IPlaySafe App

      IPlaySafe App

      Ist jemand schon einmal über die IPlaySafe App gestolpert?

      Die Idee ist erst mal wirklich super: Eine Art Social Network für Leute, die gern auf Partys gehen und verifiziert gesund sind. Man bekommt ein Test Kit zugeschickt, dieses wird auf sexuell übertragbare Krankheiten ausgewertet und wenn alles oki ist, gibts den grünen Haken.

      Soweit die Idee. Ziemlich klasse. :yes:

      Aber:

      - Wer garantiert mir, dass auch der/diejenige, dem das Testkit zugeschickt wurde, auch selber den Abstrich macht?

      - Was denken die Leute, wenn man angemeldet ist, aber kein Häkchen hat, weil man den Testkit noch nicht zurückgesandt hat, es verloren gegangen ist oder nicht vernünftigt eingepflegt?

      - Welche Folgen könnte das haben, wenn die Daten verschwinden? Oder die Sache mal so groß ist, dass z.B. Krankenkassen oder Auskunfteien Interesse daran haben könnten?

      Also, so gut wie ich die Idee finde, dabei würde ich nach 10 Sekunden drüber nachdenken mich absolut nicht wohl fühlen :fie:
      Du, Du und Du - mitkommen, unanständige Sachen machen!! ::drool::
      Eine Verständnisfrage: Wird dieser Test nur einmal gemacht oder jedes Mal, wenn man beabsichtigt, sich mit einer konkreten Person zu treffen / eine Party zu besuchen?

      ... und wie ist das eigentlich mit z.B. HIV, kann man das durch einen Abstrich nachweisen? ?(

      Es gibt zwei Tragödien im Leben eines Menschen: Wünsche, die sich nicht erfüllen ... und Wünsche, die sich erfüllen!
      (frei nach Oscar Wilde)

      Mirage schrieb:

      Wird dieser Test nur einmal gemacht oder jedes Mal, wenn man beabsichtigt, sich mit einer konkreten Person zu treffen / eine Party zu besuchen?
      Das funktioniert wohl über die Farbe des Veri-Häkchens. Einmal getest gibt einen blauen Haken, regelmäßige Tests einen roten. Hab noch mal nachgesehen, alleine das Einsenden eines Testes, der noch nicht ausgewertet wurde, reicht für einen grünen Haken.

      Mirage schrieb:

      z.B. HIV, kann man das durch einen Abstrich nachweisen?
      Abstrich habe ich jetzt einfach so geschrieben, wahrscheinlich muss man auch ne Blutprobe beilegen oder so. Das Testkit ist für: Chlamydien,Syphellis, Gonorrhea, Hypatitis B, Trichomoniasis und HIV 1/2
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      Annimax schrieb:

      Man bekommt ein Test Kit zugeschickt, dieses wird auf sexuell übertragbare Krankheiten ausgewertet und wenn alles oki ist, gibts den grünen Haken.
      Es wird auf sechs übertragbare Krankheiten getestet, wobei es eigentlich fünf sind, da sie auf zwei verschiedene Aidstypen testen und diese dann jeweils einzeln zählen. Also wenn ich jemanden ungeschützt vögel der dort einen grünen Haken hat, kann ich mir problemlos Herpes Genitalis einfangen um nur mal eine Krankheit zu nennen die dort nicht aufgeführt ist.

      Die Frage ist, für wen macht so etwas Sinn? In meinen Augen Leuten die eh schon immer mal wieder ungeschützten Sex mit unbekannten/häufig wechselnden Personen haben. Immerhin würde in einer solchen Community eine Verbreitung solch einer App helfen können, dass es nicht noch mehr Übertragungen gibt.

      So eine falsche Sicherheit kann übrigens auch unschöne Effekte haben, nehmen wir mal an niemand missbraucht das System und jeder schickt wirklich sein Material ein, dann haben wir eine Gruppe die danach wahrscheinlich deutlich bereiter ist ungeschützt miteinander zu vögeln. Ergo durch die Vielzahl von ungeschützten Kontakten könnten sich die ungetesteten Krankheiten sogar noch viel besser ausbreiten und selbst jene auf die getestet sind könnten vermehrt weitergeben werden, wenn die Tests nicht eine sehr kurze Verifikationshaltbarkeit haben (man behält ja scheinbar seinen Haken ewig, wird nur, wenn es länger als 6 Monate zurückliegt in einer neue Verigruppe verschoben) dann steigt sogar die Gefahr in meinen Augen, wenn jemand promiskuitiv lebt können selbst 6 Monate ne Menge Sexualpartner bedeuten. Dass man bereits vor das Testergebnis bekannt ist nur wegen der Teilnahme nen Haken erhält zeigt wie sehr es da um wirklichen Schutz zu gehen scheint. Da fällt mir ein, bekommen dann auch meine Sexualkontakte eine Systemnachricht wenn ich mal positiv getestet werden würde, wäre durchaus sinnvoll um Infektionsketten zu unterbrechen.

