Androgyne Denkweise

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      Guten Morgen :coffee:

      Callimorpha schrieb:

      Privat kann ich tapezieren, Laminat verlegen, Holzdecken einziehen, Lampen anschließen und vieles mehr.
      Das sind alles Dinge die mich interessiert haben, die ich aus genau diesem Grund gelernt habe. Ob das jetzt männlich oder weiblich ist, da habe ich mir nie Gedanken drüber gemacht, für mich war es sinnvoll!
      Eben, sinnvoll ... also wer legt fest ob das sinnvolle eher männlich oder eher weiblich ist? Ich schließe mich Dir an, ich denke nicht darüber nach was das was ich tue ist, für mich ist das immer geschlechtsneutral. Was ich nicht als geschlechtsneutral empfinde ist die Ausführung der Dinge.

      Callimorpha schrieb:

      Allerdings sehe ich mich dadurch nicht als Vorbildfunktion für andere, auch nicht als etwas Besseres als andere Frauen.
      Ganz im Gegenteil, ich habe einfach nur etwas aus dem eas mir in die Wiege gelegt wurde gemacht. Dafür will ich aber auch nicht mehr Anerkennung bekommen, als ein Mann diese bekommen würde.
      Und genau da möchte ich einhaken, solange wir Haushalt und Kids als weiblich in unseren Gedankenstrukturen haben und hämmern und nageln als männlich werden wir aus dem Kreislauf nicht raus kommen. Solange wir applaudieren wenn der Mann den Haushalt schmeißt und die Frau als Schreinerin arbeitet tun wir genau das, was eigentlich überholt sein sollte, wir kategorisieren.

      Eigentlich beginnt doch die Krux damit, dass wir hier darüber schreiben was männlich und was weiblich ist.
      Spannend wäre zu lesen was die Foris hier so spontan als männliche/weibliche Eigenschaften empfinden würden. Hier hätten wir ja eine recht große Altersspanne ...
      Schweigsamkeit ist der Text, der meistens falsch gelesen wird.

      Willy Meurer

      Hera schrieb:

      Spannend wäre zu lesen was die Foris hier so spontan als männliche/weibliche Eigenschaften empfinden würden.
      Was empfinde ich als weiblich? Da fällt mir spontan so einiges ein, aber nach kurzem Überlegen muss ich das alles revidieren, weil ich Männer kenne, auf die das alles ebenso zutrifft. Diese Männer nehme ich dadurch aber keinesfalls als weiblich wahr. Somit sind diese Dinge für mich jetzt auch nicht mehr weiblich bzw. ordne ich sie jetzt nicht mehr wirklich eher Frauen zu (weil es Blödsinn ist).

      Weibliches Verhalten... Ich verbinde das gedanklich oft mit Eleganz. Dinge auf eine elegante Weise tun - darauf bedacht sein (oder auch völlig unbeabsichtigt), bei dem, was man tut, schön auszusehen - weiche, fließende Bewegungen - auf eine gewisse Weise vielleicht auch vornehm sein. Natürlich trifft das auf viele Frauen überhaupt nicht zu, aber ich empfinde es definitiv eher als weiblich denn als männlich. Tja, und während ich das gerade schreibe, fällt mir natürlich(!) doch gleich ein 'Gegenbeispiel' ein... Ein Mann, auf den das ganz genauso zutrifft, der in meiner Wahrnehmung aber alles andere als weiblich ist. Er ist einfach ein sehr stilvoller Mann - und ja, er strahlt sehr viel Eleganz aus.

      Ich zweifle gerade daran, ob es wirklich weibliche und männliche Eigenschaften und Verhaltensweisen gibt. Vielleicht überwiegt manches bei Frauen oder eben Männern, aber kann man es deshalb wirklich als männliche oder weibliche Eigenschaft/Verhaltensweise bezeichnen? Meiner Meinung nach: Nein.
      Liebe ist nicht alles, aber ohne Liebe ist alles nichts.

