Der Kampf mit dem inneren Schweinehund: sich nicht zur Wehr setzen

      Der Kampf mit dem inneren Schweinehund: sich nicht zur Wehr setzen

      Hallo zusammen,

      ich bin nun schon eine Weile stille Mitleserin dieses Forums und möchte mich dann auch mal mit einer Frage an die Gemeinschaft richten. Seit ein paar Monaten bin ich in einer Beziehung mit BDSM-Elementen, vorwiegend im D/s-Bereich. Es ist meine erste Nicht-Vanilla-Beziehung; BDSM ist für mich dementsprechend noch relativ neu (vor etwa einem Jahr habe ich mich das erste Mal überhaupt damit auseinander gesetzt, dass es BDSM gibt und dass ich an "sowas Unanständigem" gar Gefallen finden könnte).

      Im Rahmen des D/s-Konstruktes habe ich ein paar Regeln zu beachten. Wenn ich diese missachte, werde ich dafür bestraft. Hierauf baut auch meine Frage auf, mit der ich mich an euch wenden möchte. [Und ich hoffe, dass ich damit im richtigen Forenbereich bin]

      Vorneweg: Wenn es zu einer Strafe kommt, ist es für mich immer logisch nachvollziehbar. Ebenso wie die Intensität entsprechend des Ausmaßes des Vergehens. Ich bin also vom Kopf her mit meinem Dom einer Meinung, dass ich diese Strafe verdient habe.

      Ein Teil der Strafe – der mir die meisten Probleme bereitet es durchzuhalten - besteht im Versohlen des Hinterns. Ich versuche das still durchzuhalten, weil ich ja die Strafe einsehe und dies brav über mich ergehen lassen möchte. Irgendwann kommt es aber an einen Punkt wo weg-atmen, ins Kissen beißen, Schuldgefühle einreden… etc. nicht weiterhelfen, um den Schmerz auszuhalten [mag sein, dass mich manche jetzt für zu empfindlich halten, aber ich bin wohl etwas zart besaitet ^^°] und dann setzt bei mir ein sehr starker Impuls ein, mich zur Wehr setzen zu wollen. Und zwar nicht aus spielerischer Absicht, sondern eher „ohne Rücksicht auf Verluste – Hauptsache weg“. Obwohl mein Kopf weiß, dass die Strafe angemessen ist, dass ich das verdient habe und ich mich gefälligst nicht zu wehren habe.

      Bislang sind noch keine Unfälle passiert, weil mein Dom rechtzeitig aufgehört hat. Ich habe aber Angst, dass ich ihm irgendwann aus Versehen weh tun könnte, wenn ich mal nicht mehr so erfolgreich bin, den inneren Schweinehund des sich Wehren Wollens zu bekämpfen. Darüber hinaus bin ich von mir selbst ziemlich enttäuscht, weil ich im Verlauf immer zappeliger werde, obwohl er mich dazu ermahnt ruhig zu sein, ich es aber einfach nicht hinbekomme.

      Habt ihr auch schonmal solche Erfahrungen gemacht?
      Wenn ja, wie seid ihr damit umgegangen?
      Konntet ihr euch solche unerwünschten Reaktionen abtrainieren?
      Oder bin ich dann vielleicht doch einfach keine „gute Sub“?
      Was mache ich falsch?

      Liebe Grüße
      Kleiner Fuchs

      PS: Ein Safeword zu nutzen fände ich in dieser Situation unangebracht, weil die strukturelle Integrität meines Körpers ja nicht bedroht ist. Ich möchte das schließlich nicht inflationär bei jeder Unannehmlichkeit gebrauchen.
      in Kurzform:
      es hat nichts mit "gute Sub" zu tun. Eine Strafe soll ja weh tun, auch für eine Sub die maso ist, würde eine Strafe so sein, dass sie eben keine Lust dran hat. Also das ist erst mal ok.
      Aber wenn es IMMER so ist, dass du so an deine Grenzen dabei kommst, solltest du mal mit deinem Dom drüber reden.
      Vielleicht wäre ja auch der Ampelcode was für Euch - also grün = ok, gelb = vorsicht und rot = nicht mehr. Oder eben wie ihr es euch definieren wollt. Könnte eine zusätzliche Hilfe sein, sich so an eine Strafe ranzutasten, dass es war Strafe bleibt, aber nicht so extrem, dass du in dem Moment am liebsten alles hinwerfen würdest. Wenn dein Körper Stop sagt, dann lass sollte sich dein Kopf dem auch ruhig mal anschließen ;)
      it's something unpredictable but in the end it's right
      and so I have the time of my life
      Hallo KleinerFuchs,
      im Grunde bin ich nicht qualifiziert dazu, zu deiner Problematik etwas zu schreiben, weil ich selber völlig neu auf dem Gebiet BDSM bin und absolut gar keine Ahnung habe..

