Kontrolle sozialer Kontakte

      Kontrolle sozialer Kontakte

      In all meinen Beziehungen bin ich immer offen und ehrlich mit meinen Partner umgegangen. Meust war es auch keine Einbahnstraße sondern, es war auch von der andern Seite aus so gewollt.
      Soll heißen, meine Partner wussten immer Bescheid wenn ich irgendwo hinging, sie wussten mit wem ich im Kontakt bin, sie wussten grob umrissen was mich in meinen sozialen Kontakten beschäftigt.
      Das gab weder in meinem privaten Non-Bdsm- Umfeld Probleme, noch in Bereichen des Arbeitsfeldes, oder im Bereich des Ehrenamtes.
      Manches mal bin ich eher diejenige die erstaunt ist, wir mit persönlichen Nachrichten umgegangen wird, wenn ich mitbekomme, dass ganze Whatsapp-Protokolle mittels Screenshots geteilt werden.
      Das private Nachrichten in denen explizit darauf hingewiesen wird, dass sie nur für den Empfänger sind, "verteilt" werden.


      Erstaunen tut mich der Bdsm- Bereich, da ist ein Bereich der ganz genau nachfragt, was denn Herr Mirarce mitgeteilt wird, was er denn für Rechte hat.... ect. Wie diese umgangen werden könnten.

      Mit viel Geduld versuche ich das dann zu erklären, auch versuche ich zu erklären, dass die theoretische Möglichkeit besteht, dass er alles nachliest, bezogen auf z.B.Whatsapp.

      Einige schreckt das ja tatsächlich extrem ab.
      Ich frage mich dann immer was sie sich vorstellen ?( Vorallem wir über sie mit mir schreiben wollen würden ?(

      Wie sieht das bei den Damen und Herren im Forum aus, wo die Herrschaft soziale Kontakte kontrollieren kann? Habt ihr ähnliche Erfahrungen? Wie intensiv werden private Nachrichten tatsächlich kontrolliert/ gelesen?
      Für mich spielt DS ein große Rolle und ich gehöre wohl eher zu der Fraktion, für die sehr intensive Kontrolle sehr wünschenswert ist...trotzdem sind private Nachrichten für meine Partner schlicht und ergreifend tabu.

      Berufliche Nachrichten sind zum Teil vertraulich, wenn meine besten Freunde mir über private Sorgen schreiben, dann vertrauen sie sich eben mir an, nicht meinem Partner und vertrauen darauf, dass ich diese Nachrichten lese und nicht verteile.
      Bei lockeren Kontakten im Bereich Hobby möchte ich mich auch zum Teil einfach nicht outen und erklären, dass mein Partner die Nachrichten lesen könnte. Enge Freunde wissen schon, wie wir leben, trotzdem möchte ich ihnen nicht sagen müssen, dass mein Partner eventuell Nachrichten lesen wird, denn dadurch haben sie bestimmt ein mulmiges Gefühl was die Kommunikation mit mir angeht.

      Ich habe mich für diesen Lebensweg entschieden, deshalb muss ich aber nicht die Freiheit einer Freunde/Familie/Kollegen einschränken.

      Natürlich weiß mein Partner mit wem ich gerade Zeit verbringe, auch was gerade Themen bei uns sind, über vieles wissen wir über einen größtenteils gemeinsamen Freundeskreis eh beide Bescheid, aber WhatsApp etc. persönlich an mich bleiben aus Respekt gegenüber dem Sender bei mir.

      Anders sieht es aus, was ungefragte Nachrichten von Fremden angeht, z.B. in der Community. Dort steht klar mein Beziehungsstatus und dass kein Austausch mit Doms erwünscht ist und mein Partner Zugriff auf Nachrichten in diesem Postfach hat. Wer mich dort anschreibt, weiß also Bescheid...passiert allerdings auch glücklicherweise selten.
      Mein Herr hat grundsätzlich das Recht jederzeit, jegliche Nachrichten, wa' s etc. einzusehen.
      Das war für uns nie ein problematischer Bereich, da Ehrlichkeit und Kommunikation zu jedem meiner sozialen Kontakte ausführlich täglich berichtet wird.
      Ich finde es behütend und beschützend, teilhabend an meinem sonstigen Leben.
      Jegliche Gefühle und Details werden reflektiert.
      Es würde mir aber nie im Traum einfallen, in seinem Handy zu schnökern oder Briefe, die ausschließlich an ihn adressiert sind, zu öffnen.
      Das Recht räumt er mir aber auch ein. Nur habe ich es noch nie genutzt. Es war nie notwendig. Bzw. meine innere Sub verweigert sich dieses Recht zu nutze zu machen.
      Nun, dass der BDSM-Bereich genau nachfragt könnte daran liegen, dass dem BDSM-Bereich im Gegensatz zu Außenstehenden das Konzept hinter "Partner liest mit" geläufig ist. Menschen, die damit nichts zu tun haben, kommen oft gar nicht auf die Idee, dass da jemand mitliest. Allen "Pärchen teilen alles"-Erfahrungen zum Trotz :pardon:

      Wenn ich für mich das Recht einfordere, nach meinem Bedürfnis leben zu können, muss ich anderen auch das Recht zugestehen, ihre Konsequenzen daraus zu ziehen. Ich darf mich also nicht beschweren, wenn die Entscheidung gegen ein "Ist schon okay, wenn der Partner mitliest" ausfällt. Das mag doof sein und Konsequenzen mit sich bringen, das muss man in meinen Augen dann aber auch aushalten (können).

      Es mag altmodisch klingen, aber es ist für mich eine Frage der Ehre, Verpflichtungen nur einzugehen, wenn ich sie erfüllen kann. Ich habe eine Diskretions- und Verschwiegenheitspflicht meinem Arbeitgeber gegenüber. Kollidiert das mit meiner Lebenswirklichkeit in der Beziehung, muss ich mir halt ein Arbeitsumfeld suchen, in dem es nicht so relevant ist.

      Eine Freundschaft ist eine sehr private, auf Vertrauen basierende Sache. Meine engsten Freunde mögen zwar auch den Chef, aber ihm würden sie nicht unbedingt die gleichen Dinge anvertrauen. Kann ich dem Vertrauen meiner Freunde dahingehend nicht gerecht werden (z.B. über klare Absprachen/Ausnahmen) ist es meine Pflicht, sie darüber zu informieren. Das ist unabhängig davon, wie intensiv dann "real" kontrolliert wird. Wenn ich es nicht ausschließen und Vertraulichkeit zusichern kann, dann spielt die Häufigkeit oder Intensität letztendlich keine Rolle mehr. Die Entscheidung, was meine Gesprächspartner dann noch mit mir teilen wollen, liegt ausschließlich bei Ihnen. Meine Pflicht ist es nur, sie entscheidungsfähig zu machen.

      Für mich ist es auch völlig in Ordnung und verständlich, wenn Menschen dann eben keine Nachrichten mehr mit mir teilen wollen, die über das hinausgehen, was sie uns beiden sagen könnten (oder auch grundsätzlich keine Lust mehr darauf haben). Ich halte es ja auch nicht anders: Wenn ich nicht alle involvierten (und sei es auch nur "theoretisch") gleich schätze und ihnen ein vergleichbares Maß an Vertrauen entgegen bringe, dann gibt es weder Gespräche noch Nachrichten, die über die Rubrik "öffentlicher Smalltalk" hinausgehen. :pardon:
      Ich habe ja Profile auf diversen BDSM-Plattformen und überall weise ich daraufhin, dass mein Herr Zugriff auf mein Profil haben kann. In der SZ gibt es darüber hinaus die Funktion, dass er Nachrichten an mich mitlesen kann. Davon macht er alle paar Monate mal Gebrauch, oft erst, wenn ich ihn auf eine auffällige Nachricht hingewiesen habe. Das ist auch sonst der übliche Weg: Ich erzähle, mit wem ich Kontakt habe (bei Erstkontakt hole ich mir sein Okay ein), er weiß im Großen und Ganzen, worum es thematisch geht, und wenn mir etwas im Vertrauen erzählt wird, darf es auch vertraulich bleiben. Mein Herr käme auch nie auf die Idee eine Person auf etwas anzusprechen, worüber die Person vorher nur mit mir gesprochen hat (ohne Vertraulichkeitshinweis). Das habe ich im Nicht-BDSM-Umfeld schon anders erlebt. Gerade in der Generation meiner Eltern habe ich mitbekommen, dass der Partner/die Partnerin alles erzählt bekommt.

      An sich kann mein Herr immer an mein Handy und an meinen PC und alles mitlesen, aber der Aufwand ist ihm dann doch meist zu groß und er vertraut mir, dass ich ihm erzähle, mit wem ich mich so unterhalte.

      In unserer devoten Frauengruppe haben wir die Regelung, zuhause von unseren Treffen nur anonymisiert zu erzählen. Das hat mein Herr akzeptiert und oft werden dort angesprochene Themen auch auf dem "normalen" Stammtisch nochmals aufgegriffen.

