"No Minors in Kink"

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      "No Minors in Kink"

      "Keine Minderjährigen im BDSM"!? - dieses Thema begegnet mir vor allem auf Instagram im Bereich nahezu täglich.

      Vor allem im englischsprachigen Raum spricht sich die BDSM Community zunehmend dagegen aus, dass Menschen unter 18 BDSM ausleben und raten dazu, sich eher theoretisch zu informieren, mit dem Ausleben aber bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres zu warten.
      Einige aus der dortigen Community verweigern sogar den Zugang zu ihren Accounts, wenn die Person minderjährig sein sollte oder sogar Gespräche.

      Zumeist wird für diesen Ausschluss derart argumentiert, dass minderjährige Menschen die emotionale Komponente im BDSM noch nicht richtig einschätzen können, sich tendenziell eher überschätzen und so mittelfristig Schaden entstehen könnte.
      Ein weiteres Argument ist, dass jemand, der keine Macht/Autonomie über sein eigenes Leben hat, weil er*sie z.B. noch bei den Eltern wohnt, kein eigenes Geld verdient etc. nicht wahrhaftig Macht an eine*n anderen Menschen übertragen kann.
      Und zuletzt sei es in vielen Ländern eben strafrechtlich relevant BDSM Handlungen mit Minderjährigen auszuführen.

      Ein Nebendiskurs gibt es speziell in der DD/lg, ABDL und Cg/l Szene um den Terminus der "Altersregression" in Abgrenzung zum Spiel mit dem Alter und/oder einer DD/lg Dynamik.
      Dabei scheint es auffällig viele Menschen zu geben, die bestreiten in einer kinky Beziehung zu sein, aber etwas davon schreiben, dass sie einen Daddy/eine Mommy haben etc.
      Wieder auffällig viele Menschen, die Letzteres schreiben, sind unter 18.

      Dieses Beispiel wird oft dafür herangezogen, dass Menschen unter 18 nicht wissen, worauf sie sich einlassen und daher nicht in die Kinky Community gehören.

      Was ich mich dabei frage ist, wie sollen diese Menschen denn Informationen erhalten und Erfahrungen sammeln, wenn sie wegen ihres Alters verallgemeinernd ausgeschlossen werden?
      Nun weiß ich nicht, was Organisationen wie die SMJG Menschen unter 18 mit auf den Weg gibt, die entdecken, dass sie eine BDSM Neigung in sich tragen.

      Mein eigener ethischer Kompass sagt mir, dass bei Menschen zwischen 16 und 18 (bei jüngeren Menschen bin ich tatsächlich der Meinung, dass ein aktives Ausleben von BDSM problematisch ist) Vorsicht anzuraten und Informationen zur Selbstfindung bereitzustellen sind und Dialoge mit erfahreneren BDSMler*innen sicher viel Gutes bewirken können, wenn sie ohne Hintergedanken erfolgen.
      Mein ethischer Kompass sagt mir aber auch, dass diese Menschen komplett von Informationen und Austausch auf Augenhöhe auszuschließen womöglich eher das Gegenteil zum erdachten Ziel befolgen könnte; nämlich dass sie mit ihrer frisch entdeckten Neigung an Menschen geraten, die dies böse ausnutzen.

      Habt ihr etwas von dieser Diskussion mitbekommen?
      Habt ihr selbst als minderjähriger Mensch begonnen BDSM auszuleben und Angebote wie von der SMJG genutzt?
      Habt ihr das in guter oder weniger guter Erinnerung?
      Haltet ihr diese "No Minors in Kink" Einstellung im englischsprachigen Raum für gerechtfertigt?
      “Everything has been figured out, except how to live.” (Jean-Paul Sartre)
      Ich sehe es ähnlich wie Du: Der Austausch mit erfahrenen BDSMlern und die vielen Informationen, insbesondere auch persönliche Erfahrungen, die man in Foren findet, können für junge BDSM-Interessierte sehr hilfreich sein. Ich halte es nicht für sinnvoll, es so genau vom Alter abhängig zu machen. Es gibt genügend Leute, die vom Alter her erwachsen sind, von der Reife aber eher wie 15 oder 16. Andersherum kenne ich Minderjährige, die sich sehr viel reifer verhalten und die ich viel älter einschätzen würde, wenn ich sie nicht kennen und nur von ihnen lesen würde. Ob man seine Neigung ausleben 'sollte', hängt also mehr von der geistigen Reife ab, finde ich. Allerdings weiß ich auch nicht, wie man es in einem Forum bei einem neu registrierten User handhaben sollte, da man ihn anhand einiger Beiträge sicher nicht immer gleich richtig einschätzen kann.

