Informationsaustausch zur Erziehung einer Sub in einer festen Partnerschaft

      monoton schrieb:

      In dem Zusammenhang ist ...
      ... der verlinkte Thread wenngleich nicht an den Haaren herbeigezogen, in der Sache aber so was von geschmacklos paternalistischer "Achtung! Gefahr"-Offtopic, da der hiesige TE im EP bei einem mittleren Leseverständniss leicht erkennbar genau jene Möglichkeiten zur Diskussion sucht, solches zu vermeiden, dass Dein Disclaimer mir eher das Gegenteil vermuten lässt und zynisch wirkt.

      Schließlich empfinde ich Deine Warnung als scheußliche Instrumentalisierung eines Schicksals und mithin als späte Vorführung der dort Betroffenen.

      Ich weiß nicht, wie Du überhaupt noch BDSM machen willst oder kannst: wenn Du in Kontexten wie diesem Thread Solches selbst als Mahnung einbringst. Beherzigst Du Deine eigenen Gedankengänge, kannst du nicht mal mehr zur Türe raus, denn ...

      monoton schrieb:

      wenn man eine mögliche Entwicklung in eine verwandte Richtung vom Ende her betrachten möchte, wo auf dem Weg dahin von beiden Seiten so wie ich das lese immer guter Wille und Freiwilligkeit war
      ... findest du in allem eine Gefahr, auch in einer Tasse Kaffee.

      :coffee:

      Liebe lang und in Frieden!

      HvR

      Dominant und Vegetarier schrieb:

      Wir sind seit 21 Jahren ein Paar.
      Guten Morgen @DOMinant und Vegaterier,

      zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu dieser Beziehungdauer! In den meisten Beziehungen ist ja das romantische Potenzial zwischen dem vierten und siebten Beziehungsjahr aufgebraucht und dann dauert es nicht mehr lange, bis man getrennte Wege geht.
      Auch dank für deinen Beitrag, zu dem ich einige Rückfragen habe, sofern diese nicht zu intim sind:


      Dominant und Vegetarier schrieb:

      Dieser Prozess ist ein permanentes Prüfen der Fragen "Wer bin ich?", "Was will ich?" und "Geht das überhaupt?"
      Das trifft genau den Prozess, der in mir permanent läuft. Ich kann verstehen, wenn das als von einigen hier als "unsicher", "zweifelnd" etc. aufgefasst wird. Aber das ist es nicht. Sondern ein Ausloten genau dieser Fragen. Das geschieht in mir. Ich trage diese Gedanken nicht, wenn nur sehr dosiert, nach Außen, weil das meine Gedanken-Baustellen sind, die ich selber beackern möchte. Und ich finde Meinungsaustausch kann einem hier auch weiter helfen. Da ich niemanden im persönlichen Umfeld habe, der diese Thematik verstehen würde und mit dem ich dies besprechen könnte, habe ich mich hier angemeldet. Und natürlich gewährt man damit zwangsläufig eine Innenschau, aber wie soll sonst ein konstruktiver Dialog entstehen.
      Es wurde bereits mehrfach erwähnt, dass es darum geht, dass Sub ihre Wünsche äußert etc. Was mir etwas zu kurz kommt, sind die Bedürfnisse des Doms. Damit ich richtig verstanden werde, natürlich gibt die Sub den Rahmen vor, indem sich Dom bewegen darf. Aber der Rahmen muss auch für den Dom passen.
      Ich hatte mich vor einigen Jahren mal mit einer Sub auf einen Kaffee getroffen, die zugleich mit ihrem Mann in der Swingerszene unterwegs ist. Nur ist er überhaupt nicht dominant. Er gab ihr aber die Erlaubnis, eine Spielebeziehung zu führen. Wir unterhielten uns also über ihre Bedürfnisse, und die sahen so aus, dass sie jemanden suchte, den sie regelmäßig besuchen kann, um in Korsett und Strapsen dessen Haushalt zu machen. Also Staub wischen, Wäsche zusammen legen etc. Und diese Arbeiten werden dann vom Dom hinsichtlich ihrer Sorgfalt einer Überprüfung unterzogen. Bei Mängeln erfolgen Strafen gemäß eines vorher definierten Strafkatalogs. Sex sollte nicht stattfinden.
      Das war nun überhaupt kein Rahmen, indem ich mich mit meinen Bedürfnissen wiederfand. Und daher musste ich hier passen.
      Worauf ich hinaus will:
      Zum einen stellt sich mir die Frage, was will Sub? Da ist der Neigungsfragebogen eine große Orientierungshilfe.
      Aber ich darf ja auch mich fragen: Was will ich? Das unterteile ich eben in drei Kategorien: a) Unbedingt: Gehorsam, sexuelle Verfügbarkeit, spezielle Facette des Dirty Talks, b) Kein muss: FF-M c) Zwischending: Swingerclub, BDSM-Club, MFM
      Bei dem Zwischending, dass ist stets in Bewegung, mal stärker präsent, mal weniger. Damit verbinde ich eben schöne Erlebnisse, aber sehe auch Risikopotenzial für eine Beziehung, weil man nicht alles mit jeder Partnerin erleben kann.
      Dies führt dann bei mir zu der Frage: Geht das überhaupt? Und zwar mit dieser Frau an meiner Seite? Hier gibt es nie eine 100 % Sicherheit, hier kann ich nur eruieren und mich fragen, wag ich mit Einverständnis der Partnerin diesen Weg, ist es mir das Wert, denn es kann - muss nicht - ja eine Eigendynamik entwickeln. Ich bin da aufgrund meiner vorherigen Erfahrung auch ein gebranntes Kind. Damit ich also nicht selbstsüchtig meine unklaren Bedürfnisse meiner Partnerin aufzwinge, habe ich hier einfach die Macht abgegeben, indem sie verfügt, ob das jemals umgesetzt wird. Und das wirkt auch auf mich beruhigend. Und wie man sieht, geschieht ja momentan sehr viel im Bereich SC bei ihr. Übrigens, was nicht heißt, dass wenn meine Sub nun auf mich zukäme und sage würde, sie würde jetzt auch gerne einen MMF ausprobieren, dass ich dem dann zustimme. Es muss sich einfach "richtig" anfühlen. Und letztendlich führt all dies für mich immer wieder zu der Frage: Wer bin ich? Damit verbunden die Frage, warum brauche ich das? Entspricht dir das und dem Bild, das du von dir hast?
      Nachdem ich mit einer früheren Sub einen Gangbang hatte, oben geschildert, und Sub und ich uns nach diesem Erlebnis auf dem Rückweg befangen, und kurz etwas wo gegessen hatte, hatte ich einerseits positive Gefühle, weil es wirklich ein gutes Erlebnis hatte, aber zugleich hatte ich Fragen an mich, ob dies eine "menschenwürdige" Sexualität ist. Letzteres richtet sich nur an mich und dem Wertesystem in dem ich lebe. Niemand soll sich daher angegriffen fühlen. Z. B. könnte ich den Einsatz von NS in jeglicher Form, aber eben auch zu Erniedrigungszwecken niemals für mich gutheißen, da dies so dermaßen gegen mein Verständnis von Menschenwürde verstößt, selbst wenn es einvernehmlich geschehen würde. Als Kopfkino taucht es manchmal auf, aber da oben belasse ich es auch.

      Dominant und Vegetarier schrieb:

      besteht vermutlich Konsens.
      Interessanterweise hatten wir gestern ein Gespräch, was BDSM für jeden von uns bedeutet. Sie betonte nochmals dass sie auch gut ohne BDSM leben könnte, aber dass sie daran schön findet, dass, obwohl sie sich als eine Frau versteht, die auf eigenen Füßen stehen kann, sich hinter meinem Rücken verstecken kann, dass ich sie beschütze, ein Macher bin und sie sich auf mich verlassen kann, und dass zu viel Diskussion a la "Willst du das auch, Möchtest du" usw. vermieden wird, was sie als subdominant empfindet.

      Letztere Passage macht es mir nicht einfacher :D .
      Also Konsens ja, nur bei Dingen, die ich als Grenzerfahrung empfinde, also SC, Dinge in der Öffentlichkeit wie frivole Bar, oder eben Einbezug Dritter bestehe ich auf Austausch und das sind auch die Bereiche, über die sie reden mag.
      Ansonsten mag sie die Strukturen, Aufgaben, Regeln und natürlich die Belohnungen. Die schmerzhaften Strafen weniger. ;)


      Dominant und Vegetarier schrieb:

      Dir als Bezugsperson deiner "eher kindlichen" Partnerin kommt eine besondere Verantwortung zu, wenn du sie an Neues heranführst.
      Genau das ist es, gerade wenn auch daran gedacht wird, eine Familie zu gründen.


      Dominant und Vegetarier schrieb:

      alles was mich interessiert hatte, bei ihr ein unumstößliches Tabu war. Das machte erforderlich, dass ich an mir arbeitete, um ihr der Partner zu sein, den sie brauchte
      Bedeutete dies, dass du deine Bedürfnisse negieren musstest? Was ich selber in vielen Dingen praktiziere, ist etwas nicht zum Kult zu erheben, also weder Sex, noch BDSM, noch eine Beziehung etc. und mich in Loslassen einzuüben. Die Frage stellt sich nur manchmal, alles loslassen?