      MatKon schrieb:

      Nun, dass der BDSM-Bereich genau nachfragt könnte daran liegen, dass dem BDSM-Bereich im Gegensatz zu Außenstehenden das Konzept hinter "Partner liest mit" geläufig ist. Menschen, die damit nichts zu tun haben, kommen oft gar nicht auf die Idee, dass da jemand mitliest. Allen "Pärchen teilen alles"-Erfahrungen zum Trotz :pardon:
      Mein persönlicher Eindruck ist, dass im BDSM-Bereich die Möglichkeit des mitlesenden Partners eher thematisiert wird (Konsens schaffen) als außerhalb. So nehme ich es jedenfalls in meinem Umfeld wahr.

      zaya schrieb:

      Wie diese umgangen werden könnten.
      Das wirst du wirklich häufiger gefragt?! Empfinde ich als absolut unverschämt. Diese Frage habe ich tatsächlich noch nie bekommen.
      Carpe et diem et noctem.
      Ihre privaten Nachrichten sind Ihre privaten Nachrichten und Meine sind Meine - fertig.
      Da ich der Meinung bin das jeder in einer Beziehung auch seine Freiräume und seine "Geheimnisse" braucht, ist das vollkommen OK für mich wenn ich nichts erfahre.

      Sie kann sich auch treffen mit wem sie will, ich mache das ja auch.
      "Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Ich sage euch: ihr habt noch Chaos in euch"
      Ich habe das große Glück, dass mein Herr @Nachtwanderer bei diesem Thema meiner Meinung ist.
      Er hat das Recht an meinen PC zu gehen und wenn er an mein Handy wollte, dürfte er das auch.

      Allerdings hat er kein Interesse daran und ist der Meinung, dass meine Gespräche mit meinen Freunden privat sind. Aber ich erzähle ihm von selbst von den Gesprächen und den Themen. Ich vertrete die Meinung, dass Dinge die nur mir anvertraut wurden auch nur bei mir bleiben dürfen. Würde @Nachtwanderer da anderer Meinung sein, würden wir unseren Weg so wohl kaum gehen können.
      Kreativität ist Intelligenz die Spaß hat *Albert Einstein
      Grundsätzlich vorne weg, meine Nachrichten sind meine Nachrichten, nicht weil ich etwas zu verheimlichen habe, ich möchte Freunden und auch Familie auch nicht die Chance nehmen sich mit sehr persönlichen Dingen an mich wenden zum können, weil sie eben nicht nur von mir gelesen werden. Diese Möglichkeit würde ich aber einschränken, wenn ich meine Nachrichten generell mit meinem Herrn teilen würde.
      Das ist unabhängig davon, ob ich das mitteile und dem Gegenüber die Entscheidung der persönlichen Kommunikation überlasse.
      Ich würde mich in dem Fall in MEINEN Möglichkeiten der Kommunikation in einer Art eingeschränkt fühlen, mit der ich mich nicht wohl fühle.

      zaya schrieb:

      Erstaunen tut mich der Bdsm- Bereich, da ist ein Bereich der ganz genau nachfragt, was denn Herr Mirarce mitgeteilt wird, was er denn für Rechte hat.... ect. Wie diese umgangen werden könnten.
      Da wiederum fehlt mir dann das Verständnis des Anschreibens. Wenn klar ist wie kommuniziert wird, ist es respektlos zu fragen wie die gewählte Art der Kommunikation umgangen werden kann.

      MatKon schrieb:

      Nun, dass der BDSM-Bereich genau nachfragt könnte daran liegen, dass dem BDSM-Bereich im Gegensatz zu Außenstehenden das Konzept hinter "Partner liest mit" geläufig ist. Menschen, die damit nichts zu tun haben, kommen oft gar nicht auf die Idee, dass da jemand mitliest. Allen "Pärchen teilen alles"-Erfahrungen zum Trotz
      Hmmm, da bin ich raus, wenn mich jemand um Diskretion bittet, dann bin ich diskret. War ich in meiner Vanillazeit genauso wie jetzt auch.
      The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.

      William Shakespeare - As You Like It
      Meine privaten Nachrichten sind von der anderen Person oft sehr vertraulich und persönlich......das kann uns will ich nicht mit noch einer anderen Person teilen.

      Wenn ich so persönlich und vertraulich schreibe- mich öffne - erwarte ich auch,daß das nicht an Dritte geht.