      Anstatt Minderjährige auszuschließen, fände ich es besser, wenn es einen Bereich speziell für junge BDSMler geben würde, so wie in unserem Forum.
      Ich finde man sollte Heranwachsende in ihrer sexueller Entwicklung (ob mit Kink oder "ohne") flankieren und begleiten. Wenn Sie schon das Bedürfnis und den Mut haben sich damit auseinander zu setzen, sollte das auf Resonanz stoßen. Und wenn es um Real Life keinen entsprechenden Gegenüber gibt, ist es doch toll das man im Netz Austausch finden kann.
      In meinen Augen ist es sowieso die einige Option. Ein Verbot bringt doch nichts. Gerade junge Menschen finden doch Mittel und Wege. Natürlich muss man aber versuchen sichere Räume zu schaffen um Formen von Übergriffen zu minimieren. Z.b. Flirt freie Räume wie hier im Forum.
      Das ist wie mit Konsum von Rauschmitteln. Du kannst sagen "Nein. Das ist nicht okay", dass ist auch wichtig eine klare Grenze zu ziehen. Aber wenn danach nichts kommt. Lasst du alle die trotzdem ja sagen (und konsumieren können und auch werden!) im Regen stehen. Dann lieber alternative Kontexte bieten. Man muss ja keinen 15jährigen Little in seine erste homosexuell TPE Beziehung mit dem erst besten älteren Mann der sich selbst gern Daddy nennt cheerleaden. Und trotzdem kann man ihn in seinen Wünschen und Vorstellungen ernst nehmen und beraten!

      Ich hatte mit 12 einen ungestörten Zugang zum Internet Anfang der nuller Jahre. Ich hab gefühlt alles gesehen und gelesen was die aufblühende sharing und youporn generation so angeboten bekam. Filterlos. Hashtaglos. Und Diskussionslos. Ich wusste früh was ich (sexuell) wollte und wie ich mir Zugang besorge. Aber oft habe ich mich allein gefühlt. Über meine Gedanken zu sprechen mit Freundinnen konnte ich mir nicht vorstellen. Ich war froh irgendwann (über Umwege) im Netz andere Mädels aber vor allem auch erwachsene Frauen zu finden bei denen ich über meine Neigung zumindest ein bisschen sprechen konnte. So war ich weniger allein.
      Es wäre sehr schade diese gute Seite des Internets zu verdecken in dem Glauben, man könnte so die schlechten Erfahrungen die möglicherweise gemacht werden vermeiden.
      Hm, "no minors in kink" ist etwas was ich z.Zt wirklich unterstütze.

      Aber dafür muß man vielleicht den Hintergrund kennen:
      Das Zugänglichmachen von pornographischem Material für Minderjährige ist in den meisten Ländern untersagt. Was als "pornographisch" gilt, und wer "minderjährig" ist variiert. In den Vereinigten Staaten, ist die Auslegung wesentlich strenger und enger als bei uns. D.h. schon "normale" sexuelle Themen können dort einen Entrüstungssturm auslösen. So abseitige Dinge wie "SM" erst recht. Und als folge haben in denletzten Jahren etliche Banken und Geldinstitute die Zusammenarbeit mit entsprechend "anrüchigen" Webseiten (auch von bekannten Deutschen Seiten) aufgekündigt. Was deren Geschäftsmodelle, die zur Finanzierung benötigt werden zerstört hat. Inzwischen scheint sich diese Welle etwas beruhigt zu haben. Aber schon der Verdacht, daß Minderjährige auf solchen Seiten zugriff haben kann das finanzielle - und ggf. rechtliche - Aus für solche Projekte bedeuten.

      Noch schlimmer wenn über DD/lg - für Fachfremde - der Anschein erweckt wir hier würde sogar der Pädophilie Vorschub geleistet.
      Und dafür reicht durchaus schon das Bild einer kindlich zurechtgemachten Frau über 18.

      Vielleicht noch ein anderer historischer Aspekt: Als in den 70er und 80er Jahre sich die ersten SM Gruppen bildeten, versuchte auch die amerikanische Vereinigung Pädophiler in dieses Konglomnerat an "abweichenden" sexuellen Vorlieben aufgenommen zu werden. Und damit ihren "kink" gesellschaftsfähiger zu machen (s. auch die enstprechenden politischen Strömungen in Deutschland in den 90ern). Nach langen Diskussionen wurde das dann abgelehnt. Gerade geduldet wurden damals die Ageplayer (deutlich Erwachsene mit Windel- bzw Baby-fetisch).
      DaddyDoms waren ursprünglich ebenso geächtet, weil sich dahinter Männer verbargen, die Mädchen mit Geld oder Geschänken "belohnten" wenn sie "freundlich" waren. --- Das heute diese Spielart so selbstverständlich dazugehört, hinterläßt bei etlichen "alten Hasen" doch noch einen Beigeschmack. Auch wenn die Inhalte sich z.T. verändert haben, ist es immer noch ein Einfallstor für weniger erwünschte Charaktere.