      Wobei es sehr wahrscheinlich auch Leute geben wird, die genau die Schwäche des Systems ausnutzen, dass eben jeder Account jedes Testmaterial einsenden kann. Ergo fragt man einen Freund oder sagt ihm, hey hier ist ein Testkit, wenn du willst mach den Test, ich übernehme die Kosten und teile dir dann das Ergebnis mit.

      Ich vertraue Menschen und nicht Haken in einer App bei der etwas anonym verifiziert wird. Vor man ungeschützt fickt sollte man sich testen und in meinen Augen auf mehr als diese 5,5 Krankheiten.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Aus medizinischer Sicht bedenklich, weil es genug Menschen gibt, die sich durch sowas in falscher Sicherheit wiegen.

      Was, wenn einer aus dem getesteten Cluster „ausbricht“, und sei es nur ein Mal, oder vom Partner betrogen wird oder sonstwas?

      solche Tests machen genau bis zum nächsten Ereignis, zb bis zum nächsten Clubbesuch, Sinn. Und auch nur dann, wenn Dinge wie das diagnostische Fenster berücksichtigt werden. Zudem muss der Test korrekt durchgeführt werden und nicht irgendwie so la la.

      zudem könnte das dadurch erzeugte falsche
      Sicherheitsgefühl zu vermehrter Sorglosigkeit führen und damit das Risiko sogar eher leicht steigen. Ich habe zb auch gelesen, dass bei Menschen, die PREP nutzen, die inzidenz anderer STDs wie Syphillis steigt. Man hat ungeschützten Sex, weil man sich ja nicht mehr so leicht mit HIV infizieren kann, und Treponema Pallidum freut sich.

      Meines Wissens gibt es keinen Test, der es erlaubt, eine HIV-Infektion mittels Abstrich zu diagnostizieren. Man verwendet für die gängigen Tests Serum, braucht also eine Blutentnahme. Es gibt Schnelltests, wie valide die sind, weiß ich nicht.

      Syphillis (die übrigens wieder auf dem Vormarsch ist) kann man aus frischen Sekret aus dem Primäraffekt (Geschwür an der Eintrittsstelle des Erregers) unterm Mikroskop nachweisen, gängiger sind aber auch hier Abtikörpersuchtests aus dem Serum. Auch von einem Selbsttest auf HPV hab ich noch nie gehört.

      Call me killjoy - ich würde mich nicht da anmelden, mir wärs zu unsicher.
      „Jetzt ist einfach nicht die Zeit für Partys“
      D. Kalayci, Gesundheitssenatorin Berlin

      "Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht".
      ~ Jean-Paul Sartre -

      Gentledom schrieb:

      man behält ja scheinbar seinen Haken ewig, wird nur, wenn es länger als 6 Monate zurückliegt in einer neue Verigruppe verschoben
      :yes: so verstehe ich das leider auch

      Gentledom schrieb:

      wobei es eigentlich fünf sind
      :gruebel: ich hab im Februar einen STI-Test gemacht und grad mal draufgeguckt, da sind es sogar 10 Ergebnisse :yes:
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      Evtl sollte man der App, so wie sie ist eher den Namen geben: "I play unsafe App! But fuck off, I have fun!" oder "Make STI great again".
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      Poetin schrieb:

      und - was ist „regelmäßig“?
      bei der app reicht alle 6 Monate für den roten Haken, also die dort höchstmögliche "Sicherheits-"Stufe.

      Poetin schrieb:

      keinen Test, der es erlaubt, eine HIV-Infektion mittels Abstrich
      wie gesagt, das hatte ich nur so geschreibselt, beim Arzt wurde auch Blut und Urin abgenommen :yes:
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      Poetin schrieb:

      Aus medizinischer Sicht bedenklich, weil es genug Menschen gibt, die sich durch sowas in falscher Sicherheit wiegen.
      :yes:

      Der Aspekt, auf den ich rauswollte, ist aber ein ganz anderer: Da entwickelt eine Privatfirma eine App, die mich anhand sehr sensibler Daten irgendwo einordnet. Wenn beim Test was rauskommen sollte, dass die Vergabe des Häkchen verhindert, haben die ja ganz genau in der Datenbank was, wann und warum.

      Mir fällt auf die Schnelle kaum etwas mit höherem Missbrauchspotenzial ein :pardon:
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      Ja, @Annimax , das ist auch genau das, was mir - neben den medizinischen Aspekten und der Frage nach den Missbrauchsmöglichkeiten auf persönlicher Ebene - große Bauchschmerzen bereiten würde. Wer genau bekommt meine Daten? Wie werden sie gespeichert? Wer hat Zugriff darauf? Auf welchen Servern in welchem Land liegen meine Daten?
      Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Ich persönlich würde einen solchen Dienst niemals in Anspruch nehmen, da er keine Sicherheit bietet - auf keiner Ebene -, sondern das genaue Gegenteil.

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      Die Frage ist auch... was passiert, wenn jemand die App nutzt und sein Freigabehäkchen irgendwann verliert? Dann ist ja klar, dass diese Person sich mit einer STD infiziert hat. Das sind auch Informationen, die ich SO nicht unbedingt zugänglich machen wollen würde.

      Und würden andere Kontakte dann informiert, ähnlich wie bei der Covid-App?
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      Annimax schrieb:

      Wenn beim Test was rauskommen sollte, dass die Vergabe des Häkchen verhindert, haben die ja ganz genau in der Datenbank was, wann und warum.
      Auch wenn ich das Konzept schlecht finde, gehe ich ganz ganz stark davon aus, dass es eine anonyme App sein wird, alles andere halte ich für unvorstellbar. Also ähnlich wie die App die derzeit ein gar nicht so kleiner Teil der Bevölkerung auf seinem Handy hat (nein wir diskutieren nicht hier drüber), man kann solche Apps ohne großen Aufwand so machen, dass es ans Handy gebunden ist, ohne dass wer weiß zu wem dieser Datensatz gehört. Aber bevor man sich so etwas draufzieht würde ich mir als Nutzer das Datenschutzkonzept auf jeden Fall anschauen :)
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      Annimax schrieb:

      wie sollen die Tests versenden, wenn die nicht Name und Anschrift haben?? Das wird vielleicht nicht in der App selber zu sehen sein, aber wer weiss, wo das noch gespeichert wird?
      Total einfach, das ist kein Hexenwerk und mir fallen spontan zig Möglichkeiten ein.

      Testkit kommt also direkt an mich und nicht an einem Packstation, OK dann weiß das Unternehmen, ich habe den Test. Wenn aber der Kunde selbst (zum Beispiel über die App) oder auch selbst einen Code generiert (dann man müsste nur prüfen können, ob der Code bereits vergeben ist oder er muss lang und komplex genug sein) und man online das Testergebnis für diesen Code abrufen kann, dann wüsste das Unternehmen nichts (Ok ich gehe davon aus, sie gleichen nicht Poststempel und Zeiträume ab)... dann kann man mittels des Codes später in der App das Ergebnis einspielen... fertig... und wenn ich dafür bezahlt würde, würde ich so ein Konzept nicht in zwei Minuten sondern an einem Tag entwickeln und dann wäre es wahrscheinlich deutlich besser... ist also alles möglich :)
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      Es gibt bestimmt ganz viele Möglichkeiten, so eine App und den ganzen Rattenschwanz hintendran - bzw. in diesem Fall vorneweg - sicher zu gestalten. Und trotzdem würde ich so sensible Daten niemals ohne Not rausgeben. Denn leider gibt es keine 100% Sicherheiten im Netz.

      Ich möchte gar nicht mal den Entwicklern oder den Auftraggbern dieser App unlautere Absichten unterstellen. Aber so ein System ist nicht geschlossen, da arbeiten verschiedene Unternehmen zusammen und das müssen zwar keine Risikofaktoren sein. Aber das Gegenteil kann mir auch niemand garantieren. Und nur "just for fun" wäre mir der Preis (im Sinne von Risiko) viel zu hoch.

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      Annimax schrieb:

      - Wer garantiert mir, dass auch der/diejenige, dem das Testkit zugeschickt wurde, auch selber den Abstrich macht?
      Wie Du schon bemerkt hast ungeeignet. AO Fans machen soetwas direkt vor Ort. Der Einlass findet dann nur nach der Wartezeit der Auswertung statt.
      Man sollte dennoch zu bedenken geben das solche Schnelltests nicht 100% sind.
      Da ist das geringe Geld für Verhütungsmittel immernoch gut angelegt. Ich würde auf die Sicherheit ohne weiteres jedenfalls nicht verzichten.
      Ich hörte Sie sagen, die Macht ist mit dir !