      SklavinPrinzessin schrieb:

      Nicht weil ich Geheimnisse habe. Die Gedanken meiner Freunde gehen ihn nichts an
      :thumbsup:
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.

      zaya schrieb:

      Wie sieht das bei den Damen und Herren im Forum aus, wo die Herrschaft soziale Kontakte kontrollieren kann? Habt ihr ähnliche Erfahrungen? Wie intensiv werden private Nachrichten tatsächlich kontrolliert/ gelesen?
      Bezüglich DS-Beziehung hab ich bisher keinerlei Erfahrungen gesammelt. Schreiben darf ich meine Gedanken aber bestimmt trotzdem dazu? :sofa:

      Ich hätte kein Problem damit, offen zu kommunizieren, mit wem ich wann schreibe, telefoniere oder mich treffe. Auch vorher dafür um Erlaubnis zu bitten, würde mich vermutlich nicht stören, ebenso wenig wie grob und ganz allgemein zu umreißen, um was es sich beim Treffen/Schreiben/Telefonieren dreht (wie beispielsweise "Plaudern unter Freunden", "Konzertbesuch" o.Ä.). Alles was persönlicher wird, in die Privatsphäre meines jeweiligen Kontaktes eindringt, kann ich jedoch nicht teilen - das wäre ein Vertrauensbruch und den mag schließlich niemand.
      Den Wunsch nach Mitlesen/Mithören meiner Konversationen könnte ich nicht nachvollziehen, er wäre mit meiner Wertvorstellung nicht kompatibel. Und dieser "Passfähigkeit" müsste ich mir sicher sein, würde mich irgendwann jemand so tief ins DS führen.

      zaya schrieb:


      Einige schreckt das ja tatsächlich extrem ab.
      Ich frage mich dann immer was sie sich vorstellen ?( Vorallem wir über sie mit mir schreiben wollen würden ?(
      Warum mich sowas abschreckt, hat wohl viel mit meiner Erziehung zu tun. Missbrauch von Vertrauen durch unerlaubtes nachlesen privater Nachrichten, Verwehrung von Privatsphäre.

      Wenn man das als Kind nicht erlebt hat, dann sieht man das eventuell etwas lockerer.

      Deswegen würd ich sowas nie akzeptieren, wenn jemand zu mir sagt, mein Freund oder Freundin liest all meine Nachrichten mit.

      MoMo schrieb:


      Warum mich sowas abschreckt, hat wohl viel mit meiner Erziehung zu tun. Missbrauch von Vertrauen durch unerlaubtes nachlesen privater Nachrichten, Verwehrung von Privatsphäre.
      Wenn man das als Kind nicht erlebt hat, dann sieht man das eventuell etwas lockerer.

      Deswegen würd ich sowas nie akzeptieren, wenn jemand zu mir sagt, mein Freund oder Freundin liest all meine Nachrichten mit.
      Der gravierende Unterschied ist aber, dass es sich in diesem Fall um erlaubtes und gewolltes lesen der privaten Nachrichten handelt.
      The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.

      William Shakespeare - As You Like It

      Hera schrieb:

      MoMo schrieb:

      Warum mich sowas abschreckt, hat wohl viel mit meiner Erziehung zu tun. Missbrauch von Vertrauen durch unerlaubtes nachlesen privater Nachrichten, Verwehrung von Privatsphäre.
      Wenn man das als Kind nicht erlebt hat, dann sieht man das eventuell etwas lockerer.

      Deswegen würd ich sowas nie akzeptieren, wenn jemand zu mir sagt, mein Freund oder Freundin liest all meine Nachrichten mit.
      Der gravierende Unterschied ist aber, dass es sich in diesem Fall um erlaubtes und gewolltes lesen der privaten Nachrichten handelt.
      Wenn sie auch das Einverständnis all ihrer Kontakte einholt, deren Nachrichten gelesen werden könnten.
      Ich finde die Entwicklung des Themas sehr interessant :)

      Wer dabei war: es gab vor einiger Zeit (einigen Jahren??) einen ziemlichen Aufschrei, weil einem Dom einige Passagen aus einer PM zugänglich gemacht wurden. Das Resultat war der bekannte Eintrag: Partner hat Zugriff auf Konto.
      Im Laufe der Zeit hat sich das in den Köpfen vieler zu einem "kontrolliert alle PMs" entwickelt - und wie man diesem Thread entnehmen kann, löst das deutliche Abwehr aus.