      P.S.:
      Und zur informatzion für Minderjährige gibt es ja gerade aus diesem Grund die SMJG. Weil sich auch in Deutschland Gruppn durchaus am Rande der Legalität bewegen, wenn sie "einfach so" Minderjährige an ihren Stammtischen teilnehmen lassen.
      "Anti-intellectualism has been a constant thread winding its way through our political and
      cultural life, nurtured by the false notion that democracy means that
      ‘my ignorance is just as good as your knowledge."
      — Isaac Asimov, Column in Newsweek (21 January 1980)

      Chat.Noir schrieb:

      Habt ihr etwas von dieser Diskussion mitbekommen?Habt ihr selbst als minderjähriger Mensch begonnen BDSM auszuleben und Angebote wie von der SMJG genutzt?
      Habt ihr das in guter oder weniger guter Erinnerung?
      Haltet ihr diese "No Minors in Kink" Einstellung im englischsprachigen Raum für gerechtfertigt?
      - nein
      - nein, das Interesse fing langsam an, aber ausgelebt habe ich das erst ab 19

      Und 1999 gab es die SMJG noch gar nicht, ich glaube aber auch nicht, dass ich mich dorthin gewendet hätte. Ich habe mich mal 03/04 im Forum der SMJG umgeschaut, habe auch mit einigen dort schriftlichen und realen Kontakt gehabt.

      Ich war damals aber schon sehr zwiegespalten, was vermutlich auch damit zu tun hatte, dass ich eher Spätzünder in dem Bereich war - los gings bei mir erst mit 18.

      Ich hoffe, ich stecke jetzt nicht zu tief in der altmodischen Spießerschublade: ich finde, mit 14 sollte ein Jugendlicher weder Sex haben noch sich real mit SM befassen. So ab 16, je nach Reife, mag das dann anders aussehen.
      Das Erwachsensein und die harte Wirklichkeit kommen früh genug - auch wenn viele Jugendliche heute frühreifer sind als die früheren Generationen.

      Generell finde ich es gut, dass es die SMJG und somit eine Anlaufstelle gibt, nicht jeder kann oder möchte mit seinen Eltern über so was reden, und nicht alle Eltern sind offen dafür.
      Genauso gut finde ich es, dass dieser Bereich getrennt bleibt und ich verstehe jeden Forenbereiber etc, der aus rechtlichen Gründen da <18 keine Plattform gibt. Es hat eben auch nicht jeder Zeit/Lust/Ressourcen, einen öffentlichen Teil wie hier zu haben, in dem ständig kontrolliert wird, ob alles auch FSK frei formuliert wird.
      "Frauen haben auch ihr Gutes"

      Chat.Noir schrieb:

      Habt ihr etwas von dieser Diskussion mitbekommen?
      Habt ihr selbst als minderjähriger Mensch begonnen BDSM auszuleben und Angebote wie von der SMJG genutzt?
      Habt ihr das in guter oder weniger guter Erinnerung?
      Haltet ihr diese "No Minors in Kink" Einstellung im englischsprachigen Raum für gerechtfertigt?
      Zu 1:
      Nein. Davon habe ich nichts mitbekommen, da ich nicht in englischsprachigen Foren oä unterwegs bin.
      Zu 2:
      Ich habe schon mit 16/17 BDSM mit mir allein ausgelebt, das war Mitte der 80er Jahre. Da gab es weder Internet noch überhaupt irgendeine Stelle, an die ich mich diesbezüglich wenden konnte. Dementsprechend wusste ich nicht einmal, dass das BDSM war, was ich mit mir machte, ich wusste nur, daß das nicht "normal" war.
      Zu 3:
      Also keine Erfahrung mit der SMJG.
      Zu 4:
      Schwierig. Ich finde schon, daß Jugendliche die Möglichkeit haben sollten, sich zu informieren, ohne Scham oder Furcht.
      Aber es sollte altersgerecht geschehen.
      Außerdem bin ich der Meinung: Je mehr man versucht, Jugendliche auszuschließen, umso stärker werden manche sich gerade dem zuwenden, vor dem man sie eigentlich schützen möchte. Behütetes Begleiten (zuerst mehr, dann immer weniger) finde ich daher sehr viel besser als Ausschließen.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Als junger Mensch, der selbst in recht frühen Jahren BDSM entdeckte, finde ich solche Bewegungen oder Aussagen sehr sinnvoll, aber gleichzeitig auch.. kritisch.

      Chat.Noir schrieb:

      Dieses Beispiel wird oft dafür herangezogen, dass Menschen unter 18 nicht wissen, worauf sie sich einlassen und daher nicht in die Kinky Community gehören.
      Okay, nehmen wir an, ich bin 18 geworden. Weiß ich dann ab diesem Monent sofort, worauf ich mich einlasse und bin plötzlich erwachsen? Natürlich funktioniert das nicht so. Es gibt genügend Jugendliche und junge Erwachsene, die mit der Volljährigkeit noch lange nicht wissen, worauf sie sich einlassen. Genauso gibt es aber auch solche, die für ihr Alter schon sehr reflektiert und „erwachsen" sind.

