Wann wird/ist ein Herr ein Herr?

      Wann wird/ist ein Herr ein Herr?

      Aus einem anderen Thread, den ich im Veribereich erstellt habe, ergab sich eine interessante Frage:

      Wann wird oder ist ein Herr ein Herr? Bitte beachtet, dass die Frage nicht ist, was ein guter Herr ist/können/sein sollte. Die Frage gilt natürlich auch, ab wann eine Herrin eine Herrin wird oder ist?

      Ist man das ab Geburt? Oder wenn man sich für die Thematik Herr(in)/Sklavin(Sklave) interessiert und auf die Suche gehen möchte?

      Wie seht ihr das? Bitte teilt eure Gedanken dazu mit ^^
      Lernen durch Schmerz ist nicht angenehm. Aber unglaublich effektiv.
      Ja, wann ist ein Herr ein Herr die Frage habe ich mir schon des öfteren gestellt
      In manchen Profilen liest man ja manchmal, dass jemand so angesprochen werden will.

      Ich kann selber mit diesen Begriffen eh nicht wirklich was anfangen.

      Aber ich denke wenn denn diese Begriffe so wichtig sind , dass ein deutliches Machtgefälle da sein muss, es beide auch so fühlen , es bei beiden aus dem Herzen kommen muss

      Ein Herr nicht nur Rechte sondern auch Pflichten hat denen er sich sehr bewusst ist und die auch übernehmen kann
      Aus meinem submissiven Blickwinkel glaube ich, ein Herr ist ein Herr, wenn drei "Eckpunkte" zusammen treffen.

      der Erste: der Herr hat für sich selbst erkannt, entschieden, festgestellt (... wie auch immer), dass die dominante Neigung vorhanden ist und ausgelebt werden möchte

      der Zweite: der submissive Gegenpart empfindet es genau so, möchte sich in die Hand des Herrn begeben und ihn als einen solchen anerkennen

      der Dritte: die beiden leben das auch tatsächlich und erfüllen es buchstäblich mit Leben

      Vor allem beim dritten Punkt denke ich, das ist für mich das Ausschlaggebende in der Beziehung zwischen meinem Mann und mir. Denn wenn sich mein Schatz auch noch so dominant fühlen möge, aber ich merke davon gar nichts.... Naja, dann ist das für mich natürlich schwierig, und ich tue mich schwer, ihn als Herrn und mich als Sub zu empfinden.

      Aber alle drei Punkte greifen für mich nahtlos in einander. Ich finde es wichtig, dass der / die Dominante sich erstmal der Neigung bewusst ist, und sich selbstreflektiert und überlegt entscheidet, die Führung über eine andere Person zu übernehmen. Ob da immer gleich eine bestimmte submissive Person von Nöten ist, weiß ich aber ehrlich gar nicht so genau. Nachdem mein Mann und ich zeitgleich und zusammen gestartet sind, stellte sich die Frage auch nicht. Da könnte ich mir aber schon vorstellen, dass man auch als Single seine Neigung "entdeckt" und dann mit diesem Wissen eine Partnerin sucht.

      Für mich als Sub spielt es auch eine große Rolle, dass ich gefühlsmäßig von ganzem Herzen diesen einen Mann als meinen Herrn anerkenne, mich mit völlig klarem Verstand unterwerfe und mich damit unter seine Führung begebe. Es würde sich falsch anfühlen, wenn mich jemand dominieren möchte, dem ich nicht in einer "Grundsatzentscheidung" dieses Recht eingeräumt habe. Nur für mich persönlich gesprochen: der Mann an meiner Seite kann nur mein Dom sein, wenn ich dazu bereit bin.

