Politisches Statements beim Sport

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

      Politisches Statements beim Sport

      Sportler stehen im Rampenlicht und manche nutzen dies nicht nur gern um sich darin zu sonnen oder zu vermarkten, sondern eben auch um ihre Überzeugung zu teilen.

      Jüngst wurde vom IOC die Regel Nr. 50 beschlossen, diese untersagt jegliche Form von "politischer, religiöser oder rassistischer Demonstration oder Propaganda" bei den Olympischen Spielen.

      Was haltet ihr von dieser Regelung?
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Uih schwierig. Also ersteinmal finde ich, dass man eigentlich darüber streiten kann, andererseits sollte man dringend dabei bedenken, WARUM das IOC diesen Beschluss gefasst hat: Nämlich ausschliesslich, um sich nicht selber mit der Kritik auseinandersetzen zu müssen, hier und da mit Diktatoren und Despoten in einem Boot zu sitzen, weil die finanziellen Interessen die moralischen Massstäbe deutlich überwiegen :S Nicht akzeptabel :!:


      Auf der anderen Seite gilt aber für mich bei Sportlern auch oft, was der tolle Ricky Gervais <3 letztens der Hollywood-Gemeinde an den Kopf geworfen hat:

      "You're in no position to lecture the public about anything. You know nothing about the real world. Most of you spent less time in school than Greta Thunberg. So if you win, come up, accept your little award, thank your agent, and your God and fuck off, OK?" :pardon:
      Seitdem ich perfekt bin, hält sich meine Arroganz in Grenzen!
      Ist wie immer ein zweischneidiges Schwert. Natürlich ist es mir sympathisch, wenn (auch) bekannte Sportler ihre Position nutzen, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Die Frage ist nur, ob sportliche Veranstaltungen insgesamt der passende Rahmen dafür sind. Auf der anderen Seite nutzen Sänger z.B. ihre Konzerte auch, um "ihre Stimme" zu erheben. Und da die Olympischen Spiele inzwischen zu einem riesen Wirtschaftsevent geworden sind, ist die Frage, ob sie noch in die Kategorie sportliche Veranstaltung einsortiert werden können.

      Und wenn schon Verbot von "politischer, religiöser oder rassistischer Demonstration oder Propaganda" im Soprt, dann bitte überall und vor allem auch für die Zuschauer. Was da teilweise im Fußball geboten wird (wurde :) ) finde ich viel schlimmer.
      Es gibt zwei Tragödien im Leben eines Menschen: Wünsche, die sich nicht erfüllen ... und Wünsche, die sich erfüllen!
      (frei nach Oscar Wilde)
      Ich finde diese Regel gut .
      In den sportlichen Wettkämpfen sollten keine Statements gesetzt werden - das sportliche sollte zählen . Nicht Religion , Politik oder auch Rassismus stehen im Vordergrund sondern die persönliche Leistung des einzelnen Menschen evtl begleitet von einem Tier .
      Grundsätzlich finde ich die jüngsten Statements - Kniefall, T-Shirts etc- zwar wichtig , weil sie mein eigenes Wertesystem bedienen , aber was tut man bei andersartigen Aussagen , die Pro-Rassismus oder Pro -Folter sind ? Wenn es erlaubt ist sich zu positionieren , dann sind ja alle Strömungen gleichberechtigt nebeneinander - und eröffnen eine große Diskussionsbandbreite , die letztendlich kein positives Signal fur die sportliche Leistung setzt .Es eröffnet zusätzlichen Raum für Missbrauch jeglicher Art - zb die Vereinnahmung des Sportes durch Machtstellen und Regierungen . Die sportliche Leistung dann in den Hintergrund geraten könnte , weil man sich in Statements egal welcher Couleur verliert und den Fokus falsch setzt .
      Neben der Arena , dem Spielfeld sollte es jedoch jedem gestattet sein seine Popularität zu nutzen um zu seiner Meinung zu stehen . Wie das letztendlich angenommen wird , entscheidet sowieso das Publikum , aber es gibt eben dadurch auch Raum für die Auseinandersetzung mit dem betreffenden Thema egal in welche Richtung . Das dabei auch Meinungen vertreten werden , die nicht von allen positiv angesehen werden , ist der Preis unserer Liberalität und demokratischen Lebensweise .
      Wir leben alle unter dem selben Himmel , aber nicht mit dem gleichen Horizont
      Hach...schwieriges Thema...sie sollen nicht polarisieren, weil sie Personen öffentlichen Lebens sind und trotzdem sind sie aber auch einfach Menschen mit einer Meinung.

