Tpe ...was ist es?

      Mir stellt sich dabei nur eine Frage. Warum schadet es den „richtigen“ TPE-lern, wenn sich die „nicht richtigen“ TPE-ler so nennen? Warum muss die Beziehungskonzepte Anderer werten? Wie mit Brat geht’s nicht, BDSM ist jetzt Mainstream... Ist man dann weniger mit dem eigenen Lebenskonzept glücklich, wenn Andere es nicht so perfekt ausüben?
      Ich bin ein großer Fan davon zu sagen: „Für mich ist (hier das richtige reinstellen)...“. Für andere Menschen kann es aber doch was anderes sein. Es gibt Fakten, die sind nicht diskutierbar aber (soziale) Konstrukte kann man neu definieren.

      Callimorpha schrieb:

      Hera schrieb:

      Andoragh schrieb:

      Mehr definiert TPE doch gar nicht. Was dahinter liegt und wie die Beiden das ausspielen, ist doch für die Aussage, wie das Machtgefälle definiert ist völlig egal.
      Dom entscheidet.
      Ja und dann kann er auch entscheiden sie überwiegend nicht zu nutzen was dann den Begriff etwas ad absurdum führt ....
      Danke @Hera denn genau da hängt es bei mir auch.
      Nehmen wir Lischen Müller, diese möchte unbedingt dominiert werden, irgendwer ob jetzt Ehemann oder Traumdom, ist ja vollkommen egal, schreit "Ja, hier ich!".
      Soweit so gut, jetzt hat Lieschen Müller keinen Plan, Karl Müller der Herr von Lisschen auch nicht. Karl reichen die großen "Fs"" Lisschen gibt sich damit zufrieden.

      Hey, damit haben Karl und Lisschen eine Tpe-Beziehung!?
      Ok, gleich als erstes die Frage an euch Beide: Wer seid ihr, dass ihr diesen Personen aus euren Beispielen, wenn es sie wirklich geben würde, dass ihr ihnen vorschreibt wie sie ihre Beziehung mit ihrem "totalen Macht Transfer" zu führen haben?
      Wenn Dom dort immer das sagen hat wenn er will, sie vorher das abgeklärt haben, dass sie diesen Machttransfer wollen, dann ist das eben so. Und wenn beide damit glücklich sind, dann habt ihr da kein Mitspracherecht!
      Nur weil ihr wollt, das es jetzt voll nach Elite oder besonders klingt, ihr euch abgrenzen wollt oder ähnliches. Ist es euch vielleicht nicht extrem genug?
      Verwässere ich jetzt euer Kopfkino, von perfekten Sklavinnen die immer neben ihren Doms knien und ähnliches? Wollt ihr was Besonderes sein?

      Eure Argumentationsgrundlage ist ja mit den Beispielen eh äußerst dünn und sucht händeringend nach einem schwachsinnigen Extrem was es so in der Realität am Ende doch eh nicht gibt.
      Als ob Karl und Li(i)schen dann am Ende rumrennen und irgendwo was von TPE Beziehung prahlen, wenn die eh (so scheint es jedenfalls) keine großen BDSM'ler sind.
      Was bezweckt ihr also mit einem so an den Haaren herbei gezogenen Beispiel?
      Wir wissen alle, dass eine TPE Beziehung wenn sie zwei BDSM'ler starten anders aussehen wird, als das von L&K.

      Ich klinke mich jetzt aber hier aus dem Thread aus, nach den Beispielen weiß ich, dass es nur noch lächerlicher werden kann.
      @Andoragh zum einen sind @Hera und ich kein wir und sienznd ich hatten auch kein gemeinsames Beispiel.

      Aber wieß du was? genau diese Art von Beispielen und Anfeindung die habe ich nich gewollt und ich denke ich hatte es im EP gut genug definiert, denn ursprünglich war diese Diskussion konstruktiv gewesen.

      Kann man über seine eigenen Befindlichkeiten nicht einen eigenen Thread aufmachen? Ich finde es mittlerweile zum <X
      das jegliches Thema was in Richtung Ds geht, gekapert und zerschossen wird!!!