      Dominant und Vegetarier schrieb:

      etztendlich machte es mich zu einem glücklicheren Menschen, der zu sein, der ich sein soll, als das zu tun, wovon ich glaubte, es zu wollen oder gar zu brauchen.
      Das klingt sehr schön!

      ExarKun schrieb:

      Was ich selber in vielen Dingen praktiziere, ist etwas nicht zum Kult zu erheben, also weder Sex, noch BDSM, noch eine Beziehung etc. und mich in Loslassen einzuüben. Die Frage stellt sich nur manchmal, alles loslassen?
      Auf die Frage gibt es für Deine Reflexionstiefe ja nur eine Antwort:

      Dieses loslassen ist ja kein Wegwerfen, Beiseitelegen oder Ignorieren. Es ist ein Nicht-Anhaften, ein Sich-nicht-darin-verlieten, eine Metaperspektive welche es überhaupt erst möglich macht als Subjekt einem weitestgehend objektiven, also auch kritischen Blick auch auf sich selbst zu werfen. Mit einem Wort: Achtsamkeit. Und die braucht es auch, spielt man hier doch mit einer der stärksten menschlichen Energien.

      Fehler können passieren, gleich wie achtsam man ist, keiner hier hat eine Glaskugel und wie sehen auch unseren langjährigen Partnern immer nur bis zur Stirn. Reflexion und Achtsamkeit sind dann aber für eine Aufarbeitung um so wichtiger. Wer da nicht genug loslassen kann, läuft Gefahr, die Ursachen stets nur bei anderen zu finden.

      Einen schönen Sonntag wünscht allseits

      HvR

      Nachtrag: will damit sagen, das Loslassen sollte auch nicht zum kultischen Selbstzweck werden.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Herr von Rhea () aus folgendem Grund: "Nachtag" ergänzt

      Herr von Rhea schrieb:

      geschmacklos paternalistisch ... scheußliche Instrumentalisierung ... späte Vorführung
      Auch wenn ich deinen Einwand prinzipiell durchaus nachvollziehen kann, sind "scheußliche Instrumentalisierung" und "späte Vorführung" mir hier etwas viel zu dick und zu persönlich aufgetragen für die Erwähnung eines Beispiels, wie es laufen kann, wenn etwas trotz Absprache passiert, was der TE als einen Ausgang verständlicherweise vermeiden möchte. Es soll als Denkanstoß für TE und stille Leser dienen, mehr nicht. Natürlich wird es meistens gut gehen!

      Die Frage ist doch, was sind die Trigger, die ich vermeiden kann? Damit mein Tun auch einigermaßen vorhersehbar bleibt, speziell wenn ich für mich den Anspruch habe, während der Entwicklung/Erziehung meine Beziehung und Sub zu beschützen, obwohl und wenn Neues probiert wird. Das ist immer erst mal ein Gedankenspiel in viele Richtungen.
      Moin @ExarKun !

      ExarKun schrieb:

      In den meisten Beziehungen ist ja das romantische Potenzial zwischen dem vierten und siebten Beziehungsjahr aufgebraucht
      Ja, die Phase hatten wir. Und dann haben wir einfach weitergemacht und geheiratet. Alle anderen Optionen waren irgendwie doof, zu unserem Glück. ;)


      ExarKun schrieb:

      einige Rückfragen habe, sofern diese nicht zu intim sind
      Solange es jugendfrei bleibt, alles in Ordnung.


      ExarKun schrieb:

      natürlich gewährt man damit zwangsläufig eine Innenschau, aber wie soll sonst ein konstruktiver Dialog entstehen.
      Genau. Und wenn etwas mal nicht mehr jugendfrei ausdrückbar ist, gibt es noch die Möglichkeit über PN zu kommunizieren.
      Alles, was wir jetzt hier schreiben, kann potentiell von jedem, der ein internetfähiges Endgerät bedienen kann, gelesen werden. Das gibt uns beiden die Verantwortung, möglichst niemandem zu schaden (durch zu drastische Bilder) und andererseits die Möglichkeit, Dritte an unseren Erkenntnisprozessen teilhaben zu lassen und damit indirekt die Welt zu einem besseren Ort zu machen. :D


      ExarKun schrieb:

      Entspricht dir das und dem Bild, das du von dir hast?
      Da war ich mir nicht ganz sicher, ob du dich oder mich gefragt hast.
      Deswegen mal eine Antwort: Ja. Ich habe praktisch alles, was mich angemacht hat, über einen Perspektivwechsel auf den Prüfstand gestellt. Die Frage ist nicht: Brauche ich es? - Da hat mir mein Ego, oder mein Un(ter)bewusstsein, ganz schön Streiche gespielt, die in ganz schön böse Streitigkeiten gemündet haben. Die bei mir notwendige Frage war dagegen: Ist es zum jetzigen Zeitpunkt für unsere Entwicklung relevant? Das schließt dann ein, dass ich berücksichtige, wo meine Partnerin steht, und dass ich ihr sehr aufmerksam zugehört habe, was ihre Bedürfnisse sind. Ich habe mich manchmal gefühlt wie ein Konditor mit vollem Schaufenster mit den schönsten Torten, und dieses besondere Mädchen will immer nur diese eine Sorte Nougatpralinen. Gut, das war dann Zeit, diese Pralinen zu perfektionieren. Und dann plötzlich, für mich völlig überraschend, wollte sie ein Stück Erdbeerkuchen probieren.

      @Herr von Rhea hat die Sache mit der Achtsamkeit perfekt beschrieben.

      ExarKun schrieb:

      Sie betonte nochmals dass sie auch gut ohne BDSM leben könnte...
      ...

      ...wenn auch daran gedacht wird, eine Familie zu gründen
      Und da sind wir schon wieder bei der Perspektive. Kommt es für dich in Frage, eine Vanilla-Beziehung mit BDSM-Elementen (""Kinkster") zu führen, oder bist du auf eine Ds-Beziehung eingenordet?

      Für uns war von Anfang an klar, das wir in erster Linie (beste) Freunde füreinander sind. Ohne das wäre unsere Beziehung als Paar nie so weit gekommen. Ich habe in unserer gemeinsamen Geschichte verletzt, enttäuscht und Versprechen nicht eingehalten, und doch hat sie in mir den Kern meines Selbst gesehen und mich nicht aufgegeben sondern mich geduldig im langjährigen Prozess der inneren Reinigung unterstützt. Meine Ungeduld, sie möge sich doch sexuell mal etwas trauen, ist im Laufe dieser Jahre auch verflogen.

      Statistisch sollen es etwa 15% der Menschen sein, die eine wie-auch-immer-geartete BDSM-Neigung haben. Es ist immer noch nicht klar, ob deine ein authentisches Interesse am Sub-Sein hat oder das alles dir zuliebe mal so mitnimmt - und möglicherweise irgendwann entdeckt, das sie das von sich aus eigentlich gar nicht möchte. Was auch immer passiert, sei einfach immer die beste Version von dir selbst.


      ExarKun schrieb:

      Bedeutete dies, dass du deine Bedürfnisse negieren musstest?
      Absolut nicht. Ich musste aufhören, den Wünschen und Vorstellungen meine Kraft zur Verfügung zu stellen. Ich hatte mal die Idee davon, was ich mit ihr tue, und wie das zu sein hat, und sie hat gespürt, dass ich mich und sie zum Sklaven dieser Ideen werden zu lassen bereit war.

      Es ging darum, größer zu werden als das Gefühl des Müssens, und des irgendwas-Verpassens, wenn man es nicht tut. Es ging darum, innezuhalten und loszulassen, um zu wachsen, und um an die richtige Seite der Angel zu kommen. Was immer du willst, prüfe, ob du es bist, der den Gedanken denkt, oder ob der Gedanke dich denkt/lenkt/bestimmt. "The first thing a dominant learns to control is himself" ist ein schönes Zitat, von dem mir grad nicht einfällt, woher.

      Mein Leben wurde viel gehaltvoller, bunter, lebendiger davon, dass ich aufhörte, meinen Fantasien hinterherzujagen. Es gibt so viele wundervolle Dinge, die nicht davon besser werden, den Penis hineinzustecken. Es geht mir heute viel mehr um das "Wie" als um das "Was".

      Ich hoffe, ich konnte deine Fragen soweit identifizieren und beantworten. :)
      Guten Morgen @DominantundVegetarier,

      Dominant und Vegetarier schrieb:

      Die Frage ist nicht: Brauche ich es? - Da hat mir mein Ego, oder mein Un(ter)bewusstsein, ganz schön Streiche gespielt, die in ganz schön böse Streitigkeiten gemündet haben. Die bei mir notwendige Frage war dagegen: Ist es zum jetzigen Zeitpunkt für unsere Entwicklung relevant? Das schließt dann ein, dass ich berücksichtige, wo meine Partnerin steht, und dass ich ihr sehr aufmerksam zugehört habe, was ihre Bedürfnisse sind. Ich habe mich manchmal gefühlt wie ein Konditor mit vollem Schaufenster mit den schönsten Torten, und dieses besondere Mädchen will immer nur diese eine Sorte Nougatpralinen. Gut, das war dann Zeit, diese Pralinen zu perfektionieren. Und dann plötzlich, für mich völlig überraschend, wollte sie ein Stück Erdbeerkuchen probieren.

