Namen in Sessions

      Namen in Sessions

      Liebe alle,

      Mir brennen da noch 1, 2 Fragen unter den Nägeln. Na gut, es sind viele, aber ich will ja nicht zu lästig sein :saint:

      Verwendet ihr alle Namen in den Sessions (Sklavin, Herr etc.)? Findet ihr das notwendig? Ist es wichtig, weil man dadurch noch mehr in (s)eine Rolle schlüpft? Oder ist es "egal", weil man ja keine andere Person ist, keine Rolle spielt, sondern weil man sich selbst zeigt, so wie man (eigentlich) ist...? Ich hoffe ihr könnt meinen Gedankengängen folgen :)
      Ich bin Österreicherin und wir reden ja nicht nach der Schrift.. beim Schreiben fällt mir das "Ja, Meister" leicht, aber beim Reden ist das eine Überwindung, es kommt mir dann so gespielt vor, dass es für mich etwas ins Lächerliche geht... Also nicht, dass ich dabei ihm gegenüber an Respekt verliere, geschweige denn seinen Strafen gegenüber, die dann folgen..
      Aber es wird für mich auch von Mal zu Mal nicht normaler..

      Liebe Grüße
      Lilly
      Ich finde es für mich nicht notwendig. Sie benutzt zB "mein Herr" jeden Tag bei Telefonaten oder von Angesicht zu Angesicht. Das ist nicht verlangt oder aufgesetzt.
      Es war einfach da.
      In Sessionen verwendet sie die Anrede auch.
      Wenn das für dich aufgesetzt ist, rede mit ihm darüber! Wenn es dir unangenehm ist, findet sich bestimmt eine Lösung!
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !

      Lilly89 schrieb:

      Verwendet ihr alle Namen in den Sessions (Sklavin, Herr etc.)?
      Früher immer (da habe ich meinen Herrn stets geeuchzt), jetzt ab und an, wenn wir es so fühlen und es richtig finden.

      Lilly89 schrieb:

      Findet ihr das notwendig?
      Für jeden? Nein.
      Wir in bestimmten Gefühlslagen: Ja.

      Lilly89 schrieb:

      Ist es wichtig, weil man dadurch noch mehr in (s)eine Rolle schlüpft?
      Bei uns: Nein.
      Das hat bei uns nichts mit "in eine Rolle schlüpfen" zu tun.
      Es macht das Machtgefälle aber bewusster und klarer, wenn wir es machen.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Hallo Lilly,

      wir verwenden keine besonderen Namen. Mir kommt ein „ja, Meister...“ oder ähnliches nicht über die Lippen, weil es nicht zu uns passt. Wenn wir im Alltag miteinander kommunizieren nenne ich ihn oft Monsieur. Das mache ich auch in Sessions. Allerdings hatte ich auch schon Spielpartner die wert auf bestimmte Anrede gelegt haben. Bei denen hab ich es versucht, aber es fühlte sich einfach falsch an, einfach nicht authentisch. Auch ohne spezielle Anrede ist für mich klar wer das sagen hat.
      Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen. Astrid Lindgren
      Ein Beispiel aus der letzten Session, dass Bezeichnungen ein Signal sind, auf welcher Ebene man sich gerade befindet. Ich muss dazu sagen, dass wir eine Freundschaft Plus pflegen und immer mal wieder auf verschiedenen Ebenen kommunizieren, da sind solche Worte hilfreich einzuordnen, wo man selbst oder der andere gerade ist. (Wenn man nachvollziehen kann, was ich meine. :bahnhof: )

      Jedenfalls hat er das erste mal meinen Hintern mit Gerte und Rohrstock bearbeitet.
      Zwischendrin hat er mich leise mit seiner normalen Stimme gefragt, ob alles OK sei. Damit hat er praktisch das Spiel kurz unterbrochen. Wir spielen ohne Safeword und ohne Ampel. Er ist auf eine andere Ebene gegangen, um zu sehen, ob es mir gut geht. Ich habe "Ja" gesagt. Und damit ging das Spiel weiter. Denn jetzt kam eindeutig der Dom, der fragte: "Wie heißt das, Sklavin?!?!?!" und dann kam von mir das gewünschte "Ja, Herr".
      -Es gibt nix, wo mehr Erotik ausstrahlt, wie wenn man mit Worten und Sprache gut umgehen tut. -
      Ich hatte schon 'Master' und 'Sir'. 'Sir' war in der Konstellation für beide richtig, kam mir auch leicht über die Lippen. Mit 'Master' konnte und kann ich mich anfreunden.
      In der jetzigen Beziehung sage und schreibe ich 'mein HERR', weil es für mich genauso richtig ist.
      Ich werde mit 'meine Sub' angesprochen.

      Letztlich sollte man auf sein Gefühl achten, bei welcher Anrede fühlt es sich gut und richtig an.
      Ist noch gar nicht so lange her, da habe ich eine ähnliche Frage gestellt. Befand mich mental quasi in der gleichen Situation wie du liebe @Lilly89.
      Ich fand das mit der Anrede anfänglich einfach zu sperrig und aufgesetzt (zumal wir uns schon wirklich lange kennen und auch einige Jahre verheiratet sind. Meinen Mann dann plötzlich zu siezen ging mir nicht gut in den Kopf, geschweige denn über die Lippen.). Allerdings besteht mein Ehedom seit einiger Zeit, während unserer Sessions, auf die Anrede mein Herr. Und was soll ich sagen?! Irgendwie wächst man da hinein. Mittlerweile denke ich gar nicht mehr darüber nach und es fühlt sich einfach nur richtig und gut an. :love: :knien:
      Meine vorherige Spielbeziehung wollte mit "Herr" angesprochen werden. Da hat es auch gepasst und kam mir nicht aufgesetzt vor.

      Meinen jetzigen Partner spreche ich ganz normal mit Vornamen und du an. Hier würde es mir komisch vorkommen, wenn ich ihn anders ansprechen soll. Es tut seiner Dominanz keinen Abbruch. Ich weis immer wann "gespielt" wird und wann wir im Alltagsmodus sind. Aber was nicht ist kann ja noch werden. Wir folgen einfach unseren Instinkten ...

      Lilly89 schrieb:


      Verwendet ihr alle Namen in den Sessions (Sklavin, Herr etc.)? Findet ihr das notwendig? Ist es wichtig, weil man dadurch noch mehr in (s)eine Rolle schlüpft? Oder ist es "egal", weil man ja keine andere Person ist, keine Rolle spielt, sondern weil man sich selbst zeigt, so wie man (eigentlich) ist...?
      Wenn ich für mich spreche: bisher nein (wobei ich jetzt gar nicht mehr so sicher bei den Vorgängerinnen meiner Liebsten bin), notwendig (im Sinne von sonst fehlt was Entscheidendes) nein, nicht unbedingt (kann aber schon helfen, in den entsprechenden Space zu kommen).

      Zum letzten Punkt aber: durch Namen bzw. Anreden/Titel wird man nicht zu jemand gänzlich anderem, vor allem können die tollsten Titel nicht überdecken, wenn man die innere Haltung nicht hat, die dazu gehört.

      Aber Rolle... natürlich bin ich beim Spielen mit meiner Liebsten in einer "Rolle", wenn man es so nennen mag. Das liegt bei uns aber wohl auch daran, dass wir Alltag und Spielen recht sauber trennen (was Vor- und Nachteile hat). Ich bin auch nicht "eigentlich so" wie in dieser Rolle, denn das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass ich mich täglich die meiste Zeit verstellen muss, was nicht der Fall ist. Es kommt eben auf die Situation (und das Gegenüber) an, WIE man(n) sich verhält.

      Zu einem Titel kann ich mir einen Kommentar nicht verkneifen: "Mein Meister"... das unweigerlich auftretende Bild von Barbara Eden wäre in meinem (!) Kopf verheerend :D . Auch sonst ist die Liste der Ansprachen, die ich nicht seltsam finde, eher kurz... Siezen zudem.

      Mein Fazit: es muss sich für beide richtig anfühlen, ist kein Muss aber eine reizvolle Sache.
      Trust me, I know what I'm doing!

      DerekReign schrieb:

      Aber Rolle... natürlich bin ich beim Spielen mit meiner Liebsten in einer "Rolle", wenn man es so nennen mag. Das liegt bei uns aber wohl auch daran, dass wir Alltag und Spielen recht sauber trennen (was Vor- und Nachteile hat). Ich bin auch nicht "eigentlich so" wie in dieser Rolle, denn das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass ich mich täglich die meiste Zeit verstellen muss, was nicht der Fall ist.
      @DerekReign hab mir beim EP schwer getan genau zu formulieren, was ich meine.
      Man schlüpft schon in eine Rolle, aber so wie man sich da verhält, was man da fühlt, das ist ein Teil von mir. Das bin ich auch. ..

      Lilly89 schrieb:

      Man schlüpft schon in eine Rolle, aber so wie man sich da verhält, was man da fühlt, das ist ein Teil von mir. Das bin ich auch. ..
      Ich hatte das nicht als Kritik daran gemeint, was Du geschrieben hast. Ich wollte das nur aus meiner Sicht dar- bzw. klarstellen. Wie sich zeigt, sind wir da ohnehin einer Meinung.
      Trust me, I know what I'm doing!
      ich hatte mal einen Kunden, der mit „Königliche Hoheit“ anzusprechen war. Im Ernst und ganz offiziell. Als ich das erste Mal eines seiner Pferde verarzten sollte, war ich mir auch nicht sicher, ob ich das ohne Lachflash hinbekomme. Ich habe mir dann überlegt, daß es ja eigentlich auch nichts viel anderes ist, als ob ich ihn mit „Herr Meier“ oder „Herr Schulze“ anspreche, und schon ging es ohne Lachen. Das hat mir auch am Anfang tatsächlich geholfen, meinen Dom ohne „komische“ Hintergedanken mit „mein Herr“ zu titulieren. Später war es dann auch gefühlt selbstverständlich für mich.
      Wir brauchen dringend einige Verrückte. Guckt Euch an, wo uns die Normalen hingebracht haben! (G.B. Shaw)
      Wir haben da gar nie darüber gesprochen bzw. er hat von mir nie eine bestimmte Anrede gefordert. In einer Session spreche ich ihn immer mit "mein Herr" an, das hat sich von Anfang an so ergeben. Ich brauche diese Anrede nicht, um das Machtgefälle zu betonen, es fühlt sich für mich einfach richtig an. Auch wenn wir telefonieren oder schreiben, verwende ich ab und zu diese Anrede. Bei "normalen" Gesprächen oder Diskussionen nenne ich ihn bei seinem Namen.
      Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt. Franz Kafka
      Ich persönlich finde Siezen (im Moment auf jeden Fall) seltsam. Kam in dem zitierten Satz irgendwie nicht richtig rum. Während für mich die Ansprache reizvoll sein kann, empfinde ich Siezen nur als unnötige Distanzierung. Und wenn ich eines beim Spielen nicht will, dann ist es Distanz (also emotional, zum Ausholen brauche ich die schon auch :D ).

      Jede Jeck ess halt anders...

      Weiß jemand, ob es mal so eine Umfrage zu den gebrauchten Ansprachen gab oder falls es die noch nicht gab, startet er/sie eine? (Mit "Namen" habe ich irgendwie Schwierigkeiten in dem Kontext, vielleicht, weil im Englischen "call(ing) someone names" beschimpfen heisst).
      Trust me, I know what I'm doing!