      Lies dir den Ep noch mal durch, und dann deine Antworten


      Andoragh schrieb:

      Nur weil ihr wollt, das es jetzt voll nach Elite oder besonders klingt, ihr euch abgrenzen wollt oder ähnliches. Ist es euch vielleicht nicht extrem genug?
      Verwässere ich jetzt euer Kopfkino, von perfekten Sklavinnen die immer neben ihren Doms knien und ähnliches? Wollt ihr was Besonderes sein?

      Och du...extrem genug hatte ich schon ;) Ebenso Elite ;) vielleicht komme ich einfach mit dem Normal nicht klar :D


      Aber ich denke an dieser Stelle bin ich jetzt auch aus dem Thread raus,mein Bedarf weitere persönliche Dinge mitzuteilen der ist gedeckt und ich denke es war auch der letzte Thread dieser Art von mir.

      Damit darf dann über den Thread hergefallen werden :thumbsup:
      Hallo zusammen

      ich will mal nochmal schauen, ob ich da vielleicht weiterhelfen kann:

      Hera schrieb:

      Andoragh schrieb:

      Mehr definiert TPE doch gar nicht. Was dahinter liegt und wie die Beiden das ausspielen, ist doch für die Aussage, wie das Machtgefälle definiert ist völlig egal.
      Dom entscheidet.
      Ja und dann kann er auch entscheiden sie überwiegend nicht zu nutzen was dann den Begriff etwas ad absurdum führt ....
      Nein, da ist nix ad absurdum:

      Die Demonstration der Macht (zB der böse Blick, ein strenger Tipp, der Griff ins Genick oder der Schlag in den Schritt) ist nur dort erforderlich, wo Dom einen Willen hat, den sub nicht bei Zeit umzusetzen bereit ist.

      Der Gebrauch der Macht bestätigt sie, während der Nicht-Gebrauch keine Beweis dafür ist dass sie nicht vorhanden ist.

      (so ähnlich auch das Bundesarbeitsgericht abstrakt zur Weisungsabhängigkeit von Arbeitnehmern)

      Grüße

      HvR
      Liebe Nachtfalterin,


      Callimorpha schrieb:

      Mit geht es darum wo es auf der emotionalen Ebene für euch ins Tpe geht. Könnt ihr diesen Punkt beschreiben?

      Ich kann auch erklären warum ich frage.
      Meine vorherige Beziehung und auch die davor, beide waren im H/s-Bereich angesiedelt, beide waren auch mit Gefühlen verbunden. In meiner jetzigen Beziehung istbss aber was die Emotionen die Gefühle betrifft, gefühlt ganz anders.
      ich würde jetzt ganz einfach behaupten Amors Pfeile sitzen tief :D
      Da wird die Frau geweckt, die anders empfindet als die sklavin.
      Das gleiche passiert auch auf der aktiven Seite, wenn man erwischt wird.

      Ich hatte schon mal darüber geschrieben, es war bei mir eine bewusste Entscheidung, eine H/s Beziehung führen zu wollen, ich wollte eine saklvin und keine Geliebte.
      Für mich und dem was ich darunter verstehe, geht nur die eine oder die andere Beziehungsform. Entweder ich habe eine sklavin mit der ich eine H/s Beziehung führe oder ich habe eine Geliebte, mit der ich eine D/s Beziehung führe. Meiner Meinung nach hat eine sklavin ganz andere Bedürfnisse, als eine devote Frau.
      Über Begriffe würde ich mir keine Gedanken machen, diese unterliegen dem Wandel der Zeit, da gibt es nichts wo es sich lohnt den Kopf nach zu recken. Das was du in deiner Beziehung hast, dass braucht sich keinen Namen ;) .
      Das es sich mit dem ganzen verliebt sein anders anfühlt,,gerade wenn man auch zusammen wohnt, ist selbstverständlich.
      Solange du mit dem was du hat glücklich bist, halte es ganz fest. Denn gerade wenn man eine feste Beziehung möchte und dann noch mit einigen Extras, ist es in der mittlerweile schnelllebigen Zeit gar nicht so einfach.