      Dominant und Vegetarier schrieb:

      Absolut nicht. Ich musste aufhören, den Wünschen und Vorstellungen meine Kraft zur Verfügung zu stellen. Ich hatte mal die Idee davon, was ich mit ihr tue, und wie das zu sein hat, und sie hat gespürt, dass ich mich und sie zum Sklaven dieser Ideen werden zu lassen bereit war.

      Es ging darum, größer zu werden als das Gefühl des Müssens, und des irgendwas-Verpassens, wenn man es nicht tut. Es ging darum, innezuhalten und loszulassen, um zu wachsen, und um an die richtige Seite der Angel zu kommen. Was immer du willst, prüfe, ob du es bist, der den Gedanken denkt, oder ob der Gedanke dich denkt/lenkt/bestimmt. "The first thing a dominant learns to control is himself" ist ein schönes Zitat, von dem mir grad nicht einfällt, woher.
      Aus diesen beiden Passagen nehme ich ganz viele Denkanstöße für mich mit. Hab vielen Dank dafür!


      Dominant und Vegetarier schrieb:

      Kommt es für dich in Frage, eine Vanilla-Beziehung mit BDSM-Elementen (""Kinkster") zu führen, oder bist du auf eine Ds-Beziehung eingenordet?

      Dominant und Vegetarier schrieb:

      Es ist immer noch nicht klar, ob deine ein authentisches Interesse am Sub-Sein hat oder das alles dir zuliebe mal so mitnimmt
      Die erste Frage hat mich selber längere Zeit beschäftigt, da ich tatsächlich nach der Ehe einen kleinen Strauß an Frauen zur Hand hatte, wo ich von der reinen sexuellen Ebene hin auf eine Dating-Ebene hätte wechseln können. Ein Schritt, der von einigen auch sehr begrüßt worden wäre, und weshalb es später Knatsch gab. Aber ich habe es nicht getan, sondern eben durch "Zufall" (auch wenn es so etwas nicht gibt) meine jetzige Partnerin kennengelernt, wo sich erst im Kennenlernen herausstellte, dass sie ausgeprägte devote Züge hat.

      Die Damen aus meinem Strauß - alles tolle Frauen - kann man grobschlächtig in zwei Typen einteilen: Subs und Vanilla-Frauen. Erstere aus meinem Strauß - bitte nicht verallgemeinernd verstehen - verstanden sich in ihrer Hingabe und Unterwerfung, sowohl in der Sexualität als auch im Leben, nahezu grenzenlos, was natürlich für Treffen im sexuellen Rahmen fantastisch ist, aber für eine Partnerschaftsebene hätte ich hier nicht genügend Respekt aufbauen können, weil mir hier einfach ein Gegenpol, ein gewisses Contra fehlte. Meine Dominanz bekam soviel Raum, dass die Sub bildlich an die Wand gedrückt wurde, was ja in dieser Selbstaufgabe auch gewollt war, aber dadurch war das Machtungleichgewicht einfach zu gewaltig.
      Und die Vanilla-Frauen aus meinem Strauß waren Frauen in beruflichen Führungspositionen, sodass sie sehr selbstbestimmt waren, vielleicht sogar mit einem Hauch von Dominanz versehen. Sie wollten lediglich im Bett ein Machtgefälle, indem sich Mann roh nimmt, was er will, aber ohne weiterführende BDSM-Elemente. Diese Frauen hätte ich auch auf einer Partnerschaftsebene respektieren können, aber das Machtungleichgewicht fehlte mir, sodass auch hier bis auf eine starke Zuneigung keinerlei weitere Gefühle entstanden. Bei ihnen sah ich mich zu sehr in einer Beziehung, die auf Augenhöhe stattfindet und wo zuviel ausgehandelt und diskutiert wird.
      So komme ich für mich zum Schluss, dass es für mich bei der Partnerwahl nicht nur auf das Machtgefälle zwischen mir und einer Frau ankommt, sondern vor allem auf die richtige Dosierung! Und auf diese exakte Dosierung bin ich eingenordet.
      Dies schließt an die zweite Frage an.

