Kann sich ein Mann als Dom entwickeln?

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      Kann sich ein Mann als Dom entwickeln?

      Hallo,

      ich bin verheiratet und sexuell sehr unglücklich. Mein Mann und ich haben uns als Dom und Sub kennengelernt. Ich war in der Rolle der Sub. Es hat damals aber nicht funktioniert. Ich konnte und kann ihn nicht als Dom sehen. Es entsteht einfach nicht das Gefühl mich freiwillig zu unterwerfen zu wollen.

      Durch eine Onlineaffaire meinerseits ist mir klar geworden wie sehr ich diesen Teil für mich vermisse.

      Und nun stehe ich vor der Frage wie wichtig mir dieses Thema ist. An die Subs unter euch, gab es für euch jemals einen Dom, dem ihr euch erst später unterwerfen konntet?

      Glaubt ihr ich kann irgendwie lernen mich jetzt noch meinem Mann zu unterwerfen?

      Ich bin gespannt auf eure Meinungen.
      Guten Morgen @Sasasa,

      herzlich Willkommen hier im Forum.

      Mir stellen sich einige Fragen, die Du Dir vielleicht auch stellen kannst:

      Ihr habt Euch als Dom/ Sub kennen gelernt bzw. unter diesen Vorzeichen, es aber nie wirklich leben können, weil Du ihn nicht als Dom sehen kannst? Du hast Dir einen Dom gewünscht, er ist der Ansicht, er sei Dom und es hat dann dennoch auf dieser Ebene nicht zusammengepasst? Habt Ihr versucht, zu analysieren, warum dem so ist?

      Warum habt Ihr geheiratet?

      Ich stelle diese Frage, weil Du scheinbar beinah von Beginn der Beziehung an sexuell gesehen nicht zufrieden bist?

      Sasasa schrieb:

      Glaubt ihr ich kann irgendwie lernen mich jetzt noch meinem Mann zu unterwerfen?
      Ja, das denke ich. Ich denke aber auch, dass da viel Beziehungarbeit dazugehört, viel Miteinander-Reden und Analysieren, wo der/ die Knackpunkt(e) liegen.
      "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

      "Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst." Evelyn Beatrice Hall
      Danke für die Antwort.

      Ich hab mich in meinen Mann als Mensch verliebt. Sexuell haben wir dann sehr viel ausprobiert und das hat mir die ersten Jahre dann auch gereicht. Das war dann aber irgendwann durch für mich und meine Lust sank.

      Ja, als Dom hat er für mich nicht gepasst. Ich weiß jetzt im Nachhinein, dass er ein Trauma mit SM verarbeitet. Mir fehlt da auch dss Feingefühl. Ich stehe zudem mehr auf den devoten Aspekt, während es ihm eher um das masochistische geht. Klar Schlagtechniken sind erlernbar. Aber dieses Spiel mit der Psyche? Das frage ich mich eben gerade.
      Wenn ich eines bei BDSM gelernt habe, ist es wichtig, miteinander kompatibel zu sein.
      Jeder hat seine Vorlieben und Vorstellungen.
      Wenn das nur grob zusammenpasst, mag das ja eine Zeitlang funktionieren, aber etwas unterschwellig grummelt es und etwas Frust kommt.
      Wie du beschreibst, hast du bereits etwas anderes erlebt.Etwas, wo du gemerkt hast, es geht auch besser und befriedigender.
      Das wird bestimmt immer wieder in Gedanken hochkommen.
      Rede mit deinem Dom! Sprich deutlich aus,was dir fehlt. Sage ihm, wo es bei ihm hakt. Frage, was ER sich vorstellt.
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !
      Hallo @Sasasa,

      mein Mann und ich sind vielleicht das klassische Beispiel, wie sich ein Machtgefälle in der Ehe entwickeln kann, und wie der submissive Part das auch im weitesten Sinne "lernen" kann ^^
      Unsere langjährige Ehe war schon recht nett, die Kinder waren süß und das Eigenheim gekauft. Aber sexuell und im Hinblick auf Knistern, gegenseitiger Anziehung usw. ziemlich langweilig, um das mal milde auszudrücken. Wir haben uns sehr geliebt, aber mir fehlte etwas, das ich gar nicht so richtig mit Worten ausdrücken konnte.