      Chat.Noir schrieb:

      Was ich mich dabei frage ist, wie sollen diese Menschen denn Informationen erhalten und Erfahrungen sammeln, wenn sie wegen ihres Alters verallgemeinernd ausgeschlossen werden?
      Ganz blöd gesagt: heutzutage kommt man easy an Informationen oder diverse filmische Inhalte. :pardon: Du nennst ja schon die SMJG, die für Minderjährige auch eine super Anlaufstelle sein kann. Es gibt sicher englische Pendants dazu.
      Ich meine, was ist besser? Total verzerrte pornographische Inhalte, die zwar unter BDSM fallen, aber total krasse und „heftige" Sachen darstellen oder eine Onlineplattform, die wie hier Informationen aus ganz vielen verschiedenen Ansichten und Erfahrungen zur Verfügung stellt? Persönlich halte ich es dementsprechend auch einfach nicht sinnvoll, kategorisch aufgrund des Alters auszuschließen, denn an Informationen und fragwürdige Inhalte kommt man immer irgendwie. Ist ja teilweise schon auf YouTube zu sehen.

      Zu Deinen Fragen:

      Habt ihr selbst als minderjähriger Mensch begonnen BDSM auszuleben [...]?
      Ganz ehrlich? Ja. Zwar nicht auf persönlicher Ebene, sondern online, aber zumindest davon geprägt war es schon.

      Habt ihr das in guter oder weniger guter Erinnerung?
      Weniger gute Erinnerungen. Oder, um Dich zu zitieren:

      Chat.Noir schrieb:

      an Menschen geraten, die dies böse ausnutzen.
      Das ist mir passiert. Es gibt da viele Vollidioten, die das online ausnutzen. Wenn man dann erst recht keine Anlaufstellen oder Informationsseiten hat, kann es wirklich ganz schnell ganz kritisch werden.

      Haltet ihr diese "No Minors in Kink" Einstellung im englischsprachigen Raum für gerechtfertigt?
      Genau deswegen bin ich sehr zwiegespalten. Denn, wie gesagt, nur weil man 18 ist, ist man nicht plötzlich super erwachsen, andererseits hat nicht jeder mit 16 schon die Weisheit mit Löffen gegessen. Jetzt habe ich aber selbst noch einmal mich ein bisschen eingelesen und für viele heißt „No Minors In Kink" auch einfach, dass kein Minderjähriger mit einem Erwachsenen verkehren sollte. Ich denke, es ist sehr nachvollziehbar, warum.
      Jedoch finde ich, dass man trotzdem die Möglichkeit bieten sollte, dass sich eben auch junge Menschen oder minderjährige Menschen über die Thematik informieren können. Oder man macht es halt wie ich mit 15 damals: hab bis 23 Uhr gewartet und dann alle FSK 18 Inhalte eingesehen. :pardon:
      Außerdem haben so viele Menschen schon mit unter 18 Sex.. wer es dann wirklich ausprobieren will, wird es so oder so machen.
      Mitbekommen habe ich davon nichts. Sinnvoll ist diese Einstellung nicht. Es gibt gute Gründe, warum man auch gesetzlich während des Aufwachsens langsam immer mehr darf und nicht alles auf einmal. Man muss eben in Dinge (gilt selbstverständlich nicht nur für BDSM) reinwachsen und mit einer strikten "No Minors" Einstellung wird diese Chance genommen. Mal davon ab dass wer heutzutage Informationen oder Austausch oder (in jugendlichem Leichtsinn als passend empfundene) Partner sucht, sicherlich fündig wird.
      There will be a time when we must choose between what is easy and what is right.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von LittleSub ()

      ich stimme da @LittleSub zu. Wie heißt es so schön 'wo ein Wille ist, da ist auch ein Gebüsch'. Ausschließen ist keine Option. Mutiger, offener, Rat gebender Dialog schon. Denke, nur so läßt sich auch effektiv 'Schlimmes' vermeiden. Rumdrucksen und Stigmatisieren hat noch keinem geholfen - wenn ich mich dann noch an meine ersten Erfahrungen in dern 80ern denke - gruselig. Da haben wir doch heute viel mehr Optionen und Möglichkeiten - wenn man das Gehirn nicht ausschaltet und mutig für etwas einsteht.
      Be blessed and unstoppable!
      Ich finde auch das eine Begleitung und ein Ermutigen den eigenen Weg da zu finden mit möglichst viel Sicherheit viel besser ist als ein Ausschluß.

      Es natürlich schon schwierig sich als junger Mensch da auszuprobieren und natürlich....Gefahren gibt es überall. Ein junger Mensch der sich aber soweit schon damit beschäftigt - meist auch sehr refelktiert ist - sollte auch Möglichkeiten der Informationen haben.
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      Vielleicht noch eine Nachfrage für alle, die für ein "begleiten" sind:

      Was sind für Euch "richtige, angemessene" Informationen bzw Begleitungen?
      Und wer schaut dann, ob die Informierenden bzw Begleitenden sich daran halten?

