Vorurteile TPE

      @Teufelanna


      Teufelanna schrieb:

      Wie kommt es, dass sobald ich erwähne, dass ich so lebe, die Menschen glauben, dass mein Partner "schlimme Dinge" tut die ich eigentlich nicht will?
      Durch Unwissenheit, falschen Vorstellungen und wie sich manchmal auch oft zeigt durch Lese / Verständnis schwächen.Aber auch Neid.


      Teufelanna schrieb:

      Wie kommt es, dass die Menschen sofort glauben, dass Dom diese Macht zu meinen Ungunsten ausnutzt?
      Weil viele Menschen selbst Egoisten sind und dann oftmals von sich selbst ausgehen, oder das Prinzip nehmen und Geben nicht verstehen. Oftmals auch nicht das Geben einem auch glücklich machen kann, weil das Glück des anderen einem am Herzen liegt. Deswegen verstehen manche das Prinzip Dienen auch nicht ;) .


      Teufelanna schrieb:

      Und natürlich, wieso muss immer wieder die Intensität geprüft werden? Ala "und wenn er sagt spring von der Brücke, gehorchst du dann?" übrigens, wenn ich sage "nein tue ich nicht" lebe ich diesen Menschen nach kein TPE mehr.
      Da würde ich mal Antworten: Steckst Du viel Energie in einen Hausbau um es danach gleich wieder in die Luft zu sprengen ? Wer das dann nicht versteht ist selbst schuld ;) .
      Der Dom würde nämlich so einen Befehl erst gar nicht äußern. Wobei diese Frage mehr über den Fragesteller aussagt als über dein BDSM ;) .


      Teufelanna schrieb:

      Woher kommen diese Vorurteile und warum gehen so viele nicht einfach in den direkten Dialog?
      Weil viele bemerken das gegen eine korrekte Argumentation schlecht anzukommen ist. Neuerdings wird sowas wie ich mir sagen lassen musste als intellektuelle Selbstbefriedigung verstanden :rofl: .
      Was die Vorurteile anbelangt habe ich ja zur ersten Frage schon etwas dazu geschrieben. Damit schließt sich der Kreis wieder.
      Ich hörte Sie sagen, die Macht ist mit dir !

      Teufelanna schrieb:

      Wie kommt es, dass sobald ich erwähne, dass ich so lebe, die Menschen glauben, dass mein Partner "schlimme Dinge" tut die ich eigentlich nicht will?

      Wie kommt es, dass die Menschen sofort glauben, dass Dom diese Macht zu meinen Ungunsten ausnutzt?
      Um bei anderen dieses Kopfkino auszulösen recht es schon intensives Ds zu leben, da braucht es den Zusatz TPE gar nicht ;)

      Wie kommen Menschen dazu?
      Aus Angst, aus Unkenntnis, aus eigene schlechter Erfahrung und es gibt wohl noch tausend andere Gründe.

      Geht es rein ums TPE, kann ich mittlerweile nachvollziehen, dass dieses sehr kritisch hinterfragt wird.
      Dazu hatte ich vor kurzem noch eine interessante Diskussion in einem privaten Chat. So wie TPE mittlerweile öffentlich dargestellt wird, bzw. die Wahrnehmung dessen was es ist, wie es gelebt wird, ist nich gerade positiv. Schaut man sich im Netz um, dann ist es mittlerweile ganz häufig das der Begriff, wie @phoibe es auch schon anmerkte, inflationär genutzt wird.

      Es gibt etliche Berichte von Menschen die noch keinerlei Erfahrungen haben, den scheinbar passenden dominanten Part finden und kurz darauf eine TPE-Beziehung haben, es gibt Menschen die ganz gezielt danach suchen, weil sie ihr eigenes Leben so sehr anstrengt,dazu gibt es das "passende" Gegenüber welches nur auf eine solch "leichte Beute" wartet. es gibt Paare die gerade ihre Neigung gefunden haben nur um kurz darauf eine TPE-Beziehung zu führen.

      Als ich diesen Begriff kennen lernte und hinterfragte, waren TPE-Beziehungen, Beziehungen die über Jahre hinweg gewachsen sind, in denen sich zwei oder mehr Menschen befanden die sich reflektiert hatten, die ihre Neigung erst mal kennen gelernt haben, die sich mit der Thematik intensiv auseinandergesetzt haben.

