Es ist keine Liebe.. was ist es dann?

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      Es ist keine Liebe.. was ist es dann?

      Hallo,

      ich benötige eine Formulierungshilfe.




      Es gibt ja auch Dom/Sub Konstellationen, die nicht in einander verliebt sind und quasi Spielbeziehungen führen.


      Was ist das für ein Gefühl, was einen doch irgendwie an den anderen bindet, dass einen doch sehr fokussiert auf die andere Person sein lässt?


      Ich hab das mal kürzlich versucht in Worte zu fassen, weil ich mit einer Freundin auf das Thema gekommen bin.
      Wenn es keine Liebe ist, was ist es dann ?
      Leider bin ich nicht zu einem Wort/Ergebnis/Formulierung gekommen, dass für mich stimmig ist.


      Liebe passt nicht, Verehrung ist es auch nicht…

      Es geht schon eher in Richtung : erfüllend, Hingabe, angekommen sein…

      Aber irgendwie erklärts das doch noch nicht so genau für mich.


      Habt ihr mir Formulierungshilfen?
      Vielleicht scheitere ich auch daran die richtigen Worte zu finden, da ich so Gefühle bisher nur in Ansätzen kenne..




      Vielen Dank. :blumen:

      Falls es das Thema schon mal gab: sorry. Habs dann nicht gefunden.
      Manchmal bauen Menschen Mauern um ihr Herz. Nicht, um andere fernzuhalten, sondern um zu sehen, wer drüber klettert.“ (Verfasser unbekannt)
      Wie wärs mit "D/s-Beziehung"? Da ist alles drin, was das besondere Dom/sub Verhältnis ausmacht! Außerdem ist diese Bezeichnung ausbaufähig, falls eines Tages daraus doch mehr wird, denn dann ist es eine "D/s-Liebesbeziehung" :thumbup:
      "Die üste hat die freie Wahl,
      wählt sie ein W, dann bleibt sie kahl,
      wählt sie ein K, dann wird sie nass,
      die freie Wahl macht keinen Spaß!" (Robert Gernhardt)
      ...wählt sie ein Br, macht sie MIR Spaß!!! (Carmantus) ;)
      Mir persönlich hat immer das Bild des geheimen Gartens geholfen, in dem sich unsere "sinnliche Magie" (SM) entfalten kann, weil sie dort den richtigen Nährboden findet und weil sie sich dort geschützt fühlt!
      "Die üste hat die freie Wahl,
      wählt sie ein W, dann bleibt sie kahl,
      wählt sie ein K, dann wird sie nass,
      die freie Wahl macht keinen Spaß!" (Robert Gernhardt)
      ...wählt sie ein Br, macht sie MIR Spaß!!! (Carmantus) ;)
      Das lässt sich nur schwer in Worte fassen. Durch die Intensität, die Nähe, das Vertrauen ... entstehen Gefühle. Vielleicht ist es auch dem Oxytocin-Ausstoß geschuldet, dass eine enge emotionale Verbundenheit (auf Zeit) entsteht.
      Ohne Gefühle wäre für mich keine Spielbeziehung möglich (sonst ist es halt "nur" ein ONS). Aber auch "Spielbeziehung" finde ich einen unpassenden Begriff dafür. Das klingt so abwertend.
      Those who don´t jump will never fly.
      Sehr gut nachvollziehbar für Außenstehende ist auch das Beispiel des klassischen Gesellschaftstanzes, wo in der Regel der Herr führt und die Tanzpartnerin folgt! So wird beispielsweise der Tango Argentino ein wenig augenzwinkernd definiert als "Vertikaler Ausdruck eines horizontalen Verlangens"! In der SZ gibt es sogar mehrere Zirkel, die sich eingehend mit dieser Thematik beschäftigen! :yes:
      "Die üste hat die freie Wahl,
      wählt sie ein W, dann bleibt sie kahl,
      wählt sie ein K, dann wird sie nass,
      die freie Wahl macht keinen Spaß!" (Robert Gernhardt)
      ...wählt sie ein Br, macht sie MIR Spaß!!! (Carmantus) ;)
      Wieso ist es keine Liebe? Das ist doch eine reine Assoziationsfrage, was man mit "Liebe" verbindet? Wir lieben unsere Eltern, wir lieben Haustiere, wie lieben den Partner, wir lieben gutes Essen... Nur bei einem Sexualpartner darf es keine Form der Liebe sein? Ich denke, es gibt sehr viele Varianten der Liebe, die unterschiedlich sein können, aber doch ähnlich in vielen Belangen. Aber wenn das bei dir nicht so passt, fürchte ich, sind es deine persönlichen Assoziationen und da wird es schwierig, was allgemeingültiges zu finden.
      Ich schließe mich dem letzten Eintrag an.

      Warum soll es dort keine Liebe sein? Ich denke, auch in einer dauerhaften Affäre/D-s Beziehung/ Sex-Beziehung, Spielbeziehug wie auch immer, man es für sich bezeichnet, ... liebt man am Sex-Partner oder am Partner Freundschaft + und wie immer man ihn/sie sonst noch nennen möchte, bestimmte Eigenschaften.

      Ich vermute, dass wir nur Angst haben, es uns dann einzugestehen und einander zu offenbaren, weil wir Bedenken haben, unser Gegenüber könnte dann mehr wollen, als wir selber. Es falsch oder anders bewerten als wir.

      Liebe ist ja nicht an Lebenspartnerschaft, gemeinsames Wohnen und Essen, Heirat und gemeinsam Kinder groß ziehen gebunden oder an sonst irgendwelche praktischen Gesichtspunkte.