      Wenn die beiden Punkte nicht geklärt sind, entsteht nämlich wieder das Problem, daß "interessierte Kreise" durchaus ihre eigenen Vorstellungen auf eine Art einbringen, die uns allen nicht ganz behagen.
      "Anti-intellectualism has been a constant thread winding its way through our political and
      cultural life, nurtured by the false notion that democracy means that
      ‘my ignorance is just as good as your knowledge."
      — Isaac Asimov, Column in Newsweek (21 January 1980)

      Chat.Noir schrieb:

      Habt ihr etwas von dieser Diskussion mitbekommen?
      Habt ihr selbst als minderjähriger Mensch begonnen BDSM auszuleben und Angebote wie von der SMJG genutzt?
      Habt ihr das in guter oder weniger guter Erinnerung?
      Haltet ihr diese "No Minors in Kink" Einstellung im englischsprachigen Raum für gerechtfertigt?
      1. Nein, von dieser Diskussion habe ich nichts mitbekommen. Ich hatte Kontakt zu Menschen in der amerikanischen Szene, die mir gesagt haben, dass es dort Stammtische für junge Menschen gibt, die "TNG" genannt werden. Allerdings meinten sie, dass diese "natürlich" nicht für Minderjährige gedacht sind.

      2./3. Ich habe den Begriff für meine Neigungen mit 14 gefunden. Vorhanden waren sie schon lange davor. Ausgelebt habe ich sie erst viel später, da ich mich (entgegen der Vorstellung vieler Erwachsener) eben gut informieren wollte und mir die Szene ziemlich unheimlich war. In der Zwischenzeit las ich viel und machte mir besondere Gedanken über die Sicherheit. Ein Nebeneffekt des mangelnden Austausches war, dass ich in den frühen 20ern ein ganz schön großes Brett vor dem Kopf hatte, was die Diversität der Neigungen anging. Da gab es dann überraschend viel, was in meinen Augen krank war... Ich habe nicht nur in dieser Hinsicht enorm davon profitiert, auf den lokalen SMJG-Stammtisch gegangen zu sein. Viele Freundschaften und damit auch mein Netz haben hier ihren Ursprung.

      4. Ich halte diese Einstellung nicht für gerechtfertigt, besonders dann nicht, wenn man, nur weil man diese verflixten ein zwei Jahre noch nicht hat, einfach von allem ausgeschlossen wird. Ich bin der Meinung, dass man als Community eine niedrigschwellige Hilfestellung zum Austausch für junge Menschen schaffen muss, nur eben nicht von oben herab mit "Tante Erna erklärt dir mal, wie BDSM funktioniert", sondern nebeneinander, quasi die Hand reichen, die Minderjährigen ernst nehmen und das am besten in direktem Kontakt mit Menschen, die nicht so viel älter sind.

      SirDevious schrieb:

      Vielleicht noch eine Nachfrage für alle, die für ein "begleiten" sind:

      Was sind für Euch "richtige, angemessene" Informationen bzw Begleitungen?
      Und wer schaut dann, ob die Informierenden bzw Begleitenden sich daran halten?

      Wenn die beiden Punkte nicht geklärt sind, entsteht nämlich wieder das Problem, daß "interessierte Kreise" durchaus ihre eigenen Vorstellungen auf eine Art einbringen, die uns allen nicht ganz behagen.
      Siehe das Zitat von @Pfauenauge:

      Pfauenauge schrieb:

      Chat.Noir schrieb:

      Haltet ihr diese "No Minors in Kink" Einstellung im englischsprachigen Raum für gerechtfertigt?
      4. Ich halte diese Einstellung nicht für gerechtfertigt, besonders dann nicht, wenn man, nur weil man diese verflixten ein zwei Jahre noch nicht hat, einfach von allem ausgeschlossen wird. Ich bin der Meinung, dass man als Community eine niedrigschwellige Hilfestellung zum Austausch für junge Menschen schaffen muss, nur eben nicht von oben herab mit "Tante Erna erklärt dir mal, wie BDSM funktioniert", sondern nebeneinander, quasi die Hand reichen, die Minderjährigen ernst nehmen und das am besten in direktem Kontakt mit Menschen, die nicht so viel älter sind.
      Ich würde begleiten durch niederschweflige Informations- und Austauschangebote und wohl hierzulande als aller Erstes auf Organisationen wie die SMJG oder aber auch dieses Forum hier verweisen, wo es bereits Beratungsstrukturen für Menschen unter 18 gibt.
      Den Vorschlag Berater*innen zu haben, die in einem gewissen Alterspektrum geringfügig älter sind finde ich auch gut.

      Was sind angemessene Informationen? Hm. Ich würde sagen die BDSM Basics, wie sie z.B. auf der Gentledom Hauptseite zu finden sind. Und diese Infos sind ja rein sachlich dargestellt.
      Hier und da ließe sich, je nach individuellen Interessen auch Buchlektüre empfehlen.

      Was Kontrollmechanismen für Mentor*innen angeht sehe ich außerhalb von Organisationen und Foren wie diesem hier eher schwarz.
      Mir sind zu viele Menschen begegnet, die mit Hintergedanken eine Mentor*innenrolle innehaben; sprich "Frischfleischjäger*innen" waren.