      ExarKun schrieb:

      nteressanterweise hatten wir gestern ein Gespräch, was BDSM für jeden von uns bedeutet. Sie betonte nochmals dass sie auch gut ohne BDSM leben könnte, aber dass sie daran schön findet, dass, obwohl sie sich als eine Frau versteht, die auf eigenen Füßen stehen kann, sich hinter meinem Rücken verstecken kann, dass ich sie beschütze, ein Macher bin und sie sich auf mich verlassen kann, und dass zu viel Diskussion a la "Willst du das auch, Möchtest du" usw. vermieden wird, was sie als subdominant empfindet.
      Ich nehme ihre von sich aus mitgeteilte Aussage einfach jetzt mal so an, dass sie in unserer Beziehung ihrer Devotheit Ausdruck verleihen kann und dies genießt. Zugleich sehe ich aber auch den Konflikt in ihr, zwischen dem von der Gesellschaft heute vorgegebenen Bild der Frau als starke, selbstbewusste Frau, die mit dem Mann auf Augenhöhe agiert, dem sie sich auch verpflichtet fühlt; und eben ihr Aufgehen in ihrer Devotheit. Aber ich denke, dieser Konflikt wird im Laufe der Zeit verblassen, denn nach meinem Verständnis sind Begriffe wie „Dom“ und „Sub“ nicht essentiell, sondern fluid. Man kann außer Haus die starke Frau sein und das Zuhause als ein Rückzugsort begreifen, an dem man in eine andere Rolle schlüpft. Zugleich darf man Vorgaben von anderen auch keine Macht über sich geben. Wenn z. B. eine Frau sich dafür entschließt, in der Rolle als Ehefrau, Mutter und Hausfrau aufzugehen, da sie dies glücklich macht, während andere Frauen im Berufsleben ihre Bestimmung finden, so ist beides nicht gegeneinander auszuspielen, sondern beides sind selbstverantwortete Lebensperspektiven, die einfach respektiert gehören.

      Also, nochmals vielen Dank für deinen anregenden Post.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ExarKun ()

      ExarKun schrieb:


      ExarKun schrieb:

      nteressanterweise hatten wir gestern ein Gespräch, was BDSM für jeden von uns bedeutet. Sie betonte nochmals dass sie auch gut ohne BDSM leben könnte, aber dass sie daran schön findet, dass, obwohl sie sich als eine Frau versteht, die auf eigenen Füßen stehen kann, sich hinter meinem Rücken verstecken kann, dass ich sie beschütze, ein Macher bin und sie sich auf mich verlassen kann, und dass zu viel Diskussion a la "Willst du das auch, Möchtest du" usw. vermieden wird, was sie als subdominant empfindet.
      Ich nehme ihre von sich aus mitgeteilte Aussage einfach jetzt mal so an, dass sie in unserer Beziehung ihrer Devotheit Ausdruck verleihen kann und dies genießt. Zugleich sehe ich aber auch den Konflikt in ihr, zwischen dem von der Gesellschaft heute vorgegebenen Bild der Frau als starke, selbstbewusste Frau, die mit dem Mann auf Augenhöhe agiert, dem sie sich auch verpflichtet fühlt; und eben ihr Aufgehen in ihrer Devotheit. Aber ich denke, dieser Konflikt wird im Laufe der Zeit verblassen, denn nach meinem Verständnis sind Begriffe wie „Dom“ und „Sub“ nicht essentiell, sondern fluid. Man kann außer Haus die starke Frau sein und das Zuhause als ein Rückzugsort begreifen, an dem man in eine andere Rolle schlüpft. Zugleich darf man Vorgaben von anderen auch keine Macht über sich geben. Wenn z. B. eine Frau sich dafür entschließt, in der Rolle als Ehefrau, Mutter und Hausfrau aufzugehen, da sie dies glücklich macht, während andere Frauen im Berufsleben ihre Bestimmung finden, so ist beides nicht gegeneinander auszuspielen, sondern beides sind selbstverantwortete Lebensperspektiven, die einfach respektiert gehören.
      Dieser Logik kann ich gerade nicht so ganz folgen - es klingt so als ob BDSM gleichbedeutend wäre mit einer traditionellen Rollenverteilung wie sie in den 1950er und 1960er Jahren noch der Standard war. Demgegenüber steht der moderne Lebensstil mit einer starken Frau, die ihren eigenen Weg geht. Ich denke jeder sollte das für sich entscheiden und Frau muss ja nicht dem modernen Ideal nachlaufen, wenn sie sich in einer traditionellen Rolle wohler fühlt. Aber wo liegt darin der Bezug zu BDSM? Sicherlich ist die traditionelle Rollenverteilung etwas näher an einem DS-Machtgefälle dran, aber es braucht doch erheblich mehr für eine DS-Beziehung als die Frau am Herd.

      NoEscape schrieb:

      es klingt so als ob BDSM gleichbedeutend wäre mit einer traditionellen Rollenverteilung wie sie in den 1950er und 1960er Jahren noch der Standard war.
      Das habe ich nicht gesagt. Aber es gibt Frauen, meine Partnerin gehört dazu, die sich halt fragen, ob das Bild der starken Frau vereinbar ist mit der knieenden Frau. Gab es auch in den letzten Jahren mehrere Artikel dazu, wo Frauen, die sich als Feministin erachten mit ihrer Rolle als Sub haderten und das erst einmal für sich in Einklang bringen mussten.


