Was zieh ich an?

      Was zieh ich an?

      Dieses Mal möchte ich über Kleidung schreiben und darüber, welche Entwicklungsschritte es bei uns in diesem Bereich gab.

      Vor der Beziehung mit meinem Herrn habe ich überwiegend Hosen getragen. Kleider und Röcke mochte ich zwar gern, fand sie aber im Alltag unpraktisch und es gab für mich zu wenige besondere Gelegenheiten, um sie zu tragen. Daher gab mein Kleiderschrank nur wenige Röcke und noch weniger Kleider her.

      Am Abend, als ich meinem Herrn das erste Mal begegnet bin, trug ich einen Rock. Was ich bei der ersten Verabredung anhatte, weiß ich leider nicht mehr. Ich weiß aber noch, dass ich nach unserer ersten gemeinsam verbrachten Nacht ohne Slip unter meinem Rock nach Hause gefahren bin.

      Da schnell feststand, dass er gern Röcke und Kleider an mir sieht, habe ich meinen Kleiderschrank etwas aufgestockt. Im Alltag blieben aber Hosen mein bevorzugtes Kleidungsstück. Für unsere Verabredungen habe ich aber gern Röcke oder Kleider angezogen, die ihm an mir gefallen haben.

      Ich glaube, es war 2013, als eine neue Person in unser Leben trat, die auch im Alltag nur Kleider/Röcke trug. Da war ich neugierig geworden und habe ein Experiment gestartet: Ich wollte für die nächste 14 Tage im Alltag nur Röcke/Kleider tragen und dabei darauf achten, wie mein Herr darauf reagiert und wie sich das für mich anfühlt. Gleichzeitig habe ich damit begonnen, bei meinen Strumpfhosen den Zwickel zu entfernen und keinen Slip zu tragen.

      Was soll ich sagen? Das Experiment war ein voller Erfolg! Es gefiel mir und es gefiel ihm, sodass er entschied, dass Röcke/Kleider meine neue Alltagskleidung werden, ich auf Slips verzichte (außer während meiner Periode) und meine Strumpfhosen ohne Zwickel zu sein haben (außer auf der Arbeit). Heute trage ich Hosen zum Sport, an Kranken-/Gammeltagen (dann bekomme ich oft eine Schlafanzughose meines Herrn) und eventuell bei körperlicher Arbeit (z B. wenn wir bei einem Umzug helfen). Aber letzteres funktioniert auch gut im Rock.

      Immer noch habe ich viele Kleider, die sich eher für besondere Anlässe als für den Alltag eignen. Aber alle Kleidungsstücke in meinem Kleiderschrank gefallen meinem Herrn (sonst wären sie nicht dort), sodass ich sicher sein kann, jederzeit nach seinem Geschmack gekleidet zu sein.

      Zu bestimmten Gelegenheiten/besonderen Anlässen entscheidet gern er, was ich anziehe.

      Den wenigsten Menschen fällt es bewusst auf, dass ich nur Röcke/Kleider trage, zumindest werde ich sehr selten darauf angesprochen. Tendenziell passiert das im Winter und Leute sind besorgt, dass ich frieren könnte. Damit das nicht passiert, trage ich dicke Strumpfhosen oder 2 Strumpfhosen übereinander (auf der Arbeit allerdings keine ausgeschnittenen) und längere Röcke sowie Stiefel.

      Schuhe sind ein weiterer Punkt, an dem mein Herr meine Tragevorlieben beeinflusst hat. Er sieht mich am liebsten auf Absätzen (das streckt die Beine und macht einen besonders hübschen Po). Also gibt es nun im Alltag Pumps und für besondere Gelegenheiten High Heels.

      Die erste Regel, die bezüglich Kleidung eingeführt wurde, besagte allerdings, dass ich nachts unbedingt Flauschsocken tragen muss. Das ist auch heute noch so. Mit meinen kalten Füßen möchte er keinen Kontakt haben. Ansonsten trage ich nachts nichts.
      Carpe et diem et noctem.
      Ich weiß nicht, ob mein Mann alle Klamotten mag, die ich im Schrank habe. Vermutlich nicht, ich meine er sagte mal, braun mag er nicht so gerne. Meistens trag ich blau, schwarz oder rot. Ich hab aber auch grün und auch braun, weil ich das an mir ab und an mag. Passt zur Augen/Haar und Hautfarbe. Gut, da ich weiß, dass es nicht seins ist, würde ich natürlich zu einem Ausgehabend nicht ausgerechnet was braunes anziehen. Zur Arbeit aber dann eben schon, da sieht er mich ja eh nicht. Neue Sachen kaufe ich dann normal auch nicht mehr braun.

      Das ist aber etwas, das ich eigentlich völlig normal finde, auch für jede Partnerschaft auch ohne BDSM. Warum sollte man was anziehen, das der Partner nicht an einem schön findet, man will doch gefallen. Tut er ja andersrum auch. Als wir uns kennenlernten, hatte er einige sehr äh... Dinge zweifelhaften Geschmacks im Schrank hängen. Die trug er dann eben auch nicht wenn wir zusammen unterwegs waren.

      Aber vielleicht ist das ein Zug an mir, der eben doch SMig ist und den viele Vanillas nicht haben :gruebel: ?
      it's something unpredictable but in the end it's right
      and so I have the time of my life

      Katharina schrieb:

      Das ist aber etwas, das ich eigentlich völlig normal finde, auch für jede Partnerschaft auch ohne BDSM. Warum sollte man was anziehen, das der Partner nicht an einem schön findet, man will doch gefallen.
      :yes: Da kann ich nur zustimmen.

      Natürlich will man für seinen Partner attraktiv sein (und bleiben)

      In meiner langen Vanilla-Ehe wollte ich das auch und war immer froh, wenn mein Partner bei meiner Klamottenwahl dabei war und entschieden hat, wo ich es nicht konnte... :rolleyes: . Ich trage fast nur Hosen (Job, Sport, Alltag) Nur bei besonderen Anlässen trage ich Kleider oder Röcke. Absätze hingegen gehören für mich auch in den Alltag. Mein Partner mochte mich am liebsten in knallengen Jeans weil er meinte, dass mein Hintern so am besten zur Geltung käme :pardon:

      Sollte ich einen Partner haben, der Kleider an mir favorisiert, wäre das doch der beste Anlass für mich, ganz ohne schlechtem Gewissen ... :saint:
      ...Ich meine, dann bräuchte ich ja auch passende Schuhe, Tasche... 8o

      parvula_serva schrieb:

      Die erste Regel, die bezüglich Kleidung eingeführt wurde, besagte allerdings, dass ich nachts unbedingt Flauschsocken tragen muss.
      Was für eine schöne Regel ^^ ... wirklich inspirierend! :D Danke @parvula_serva
      "Meine Meinung steht fest, irritiere mich jetzt bitte nicht mit Fakten!" :pardon:

      trytofly schrieb:

      Katharina schrieb:

      Das ist aber etwas, das ich eigentlich völlig normal finde, auch für jede Partnerschaft auch ohne BDSM. Warum sollte man was anziehen, das der Partner nicht an einem schön findet, man will doch gefallen.
      :yes: Da kann ich nur zustimmen.
      Ich habe auch weder gesagt noch gemeint, dass das in Beziehungen ohne BDSM nicht so ist bzw sein kann. :) Wenn ich von unserer Beziehung schreibe, geht es mir nicht darum, uns von Nicht-BDSM-Beziehungen abzugrenzen. Eure Kommentare zeigen mir nur mal wieder, wie unspektakulär so einige Aspekte einer im Alltag gelebten Ds-Beziehung sind.
      Carpe et diem et noctem.

      parvula_serva schrieb:

      Die erste Regel, die bezüglich Kleidung eingeführt wurde, besagte allerdings, dass ich nachts unbedingt Flauschsocken tragen muss. Das ist auch heute noch so. Mit meinen kalten Füßen möchte er keinen Kontakt haben. Ansonsten trage ich nachts nichts.
      Interessant, wie da wohl jeder anders tickt. Mich haben nämlich die Socken im Bett an ihr total genervt, den Kontakt damit konnte ich so gar nicht leiden. Die sind daher zwar nicht per se verboten, aber unerwünscht. Dafür muss ich dann eben die kalten Füße wärmen, das geht aber an sich ganz gut.

      Unabhängig davon: kalte Füße töten zuverlässig jede Erotik, also egal wie, die müssen bekämpft werden! Und daher hab ich auch kein Problem damit, wenn sie (außerhalb des Betts!) Flauschesocken trägt, da gibts ja auch schöne Farben ;) .

      Katharina schrieb:

      Ich weiß nicht, ob mein Mann alle Klamotten mag, die ich im Schrank habe. Vermutlich nicht, ich meine er sagte mal, braun mag er nicht so gerne.
      Kommt auf das Braun an... da gibt es ein großes Mittelfeld, was mir tatsächlich nicht gefällt, und bei sehr hell oder sehr dunkel kann das dann wiederum gut passen.

      Katharina schrieb:

      Warum sollte man was anziehen, das der Partner nicht an einem schön findet, man will doch gefallen. Tut er ja andersrum auch.
      Ich muss allerdings einräumen, dass da sicher noch etwas Luft nach oben ist... Sowohl was Qualität als auch Quantität (sprich Häufigkeit) angeht. Aber ich finde, Frauen haben es da auch leichter bzw. erheblich mehr Auswahl als wir.
      Trust me, I know what I'm doing!

      Bedenke den Spaß!

      Katharina schrieb:

      Das ist aber etwas, das ich eigentlich völlig normal finde, auch für jede Partnerschaft auch ohne BDSM. Warum sollte man was anziehen, das der Partner nicht an einem schön findet, man will doch gefallen
      Ich mache Gefallen nicht an Klamotten fest.
      Natürlich kann ich meinem Partner zuliebe Sachen tragen, die er mag.
      Wenn ich sie aber nicht mag?
      Das strahle ich doch auch aus.Und eben auch im negativen Sinne.
      Wenn ich Sachen trage, die ich mag, habe ich eine andere Ausstrahlung und die Wirkung ist meiner Meinung nach viel größer.
      Im Rahmen von D/S mag das ok sein, aber mein Ding ist es nicht.
      Ich habe durchaus Kleider und Röcke und trage sie auch gerne.
      Aber Pumps und High Heels sind für mich persönlich ein No Go. Ich kann darauf nicht laufen und bekomme Probleme mit meinen Füßen. Die wollen das einfach nicht. Ist ja auch unnatürlich für die Haltung.
      Ich bin ich. Manchmal auch wir.

      Fenja schrieb:

      Natürlich kann ich meinem Partner zuliebe Sachen tragen, die er mag.
      Wenn ich sie aber nicht mag?
      Das strahle ich doch auch aus.Und eben auch im negativen Sinne.
      Wenn ich Sachen trage, die ich mag, habe ich eine andere Ausstrahlung und die Wirkung ist meiner Meinung nach viel größer.
      Da stimme ich dir zu. Und daher gefallen die Kleidungsstücke in meinem Kalenderschrank nicht nur meinem Herrn, sondern auch mir. Er möchte nicht nur, dass ich ihm gefalle, sondern mich auch wohlfühle und mir selbst gefalle.
      Carpe et diem et noctem.

      Fenja schrieb:

      Aber Pumps und High Heels sind für mich persönlich ein No Go. Ich kann darauf nicht laufen und bekomme Probleme mit meinen Füßen. Die wollen das einfach nicht. Ist ja auch unnatürlich für die Haltung.
      Das dachte ich auch immer, bis ich dann anlässlich einer Hochzeit mit "Kleiderzwang" über hohe Schuhe eines bestimmten Herstellers fiel, welche passten und sehr bequem waren. Und siehe da, seit fast 2 Jahren bin ich fast ausschließlich "höhergelegt" unterwegs. Dazu kamen dann auch etliche Kleider, was bis dahin mangels passender Schuhe auch nicht so meins war :D
      Und siehe da, dem Herrn gefällt's auch.

      Allerdings stimme ich auch meinen Vorrednern zu, dass bdsm hin oder her, man (zumindest ich) dem Partner doch zumeist auch optisch durch die Wahl der Klamotten gefallen möchte. Das war zumindest bei uns auch vor Entdeckung der Leidenschaft für bdsm so.

      Allerdings kann es in dem Kontext doch neue Züge bekommen. Denn auch bei uns gibt es Tage an denen mein Herr bestimmt was ich anziehe. Das ist dann schon spannend und aufregend, wenn man in die Dusche geschickt wird und nicht weiß, was man zum gemeinsamen Abendessen, Kinobesuch, etc. tragen wird... :rolleyes:
      I'm not a psychopath, I'm a high-functioning sociopath. Do your research! ~ Benedict Cumberbatch/Sherlock Holmes

      parvula_serva schrieb:

      Eure Kommentare zeigen mir nur mal wieder, wie unspektakulär so einige Aspekte einer im Alltag gelebten Ds-Beziehung sind.
      :gruebel:
      Ich denke das trifft vielleicht auf den Aspekt zu, seinem Partner gefallen zu wollen.

      Die "Umsetzung" unterscheidet sich in meinen Augen aber schon sehr :rot: . Zumindest wenn ich das mit meinen (Vanilla-) Beziehungen vergleiche... War interessant zu lesen.

      parvula_serva schrieb:

      Ich habe auch weder gesagt noch gemeint, dass das in Beziehungen ohne BDSM nicht so ist bzw sein kann.
      Sorry, hab ich auch gar nicht so aufgefasst. :pardon:
      "Meine Meinung steht fest, irritiere mich jetzt bitte nicht mit Fakten!" :pardon:

      Sidheag schrieb:

      Das dachte ich auch immer, bis ich dann anlässlich einer Hochzeit mit "Kleiderzwang" über hohe Schuhe eines bestimmten Herstellers fiel, welche passten und sehr bequem waren. Und siehe da, seit fast 2 Jahren bin ich fast ausschließlich "höhergelegt" unterwegs
      Das ist doch auch ok. Ich will ja niemandem etwas absprechen.
      Wenn du oder auch andere sich damit wohlfühlen, ist das ok.

      Ich persönlich achte sehr auf meinen Körper und meine Gesundheit. Und da sind Schuhe mit Absätzen eben kein Thema.
      Ich bin ich. Manchmal auch wir.
      @parvula_serva,
      vielen Dank für's teilhaben lassen :blumen:

      Ich finde es unheimlich interessant, wie sich manche Dinge im Laufe der Zeit wandeln können (auch oder gerade mit/durch dem/den Einfluss von D/S). Und so konnte auch ich mich ein ganz klein wenig in Deinen Schilderungen wiederfinden :yes:

      Auch ich bin notorische Hosenträgerin, einfach aus Gewohnheit, weils praktischer ist und und und.... aber seit ich vor etwa drei Jahren ins BDSM gefunden habe, sind vermutlich deutlich mehr neue Kleider und Röcke in meinen Kleiderschrank gewandert als in zwanzig Jahren zuvor - auch wenn sich das tatsächlich tragen noch dezent in Grenzen hält :pardon:

      Und ganz klar hat es doch irgendwie immer einen gewissen Reiz :rot: wenn man etwas bestimmtes trägt, etwas nur für IHN trägt oder einfach nur das Wissen im Hinterkopf hat, dass es IHM gefällt.
      Optimismus heißt rückwärts sumsi mit po :yes: :saint:

      Sidheag schrieb:

      Allerdings stimme ich auch meinen Vorrednern zu, dass bdsm hin oder her, man (zumindest ich) dem Partner doch zumeist auch optisch durch die Wahl der Klamotten gefallen möchte. Das war zumindest bei uns auch vor Entdeckung der Leidenschaft für bdsm so.
      Ja, das war für mich eigentlich immer selbstverständlich und unabhängig von BDSM. Ich mag es, meinem Gegenüber auf diese Weise eine Freude zu machen. Wenn ich weiß, was er mag und für mich nicht wirklich etwas dagegenspricht, wird er es garantiert in Zukunft mal an mir sehen. Da bedarf es gar keiner expliziten Aufforderung.

      Ich finde das umgekehrt übrigens genauso schön: Wenn Dom das auch für Sub macht. Dann natürlich nicht als Kleidervorschrift / -ordnung, sondern selbst gewählt. :D
      Dom möchte für Sub doch ebenfalls attraktiv sein. Die Kleidung macht da zwar nur einen kleinen Teil aus (für mich jedenfalls), gehört aber eben auch mit zum Erscheinungsbild. Und es schmeichelt mir sehr, wenn sich ein Mann (egal ob Dom oder nicht) für mich 'schön macht', weil er mir auch in dieser Hinsicht gefallen möchte. :rot:

      @parvula_serva Vielen Dank für deinen schönen Bericht! :)