      Und so hab ich meinem Mann gestanden, welche Fantasien mir im Köpfchen vorschweben. Einhergehend damit, war ich absolut überzeugt und gewillt, diesem einen Mann auch die Chance zu geben, seine Dominanz auszuloten. Denn nur er kam für mich in Frage, und so ist es auch geblieben.
      Ich wollte das "Experiment" gelingen lassen, und dementsprechend habe ich mich auch (meistens) verhalten. Dazu gehörte für mich auch, dass ich mich ganz bewusst und sehr klar unterworfen habe. Wir haben endlos darüber geredet, uns gegenseitig ausgefragt, die gegenwärtige Situation, aber auch alle zukünftigen Pläne und so manches Hirngespinst beleuchtet und besprochen.
      Ohne Stolpersteine ging der Entwicklungsprozess natürlich nicht ab, und mit Schrecken erinnere ich mich, meinen Herrn anfangs "für ein verschrecktes Häschen" gehalten zu haben :golly: hahaaaa, das hat sich komplett ins Gegenteil gedreht, er kontrolliert mittlerweile alles an und von mir (.... möge die Macht auch weiterhin mit ihm sein :engel: )

      Ich kann dich also nur ermuntern, immer wieder mit deinem Mann ins Gespräch zu kommen. Wenn ihr euch liebt, glaube ich einfach fest daran, dass eine bereits vorhandene dominante und submissive Seite auch in Einklang gebracht werden kann.
      Natürlich, wie immer, nur meine persönliche Überzeugung. Aber ich bin das lebende Beispiel, dass ich meine submissive Identität an meinen Ehemann angepasst habe, es gelernt habe, ihn das Machtgefälle gestalten zu lassen und dass man mit einer Portion Vertrauensvorschuss, guten Willen und gemeinsamer Neugier tatsächlich sein Leben grundlegend verändern kann. Zum Besseren!

      Alles Gute für euch :blumen:
      - unter Männern eine Kriegerin -
      - unter Frauen eine Dame -
      - sie steht aufrecht vor all den Anderen -
      - und kniet nur vor dem Einen -
      - weil sie es will -
      - weil sie ihm gehört -
      Ich glaube man kann nur lernen, Dinge zuzulassen, aus sich raus zu lassen, die im Verborgenen eh schon ansatzweise da sind.

      Bei meinem Mann und mir war Vieles vorhanden, ohne dass wir je viel darüber gesprochen hätten. Dann die richtigen Worte zu finden, ist schwer.

      Aber Kommunikation kann man lernen: im Sinne von Austausch von Phantasien und Eindrücken, Wünsche entsprechend äußern, neue Verletzungen vermeiden etc. Und nonverbale Kommunikation gibt es ja auch noch, falls er das lesen kann (Dinge wie sich zu seinen Füßen auf dem Boden setzen, ihn häufiger mal bedienen, etc).

      Du schreibst, dass Dir manchmal das Feingefühl fehlt. Vielleicht braucht er ja auch mehr/anderes Feedback? (Nur eine Idee, die kann passen oder eben nicht.)
      "There is a crack, a crack in everything, that's how the light gets in." Leonard Cohen
      Kopfkino ist immer geiler als die Realität. Kopfkino kann auch enorm gut ficken, hat mit der Realität und dem allgemeinen Leben recht wenig zu tun.

      Wie @Black Velvet schon schrieb, es ist viel gemacht, wenn man sich auf das Gegenüber einlässt. Ihn wahrnimmt, ihm achtsam begegnet.
      Und nicht mit der Wishlist überrumpelt und dann erwartet, dass er spurt.
      Klar mögen manch andere dominanter rüberkommen. Erstmal. Sind sie dann auch willens, mit dir zu wachsen? Oder ist man bei der erstbesten Gelegenheit dann weggeworfen wie ein Stück Staniolpapier?