      Sollte dir allerdings die sklavin fehlen, was ich gerade nicht herauslesen aus deinen Aussagen, dann suche das Gespräch zu deinem Partner.

      Ansonsten lass die Schubladen egal mit welcher Definition anderen, dass reibt nur die Nerven auf.
      Um es nicht unter jeden Beitrag schreiben zu müssen. Zwischen mir und den Meinen herrscht Einvernehmen und ich werde niemanden gegen seinen Willen, misshandeln, der Freiheit berauben oder sonst irgendwie Schaden zufügen.
      Mein Herr hat mich gebeten etwas zu dem Thema zu schreiben, um meine Sichtweise und Erfahrung mitzuteilen.

      @Callimorpha du hast wahnsinniges Glück finde ich. Du hast verschiedene Beziehungsarten kennen gelernt, du kannst die Unterschiede definieren und damit kannst du für dich aussuchen und entscheiden was und wie du leben möchtest.
      Dieses Glück ist vielen nicht vergönnt, weil sie in einer Beziehung sind und vielleicht gar nicht genau wissen,was ihnen denn fehlt.
      Wenn dann alles irgendwie funktioniert und auch nicht so schlecht ist, bleibt der Mensch meist.
      Du hast aber diese Einblicke, damit weiß du was es alles gibt, kannst für dich entscheiden was dir wichtig ist und so wie es lese hast du es ja schon getan ;)

      Es wäre doch eher schlimm wenn es sich genauso anfühlen würde wie letzte Beziehung, da hätte man doch den Trennungsstress nicht gebraucht und hätte bleiben können.

      Obwohl ich glaube sehr gut nachvollziehen zu können,was dich gerade beschäftigt.

      Ich habe einige verschiedene Beziehungsarten kennen gelernt, angefangen von einer Beziehung ganz ohne Bdsm Kontext, danach gab es Beziehungen mit Bdsm- Kontext mal mit mal ohne Alltag und nun die Beziehung mit Herrn Mirarce, in der ich einfach nur seine sklavin sein darf.

      Auch ich habe so manches mal mit gehadert, warum ist jetzt alles anders?
      Das nennt sich reflektieren liebe Callimorpha.
      Man versucht herauszufinden, was die Änderungen mit einem machen, warum haben Dinge die vorher ganz wichtig im Leben waren, auf einmal einen anderen Stellenwert. Gerade wenn man davon überzeugt war, fällt es schwer es zu verstehen, man zweifelt an der eigenen Wahrnehmung. Das macht dann etwas Angst in Richtung Zukunft vor allem wenn vieles neu ist.

      Zweifellos nicht an den Entscheidungen die du in der Vergangenheit getroffen hast, wenn sie zu dem Zeitpunkt richtig waren und sich gut angefühlt haben, dann waren diese Entscheidungen richtig.
      Ebenso sind Entscheidungen die du jetzt triffst und die sich gut anfühlen,auch richtig.

      Und wenn du in einigen Jahren auf die Idee kommst, in ein Kloster eintreten zu wollen, auch dann sind die Entscheidungen der Vergangenheit immer noch richtig.

      Alles hat irgendwo seine Zeit und wenn sich etwas verändert, dann muss man auch neue Entscheidungen treffen.

      Zum Tpe, kann ich nur sagen, ich brauche solche Label nicht. Ich kenne aber auch die Situation wenn man in solche Schubladen gesteckt wird, in die man gefühlt nicht reingehört. Für mich sagt der ganze Begriff schon nichts aus.

      In anderen Foren unabhängig vom Bdsm gerade wenn es die Jüngeren sind, liest man häufig in Diskussionen.

      Ich lebe in einer Ehe.

      Was sagt das?

      Weder eine Eheschließung noch eine Tpe-Beziehung sagen irgendetwas aus.
      Sicher möchten diejenigen damit etwas suggerieren, nur bei richtiger Betrachtung....

      Wie sagte mein Herr, es lohnt sich nicht den Kopf danach zu recken.