      Aber... Ein Safeword ist in vielen Spielarten eben nicht nur dafür da, wenn die strukturelle Integrität deines Körpers bedroht ist. Es gibt auch so was wie psychische Integrität, und auch die kannst und darfst du mit einem Safeword schützen, wenn du merkst, dass sie bedroht wird. Und wenn dich der Schmerz an einen Punkt bringt, an dem sich bei dir irgendwie ein Schalter im Kopf umlegt und du befürchtest, deinen Dom dabei zu verletzen, dann kann das sehr wohl ein Grund für ein Safeword sein, um ihn zu schützen, aber auch, um dich zu schützen. Wenn du es beim ersten Wegatmen-Müssen oder Ins-Kissen-Beißen direkt benutzt, dann ist das vielleicht inflationär. (Aber auch nur vielleicht, wenn mit dem Dom abgesprochen ist, dass das für dich bereits ein Grund zum Abbruch ist und das für beide ok ist, dann - warum nicht?) Aber wenn du so sehr an deine Grenzen kommst, dann darfst du dich und ihn auch schützen. Übrigens gibt es auch Slowwords, dann müsstest ihr nicht abbrechen, aber du könntest signalisieren, dass du es jetzt brauchst, dass "einen Gang runter geschaltet" wird.
      Zu der anderen Frage, wie man, wenn der Impuls des Sich-Wehren-Wollens kommt, diesen kontrolliert und stoppt, weiß ich leider nichts zu sagen. Aber vielleicht kann man sich da ja langsam rantasten? Also z.B. gezielt Pausen machen, wenn es dir zu viel wird. Vielleicht hilft es ja schon, wenn du kurz durchatmen kannst bevor es weitergeht?
      Und wenn nicht, dann ist vielleicht das sinnvollste, mit deinem Dom darüber zu sprechen, dass das, was ihr tut, für dich im Moment zu "hart" ist und schauen, wie ihr eine Intensität findet, die du für dich auch managen kannst. Das schließt ja nicht aus, sich später nochmal daran heranzutasten...

      Aber ich habe selber noch keinerlei praktische Erfahrung, insofern - wenn dir das hilft, prima, wenn nicht ignoriere es einfach ;)
      Ich wünsche dir alles Gute!
      Novicia
      Natürlich kenne ich sowas :D

      Und ja, es kam dabei so schon zu blöderen "Verletzungen". Wenn man bspw. mit der Hand nach hinten greift um den Stock abzuwehren, lassen sich auch blaue oder angeschwollene Knöchel an Fingern oder Daumen nicht vermeiden. :pardon:

      Ich finde den Reflex nur natürlich, zeigt er doch, dass es dir wirklich weh tut und du das vermeiden willst, auch wenn du denkst oder weißt, dass die "(Be-)Handlung" gerechtfertigt ist.

      Da es bei uns weder Ampelcode noch Safeword gibt, bleibt mir nichts anderes übrig, als es irgendwie zu ertragen. Mein Herr droht bei zu viel Abwehr weitere Strafen (mehr Schläge) an, das hilft mir dann aber auch, es besser über mich ergehen zu lassen.
      Ich kann mich meinen Vorrednern in der Hinsicht also nicht anschließen, dass durch "Ausweichmöglichkeiten" via Ampelcode und/oder Safword anzugehen. Ich (emp)finde gerade darin die Tiefe unserer Verbindung. Nur so geht man wirklich an seine Grenzen und evtl. auch darüber hinaus. Wenn du deinem Partner vertraust, wirst du wissen, dass er dir nur so viel zumutet, wie du auch wirklich ertragen kannst.

      Somit würde ich als (Lösungs?)Möglichkeit eher die Bitte sehen, die Strafe bspw. fixiert anzutreten. So, dass du dich halt nicht mehr wehren kannst. Und nein, du bist nicht besonders emfindlich oder eine "schlechte Sub", wenn du nachdem du es nicht mehr "wegatmen" oder ähnliches kannst, dann vielleicht sogar laut wirst, oder ja... sogar weinen musst. Und ja, es tut weh. Und ja, man denkt, warum mache ich das hier? Aber genau darin liegt für mich wie gesagt, die Tiefe. Die Verbindung. Wenn du es durchgestanden hast, ist alles gut. Ist alles bereinigt. Und wer weiß... vielleicht trägt es dann ja auch eher zur Besserung des Verhaltens bei? Schließlich bekommt man eine Strafe ja nicht ohne Grund ;) Sonst wäre das wohl eher etwas in Richtung "Funishment"
      "Nichts Böses; hast Du die Schwelle überschritten, ist alles gut.

      Eine andere Welt, und Du mußt nicht reden." (Franz Kafka)
      Wenn ich dich richtig verstehe, @KleinerFuchs, geht es dir nicht darum, dass du die Strafe an sich unangemessen hart oder unaushaltbar findest, sondern dass es dir "einfach" nur schwer fällt, diese zu ertragen und dabei ruhig zu halten.
      In dem Falle fände ich den Einsatz eines Safewords nicht hilfreich. Klar würde es die Situation in dem Moment abbrechen und dir kurzfristig Erleichterung bringen, aber eben auch die Dynamik zwischen euch unterbrechen, die ja grundsätzlich in Ordnung für dich zu sein scheint.
      Sollte ich falsch liegen, bitte gerne korrigieren.

      Oder hast du das Gefühl, dass die Intensität der Schläge bei der Bestrafung über das hinausgeht, was du ertragen kannst? Dann wäre es gut, mal mit deinem Dom darüber zu reden.

      Es ist erstmal eine ganz normale und natürliche Reaktion, sich bei (starkem) körperlichen Schmerz (der eben nicht als angenehm und lustvoll erlebt wird) wehren oder fliehen zu wollen. So funktionieren nun mal unsere Instinkte.
      Das hat auch nichts damit zu tun, dass du eine schlechte Sub bist. Im Gegenteil klingt für mich aus deinen Worten eher heraus, dass du dich grundsätzlich fügen und die Strafe annehmen möchtest.

      Ich finde auch nicht, dass du von dir enttäuscht sein musst. Wie gesagt, es ist normal. Du bzw ihr könntet es stattdessen auch als Lernaufgabe verstehen, an der ihr gemeinsam arbeiten könnt.

      Man kann sicherlich zumindest im gewissen Rahmen lernen, sich dabei mehr zu disziplinieren und weniger zu zappeln, würde ich denken. Vielleicht wäre dafür ein Kontext außerhalb von Bestrafung zum Üben hilfreicher? Strafe an sich macht ja- zumindest aus meinem Empfinden- eh schon Stress.
      Zum Üben fände ich viel positive Verstärkung und eine geringere Intensität und vor allem Frequenz der Schläge hilfreich, weil es mehr Zeit zwischen den einzelnen Schlägen lässt, sich wieder zu konzentrieren, innerlich zu sammeln und auf den nächsten Schlag vorzubereiten. Das kann dann ja langsam gesteigert werden.
      Vielleicht könnte es dich zusätzlich motivieren, Lob/ Anerkennung von deinem Dom dafür zu bekommen, dass du das für ihn aushältst; zu hören, dass er stolz auf dich ist etc.? Das müsste er dann natürlich auch wirklich so empfinden, damit es ehrlich rüber kommt. ;)

      Hilfreich bei der Bestrafung selbst könnte auch wie schon gesagt eine Fixierung sein, weil sie eben dem Problem des Zappelns und Wehrens konkret entgegenwirkt. Vielleicht hätte es den zusätzlichen Vorteil, dass du dich mehr in den Schmerz hineinfallen lassen und ihn besser annehmen kannst, wenn eh kein Entkommen möglich ist.
      "Unsere Sehnsüchte sind unsere Möglichkeiten. "
      Robert Browning

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Primrose ()

      Primrose schrieb:

      Oder hast du das Gefühl, dass die Intensität der Schläge bei der Bestrafung über das hinausgeht, was du ertragen kannst? Dann wäre es gut, mal mit deinem Dom darüber zu reden.
      Ich habe gerade nochmal das Ausgangsposting gelesen und bin auch bei der Frage hängen geblieben.

      Für das was kann man tun gab es ja schon gute Vorschläge, eventuell fixieren, vielleicht reicht da ja zum Anfang schon die Hände zu fixieren. Sollte aber Dein Gefühl dabei wirklich in Richtung "Ich kann das nicht aushalten, es geht über das hinaus was ich ertragen kann" dann solltest Du dringend mit Deinem Dom sprechen. Ob nun die Belastungsgrenze emotional oder physisch erreicht ist, wenn eines von beidem zu oft überschritten wird musst Du sprechen.

      Das hat rein gar nichts mit gute sub zu tun, körperliche Grenzen und Schmerzempfinden sind einfach individuell unterschiedlich.

      Ansonsten würde mir noch einfallen mentale Entspannungstechniken zu versuchen.
      The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.

      William Shakespeare - As You Like It
      Ich habe zu deiner Schilderung ein paar Gedanken, die ich einfach mal aufschreiben möchte.

      Wenn es dir nur darum geht, dich nicht wehren zu können, könntest du um Fixierung bitten, wie es ja schon andere vor mir geschrieben haben.

      Hast du mit deinem Dom über deine Gedanken/Gefühle bezüglich des Wehrens gesprochen? Weiß er, was da in dir vorgeht? Reizt es ihn eventuell, dass du dich unwillkürlich wehrst?

      Ein weitere Gedanke meinerseits geht, wie bei Vorschreibern:innen in die Richtung, dass die Intensität der Schläge dein Problem sein könnte. Eventuell könnte man über eine alternative Strafgestaltung nachdenken.

      Und last, but not least: es gibt nicht objektiv "die gute Sub"! Du kannst natürlich versuchen, für deinen Dom seine gute Sub zu sein. Damit könntest du auch schon vor dem Durchhalten bei der Strafe anfangen, indem du stärker darauf achtest, die Regeln einzuhalten.

      Wenn ihr aber beide eigentlich Spaß am Strafen habt, hilft aus meiner Sicht nur darüber zu reden, wie man was am besten umsetzt, damit niemand körperlichen und/oder seelischen Schaden davon trägt.
      Carpe et diem et noctem.
      Zunächst vielen lieben Dank für eure Antworten.

      Vorweg, @parvula_serva: Die Strafen zu vermeiden durch Regeln einhalten ist natürlich der beste Weg (also zumindest meinem Empfinden nach). Darum wollen wir das jetzt testen, ob das besser klappt, wenn ich mich regelmäßig melde, wenn ich z.B. eine Tagesaufgabe erfüllt habe, statt alle zwei, drei Wochen mal drüber zu reden und festzustellen, dass die Umsetzung in Woche drei dann doch nicht mehr so ganz wie gewünscht war. Für mich ist die kurze Aufmerksamkeit/Lob irgendwie motivierender als die Aussicht einer Strafe zu entgehen.

      Bei uns dienen die Strafen dazu, Fehlverhalten zu sanktionieren. Dementsprechend finde ich hier Ampel/Slowword schwierig, weil es ja für mich nicht angenehm/erträglich sein soll; also so wie auch von BottomBonnie & Primrose beschrieben. (Es beruhigt mich übrigens ungemein, dass es dir auch manchmal so geht @BottomBonnie).

      Ich habe nicht das Gefühl, dass die Schläge über eine Intensität hinausgehen, die mein Körper nicht ertragen kann. Auf der Skala von Knie gestoßen bis Bandscheibenvorfall würde ich das schlimmstenfalls im Mittelfeld einordnen.
      In einem anderen Rahmen (wenn es einfach nur SM oder „Funishment“ sein soll) habe ich die Probleme mit dem Wehren wollen auch nicht. Ich weiß aber nicht, ob er dann einfach sanfter ist; mein Schmerzempfinden ist ziemlich davon abhängig in welchem Mindset ich bin und das Setting „Strafe“ macht mich unglaublich unentspannt.

      Viel mit ihm darüber gesprochen habe ich nicht. Beim letzten Mal habe ich mich im Anschluss für mein Gezappel entschuldigt, daraufhin meinte er, es sei schon okay, er wisse ja, dass ich mir Mühe geben würde.

      Das mit der Fixierung für den Ernstfall klingt nach einem guten Vorschlag, vielen Dank.
      Vielleicht ist Fixieren wirklich eine Möglichkeit für dich, Strafen besser zu verarbeiten. Es kann ja sein, dass die Strafe an sich dich frustriert (eben weil du ja eigentlich artig sein möchtest). Durch eine Fixierung könntest du diesen Frust raus lassen, ohne dich/andere zu gefährden. Dann muss du darüber auch nicht nachdenken. Wäre dann ja auch keine Verweigerung gegen die Strafe.
      (Nur ein kurzer Gedanke)
      Ich denke, also spinne ich.

      KleinerFuchs schrieb:

      Habt ihr auch schonmal solche Erfahrungen gemacht?
      Wenn ja, wie seid ihr damit umgegangen?
      Konntet ihr euch solche unerwünschten Reaktionen abtrainieren?
      Oder bin ich dann vielleicht doch einfach keine „gute Sub“?
      Was mache ich falsch?
      die Frage wäre für mich auch warum es immer wieder zu verstößen kommt.......?

      Passt die Regel....? bist Du überfordert?.........willst Du die Regel nicht einhalten...warum...???


      gute Sub...schlechte Sub........Du bist gut so wie Du bist!


      Beim Abstrafen können vielleicht Pausen auch mal ganz sinnvoll sein...um durchzuatmen.
      Schmerz auszuhalten sit ja relativ und auch von der Tagesform abhängig........vielleicht müsste er mal die Art der Strafe ändern......nicht immer führt körperliche Züchtigung auch zum erwünschtem Ziel.
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.

      KleinerFuchs schrieb:

      Darum wollen wir das jetzt testen, ob das besser klappt, wenn ich mich regelmäßig melde, wenn ich z.B. eine Tagesaufgabe erfüllt habe, statt alle zwei, drei Wochen mal drüber zu reden und festzustellen, dass die Umsetzung in Woche drei dann doch nicht mehr so ganz wie gewünscht war. Für mich ist die kurze Aufmerksamkeit/Lob irgendwie motivierender als die Aussicht einer Strafe zu entgehen.
      Ich kann gut verstehen, dass Lob/ Anerkennung/ positive Aufmerksamkeit für dich motivierender sind als nur gelegentlich dafür abgestraft zu werden, wenn irgendetwas nicht gut geklappt hat.
      2-3 Wochen finde ich auch eine recht lange Zeitspanne. Vielleicht brauchst du insgesamt mehr und auch positives Feedback sowie allgemein eine engere Bindung/ einen engeren Kontakt, um dich der Führung anvertrauen und die Regeln einhalten zu können? Es klingt für mich zumindest so, als wäre zwischendrin einfach zu viel "Luft", sodass die Regeln in den Hintergrund rücken bzw. auch die Motivation, diese einzuhalten, vielleicht nachlässt?

      KleinerFuchs schrieb:

      Bei uns dienen die Strafen dazu, Fehlverhalten zu sanktionieren. Dementsprechend finde ich hier Ampel/Slowword schwierig, weil es ja für mich nicht angenehm/erträglich sein soll
      Ich stimme dir zu, dass eine Strafe nicht angenehm sein sollte (da sie sonst keine Strafe wäre), erträglich sollte sie aus meiner Sicht hingegen schon sein. Das ist jetzt sehr schwierig von außen zu beurteilen, wie du die Strafe empfindest bzw. wie sehr du darunter leidest. Ich finde aber schon, dass eine Strafe dich nicht regelmäßig ans Limit oder sogar darüber hinaus bringen muss/ sollte und trotzdem wirkungsvoll sein kann.
      Wenn ich das hier von dir lese:

      KleinerFuchs schrieb:

      Ich habe nicht das Gefühl, dass die Schläge über eine Intensität hinausgehen, die mein Körper nicht ertragen kann. Auf der Skala von Knie gestoßen bis Bandscheibenvorfall würde ich das schlimmstenfalls im Mittelfeld einordnen.
      kommt mir das schon relativ heftig vor. Der Körper kann notfalls sehr viel ertragen, ohne ernsthaften Schaden zu nehmen. Ich weiß nicht, ob das ein gutes Maß ist, um die Angemessenheit der Strafe zu beurteilen. Entscheidend wäre für mich, wie geht es dir damit, körperlich und psychisch?
      Das ist aber wie gesagt aus der Ferne schwierig einzuschätzen.