      Du hast nen Mann, der dem Thema aufgeschlossen ist. Du liebst ihn um seiner selbst.
      Gib ihm die Chance, in seine Rolle hineinzuwachsen. Und sprecht miteinander. Nur er kann dir sagen, wenn es ihm zu viel ist (auch das kann es bei oben spielenden geben) oder wie Er dazu steht.
      Tatsachen schaffen ist zwar tw. ganz nett, kann aber auch einiges kaputt gehen lassen.
      Viele Grüße
      safine
      Kann sich ein Mann als Dom entwickeln?

      Sasasa schrieb:

      Glaubt ihr ich kann irgendwie lernen mich jetzt noch meinem Mann zu unterwerfen?
      Zuerst mal fällt mir auf, dass Du im Titel fragst, ob Dein Mann sich als Dom entwickeln kann, darunter allerdings dann, ob Du lernen kannst, seine sub zu werden. Daher die ernstgemeinte Frage: wer soll sich denn entwickeln, er, Du, oder vielleicht beide?

      Und dann die entscheidende Frage: warum kannst Du ihn nicht "als Dom" sehen? Was fehlt Dir dazu? Das müsstet Ihr schon (vorzugsweise zusammen) herausfinden, sonst kann sich wohl keiner in die richtige Richtung entwickeln.

      Grundsätzlich würde ich sagen ja, ein Mensch kann sich in eine Rolle hinein entwickeln. Sofern die Ansätze dazu in ihm enthalten sind. Das gilt für beide Seiten. In einer Partnerschaft müssen ggf. beide an sich arbeiten. Das geht aber nur mit Kommunikation. Hast Du mit ihm darüber gesprochen?
      Trust me, I know what I'm doing!
      Hallo ihr alle,

      vielen lieben Dank für eure Nachrichten.

      Mittlerweile ist mir bewußt geworden, dass wir erst mal unseren anderen Eheprobleme lösen müssen und die haben auch was damit zu tun, dass ich mich nicht auf ihn als Dom einlassen kann.

      Mir wird immer klarer, dass mein Mann sehr manipulativ ist und damit eigene Probleme kaschiert. Ich will da jetzt gar nicht so sehr ins Detail geben, da das mit dem Thema hier gar nicht so viel zu tun hat.

      Ich danke euch sehr für eure Zeit, die ihr euch für mich genommen habt.

      Sasasa schrieb:

      Kann sich ein Mann als Dom entwickeln?
      Ganz pauschale Antwort: Ja. Jeder hat ein gewisses Spektrum, in dem er sich bewegen kann, das ist meistens größer, als man denkt. Und man kann die die Scheu verlieren, das auch zu tun.


      Sasasa schrieb:

      Ich weiß jetzt im Nachhinein, dass er ein Trauma mit SM verarbeitet.
      Das ist eine schlechte Idee. Nicht verarbeitete Traumata sind ab eine bestimmten Schwelle ein Fall für Profis. Wenn damit eine Beziehung mit (potentiellen) BDSM-Aspekten zu tun hat, bedarf es vielleicht auch eines Therapeuten, der sich mit sowas auskennt. Allerdings: lass den Kopf nicht hängen, solche Probleme ist oft lösbar.
      Eine ganz pauschale Antwort: JA!
      Jeder kann sich (weiter-) entwickeln. Und man kann sich gemeinsam weiterentwickeln.

      Wenn man sich aber partout nicht von etwas angesprochen fühlt, kann und sollte man es nicht erzwingen. Meist ruft das nur noch größere Frustration hervor.

      Da du ja auch schon andere Eheprobleme erwähntest... Packt alles auf den Tisch, schaut was ihr angehen wollt und könnt. Und vielleicht findet ihr auch im BDSM noch einen Weg oder es findet sich ein anderer Weg (offene Ehe oder wie auch immer).
      Optimismus heißt rückwärts sumsi mit po :yes: :saint: