark)
      Ich dachte Mal ich krame diesen Thread Mal wieder aus und schildere mal ein paar Erlebnisse.

      Vorgestern/gestern lief es weitaus besser. Ich konnte es diesmal geschehen lassen, obwohl mein Kopf es wieder versuchte mir diese Handlung schlecht zu machen. Auch am nächsten Tag bzw. heute bin ich der Meinung es war Richtig so und es tut wahrlich gut.
      And I'm wondering why I still fight in this life. Cause I've lost all my faith in this damn bitter strife. It's so damn sad. (WT /Shot in the dark)
      Ich kann mich gut in dich hineinversetzen. Der Kopf/ das Gehirn ist manchmal echt das schlimmste Organ, weil dass, was wir fühlen nicht mit dem, was der Kopf uns sagt in Einklang zu bringen ist. Dass ist oftmals der schwerste Lernprozess im Leben.
      Denn wie kann etwas, dass man in dem Moment so fühlt, falsch sein??
      Wenn man es umdreht und dein Kopf es sagen würde, du es aber nicht fühlst, wäre das richtig?? Ich sage Nein!!!

      Beobachte mal Kinder
      , denn Kinder lachen, weinen, spielen usw weil sie eben FÜHLEN und handeln und nicht immer nur denken.

      In diesem Sinne geniesse es einfach
      LG