      Callimorpha schrieb:

      Wer bitte schln hat das Recht, Frauen schon wieder vorzuschreiben, wie sie ihr Leben gestalten sollen???
      Denn nichts anderes ist es derzeit !!!
      Genau das ist mein innerstes was mein Gedanke ist. Warum "darf" ein Frau nicht Frau sein? mit all den Vorteilen die es hat.
      JA! genau. Ihr seid einfach in der Lage anders zu fühlen als es Männer eben können. Darum geht es letztendlich. und keiner hat das Recht vorzuschreiben wie jemand fühlen darf. ob Männlich oder weiblich. Der "verbissene" thread beweist doch ganz klar wie dieses Thema in der Gesellschaft eigendlich verbohrt behandlet wird. (in beide extreme richtungen)

      Entweder in Richtung "Frauenrechte" etc....
      oder
      Vorurteil/Macho-Gehabe.

      Wir sind nun mal weiblich/männlich.
      Warum akzeptieren wir das nicht und finden es toll das jemand anders fühlen kann und unterstützen das auch noch?

      Das Gegenteil ist wir lösen m/w auf und es gibt keine Geschlechterdifferenzierung mehr.

      Wollen wir das? Wirklich?
      Ich bin ehrlich gesagt sehr überrascht, wie diese Diskussion hier läuft und dass sich einige Teilnehmer von der Kategorisierung in männliches/weibliches Fühlen/Denken/Handeln angegriffen fühlen. Mein Studium ist schon ein paar Jährchen her, aber soweit ich mich erinnere, ist das Konzept von „typisch männlich“ und „typisch weiblich“ als gesellschaftliche Normen ein grundlegendes Prinzip in der Genderforschung.

      Geschlechtsidentität wird ja eben nicht nur durch das biologische Geschlecht, sonder eben auch durch Sozialisation bestimmt. Fraglich bzw. strittig ist nur immer wieder, was davon wieviel Einfluss hat und unter welchen Faktoren.

      wenn ich @gattonero richtig verstanden habe, geht es ihm nicht um die Geschlechtsidentität in Gänze, sondern quasi um den mentalen Teil davon. (Korrigiere mich bitte, falls ich das falsch verstanden habe)

      Und genau da, so mein Verständnis, setzt seine Fragestellung an.

      Warum nur, fühlt man sich angegriffen oder gar abgewertet? Es wird null auf die Fragestellung eingegangen, sondern nur noch das zugrunde liegende Konzept kritisiert, und das auch noch auf einer persönlichen Ebene. Ich verstehe es nicht.

      Analogie: wenn ich hier beispielsweise über TPE lese, fühle ich mich davon nicht angesprochen, weil das nicht mein Konzept ist. Trotzdem finden sich Menschen, die sich darüber austauschen. Vieles davon kann ich nicht nachvollziehen. Fühle ich mich deswegen angegriffen? Nein! Wertet dies meine Beziehung ab? Nein! Keines ist besser oder schlechter. Es ist nur anders. Ich kann nur versuchen zu verstehen, und trotzdem wird es mir nur bedingt gelingen, weil es nicht Meins ist. Also lese ich die Beiträge und halte ansonsten meine Klappe, da ich nichts dazu beitragen kann.

      Warum also hier soviel Gegenwind, nur weil es nicht verstanden wird?
      Je größer der Dachschaden, umso besser sieht man die Sterne
      Hallo ihr Lieben, ich bin das Gegenstück von gattonero.
      Ok, bin leider sehr aufgeregt hier zu schreiben. Bite vergesst Tippfehler, habe durch einen Bandscheibenvorfall HWS in meiner rechten Hand kein Gefühl mehr.
      Ok meine Kindheit war so gestrickt das ich weder wusste warum ich so gut mit Tieren kann, oder mit Menschen in irgendeiner Form.
      Wenn ihr mich verurteilt was ich jetzt schreibe tut das.
      Ich habe mich nie als Frau vertstanden, oder ich wusste was ich bin.
      Ich war in meiner Jugend immer der weibliche Kumpel, der mit den Mädels wenig anfagngen konnte.
      Meine Mama hat mich als Mädchden angezogen, aber in meiner Jugend bin ich ein Opfer von reinster Diskriminierung geworden und habe alles weibliche abgelegt, dadurch.
      Habe seit meiner Kindheit die Autobild gelesen, hab im Teenageralter Thaiboxen gemacht hab den Männertritten allem Stand gehalten.
      Aufgeben gibts nicht. Egal ob es Arbeit oder Freundschaft, Partnerschaft ist.