      Grüße
      zaya

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von zaya ()

      Callimorpha schrieb:

      Karl reichen die großen "Fs""
      Was ist damit gemeint? :gruebel:


      Callimorpha schrieb:


      Ein guter Freund hat es für mich mal auf den Punkt gebracht.
      EinenTpe-Beziehung kann man gleich setzen (wenn Tpe ernst gemeint ist) mit Sub ist entmündigt und folgt den Anweisungen.
      Nach langem nachdenken und einigen Argumenten musste ich ihm recht geben.
      Nein. Das hat mMn nichts damit zu tun.
      Denn bei einer Entmündigung (die es iü nicht mehr gibt) könnte der Betreuer auch eine Entscheidung über den Willen des Entmündigten hinweg treffen.
      Bei TPE dagegen ist für mich jede Entscheidung des Herrn auch letztendlich der Wille der Sklavin. Denn sie will, dass er entscheidet.
      Sie akzeptiert und befürwortet im TPE die Entscheidung des Herrn, ohne daran zu rütteln.
      Das bedeutet nicht, dass sie dem Herrn gegenüber nie ihre Meinung kundtun darf und er sich diese nie anhört.
      Aber seine Entscheidung am Ende ist auch ihre Entscheidung.
      Genau das macht für mich TPE aus: Ein grenzenloses Vertrauen darin, dass der Herr die richtigen Entscheidungen für beide trifft und sie deswegen einfach für ihn da sein darf und kann.

      Da ich dieses Vertrauen einem anderen nie zugestehen könnte, ist für mich TPE leider nichts.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      M. E. liegt @Callimorpha gar nicht so verkehrt. Ja, Entmündigung gibt es heute nicht mehr, aber auch ein Betreuer trifft Entscheidungen im Sinne und zum Wohle des Betreuten. Im Idealfall decken sich die Wünsche der Beteiligten. Es ist auch so vorgesehen, dass der Betreute der Betreuung zustimmt bzw. sie selbst wünscht. Hat was von Metakonsens? ?(
      "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

      "Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst." Evelyn Beatrice Hall

      Feuerpferd schrieb:

      Was ist damit gemeint?
      Fernsehn, Futter, Fi...n


      Feuerpferd schrieb:

      Nein. Das hat mMn nichts damit zu tun.
      Denn bei einer Entmündigung (die es iü nicht mehr gibt) könnte der Betreuer auch eine Entscheidung über den Willen des Entmündigten hinweg treffen.
      Wenn ich mit anderen Menschen kommuniziere, rein aus Spaß daran auf ein Thema einzugehen, dass uns privat interessiert, dann reden wir in der Regel umgangssprachlich. In meiner Umgangssprache gibt es den Begriff der Entmündigung noch.

      Für mich persönlich passt dieser Vergleich sehr gut und ich hoffe, dass auch mir das Recht zugestanden wird, meine Interpretation zu haben.

      Ansonsten möchte ich aber weiter in diesem Thread auch gar nicht drauf eingehen.
      Ich wollte nur deine Frage beantworten.

      Anthophila schrieb:

      Das meine ich eben wohl auch damit. Wenn es passt warum kann man es nicht unter dem Namen „so ist meines“ Lassen und muss zerpflücken.

      Und immer dran denken- es ist nichts umsonst im Leben, nur manchmal sieht man den Sinn erst später
      weil es feste Begriffe gibt, auch wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, bedeuten Begriffe was Begriffe bedeuten. Diese Gleichmacherei und falsche Toleranz ist sehr ermüdend.
      es gibt einen allgemeinen Konsens zu Begriffen, auch wenn wir hier zum Teil andere Ansichten in den Ausführungen dazu lesen können.
      ist das so schwierig zu akzeptieren?

      Dein letzter Satz erschliesst sich mir nun überhaupt nicht in diesem Zusammenhang.

      Anthophila schrieb:

      Das meine ich eben wohl auch damit. Wenn es passt warum kann man es nicht unter dem Namen „so ist meines“ Lassen und muss zerpflücken.
      Wenn es passen würde, würden wir hier ja gar nicht diskutieren.

      Und ob jemand seinen Schäferhundmischling privat und für sich reinrassig nennt, ist mir persönlich völlig egal.