      Um nochmal auf den dritten Punkt zu kommen..... Ohne gelebtes BDSM, in der von beiden Partnern gewünschten Ausprägung, könnte ich mir nicht vorstellen, jemanden "Herr" zu nennen. Aber das ist bestimmt meiner ganz persönlichen Einstellung geschuldet. Denn ich möchte das ausschließlich in einer realen, monogamen Beziehung ausleben, mit dem Mann, der mich liebt und den auch ich liebe. Ich bin am glücklichsten, wenn BDSM sich durch unseren kompletten gemeinsamen Alltag zieht und ich in jeder Lebenslage die Freiheit und die Pflicht habe, diesen Mann HERR zu nennen.

      So ist das bei mir. Vielleicht hat es sogar Eine/r bis zum Ende gelesen, und ich hoffe, dass mein Kopfsalat verständlich ist ^^
      .... und dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!

      aus dem 1. Petrusbrief - unser Trauspruch, und so wahr.... <3
      Ich finde ja, dass dies ein rein individueller „Titel“ ist, den man erreichen kann.

      Dominant bin ich. Das ist eine Wesensart, Neigung etc. Herr sein ist nichts dergleichen (aus meiner Sicht).

      Herr wird man in einer Konstellation zu einer Sub. Wenn beide das so empfinden. Das bedingt sich gegenseitig.

      Von daher: Es braucht schon eine zweite Person, um Herr (für diese Person und in dieser Konstellation) zu werden. Ohne ist man „lediglich“ dominant.
      Ein Herr ist ein Herr, wenn eine Sub ihm ihr Vertrauen schenkt und ihn als solchen anerkennt. Er bleibt ihr Herr, solange er sich diesem Vertrauen, ihrer Devotion würdig erweist. Dieses 'würdig erweisen' ist mit 'Arbeit' verbunden: er muss sie in ihrer selbstgewählten Rolle respektieren/ihr Respekt zollen...

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von HrPeter ()

      Mhmm, ich tu mich schwer mit dieser Begrifflichkeit des Herren, weil er etwas blass daher kommt und mir auch zu starr, allgemein gehalten ist-eben alktagsgenormt ist.

      Es gibt viele Herren, aber mein (Herr) Gebieter, mein Eigner, mein Herzenskrieger muss hinter der Fassade viele Wesenmerkmale mitbringen,sowie
      eine gewisse Ethik, die sich in Verhalten und Attitüde niederschlägt, vertreten.

      Dieser Ethik wird bestimmt von Toleranz Respekt, Konsequenz, Offenheit, Ehrlichkeit,Reflektion Fähigkeit,
      Achtsamkeit & Empathie und zeigt sich im gelebten Machtgefälle.
      Ist das Herr sein bzw. einen Herr haben, nicht etwas was, wenn, von allein entsteht? Geboren aus dem beiderseitigen Wunsch/Bedürfnis und nur durch das immer wieder leben am Leben erhalten?

      In der Abgrenzung zu der Frage was einen "guten" Herrn ausmacht würde ich sagen das aus der Dynamik für die Beteiligten unterm Strich ein "Mehrwert" entstehen sollte. Entschuldigt das OT.
      ...there can be submission within dominance - and dominance within submission... O. Ogas & S. Goddam
      Das nachfolgende Post stellt lediglich meine Meinung zum Thema dar. Diese muss nicht mit allgemeinen Ansichten und Meinungen konform gehen.

      —————————

      Geht es nur mir so, dass ich beim Lesen des Threadtitels an Grönemeyers „Wann ist der Mann ein Mann“ denken musste? :sofa:
      Wann ist ein Herr ein Herr? Wahrscheinlich genau dann, wann eine Sub eine Sub ist. Sie hat diese Neigung und ist Sub - egal ob mit oder ohne Dom bzw. egal ob in einer Beziehung gleich welcher Art oder nicht.

      Ich gehe jetzt mal davon aus, dass es bei einem Herrn ähnlich ist. Er ist ein Herr, egal ob mit oder ohne Sub bzw. Serva. Denn das Herrsein und alles, was damit einhergeht, ist aus meiner Sicht eine Sache der Einstellung und des Charakters und lässt sich nicht an- oder ausknipsen wie ein Lichtschalter.

