Ehe und Bdsm

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      Ehe und Bdsm

      Eine Frage die mich wirklich schon lange interessiert, die jetzt auch hier im Forum noch mal aufkam.
      Wie sieht es eigentlich aus, wenn man verheiratet ist und dem anderen gehört?
      Der eine oder andere von euch, hat sich hier im Forum ja schon geäusser bezügl.
      der Bdsm-Beziehung, dass er/sie bitten kann aus der ;Beziehung entlassen zu werden.

      So weit so gut.
      Was ist denn dann mit den Eheversprechen, dass ja bis zum Ende aller Tage gilt?
      ( Das man sich theoretisch scheiden lassen kann ist mir klar)

      Würdet ihr euchcdaran dann noch gebunden fühlen?
      Was würde dann beendet, "nur die Bdsm-Ebene"?
      Oder vielleicht sogar nur ein Teil davon?
      Was ist mit dem Eheversprechen?
      Hat das Eheversprechen und das Versprechen als Sklave/Sklavin unterschiedliche Bedeutung?
      Wiegt das eine mehr als das andere?
      Habt ihr das überhaupt diskutiert?

      Ich bin auf Antworten gespannt.
      Für mich mich besteht dazwischen ein großer Unterschied.
      Ich verstehe mich als Masters Eigentum, als sein Sklave. Ihm bin ich untergeben mit allem, was ich bin. Genauso, wie es auch mein "Eid" (ich weiß nicht genau, wie ich es nennen soll) besagt.
      Das Eheversprechen ist für mich ein Ausdruck gegenseitiger romantischer Liebe. Da das auf uns nicht zutrifft (und wir noch sehr jung sind), sind wir nicht verheiratet und naja... seinen Sklaven heiratet man nicht. Jedenfalls nicht, wenn man ihn nicht so liebt, wie er einen.
      Dieser Eid ist bei uns einseitig, was auch die Asymmetrie dieser Beziehung widerspiegelt. Ganz anders sieht es beim Eheversprechen aus, bei dem man sich gegenseitig etwas verspricht. Irgendwie hat es auch etwas von Gleichstellung und Augenhöhe.
      Trotzdem sind sie von der Gewichtung für mich gleichwertig, denke ich.
      Wenn überhaupt wäre es für mich einfach nur die Bestätigung der romantischen Liebe, zusätzlich zu meinem Eid als Sklaven. Dieser würde davon allerdings in keinster Weise beeinflusst werden.
      In meiner Ehe hat zum Ende hin Bdsm eine Rolle gespielt. Mein Mann hat mich damals aus der Beziehung entlassen, ihm war es wichtig einen kompletten Schlussstrich zu ziehen und eben auch die Scheidung einzureichen. Ob ich den Schritt gegangen wäre? Keine Ahnung.

      Mit meinem Herrn bin ich nicht verheiratet.
      Es liegen aber allen Entscheidungen bei ihm.
      Damit kann auch nur er die Entscheidung treffen ob wir heiraten oder nicht.
      Naja, also die Sache mit dem "bis dass der Tod euch scheidet" ist ja nur bei einer kirchlichen Hochzeit. Also zumindest bei den katholischen....

      Eine "normale" Ehe, die vor dem Standesamt geschlossen wird, ist ja nichts anderes als ein Vertrag, bei dem der Gesetzgeber ja schon ganz klar die Regelungen aufgestellt hat, wie man den Vertrag auch wieder lösen kann.


      Bei uns war es so, dass wir zunächst in einer mittelalterlichen / keltischen Handfasting-Zeremonie getraut wurden. Das hat so ungefähr den gleichen gesetzlichen Stellenwert, wie eine kirchliche Trauung. Nämlich gar keinen.

      Ein Jahr und einen Tag später sind wir dann zum Standesamt gegangen. Eigentlich wollten wir das gar nicht, aber in dem einen Jahr haben wir dann besprochen, dass es ja doch doof wäre, auf den steuerlichen Vorteil und den Familienzuschlag, den ich bekomme (öffentlicher Dienst) zu verzichten. Also gingen wir zum Standesamt und haben unterschrieben. Die eigentlichen, für uns wichtige Hochzeit, war aber das Versorechen ein Jahr zuvor. (Und das ging tatsächlich nicht "bis dass der Tod uns scheidet" sondern "solange die Liebe uns zusammenhält")


      Zum BDSM sind wir dann im Verlauf unserer Ehe gekommen. Über einige Umwege, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden....


