Schütz/ schützen

      Schütz/ schützen

      Im Moment bin ich wirklich stark am Meinungsbild hier interessiert.

      Schützen....

      Weil das in einem anderen Thread aufkam...
      Es gibt Menschen die man schützen muss oder schützen will, im Zusammenhang mit Bdsm.

      Hmmm....ich kann das voll und ganz unterschreiben, wenn es darum geht, dass sich jemand in einer Notlage befindet in der er Schutz benötigt. Da wäre ich mit einer der ersten die sich kümmern, die Kontakt aufnehmen zu entsprechenden Stellen, die unterstützen, zuhören, dableiben.

      Nur die Art von Schutz war nicht gemeint, es ging eher um den Schutz weil jemand naiv oder blauäugig ist.

      Das wird es für mich dann ziemlich abstrakt...da kann ich verdammt wenig mit anfangen.

      Zum einen bin ich immer irritiert, wenn jemand der Meinung ist einen anderen schützen zu müssen, ohne dass dieser wirklich um Hilfe fragt.

      Dann stellt sich mir auch immer die Frage, kann man jemanden wirklich vor sich selber schützen?

      Bitte beachtet, dass ich mich jetzt hier rein auf das Ausleben von Bdsm beziehe und nicht auf andere Lebenssituationen.


      Wie empfindet ihr das?
      Ich helfe nicht.
      wenn jemand mich um etwas bittet, denke ich darüber nach und entscheide wie Ich handeln werde.
      Ich habe auch nicht das Bedürfnis zu retten, zu missionieren und zu helfen.
      Ein Jeder Mensch ist vollkommen.
      Wenn jemand Fragen hat, kann man Antworten, wenn man Antworten hat.
      Man kann niemanden vor sich selbst schützen, an dem Punkt spricht man einem erwachsenen Menschen seine Mündigkeit ab. Wenn man Menschen retten will, Spielt das eigene mit. Die Frage ist nach der Motivation, warum man das machen will?
      Wieso kann man einen anderen Menschen nicht respektieren? Man kann ihm seine Gedanken Respektvoll mitteilen zum Gedanken Anstoss, sofern der andere das will.
      wirkliche Hilfe entsteht dann, wenn man kein Interesse an dem Ergebnis hat. Wenn einem egal ist was daraus wird, wenn es nicht wichtig für einen selbst ist, das nennt man auch Respekt.
      klar kann man sagen, das das was jemand tut nicht schlau ist oder unvorteilhaft, aber ist dem wirklich so? Vielleicht ist genau das die Erfahrung, die die Person braucht um sich selbst zu finden.
      wenn man einen Menschen rettet vor sich selbst, wenn er sich umbringen will, dann übernimmt man die Verantwortung für dessen leben. Was will man tun? Ihn sein ganzes Leben 24/7 kontrollieren? Wenn derjenige sich umbringen will, wird er es tun.
      die meisten Menschen retten andere Menschen, damit sie sich selber retten können, sie wollen sich selbst heilen indem sie anderen helfen.
      ich denke da an eine Familienhilfe, die psychische Probleme hat und sich die Haare rausreisst, aber anderen erklären will was richtig und falsch ist.
      Meiner Ansicht nach ist das Missbrauch.
      Somit sind die wenigsten Menschen sind persönlich geeignet zu helfen.

      Books schrieb:

      wirkliche Hilfe entsteht dann, wenn man kein Interesse an dem Ergebnis hat. Wenn einem egal ist was daraus wird, wenn es nicht wichtig für einen selbst ist, das nennt man auch Respekt.
      Ich bin sehr froh, dass Tausende von Pflegekräften und anderen Menschen im Gesundheitswesen das anders sehen. Und Eltern. Und Menschen überhaupt.