      Dabei fällt mir wieder mal ein, dass es dringend mehr niederschweflige Beratungsangebote für minderjährige, kinky Jugendliche braucht bzw. entsprechend aufbereitetes Infomaterial für anderweitige Einrichtungen wie Sorgentelefone etc. pp.
      “Everything has been figured out, except how to live.” (Jean-Paul Sartre)
      Von der Diskussion hab ich noch nichts mitbekommen.
      Ich bin definitiv der Meinung, dass Minderjährige nicht nur theoretisch über BDSM-Themen aufgeklärt werden sollten, sondern dass das Ausleben ihrer Neigung auch vollkommen okay und begrüßenswert ist. Wenn es z.B. Teil ihrer Sexualität ist, ist das meiner Meinung nach ihr Recht.

      Klar, manche Jugendliche sind noch nicht reif und verantwortungsbewusst genug dafür. Aber das sind auch manche 30-jährige nicht.
      Man kann Menschen nicht vor etwas beschützen (falsche Kontakte, gefährliche Praktiken unsachgemäß ausführen,...), wenn sie es wirklich tun wollen, indem man sie ausgrenzt.
      Mit offenen Armen aufnehmen finde ich deutlich besser. Sich austauschen, seriöse Plattformen zum Kontakte knüpfen bieten (Stammtische, Hauptseite usw.) und dann halt auch zulassen, dass sie sich ausprobieren. Das ist nicht anders, als bei Vanilla-Sex oder anderen vergleichbaren Sachen. Schuppern, vorsichtig rumprobieren, manches macht Spaß, manches nicht. Warum dann damit hinterm Berg halten und warten, bis man 18 ist?

      Ich selbst hab meine Sexualität zuerst nur über BDSM-Inhalte entdeckt, der Rest kam erst danach. Da war ich auch wirklich noch recht jung, vor 16 Jahren wäre ich wirklich noch nicht reif genug dafür gewesen. Ich hätte es ab dann aber gern praktisch ausgelebt, wenn ich diesbezüglich aufgeklärt worden wäre und tolle Menschen in meinem Alter gekannt hätte, die das auch wollen.

      Von daher: Minors in Kink is okay ^^

      SirDevious schrieb:

      Was sind für Euch "richtige, angemessene" Informationen bzw Begleitungen?
      Und wer schaut dann, ob die Informierenden bzw Begleitenden sich daran halten?
      Das ist mMn tatsächlich ein Problem.
      Richtige, angemessene Begleitung ist zB, Ü18-Themen auszusparen bzw. so zu erklären, daß sie nicht FSK18 sind
      Danach schauen? Da ist die Mehrheit der BDSMler gefragt. 100%ige Sicherheit kann es da nicht geben. .
      Aber genau aus dem Grund hat sich ja die SMJG geformt,
      In der heutigen Zeit kann man nur niedrigschwellige Angebote machen, ansonsten sind die Eltern und/oder Schule gefragt.
      Aber ohne entsprechende Angebote ist die Gefahr, daß die Jugendlichen an die Falschen geraten, stärker.

      Denn der sexuelle Trieb ist da, der vergeht nicht, wenn man sagt, Du bist erst 16 und darfst erst ab 18 dabei sein. Nicht jeder wird mit 16 warten können.
      Dann ist es besser, vorher aufzuklären.

      Wie sollten Jugendliche denn Deiner Meinung nach vorgehen (da Du dafür bist, sie auszuschließen)?
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud

      Pfauenauge schrieb:

      4. Ich halte diese Einstellung nicht für gerechtfertigt, besonders dann nicht, wenn man, nur weil man diese verflixten ein zwei Jahre noch nicht hat, einfach von allem ausgeschlossen wird. Ich bin der Meinung, dass man als Community eine niedrigschwellige Hilfestellung zum Austausch für junge Menschen schaffen muss, nur eben nicht von oben herab mit "Tante Erna erklärt dir mal, wie BDSM funktioniert", sondern nebeneinander, quasi die Hand reichen, die Minderjährigen ernst nehmen und das am besten in direktem Kontakt mit Menschen, die nicht so viel älter sind.
      Ich stelle mich schon mal zum Hängen zur Verfügung :saint: :

      Du darfst auch noch nicht wählen wenn Du diese 2 Jahre nicht hast und auch keine Spirituosen erwerben :yes: - sprich auch andere Dinge sind vom Alter abhängig.

      Ja ich kann "No Minors in Kink" durchaus nachvollziehen. Bei mir ist da aber ganz sicher nicht der Ausschlussgedanke der treibende, sondern der Schutzgedanke.
      Wer möchte das kontrollieren, wer möchte seine Hand dafür ins Feuer legen wer sich hinter welchem Nick "versteckt"?
      Eine Plattform für den jugendlichen Austausch finde ich eine tolle Idee aber auch da wäre meine Frage, wie sicher ist das?
      The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.