      NoEscape schrieb:

      Ich denke jeder sollte das für sich entscheiden
      Genau das steht in meinem Text. Aber weißt du, dass verhält sich ähnlich dem gesellschaftlich vorgegebenen Schönheitsideal. Man kann einer BBW-Frau sagen, sie sei wunderschön und gut wie sie ist, und dennoch haben ganz viele Selbstzweifel, weil sie eben nicht dem Schönheitsideal der Gesellschaft entsprechen. Da kann man als Mann noch so oft dieser Frau sagen, sie sei wunderschön. Denn die Selbstzweifel fangen schon an, wenn Frau mit Kurven was im H&M sucht. Insofern ist die Parole: jeder soll selber entscheiden inhaltlich richtig, aber für viele schwierig umzusetzen, denn wie Marx eben schreibt: Das gesellschaftliche Sein prägt das Bewusstsein.


      NoEscape schrieb:

      Aber wo liegt darin der Bezug zu BDSM?
      Warum ist das denn relevant? Weil wir in einem BDSM-Forum sind? In den letzten Post haben wir auch über Dinge geschrieben, die über die Thematik BDSM hinausgehen, aber geradezu Grundlage sind, damit eine Paarbeziehung, die zugleich eine BDSM-Beziehung ist, funktioniert.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ExarKun ()

      NoEscape schrieb:

      Demgegenüber steht der moderne Lebensstil mit einer starken Frau, die ihren eigenen Weg geht. Ich denke jeder sollte das für sich entscheiden und Frau muss ja nicht dem modernen Ideal nachlaufen, wenn sie sich in einer traditionellen Rolle wohler fühlt. Aber wo liegt darin der Bezug zu BDSM? Sicherlich ist die traditionelle Rollenverteilung etwas näher an einem DS-Machtgefälle dran, aber es braucht doch erheblich mehr für eine DS-Beziehung als die Frau am Herd.


      Ich schmunzel gerade,... die moderne Frau ist also stark und geht ihren eigenen Weg.

      Genau dieses Weltbild ist es, was es für Frau schwer macht, sich ihrer Devotion auch hinzugeben.
      Genau so hatte ich den Beitrag von @ExarKun verstanden.

      Dazu gibt es auch viele Threads hier im Forum. Auch gibt es in vielen Beschreibungen gerade bei Femsub die Info wie selbstständig sie ist, dass sie ihr Leben alleine geregelt bekommt ect.

      Wenn man das immer wieder betont, dann dich nur aus dem Grund, dass man davon ausgeht, es ist erwähnenswert.
      Ich kenne kaum Fälle in denen so von Maledoms geschrieben wird.
      Ich würde hocheahrscheinlich auch lachen, wenn Maledom sich so beschreiben würde. :D

      Ich habe für mich lange gebraucht, dass miteinander verbinden zu können.
      Mir einfach das Recht zu nehmen, so leben zu wollen wie ich es möchte, ohne mich dafür rechtfertigen wollen zu müssen.

      Wenn ich allerdings jetzt schaue, dann hat es mir deutlich mehr an Stärke gegeben, denn ich bin zufriedener und ja...ich gehe damit meinen Weg ;)


      Und nein nicht jeder muss eine klassische Beziehung führen, nicht jede Frau muss die Hausarbeit machen wollen und auch nicht am Herd stehen un eine Ds/Beziehung zu führen.
      Für mich ist ist es aber die einzige Beziehungsform in der mich voll und ganz wohl fühle.
      hallöchen,

      bei uns sieht es aktuell so aus:

      ich bin derjenige der unser Sexleben in Richtung BDSM gelenkt hat mich interessiert es auch schon echt lange und hab mich letztendlich dann auch getraut ihr es zu sagen.

      Anfangs haben wir etwas darüber geredet. ich bin allerdings nicht mit der Tür ins Haus gefallen, da für sie das alles Neuland ist, für mich ja auch aber hab schon etwas an mir probiert und viel gelesen.

      das schwierigste, warum wir auch aktuell nicht weiter kommen, ist folgende,sie ist gerne dominant, aber auch nicht 24h, ich bin durch meinen Beruf und meiner Art im "normalen Dasein" sehr dominant und hier sind wir oft aneinander geraten, wenn Sie dominant sein wollte.

      ich hab das oft falsch interpretiert und nicht als Aufgabe als sub wahrgenommen, dann hab ich sie dadurch unheimlich verunsichert, da dieses dominant sein für sie wirklich neu ist und sie aufgrund ihrer Vergangenheit einfach sich oft den Kopf zerbricht, ob sie etwas falsch macht oder falsch gemacht hat.

      sie kann sich noch nicht komplett fallen lassen in die Rolle der dominanten sozusagen.

      daher ist das ganze etwas eingeschlafen, ich hab mir auch schon überlegt jemand zu suchen der als 3. da etwas die Oberhand übernimmt und Sie etwas anleiten kann, ob Sie das möchte oder sie sich dafür dann vielleicht schämt weiß ich nicht.


      ja insgesamt würde ich sagen ist das schwierig aber alles lösbar.

      sind ja jetzt schon ein paar Jahre zusammen also kennen unsere Macken von daher Mal sehen.

      wir lieben uns und sie akzeptiert mich so wie ich bin und das macht mich schonmal happy.

      bin Mal gepsannt ob und was ihr dazu sagt

      Grüße und schönes Wochenende

      nibe_Sub schrieb:

      daher ist das ganze etwas eingeschlafen, ich hab mir auch schon überlegt jemand zu suchen der als 3. da etwas die Oberhand übernimmt und Sie etwas anleiten kann, ob Sie das möchte oder sie sich dafür dann vielleicht schämt weiß ich nicht.
      Vielleicht wäre ein Mentor etwas für Euch?
      The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.

      William Shakespeare - As You Like It
      Hallo Hera, ja an so etwas hab ich gedacht.

      es muss sich nur jemand dazu bereit erklären, in der heutige Zeit sind ja alle so beschäftigt....

      Mal schauen ob sich jemand diesen Klotz ans Bein binden möchte

      aber ist denk ich auf kurz oder lang die beste Lösung, wenn das dann harmoniert.

      hättest du damit schon Erfahrungen ein Mentor zu sein? oder selbst schonmal einen Mentor gehabt?

      Beitrag von nibe_Sub ()

      Dieser Beitrag wurde von MatKon aus folgendem Grund gelöscht: Doppelpost ().
      Nein ich kann da über keinerlei Erfahrung sprechen, weder von der einen noch der anderen Seite. Aber es besteht ja z. B. die Möglichkeit über die Com eine Kontaktanzeige aufzugeben.

      Hier im Forum gibt es aber auch Foris mit Erfahrung in dem Bereich, vielleicht mag da jemand noch etwas zu schreiben.

      Mir war das nur als mögliche Lösung durch den Kopf geschossen als ich Dein Post gelesen habe.
      The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.

      William Shakespeare - As You Like It
      Hi @nibe_Sub

      hier ...

      nibe_Sub schrieb:

      ich hab das oft falsch interpretiert und nicht als Aufgabe als sub wahrgenommen, [...]

      sie kann sich noch nicht komplett fallen lassen in die Rolle der dominanten sozusagen.
      ... liegt vielleicht auch ein Wahrnehmungsfehler oder Widerspruch begründet, den Ihr, falls diese Dynamik sich tatsächlich so darstellt und Euch auch nicht bewusst ist, ganz ohne Dritte aufarbeiten und besprechen könntet. Du bist wohl die treibende Kraft und hast vermutlich schon von daher mehr Vorstellungen, erwartest aber ggf. dass Deine Dom bereits gleichgezogen hat, dies aber gerade durch Deine aus alltäglicher Übung kontraproduktive Interpretation zum Leidwesen Eurer beider Interessen erfolgreich torpediert wird.

      Ist nur mal so ein Gedanke von mir.

      Liebe Grüße

      HvR

      Herr von Rhea schrieb:

      Hi @nibe_Sub

      hier ...
      ... liegt vielleicht auch ein Wahrnehmungsfehler oder Widerspruch begründet, den Ihr, falls diese Dynamik sich tatsächlich so darstellt und Euch auch nicht bewusst ist, ganz ohne Dritte aufarbeiten und besprechen könntet. Du bist wohl die treibende Kraft und hast vermutlich schon von daher mehr Vorstellungen, erwartest aber ggf. dass Deine Dom bereits gleichgezogen hat, dies aber gerade durch Deine aus alltäglicher Übung kontraproduktive Interpretation zum Leidwesen Eurer beider Interessen erfolgreich torpediert wird.
      Ist nur mal so ein Gedanke von mir.

      Liebe Grüße

      HvR





      Hallo :)


      hier muss ich dir Recht geben.



      mehr Kommunikation wird sicherlich vieles lösen, das wird jetzt meine Hauptaufgabe in der nächsten Zeit sein, trotzdem dachte ich, einen Mentor im Hintergrund zu haben, von dem Sie einfach Unterstützung bemommt, wenn Sie sie benötigt finde ich das ganz interessant.


      mfg :)