      Von daher, ich kann verstehen das der Begriff mittlerweile hinterfragt wird.
      Zumal zumindest in den Kreisen in denen ich verkehre die älteren Tpe-Paare sich mittlerweile von dem Begriff distanzieren, weil sie damit einfach nicht in Zusammenhang gebracht werden wollen.


      Teufelanna schrieb:

      Und natürlich, wieso muss immer wieder die Intensität geprüft werden? Ala "und wenn er sagt spring von der Brücke, gehorchst du dann?" übrigens, wenn ich sage "nein tue ich nicht" lebe ich diesen Menschen nach kein TPE mehr.
      Selbstverdtändlich wollen andere Wissen wo denn diese Grenzen sind :D
      Wenn ich weit genug zurück denke, waren es auch mal Fragen die mich beschäftigt haben, ich hatte da das Glück, dass sie mir erklärt wurden. Denn es ist nun mal ein Widerspruch, wenn man alles macht und keine Tabus hat, wi denn dann die Grenze wäre :engel:

      MoMo schrieb:

      Für mich auch schweres Thema. Einfach weil ich nicht so an die perfekte Beziehung glaube und sie auch nicht kenne. Wenn dann jemand mit TPE kommt, fängt bei mir das Kopfkino an, wie in so einem Machtverhätlnis Streiterein und Trennungen ablaufen.
      Hallo MoMo,

      Vielen Dank für deinen Beitrag. Finde ich doch da etwas sehr wichtiges drin.

      Wie gehst du mit diesem Kopfkino um?
      Wie können wir Menschen, die so leben, helfen diese Fragen zu beantworten, damit gar nicht erst so Ein Horroszenario im Kopf entsteht? Also sollten die Gedanken zu Streit / Diskussionen negativ sein - habe selber oft erlebt das da das schlimmste ausgemalt wurde

      Die Frage richtet sich natürlich an alle.
      Kreativität ist Intelligenz die Spaß hat *Albert Einstein
      @Teufelanna: ich kann mir TPE in einigen Bereichen, aber nicht in allen vorstellen und kann für mich nicht ganz nachvollziehen, warum manche Erfüllung in einer umfassenden TPE Beziehung erfahren.

      als Beispiel: du hast eine Arbeit die dich erfüllt, aber auch massiv stresst und du verbringst viel Zeit dort. In einer Nicht-TPE Beziehung würde der Partner das Gespräch mit dir suchen und helfen bzw. GEMEINSAM erarbeiten, dass man sich ev mehr sortiert, dann nicht mehr so gestresst ist und letztlich etwas weniger Zeit in der Arbeit und mehr Zeit privat zur Verfügung hat. In einer TPE-Beziehung könnte er (sofern ich es richtig verstanden habe -:)) jederzeit seine Lösung ohne ein Gespräch vorgeben und du würdest dich dem fügen.

      Oder angenommen du hast einen ausgiebigeren Mädelsabend geplant und es ist von vornherein klar, dass es später werden wird. Am nächsten Tag steht aber ein wichtiger gemeinsamer Termin mit dem Partner an. Ihm ist daher der Mädelsabend daher an dem Abend nicht recht. Ich würde mir ein Gespräch dazu erwarten und diese Entscheidung dann letztlich für mich treffen wollen. Wenn er dann sein Veto über die TPE-Beziehung einlegt und man sich als SUB daran hält, worin liegt die Erfüllung/Befriedigung? Früher habe ich meine Eltern dafür schon lynchen können und auch wenn man weiß, dass der andere das zum eigenen Wohl entscheidet, würde sich am lynchen wollen nichts ändern.

      Also das sind zwei Beispiele, warum ich TPE-Beziehungen in allen Bereichen nicht nachvollziehen kann. Freue mich gerne auf deine Sicht der Dinge bzw. Aufklärung wie das zB wirklich abläuft. Vielleicht habe ich ja gerade alle Vorurteile zu TPE bedient :/ ....dann bitte nicht böse sein, resultiert dann bei mir aus Unkenntnis heraus.

      LG Lilly
      @Teufelanna, definiere doch bitte mal dein/euer Total Power Exchange = TPE. Also was darf er bestimmen, was nicht. O.k., von der Brücke springen offensichtlich nicht. Sonst noch etwas nicht? Oder anders gesagt: von welchem Bereich von "total" sprechen wir in deinem Fall? Der Duden definiert das Wort total nämlich wie folgt:

      "in einem bestimmten Bereich, Gebiet, Zustand o. Ä. ohne Ausnahme alles umfassend; in vollem Umfang; vollständig"

      Vielleicht, so meine Theorie, kommt die von dir beschriebene Ablehnung also daher, dass du für deine Lebensweise (die ich, das habe ich in Gesprächen mit dir im Chat hoffentlich klargemacht, übrigens völlig in Ordnung finde) einen Begriff verwendest, der ohne Erläuterung auf etwas wesentlich Extremeres schließen lässt als in deinem Fall offensichtlich der Fall ist. Wäre die Ablehnung wohl dieselbe, würdest du einfach "nur" power exchange als Begriff benutzen?
      Trust me, I know what I'm doing!

      Bedenke den Spaß!
      @lillyhohensinn vielen Dank für so viele angesprochene Themen.

      Meine Antwort ist da nur für meine Beziehung gültig und nicht für andere:

      Wir reden miteinander, wahrscheinlich noch mehr als viele Menschen in Vanillabeziehungen. Einfach weil es notwendig ist.
      Ja in deinen Beispielen dürfte er genau das Verfügen. Aber trotzdem würde wir darüber davor reden und genau so die Lösungen erarbeiten. Was bringt es ihm denn, wenn er verlangt, dass ich meinen Job kündige? Außer das er mich mit versorgen muss und mich das ziemlich unglücklich machen würde. Sein Ziel ist es doch, dass ich ebenfalls glücklich bin.
      Mein Partner/Herr @Nachtwanderer hat mir zu dem Thema passend, gerade das Arbeiten Samstags untersagt, solange es nicht notwendig ist. Weil er meinen Hang, viel zu viel zu arbeiten kennt und ich mich da selbst nicht Schütze.

      Die Frage zum Mädelsabend: ich würde ihn vor dem Mädelsabend fragen. Sagen was ich vorhabe und mit ihm vorher reden. Wenn er sagt, hey da ist doch am nächsten Tag der wichtige Termin, dann kann ich den Mädelsabend immer noch verschieben.
      Sollte es spontan sein und er es spontan ablehnen, dann trifft er diese Entscheidung aus einem Grund z.B. Müdigkeit am nächsten Tag und dadurch noch mehr Stress als notwendig

      Ich hoffe das konnte deine Fragen beantworten, wenn nicht gerne nachfragen. Gerne auch privat oder einen neuen Thread eröffnen, falls das hier den Thread sprengen würde.
      Kreativität ist Intelligenz die Spaß hat *Albert Einstein
      Bezüglich des "Brücken-Beispiels":
      Ist nicht der entscheidende Punkt, dass in einer TPE- Beziehung theoretisch Dom sehr wohl befehlen könnte, dass Sub von der Brücke springen soll, es in aller Regel praktisch aber nicht tun wird, weil man ja davon ausgehen kann, dass in einer einvernehmlichen Beziehung ihm/ihr etwas an seiner/ihrer Partner/in liegt?
      Ich meine, in einer Vanilla-Beziehung könnte der eine Partner sich auch vom anderen Partner wünschen, dass dieser von der Brücke springen soll - darum, was wäre wenn, macht sich nur niemand Gedanken, weil es so absurd scheint. Genauso absurd ist das gleiche Szenario in einer TPE-Beziehung aber doch auch. :gruebel:
      Edit: mal abgesehen davon bleibt Sub ja auch in einer TPE-Beziehung in aller Regel bei klarem Verstand. :)
      "Unsere Sehnsüchte sind unsere Möglichkeiten. "
      Robert Browning

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Primrose ()

      @DerekReign auf meine Gedanken zur Begrifflichkeit habe ich auf der ersten Seite bereits geantwortet.

      Ich behaupte mal so frei, dass ich und viele andere mit bestehenden Begriffen arbeiten, weil so eine Kommunikation einfacher ist.

      Außerdem tue ich mich schwer mit dir darüber zu diskutieren, da du das ausleben von benanntem TPE jedem absprichst dessen Körper selbstständig arbeitet. Und ja ich bin sehr dankbar, dass zum Beispiel mein Herz selbständig schlägt.

      Zudem, nur weil jemand über alles bestimmen darf, heißt es nicht, dass er es tun muss.

      Ich stimme dir allerdings zu, dass der Begriff, wenn man es denn will diskutiert werden kann.
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      lillyhohensinn schrieb:

      du hast eine Arbeit die dich erfüllt,

      Oder angenommen du hast einen ausgiebigeren Mädelsabend geplant
      also ganz ohne TPE zu leben, denn meins isses nicht, und ich gehöre auch zu denen, die das alle Bereiche umfassende nicht nachvollziehen können.

      aber:
      Beispiel Arbeit: warum sollte man in einer TPE nicht darüber diskutieren... der Vorteil könnte sein, wenn man zu keinem Ergebnis kommt, könnte Top dann einfach irgendwann entscheiden. Fertig.

      Beispiel Freundinnen: in der Situation werd ich schon von allein auf den Trichter kommen, dass ich vielleicht nicht bis 2h früh sondern nur bis Mitternacht weg bin, um nicht zu müde zu sein am Morgen. Das erwarte ich aber in jeder Beziehung, ganz unabhängig von TPE oder BDSM, dass man diese Dinge berücksichtigt.
      Will sagen: er bräuchte es mir nicht verbieten, weil ich vernünftiger Weise selber an so was denke.
      it's something unpredictable but in the end it's right
      and so I have the time of my life

      Teufelanna schrieb:

      Zudem, nur weil jemand über alles bestimmen darf, heißt es nicht, dass er es tun muss.
      Ist bei uns nicht anders: ich "dürfte" wohl einiges mehr bestimmen, als ich jemals wollte, ich muss es aber nicht tun, um das zu beweisen.
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      Bedenke den Spaß!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Vom Eschenbach () aus folgendem Grund: OT- Bitte regelt persönliches per PN

      Hast du denn, um Zum Thema zurück zu kommen, eine Idee wie man gegen die Vorurteile ankommt, außer das wir alle einen bestehenden Begriff ändern?
      Ich befürchte nämlich, dass das so schnell nicht geht, da dieser Begriff zumindest sehr viel älter ist als ich.

      Verschiedene Definitionen, sorgen ja im Vergleich im SM weniger zu Vorurteilen.

      Würde es helfen, wenn mehr Menschen darüber reden?
      Kreativität ist Intelligenz die Spaß hat *Albert Einstein

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Vom Eschenbach () aus folgendem Grund: OT, Bitte regelt persönliches per PN

      Ich denke, es wird immer Menschen geben, die das eine oder andere aus deinem Leben kritisieren, die versuchen werden, dir ihre Sicht der Dinge überzustülpen. Ich denke auch, dass es keinen Sinn macht, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, wie du gegen solche Meinungen ankommen oder diese Menschen ändern kannst.

      Viel wichtiger ist doch, zu gucken, warum greift es dich so an?
      Wenn du dir sicher bist, dass du für dich das Richtige tust, leg dir ein dickes Fell zu und steh darüber.

      Versuche, Methoden und innere Bilder zu entwickeln, die dich davor schützen, dass es dir nach solchen Aussagen schlecht geht:
      Ein virtueller Duschvorhang, den du zuziehst, eine virtuelle Mauer, hinter der du dich verschanzt,
      eine virtuelle Tür, die du demjenigen virtuell vor der Nase zuschlägst und negative Äußerungen und Energien abprallen lässt.

      Versuche, die Äußerungen als das zu sehen, was sie sind: Meinungen und Gedanken von anderen. Sie sind nicht deins, mache sie also auch nicht zu deinen.
      Dein Leben und deine Zeit sind viel zu kostbar, um sie mit Dingen zu verschwenden, die du nicht ändern kannst :huggy:
      Auch wenn es widersprüchlich klingt:
      Ihr Ego muss stark genug sein, um seine begrenzte, defensive Haltung und Kontrolle aufgeben zu können.
      Sie brauchen ein starkes Ego, um das Ego transzendieren zu können.

      - John Bradshaw, Das Kind in uns -

      Isegrim_w_devot schrieb:

      Versuche, die Äußerungen als das zu sehen, was sie sind: Meinungen und Gedanken von anderen. Sie sind nicht deins, mache sie also auch nicht zu deinen.
      Dein Leben und deine Zeit sind viel zu kostbar, um sie mit Dingen zu verschwenden, die du nicht ändern kannst
      Ich würde es vielleicht positiver angehen, lets agree to disagree.
      Ich denke manches Mal ist es einfach schwierig Menschen mit einer völlig anderen Beziehungsrichtung die eigene "schmackhaft" zu machen.

      Was die Vorurteile betrifft finde ich kommt es auch hier und da in Diskussionen hier im Forum durch, dass der jeweils andere Ausrichtung der Beziehung durchaus mit Vorurteilen begegnet wird.

      Es gibt eben nicht das BDSM, also das richtige - wenn wir uns das alle immer mal wieder bewusst machen, kann man vielleicht auch mit den Zweifeln des Gegenübers besser umgehen.

      Solange die Partner sich in ihrer Konstellation wohl fühlen kann man vielleicht hier und da auch mal das eine oder andere Vorurteil einfach weglächeln.
      The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.

      William Shakespeare - As You Like It

      Teufelanna schrieb:


      Wie gehst du mit diesem Kopfkino um?
      Wie können wir Menschen, die so leben, helfen diese Fragen zu beantworten, damit gar nicht erst so Ein Horroszenario im Kopf entsteht? Also sollten die Gedanken zu Streit / Diskussionen negativ sein - habe selber oft erlebt das da das schlimmste ausgemalt wurde
      Also mein Kopfkino erschlagt mich immer.
      Ich fand aber den Vergleich TPE mit einer sehr konservativen Ehe, vergleich der 50er Jahre, wer das hier geschrieben hat, etwas greifbarer für mich. Vielleicht erklärst du es anhand von Familienmodelle, die es mal so früher gab, oder woran ihr euch orientiert, anstatt einfach nur TPE zu sagen. Das ist halt so ein Überbegriff der einfach alles bedeuten kann.
      Ich habe diesen Vergleich bemüht.

      Ich habe jetzt eine ganze Weile gesucht, um ein Quelle zu finden, die meinem Bild dieser Zeit (50er) entspricht und nicht total Klischee überladen ist: .ze.tt/haus-und-ehefrau-in-den-50ern-alleinerziehend-in-den-70ern-%E2%80%A8eine-mama-mit-fuenf-kindern-erzaehlt/

      Es gab in Deutschland dazu verschiedene Gesetze, welche Rechte der Mann in der Ehe hat:
      • Zum Beispiel dürfen Frauen in Deutschland erst seit 1962 ein eigenes Bankkonto eröffnen
      • Noch bis 1977 konnte ein Mann das Arbeitsverhältnis seiner Frau kündigen.
      Den signifikanten Unterschied, den ich zu meiner Lebensweise sehe ist das Einvernehmen. Ich habe mich aus freien Stücken dazu entschieden meinem Partner alle Rechte zu überlassen. Dazu muss man sagen, dass zu dem Zeitpunkt, wie das Machtgefälle sich so manifestiert hat bereits 8 Jahre Beziehung hinter uns lagen.

      Ja es macht manche Sachen schwieriger. Und es erfordert jede Menge Kommunikation.

      Das schließt viele Dinge mit ein, über die man sonst nicht nachdenkt.

      Zum Beispiel die Frage, wie man reagiert, wenn man von der Schwiegermutter gefragt wird ob man nicht bitte das Stück Kuchen probiert, weil sie unbedingt jetzt wissen muss wie es schmeckt. Ihr zu sagen, dafür müsse man erst ihren Sohn fragen weil Kuchen eben kein alltägliches Lebensmittel mehr ist. :gruebel: schwierig.

      Wenn man wie ich vor ein paar Tagen dann nicht klar sagt, dass man das jetzt gerade nicht möchte und sich somit hinreißen lässt den verführerisch riechenden Apfelkuchen vor dem Fragen nach Erlaubnis zu essen wird das sanktioniert. Auch da ist diese Sanktion/Strafe so, dass ich mir beim nächsten Mal in der gleichen/ ähnlichen Situation überlege ob ich (a) wieder meinen Partner enttäuschen möchte in dem ich die Regeln ignoriere oder kreativ auslege und (b) ob ich nochmal eine Sanktion erleben möchte.

      Wichtig dabei ist mir, dass im Gegensatz zu der Mutter im obigen Artikel das bei mir keine Frustration hinterlässt. Im Gegenteil ich merke, dass ich viele Sachen wieder viel mehr zu schätzen weiß weil sie eben nicht immer verfügbar sind.
      Ich bin keine Signatur ich putze hier nur :fegen: :fenster:

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      Ich hab mir auch mal so meine Gedanken gemacht. Und obwohl mein Mann und ich D/s sehr ausgeprägt leben, bin ich noch Keinem begegnet, der mir abwertend, übermäßig kritisch oder sogar beleidigend gegenüber getreten wäre. Im Gegenteil, ich hab manchmal direkt das Gefühl, mich für "unser" TPE rechtfertigen zu müssen, weil es jemand zu wischiwaschi vorkommen könnte.
      Ich erzähle jetzt mal aus unserem täglichen Leben, wie das so abläuft und warum ich es für ein tiefes D/s halte.

      Wir leben in einem Mini-Dorf mit 25 Häusern, wir haben zwei kleine Kinder, unsere familiären Bindungen insbesondere zu den Eltern sind sehr eng, ich habe Wald geerbt, der bewirtschaftet werden muss. Und daher ist unser Leben den verschiedensten Zwängen unterworfen. Es unterscheidet sich wohl auch sehr von einem kinderlosen, autarken Paar um die 50, zum Beispiel aus Berlin-Mitte ^^ Daher ist es meistens eher schwer für mich, zu "begründen", dass wir D/s in Richtung TPE konsequent leben, weil es unserer Neigung entspricht und weil es für uns als Mann und Frau genau das Richtige ist.
      Naja, ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich von dem Begründen und Rechtfertigen ziemlich Abstand genommen habe. Keiner aus dem Internet sitzt an meinem Küchentisch und kann so RICHTIG wissen, wie unser Leben, D/s und der ganze restliche Wahnsinn läuft :rolleyes:

      Trotzdem spüre ich mit zunehmender Erfahrung, dass ich nix mehr liebe und brauche, als die umfassende Führung und Kontrolle durch meinen Mann. Wir haben unser praktisches Leben zwar so gestaltet, dass ich in jeder Situation handlungsfähig bin. Mit Kindern, Beruf usw. muss ich das auch sein, finden wir beide. Es gibt keine kleinteiligen Regeln, die mich oder uns in Gegenwart unbeteiligter Dritter in Erklärungsnot oder Verlegenheit bringen. Und gegenüber den Kindern sieht kein Mensch etwas Auffälliges.
      Und dennoch, ich habe meine Rechte an meinen Mann abgetreten. Er kann immer und überall über meinen Körper entscheiden, was ich anziehe, wie meine Haare ausschauen, was in meinen Mund wandert oder auch nicht, und wann sich mein müdes Haupt auf's Kopfkissen zu legen hat. Gefällt ihm etwas an meinem Verhalten nicht, wird er sich das keinesfalls untätig anschauen, sondern mit einer klaren Ansage für Abhilfe sorgen. Wenn es nötig ist, schützt er mich auch vor zuviel Stress, Arbeit oder sonstiger Aufregung. Dazu gehört, dass mein Handy im Schub verschwindet, die Zeit am PC begrenzt wird, ich zum Sport freigestellt werde oder er sogar ein Date mit einer Freundin oder Verwandten vorschlägt. Der Satz "Du Mama, Moment, ich schau später erstmal in den Kalender rein" hat mir schon öfter das (Spießer-)Leben gerettet :D Er bestimmt über alle sonstigen Dinge des Alltags, Termine, Geld, Abläufe, Verpflichtungen usw. Meine wöchentlich Arbeitszeit im Büro, die Aufteilung in der Kinderbetreuung, alles das lasse ich ihn gern entscheiden. Aber das tut er in all den Jahren des Findens und Übens total unauffällig und zur beiderseitigen Erfüllung. Meine Ansichten und Meinungen kann ich jederzeit in einem anständigen Tonfall vortragen. Eigentlich immer kann ich seine ruhige, überlegte Hand hinter seinen Entscheidungen erkennen. Ich fühle mich nicht maßlos unterdrückt oder sowas.
      Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir zusammen erwachsen geworden sind, er ist an meiner Seite, als ich gerade 21 war.

      Alle Regeln, die für mich gelten, sind abgesprochen und ich bin überzeugt von der Sinnhaftigkeit. Obwohl er auch Regeln aufstellen kann, die ich sch**** finde :evil: Aber das ist irgendwie unser Geheimnis und Überlebens-Elixir, dass er es mit seinen Regeln und seiner Macht so hält, dass ich damit immer gut zurecht komme. Mein Gehorsam ist ihm sicher, das weiß er. Dadurch hat er meines Erachtens auch die Freiheit, veranwortlich für beide zu entscheiden, auch mal schwierige Dinge von mir zu fordern oder Ungeliebtes anzuzetteln :thumbup:

      Wünsche, eine kritische Meinung, schwarzen Humor und eine spitze Zunge hab ich mir immer bewahrt, und auch das gehört für uns beide dazu. Der Mann hat sicherlich oft genug viel Arbeit mit mir 8|
      Unser gelebtes TPE ist jedenfalls tatsächlich bunt, geprägt durch den Platz, wo uns das Leben nun mal hingestellt hat, und wird auch laufend an die äußeren Verhältnisse angepasst. Der feste Kern ist: er entscheidet - ich folge <3 Und insgesamt machen wir es uns einfach schön :sekt:
      .... und dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!

      aus dem 1. Petrusbrief - unser Trauspruch, und so wahr.... <3

      Teufelanna schrieb:

      Ich möchte mich allerdings dafür entschuldigen, dass ich sagte, dass du es jedem absprichst. Offenbar meintest du nur mich/uns. Da habe ich dich falsch verstanden.
      Nein, auch Dir/euch spreche ich es nicht ab! Das möchte ich so nicht unwidersprochen hier stehenlassen.

      Rein vorsorglich: solange das obige Zitat stehenbleibt (obwohl eindeutig OT), möchte ich auch diese Klarstellung hierzu drinstehen haben. Ansonsten haben wir das ganz regelkonform miteinander geklärt, es gibt keinen Konflikt.
      Trust me, I know what I'm doing!

      Bedenke den Spaß!

      Teufelanna schrieb:

      eine Idee wie man gegen die Vorurteile ankommt
      Ich sehe mal folgende Möglichkeit:
      1. TPE-ler akzeptieren, dass der Begriff "total" objektiv überzogen ist. Der Begriff hat eine feststehende Bedeutung und die lautet nun mal "allumfassend" und das nicht theoretisch, sondern praktisch und das wäre im Zweifel eben rechtswidrig (zB Trennung durch sub).
      2. TPE-ler vergleichen das "total" qualitativ mit dem feststehenden Ausdruck "bis dass der Tod uns scheidet". Der wird idR ebenso ernst gebraucht, allein die Scheidungsquote belegt, dass es oft nur der Ausdruck eines frommen Wunsches ist.
      3. Nicht-TPE-ler akzeptieren 1. und 2. als Ausdruck eines legitimen Abgrenzungsbedürfnisses zwischen partiell/situativ und maximal umfangreich angelegten D/s-Beziehung und reiten dafür nicht mehr auf weltfremden Beispielen rum.
      Würde das Paket was helfen, ohne dass jemandem ein Zacken aus der Krone bricht?

      Alternativ: Wir gewöhnen uns gleich an MPE (M = maximal) und vermeiden damit die überflüssige Diskussion um "wie total ist total", denn "total" ist total total. Alles andere führt doch die Sprache auf Dauer ad absurdum, ebenso wie haarsträubende Beispiele über Banküberfälle durch sub kein Beweis für irgendwas außer krimineller Phantasien sind und schon deshalb nicht in ein gesellschaftlich tragfähiges Konzept von BDSM passen.

      Was im übrigen das bekannte und verbreitete Misstrauen gegen solch umfassende Machtgefälle-Beziehungen betrifft, da hilft vermutlich nur die überzeugende Aufklärungskraft des vorgelebten guten Beispiels.

      Grüße und nen :coffee:

      HvR