      William Shakespeare - As You Like It

      SirDevious schrieb:

      Was sind für Euch "richtige, angemessene" Informationen bzw Begleitungen?
      soviel und das was die betreffende Person braucht und an Bedürfnis hat.....pauschal könnte ich das nicht sagen.
      Sicher gibt es da einen gewissen "Nenner" der vielleicht auf sehr viele Personen zutrifft- ich würde es aber quasi 1:1 in der Begleitung halten wollen.

      SirDevious schrieb:

      Und wer schaut dann, ob die Informierenden bzw Begleitenden sich daran halten?
      Es ist ja ein Angebot, eine Unterstützung - ein Wohlwollen......klar kann es sein, daß es abgelehnt wird. Dann kann man nichts machen...sanktionieren wäre wohl nicht möglich und auch nicht gewollt.
      Wie weit man zusammen geht entscheidet der zu Begleitende.
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.

      newbarbie schrieb:

      Es ist ja ein Angebot, eine Unterstützung - ein Wohlwollen......klar kann es sein, daß es abgelehnt wird. Dann kann man nichts machen...sanktionieren wäre wohl nicht möglich und auch nicht gewollt.
      Wie weit man zusammen geht entscheidet der zu Begleitende.
      Und genau dabei ist für mich eine potentielle Gefahr für den Jugendlichen ... Wer will den Begleitenden und seine Intension den kontrollieren?

      Ich würde fürchten, dass das Wohlwollen hier und da dann anders als wir es jetzt wünschen ausgelegt wird.
      The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.

      William Shakespeare - As You Like It
      Guten Abend.

      da zugegebenermaßen mein zweites Posting aufgrund des Kontextsprunges etwas mißverständlich war, hier ein neuer Versuch : :)

      "no minors in kink" - Was steckt dahinter?


      vor ca 4-5 Jahren war eine englischsprachige Plattform sehr beliebt, deren Namen hier leider ausgefiltert wird. Ich nenne sie mal "plumpser". Dort wurden Bilder zu jeder Art Thematik hochgeladen und geteilt. Von Wissenschaftlichen Bildern des Monats über politische Meme bis hin ... ja ... zu (IMHO soften) BDSM Bildern. Leider fing es dort (wie auch auf anderen Platformen, die ich nicht so im Auge hatte) an, daß unter dem Stichwort DD/lg Bilder von ... möglicherweise Minderjährigen in einem stark sexualisierten Kontext gezeigt wurden. Meistens mit der Begründung "ist über 18/21 und nur kindlich zurecht gemacht". Dazu kamen dann recht schnell Captions/Texte der Art "Stiefvater&Stieftochter" bzw "Stiefmutter&-sohn" ... auch hier wieder "Ist doch nur eine Phantasie unter einvernehmlichen Erwachsenen!" - Und die Grenzen wurden immer verschwommener.
      Das hat dann nicht nur die "legalen" Ageplayer angelockt sondern eben auch unerwünschte und zwielichtige Elemente. Bis der unterschied zwischen "auf jung getrimmten" Erwachsenen und tatsächlich Minderjährigen nicht mehr zu treffen war. Zudem sind etliche Geschichten so geschrieben worden, daß -ohne es explizit zu erwähnen- eine der beteiligten Personen deutlich mit einer minderjährigen Person besetzbar war.

      Und damit die entsprechenden Blogs, Seiten und Communities nicht geschlossen wurden hat sich die "no minors in kink/bdsm" Bewegung breit gemacht, die sich eben gegen die Darstellung von Minderjährigen auf entsprechenden Community-getriebenen Kink-Webseiten gewandt hat und entsprechende Achtsamkeit erzeugen wollte.

      Wie oben schon gesagt, diverse Kredit- und Geldinstitute hatten zu der Zeit bereits angefangen entsprechende Projekte abzumahnen und ggf. sogar die Geschäftsbeziehungen zu beenden. Was auch vor entsprechenden großen Plattformen ... deren Namen hier auch gefiltert werden ... keinen Halt gemacht hat.

      Nach dem Tod von "plumpser" aufgrund eine ziemlich umfassenden Erotik-Bannes haben sich zahlreiche "Nachfolger" gebildet. Und diese haben - je nach Erfolg - ebenfalls mit dem Problem zu kämpfen, daß viele Bilder/Captions/Geschichten oft ziemlich dicht an gesetzlich verbotenem Inhalt vorbeischrammen. Immer mit der "Entschuligung", das sei "doch nur Phantasie". Instagram ist da nur eines von vielen Projekten. Patreon, etc hat ähnliche Probleme, wenn dort Minderjährige versuchen ihre Bilder, etc gegen Geld anbieten.

      Mit diesem Hintergrund unterstütze ich die "no minors in kink" Aktion. Minderjährige sollten einen gewissen Schutz genieße und nicht auf diese Weise dargestellt werden. (Wie oben schon gesagt, was unter "Minderjährig" fällt ist Sache des öffentlichen DIskurses und des Gesetzgebers).