      Ich selber erwarte von meiner Partnerin Offenheit in allen Dingen. Wenn die nicht gegeben ist ... nun arbeiten wir daran oder es ist die falsche Partnerin. Das bedeutet, daß ich mindestens wissen will, was sie beschäftigt. Und wenn dann private Nachrichten einen Effekt auf sie haben, will ich das wissen. In einer D/s Beziehung - in der ich eine gewisse Verantwortung für meine Partnerin übernommen habe - geht das sogar noch weiter. Wenn wir an gewissen Änderungen des Mindsets arbeiten, z.b. "ein paar Pfund zu viel, ist völlig okay". Dann möchte ich wissen, wenn sie von anderen Herren angeschrieben wird, die ihr erklären, sie müsse dringend abnehmen, und ihr Herr wäre da ja zu nachlässig. Solche kontraproduktiven Aussagen machen mir die Arbeit schwerer. Und entsprechend sehe ich mich da dann in der Verantwortung schützend einzugreifen und den entsprechenden Herren ggf. meine Meinung kundzutun.

      Ansonsten halte ich das veröffentlichen (z.b. als "Problemschilderung in einem Forum") von privaten oder persönlichen Informationen für einen eklatanten Vertrauensbruch. Bei liierten Paaren gehe ich aber davon aus, daß der Partner zumindest in groben Zügen erfährt was Sache ist. Wie in jeder guten Vanilla Beziehung auch.

      Den versuch diese Offenheit innerhalb einer Partnerschaft zu umgehen, empfinde ich als Frechheit. Es suggeriert ja schon unehrenhafte Motive. Aber bei so manchem was als "Dom" rumläuft wundert mich das nicht mehr ...
      "Anti-intellectualism has been a constant thread winding its way through our political and
      cultural life, nurtured by the false notion that democracy means that
      ‘my ignorance is just as good as your knowledge."
      — Isaac Asimov, Column in Newsweek (21 January 1980)
      Das sich Partner jeglicher Coleur austauschen und über wichtige Dinge miteinander sprechen wird ja auch nicht in Frage gestellt @SirDevious.

      Ich finde das aber einen eklatanten Unterschied zu "Partner hat Zugriff auf das Profil" und somit auch freien Zugang zur Konversation. Daher finde ich es völlig legitim dies im Fall des Falles so im Profil kund zu tun. Ich seh das erst einmal nur als freundlichen Anstubser nach dem Motto "Achtung wir reden hier nicht so ganz unter vier Augen". Denn die inneren Absprachen sind für mich doch von außen zunächst gar nicht erkenntlich, ob da also regelmäßig alles gelesen wird oder nur in irgendwelchen skurilen Fällen - das kann man ja dann bei Bedarf erfragen.

      Ich möchte nämlich im Zweifel selbst entscheiden ob Dritte lesen dürften was ich schreibe.

      Und daher meine Meinung: Ich lehne eine allumfassende Kontrolle sozialer Kontakte ab, denn es kann durchaus vorkommen, dass ich mich mal vertraulich unterhalten möchte oder eben andere mit mir... :yes: und das ist dann halt eben Privatsache :pardon:
      Optimismus heißt rückwärts sumsi mit po :yes: :saint:
      Ich will, kann und werde mein Privates nicht aufgeben.

      Ich bin immer noch recht "unerfahren" und ich muss sagen das für mich die Kontrolle bisher hauptsächlich im sexuellen Bereich ausgelebt wurde.
      Dort ist diese nicht mehr nur erwünscht sondern eine Grundvoraussetzung für eine Beziehung.
      Wenn mich etwas bewegt, ganz egal was, dann ist es mein Wunsch, dies auch mit meinem Gegenüber zu teilen.
      Ich weiß, dass ich die Dinge, die in mir durch geteilte Nachrichten ausgelöst werden auch teilen kann, ohne den Menschen mit dem ich mich ausgetauscht habe persönlich zu nennen. Ich finde es gehört sich einfach nicht persönliches Vertrauen zu missbrauchen. Ich würde es auch nicht wünschen, dass meine Gedanken und Gefühle, eins zu eins für Dritte zu lesen sind.

      Man kann Dinge umschreiben, Situationen wieder geben und über Gedanken und Gefühle sprechen.
      Vertrauen ist auch hier wieder oberstes Prinzip für mich.
      ~ Fly as you might ~
      Da sind ja einige ganz interessante Antworten eingegangen :)
      Der Thread bestätigt eigentlich genau das, was ich vermutet habe.

      Ein großer Teil der Bdsm-ler geht davon aus, dass jede Nachricht gelesen und kontrolliert wird. Das es keinerlei Privatsphäre gibt und vertrauliche Gespräche nicht möglich sind.

      Da stellt sich doch die Frage, warum?

      Bezogen auf die Antworten die kamen, habe ich auch dass Gefühl, es wird aneinander vorbei geredet / geschrieben.

      Jetzt aber zu den Antworten hier.

      sein-engel schrieb:

      Ich habe mich für diesen Lebensweg entschieden, deshalb muss ich aber nicht die Freiheit einer Freunde/Familie/Kollegen einschränken.
      Unter der Voraussetzung, das Freunde/ Familie / Kollegen informiert sind, Wien und unter welchen Umständen mein Partner an meinem Leben und meiner Kommunikation teilnimmt, schränke ich diese nicht ein.
      Sie haben die Möglichkeit zu entscheiden, wie sie damit umgehen.


      MatKon schrieb:

      Ich darf mich also nicht beschweren, wenn die Entscheidung gegen ein "Ist schon okay, wenn der Partner mitliest" ausfällt. Das mag doof sein und Konsequenzen mit sich bringen, das muss man in meinen Augen dann aber auch aushalten (können).
      Es hat sich ja auch niemand beschwert.
      Ob man wenn man mit den Konsequenzen daraus Probleme hat, dass aushalten (können) muss, weiß ich nicht.
      Würde es mich belasten würde ich das Gespräch suchen, es würde mich dauerhaft fürchterlich unzufrieden machen, irgendetwas einfach aushalten zu müssen, wenn keine Aussicht darauf für mich bestünde, dass ich es annehmen kann.


      MatKon schrieb:

      Ich habe eine Diskretions- und Verschwiegenheitspflicht meinem Arbeitgeber gegenüber. Kollidiert das mit meiner Lebenswirklichkeit in der Beziehung, muss ich mir halt ein Arbeitsumfeld suchen, in dem es nicht so relevant ist.
      Da bin ich absolut bei dir.


      parvula_serva schrieb:

      Mein persönlicher Eindruck ist, dass im BDSM-Bereich die Möglichkeit des mitlesenden Partners eher thematisiert wird (Konsens schaffen) als außerhalb. So nehme ich es jedenfalls in meinem Umfeld wahr.
      Das mag natürlich möglich sein.


      Sir Devious schrieb:

      Im Laufe der Zeit hat sich das in den Köpfen vieler zu einem "kontrolliert alle PMs" entwickelt - und wie man diesem Thread entnehmen kann, löst das deutliche Abwehr aus.
      Genauso empfinde ich es auch und genau da liegt der Unterschied zum Non-Bdsm.

      Viele Bdsm-er scheinen tatsächlich Avon auszugehen, dass jemand mit einem segt ausgeprägtem Kontroll-Fetisch den ganzen Tag nichts anderes zu tun hat, als Handy, Computer, Telefon zu kontrollieren.

      In unserer Konstellation, ist es nun mal so, dass alleine durch die Besitzverhälnisse es die Geräte von Herrn Mirarce sind, die ich nutzen darf (oder auch nicht) von daher, hat er natürlich jederzeit die Zugriffs-Rechte und Möglichkeiten.
      Allerdings ist es ihn auch wichtig, dass ich meine sozialen Kontakte habe und pflege, würde er alles nachlesen wollen und sich ggf. Auch noch einmischen wollen, dann wäre das eher kontraproduktiv. Von daher gewährt er mir da eine gewisse Freiheit. Zumal er sich auch darauf verlassen kann, dass ich es ihm mitteile, wenn ich der Meinung bin, dass es notwendig ist.

      Wo wir beim Notwendig sind.
      Was liest er tatsächlich mit.
      Bis jetzt und das sind nun ja schon einige Jahre die wir zusammen sind, die Dinge die ich ihm vorlege und vor einigen Jahren, hat er sich auf Grund von Unstimmigkeiten, etwas vorlegen lassen.

      Es ist also weit davon entfernt, dass jede Nachricht gelesen wird.
      Es interessiert ihn auch nicht wirklich, wenn der Goldfisch einer Freundin nur noch auf dem Rücken schwimmt, sie gerade beim Frauenarzt Zeit hat und mit mir textet oder über ihr Kind jammert.
      Was allerdings bei uns zur Sprache kommt, wenn es um unsere Beziehung geht, wenn es um ihn geht, in Gesprächen oder wenn ich etwas planen möchte oder mich etwas beschäftigt.