      Es ist ein Gefühl, das da ist oder auch nicht. Ich liebe wirklich sehr viele Menschen in meinem Leben (eine spezielle Freundin, mein Kind, Eltern,...). Aber alle auf unterschiedliche Art und Weise. Für andere Menschen in meinem Leben reicht die Verbundenheit in der Beziehung zu ihnen nicht, als dass ich meine Zuneigung für sie und mein Wohlwollen als Liebe fühlen und bezeichnen würde.

      Ich denke, je mehr Zeit man mit einer Person teilt, sie kennen lernt, ihre Gegenwart genießt, sich erfüllt und glücklich mit ihr fühlt, desto eher entsteht das Gefühl von Liebe.

      E`s d (Liza)
      Danke für dieses Thema, liebe @WolkeXXL! Mich beschäftigt zurzeit ähnliches.

      Ich fühle mich stark zu ihm hingezogen, sowohl sexuell als auch menschlich; fühle mich ihm (im positiven Sinne) unterlegen und spüre auch ein gewisses Begehren; denke sehr viel an ihn und bin ihm ziemlich 'verfallen', schwärme für und von ihm und fühle mich wohl, wenn wir zusammen sind. Und trotzdem ist es für mich keine Liebe. Jedenfalls keine partnerschaftliche Liebe, so wie ich sie verstehe und aus meiner letzten Beziehung kenne. Würde ich ihm in die Augen schauen und 'Ich liebe dich!' sagen, würde es sich falsch anfühlen. So intensiv und umfassend ist es einfach (noch?) nicht. Und doch bedeutet er mir sehr viel, ist ein besonderer Mensch und Mann für mich, der mir wichtig ist und zweifellos auch einen Platz in meinem Herzen hat.

      Also, was ist es? Ich weiß es nicht und finde keinen passenden Begriff dafür. Irgendeine Art von Liebe ist es bestimmt, aber eben nicht 'die' Liebe, wie ich sie sonst in einer Beziehung empfunden habe. Vielleicht gibt es dafür auch gar keinen wirklich passenden Begriff und es ist vorerst sinnvoller, es zu umschreiben, wenn man sein Gefühl ausdrücken möchte.
      Liebe ist nicht alles, aber ohne Liebe ist alles nichts.

      Zofe schrieb:

      Irgendeine Art von Liebe ist es bestimmt, aber eben nicht 'die' Liebe, wie ich sie sonst in einer Beziehung empfunden habe.
      Ich glaube, um ehrlich zu sein, das ist so ein typisch monogames Problem. Wir haben unsere schönen Schubladen und da muss alles rein, inkl. wie sich denn eine Beziehung genau anfühlen muss. Und wenn dann plötzlich die Realität kommt und unseren Vorstellungen widerspricht, sind wir plötzlich verwirrt, weil unsere Vorstellungen von Liebe, Beziehung, etc. eine reine persönliche Wahl sind und nicht etwa Naturgesetze ;-). Da haben uns die Poly-Menschen definitiv was vorraus, da sind Beziehungen deutlich individueller und freier von den imaginären Beschränkungen, wie Beziehungen zu sein haben (natürlich sind Poly-Beziehungen auch nicht perfekt, keine Frage).
      @Salt&Pepper hat es schon sehr schön definiert.

      Verbundenheit

      Sie lässt vertrauen entstehen , weckt Begehrlichkeit und gipfelt im Wunsch nach Hingabe .
      Man muss sie durch Empathie aufbauen , durch Lust treiben und eine gewisse Chemie muss vorhanden sein .
      Noch keine Liebe jedoch tiefes Gefühl das nur der / die Eine auslösen kann .
      Liebe in einer Form , die vergleichbar ist mit der überschäumenden Verliebtheit , der brennenden Sehnsucht nach Ergänzung und dem ruhenden Vertrauen in sich und ihn .
      Unterwerfung nach seinem Willen , ausgelöst durch die Stärke des Führenden und der Erkenntnis die eigene Schwäche spüren zu wollen .
      Manchmal gipfelt es in der einzigen Liebe , manchmal bleibt es tiefe Verbundenheit , weil der fehlende Knopf nur damit getriggert wird
      Wir leben alle unter dem selben Himmel , aber nicht mit dem gleichen Horizont
      Intimität fällt mir dazu noch ein. Der Zustand tiefster Vertraut-und Verbundenheit, wenn das Wort Liebe nicht fallen soll, es vom Gefühl aber weit über Freundschaft + hinaus geht.

      Wobei für mich Liebe nicht eine Schublade ist. Liebe hat so viele Tiefen, Ebenen und Facetten, wenn man von der gesellschaftliichen Definition weggeht, dass Liebe so und so auszusehen hat (Liebe zum Partner als das Nonplusultra,...)

      Wenn sich zwei Menschen, wenn auch "nur" in einer sexuellen Partnerschaft, so vertraut und tief verbunden fühlen, ist es auch eine Art von Liebe. Sie wird halt nur anders gelebt.

      Eine Kartoffel bleibt eine Kartoffel. Ob man sie nun stampft, im ganzen kocht, zerschneidet und frittiert... Im Kern bleibt sie eine Kartoffel...
      Mein Wunsch sei Dir Befehl...
      Es kann auch tiefe Dankbarkeit sein.
      Dankbarkeit dafür, dass er dich so annimmt, wie du bist.
      Dafür, dass du dich begehrt fühlst.
      Dafür, dass du mit ihm zusammen Seiten an dir entdeckst, die dir bisher verborgen geblieben sind.
      Dafür, dass du dich durch sein Dazutun weiterentwickelst.
      Auch wenn es widersprüchlich klingt:
      Ihr Ego muss stark genug sein, um seine begrenzte, defensive Haltung und Kontrolle aufgeben zu können.
      Sie brauchen ein starkes Ego, um das Ego transzendieren zu können.

      - John Bradshaw, Das Kind in uns -