      KleinerFuchs schrieb:

      In einem anderen Rahmen (wenn es einfach nur SM oder „Funishment“ sein soll) habe ich die Probleme mit dem Wehren wollen auch nicht. Ich weiß aber nicht, ob er dann einfach sanfter ist; mein Schmerzempfinden ist ziemlich davon abhängig in welchem Mindset ich bin und das Setting „Strafe“ macht mich unglaublich unentspannt.
      Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Für mich sind das Mindset und der Kontext auch total entscheidend, wie ich Schmerz verarbeite.
      Es ist ja ein guter Hinweis, dass du in anderen Situationen Schmerz offenbar besser verkraften kannst, auch ohne den Impuls, dich zu wehren.
      Brauchst du evtl mehr emotionale Unterstützung von deinem Dom, um die Strafe besser aushalten zu können? Klar sollte es vielleicht nicht unbedingt super weich und kuschelig sein, wenn der Effekt der Strafe nicht komplett verloren gehen soll. ;) Stress während oder schon vor der Bestrafung zu reduzieren könnte vielleicht trotzdem ein Ansatzpunkt sein.

      Vielleicht wäre es auch eine Überlegung wert, ob die Intensität der Schläge gemessen an deiner Schmerzverarbeitung während einer Bestrafung eben doch zu hoch ist? Es könnte ja durchaus sein, dass die Schläge bei einer Bestrafung nicht stärker, sondern im Gegenteil eher von geringerer Intensität als bei sonstigem SM sein sollten, einfach weil du sie durch das entsprechende Setting schmerzhafter wahrnimmst, und die trotzdem noch einen strafenden Effekt für dich haben.
      "Unsere Sehnsüchte sind unsere Möglichkeiten. "
      Robert Browning
      Als jemand, dessen Herrin überzeugte Befürworterin von Körperstrafen für Verfehlungen ist, kenne ich das sehr gut. :)
      Von "schlechte sub" kann da keine Rede sein... insbesondere da Du ja erkennst, dass die Strafen notwendig sind und auch gewillt bist, sie über Dich ergehen zu lassen, Dir eben nur dein Unterbewusstsein bzw Deine Reflexe zu schaffen machen.
      Das Wort "Fixierung" ist hier recht oft gefallen, und ich kann nur bestätigen, dass das meiner Ansicht nach absolut Sinn macht. Wenn ich von meiner Herrin gezüchtigt werde, werde ich dafür grundsätzlich und ohne Ausnahme fixiert. Für weniger intensive Strafen nur mit Hand- und Fußschellen, um die Herausforderung des "Ertragens mit Haltung" nicht völlig auszuschalten, aber bei intensiveren Bestrafungen teilweise auch so, dass ich mich wirklich gar nicht mehr bewegen kann. Das dient dann primär meinem eigenen Schutz, damit ich mich nicht im Reflex so bewege, dass mich ihre Hiebe an der falschen Stelle treffen.
      Ein Safeword bzw Ampelsystem macht für Bestrafungen meiner Ansicht nach nur wenig Sinn, da deren erzieherischer Aspekt ja nur gewährleistet ist, wenn sie deutlich deine Wohlfühlzone verlassen.
      Beides - die Fesselung und das Weglassen eines Safewords - stellen natürlich hohe Anforderungen an Vertrauen des sub und Fähigkeiten/Einfühlungsvermögen des Doms, aber soweit ich das aus dem gelesenen beurteilen kann, scheint das für Euch weniger das Problem zu sein.
      Hallo Kleine Füchsin,
      Deine Fragen und Berichte sind mir sehr nahe gegangen.

      Darf ich wissen, was Deine Vergehen für solch vermutlich viele und heftige Schläge sind?
      Art von "Kaffee nicht gut geworden" , "Foto nicht pünktlich geschickt", oder "Widerworte gegeben" ?

      Könnte mir vorstellen, dass Dein Dom heftiger zuschlägt, wenn du zappelst und dich wehrst, und er dich so "klein" schlagen will, bis du dich total ergeben hast und demutsvoll alles erleidest, vollkommen devot und ohne die kleinste Aufmüpfigkeit.

      Eine to-do-Liste kommt oft erst, wenn etwas passiert: erst nach einem heftigen Schlag (durch Drehen meinerseits) auf die Hüfte, drei Wochen Schmerzen bei Sicht auf frisch Hüft-operierte ließ uns aufhorchen.

      Auf jeden Fall sollte vermieden werden, dass Verletzungen bei der Bestrafung entstehen.
      Vielleicht kannst Du Deinen Dom ganz demütig fragen, ob er dir erlaubt, dich zu fixieren bzw anbinden zu dürfen, bis du gelernt hast, die Schmerzen vollkommen ergeben zu ertragen?
      (Beim unbedachten Wehren wurde mir vor Jahren ein Finger zerschlagen, monatelanger KrankheitsVerlauf mit Operation waren die Folge.)

      Nach 2 -3 Wochen kommen die angesammelten Strafen?
      Das finde ich persönlich zu lange.
      Sofort oder am gleichen Abend fände besser, ggf virtuell per WhatsApp oder Email, wäre auch eine gute Übung und Drangewöhnung für dich möglich.

      Dein Dom gibt Dir die Anweisung und du schlägst dich selber (z.B mit dem Stock oder Griff der Fliegenklatsche) 3 leichte Schläge auf die rechte Pobacke, dann auf die linke Oberschenkelinnenseite (auch der Übergang von Po zum Oberschenkel rechts ist gut für Dich selbst erreichbar) zwischendurch kräftige Schläge, du kannst es selbst regulieren und auch Aufschreien oder Heulen, bevor Du weitermachst,
      und anschließend deinem Dom Fotos von den Striemen schicken.
      So kannst du nach und nach das Ertragen von immer stärker werdenden Schlägen und Schmerzen steigern.
      Falls dein Dom dir das nicht erlaubt, oder dich dabei nicht unterstützt, sei vorsichtig mit den Striemen.

      Wird schon,
      Du wirst es lernen
      und dein Dom wird zufriedener mit dir.

      Alles Gute
      Klingt dämlich und absolut kindisch, doch ein Kissen zwischen den Händen wirkt wahre Wunder. Ich bin ein Zappelheini und kann mir noch so sehr vornehmen, endlich stillzuhalten, doch wenn es wehtut, obsiegt mein Körper vor dem Willen. Kann ich mich allerdings in ein Kissen oder so krallen, geht es besser.

      Mein damaliger Partner mochte kein 'Stopp' oder 'Hör auf' während Strafen. Ganz auf Sicherheit wollten wir nicht verzichten, also haben wir das Ampelsystem plus ein Safeword genommen. 'Rot' hieß somit Pause, während der wir miteinander geredet haben. So ließ sich auch bei üblen Strafen vermeiden, dass ich tatsächlich abbrechen musste. Wann auch immer ich 'Rot' sagte, war erst einmal Pause, wir haben geredet, eine Pause eingelegt, sind eventuell eine Rauchen gegangen, und haben dann weitergemacht.
      Nach meiner Erfahrung würde ich immer wieder auf diese Methode bestehen, sie lässt einfach den Spielraum für echte Strafen, aber bieten mehr Sicherheit als ohne Sicherheitssystem.


      Alternativ kann auch das Aufteilen einer Strafe helfen. Ein wenig Bootcamp-artig, sodass an aufeinanderfolgenden Tagen oder mehrfach am Tag eine kürzere Strafe erteilt wird. Für die meisten dürften 10x10 Schläge einfacher sein, als 1x100. Allerdings darf der Kopf dabei nicht missachtet werden, da scheinbar die Strafe niemals endet. Was natürlich wiederum effektiv sein kann.
      Wenn sich nach 4 Wochen für einen Tag oder ein WE getroffen wird, ist der ganze Tag nur mit Schlägen angefüllt bei 10 x 10 Schlägen statt 1 x 100.

      Ich könnte mir jedoch auch vorstellen, dass Dom es gerne macht, Sub über ihre SchmerzGrenzen hinaus zu schlagen, damit Sub während der ganzen gemeinsamen Zeit schmerzgeplagt klein und devot bleibt.

      Weniger Verfehlungen?
      Nicht so einfach, genügt heute für eine Strafe schon (als Beispiel) das "mein Herr" vergessen zu sagen, morgen nicht schnell genug "mein Herr" gesagt, und übermorgen nicht devot genug gesagt, wenn Dom Bestrafungen/ Schläge sammeln will.

      Das Kissen zwischen die Hände krallen bringt viel, aber wenn Sub ihre Hände im Nacken oder auf den Nieren verschränken muss, ginge das nicht.

      Hat oben noch jemand "üben" geschrieben, dies sehe ich als gute Möglichkeit.

      Subs Gedanken während der Bestrafung/ starken Schmerzen: "ist es das wert" oder ähnlich könnten mit der Zeit dazu führen, dass sie nicht mehr will, wäre schade, wenn sonst alles weitgehend passt.




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      Roeschen schrieb:

      Ich könnte mir jedoch auch vorstellen, dass Dom es gerne macht, Sub über ihre SchmerzGrenzen hinaus zu schlagen, damit Sub während der ganzen gemeinsamen Zeit schmerzgeplagt klein und devot bleibt.
      Hust, ich will hoffen, dass das nicht der Fall ist.
      The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.

      William Shakespeare - As You Like It
      @Roeschen:
      Derart intensive Bestrafungen fallen an, wenn ich mich länger nicht an eine „Grundregeln“ gehalten habe, obwohl ich gesundheitlich oder terminlich eigentlich dazu in der Lage gewesen wäre (konkret: kein leichtsinniges Verhalten aka auf einem Drehstuhl Nägel in die Wand schlagen, wochentags zu einer angemessenen Uhrzeit schlafen gehen, ausreichend Wasser trinken). Wenn ich das mal vergesse, aber es sonst in der Zeit gut geklappt hat oder ich sehr viel Stress hatte gibt es i.d.R. nur eine Abmahnung.
      Wenn ich dem dann aber aus Bequem- oder Vergesslichkeit mehrere Tage nicht nachgekommen bin fällt die Bestrafung doll aus.

      Wir handhaben das inzwischen so, dass ich mich täglich melde, wenn ich das mit dem Trinken geschafft habe (führte in der Vergangenheit am Häufigsten zu Strafmaßnahmen); das schaut derzeit nach einer vielversprechenden Vermeidungsstrategie aus.

      Bei allen anderen Kleinigkeiten á la „eine freche Antwort zu viel“ fallen die Strafen kürzer/kleiner aus und da treten die Probleme, dass ich irgendwann über den Punkt des über-mich-ergehen-lassen hinaus bin nicht auf.

      Selber mit Schmerzen bestrafen würde bei mir meiner Einschätzung nach nicht funktionieren, da mein Schmerzempfinden da auch ganz anders funktioniert.

      Wir haben in der Zwischenzeit mal über die Problematik gesprochen und werden das in Zukunft mit Fixieren oder im Zweifelsfall einer Unterbrechung und dann einem späteren Fortsetzen der Strafe ausprobieren.

      Ansonsten: nein, dass ich die ganze Zeit durch Schmerzen klein gehalten werde ist absolut nicht seine Intention. Ihm kommt es da mehr auf den Lerneffekt an.
      Wenn es ihm, wie du sagst, auf den Lerneffekt ankommt, warum straft er dann anstatt zu belohnen?

      Es ist doch mittlerweile häufig genug nachgewiesen worden, dass Lernen durch Belohnung deutlich besser und effektiver funktioniert, als Lernen durch Strafe und der Angst vor der Strafe.

      Von daher scheinen da ja wohl doch auch sadistische Züge vorhanden zu sein.
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Shayleigh ()

      KleinerFuchs schrieb:

      Schuldgefühle einreden...etc. nicht weiterhelfen
      das ist bei mir der Teil der mich am meisten schlucken lässt. Ich bin Maso und mag es auch degradiert zu werden aber niemals etwas das am eigenen Selbstwert kratzt und bei dem ich meinen Wert als Mensch in Frage stelle. Sich selbst Schuldgefühle einzureden halte ich für nicht sehr gesund (zumindest so wie ich mir das gerade vorstelle wenn ich in der Situation wäre) und wenn du leidest und versuchst dir einzureden das du es verdient hättest so behandelt zu werden ist das für mich kein D/s sondern emotionaler Missbrauch (selbst ohne körperlichen Schmerz). Ungeachtet der Neigungen: du bist wertvoll und musst dir nichts einreden um ein Verhalten eines andereb Menschen der dir wehtut zu rechtfertigen.