      Aufklärung von Minderjährigen

      Ja, definitiv, auf keinen Fall dumm (an eventuellen Fehlern und Experimenten) sterben lassen. Und letzteres meine ich ernst. Ich habe hier vor Ort guten Kontakt zu in der Szene aktiven Ärzten. Was da allgemein so an Verletzungen aus Unwissenheit, Fahr- oder Nachlässigkeit geschehen ist schon erschreckend. Fallhände zu Zeiten des aufkommenden Shibari-Booms waren noch die harmloseren Sachen.

      Das Problem ist aber, daß nicht nur das Bewußtsein das Sein bestimmt, sondern auch umgekehrt, das Sein das Bewußtsein. D.h. wenn BDSM, D/s oder SM als "normale" oder gar "moderne" sexuelle Spielarten dargestellt werden. Erhöht sich auch der Druck "Das mal machen zu wollen/müssen".
      Im Gegensatz zu meinen Anfängen kommt somit eher eine extrinsische Motivation zum Zuge anstatt der intrinsische Wunsch nach einem solchen Lebensentwurf.

      Was die Angebote für Minderjährige betrifft: Ja, die SMJG ist schonmal eine gute Einrichtung. Aber auch diese hat einige Systemfehler.
      Zum einen die "Wissensbasis" - wenn man unerfahrene Leute an ein komplexes Thema setzt und Diskutueren läßt, entstehen sehr oft einfache Lösungen. Nicht nur in Foren, sondern auch der Politik und anderen Bereichen. - Nehmen wir z.b. diesen Thread. Viele haben ihre Texte mit "ich habe davon noch nichts gehort, aber..." eingeleitet und dann gegen die Aktion argumentiert. Mit Argumenten, die zwar sachlich durchaus zutreffend sind, das Thema aber verfehlen. Und schlußendlich kommt das Mehrheitsfazit: "Einschränkende, moralistisch-verbietende Aktion" heraus. Somit wird eine an sich gute Aktion aus Unwissenheit verrissen ...
      Ähnliches mit diversen D/s oder SM Themen. Aus einem bürgerlich-femisistischen Weltbild und Wertesystem sind etliche Praktiken, EInstellungen und Ansichten einfach ... unmöglich. Das aber viele SM-ler ursprünglich ein anderes Weltbild und Wertesystem hatten, wird dabei geflissentlich ignoriert. Entsprechend kann ein Diskurs ohne dieses Element keine Adäquate Bewertung vornehmen. Lediglich eine - ins bürgerlich-feministischen Weltbild passende - Projektion der bunten D/s und SM Welt behandeln. Der Rest ist - im wahrsten Sinne des Wortes - undenkbar.

      Die zweite Krux der SMJG ist die Idee des "sicheren Raumes". Der existiert dort genauso wenig, wie außerhalb. Ich habe in meiner "SMJG-Nahen" Zeit genug Probleme mit Älteren (i.e. 21-27 jährigen) erlebt, die Jüngeren (i.e. 14-18 jährigen) aufgrund ihres "Wissensvorsprungs" erzählen wollten, was ein/-e Sub/Dom zu tun hat und was nicht. Nicht viel anders als bei uns älteren ebenfalls - wenn man an die Falschen gerät.

      So, ich hoffe mal, ich habe das Textlimit nicht gesprengt, und bedanke mich für die Geduld beim Lesen!
      "Anti-intellectualism has been a constant thread winding its way through our political and
      cultural life, nurtured by the false notion that democracy means that
      ‘my ignorance is just as good as your knowledge."
      — Isaac Asimov, Column in Newsweek (21 January 1980)

      Hera schrieb:

      [...] sprich auch andere Dinge sind vom Alter abhängig.
      Stimmt, andere Dinge sind auch altersabhängig. Vanilla-Sexualität ist dies nicht in dem Maße. Für Vanilla Jugendliche ist das Ausleben von Sexualität weniger problematisch. Im Gegensatz zu ihnen kann ich als kinky Person, die mit Vanilla-Praktiken so überhaupt nichts anfangen kann, meine Neigungen eben nicht mit 14 ausprobieren, sondern bin gezwungen, für erfüllende Sexualität Jahre zu warten. Sitze auf der langen Bank mit tausend Selbstzweifeln, weil mir alle um mich herum erzählen, wie toll Sex ist und dass ich das auch mal ausprobieren müsste. Und ich denke mir: "Ja toll, das, was ihr mir da erzählt, finde ich überhaupt nicht anziehend. Was ist falsch mit mir?" Und das jahrelang, ohne mich auszuleben, weil Graubereich bis illegal oder für eine abgespeckte Version meiner Interessen die Eltern um Erlaubnis fragen (Keiner meiner Freunde fragte seine Eltern, ob er Sex haben darf...).
      Es ist mitunter als kinky Jugendlicher im Vergleich zu Vanilla Gleichaltrigen eine andere Situation. Das macht die Austauschmöglichkeit umso wichtiger.