      Aber wenn er sich mit anderen Schäferhundzüchtern oder auch nur mit anderen Hundefreunden oder mit anderen Menschen, die etwas Ahnung von Hunden haben, unterhalten will, und zwar qualifiziert unterhalten will, dann müssen diese Menschen nun mal ein gemeinsames Vokabular haben. Und wenn man sich über Rassestandrads des deutschen Schäferhundes unterhalten möchte, dann bringt es nichts, wenn man sich über Pudelmischlinge unterhält, die irgendwo in der Ahnenlinie mal einen Schäferhund hatten.


      Bitte nicht falsch verstehen. Ich möchte niemanden dazu drängen, sein BDSM zu ändern. Ich finde auch nichts falsch oder schlecht daran, wie ihr euer BDSM nennt. Ihr könnt machen, was ihr wollt.

      Es wird halt nur schwierig, wenn wir mit verschiedenen Menschen aus verschiedenen Blasen versuchen, über ein Thema zu sprechen, das jeder für sich irgendwie anders definiert. Nur dazu ist ein Forum halt da. Und wenn ich bei jeder Diskussion erst einmal erklären muss, wie ich persönlich einen Begriff sehe, obwohl es eine Definition davon gibt, dann wird eine Diskussion über das eigenltiche Thema schlichtweg unmöglich. Was hier leider schon des öfteren bewiesen wurde.


      Es gibt im BDSM sicherlich viele Begriffe, die einen Interpretationsspielraum zulassen. Aber der Begriff "total" gehört nun einmal nicht dazu. Und wenn meine "Power exchange" nun einmal nicht "total" ist (Definition laut Duden: ohne Ausnahme alles umfassend, in vollem Umfang, vollständig) dann kann ich das persönlich privat zwar gerne TPE nennen, aber wenn ich mit anderen Menschen darüber spreche, dann geht das nun einmal nicht.



      Es gibt viele schöne andere Begriffe, die weniger umstritten sind und wo auch jeder gleich weiß: Ok, ein sehr umfangreiches Machtgefälle, aber eben nicht total. Wir benutzen daher mittlerweile gerne den Begriff MPE für maximum power exchange. Das trifft es für uns ziemlich genau. Es gibt zwar bei uns nicht wirklich einen Bereich, in dem es kein Machtgefälle gibt, allerdings gehe ich einem Beruf nach. Und Entscheidungen, die ich beruflich treffe, spreche ich nicht mit meinem Mann vorher ab. Also herrscht hier kein Machtgefälle und damit passt die Definition TPE auch nicht auf uns.

      ______________________________

      @Callimorpha

      TPE als "Entmündigung" zu sehen empfinde ich dann doch als ziemlich krass und vor allem falsch. Bei einer Entmündigung entscheidet jemand anderes, in der Regel ein Richter, darüber, ob ich (noch) in der Lage bin, für mich selbst Entscheidungen zu treffen. Ist dies nicht der Fall, wird für mich ein Vormund bestimmt, den ich mir im schlimmsten Fall noch nicht einmal selbst aussuchen darf.

      Das trifft hier doch überhaupt nicht zu. Ich selbst entscheide doch, meine Entscheidgungsfreiheit aufzugeben. Da kommt weder ein Richter noch ein Dom, der das für mich entscheidet. Das ist eine freiwillige Aufgabe meinerseits und keine zwangsweise Entscheidung eines anderen. Und wem ich diese Macht übertrage, entscheide ich ebenfalls selbst. Und auch wann ich diese Macht übertrage. Und vor allem kann ich diese Machtübertragung auch jederzeit wieder rückgängig machen, denn TPE findet consensual statt und ist kein CIS (complete and irrevocable submission), das sich im Metakonsens abspielt (aber das ist wieder ein ganz anderes Thema...)
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Shayleigh () aus folgendem Grund: kreative Rechtschreibung korrigiert

      @Shayleigh vielleicht hätte ich diesen Vergleich den ich da gebracht habe länger erklären müssen, vielleicht hätte ic huhn auch aus der Diskussion raus lassen sollen.

      Zum Zeitpunkt als ich den Thread erstellt hatte, empfand ich ihn als passend, da es einiges darüber aussagt, was mir durch den Kopf geht.