      Ihnen wird zugehört, als einem einfachen Menschlein. Wenn es meiner Gesinnung entspricht, stört es mich nicht ^^, wenn nicht dann schon :gruebel: Schwierig, schwierig!

      ich glaube mein Schlussplädoyer wäre: bei solchen Veranstaltungen, sollte doch der Sport im Vordergrund stehen und der Rest, für eine Zeit ausgeblendet werden! Würde man ihnen gänzlich den Schnabel verbieten, ausserhalb solcher Veranstaltungen, wäre ich dagegen! Freie Meinungsäusserung gilt oder sollte eben für alle gelten, ob VIP, Sportler oder Herr und Frau Müller!
      Ich zitiere hierzu mal einen Spieler (Axel Witsel) meines Herzensvereins

      Axel Witsel schrieb:

      Fußball ist in erster Linie ein Spiel, das den Menschen Freude bereiten sollte. Aber seine Bühne ist auch so ungemein groß, dass es geradezu eine verschenkte Chance wäre, wenn man seine Reichweite nicht auch für wirklich wichtige Botschaften nutzen würde. Wir müssen manche Dinge ändern. Das Bewusstsein, dass der Fußball dazu beitragen kann, scheint sich gerade in den Köpfen vieler Spieler, aber auch bei Funktionären durchzusetzen. Ich halte das für eine gute Sache.


      (Quelle: Sport1.de)
      Zudem steht Borussia Dortmund mit dieser Aktion

      BVB schrieb:

      Borussia verbindet Generationen, Männer und Frauen, alle Nationen.

      Diese Zeile ist nicht nur aktueller denn je, sondern steht - über die derzeitige Situation hinaus - sinnbildlich für das Engagement von Borussia Dortmund für eine vielfältige Gesellschaft und gegen Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Sexismus und Diskriminierung jeglicher Art. Mit Überzeugung stehen wir zu dieser Haltung und setzen ein entschlossenes Zeichen.

      (Quelle: BVB.de)
      für genau die Werte, die eigentlich jede Organisation / Verband als Leitbild für sich festgelegt hat (haben sollte).
      So lange sich die Sportler in diesem Rahmen bewegen, sehe ich überhaupt keine Gründe dies zu verbieten.

      Sicherlich gibt es auch gute Gründe politische Äußerungen und Symbolik auszuschließen - Bilder wie Berlin 1936 will schließlich niemand mehr sehen - aber so lange der Rahmen abgesteckt ist, finde ich es eine gute Sache.
      THE SITH CODE
      Peace is a lie, there is only passion.
      Through passion, I gain strength.
      Through strength, I gain power.
      Through power, I gain victory.
      Through victory, my chains are broken.
      The Force shall free me.
      Ich finde, diese Bereiche sollten voneinander getrennt werden - nicht nur in Bezug auf Sportler, sondern z. B. auch Musiker. Jemand, der in der Öffentlichkeit steht, beliebt ist und viele 'Anhänger'/Fans hat, kann sehr viel Einfluss auf diese nehmen. Politische Statements von prominenten Leuten, die sich großer Beliebtheit erfreuen, können gerade bei Veranstaltungen, wo sie von ihren Fans regelrecht gefeiert werden, leicht polarisieren und die Leute ggf. in eine Richtung lenken, in der sie sich vielleicht gar nicht wirklich 'wiederfinden'. Ich glaube, der Einfluss auf manche Menschen ist dabei sehr groß und kann - je nachdem in welche Richtung das 'politische Statement' geht - auch eher negative Konsequenzen nach sich ziehen, weil sich ihm viele einfach anschließen, evtl. sogar ohne dass sie sich mal selber genau darüber informiert und damit auseinandergesetzt haben.

      Was sie privat machen, ist ihre Sache, aber bei öffentlichen Veranstaltungen finde ich es fehl am Platz.
      Ich denke so eine Regel ist sinnvoll um das Miteinander zu feiern. Einfach Sport zu machen und andere Diskussionen auszuschließen.

      Ich bin aber durchaus dafür im Gegensatz zu @Zofe dass Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen ihre Reichweite nutzen um sich für relevante Themen einzusetzen. Es gibt eben viele Missstände und niemand sollte die Augen davor verschließen.
      Ich finde es richtig und auch wichtig, dass sich zB Football Spieler gegen Rassismus einsetzen. Wann, wenn nicht auf der eigenen Veranstaltung setzt man sich für das ein, was einem wichtig ist?
      Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit uns tragen; die Träume, die wir spinnen, und die Sehnsüchte, die uns treiben.

      Die Feuerzangenbowle; Heinrich Spoerl
      Schwierige Sache...
      Ich denke bei olympischen Spielen in Ordnung, da geht es seit altersher um Sport, nicht um Politik...
      ansonsten äußerst schwierig, denn wenn ich es bei dem akzeptiere, der meiner Meinung nahesteht, muss ich es auch denen erlauben, die die entgegengesetzte Meinung vertreten...
      wo soll da eine Grenze gezogen werden?
      Besonders bei religiösen Handlungen/Äußerungen ganz schwierig. Ist dann beispielsweise das bekreuzigen beim Betreten des Spielfelds erlaubt, oder nicht?
      Für Künstler sehe ich das nicht so schwierig, wenn sich Bands zum Beispiel bei Rock gegen Rechts engagieren oder im Umweltschutz wird das problemlos akzeptiert, und Kunst kann ja grundsätzlich auch eine politische Aussage haben. Wem die nicht gefällt, der muss den Künstler ja nicht unterstützen.
      Update :)

      Kam gerade in den Nachrichten: Die Mercedes Silberpfeile in der Formel 1 werden als Statement, um die Black Lives Matter-Bewegung zu unterstützen, künftig schwarz lackiert ... Das zum Thema Verbot von "politischer, religiöser oder rassistischer Demonstration oder Propaganda" im Sport. ;) Tja, wat soll man dann davon halten???
      Es gibt zwei Tragödien im Leben eines Menschen: Wünsche, die sich nicht erfüllen ... und Wünsche, die sich erfüllen!
      (frei nach Oscar Wilde)
      Sport soll nicht politisch sein??
      Sorry, aber da täuscht ihr euch; leider!
      ich möchte nur mal an die olympischen Spiele 1972 erinnern; waren die etwa friedlich?
      genauso wurden mindestens 2 mal die Spiele als politisches "Werkzeug" benutzt, einmal vom Westen und gleich im anschluss vom Osten... (Boykott der Spiele)
      Für mich schaut das jetzt nach Aktionismus aus. Vor einiger Zeit hat sich ein Staatspräsident ja auch munter in den Sport eingemischt...

      Wenn man das noch etwas weiterspinnen will (so rein theoretisch natürlich) müsste man bei den olympischen Spielen auch jegliche Werbung untersagen; ist ja auch ne Art "Beeinflussung"

      ImhO ist Sport schon immer politisch gewesen und das wird er wohl auch bleiben

      "Ich bin auf Sie angewiesen, aber Sie nicht auf mich! Merken Sie sich das!"
      Karl Valentin (1882-1948) bayrischer Kabarettist, Komiker und Filmproduzent

      jg72 schrieb:

      Ist dann beispielsweise das bekreuzigen beim Betreten des Spielfelds erlaubt, oder nicht?
      Wenn man realistisch ist, wird es wohl geduldet werden, da Christ zu sein in der westlichen Welt halt das ist, was üblich ist. Das Nachsehen werden wohl eher Minderheiten haben, würde ich vermuten.


      Annimax schrieb:

      Nämlich ausschliesslich, um sich nicht selber mit der Kritik auseinandersetzen zu müssen, hier und da mit Diktatoren und Despoten in einem Boot zu sitzen, weil die finanziellen Interessen die moralischen Massstäbe deutlich überwiegen Nicht akzeptabel
      Das sehe ich auch so. War das nicht erst letztens, dass sich so ein E-Sports-Player dafür eingesetzt hat, dass Hong Kong nicht weiter unterdrückt werden soll, und dann wurde ihm der Sieg aberkannt und er wurde aus der Liga geworfen?

      Hm... ich gehöre wohl auch zu denen, die meinen, dass Sport immer auch irgendwo politisch ist, sei es durch Werbung, die Fans oder anderes.
      Schwächen zu zeigen macht einen stark.
      Früher wäre meine Antwort eindeutig gewesen, Sport und Politik sollte klar getrennt sein.

      Aber in einer Zeit, wo Influenza, Musiker, Künstler und Co eine genau so große Lobby haben wie Sportle, im Netz jeder seine Meinung allen kundgeben kann, macht diese Trennung nicht mehr ganz so viel aus.

      Sportler sollten Vorbilder sein, die jüngeren Generationen schauen, wie sich wer verhält und gibt und versuchen vieles nachzueifern.
      Das Problem sehe ich darin, das viele ohne nachzudenken alles glauben und nicht viel in Frage stellen. Vergoldetes Steak, Trainingslager in Ländern wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden.....wer von denen soll mir etwas über Politik erzählen, wem kann ich glauben?
      Wenn ein Spieler sich hinkniet und damit auf Rassismus hinweist oder auf Missstände, Minderheiten unterstützt ist das eine Sache, wenn er aber anfängt Wahlwerbung zu machen sehe ich das als fehl am platze....
      Ich denke es gibt bei der Frage keine wirklich richtige Antwort.
      Schade nur, dass viele die im Rampenlicht stehen sich ihrer Vorbildfunktion nicht bewusst sind

      Baer-Wolf schrieb:

      Wenn man das noch etwas weiterspinnen will (so rein theoretisch natürlich) müsste man bei den olympischen Spielen auch jegliche Werbung untersagen;
      Ich kann mich tatsächlich daran erinnern, dass bei olympischen Spielen früher Werbung im Stadion, auf Trikots etc. verboten war. Dabei ging es zwar vorwiegend um den Amateurstatus der Sportler (Profis waren nicht zugelassen), aber das gipfelte darin, dass sogar die Firmenlogos auf Ausrüstungsgegenständen „abgetaped“ werden mussten...