      Mein Herr (!) hat mir ziemlich zu Beginn unserer Beziehung den aus seiner Sicht bestehenden Unterschied zwischen Dom und Herr erklärt. Mir war damals nicht bewußt, dass es da überhaupt einen Unterschied geben sollte, denn ich war der Meinung, dass es sich lediglich um unterschiedliche Anreden bzw. Titulierungen handelt. War mein Herr kein Herr, bevor wir zusammenkamen? Doch, war er, aber halt nicht meiner. Er hatte vorher keine anderen Charakterzüge als jetzt mit mir. Er agierte in bestimmten Situationen nicht anders als jetzt.

      Was also macht einen Herrn zum Herrn? Die Sub, die ihn als ihren Herrn annimmt? Oder ist es doch der Charakter, der einen Herrn zum Herrn macht? Verantwortungsbewusstsein, Konsequenz - teilweise bis zum Äußersten - auch gegen sich selbst, das selbstverständliche Übernehmen von Führung, das Bieten von Schutz usw. - all das macht einen Herrn aus. Dafür braucht er erstmal keine Sub, denn aus meiner Sicht sind das Charaktereigenschaften.

      Vielleicht ist ein Herr dann ein Herr, wenn seine Charaktereigenschaften nicht nur im BDSM-Kontext zum Tragen kommen, sondern auch im ganz schnöden Alltag, der außerhalb der H/s-Beziehung genau 0 (i.W.: null) mit BDSM zu tun hat.

      Eine Frau ist übrigens dann eine Frau, sobald sie eine solche ist. Bei einem Mann unterstelle ich mal ähnliches… ;)

      Gefangen in binären Welten - Rainha
      Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr, sind ihre Wege auch schwer und steil. (Khalil Gibran)

      Was ist Liebe? Eine Hütte nicht gegen einen Palast tauschen wollen, Untugenden und Fehler lächelnd übersehen, Hingabe ohne geringstes Zögern. (Aus China)

      BDSM ist nicht das geschenkte MacBook oder der Luftballon in Hubschrauberform. (Rainha)
      Es gibt dreierlei Seiten.
      Zum einen die, die so genannt werden wollen, oder diejenigen die sich so nennen und diejenigen die so genannt werden. Es ist Ihr Recht und ich habe kein Recht ihnen das abzusprechen. Mir ist es auch egal, da für mich nur der Mensch in seiner reinen Form in der Person zählt und nicht der Titel, Name oder Position.

      Daher bleibe ich bei der Aussage. Zur näheren Erläuterung meiner Aussage möchte ich hinzufügen, dass es immer Menschen geben wird die sich so nennen, oder so nennen wollen. Es gibt auch keine eindeutige Definition die aktuell gilt bzw. von jedem (99%) akzeptiert und angewandt wird. Der Begriff hat eine große Bandbreite in der Verwendung. Der eine möchte damit gegenüber anderen seinen Respekt und Achtung für die Person die er sich unterwirft zum Ausdruck bringt (mache ich Beispielsweise in diesem Forum), andere nennen die Person die er sich unterwirft, da es sich gut anfühlt, ein anderer meint er sei damit ein richtiger Dom, ein anderer meint, er ist was besseres dadurch etc. Diese Liste ließe sich noch fortführen. Aber was ich daraus lese ist:

      Wenn er/Sie so genannt will, oder so genannt wird.

      Ich kann es nur wiederholen. Für mich zählt der Mensch in seiner reinsten Form in der Person. Egal ob ich mich unterwerfe, oder nicht. Ein Titel ist mir gegenüber der Person egal. Ich verwende diesen Ausdruck ausschließlich um meinen Respekt und Achtung wiederzugeben. Er gibt mir sonst rein nichts.
      Ich bin keine Signatur - ich bin ein Platzhalter und fege hier :fegen: