Verwirrende Gedanken

      Verwirrende Gedanken

      Gestern lachte ich sehr über diesen Witz von @Annimax:

      "Ist die Tasche nicht total teuer? Wie kannst du sie dir leisten? Hat
      bestimmt dein Sugar Daddy gekauft, damit du ihm einen bläst. "
      "Nein, eigentlich mein Geldsklave, damit ich ihm in die Eier trete."

      So nach und nach ist mir das Lachen vergangen. Da mischte sich dieser Witz unter die Gedanken über meine derzeitige Situation.
      Ich kenne jetzt meinen Wiener Künstlersklavenfreundlänger als ein Jahr. 3 Session in 2 Monaten, dann sagte er mir, er könne sich keine Beziehung mit mir vorstellen, möchte aber die Freundschaft zu mir erhalten. Nach ein paar Tagen stimmte ich zu.
      Wir verstehen uns gut miteinander, können uns so viel miteinander austauschen. Fast ausschließlich über WhatsApp. Sehr seltene gegenseitige Besuche.
      Wir hatte in all dieser Zeit zwei Mal Sex miteinander, Vielleicht insgesamt 10 Sessions. Allerdings waren unsere WA-Unterhaltungen zu einem guten Teil auch sehr BDSM-geprägt.
      Irgendwann fing er an, mir Sachen zu kaufen. Spielzeug. Kleidung für Sessions. Bestand darauf, mir Stiefel zu kaufen. Ich bestellte sie mir, er überwies das Geld. Brachte Kunstlederröcke mit. Dann bestellte ich mir ein Minikleid, für den gemeinsamen Besuch im SMart-Cafe nächste Woche. Er zahlte. Und meinte, ich brauche unbedingt eine Lederjacke, es werde ja schon herbstlich. Eigentlich wollte ich nicht, er bestand darauf. Also kaufte ich mir eine Kunstlederjacke. Eine gute. Alles andere als billig. Er bezahlt.
      Das alles verwirrte mich schon sehr. Er will keine Beziehung. Will auch nur sehr selten Sessions. Aber will mir solche Sachen kaufen.
      Und dann dieser Witz.
      Zahlschwein
      Ohne den wäre ich nicht auf diesen Gedanken gekommen. Ich betrachte ihn nicht als Zahlschwein. Ich schätze seine Freundschaft. Und hätte gerne mehr. Eine Beziehung.
      Aber einen Schritt zurückgegange, benimmt er sicht fast wie ein Zahlschwein.
      Puh :S
      Huh... schwierig da von außen etwas sagen zu können. Kennst du denn seine Hintergründe? Was für Beziehungen hat/hatte er?
      Ist jetzt eine Menge Spekulation, kann in den Mann nicht reinschauen. Vielleicht versucht er mit den Geschenken für seine Unfähigkeit oder Nichtwollens einer richtigen Beziehung mit dir zu kompensieren.
      Vielleicht kommt es aber auch von ganz anders her. Immerhin starteten seine Geschenke nicht sofort. Glaube also eher nicht, dass er den Fetisch "Zahlschwein" hat.

      (ich hoffe diesee Beitrag is hier in der Kategorie "offener Blog" angebracht, ansonsten kann er gerne wieder entfernt werden - gilt auch für mich. :) )

      LadySarah schrieb:



      Zahlschwein
      Ohne den wäre ich nicht auf diesen Gedanken gekommen. Ich betrachte ihn nicht als Zahlschwein. Ich schätze seine Freundschaft. Und hätte gerne mehr. Eine Beziehung.
      Aber einen Schritt zurückgegange, benimmt er sicht fast wie ein Zahlschwein.
      1) weiss er, was in Dir vorgeht?
      2) stört es Dich dass er Dir Sachen schenkst oder denkst du vielleicht einfach dass es Dich stören sollte?

      alles liebe,
      das necarinchen :)

      (ich hoffe diesee Beitrag is hier in der Kategorie "offener Blog" angebracht, ansonsten kann er gerne wieder entfernt werden)
      Êr ist hatte zwar schon BDSM-Erfahrungen vor mir, aber nicht übermässig viel. So manches was er heute mag, konnte er sich anfangs nicht vorstellen. Es ist vielleicht keine wahnsinnig starker Fetisch, oder er muß sich da selbst erst darin finden. Aber ich hatte nie um eins dieser Dinge gebeten. Und wieso sollte er das *keine Beziehung wollen* kompensieren? Wir pflegte bereits ein halbes Jahr eine Freundschaft, als er damit anfing.
      Der Gedanke kam mir auch, dass er kompensiert.
      Er ist dein Sub, ja? Also will er alles für dich tun, dich glücklich machen. Aber mit der Absage an eine Beziehung hat er dir einen Wunsch abgeschlagen. Vielleicht hat er sogar Angst, dich zu verlieren.
      Also versucht er dich auf andere Weise glücklich zu machen, mit Geschenken.
      Möglicherweise kann er so besser ausdrücken, wie viel ihm an dir liegt.
      Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein
      Friedrich Nietzsche
      @Necarina
      Es ist erstmal verwirrend. Störend? Ein bisschen. Ich will ihn nicht ausnützen. Deshalb sagte ich bei der Jacke erstmal nein. Aber er lies mich wissen, das es ihm Freude bereitet.
      Wenn ich ihn nicht dermassen schätzen würde, könnte ich diese Dinge leichter annehmen. Nicht ausnützen wollen. Das ist der Punkt. Und ihn freut es, das ist die andere Seite.
      Obwohl, als ich die Jacke gekauft hatte, habe ich mich wirklich gefreut und ihm gleich ein Bild geschickt.
      Ist für Deine Meinung zu eurer Situation seine Motivation von Belang, oder geht es "nur" um den "ich sollte das nicht gut finden"-Aspekt?

      Wenn seine Motive eine Rolle spielen, dann solltest Du das mit ihm erörtern und den tatsächlichen (!) Grund seiner Schenkungen ergründen.
      Spekulationen helfen Dir nicht weiter...
      We like to think we're the Roadrunner, but we're the Coyote.
      Mhmm...ich hab auch auch verwirrende Gedanken und kann Deine gut nachvollziehen...Dich mal ganz doll drück, wenn ich darf?

      So ist das... wenn Wünsche, Ansprüche und Bedürfnisse auseinanderdriften.

      Was ist befriedigend und erfüllend für die eine oder die andere Seite...?

      Was brauch der eine oder andere zum glücklich sein?

      Wir Menschen sind doch oftmals sehr verschieden im Anspruch und auch in der Erwartunghaltung an den anderen.
      Sind auch oftmals bereit Anderes zu geben, als DAS, was das Gegenüber sich ersehnt.

      Die grosse Suche nach dem passenden Deckel zum Topf.

      P. S. ich darf nicht jammern....mein zweites Problem befindet sich auf einer Spielweise... die LIEBE ist bei mir zu Haus.

      ...
      Trotzdem will der 'Kopf' begreifen... manchmal hilft allerdings es nur als gegeben hinzunehmen.

      Tröstende Grüsse...

      Die Eule
      @Mars
      Ich versuche das einfach mal für mich irgendwie auf die Reihe zu kriegen. Das ist eine Situation, wie ich sie nie zu vor hatte. Diese unterschiedlichen Signale: ich will nichts von dir - ich will dir und mir eine Freude machen.
      Ich hatte zwischendurch ein schlechtes Gewissen wegen all des Geldes, das er für mich ausgab. Und freute mich an seiner Freude, wenn ich ihm Bilder schickte.
      Und niederschreiben und andere Gedanken dazu lesen, ist für mich eine gute Methode, mir über alles klarer zu werden.
      Hmmm... schwierig...
      Er will keine Beziehung, also keine, die über Sex, Sessions und Whatsapp hinaus geht, richtig? Aber er macht dir Geschenke, d.h. er will das, was du ihm gibst, nicht verlieren und sich dafür bedanken.
      Du willst eine Beziehung, also mehr als Sex, Sessions und Whatsapp. Aber ohne Geschenke, die in dir ein schlechtes Gewissen auslösen.

      Das ist also genau das Gegenteil. Es passt nicht.
      Warum will er keine intensivere Beziehung? Kann er nicht? Hat er schon eine andere, in der er das nicht findet, was du ihm gibst?
      Warum willst du die Geschenke nicht einfach akzeptieren? Fühlst du dich zu einer "Gegenleistung" verpflichtet?

      Egal wie es ist, wie lange soll das gehen? Er kann ja nicht immer so weiter machen und dir die halbe Welt schenken. Das muss aufhören. Sag ihm das. Aber nicht per Whatsapp. Vielleicht findet ihr einen Mittelweg. Wenn nicht, dann passt es einfach nicht für eine intesivere Beziehung.
      Er hat im Moment keine andere Dom und auch keine Freundin. Vor einiger Zeit meinte er, dass er gerne wieder eine Session hätte. Da schrieb ich ihm klipp und klar: nur, wenn dich dich in der Session vorbehaltlos hingibst. Keine Zurückhaltung. Die hatte ich in den letzten Sessions bei ihm gesprürt.
      Zitat: Selbst ein Sklave ohne feste Bindung an eine Herrin sollte in der Zeit, in der er sich ihr unterwirft, dies voll und ganz tun. Ohne Zurückhaltung und ganz zu ihrem Willen. Wenn der Sklave dazu willens und fähig ist, wird sie sich mit fester Hand seiner Erziehung widmen. Nur, mit weniger wird sie sich nicht zufriedengeben.
      Er willigte ein. Und mir war es recht. Weil ich mittlerweile damit zurechtkam, dass er für mich weniger Gefühle hegt als ich für ihn. Mir aber nach dem letzten Reinfall die Partnersuche etwas verleidet ist.
      Diese Geschenke passten für mich irgendwie nicht in die Art der Nicht-Beziehung, wie wir sie führen.
      Aber je mehr ich darüber nachdenke, dest klarer werde ich mir darüber. Ich verlange nichts von ihm. Aber wenn es ihm eine Freude macht, soll es halt so sein.
      Liebe @LadySarah,

      vor einigen Jahren lernte ich über das Internet eine Frau kennen. Wir sind uns in einem Forum über den Weg gelaufen und haben schnell gemerkt, dass die Chemie zwischen uns stimmt. So kam es auch schnell zu einem Treffen - und vielen weiteren. Sie ist lesbisch - ich nicht. Aber sie hat in der Hinsicht kein Interesse an mir. Wir verstehen uns einfach unglaublich gut, haben den gleichen Humor und ticken auf emotionaler Ebene sehr ähnlich. Da ist eine ganz tiefe Verbindung zwischen uns.

      Ein halbes Jahr nach unserem Kennenlernen hatte ich Geburtstag. Sie wusste, dass ich schon seit geraumer Zeit den Wunsch hegte, mir ein neues Fahrrad zu kaufen, da ich zu dem Zeitpunkt leider keins hatte. Ich hatte schon angefangen zu sparen, denn es sollte ein gutes Fahrrad sein. Sie fragte mich, ob sie mir eines zum Geburtstag schenken dürfe. Das hat mich ziemlich irritiert und es kam mir komisch vor, also habe ich es abgelehnt. Wir haben einige Gespräche geführt und daraus ging hervor, dass ihre einzige Intention war, mir eine Freude zu bereiten. Sie liebt es, Menschen zu erfreuen, die ihr viel bedeuten. Ich selbst bin im Grunde genauso gestrickt, nur dass ich keine Geschenke machen kann, die viel Geld kosten. Aber vom Gefühl her sind wir genau gleich: Wir empfinden Glück und aufrichtige Freude, wenn wir jemanden glücklich machen können, der uns am Herzen liegt. Ich mache das oft und gerne. Bei ihr kommt hinzu, dass sie einen sehr gut bezahlten Job hat und sich seit vielen Jahren auch immer etwas beseitelegt. Sie hat also keinerlei Sorgen in der Hinsicht. Wenn sie mir etwas schenkt, fehlt ihr danach nichts.

      'Warum denn nicht? Ich hab es - du nicht. Du müsstest lange dafür sparen, brauchst dieses und jenes aber jetzt. Und manchmal brauchst du auch einfach nur Freude. Und wenn ich sie dir machen kann, ist es mir eine ebenso große Freude und macht mich glücklich. Du brauchst deshalb kein schlechtes Gewissen zu haben. Ich mache das unglaublich gern! Bitte nimm es einfach an.'

      So in etwa hat sie es schon öfter formuliert. Es fällt mir zwar immer noch ein bisschen schwer, es anzunehmen, wenn sie mir etwas schenkt, was ich mir selber nicht unbedingt leisten könnte, aber ich kann es inzwischen trotzdem so hinnehmen, weil ich weiß, dass sie einfach so ist. Hintergedanken gibt es da nicht und eine Gegenleistung erwartet sie auch nicht. Es ist einfach ihre Art. Sie ist so. Sie hat Freude an meiner Freude, unterstützt mich manchmal gerne und sagte zu Anfang auch mal, dass sie mir damit auch 'Danke' sagen möchte. Wie gesagt: Ich bin da ganz ähnlich, nur mache ich eben auf eine andere Weise Freude, gebe Halt und Unterstützung usw. Etwas anderes kenne ich von meinen anderen Freunden auch nicht. Vielleicht kam es mir so eigenartig vor, weil es mir bis dahin fremd war, 'große Geschenke' von Freunden zu bekommen.

      Das Wichtigste ist aber: Das, was uns wirklich verbindet und was uns an unserer Freundschaft am wertvollsten ist, ist das, was wir uns auf emotionaler und geistiger Ebene geben. Würden wir uns auf menschlicher Ebene nicht ergänzen, könnte sie mir noch so tolle Geschenke machen wollen: Ich würde sie nicht annehmen.

      Manche Menschen sind einfach so. Ob das auf deinen Freund auch zutrifft, weiß ich natürlich nicht. Aber wenn es so ist und es dir nicht unangenehm ist, versuch es zu akzeptieren und anzunehmen. :)
      Liebe @Zofe
      Danke für diesen Gedankengang. :blumen: Darauf wäre ich nicht so schnell gekommen. Aber es ist stimmig.
      Er und ich sind ja sehr stark auf einer Wellenlänge. Können lange hin- und herschreiben. Gepflegte Ausdrucksweise, Wortspielereien und dann wieder Wechsel zu einer derben Worten , wenn grade ins virtuelle Spiel paßt. Er ist auch der einzige Mensch in meinem Leben, bei dem ich den Wechsel von Liebschaft hin zur Freundschaft akzeptieren konnte. Neben dem ich auch mehrere Nächte schlafen konnte, ohne dass etwas passierte. Weil mir seine Freundschaft wichtig ist.
      Und vielleicht ist es für ihn wirklich reine Freude, mir diese Dinge zu schenken.
      Dieser Gedanke gefällt mir auch viel besser als der des Zahlschweines. Mit dem wollte ich mich nicht anfreunden, auch wenn er sich etwas aufdrängte.
      Und von dieser Sichtweise aus kann ich mich auch wirklich darüber freuen. :thumbsup:
      Seit einem Jahr kenne ich diesen Mann mit dem es eine Beziehung nicht geben wird, obwohl ich es mir einmal gewünscht hätte. Es ist eine Freundschaft entstanden und geblieben. Und er hat mir kürzlich zwei Geschenke kurz nacheinander gemacht, ein Geschenk an die Sklavin und eines an die Menschin. Beide Geschenke waren teuer.
      Von Zahlschwein kann bei einem Dom nicht gesprochen werden und ich habe mir ebenfalls viele Gedanken gemacht, was er damit ausdrücken will. Gesagt hat er, dass er seine Wertschätzung zum Ausdruck bringen wollte. Und ich nehme es inzwischen genau so an. Im übrigen hatten die Geschenke einen Preis, aber der eigentliche Wert besteht für mich darin, dass sie von jemandem kamen, der mich offenbar sehr gut kennt und weiß, was mir gefällt und eine Freude macht.

      Sprich mit ihm, um seine Motive zu erfahren, aber es gibt sie, die Menschen, die gern eine Freude machen.
      -Es gibt nix, wo mehr Erotik ausstrahlt, wie wenn man mit Worten und Sprache gut umgehen tut. -

      LadySarah schrieb:

      Ich verlange nichts von ihm. Aber wenn es ihm eine Freude macht, soll es halt so sein.
      das ist ganz entscheidend - finde ich.

      Und ich denke....es gibt eben Leute da hat Geld nicht die Bedeutung - und das ist auch gut so.
      Wenn man genug Geld hat....nicht wirklich alles braucht und lieber sozusagen"vor Ort" jemanden beschenken will und das Glück und die Zufriedenheit sehen will ...warum nicht.

      Klar - was ist genug Geld......kann man immer noch weiter anhäufen. Ich hab die Erfahrung gemacht wer selbst einmal mit ganz wenig auskommen musste (dazu zähle ich auch) dem bedeutet das Glück eines anderen mehr als das Geld auf dem Konto.

      Beeinträchtigen ihn denn diese Ausgaben?......Essen und Miete kann er ja wohl noch zahlen-trotzdem.......?!

      Ich denke er will Freude schenken, denn ihn macht das Geld so nicht glücklich.
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.