      Durch das was mein Partner erlebt hat, hab ich mir oft den Kopf angeschlagen Zähne ausgebissen und hab weiter um ihn gekämpft.
      Er hat viele Endtäschungen durchlebt.

      Ich bin mittlerweiler eine Frau die mit 35 Jahren, erfahren hat was sie sein kann und ist.
      gattonero hat in mir gesehen was ich bin.
      Er hat mich gefördert aber nie gedrängt, durch meine Erklärung vom Arzt vor meiner Op das ich gelähnmt sein kann sterben könnte, behindert in einem Beruf als( PTA). Volle Leistung für den Patienten. War das ein Schock.
      Aber macht das Beste daraus.
      Ich habe vor meiner Op vieles als belanglos angesehen hab mich nicht damit beschäftigt.
      Dein Umfeld sagt dir alles " was du bist was du sein sollst".
      Ich dachte in diesem Forum bekommen wir Hilfe, aber hier unterstützen Moderatoren, Neulinge nicht und geben keine Hilfe, warum?

      Mittlerweile bin ich eine Frau die sich in ihrem Körper und Kleidung in den fünzigern wohfühlt und es lebt.
      Egal was andere sagen.
      Der Weg war lang und hat mich viele Tränen gekostet. Warum ist es so schwer das ein Mensch dich versteht.
      Er wusste das ich schon immer eine Frau war aber ich mich selbst so niemals sehen konnte. Ich bin hässlich dick keine Frau.
      Alles andere.
      also helft mir das bin ich, als kleines Kind war ich ein Mädchen, dann nicht mehr, dann jetzt zum Schluss könnte ich eine Frau sein.


      :dash: <3 :P

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von felinabianco ()

      felinabianco schrieb:

      Ich dachte in diesem Forum bekommen wir Hilfe, aber hier unterstützen Moderatoren, Neulinge nicht und geben keine Hilfe, warum?
      Was erhoffst du dir denn?
      Das Forum ist gut sortiert, hat viele Übersichtslisten, es gibt Paten.

      Aktiv werden müsst ihr aber schon allein, euch hier einlesen, im Chat Fragen stellen.
      Du kannst die Suchfunktion (die Lupe oben rechts bei der Ansicht "Dashboard") und die Tags (rechts in der Ansicht "Forum") nutzen.
      Es nimmt euch niemand von allein an die Hand, die Mods haben ja auch noch ein Leben außerhalb des Forums.

      Viel Spaß beim Stöbern :)
      Auch wenn es widersprüchlich klingt:
      Ihr Ego muss stark genug sein, um seine begrenzte, defensive Haltung und Kontrolle aufgeben zu können.
      Sie brauchen ein starkes Ego, um das Ego transzendieren zu können.

      - John Bradshaw, Das Kind in uns -
      Erst mal herzlich Willkommen im Forum :blumen: @felinabianco


      felinabianco schrieb:

      Ich dachte in diesem Forum bekommen wir Hilfe, aber hier unterstützen Moderatoren, Neulinge nicht und geben keine Hilfe, warum?
      Ich weiß nicht was ihr für eine Erwartung habt aber hier im Forum ist es so, dass die Mods dass Forum moderieren. Sie müssen sich, zum einen, nicht mit allen Themen auskennen und zum anderen sind sie nicht dafür verantwortlich das adäquat geholfen wird.
      Wenn sie das machen, dann aus freien Stücken. In erster Linie dient ein Forum ja auch zum Austausch.

