"No Minors in Kink"

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      Pfauenauge schrieb:

      Es ist mitunter als kinky Jugendlicher im Vergleich zu Vanilla Gleichaltrigen eine andere Situation. Das macht die Austauschmöglichkeit umso wichtiger.
      Ja, das sehe ich durchaus und auch die Problematik, die sich da für den Jugendlichen ergibt.

      Deshalb finde ich eine junge BDSM Community auch (trotz meiner Bedenken) eine gute Lösung und ja aus verschiedenen Gründen würde ich mir da eine Altersgrenze nach oben wünschen.

      Btw. ich habe gerade mal nachgeschaut wo denn das durchschnittliche Alter für den ersten Sex in D liegt .... von 14 weit entfernt. Nein, es geht mir hier sicher nicht um Verbote aber ich wollte doch mal eben die Relation von jahrelang aufzeigen.

      Und nein, es geht mir auch nicht darum, einem suchenden Jugendlichen in seiner Entwicklung Steine in den Weg zu legen aber ich sehe eben auch die Gefahr, die auf der anderen Seite lauern könnte. Ich hätte jedenfalls kein gutes Gefühl wenn mein Kind (und ich weise jetzt ausdrücklich daraufhin, dass ich hier nicht von GD spreche) sich auf diversen Onlineplattformen für BDSM mit 14 Jahren bewegt.
      Schweigsamkeit ist der Text, der meistens falsch gelesen wird.

      Willy Meurer
      Wenn jemand in jungen Jahren diese Neigung ausleben möchte, wird man ihn nich daran hindern können. Selber habe ich erst Erfahrungen im Alter von 16 gemacht, habe es aber zu dem Zeitpunkt für ganz normal gehalten, für Experimentierfreude. Heute kann ich sagen, wir hatten einen verdammt guten Schutzengel. Vieles hätte arg schief laufen können, alleine schon deshalb, weil es das Risiko-Bewusstsein nicht gab.
      Von daher finde ich sachliche Aufklärung wichtig. Wenn gezielt nach Informationen gesucht wird, sollten diese auch zugänglich sein.

      Wo wir dann zu dem Problem kommen, wie man es zugänglich machen will.

      Wenn ich mir alleine anschaue, wir viele gestandene Frauen, alleine hier im Forum von negativen ersten Erfahrungen schreiben, dann muss man sich schon fragen wie man Jugendliche da schützen kann.
      Plattformen und da ist egal welche das ist, in denen sich dann vermehrt Jugendliche austauschen, werden auch immer die entsprechenden Jäger auf den Plan rufen.
      Das Thema ist echt problematisch. Die Sache ist die, je mehr man verbietet, desto reizbar wird es ja - dadurch umso gefährlicher. Es ist ab gewissen Alter normal, sich für die eigene Sexualität zu interessieren, mit dieser experimentieren und sie auszuleben. Nicht jeder Jugendliche wird sich dazu entschieden, ihre Sexualität früh auszuleben, es ist aber nichts verkehrtes wenn sie es tun. Es ist auch vollkommen normal, dass sich Jugendliche Pornographie anschauen. Es ist menschlich und vollkommen entwicklungsgemäß. Natürlich bringt es aber, vor allem im Kontext von BDSM, Schwierigkeiten mit sich.
      Ich würde mir wünschen, dass alle Jugendlichen die Möglichkeit haben, über ihre sexuellen Vorlieben wartungsfrei mit ihren Eltern zu sprechen, damit ihre Eltern ihnen helfen und sie gegebenenfalls schützen können. Ich kann meinem Kind theoretisch verbieten, mit BDSMartigen Aktivitäten zu experimentieren, ich kann es gar nahezu unmöglich machen aber ich bin nicht in der Lage einen Jugendlichen 24/7 zu überwachen. Streng Verbieten führt nur dazu, dass das Verhältnis zum Kind gestört wird und kann verursachen, dass das Kind eben nicht zu mir kommt, wenn es wirklich hart kommt. Das sehe ich jetzt auch in meiner engeren Familie. Meine kleine Cousine hat von ihrer Mutter aufgetragen bekommen, keinen Freund zu haben. Jetzt hat sie sich verliebt, will das explorieren und würde gerne mit Mama darüber reden, kann aber nicht. So redet sie zumindest mit mir aber ich bin ein Tausend Kilometer entfernt und wenn’s schlimm ist, bin ich eben nicht sofort da. Hier ist die Dynamik zwar 100zig Vanilla aber auch hier können Jugendlichen in brenzligen Lagen kommen.
      Als Mutter hätte ich gerne, dass meine Tochter auf den richtigen Moment wartet aber ich kann diesen Moment eben nicht bestimmen und ich wünsche mir, dass sie das Gefühl hat, sie kann mit mir über alles reden, damit ich ihr eben erklären kann, was SSC bedeutet und worauf sie achten muss. Was ich aber auf jeden Fall nicht tolerieren würde, wäre wenn die Auslebung der Sexualität nicht mit Gleichaltrigen erfolgen sollte. Erwachsene haben bei Jugendlichen, egal wie reif diese sind und aussehen, nichts zu suchen.
      Ich selbst habe bereits mit 15 meine ersten Erfahrungen gemacht. Mit meinen Eltern könnte ich darüber nicht reden. Meine Mutter hat mit mir früher sehr offen gesprochen, es endete allerdings als ich in das Alter kam, wo ich selbst schwanger werden konnte. Mittlerweile weiß ich, wovon dieser Sinneswandel kam aber das Verbieten und schwierig machen, hat nichts gebracht. Mein Partner war zwar ein Arschloch, der mich emotional ziemlich verletzt hat aber echt gefährlich wurde es zum Glück nie.

      Fazit: „no minors in kink“ ist ein Wunschdenken, das nicht realisierbar ist und mitunter dazu führt, dass sich Jugendliche von uns wenden, statt in Hilfe zu bitten. Eine offene, umfassende Sexualerziehung ist ein wichtiger Baustein bei der Prävention von sexuellen Missbrauch. Ich kann mich nur dann schützen, wenn ich weiß wovor.
      Guten Morgen,
      Ich unterstütze das aus biologischen Gründen. Das pubertierende Gehirn ist eine Großbaustelle. Zeigt einem Zehnjährigen Bilder von Gesichtern. Trauer, Wut, Freude – selbst ein Kind ist ziemlich gut darin, die Gefühle anderer zu lesen. Mit ca 11 wird es schlechter. Mit 12 wird es ganz schlecht und bis es wieder auf dem alten Stand ist, hat es den Führerschein. Erst dann versteht der Teenager, den Du gerade anschreist – weil er statt um 0:00 Uhr um 8:00 Uhr nach Hause kam, zum Beispiel –, dass Du womöglich ein wenig erregt bist. Dazu kommt die Berg- und Talfahrt der Hormone....
      LG
      Gio
      ’’Bloß jene Herrschaft ist von Bestand, die freiwillig zugestanden wird.‘‘
      Machiavelli