      Ich möcht aber nich tdas der Eindruck entsteht, dass mir nicht klar ist, dass Tpe auf einen Konsens aufbaut.

      In dem Gespräch das ich hatte ging es um die Befugnisse die der dominante Part dann hat.
      Dass es dem devoten Part klar sein sollte, wenn er eine solche Beziehung eingeht, dass er keinerlei Mitspracherecht mehr hat, egal in welchem Bereich, dass auch so Dinge wie Wohnort, Arbeit, soziales Umfeld, Finanzen alles vom dominanten Part entschieden wird.
      Das es vom Resultat her, dann eben das gleiche ist wie wenn jemand unter einem Vormund steht.
      Und der Konsens wurde vorher hergestellt, so dass diese Entscheidungen vom devoten Part mitzutragen sind und nicht mehr ausdiskutiert werden müssen.

      Soviel zur Theorie, wie es dann praktisch gehandhabt wird, ist noch mal eine ganz andere Geschichte.

      Ich hoffe das erklärt es etwas besser, wie es von mir gemeint war.
      Da du @Callimorpha in deinen Posts die Meinungen bzw. Erfahrungen von Paaren, welche ihr BDSM in einer Paar-Beziehung leben erfragst, versuche ich mal meine persönliche Sicht darzustellen.
      Das, was @Vom Eschenbach und ich leben, bezeichne ich nicht als TPE. Er hat zwar das alleinige und umfassende Recht, in allen Belangen über mich zu entscheiden, aber es fühlt sich für mich nicht, wie TPE an. Woran liegt das? Darüber habe ich in den letzten Tagen vermehrt nachgedacht. Und letztendlich komme ich so, wie es hier auch schon von einigen geschrieben wurde, zu der Ansicht, dass dieses Recht auch genutzt werden muss. Ja, es wird hier genutzt. Zunächst, um die Rahmenbedingungen festzulegen, meine übertragenen Aufgabenbereiche und Handlungsspielräume zu definieren. Aber dann, wenn ich ja wie gewünscht "funktioniere", was ist dann? Und hier fehlt mir dann das Spüren des TPE. Natürlich gibt es immer wieder Situationen, in denen Verhalten korrigiert werden muss, ein Bereich strenger kontrolliert oder exakter beschrieben werden muss.
      Ich glaube, für mich würde sich unsere Beziehung nach TPE anfühlen, wenn ich täglich das Machtgefälle richtig physisch und psychisch spürbar hätte. Aber aufgrund unschöner Vorerfahrungen in dem Bereich weiß ich nicht, ob das nicht ganz blöde Punkte in mir triggern würde. Außerdem lässt unser Alltag, in welchem wir beide einfach funktionieren müssen, so ein ganz enges und permanent spürbares Ausleben gar nicht zu.
      Das sind die Gründe, warum ich mein Ds nicht als TPE bezeichne, auch wenn der große Rahmen vielleicht vorhanden ist, sein könnte.

      Ich tue mich generell mittlerweile immer schwerer, irgendwelche Definitionen auf mich und unsere Beziehung anzuwenden. Und vermutlich ist es auch gar nicht konstruktiv, sich in etwas reinzwängen zu wollen bzw. zu lassen. Im Leben ist so viel einem Wandel unterzogen. Man selbst ändert sich, wird reifer, sammelt Erfahrungen. Die Beziehung(en) ändert/n sich (wie lebe ich die Beziehung, sind Kinder da, wie sieht der Alltag aus). Gesellschaftliche Rahmenbedingungen ändern sich (Stichwort BDSM ist "gesellschaftsfähig" geworden). Von daher weiß ich zwar, was den groben Rahmen unserer Beziehung ausmacht, wie dieser aber inhaltlich und mit Leben und Realität gefüllt wird, ändert sich immer mal wieder, entwickelt sich.

      Und hier in der Diskussion wurden bereits wirklich sehr viele gute, nachvollziehbare Gründe geschrieben, warum jemand für sich TPE so oder eben nicht so sieht.