      Ein wirkliches BDSM-Partnerschaftsversprechen, einen Sklavenvertrag oder was auch immer haben wir nicht. Unser Zusammenleben hat sich im Verlauf der Jahre verändert und entwickelt, unser BDSM ist so gewachsen, wie es jetzt ist. BDSM ist mittlerweile untrennbar mit unserer Ehe verbunden. Unsere Ehe ohne BDSM wird nicht mehr stattfinden.
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -
      Das ist eine sehr interessante Frage, die ich allerdings nur theoretisch beantworten kann ;) Denn bis jetzt habe ich noch keinem Mann das Ja-Wort gegeben, eben weil ich bisher noch bei keinem das Gefühl hatte, aufrichtig sagen zu können, "bis dass der Tod uns scheidet" :engel: Auf der anderen Seite bedeutet das aber nicht, dass ich die Männer, die mich auf meinem Lebensweg begleitet haben, nicht aus vollem Herzen :love: geliebt habe. Es hat eben immer noch dieses kleine "Etwas" gefehlt. (Wobei Außenstehende ganz anders darüber urteilen, sie behaupten, ich hätte schlicht und ergreifend Schiss zu heiraten :D )

      Aber wie dem auch sei, da mein BDSM sexlastig ist und ich absolut monogam bin und das auch von einem Patner erwarte - also das Monogam-Sein - wäre für mich die ganze Beziehung beendet, wenn unser BDSM beendet wäre. (Außer natürlich es hätte gesundheitliche Gründe etc. das stünde dann auf einem ganz anderen Blatt). Denn ich würde es mit keinem anderen Mann ausleben wollen, könnte auch nicht zusehen, wenn "mein Mann" es mit einer anderen Frau oder einem anderen Mann auslebt und würde auch nicht ohne BDSM-Anteil in meiner Beziehung leben wollen. Wäre ich verheiratet, würde das dann auch das Ende meiner Ehe bedeuten - vermute ich jedenfalls, muss ich jetzt sagen :pardon:
      Es gibt zwei Tragödien im Leben eines Menschen: Wünsche, die sich nicht erfüllen ... und Wünsche, die sich erfüllen!
      (frei nach Oscar Wilde)
      Vielleicht bin ich einfach nur zu "normal", was das angeht... aber mir fehlt schlicht die Vorstellungskraft, wie aus einer Ehe mit BDSM ein wie auch immer geartetes Zusammenleben mit nur BDSM werden könnte. Folgendes daher bitte nicht als Kritik welcher Art auch immer ansehen, ich kapier es nur einfach nicht und möchte es verstehen.

      BDSM hat unter anderem mit einem großen Vertrauen in den Partner zu tun und kann meiner Ansicht nach nur dann überhaupt funktionieren. Ob man unabhängig davon heiratet oder nicht ist eine ganz andere Sache. Überflüssig zu sagen, dass es bei uns beiden auch völlig unabhängig davon getan wurde bzw. aus Gründen, die nichts mit BDSM zu tun haben.

      Wird jedoch eine geschlossene Ehe ausgehend von einem (erst recht beiden) beendet, dann ist wohl dieses Vertrauen nicht mehr vorhanden. Jedenfalls fehlt mir schlicht die Vorstellungskraft, warum sonst man eine Ehe beenden wollte. Wie soll es dann mit BDSM weitergehen können?

      Anderer Fall: die Ehe soll weiterbestehen, das BDSM soll aber beendet werden. Das kann theoretisch funktionieren, aber wohl nur, wenn beide damit einverstanden sind. Ansonsten, also wenn nur einer der beiden das nicht mehr leben möchte, der andere aber schon, fehlt mir wieder die Vorstellungskraft, wie das weitergehen könnte. Das ist im Grunde analog zum Fall, wo in einer Ehe nur einer BDSM für sich entdeckt, es dann aber nicht ausleben kann, weil der Gegenpart nicht mitzieht. Das wird nach meiner Erfahrung in den meisten Fällen (es gibt Ausnahmen, wo man sich anders arrangiert) scheitern, d.h. die Ehe daran. Ähnlich wäre es wohl, wenn einer in einer BDSM-Beziehung irgendwann mit seiner Rolle nicht mehr zufrieden, die neue aber mit dem Partner nicht mehr kompatibel ist.