      Nach der Logik gäbe es ja nichts respektvolleres als einen Roboter...ich kann gar nicht in Worte fassen, was die Vorstellung in mir auslöst.
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
      Ich bin wie in den meisten Bereichen auch hier für ein gesundes Mittelmaß. Keine Hilfe aufdrängen, aber auch nicht völlig
      links liegen lassen. Aufgedrängte Hilfe ist furchtbar. Das hat in anderen Bereichen dazu geführt, dass sich mir bei dem Satz
      "Darf ich dir n Tipp geben?" schon die Nackenhaare sträuben.
      Aber ich möchte auch in der ein oder anderen Situation nicht warten, bis jemand um Hilfe bittet, wenn ich auf das ein oder
      andere hinweisen möchte. Jemand bittet vielleicht erst um Hilfe, wenn schon einiges im Argen ist. Für mich ist wichtig, mich
      zumindest anzubieten. Hier macht der Ton die Musik. "Darf ich dir einen Rat geben?" wird von mir nie kommen. Aber vielleicht
      ein "Ich habe dieses und jenes schon erlebt. Wenn du dich austauschen möchtest, bin ich bereit dazu." Was derjenige dann damit
      macht, ist ihm überlassen.

      Callimorpha schrieb:

      Bitte beachtet, dass ich mich jetzt hier rein auf das Ausleben von Bdsm beziehe und nicht auf andere Lebenssituationen.
      Also in diesem Jahr hatte ich inzwischen fünf Zuschriften mit Leuten die Problem nach Hypnosen hatten. Der Fall diese Woche, dem habe ich zu einer Anzeige geraten, da eine Straftat vorliegt. Wenn die Leute sich vorab besser informiert hätten wäre es zu einem Großteil der Schäden wohl nicht gekommen, aber wie an diese spezifischen Infos kommen? Das geht nur, wenn man in den Themen wo es um Hypnose im Kontext BDSM geht etwas dazu schreibt. Auf Covern hinweisen ist ähnlich, nicht alle nehmen dieses Wissen für sich an und selbst bei jenen kann etwas schieflaufen, aber tendenziell weniger als bei jenen die Covern gar nicht kennen.

      Books schrieb:

      Ich habe auch nicht das Bedürfnis zu retten
      Das glaube ich dir.

      Books schrieb:

      wenn man einen Menschen rettet vor sich selbst, wenn er sich umbringen will, dann übernimmt man die Verantwortung für dessen leben.
      Der Satz ist der Grund warum ich mich hier beteilige, für mich gibt es aktuell genug Themen hier die in die Richtung gehen, wie viel Aufklärung ist gut. Bei deinem Satz muss ich mich aber einfach dennoch äußern. Würde jeder so denken, wäre unsere Gesellschaft bedeutend kälter und ärmer. Suizide können eine Kurzschlussreaktion sein, sie können in labilen Gemütszuständen vorkommen, usw. Jemand der bei klarem Verstand ist, die Tragweite erkennt und dauerhaft den Lebensmut oder auch die Lebensfreude verloren hat, da finde ich es sogar richtig zu helfen (Befürworte die aktive Sterbehilfe), aber das ist nicht die Mehrheit, es gibt genug Leben die gerettet werden können und lebenswert sind und ja, ich habe schon jemand durch einen Hinweis bei der Polizei in die geschlossene gebracht. Habe ich deswegen nun die Lebensaufgabe über diese Person zu wachen, nein, diese Aufgabe hat jeder von uns, man nennt es das soziale Miteinander in der Gesellschaft. Vor einigen Wochen saß eine Freundin von mir in meiner Küche und sie ist bei der Notfallseelsorge, tja dann kam der Anruf, dass sich eine Schülerin vor einen Zug geworfen hat.

      Books schrieb:

      die meisten Menschen retten andere Menschen, damit sie sich selber retten können, sie wollen sich selbst heilen indem sie anderen helfen.
      Ich wäre sehr gespannt, ob du das den Notfallseelsorgern die dann am Montag in der Schule die Schüler betreut haben auch so ins Gesicht sagen würdest.

      Books schrieb:

      anderen erklären will was richtig und falsch ist.
      Meiner Ansicht nach ist das Missbrauch.
      Wer sich aufzwängt der kann einen Missbrauch begehen. In deinem Beispiel geht es um eine Frau der Familienhilfe, diese drängt sich nicht auf, diese ist staatlich berufen den Schutz von Kindern im Auge zu haben. Wenn man als Elternteil evtl selbst betroffen ist und seine Fehler nicht sieht, dann mag es ein Eingriff sein, den man als Missbrauch wahrnimmt, dies dürfte aber nur ganz selten der Fall sein. Da wo die Familienhilfe anrückt, liegt einiges im Argen, die kommen nicht aus Spaß oder wegen eines persönlichen Bedürfnisses.

      Books schrieb:

      wirkliche Hilfe entsteht dann, wenn man kein Interesse an dem Ergebnis hat.
      Ich empfehle den Besuch eines Hospizes um diesen Standpunkt selbstkritisch zu hinterfragen. Die Leute dort sind in der Regel sehr engagiert und wollen helfen, dass es ihren Patienten gut geht.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Guten Morgen,

      Ich nehme hier einfach die Frage auf (Zitate fett und kursiv, ist am Handy einfacher)

      Zum einen bin ich immer irritiert, wenn jemand der Meinung ist einen anderen schützen zu müssen, ohne dass dieser wirklich um Hilfe fragt.


      Dann stellt sich mir auch immer die Frage, kann man jemanden wirklich vor sich selber schützen?


      Bitte beachtet, dass ich mich jetzt hier rein auf das Ausleben von Bdsm beziehe und nicht auf andere Lebenssituationen.

      Wenn jemand mich um meine Meinung bittet, dann wird er diese erhalten, wenn mich jemand nach Hilfe fragt, werde ich helfen, wenn ich kann.
      Werde ich nicht gefragt, gerade in Form einer Fragestellung zu Bdsm, halte ich mich zurück. Kluge Ratschläge, wenn nicht erbeten, können auch nach hinten los gehen.

      Hilfe kann es in vielerlei Form geben. Manchmal reicht es ein offenes Ohr zu haben, Unterschlupf zu gewähren oder einfach nur zur Seite zu stehen. Es geht nicht darum jemanden zu therapieren oder gar zu manipulieren. Jeder Mensch tickt anders und man kann das eigene Gefühl oder erleben auf eine andere Person projizieren.

      Wenn ein Mensch eine Erfahrung machen will, dann wird er sie machen. Ob positiv oder negativ. Retten kann ich also nichts aber da sein, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Auch das ist Hilfe, nicht den Zeigefinger zu heben und Vorhaltungen zu machen.

      Gerade im Bdsm können Sachen schief gehen und das gilt für beide Seiten. Da ist es wichtig das man Rat und Hilfe erhält, wenn man diese sucht.
      ~ Fly as you might ~

      Callimorpha schrieb:

      Bitte beachtet, dass ich mich jetzt hier rein auf das Ausleben von Bdsm beziehe und nicht auf andere Lebenssituationen.

      Ich zitiere hier einfach einmal, worum es @Callimorpha geht.

      Andere vor sich selbst schützen...

      Vor gewissen Praktiken?
      Nein, ich gehe erst einmal davon aus, dass es sich um Menschen handelt, die mündig sind und über ihr Handeln selbst entscheiden können und dürfen.
      Außerdem wüsste ich gar nicht, wovor ich jemanden denn bei gewissen Praktiken schützen sollte?
      Vielleicht geht seine Neigung in eine ganz andere Richtung und ihm gefallen Dinge, die ich mir nicht vorstellen könnte und umgekehrt.
      Diese Erfahrungen kann ich niemandem abnehmen und möchte ich auch gar nicht.

      Vor dem falschen Dom, Sub, Partner (hier sollte der Satz mit: bezieht sich auf Männer und Frauen... stehen) schützen?
      Wie soll ich dies denn anhand von Schilderungen aus einem Beitrag beurteilen können?
      Gewisse Dinge sind klar ersichtlich natürlich - aber das ist dann auch die Sache mit der Straftat und nicht BDSM - es soll hier aber um BDSM und keine Straftaten gehen, somit... Nein, ich kann diese Dinge aus einem Beitrag nicht beurteilen.
      Hier wird sehr oft von Subs berichtet, NACHDEM sie ihr erstes Treffen mit negativer Erfahrung hinter sich gebracht haben.
      Und wenn man diese Beiträge liest, ja, dann lief man in diese Treffen blauäugig und naiv hinein, stimmte Alkohol zu, stimmte Treffen nachts in seinem Auto zu. Stichwort Selbstverantwortung.
      Kann ich so jemanden schützen?
      Nein, wie denn? So jemand schreibt doch erst, nachdem schon alles Geschehen ist.
      Meine Professoren sagten immer: Wissen ist eine Holschuld, keine Bringschuld.
      Noch nie war es so einfach sich zu informieren, wie zu Zeiten des Internets. Und wenn dann wieder der Einwand kommt: "Ja, aber es gibt so viele Seiten und da wird das alles unterschiedlich beschrieben."
      Dann kann ich nur sagen: "Ja, aber es sind erwachsene, mündige Menschen, die für sich selbst entscheiden können, dürfen und müssen, welche Informationsquellen sie nützen, was sie davon glauben, nicht glauben, umsetzen oder nicht umsetzen."
      Also auch hier: Nein, ich kann so jemanden nicht schützen.

      Vor gewissen Lebensweisen des BDSM schützen?
      Auch hier ein klares Nein von mir.
      Wie soll ich denn entscheiden können, ob jemandem eine gewissen Lebensweise gefällt oder nicht?
      Hier gehe ich - wie in den oben beschriebenen Fällen - davon aus, dass es sich um erwachsene und mündige Menschen handelt, die mit ihrem Partner kommunizieren und sich über ihren gemeinsamen Weg einig sind, die diesen Weg einvernehmlich beschreiten - mit allen Für und Wider.
      Hier passt dann vielleicht das Thema Aufklärung wieder, allerdings würde ich eher sagen: erklären statt belehren.

      Wovor könnte man Menschen im BDSM denn noch schützen müssen? Oder halt nicht schützen müssen?

      Gentledom schrieb:

      Also in diesem Jahr hatte ich inzwischen fünf Zuschriften mit Leuten die Problem nach Hypnosen hatten. Der Fall diese Woche, dem habe ich zu einer Anzeige geraten, da eine Straftat vorliegt. Wenn die Leute sich vorab besser informiert hätten wäre es zu einem Großteil der Schäden wohl nicht gekommen, aber wie an diese spezifischen Infos kommen? Das geht nur, wenn man in den Themen wo es um Hypnose im Kontext BDSM geht etwas dazu schreibt. Auf Covern hinweisen ist ähnlich, nicht alle nehmen dieses Wissen für sich an und selbst bei jenen kann etwas schieflaufen, aber tendenziell weniger als bei jenen die Covern gar nicht kennen.
      Hypnose war hier im Forum ja mal ein Thema. Das große Problem das ich daran sehe, dass alleine das Thema Hypnose ganze Foren füllt.
      Meine ganz persönliche Meinung dazu, angewandte Hypnose gehört in die Hände von Fachleuten aus dem psychologischen Bereich. Um die Jahrtausendwende habe ich mich mit dem Thema beschäftigt, auch Seminare besucht und in einem Forum, dass mittlerweile aber nicht mehr existiert, mit moderiert.
      Als ich dann endlich genügend Wissen hatte, und auch schon damit experimentiert hatte, wurde mir klar, dass mir einfach der psychologische Background fehlt. Mir wurde bewusst, welche Verantwortung ich trage, dass unter Umständen, ganz viel schief laufen kann. Entweder hätte ich mich wirklich in die Psychologie reinknieen müssen oder und den Weg habe ich genommen, das ganze an den Nagel gehangen.

      Sollte dazu Bedarf bestehen,wäre ich gerne bereit, vorhandenes Wissen auch mitzuteilen.

      Ansonsten zu deinen Zuschriften die du bekommen hast. Je nachdem was vorgefallen ist, macht es für die geschädigten Personen Sinn sich an einen Hypnotiseur mit entsprechender Ausbildung im therapeutischen Bereich zu wenden, um Erlebtes Aufzuarbeiten, an nicht abrufbar Erinnerungen zu kommen und ggf. gesetzte Anker wieder zu lösen.

      Und wenn wir schon einmal bei dem Thema sind.Hypnotiseur ist kein geschützter Begriff, jeder unabhängig ob und welche Ausbildung jemand hat, so kann sich in Deutschland jeder nennen. Ebenso kann jeder Seminare/ Schulungen anbieten. Zur Jahrtausendwende gab es gerade in dem Bereich mehr schwarze als weiße Schafe.

      Dominantseptakkord schrieb:

      Books schrieb:

      wirkliche Hilfe entsteht dann, wenn man kein Interesse an dem Ergebnis hat. Wenn einem egal ist was daraus wird, wenn es nicht wichtig für einen selbst ist, das nennt man auch Respekt.
      Ich bin sehr froh, dass Tausende von Pflegekräften und anderen Menschen im Gesundheitswesen das anders sehen. Und Eltern. Und Menschen überhaupt.
      Nach der Logik gäbe es ja nichts respektvolleres als einen Roboter...ich kann gar nicht in Worte fassen, was die Vorstellung in mir auslöst.
      Es geht nicht um Empathie und um Pflege. Es ist allerdings spannend wie meine Worte verstanden werden. Eine Krankenschwester oder eine Pflegekraft pflegt, weil es der Job ist, weil sie oder er Freude daran hat. Da wären wir bei Motivationsebenen....
      Was dabei rauskommt ist egal, du kannst keine 80 jährige kn eine 20 jährige verwandeln und doch kann man einer 80 jährigen das Leben lebenswert machen. Das Leben ist facettenreich und nicht schwarz weiss. Du nimmst meine Worte und wendest sie auf deine Beispiele an ohne Das sie zusammen passen. Einer Pflegekraft steht der sinn nicht zu, beurteilen zu dürfen ob es sinnvoll ist. Es ist ihr Job. Und das nichts mit meinen Worten zu tun. Ein steak Ist keine Möhre.
      @Books wäre das nur hier so, dann würde ich sagen es ist ein Missverständnis. Aber geh doch mal auf dein Profil und klicke Likes und dann auf erhaltene Dislikes. Dieses falsch verstanden, zieht sich durch zig deiner Beiträge, ob nun die Aussage, es gibt keine gewaltfreie Erziehung oder andere. Ob es an deinen Ansichten und Einstellungen liegt oder an deiner Ausdrucksfähigkeit kann ich nicht sagen, aber auch hier bekommst du ne Menge Dislikes, vielleicht liegt es nicht primär an denen, die sie verteilen.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Hmmm...
      Ich versuche mal meine Meinung darzulegen, obwohl ich finde, die zwei Themen die du geschrieben hast, müssten fast in den selben Thread, weil sie ineinanderfliessen.

      Also, als aller erstes: Wenn mich jemand um Hilfe bittet, dann helfe ich! Bzw. versuche mindestens eine Lösung zu finden oder die richtige Ansprechsperson. Weil ich einfach denke, dass viele Menschen so ticken wie ich, was heisst, wenn ich aktiv um Hilfe bitte, dann ist Feuer im Dach. Klar gibts da auch schwarze Schafe, aber das weiss man nicht im Vorraus und deshalb nehme ich anfangs jede Bitte um Hilfe ernst.

      Um die Kurve zum BDSM zu kriegen und somit muss ich eben hier den Zusammenschluss zum anderen Thread (Aufklärung) machen, sehe ich es so: Man kann wie gesagt viel mit Aufklärung schaffen. Beim Covern bin ich zwigespaltener Meinung, aber finde es gut, dass es das Angebot gibt. Nichtsdestotrotz finde ich, man darf nicht dieses Bild von einer Schutzblase vermitteln, auch nicht gegenüber den „blauäugigen/naiven“, denn der beste Schutz ist man immer noch selbst! Und darauf muss man auch konsequent hinweisen. Und wenn sie es nicht können, muss man es ihnen irgendwie beibringen, was ich zugebe nicht einfach ist und ich auch keine abschliessende Lösung habe. Vielleicht aus einem alltäglichen Beispiel aus dem Leben einer Mutter (mich):
      Kinder kommen mit einem Urvertrauen auf die Welt, die Menschen die sie in den ersten zwei/drei Jahren umgeben (Mama, Papa, Grosseltern und noch paar andere) meinen es in den meisten Fällen gut mit dem Kind und darauf kann sich das Kind verlassen. Dann kommt der Zeitpunkt in dem man vermitteln muss, dass es eben nicht nur liebe, nette, gute Menschen gibt und das in dem Rahmen ohne dem Kind a) panische Angst zu machen und b) die ganze Welt als böse darzustellen.
      Dies ist machbar aber nicht einfach. Und jetzt kommt das trotzdem: Trotzdem kann immer was passieren und ich kann mein Kind (leider) nicht vor allem schützen auf dem Weg in die Selbstständigkeit.
      Und so sehe ich das eben auch im Bezug auf Schutz im BDSM.
      Schutz - schützen - beschützen ...

      Wir sind hier in einem BDSM-Forum, darum werden hier Fragen zu dem Thema gestellt und Antworten gegeben. Wenn ich eine Frage stelle, muss ich damit rechnen Antworten zu bekommen - ob die mir gefallen oder nicht, steht auf einem ganz anderen Blatt. Antworte ich immer richtig, angemessen korrekt? Bestimmt nicht, weil da oft eben auch Emotionen dazukommen. Ist das schlimm? Nein. Darf ich deshalb nicht antworten? Doch - solange ich die Netikette nicht verletze und auch keine Lügen verbreite, um jemanden zu manipulieren.

      Denn wenn nicht mehr alle Antworten gegeben werden dürfen, weil das eben den einen oder anderen davon abhalten könnte etwas zu tun oder zu lassen ist das Nichtzulassen einer Antwort dann nicht genauso eine Einschränkung = "Schutz" meines Gegenübers? Spreche ich meinem Gegenüber damit nicht ab, die Antworten, die hier kommen selbst sortieren zu können?

      Und ich lese auch desöfteren, dass Fories sich angegriffen fühlen, weil ihr Lebensstil in Abrede gestellt wird. Ja, ist vielleicht manchmal nicht einfach, sich gegen den Mainstream zu behaupen. Aber wenn ich von dem Weg, den ich gehe, überzeugt bin, warum muss ich mich dann rechtfertigen? Und muss ich dann vor Antworten "geschützt" werden, die mir nicht gefallen? Nö, wenn ich an das glaube, was ich tue, drehe ich mich um und denke mir meinen Teil.

      Es gibt zwei Tragödien im Leben eines Menschen: Wünsche, die sich nicht erfüllen ... und Wünsche, die sich erfüllen!
      (frei nach Oscar Wilde)

      Callimorpha schrieb:

      Nur die Art von Schutz war nicht gemeint, es ging eher um den Schutz weil jemand naiv oder blauäugig ist.

      Das wird es für mich dann ziemlich abstrakt...da kann ich verdammt wenig mit anfangen.

      Zum einen bin ich immer irritiert, wenn jemand der Meinung ist einen anderen schützen zu müssen, ohne dass dieser wirklich um Hilfe fragt.
      Also zunächst einmal glaube ich nicht, dass wir hier im Forum wirklich Menschen vor sich selbst schützen können.
      Wir können lediglich versuchen (!), Menschen vor möglichen Fehlern zu bewahren.
      Wobei auch das schwer ist, weil das, was für den einen ein Fehler ist, wird für einen anderen keiner sein.

      Ich würde lieber Schutz durch Fürsorge ersetzen.
      Meine Motivation ist eher, dass andere gewisse Dinge nicht erleben sollen, die ich als negativ erfahren habe.
      Das ist für mich Fürsorge für den Nächsten.
      Nicht jeder muss doch in dieselben Fallen wie ich tappen, oder?
      Insbesondere, wenn man bemerkt, dass derjenige diese Fallen so gar nicht bedenkt.
      Ich verstehe deshalb umgekehrt nicht, wie man genau diese Fallen anderen zumuten kann, wenn man die Möglichkeit hat, darauf hinzuweisen, dass bei der und der Praktik die und die Gefahr besteht.
      Dieser Hinweis befreit jedoch niemanden davon, letztendlich selbst eine Entscheidung zu treffen.
      Aber ihn ins offene Messer rennen zu lassen, finde ich nicht sehr empathisch.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Ich mache einen Unterschied zwischen jemanden schützen oder jemanden helfen.

      Wenn jemand um Hilfe bittet, also z.B. einen Rat braucht, dann bittet er nicht um Schutz.
      Der Rat kann dann denjenigen (vor etwas) schützen, muss es aber auch nicht.

      Ich habe lange überlegt vor was ich Schutz brauchen könnte oder vor was ich andere schützen könnte/sollte. Dabei bin ich, wie Phoibe, alles durchgegangen, was mir dazu einfiel und bin zum gleichen Ergebnis gekommen, sodass ich das an dieser Stelle nicht mehr aufbröseln muss.

      Ich kann nur mich selbst schützen und mein bester Schutz ist die Information. Diese Plattform ist Information. Neben all den Tipps können Z.B. Erfahrungsberichte im Forum – gerade die „schlechten Erlebnisse“- Leser sensibilisieren und damit auch schützen (vor Unfällen oder was auch immer)
      Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.
      Ein Schutz ist für mich eindeutig das Covern.

      Derjenige, der den Auftrag dafür annimmt, ist der Retter in der Not,
      sollte das Treffen nicht so ablaufen, dass es "gesund" für den Gecoverten wäre.

      Schutz gibt auch ein(e) Dom, der seine(n) Sub/Skalvin nur unter Aufsicht bespielen lässt.

      Alles andere gehört für mich in den Bereich Aufklärung und Vorsorge.
      Auch wenn es widersprüchlich klingt:
      Ihr Ego muss stark genug sein, um seine begrenzte, defensive Haltung und Kontrolle aufgeben zu können.
      Sie brauchen ein starkes Ego, um das Ego transzendieren zu können.

      - John Bradshaw, Das Kind in uns -
      Ich finde, dass deine beiden Threads über Aufklärung und Schutz zusammengehören @Callimorpha.

      Ich kann mich nur selbst schützen, wenn ich aufgeklärt bin. Ein Beispiel abseits von BDSM: Bin ich in der Natur unterwegs und weiß nicht, dass es giftige Pilze und Beeren gibt und probiere alles, was gut aussieht, kann das sehr unangenehme Folgen haben.

      Zum ungebetenen Schutz anbieten oder dem Bedürfnis jemanden vor sich selbst zu schützen.

      Einerseits kann ich es verstehen, wenn jemand persönlich schlechte Erfahrungen mit einer Praktik, einer Lebensweise gemacht hat und dann versucht andere zu warnen, dass diese nicht gleiche oder ähnliche Fehler begehen. Was dabei vergessen wird, ist, dass persönliche Erfahrungen von jedem anders empfunden werden. Was für den einen gar nicht geht, ist für den anderen genau die Erfüllung aller Sehnsüchte.

      Andererseits liest man in einem Forum nur das geschriebene Wort, interpretiert da eigene Erfahrungen und Befindlichkeiten hinein. Was vielleicht nur als Hinweis gemeint war, empfindet jemand anders als Einmischung oder Bevormundung.

      Ich kann niemanden vor sich selbst schützen im Rahmen von BDSM.
      Ich kann aber aufklären (durch persönliche Erlebnisse), Hilfe anbieten (nicht aufdrängen!), zuhören... und ich kann andere Lebensentwürfe respektieren.
      "This world is just illusion..."

      trytofly schrieb:

      Wenn jemand um Hilfe bittet, also z.B. einen Rat braucht, dann bittet er nicht um Schutz.
      Der Rat kann dann denjenigen (vor etwas) schützen, muss es aber auch nicht.
      :sofa: Wenn ich in einem Thread soviel rote Farbe sehe, überleg ich mir ja erst mal, Schutz zu suchen :D


      Ich bin eigentlich am nächsten bei @trytofly


      Wenn man darüber spricht "Jemanden zu schützen" dann würde ich das mit aktivem Eingreifen definieren. Das kann übergriffig sein, ist es im Normalfall wahrscheinlich auch.

      Blöde aber einfache Beispiele, damit ich vielleicht einigermassen klar machen kann was ich meine:

      - Ich will bergsteigen, aber jemand versteckt meine Ausrüstung, um mich vorm Abstürzen zu schützen

      Ist natürlich nicht akzeptabel. informier mich über Statistiken zu Unfällen bei Bergsteigern und überlass mir die Entscheidung, ob ich das Risiko eingehe. :yes:


      - Ich bin auf mit einem Auto dem Weg zu einem Date, telefonisch nicht erreichbar und das Date ist nachweislich ein Serienkiller. Jemand ruft die Polizei mein Auto anzuhalten.

      :) Fänd ich jetzt akzeptabel :yes:

      Ich weiss die Beispiele sind blöd, aber was ich damit sagen möchte ist, das der Grad eigentlich nicht besonders schmall ist. Wenn man der Meinung ist, jemand macht einen Fehler und man macht sich Sorgen, dann bringt man denjenigen auf denselben Wissenstand den man (vermeintlich) selber hat, informiert über die eigenen Bedenken und läßt dann demjenigen die Entscheidung.

      Wenn mein Wissenstand eindeutig höher ist als der des Betroffen und ich habe keine Möglichkeit das auszugleichen, kann es durchaus okay sein, schützend einzugreifen.

      Ich hoffe, es ist einigermassen verständlich, was ich hier stammel ;(
      Du, Du und Du - mitkommen, unanständige Sachen machen!! ::drool::

      Feuerpferd schrieb:

      Wir können lediglich versuchen (!), Menschen vor möglichen Fehlern zu bewahren.
      das sehe ganz genau so..dazu gehört für mich aber auch entsprechend zu informieren/aufzuklären.
      ...natürlich nicht aufdrängen.........manchmal hilft es ja auch schon etwas zu erwähnen...beiläufig.


      trytofly schrieb:

      Ich mache einen Unterschied zwischen jemanden schützen oder jemanden helfen.
      :thumbsup: Hilfe muss man auch annehmen wollen bzw. können. Überstülpen geht da gar nicht.


      Callimorpha schrieb:

      kann man jemanden wirklich vor sich selber schützen?
      ja und nein.......ich kenne auch Leute die quasi darum bitten vor sich selbst geschützt zu werden......
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.