      Genieße einfach deine Beziehung, dein Glück und erfreue dich an der Tatsache, dass es dir gut geht (so liest es sich jedenfalls für mich!). Wie das "Konstrukt" letztendlich heißt, ist doch eigentlich komplett egal. Oder?

      Callimorpha schrieb:



      In dem Gespräch das ich hatte ging es um die Befugnisse die der dominante Part dann hat.
      Dass es dem devoten Part klar sein sollte, wenn er eine solche Beziehung eingeht, dass er keinerlei Mitspracherecht mehr hat, egal in welchem Bereich, dass auch so Dinge wie Wohnort, Arbeit, soziales Umfeld, Finanzen alles vom dominanten Part entschieden wird.
      Das es vom Resultat her, dann eben das gleiche ist wie wenn jemand unter einem Vormund steht.
      Nein
      Das ist weder von der Einstellung noch vom Resultat her das gleiche wie Vormundschaft.
      So war es wahrscheinlich vor 60 Jahren als man einem entmündigten Menschen einen Vormund aufs Aug gedrückt hat, der dann über den Kopf des Entmündigten alles entscheiden hat, was ACHTUNG der Vormund dachte, dass für den Entmündigten das Beste ist.
      Jetzt macht man das schon lange nicht mehr so und deswegen ist es auch nicht im Ansatz zu vergleichen.
      Dazu mal das Beispiel mit der Jacke von weiter oben:
      -Dom findet Jacke A hübscher an Sub als Jacke B. Doms Meinung zählt. Sub kauft Jacke A obwohl ihr Jacke B besser gefällt. Machtgefälle, vorheriger Konsens der Machtübergabe.
      - Betreuer findet Jacke A hübscher, ist aber völlig irrelevant, weil die Meinung des Betreuten zählt und der Betreuer nur dann eingreift, wenn wirklich Schäden drohen. Das heißt, die Autonomie des Betreuten wird soweit wie möglich und immer gewahrt außer es drohen massive Schäden. Selbst wenn der Betreute bunt wie ein Papagei oder in einem Sack rumlaufen wollen würde, würde ihm der Betreuer die Entscheidung überlassen.

      Also entscheidet bei TPE der Dom, bei einem Betreuungsverhältnis der Betreute, soweit es sich nicht um wirklich schädigendes Verhalten handelt. Deswegen ist es weder von der Einstellung noch vom Resultat her dasselbe
      Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein
      Friedrich Nietzsche
      Ich glaube...nein ich bin mir sicher, ich möchte jetzt nicht auch noch Betreunsgsverhältnisse diskutieren.

      Was ich dazu zu sagen habe und wie es sinngemäß gedacht war, habe ich jetzt erklärt.


      Ansonsten möchte ich mich noch mal bei denen bedanken, die mir ihre Eindrücke und Gefühle bezügl ihrer Beziehung und ihrer Erfahrung geschildert haben,,sowohl hier im Thread als auch per PN.

      Callimorpha schrieb:

      Für mich persönlich passt dieser Vergleich sehr gut und ich hoffe, dass auch mir das Recht zugestanden wird, meine Interpretation zu haben.
      Ich weiß schon wieder nicht, warum Du Dich ein weiteres Mal angegriffen fühlst von meiner Meinung.
      Ich habe nur geschrieben, dass ich es anders sehe. Nicht mehr und nicht weniger.
      Sei doch bitte einmal weniger aggressiv und lass anderen auch ihre Meinung.
      Ich lasse Dir doch Deine Meinung, aber gestehe das auch anderen zu.

      Und mal wieder habe ich zudem festgestellt, dass Du nicht verstanden hast, worum es mir geht.

      Ich habe nicht geschrieben, dass ein Betreuer sich nicht um das Wohl eines Betreuten schert (auch wenn er etwas gegen den Willen des Betreuten entscheiden würde).

      Der Unterschied liegt mMn in der Sichtweise einer TPE-Sklavin auf das Geschehen. Denn diese wird, selbst wenn sie es nicht auf den ersten Blick versteht, so viel Vertrauen in ihren Herrn haben, dass sie seine Entscheidungen immer mitträgt und er entscheidet daher nie etwas gegen ihren Willen.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud