Tabus und Grenzen - nennen oder erklären?

      Ich stimme insbesondere @Gentledom und @Shayleigh zu, was sie im Zusammenhang mit Tabus und Traumatisierung geschrieben haben.

      Ergänzen bzw. hervorheben möchte ich von fachlicher Seite noch, dass es auch einem Fachmann (m, w, d) sprich Psychotherapeuten nicht zusteht, ungefragt in der Psyche eines Patienten "herumzuwühlen" bzw. Details zu erfragen, über die der Patient zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sprechen kann/möchte. Hier gilt das Prinzip einer abstinenten Grundhaltung.
      Nur weil sich jemand in Therapie begibt, bedeutet das ja nicht, dass er/ sie über alle intimen Aspekte seines Innenlebens sprechen kann/ möchte, insbesondere dann nicht , wenn eine Traumatisierung vorliegt. Allein der betroffene Mensch entscheidet, wann, worüber, mit wem er spricht. Er hat die absolute Entscheidungshoheit , sich mitzuteilen oder eben auch nicht.

      Dies ist meiner Meinung nach vom Fachmann, aber umso mehr vom Laien (sprich in dieser Diskussion Dom) zu beachten und akzeptieren. Jeglicher Druck ist da fehl am Platze.

      Zu bedenken geben möchte ich auch, dass Traumata nicht unbedingt bewusst sein müssen, sondern auch dem Betroffenen selbst "unbekannt" sein können, da sie verdrängt wurden. Vielleicht drückt es sich in einem diffusen Gefühl von Unwohlsein, Angst, Ekel, Ablehung aus, ohne dass der Betroffene es überhaupt näher erläutern könnte. Hier wäre besondere Vorsicht gefragt, weil die Tiefe bzw. das Ausmaß der traumatischen Bedeutung selbst für einen Fachmann nicht eindeutig einschätzbar sein kann.
      Hier Druck auszuüben, nur weil man (Dom) es nicht versteht, warum der andere sich ekelt, fürchtet etc. wäre völlig kontraindiziert.


      Zu meinem persönlichen Umgang mit Tabus: ich habe selbst das Bedürfnis und den Anspruch an mich, mich soweit es irgend möglich ist, dem Partner gegenüber zu öffnen, weil dadurch eine besondere Tiefe, Verbundenheit, Nähe usw. in der Beziehung entstehen kann. Dies betrifft auch das Erklären meiner Tabus. Aber es gibt Grenzen. Es geschieht, soweit es mir möglich ist. Es braucht meiner Erfahrung nach viel, sehr viel Zeit und sehr viel Vertrauen. Auch Vertrauen in mich selbst sowie natürlich auch in meinen Partner.

      Die hier zwischendurch genannten 6-12 Monate, die man ggf warten könne, bis Sub bereit ist, über traumatische Aspekte zu sprechen bzw. daran zu arbeiten, sind vom psychologischen Standpunkt wie auch vom Standpunkt der "Seele" aus betrachtet mit Verlaub kein adäquater Zeitraum. Nicht umsonst sind Traumatherapien sehr langfristig angelegt.

      Fazit für mich persönlich, um nochmal den Bogen zur Ausgangsfrage zu schlagen: ja, ich versuche mich zu erklären- soweit es mir möglich ist. Alles andere fällt unter "isso". ;)
      Ein Partner, der da nicht mitgehen kann bzw nicht genügend Zeit, Geduld, Fingerspitzengefühl und Respekt mitbringt, ist dann eben nicht mein Partner. :pardon:
      "Unsere Sehnsüchte sind unsere Möglichkeiten. "
      Robert Browning
      @LordMarlboro ich glaube du hast einiges falsch verstanden. Ich denke aber nicht, dass wir das hier aufgedröselt bekommen, ohne den Thread damit zu sprengen. Ich gebe nicht allzuviel auf Likes aber wenn es zwei Positionen gibt und eine sehr viele Dislikes erhält, die andere aber keine bzw sogar Likes, dann scheint die breite Masse eine Ansicht zu haben, diese muss sicher nicht immer richtig sein, aber ist es sehr oft und mich würde eine große Zahl an Dislikes dazu bewegen, zu schauen, wo ich mich eventuell falsch/unglücklich ausgedrückt haben mag (oder eine unsinnige/problematische Position vertrete).

      Dennoch bist du nicht allein mit deiner Ansicht, wenn dein Standpunkt vielleicht auch als der extremste in diesem Thread erscheinen mag.

      Mehrere haben hier geschrieben, sie erwarten, dass Sub sagt warum etwas tabu ist.

      Ich für meinen Teil kann da nur sagen, ich erwarte, dass Sub das was tabu ist kommuniziert, die Gründe dafür sind erst einmal ihre Sache. Ich sehe kein Recht des Doms hier etwas einfordern zu dürfen und wenn Sub mir dazu nichts sagen wollen würde, würde ich das nicht als Vertrauensbruch ansehen. Ein Dom der sagt, es darf keine Geheimnisse geben, bei dem wäre ich sehr skeptisch und würde mich fragen, hat er Allmachtsfantasien oder Verlustängste oder welche schlechte Erfahrung führt dazu. Es kann durchaus gute Gründe geben einem Partner eben nicht alles zu sagen, man will ihn nicht belasten, man steht in einem Loylitätskonflikt als Geheimnishüter, das Vertrauen ist noch nicht ausreichend, man hat selber schlechte Erfahrungen gemacht wie auf das Geheimnis reagiert wird. Ehrlichkeit erwarte ich in Bezug auf alle aktuellen Dinge und wenn mir ein Partner sagt, darüber will ich nicht reden oder auch, das geht dich nichts an, dann ist das eine ehrliche Antwort.

      Wenn Atemteduktion ein Tabu ist, ist der Grund warum es das ist vollkommen egal, denn es ist ein Tabu und daher darf ich es eh nicht machen. Ob es nun wegen Asthma oder Missbrauch ist, ist für mein BDSM egal, geht ja eh nicht. Wenn der Missbrauch aufgearbeitet ist und sie genau abschätzen kann, wo sie beim BDSM psychologisch getriggert werden kann, dann übernimmt sie die Verantwortung die kritischen Punkte zu benennen. Einzig dort wo sie unsicher ist, sollte sie darauf hinweisen, sich hier als Dom bitte aufgrund einer persönlichen Situation wenn nur ganz vorsichtig heranzutasten.

      Wem das alles zu theoretisch ist:

      - Sub hat exakt eine BDSM Freundin, diese wurde bei einem Verleih vergewaltigt. Daher ist diese Spielart nun tabu. Würde sie die Hintergründe nennen, warum der Verleih tabu ist, würde sie ihre Freundin outen.

      - Sub hat ihren Körper während des Studiums verkauft, war also Prostitutierte um sich zu finanzieren, das alles ist erst 2 Jahre her und sie hat er schwarz gemacht. Würde sie sich outen gäbe es Männer die sofort weglaufen würden und zudem würde sie eine Straftat (Steuerhinterziehung) beichten und sich erpressbar machen, nicht sehr klug.

      - Sub wurde als Kleinkind von einem geistig behinderten und strafunmündigem Cousine missbraucht, vielleicht will hier die Familie nicht, dass das publik wird, vielleicht hat sie ihm verziehen, weil er geistig behindert ist und nicht wusste was er da anrichtet, usw.

      - Der Onkel X von Sub hat ihr in einer emotionalen Überreaktion eine Ohrfeige gegeben, der Onkel hat es davor und danach nie wieder gemacht und war sehr bestürzt und voller Reue, dennoch hat Sub diese eine Ohrfeige stark geprägt und daher sind Ohrfeigen ein Tabu. Natürlich ist Gewalt gegen Kinder nie eine Lösung aber es war einmalig es war kein Misssbrauch oder ähnliches und er ist Familie, auch hier ist ein Verzeihen oder eine Loyalität oder gar eine inzwischen tiefe Freundschaft zu dem Onkel wichtiger als Doms Allmachtsanspruch.

      In meinem Kopf haben sich gerade gut zwanzig Szenarien gebildet bei denen ich vollstes Verständnis habe, wenn Sub nichts zu der eigenen Vergangenheit sagt. Wenn ich dann einen Dom sehe, der meint aber Sub muss ihm alles sagen habe ich hingegen das Bild von einem kleinen Kind vor Augen welches in seiner Trotz- und Quengelphase steckt.

      Ehrlichkeit ist bei aktuellen Dingen sehr wichtig. Das steht außer Frage. Ich erwarte daher die Kommunikation von Umständen (nicht deren Entstehung, sofern die Entstehung keinen Einfluss auf unsere BDSM hat) die unser Zusammenspiel aktuell belasten könnten. So hatte ich vor vielen Jahren einen Dreier mit einer Person die eine Herzschwäche und ein Blutzuckerproblem hatte, meine damalige Partnerin wiederum hatte ihren Exfreund durch einen Herzinfarkt verloren. Natürlich kam es wie es kommen musste und die nette Dame klappte zusammen, Herzprobleme und meine Partnerin versetzte das in die Situation mit ihrem Expartner... ja die Herzschwäche und das Blutzuckerproblem hätte man uns mitteln müssen aber nicht die ganze Krankengeschichte wie es dazu kam.

      Kurz Tabus müssen benannt und Grenzen sollten kommuniziert werden, nur dann kann BDSM wirklich gut funktionieren, wenn man eben nicht nur an der Oberfläche kratzen will :)
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Ich schließe mich der gefühlt breit vertretenen Meinung an:

      Tabus nennen,
      Erklären nur nach meinem Gusto

      Ich bin auch nicht der Typ für ONS, bin aber offen für Spiele im Freundeskreis. Tabus nennen ist wichtig und wenn mir danach ist erkläre ich auch gerne mehr, gerade weil die emotionale Ebene für mich wichtig ist, und manche meine Tabus durchaus komplexer sind als "nicht mit Tieren" oder so, und da Erklärungen hilfreich sein können, damit ich sicherstellen kann, dass mein Gegenüber die Tabus verstanden hat, worum es geht. Außerdem teile ich mein Innenleben gerne mit meinen Liebsten finde viel gute Kommunikation wichtig.

      Wie @MatKon aber so schön formuliert hat, ist das in Teilen ein Seelen-Striptease und den gibts nur, wenn ich das will.

      Wenn ich etwas nicht näher erläutern möchte, weise ich darauf hin. Wenn ein potentieller Spielpartner diese Grenze* nicht akzeptieren möchte, dann disqualifiziert er sich ganz schnell selbst. Wenn es ans Verbiegen des Spielrahmens geht bin ich relativ unvergebend, wer diese einfache Grenze schon nicht respektiert, der bekommt keine Chance im Spiel.

      *In meinem Sprachgebrauch gibt es keinen Unterschied zwischen Grenze und Tabu, beides ist No-Go-Area.
      @Gentledom

      Da sind wir am Kern unserer Differenz und von mir aus können wir das gerne so stehen lassen das wir hier schlicht anderer Meinung sind.

      Sowas geht natürlich nicht von Anfang an aber nach Jahren der Beziehung wäre meine Freundin mir die vertrauteste Person die alles über mich weiß. Sie weiß über meine Gesundheit genau das was mein Arzt auch weiß, über Finanzen was mein Finanzberater weiß, über meine Familie was ich weiß, über meine juristischen Probleme was mein Anwalt weiß, etc. Ich will auf lange Frist nicht die Last zuhause Geheimnisse haben zu müssen und ich will das so auch beidseitig. Mit BDSM oder das ich der Dom bin hat das nichts zutun und auch nicht mit Allmacht. Die Situation wäre identisch hätte ich eine Dom oder würde Vanilla leben.
      Vergiss was du vergessen kannst, das was übrig bleibt ist wirklich von Bedeutung.
      Wo ich eben schon die gefühlt breit vertretene Meinung angesprochen habe:

      Ich fände eine Umfrage toll, überlege aber noch bei den Antwortmöglichkeiten:

      Dom:
      - es gibt keine Tabus
      - ich erwarte ausführliche Erläuterungen der Tabus
      - Erläuterungen sind gerne gesehen, aber kein muss
      - Erläuterungen sind nicht notwendig

      Sub:
      - ich habe keine Tabus
      - ich erläutere alle Tabus
      - ich erläutere mache Tabus nach meinem Gusto
      - ich erläutere keine Tabus


      Ich bin momentan mit dem Kopf immer so halb woanders, daher nicht so richtig konzentriert. Würde jemand was ergänzen/ändern wollen? Oder ist das gut?

      LordMarlboro schrieb:

      Sowas geht natürlich nicht von Anfang an aber nach Jahren der Beziehung wäre meine Freundin mir die vertrauteste Person die alles über mich weiß.
      Nicht böse gemeint, du bist 19 Jahre alt. Deine Vorstellung es gäbe gar keine Geheimnisse finde ich sehr schön, aber sie sind auch in einer noch so innigen Liebesbeziehung nicht immer möglich. In Beziehung unterscheidet man sogar zwischen gesunden und ungesunden Geheimnissen, wobei das wohl wieder zu weit führen würde.

      - Krankheiten des/der Ex (und wie man mit der Krankheit in einer Expartnerschaft umgegangen ist sagt sehr viel über einen aus) oder andere intime/belastende Details aus dem Leben des Expartners, die Loyalität sollte über das Beziehungsende hinaus Bestand haben
      - Berufliche Verschwiegenheitspflichten, ich zum Beispiel dürfte einem Partner oft keine Details nennen, was ich genau gerade mache
      - Was mir Freunde im Vertrauen erzählt haben geht auch meine Partnerin nichts an (auch wenn das Freundschaften und damit mich prägen kann)
      - Es gibt sicher auch in Familien gewisse Familiengeheimnisse, solange die Person also nicht zur Familie gehört geht es sie auch noch nichts an
      - usw.

      Aber es stimmt ich öffne mich in einer Liebesbeziehung weit mehr als in einer reinen BDSM Beziehung, da bin ich auch bei dir und gerade deswegen finde ich es schwierig wenn man auf Dom-Sub abstellt wenn es um Tabus geht, ich finde wenn es Schatten in der Vergangenheit gibt, will ich die viel mehr auf gleicher Augenhöhe als Partner, denn in einem Dom-Sub Verhältnis erfahren.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      @Gentledom Du interpretierst jetzt sehr viel darein, das man Tabus erklärt haben möchte.
      Was haben Tabus mit Geheimnissen zu tun.
      Für mich zwei Paar Schuhe.
      Bei deinen letzten beiden Beiträgen habe ich das Gefühl, du gehst von etwas ganz anderem aus, als das was geschildert wurde.

      Ich versuche es noch mal.
      Ich will wissen warum ein Tabu aufgestellt wird. Da zu reicht mir aber auch eine Info, dass es in der Vergangenheit eine schlechte Erfahrung gab. Will Sub dann davon berichten, ist es in Ordnung. Will sie es nich tust es auch in Ordnung.

      Nur die Information finde ich wichtig.
      Das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass weitere Leute mit einbezogen werden, Familiengeheimnisse ausgeplaudert werden oder sonst etwas.

      Was auf einem änderten Blatt steht, wie bereit ist Sub das in ihrem Interesse aufzuarbeiten., wenn noch nicht geschehen.


      Nachtrag:
      Da es jetzt einige mal angesprochen wurde.
      Wenn ein Tabu besprochen ist, dann akzeptiere ich diese, es gibt keine weitere Diskussion mehr darüber, es sei denn die Devote spricht es selber an.
      Um es nicht unter jeden Beitrag schreiben zu müssen. Zwischen mir und den Meinen herrscht Einvernehmen und ich werde niemanden gegen seinen Willen, misshandeln, der Freiheit berauben oder sonst irgendwie Schaden zufügen.
      Bevor ich von mir rede, möchte ich gern vorweg schicken, dass ich Grenzen und Tabus (haben und aussprechen) für sinnvoll erachte.

      Aber warum muss ich das extra betonen? Weil ich in meiner Beziehung keine Tabus habe.

      Klingt erstmal krass, ist es aber eigentlich gar nicht.

      Wenn man genau hinguckt, sieht man nämlich folgendes:
      • Mein Herr hat Tabus. Diese seine Tabus sind daher auch meine.
      • Nach 10 gemeinsamen Jahren kennt mein Herr mich und meine Reaktionen sehr gut. Er weiß, was ich (nicht) mag, er weiß, was mir (nicht) gut tut etc.
      • Ich kann jederzeit eine Bitte an meinen Herrn richten, mit dem, was er gerade tut, aufzuhören.
      • Mein Herr hat keinerlei Interesse daran, mich kaputt zu machen. Ganz im Gegenteil ist ihm sehr daran gelegen, mich heil und ganz zu behalten.

      Das funktioniert für uns sehr gut, ist aber keine Variante, die ich für den Anfang einer BDSM-Reise oder auch für den Beginn einer neuen Beziehung empfehlen würde.
      Carpe et diem et noctem.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von parvula_serva () aus folgendem Grund: Vergessenes Wort eingefügt

      Was ich vorhin vergessen habe:
      Ich musste auch noch nie eines meiner Tabus erklären.
      Sollte das jemals gewünscht sein, könnte ich es natürlich, von mir aus würde ich das jedoch nicht machen.
      Warum? Es gibt keinen Grund und ich vermute, daß würde die meiste Doms auch eher nerven.
      Fast alle meine Tabus sind, wie @Rumator es oben ausdrückte, "allgemein verbreitete" Tabus, also (so verstehe ich das jedenfalls) Tabus, die wohl die Mehrheit der BDSMler auch hat.
      Daher fände ich es auch sonderbar, mich dazu zu erklären.
      Es wäre wohl anders, wenn ich ein Tabu hätte, das eher ungewöhnlich ist und für die meisten Menschen (nicht nur für die meisten BDSMler) kein Tabu.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Ach ja....die Tabus :D
      In Foren an Stammtischen immer wieder ein beliebtes Thema und irgendwie gibt es immer "Gruppen" die es unterschiedlich sehen.
      Für mich vor allem eine Sache der persönlichen Entwicklung.
      In den Anfängen gibt es mehr, weil vieles unbekannt, da kann es sinnvoll sein diese zu besprechen, Ängste zu nehmen und aus einem Tabubuch eine Liste zu machen.
      War zumindest bei mit so.
      Irgendwann stellte ich dann in einer Beziehung fest, wenn ich meinem Partner wichtig bin, brauche ich eigentlich keine Tabus :D
      Das hatte sich dann gefestigt.
      Das Problem...wenn man das nicht ganz sauber kommuniziert.
      Denn wenn möchte, gerade in Diskussionen, mit anderen Bdsm-ler bekommt man den Stempel "Tabulos", ganz ehrlich ....den will ich nicht, weil es nicht im geringsten das ausdrückt was ich meine.

      Ja , ich habe Tabus. Allerdings liegen die in einem Bereich, wäre es jemandem wichtig in den Bereichen zu spielen, würde es nicht passen.

      Dann gibt es einige Grenzen, die ich auch kommuniziere und erkläre. Die aber in einer Beziehung angegangen werden können.

      Spannend finde ich im übrigen, Grenzen und Tabus der dominanten Seite, dass sagt so viel darüber aus, wie reflektiert jemand ist und auf welchem Entwicklungsstand. 8)


      Ich mag es darüber zu reden, zu erklären, Meinungen auszutauschen, es bringt beiden Seiten etwas.
      Hmmm.... Ich musste mich noch nie groß erklären... Ich musste auch noch nie suchen, vielleicht hängt es davon ab. Als wir damit angefangen haben, war mein Hals ein Tabu, da ich Mal schlechte Erfahrungen als Kind gemacht habe. Und geschlagen werden ebenfalls, MEGA Tabu~ da ich mich NIEMALS mehr von einem MANN unterdrücken lassen wollte. Schau wo wir gelandet sind und was jetzt alles kickt. Ich denke es braucht einfach den richtigen Mensch zur gegebenen Situation und deshalb, würde ich wenn ich jemals suchend wäre nicht groß auf Geplänkel eingehen und mir schnellstmöglich über die Chemie die zwischen uns herrscht {oder auch nicht} klar werden, man wird ja auch nicht jünger.
      Keine Ahnung wie so etwas ablaufen würde und ob ich mir spezifisch einen sadistischen Dom auskucken würde, ich wäre eher der Typ der dann während des Spielens zumindest anfänglich ein paar Feedbacks geben würde, ich mein wir wissen ja alle die Farben der Ampel.
      Also keine Ahnung und falls ich Mal in die Lage kommen sollte, dann geb ich bescheid.
      - ~ * The only straight thing about me * ~ -
      - ~ * is my jacket * ~ -
      :thumbsup:

      Mirage schrieb:

      Wie sehen es die Doms? Erwartet ihr von Sub, dass sie/er ihre/seine Tabus und Grenzen erklärt oder genügt euch die Nennung? Ein Beispiel könnte sein: Für Sub sind Spiele mit Körperausscheidungen ein Tabu, weil er/sie sich davor ekelt. Reicht das?
      Eigentlich reichen mir die Tabus da diese nicht angetastet werden. Bei Grenzen diese genauer zu benennen macht mich für mich nur Sinn sofern Grenzen erweitert werden sollen.
      Generell aber bin ich über jede zusätzliche Information von Sub dankbar. Da einige Spiele sonst vielleicht psychische Auswirkungen hervorrufen könnten die ungewollt
      ausgelöst werden. Beispiel Körperausscheidungen sind Körperausscheidungen, sind jedoch Subs Sinne entzogen kann eine andere Flüssigkeit so ggf. auch empfunden werden.
      Solche Informationen sind daher äußerst hilfreich und verhindern oftmals ungewollte abstürze. Daher bin ich durchaus ein Freund davon das Sub so offen und ehrlich wie möglich mit mir Kommuniziert.
      Ich hörte Sie sagen, die Macht ist mit dir !
      Faszinierend, wie selbst so relativ einfache (dachte ich eigentlich) Themen zu derartigen Ausbrüchen führen... und schade.

      Die Sache ist an sich sehr einfach: sub sollte - schon aus Eigeninteresse, aber auch aus Fürsorge für Dom - Dom alle erforderlichen Infos geben, die es Dom ermöglichen, sowohl sicher als auch für beide befriedigend zu spielen. Täte sie das nicht und würde Dom daher unwissentlich (!) etwas tun, was sub schadet, wäre das in meinen Augen Dom gegenüber unfair, denn das nimmt Dom auch mit (gehe ich jetzt mal von aus). Das meine ich mit Fürsorge von sub für Dom (und ja, da gibts noch mehr, aber in diesem Kontext).

      WIE sub das jetzt macht, ist allein ihre Sache, Punkt. Das geht mit Positivliste (nur das), Negativliste (das nicht, könnte man Tabus nennen) und wohl auch noch auf andere Arten.
      Trust me, I know what I'm doing!

      Bedenke den Spaß!

      Rehlein schrieb:

      Wo ich eben schon die gefühlt breit vertretene Meinung angesprochen habe:

      Ich fände eine Umfrage toll, überlege aber noch bei den Antwortmöglichkeiten:

      Dom:
      - es gibt keine Tabus
      - ich erwarte ausführliche Erläuterungen der Tabus
      - Erläuterungen sind gerne gesehen, aber kein muss
      - Erläuterungen sind nicht notwendig

      Sub:
      - ich habe keine Tabus
      - ich erläutere alle Tabus
      - ich erläutere mache Tabus nach meinem Gusto
      - ich erläutere keine Tabus


      Ich bin momentan mit dem Kopf immer so halb woanders, daher nicht so richtig konzentriert. Würde jemand was ergänzen/ändern wollen? Oder ist das gut?
      Mir fehlen hier noch mindestens:
      - die Berücksichtigung von Art, Tiefe und Dauer der Beziehung
      - Tabus des/der Dom
      - Tabuerklärung im Machtgefälle (von Sub wird Erklärung erwartet, von Dom nicht) im Vergleich zu gegenseitiger Offenheit auf Augenhöhe

      Für mich hat spätestens dieser Thread gezeigt, dass das Thema zu vielschichtig und individuell ist, als dass eine Umfrage dem Thema gerecht werden könnte.
      Werde, der du bist. (Pindar)
      Was mich jetzt nur wirklich interessiert, wenn man sich Tabus nicht erklären lässt und sie einfach hinnimmt, die Sub diese nich erklären will, weil es ihre Sache ist, wer trägt denn dann die Verantwortung?

      Wir nehmen das theoretische Beispiel, dass Sub eine Gewalterfahrung gemacht hat.
      Dadurch stellt sie einige Tabus auf, die sie aber nicht begründet.

      Dom nimmt das alles so hin und dann kommt es zum Supergau.

      Sub hat die eine oder ander Sache nicht bedacht, sie war ihr evtl. auch nicht bewusst, Dom hat keine Infos über ihre Vergangenheit und es kommt durch unbeabsichtigte Triggerung zum Absturz.

      Da steht Dom dann erst mal doof da, er weiß ja von nix und Sub?
      Was macht Sub dann?
      Redet sie dann mit Dom darüber?
      Oder geht sie nach Hause, weil sie nicht darüber reden will?

      Irgendwie kann ich mir da gerade keine vernünftige und verantwirtungsvolle Variante vorstellen.
      Um es nicht unter jeden Beitrag schreiben zu müssen. Zwischen mir und den Meinen herrscht Einvernehmen und ich werde niemanden gegen seinen Willen, misshandeln, der Freiheit berauben oder sonst irgendwie Schaden zufügen.

      Mirarce schrieb:

      Irgendwie kann ich mir da gerade keine vernünftige und verantwirtungsvolle Variante vorstellen.
      Wie wäre es mit: Völlig egal, wer die Verantwortung dafür hat, was passiert ist. Es kommt jetzt einfach darauf an, füreinander da zu sein (hier mehr Dom für Sub) und dem Gegenüber das zu geben, was er in dem Moment braucht. Wenn es Nähe ist, gut, wenn es reden ist, gut und wenn es nach Hause gehen ist, auch gut.
      Werde, der du bist. (Pindar)

      Rehlein schrieb:

      Wo ich eben schon die gefühlt breit vertretene Meinung angesprochen habe:

      Ich fände eine Umfrage toll, überlege aber noch bei den Antwortmöglichkeiten:

      Dom:
      - es gibt keine Tabus
      - ich erwarte ausführliche Erläuterungen der Tabus
      - Erläuterungen sind gerne gesehen, aber kein muss
      - Erläuterungen sind nicht notwendig

      Sub:
      - ich habe keine Tabus
      - ich erläutere alle Tabus
      - ich erläutere mache Tabus nach meinem Gusto
      - ich erläutere keine Tabus


      Ich bin momentan mit dem Kopf immer so halb woanders, daher nicht so richtig konzentriert. Würde jemand was ergänzen/ändern wollen? Oder ist das gut?
      Erläuterungen sind nicht notwendig.

      Mirarce schrieb:

      Was mich jetzt nur wirklich interessiert, wenn man sich Tabus nicht erklären lässt und sie einfach hinnimmt, die Sub diese nich erklären will, weil es ihre Sache ist, wer trägt denn dann die Verantwortung?
      Trägt nicht jeder erst einmal für sich selbst die Verantwortung. Eigenverantwortung ist für mich nicht übertragbar.

      Mirarce schrieb:

      Wir nehmen das theoretische Beispiel, dass Sub eine Gewalterfahrung gemacht hat.
      Gerade mit einer traumatischen Erfahrung im Gepäck sollte man doch etwas sensibler sein und die Gefahren für sich selbst etwas einschätzen können.

      Es schadet bestimmt nicht Tabus näher zu erklären. Halte ich mich bedeckt, muss mir klar sein, dass das Risiken für mich bergen kann. Also wenn der Grund meines Tabus "meine Sache" ist, dann trage ich wohl auch die Verantwortung.

      Eine unbewusste Sache allerdings kann man nicht ansprechen, dafür müsste sie einem doch erst einmal bewusst sein.

      Kann man im Vorfeld alle Eventualitäten, die zu einem Absturz führen könnten, einkalkulieren?

      Ist ein Absturz dann ein Supergau? Ich weiß es nicht. Ich bin nicht wirklich vorbelastet. Ein Absturz kann bei mir im schlimmsten Fall bewirken, dass das Spiel sofort zu ende ist. Vielleicht bin ich dann etwas sauer oder frustriert. Mein Partner wahrscheinlich auch. Dann redet man darüber, oder man zieht sich vielleicht erst einmal zurück und redet später...

      Ein Supergau wäre für mich etwas ganz Schlimmes, was die ganze Beziehung gefährdet - also in Frage stellt.
      "Meine Meinung steht fest, irritiere mich jetzt bitte nicht mit Fakten!" :pardon:
      @Mirarce Das von dir beschriebene Szenario kann allerdings auch vorkommen, wenn Sub ihre Tabus vorher umfänglich erklärt hätte. Denn trotz umfassender Aufklärung von Dom durch Sub kann es ja ebenso gut dazu kommen, dass eben Dom trotz guter Absicht nicht alle denkmöglichen Aspekte bedenken konnte und unabsichtlich triggert. Den Grund für das Tabu zu kennen, bedeutet ja nicht automatisch, dass es jetzt völlig sicher ist und unter keinen Umständen mehr zu ungewünschten Reaktionen durch ungewolltes Triggern kommen kann. Gerade wenn es um Traumata geht, sind das ja oft so komplexe Geschehen, dass weder der Betroffene noch nahestehende Angehörige sämtliche Aspekte unter allen Umständen überblicken können.

      Wie @Pygmalion schon schrieb: die Frage nach der Verantwortung bzw krasser formuliert Schuld würde sich für mich in dem Fall nicht stellen. Es ist passiert. Punkt. Jetzt gilt es damit umzugehen. Für mich bedeutet das mit dem zu sein, was eben ist.
      Wieso stellt sich für dich da primär die Frage der Verantwortung?

      Und sicher wäre Reden hinterher gut, wenn es tatsächlich zu einem solchen Fall gekommen ist. Aber eben wieder innerhalb dessen, was für die/ den Betroffene/n möglich ist, denn diese/r hat ja gerade primär das Problem, mit den Reaktionen fertig zu werden, auch wenn es für den beteiligten Partner sicher auch eine unschöne und belastende Situation sein kann, so unerwartet damit konfrontiert zu werden.
      "Unsere Sehnsüchte sind unsere Möglichkeiten. "
      Robert Browning