      Schlussbemerkung: machen wir uns nichts vor, auch wenn man sich formal in Ehe und/oder dauerhafter BDSM-Beziehung etwas "für die Ewigkeit/bis der Tod euch scheidet" verspricht, Menschen und Situationen ändern sich und niemand kann absehen, was die Zukunft bringt! Und Veränderung erfordert letztlich IMMER ein Neuaushandeln der Beziehung, und zwar egal ob Ehe oder BDSM. Unter Eheversprechen (das für mich insofern gleichgestellt ist mit der entsprechenden Vereinbarung bezüglich BDSM) verstehe ich daher nicht, es bis zum bitteren Ende "durchzuhalten", egal wie schmerzhaft das dann sein kann. Sondern, es so ernsthaft wie möglich zu versuchen, Probleme zu lösen und nicht vorschnell aufzugeben. Wenn es aber nicht geht, dann geht es nicht, Versprechen hin oder her. Was nicht passt und nicht passend gemacht werden kann, passt nicht!
      Trust me, I know what I'm doing!
      Unsere Eheschließung hatte recht wenig mit romantischem, Ja ' sagen zu tun.
      Es waren vorher 14 Jahre einfach notwendig, um sich zu prüfen, kennen zu lernen, miteinander zu bestehen und jeden Tag zueinander, ja ich will' zu sagen.

      Mit den annehmen seines Namens bin ich sein. Es ist nicht vorgesehen, ausser Todesfall, diese Bindung zu lösen.

      Es kommt auch jetzt nach 25 Jahren darauf an, jeden Tag, ja' zu fühlen.

      Mit Einzug unseres BDSM hat sich darin nichts verändert, nur noch mal endlos vertieft.

      Fazit: Ehe und unser BDSM gehen Hand in Hand. Wird die Ehe doch, aus welchen Gründen auch immer beendet, was wie gesagt nicht vorgesehen ist, endet auch unser BDSM.
      Wir heirateten damals auch aus finanziellen Gründen, nicht aus romantischen und wir wünschten uns lediglich eine standesamtliche Trauung. Da waren wir bereits 16 Jahre zusammen.
      Sexuell passte es nie sonderlich gut zwischen uns. Woran das liegt, erschloss sich uns erst vor ein paar Jahren als wir unsere Ehe öffneten (da auf beiden Seiten Frust herrschte) und endlich nach so vielen Jahren über wirklich alles redeten und jeder seine Vorstellungen und Wünsche offen legte. Seitdem weiß er erst von meiner Neigung, mit der er wiederum nichts anfangen kann. In den vielen Gesprächen, die wir während dieser Zeit hatten, fiel auch hin und wieder das Wort "Trennung" - es war eine sehr schwierige Zeit. Dennoch hielten und halten wir aneinander fest. Wir harmonieren in allem Übrigen recht gut, haben gemeinsame Interessen, ein wunderbares Umfeld und nicht zu vergessen: eine Tochter, die wir über alles lieben.
      Auch wenn es nur ein standesamtlicher Vertrag ist, empfinde ich es dennoch als Versprechen. Mein Mann gehört zu meiner Familie und ich zu seiner, wir beide sind verantwortlich für unsere Tochter. Zudem erkrankte er und hat es seither nicht wirklich leicht im Alltag. So lange er mich an seiner Seite haben möchte, so lange werde ich bei ihm bleiben. Diese Verantwortung übernahm ich mMn im Moment der Trauung. Was ich nicht tun würde wäre zu klammern oder auf ein Zusammenleben bestehen, wenn es ihn unglücklich machen oder wenn er sein Leben lieber mit einer anderen Frau teilen würde.
      So lange es uns gut geht dabei, bleiben wir zusammen. Aber jeder hat die Freiheit, sich auch mit jemand anderem zu treffen und mit ihm Zeit zu verbringen. An oberster Stelle steht jedoch unsere Familie.

      Und wer weiß, was noch kommt? Knoten knüpfen begeistert ihn jedenfalls sehr :rot:
      Beide Verbindungen sind für mich Zeichen von Zugehörigkeit - nur auf verschiedenen Ebenen. Die Ehe hat für mich eine offizielle Funktion. Besitz zu sein ist eher inoffiziell, dafür ist es das, was unter die Haut, also emotional tiefer geht :love: .

      Ich lernte meinen Mann ja sehr jung kennen. Im Laufe der Zeit wünschte er sich ein erstes Kind von mir, aber mir war die Verantwortung im damaligen Alter noch zu groß. Einige Jahre später war ich dann soweit.
      Kinder und Familie haben für mich ganz traditionell mit der Ehe zu tun - ich bin in dieser Hinsicht komplett konservativ und altmodisch :D . Also heirateten wir und kurze Zeit später war Kind Nr. 1 unterwegs ^^ .

      BDSM war die eigentliche Grundlage, die mich Zugehörigkeit empfinden ließ und lässt; die Ehe war eben nur die formale Rahmung.

      Eine Trennung oder Entlassung ist nicht vorgesehen. Würde dies seinerseits entgegen aller Wahrscheinlichkeit doch einmal eintreten, würde ich mich an mein Eheversprechen selbstverständlich auch nicht mehr gebunden fühlen.
      „Die Grenzen der Seele wirst du nicht finden, auch wenn du alle Wege durchwanderst.
      So tiefen Grund hat sie.“

      Heraklit
      Wir waren schon verheiratet bevor wir unsere Neigung entdeckten. Meine tiefe emotionale Verbundenheit haben wir mit unserer Ehe offiziell gemacht, da haben wir noch nicht mal ansatzweise an Bdsm gedacht.

      Seinen Namen zu tragen, für einander und miteinander verantwortlich zu sein, das ist das Gut welches ich wie meinen Augapfel hüte, daran stets arbeite und nicht einfach achtlos wegwerfen würde. Wir sind auch schon durch sehr stürmische See gesegelt und wir haben auch böse gestritten, aber haben auch die Sonnenseiten zusammen genossen. Wir lachen und weinen zusammen, wir gehen füreinander durchs Feuer. Wir tun was getan werden muss, wir arbeiten hart dafür - für uns, an uns.

      Allerdings bin ich auch nicht seine Sklavin, ich bin in erster Linie seine Frau und Mutter seines Kindes, dann erst Geliebte, Sub, Hure, was auch immer. Ich gehöre ihm nicht, ich schenke mich ihm. Das macht für mich tatsächlich einen Unterschied. BDSM macht unsere Beziehung lebendiger, gibt ihr zusätzliche tiefe auf einer anderen Ebene.

      Bei uns steht an erster Stelle unsere Ehe, auch wenn wir "nur" standesamtlich geheiratet haben, haben wir das ausschließlich aus Liebe füreinander getan. Nicht aus anderen Gründen, z. B. finanzieller Art.

      Deshalb hat bei mir unsere Ehe einen höheren Stellenwert als unsere D/s Beziehung, was nicht bedeuten soll, dass es nur ein Spiel ist.

      Ich würde es für mich lieber so sagen: Ich habe ihm ein Versprechen als Mensch gegeben und um das zu halten tue ich alles in meiner Macht stehende.

      Maru1982 schrieb:

      Ich würde es für mich lieber so sagen: Ich habe ihm ein Versprechen als Mensch gegeben und um das zu halten tue ich alles in meiner Macht stehende.
      das hast du schön gesagt :)
      Wir kannten unsere Neigungen schon vor der Hochzeit, das Standesamt war eher Nebensache, die freie Trauung ohne Kirche war uns da wichtiger.
      Und ja, ich wollte seinen Namen haben. Ich wollte sagen: mein Mann. Wobei - das hab ich eigentlich schon recht kurz nach unserem Kennenlernen getan...
      "Frauen haben auch ihr Gutes"
      Ehe und BDSM
      hmmmmmmm
      Ich bin vorher schon verheiratet gewesen bevor Mirjam und ich heirateten vor 10 Jahren. Wir haben bewusst diesen Schritt gewählt. Für uns ist es eine andere Qualität der Beziehung, eine Ehe zu führen. Mir bedeutet unsere Ehe sehr viel.
      In einer Ehe wird man eins und so fühle ich es auch, wir sind eins, BDSM verstärkt das.
      Das Eheversprechen hält nur solange wie beide Partner es wollen. Wenn einer nicht mehr will geht es nicht mehr. Da helfen auch keine Vorsätze und gute auch nicht.
      Ob unsere Ehe heute ohne BDSM funktionieren würde, kann ich nicht sagen, ich weiss es einfach schlichtweg nicht.
      Was mir auffällt ist, genau das was du schreibst zaya, BDSM Beziehungen die TPE oder CIS oder ähnliches leben stehen häufig im negativen Fokus.
      Ich kann beide Seiten verstehen, die der kritischen und die Seite, die das glücklich lebt. Allerdings sind die kritischen oft grenzüberschreitend und respektieren das Leben der betroffenen nicht.
      Eine Ehe zu führen und sie als bis der Tod sich scheidet zu leben ist ein wundervoller Vorsatz der sich nicht unterscheidet von einer CIS Beziehung, die auf Lebenszeit geschlossen wird.
      Wie man seine Beziehung führt ob nun auf Augenhöhe oder mit einem Machtgefälle ist eine Angelegenheit zwischen den beteiligten Personen.
      Diejenigen die andere Gefühle haben und der Ansicht sind das sie nicht heiraten können und eine andere Position einnehmen haben für sich auch recht.
      Ich habe es bereits aus verschiedenen Situationen heraus erlebt.
      Mein erster Ehepartner war auch gleichzeitig mein erster BDSM-Partner und BDSM war bereits vor der Ehe Bestandteil der Beziehung. Mit der Eheschließung bekam es aber noch mal eine andere Dimension und wurde so allumfassend, dass ich damals (ich war 19, als wir heirateten) damit nicht klar kam. Da das BDSM nicht mehr einvernehmlich lief und er uns auch nicht die Möglichkeit einer einvernehmlichen Trennung gab, hatte ich irgendwann nur noch die Möglichkeit abzuhauen. Hier war dann weder BDSM noch Ehe möglich.