      Wobei ich finde, dass hier im Forum viel Hilfestellung geleistet wird, nur muss ich auch ehrlich sagen auch jetzt beim zweiten mal durchlesen, es kam mir so vor, als wenn dein Partner sich hier austauschen will, als wenn er an den Meinungen anderer interessiert ist.
      In deiner Antwort ist herauszulesen dass du große Probleme damit hattest, von deinem sozialen Umfeld angenommen zu werden, so wie du bist, was dazu führte dass du dich selber auch nich so annehmen konntest wie du bist.

      Ich weiß gerade nicht wirklich wie man da helfen kann, es erschließt sich mir auch nicht, was es mit androgynem Denken zu tun hat.
      Mögt ihr da vielleicht noch mal drauf eingehen?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von nightbird ()

      Gattonero schrieb:

      Warum "darf" ein Frau nicht Frau sein?
      Abgesehen davon, dass ich nicht sehe, warum eine Frau keine Frau sein sollen dürfte - was macht denn Deiner Meinung nach eine Frau aus? Wann genau ist man denn eine Frau? Und wann nicht?

      Gattonero schrieb:

      Ihr seid einfach in der Lage anders zu fühlen als es Männer eben können.
      Echt? Das war mir bisher nicht bewusst. Inwiefern fühle ich denn anders als mein Partner oder meine Freunde?

      Ja natürlich gibt es zwei Geschlechter. Aber ich verstehe nicht, wer das angeblich nicht akzeptieren soll. Meinst Du, dass Feministinnen nicht akzeptieren würden, dass es zwei Geschlechter gibt? Ich denke, dass Du da falsch liegst, bzw. nicht verstanden hast, worum es dem Feminismus eigentlich geht.


      Gattonero schrieb:

      Wir sind nun mal weiblich/männlich.
      Warum akzeptieren wir das nicht und finden es toll das jemand anders fühlen kann und unterstützen das auch noch?

      Und wie kann ich eigentlich unterstützen, dass jemand anders fühlt, als ich? Jeder fühlt anders.


      Gattonero schrieb:

      Das Gegenteil ist wir lösen m/w auf und es gibt keine Geschlechterdifferenzierung mehr.
      Und dazwischen gibt es nichts?
      Und selbst wenn - wäre das so schlimm? Ich fände das sogar ganz befreiend, wenn mir nicht mehr erzählt würde, wie eine Frau so zu sein oder zu fühlen hat.
      Für mich gibt zunächst einmal kein weibliches oder männliches Denken oder Fühlen. Beides ist per se geschlechtsneutral und deshalb kann es für mich auch kein androgynes Denken oder Fühlen geben (genauso wenig gibt es tierisches Fleisch oder pflanzliche Pflanzen)

      Ich habe die gleichen Gedanken wie Amarena zu diesem (leidigen) Thema.

      Amarena schrieb:

      Ich finde es furchtbar, das Denken in weiblich und männlich einzuteilen. Wir sind alle Menschen und denken verschieden.
      Was gattonero in seinen Beispielen beschreibt sind Tätigkeiten und Interessengebiete mit denen sich statistisch mehr Frauen beschäftigen. Was Rehlein beschreibt sind Eigenschaften, die (lt. diesem zweifelhaften BSRI-Test) gesellschaftlich eher weiblich oder männlich belegt sind. Beides hat mit einer männlichen oder weiblichen Denkweise nichts zu tun.

      Es ist völlig egal, welches Geschlecht wir haben. Für was wir uns im Leben interessieren – wo wir „hängenbleiben“ - wird nicht von unserem Geschlecht bestimmt, sondern in erster Linie durch Erziehung und Gesellschaft geformt. Impuls, positive Verstärkung und Erfolg sorgen für eine entsprechende neuronale Vernetzung im Gehirn – Voila!

      Die entsprechenden „Klischees“ werden leider immer noch bei der Erziehung angewandt. Z.B. sollen sich Mädchen auf ihre künftige Rolle als Mutter vorbereiten und bekommen Puppen und Spielküche, während Jungs zu risikobereiten „Machern“ gemacht werden sollen und daher eher einen Baukasten bekommen….

      Zurück zum Thema:
      Eine androgyne Denkweise setzt also voraus, dass es eine männliche und weibliche Denkweise gibt. Ob es sie gibt, kann eigentlich nur wissenschaftlich beantwortet werden... Die moderne Hirnforschung hat zum Beispiel herausgefunden, dass die Hormone Einfluss auf die Denkweise haben. Das Y-Chromosom, trägt zwar keine Bauanleitung wie ein männliches Gehirn zu strukturieren ist, allerdings ist es für die männliche Testosteronproduktion verantwortlich. Testosteron sorgt nicht nur dafür, dass ein Mann anders aussieht als eine Frau (Behaarung, Muskulatur etc…), sondern es hat auch einen Einfluss auf das Gehirn und somit auch auf das Denken. Ebenso wurde herausgefunden, dass das Hormon Östrogen bei Frauen das Denken während ihrer Periode beeinflusst bzw. verändert!

      In meiner Auffassung drücken sich diese (Hormon-)Unterschiede z.B. in der Art und Weise der Problemlösung, der Verarbeitung von Gefühlen und dem Ausdruck derer nach Außen, aus. Hera hat diesen Aspekt bereits aufgegriffen:

      Hera schrieb:

      Das Wie ich etwas tue also wie sich mein Ehrgeiz zeigt, wie ich Emotionalität zeige .... das wäre für mich viel eher ein Ausdruck des Geschlechtes.
      Allerdings sind Hormone nicht starr, sondern veränderlich, sie sind bei beiden Geschlechter vorhanden bei jedem Menschen individuell stark ausgeprägt...

      Unser Denken und Fühlen, wird von so vielen unterschiedlichen Faktoren beeinflusst – letztendlich auch von den ganz unterschiedlichen Erfahrungen im Leben, die wir gemacht haben und unser Hirn verändert sich dabei ständig. Wie groß der Anteil der Hormone dabei ist, wird – glaube ich - wissenschaftlich nicht zu ergründen sein, weil wir dazu einfach alle viel zu individuell sind.
      Es gibt sehr interessante Berichte aus der Hirnforschung zu diesen Themen auf planet-wissen.de

      gattonero schrieb:

      Ich meine allerdings das Denken und Fühlen mit weiblichen und männlichen Elementen gleichzeitig in einer Person.
      Lieber gattonero, es gibt für mich keine Unterscheidung zwischen männlichem oder weiblichen Denken und Fühlen, solange diese „weiblichen und männlichen Elemente“ nur auf den bereits genannten Klischees beruhen. :pardon:
      Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.
      Mal eine interessante Zwischenfrage, die sich mir nach 4 Seiten Diskussion stellt und wir uns immerhin in einem BDSM-Forum befinden:

      Sind switcher dann BDSM-Androgyne? Weil sie dominant auf der einen und submissiv auf der anderen Seite denken können?

      :gruebel:
      Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr, sind ihre Wege auch schwer und steil. (Khalil Gibran)

      Was ist Liebe? Eine Hütte nicht gegen einen Palast tauschen wollen, Untugenden und Fehler lächelnd übersehen, Hingabe ohne geringstes Zögern. (Aus China)

      BDSM ist nicht das geschenkte MacBook oder der Luftballon in Hubschrauberform. (Rainha)

      Shayleigh schrieb:

      Da kommt ein Test daher, der die Rollenbilder einiger weniger Studenten zu Grunde legt und diese verallgemeinert und ich soll mich da einsortieren und unterordnen.


      Ich dachte immer, Wissenschaft funktioniert anders.
      Wissenschaft funktioniert auch anders. Du sollst Dich dem Ergebnis nicht unterordnen. Und eine kleine Gruppe von Studierenden ist auch ganz sicher nicht repräsentativ für die gesamte Bevölkerung, was auch sicherlich niemand behauptet.
      Kennst Du diese doofen Internet-Tests, bei denen Du ermitteln kannst, welches Tier Du bist, oder welcher Filmheld, oder welche Limonadensorte? Da ärgerst Du Dich ja auch hinterher nicht, dass Du Dich doch gar nicht limettig fühlst, aber jetzt müsstest Du halt akzeptieren, dass Du Fanta Limette bist, obwohl Du Dich selbst eher wie Blutorange fühlst.
      Klar, diese Internettests sind völliger Blödsinn (wenn auch lustig), aber sie funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip, soweit ich das verstehe: es werden Eigenschaften gesammelt, die nach Ansicht einer kleinen Gruppe (beim Limotest wohl nur einer einzigen Person) zu den verschiedenen möglichen Ergebnissen passen. Anschließend werden die Testpersonen nach den Eigenschaften gefragt. Ergebnis: 78% Fanta Limette, 65% Asterix der Gallier, 12% Mantarochen. Glückwunsch!

      Ein wissenschaftlicher Test, der aufgrund von Selbsteinschätzungen Denkweisen Geschlechterrollen zuweisen will (nicht Geschlechtern! Geschlechterrollen!), kann ja nur ähnlich vorgehen. Man wird versuchen, die Zuordnung von Eigenschaften zu den möglichen Ergebnissen möglichst objektiv zu gestalten. Das geht, indem man mehr Leute befragt, was sie unter weiblicher Denkweise verstehen. Wen fragt man da? Naja, man sitzt schon in der Uni, also bieten sich Studierende an. Die lernen noch was dabei, außerdem sind sie dem Wissenschaftsbetrieb allgemein eher aufgeschlossen. Extrembeispiel in die andere Richtung: Versuch mal, solche Daten bei einer Pegida-Demo zu sammeln. Du dürftest ein paar neue Wörter lernen, aber kaum Ergebnisse haben über Geschlechterrollen, die sich in einen Test verwursten lassen.
      Außerdem sind Studierende im Schnitt(!) progressiver als andere Bevölkerungsschichten, das liegt schon am Alter. Wenn Du in einem Altersheim die Daten sammelst, werden die tradierten Geschlechterrollen noch viel stärker vertreten sein. Wenn man Studierende nimmt, erzeugt man von vornherein eine Bubble, das wird auch niemand ernsthaft bestreiten. Um Bubbles kommt man aber ohnehin nicht herum und bei Studierenden kriegt man wenigstens die Daten. Mein Vermieter hat mir beispielsweise neulich eine Umfrage geschickt, die ist direkt im Papierkorb gelandet. Das könnte bei so einer Datensammlung für einen solchen Test ähnlich laufen.

      Jetzt hat man also ermittelt, was die ausgewählte Bubble im Querschnitt für männliches Denken hält. Du beantwortest die Fragen und es kommt raus, dass Du mehr Überschneidung hast mit dem, was die Studierenden eher für männlich halten als mit dem, was die Studierenden eher für weiblich halten. Trotzdem sagt das nichts über Dein Fühlen aus, wie Du ja selbst auch schon gesagt hast. Es sagt etwas darüber aus, wie Dein Verhalten vielleicht(!) von manchen(!) anderen wahrgenommen wird. Du musst Dich deshalb jetzt nicht umoperieren lassen. Wenn Du Dich weiblich fühlst, bist Du weiblich (eine Erkenntnis, die inzwischen zum Glück ja sogar für Menschen mit Penis gilt).
      Der Test ermittelt also weniger das Geschlecht, das Du hast. Er ermittelt, mit welchem Rollenbild Du die größere Übereinstimmung hast.

      Du bist keine Fanta Limette, nicht Asterix und kein Mantarochen. Und Du bist auch kein Mann.

      Man schaut sich lediglich an, wie gut die Rollenbilder auf Individuen passen. Damit zementiert man auch nichts, man kann damit ja im Gegenteil sogar wunderbar eine Veränderung über die Zeit dokumentieren.

      Ich habe übrigens @Rehleins Artikel zum Test nicht gelesen. Meine ganzen Ausführungen bezogen sich lediglich darauf, wie nach meinem Verständnis solche Tests insgesamt zu interpretieren sind. Ich werde ihn aber noch lesen (und auch den Test selbst machen). Mal sehen, ob ich mich dann korrigieren muss.
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
      vielleicht bist du einfach nur du selbst endlich. Oder Nicht-Binär. Das wäre so meine Vermutung. Habe alles nur so kurz quergelesen, dieses Thema finde ich persönlich immer sehr belastend. Aus meiner ganz subjektiven persönlichen Sicht kann ich für mich nur immer wieder feststellen: ja, es gibt sie, die ganz typischen Denkmuster bei Männern und Frauen. Sicher oft in verschieden starken ausprägungen. Zumindest merke ich die Veränderungen nach fast drei Jahre HRT. Gut, nun bin ich auch, wie mir gerne oft vorgeworfen wird, sehr hetero-normativ, aber dieser Eindruck ist einfach vorhanden....
      Be blessed and unstoppable!
      Klar gibt es "eher männlich" und "eher weiblich" - geboren aus den komplexen Unterschieden unserer Physiognomie, der Physis, dem Hormonsystem und den Gehirnfunktionen bzw. den Interpreter-Funktionen.

      Schon allein das weibliche und männliche Gesichtsfeld und die Art, wie optische Daten im Gehirn verarbeitet werden, unterscheiden sich erheblich. Das durchschnittliche Männchen hat eine etwa 10x dickere Haut als das durchschnittliche Weibchen, und wie der Körper beider Geschlechter allein mit der Fettverarbeitung umgeht, ist spätestens ab 45 deutlich sichtbar :D

      Ohne da jetzt in die Tiefe irgendwelcher Details gehen zu wollen, werden diese - teilweise von Geburt an vorhandenen - Unterschiede auch Auswirkungen auf die "Sozialisation" haben, ob wir wollen oder nicht. Häufig ist es Reaktion und nicht Vorsatz, wenn Erwachsene schon kleinste Kinder "gendergerecht" behandeln.

      Und das ist ja nichts Schlimmes, sofern nicht jemand versucht, ein Weibchen, das zufällig im Körper eines Jungen gelandet ist, zwanghaft zu einem Mann zu erziehen. Inzwischen wirken evolutionäre Selektionen nicht mehr und auch die Menschheit mutiert fröhlich vor sich hin. Gehirne und Homonsysteme passen immer häufiger nicht zur sichtbaren Physis des Trägers, insofern ist es nicht verwunderlich, dass es mehr und mehr "Crossovers" gibt.

      Und was das vermeintlich gesellschaftlich erwartete Rollenverhalten betrifft, befinden wir uns ohnehin in der totalen Orientierungslosigkeit. Männer sollen keine Männer mehr sein (ohne dass klar ist, wie Männer eigentlich sein sollen) und Frauen sollen die besseren Männer sein - aber auf jeden Fall ihre Weiblichkeit nicht verlieren (ohne dass klar ist, was unter "Weiblichkeit" verstanden sein soll).

      Somit darf doch jeder für sich selbst feststellen: Wieviel weibliche und wieviel männliche Anteile trage ich in mir?

      Um anschließend zu entscheiden: Welche Rolle spiele ich denn nun - und vor allem: Wie?

      Und damit wird so ziemlich alles möglich ;)

      Blöd wäre so zu tun, als gäbe es die Unterschiede nicht. Die sind nämlich herrlich bereichernd, finde ich :)


      P.S.: Es geht mir hier übrigens nicht um GLEICHBERECHTIGUNG oder GLEICHWERTIGKEIT! Beides ist für mich nämlich selbstverständlich...
      Anstelle dessen, was ich nicht habe, würde ich dir gerne das geben, was ich bin.