Sub kann Safeword nicht sagen

      Ich glaube, @Callimorpha, du hast das sehr gut beschrieben.

      Mal ein Versuch für Zusammenfassung:

      Fall 1: Sub merkt, dass eine Grenze erreicht ist. Es ist nicht mehr „lustig“, sondern nur noch unangenehm. Sub gibt aber trotzdem nicht das vereinbarte Ausstiegssignal, weil genau darin der „Kick“ liegt. Sub will also trotzdem nicht aussteigen, will nicht in der Komfortzone bleiben. Dom kann glücklich sein und für Sub ist es wirklich „sub“. So weit ok.

      Fall 2: Sub merkt, dass eine Grenze erreicht ist, der absolute Notfall, und will aussteigen, schafft es aber nicht, das Signal zu geben. UND: Dom bemerkt das nicht. So weit nicht ok. Für diesen Fall wäre doch ein „Üben“ oder „Training“, oder wie man das nennen will, ganz sinnvoll, oder? Sinnvoll für BEIDE.

      ramira schrieb:

      UND: Dom bemerkt das nicht. So weit nicht ok.
      genau da würde für mich ein Ansatzpunkt liegen........warum kann Dom es denn nicht merken.....?!...Sub nicht gut genug lesen?!

      Das "Üben/Training" wäre für mich zwei Schritte zurück und langsam wieder an die Grenze gehen..........und lesen lernen......
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.

      Robidom schrieb:

      Hallo , so das ist mein erster Beitrag im Forum. Meine Frau (Sub) und ich sind zum BDSM gekommen, wie die Jungfrau zum Kinde. Plötzlich war da mehr. Im Alter von 53 und 47Jahren entdeckten wir unsere Neigung zum BDSM Aber, das ist eine andere Geschichte.
      Am Wochenende habe ich sie wieder zu einer Session eingeladen. Sie äußerte mal, sie wolle mal eine Session nur mit Erotik. Aber gefesselt und damit wehrlos. Ich versuchte ihr den Wunsch einmalig zu erfüllen. Signalisierte ihr aber , das der anschließende Akt durchaus, wie bei einer "normalen" Session härter ablaufen solle. So im Zuge der Session merkte ich schon, es ist anders als sonst. Ich drang von hinten in sie ein. Beide finden dieses sonst toll. Während des Akts brach sie weinend zusammen. Nachdem ich sie aufgefangen habe, sagte sie mir, dass sie nicht in der Lage war, das Safeword zu sagen. Wir haben nicht das Ampelsystem mit rot, gelb, grün. Aber schon Worte, die uns beide verbindet. Sie sagte auch, es wäre egal gewesen, welcher Art unser Safeword wäre,sie war einfach nicht in der Lage gewesen zu sprechen. Woran kann das gelegen haben. Muss ich bei einer der nächsten Session irgendetwas beachten. LG
      Ich habe jetzt mal ein paar Dinge hervorgehoben auf die ich gerne besonders eingehen möchte.
      Du fragst, ob du bei einer nächsten Session etwas beachten musst.... Dazu ist meine Meinung: Ja! Und zwar nicht nur bei einer der nächsten Sessions, sondern bei jeder.
      Mir stellt sich die Frage, wenn du schon merkst, dass es anders ist als sonst, warum du dann nicht direkt reagierst? Warum unterbrichst du nicht und schaust, wie es ihr geht? Die Wahrscheinlichkeit, dass sie dann nicht weinend zusammenbricht während des Aktes ist deutlich höher!

      Einfach weiterzumachen, bis es dazu kommt und darauf zu setzen, dass sie schon das Safeword sagen wird ist meiner persönlichen Meinung nach eine trügerische Sicherheit in der man sich selbst wiegt.

      Zum Safeword an sich:
      Für jemanden, der in der Lage ist es jederzeit zu sagen ist es nicht schlecht. Aber nicht jeder ist dazu in der Lage.
      Und diese Personen, die dazu nicht in der Lage sind dann zu trainieren es zu sagen bedeutet meiner Meinung nach nur, dass man sub trainiert einen Part zu übernehmen, der nicht in Subs Bereich fällt: Nämlich die Verantwortung während einer Session zu übernehmen und selbige an Sub abzugeben. Damit kann man sich dann, meiner Meinung nach, es in der Hängematte bequem machen und jede Verantwortung an sub abgeben. Schließlich kann man, wenn etwas passiert, dann immer sagen: Sub hätte ja das Safeword benutzen können.

      Für mich, also meiner Meinung nach, ist es wesentlich sinnvoller auf sub immer wieder zu schauen. Sie auch während der Session nicht aus den Augen zu verlieren. Darauf zu achten, wie es ihr geht. Dann brauche ich nämlich auch kein Safeword zu trainieren, sondern stelle mich meiner Verantwortung als Herr.

      Ist zwar nicht für jeden etwas, diese Art... aber für mich hat sie sich bewährt. Denn einen Zusammenbruch während einer Session habe ich noch nicht erlebt.
      BDSM ist nicht das geschenkte MacBook oder der Luftballon in Hubschrauberform.
      (Rainha)

      "
      „Es ist nicht gut, wenn wir nur unseren Träumen nachhängen und vergessen, zu leben.“
      Harry Potter und der Stein der Weisen