      In meiner jetzigen Ehe wusste ich von meiner Neigung, habe sie aber lange Zeit recht gut versteckt. Mein Mann hat erst durch mich zum BDSM gefunden, in einer gefestigten und vertrauensvollen Beziehung.
      Aus meiner jetzigen Sicht heraus kann ich sagen: Ich kann mir vorstellen, mit meinem jetzigen Mann eine Ehe ohne BDSM zu führen (auch wenn ich da sehr viel vermissen würde und man nach Kompromissen suchen müsste) ... ich hoffe aber der Fall tritt nie ein. BDSM trotz einer gescheiterten Ehe mit dem Partner weiterzuleben, ist für mich hingegen undenkbar. Eben weil es ja Gründe gab, die zum Scheitern führten und oftmals sind es ja gerade so wichtige Dinge wie Vertrauen, die dann nicht mehr da sind.
      Ich hoffe, ich konnte irgendwie ausdrücken, was ich meine...
      "This world is just illusion..."
      Mein Mann und ich haben uns kennengelernt, als wir beide 21 waren. Geheiratet haben wir mit Anfang dreißig, sind also praktisch zusammen erwachsen geworden.
      Und die Hochzeit hatte eigentlich eine Vielzahl an Beweggründen ^^ Wir waren uns absolut sicher, dass wir zusammen passen und zusammen gehören, vor allem, weil wir schon ziemlich schwierige Zeiten miteinander ausgestanden haben. Außerdem war der Wunsch nach Kindern da, und dafür erschien uns die Ehe als passendste Form des Zusammenlebens. Dann kamen natürlich auch einige praktische Überlegungen dazu, z.B. wegen der Steuer, und dass ich als Beamtin den Familienzuschlag bekomme.
      BDSM hat zu diesem Zeitpunkt noch absolut keine Rolle gespielt.

      Geheiratet haben wir nach dem Standesamt auch noch kirchlich, und ich habe das als Christenmenschlein aus voller Überzeugung getan. Nach wie vor fühle ich mich in einer schwer erklärbaren Weise tief und ernsthaft an dieses kirchliche Eheversprechen gebunden, dieser Gedankte trägt mich durch harte Tage und gibt mir viel Kraft und Zuversicht.

      Als wir dann die Kinder hatten, war unsere Ehe plötzlich mehr eine nette Wohngemeinschaft, in der wir einander auf eine gemütliche Weise zwar sehr liebten, aber es fehlte irgendwie die ganz besondere Verbundheit und Nähe. Ich habe mir ja ein Herz gefasst und meinem Mann diese geheime Sehnsucht gestanden.
      Und wieder hat es mit diesem einen Mann gepasst, wir sind mit Hoch's und Tief's in unser "neues Leben" eingestiegen.

      Mittlerweile läuft TPE stabil, wir sind beide zufrieden und dort angekommen, wo es uns gut geht <3 An eine BDSM-Beziehung mit meinem Mann nach Scheitern der Ehe könnte ich niemals denken, denn ohne Grund wird es wohl nicht gescheitert sein...
      Ich selbst würde es emotional nicht schaffen, die TPE-Beziehung zu beenden und um Freigabe zu bitten. Aber das ist ein sehr privates Gefühl, das ausschließlich unser Innenverhältnis betrifft. In der allergrößten Not vertraue ich auf unseren Rechtsstaat und bin selbstverständlich in der Lage, für mich verantworungsvoll zu handeln.
      Dass wir beide in der Ehe feststellen, dass BDSM nichts mehr für uns ist, kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen :gruebel: Sollte es aber im Konsens so sein, wäre ein Festhalten an der Ehe durchaus denkbar.

      Denn es ist schon auch so, dass unsere Ehe nicht nur ein romantisches Versprechen mit rosenbekränzten Herzchen ist, sondern auch handfeste, praktische Dinge dran hängen. Wir haben kleine Kinder, und diesen fühlen wir uns mit großer Verantwortung verpflichtet. Ich habe so etwas ähnliches wie ein Unternehmen mit etlichem Grundbesitz geerbt. Unsere Wurzeln in der Umgebung und in der Famlie sind tief verzweigt und geben uns daher auch einen tragfähigen Grund, auf dem unser ganzes gemeinsames Leben basiert.

      Natürlich, sollte das Verhältnis zwischen meinem Mann und mir unerträglich werden, wird man Lösungen finden müssen. Aber ich habe für mich entschieden, dass ich eine Ehe nicht leichtfertig betrachten kann, aus eben den vielen Faktoren, die unser Leben ausmachen.

      BDSM ist der besondere Klebstoff, der uns bindet, der jeden Tag eigentlich viel viel schöner macht. Und da ich mich mit aller Verantwortung meinem Herrn unterworfen habe, bringe ich ihm auch das größte Vertrauen entgegen.
      Das Versprechen, ihm gegenüber als seine Sub gehorsam zu sein, wiegt für mich gleichwertig, wie das Versprechen in der Kirche, das Versprechen, ihm aufgrund des Bürgerlichen Gesetzbuches eine loyale Ehefrau zu sein, und es beinhaltet auch das Versprechen, als die Mutter seiner Kinder mich um unser "Projekt Familie" zu bemühen.

      Ich strenge mich tatsächlich sehr an, dass unsere Ehe gelingt. Und da ist es sehr schön für mich, dass ich die gleiche Haltung auch bei meinem Mann sehe, der eben so vieles für mich ist: mein Ehemann, mein Herr, der Vater meiner Kinder, und halt auch einfach mein Schatzi und mein bester Freund.
      - unter Männern eine Kriegerin -
      - unter Frauen eine Dame -
      - sie steht aufrecht vor all den Anderen -
      - und kniet nur vor dem Einen -
      - weil sie es will -
      - weil sie ihm gehört -

      zaya schrieb:

      Wie sieht es eigentlich aus, wenn man verheiratet ist und dem anderen gehört?


      ...


      Was ist denn dann mit den Eheversprechen, dass ja bis zum Ende aller Tage gilt?


      ...


      Würdet ihr euchcdaran dann noch gebunden fühlen?
      Was würde dann beendet, "nur die Bdsm-Ebene"?
      Oder vielleicht sogar nur ein Teil davon?
      Was ist mit dem Eheversprechen?
      Hat das Eheversprechen und das Versprechen als Sklave/Sklavin unterschiedliche Bedeutung?
      Wiegt das eine mehr als das andere?
      Habt ihr das überhaupt diskutiert?

      Liebe @zaya,

      ich versuche mal deine Fragen in Hinblick auf uns zu beantworten.

      Als mein Herr und ich uns kennenlernten, hatte ich noch keine Ahnung von BDSM. Aber es hat sich für uns beide sehr schnell gezeigt, dass ein Machtgefälle innerhalb der Beziehung uns beide erfüllt. Mit der Zeit waren wir uns auch sehr einig, den Rest unseres Lebens miteinander verbringen zu wollen - ohne Ehe. Daraus resultierte eine enge Verknüpfung unserer Finanzen.

      Nach ein paar Jahren hat mein Herr seine Meinung zur Ehe geändert und wir haben geheiratet. Vorher, bei der Verlobung hat er mir meinen Halsreif angelegt. Das war für uns persönlich wichtiger als die Trauung.

      Durch die standesamtliche Trauung ergeben sich unbestreitbar diverse Vorteil, sei es bei Steuer, Finanzen (Familienzuschlag), bei medizinischen Notfällen... Außerdem finde ich es wunderbar, seinen Nachnamen tragen zu dürfen. :love:

      Für uns sind unsere Liebe und unser Machtgefälle der Kern unserer Beziehung. Kommt es aufgrund von Alltagsstress (und da gibt es so viele Faktoren) mal dazu, dass Elemente unseres Ds zurückstehen, wurde dadurch nicht gleich unsere Ehe in Frage gestellt. Würde - aus welchen Gründen auch immer - unsere Ehe scheitern, könnte ich mir keinesfalls ein Weiterbestehen des Machtgefälles vorstellen.

      Glücklicherweise sind sowohl mein Herr als auch ich sehr stur in Bezug auf unsere Beziehung. Wir beide wollen miteinander alt werden und tun so ziemlich alles dafür, damit uns das gelingt.

      Ich bin jetzt ehrlich gesagt nicht so sicher, ob ich damit deine Fragen beantwortet habe, @zaya, aber immerhin habe ich geschildert, wie wir zu unserer Ehe stehen.
      Carpe et diem et noctem.
      Erst mal einen lieben Dank, an alle die geantwortet haben und einen Einblick in ihre Beziehung gegeben haben. :blumen: Danke schön.

      Bei uns ist es so,.das Versprechen das wir uns gegeben haben, hat für uns beide einen ganz hohen Stellenwert.
      Nachdem ich mein Collar und meinen Namen bekam, haben wir innerhalb unserer Gemeinschaft eine kleine Zeremonie gefeiert, haben uns zu unserem Versprechen bekannt.

      Eine standesamtliche Hochzeit, wäre lediglich sinnvoll für die Absicherung, Steuern ect...
      Es wäre eine rein wirtschaftliche Aktion.

      Was mir allerdings mittlerweile aufgefallen ist. Wann immer jemand Einblick in die Tiefe unsere Beziehung bekommt, kommt die Frage nach einer möglichen Trennung auf.
      Irgendwie irritiert mich das immer, mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, ich antworte nur noch mit....Ich kann um Freilassung bitten.
      Das beruhigt den Gegenüber und gut ist.
      Verwundern tut es mich, da man verheiratete nicht danach fragt.
      Zumindest müsste auch da, der Logik nach, gefragt werden, was bei einer Trennung passiert.
      Noch mehr erstaunt es mich aber, wenn ein verheiratetes Paar, erwähnt, dass der devote Part aus einer TPE Beziehung mittels "Bitte" raus kann.
      Ich verstehe den Sinn dahinter nicht.
      Denn im Umkehrschluss müsste jedes verheiratete Paar sagen...."Ich kann mich jederzeit scheiden lassen".....

      zaya schrieb:

      Verwundern tut es mich, da man verheiratete nicht danach fragt.
      Das ist mMn ganz einfach:
      zB weiß man bei Verheirateten, daß es nicht bei jedem für immer ist.
      Aber man weiß, daß es bei Trennungen rechtliche Regelungen gibt, die die Parteien zumindest einigermaßen absichern.
      In solchen Konstellationen wie bei Euch ist man sich da eben nicht so sicher.
      Und solche Konstrukte haben nach der Meinung vieler eine höhere Gefahr von Hörigkeit und Mißbrauch und daß der submissive Part am Ende ohne jegliche Absicherung seelisch zerstört alleingelassen wird.
      Ohne gesetzliche Absicherung.
      Zudem denken mMn viele, daß es noch öfter vorkommt, daß der submissive Part in einer toxischen Verbindung bleibt, weil er sich ja für immer versprochen hat.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud

      Feuerpferd schrieb:

      zaya schrieb:

      Verwundern tut es mich, da man verheiratete nicht danach fragt.
      Das ist mMn ganz einfach:zB weiß man bei Verheirateten, daß es nicht bei jedem für immer ist.
      Aber man weiß, daß es bei Trennungen rechtliche Regelungen gibt, die die Parteien zumindest einigermaßen absichern.
      In solchen Konstellationen wie bei Euch ist man sich da eben nicht so sicher.
      Und solche Konstrukte haben nach der Meinung vieler eine höhere Gefahr von Hörigkeit und Mißbrauch und daß der submissive Part am Ende ohne jegliche Absicherung seelisch zerstört alleingelassen wird.
      Ohne gesetzliche Absicherung.
      Zudem denken mMn viele, daß es noch öfter vorkommt, daß der submissive Part in einer toxischen Verbindung bleibt, weil er sich ja für immer versprochen hat.
      Ein klares JAIN auf deinen Beitrag.
      Auch in einer solchen Beziehung kann es vertragliche und somit einklagbare Ansprüche des submissiven Parts geben. Alles eine Frage, wie man es regelt.
      Noch dazu ist in solchen Beziehungen, nach meinen Erfahrungen und denen aus meinem Umfeld, das Verantwortungsbewusstsein des dominanten Parts oftmals höher als es bei einer "normalen" Scheidung der Fall ist.
      Was das toxische innerhalb einer Beziehung angeht, so habe ich es in meinem beruflichen Umfeld in all den Jahren mehr als nur einmal erlebt, dass einer der Partner dennoch geblieben ist und nicht die Scheidung eingereicht hat. Sei es "der Kinder wegen" oder weil man nach der Scheidung finanziell schlechter gestellt wäre. Und oftmals war es dort der Part, der nach einer Scheidung den finanziellen Ausgleich hätte zahlen müssen. Zitat eines ehemaligen Kollegen: "Wenn ich mich scheiden lasse, zieht mir meine Frau so die Hosen runter, dass ich bei Hartz 4 mehr zum Leben hätte".

      Also es ist wie überall im Leben: Es KANN so sein, wie du es schreibst. Es muss es aber nicht. Und oftmals ist es auch genau umgekehrt.
      "I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it."

      (Voltaire Biografin Evelyn Beatrice Hall, 1906)

      Ich glaube, Gefahren lauern auf diejenigen, die nicht auf das Leben reagieren"
      Michail Gorbatschow

      Wabisukisha schrieb:

      Also es ist wie überall im Leben: Es KANN so sein, wie du es schreibst. Es muss es aber nicht. Und oftmals ist es auch genau umgekehrt.
      Ich habe nichts anderes behauptet, ;)
      Zaya fragte nur danach, warum Verheirateten nicht dieselben Fragen gestellt werden wie ihnen.
      Das war meine Erklärung dazu. Nicht mehr und nicht weniger.
      Deswegen habe ich geschrieben "nach der Meinung vieler".
      Auch mit "man" war lediglich der Durchschnitt der Fragenden gemeint. Nicht jeder.
      Zudem war damit nicht gemeint, daß das so ist.
      Es ist mMn nur die Meinung vieler.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud

      Wabisukisha schrieb:

      Feuerpferd schrieb:

      zaya schrieb:

      Verwundern tut es mich, da man verheiratete nicht danach fragt.
      Das ist mMn ganz einfach:zB weiß man bei Verheirateten, daß es nicht bei jedem für immer ist.Aber man weiß, daß es bei Trennungen rechtliche Regelungen gibt, die die Parteien zumindest einigermaßen absichern.
      Ein klares JAIN auf deinen Beitrag.Auch in einer solchen Beziehung kann es vertragliche und somit einklagbare Ansprüche des submissiven Parts geben. Alles eine Frage, wie man es regelt.
      Bisschen OT aber es liegt mir trotzdem im Moment auf der Seele.

      Hier sieht man ganz deutlich, dass wir (ich schließe mich da ein) im Moment sehr schnell alles als einen Angriff auf die eigene Lebensform lesen.

      Wenn man aber versucht den Beitrag mal ganz "objektiv" zu lesen steht da gar nichts davon drin sondern einfach nur eine mögliche Erklärung auf @zaya s Frage.

      Aber btt:

      Ich hätte übrigens ganz ähnlich geantwortet, der Punkt ist doch nicht wie es wirklich ist oder sein kann sondern das was jemandem, der sich weniger in diesem Bereich bewegt, vermutlich durch den Kopf an Fragen und Gedanken geht.

      Übrigens auch eine Frage die oft gestellt wird wenn Paare sehr lange unverheiratet zusammen leben und möglicherweise noch Kinder haben, auch da wird doch oft gefragt "habt ihr Euch irgendwie abgesichert". Ich sehe das ehr als die Sorge oder Unsicherheit für ein für den Fragenden fremdes Lebensmodell.

      "The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.“

      William Shakespeare