Einvernehmlichkeit - Peniskäfig - dauerhafte Erektionsunfähigkeit

      Einvernehmlichkeit ist das A und O beim BDSM. Wenn solch eine Aktion nichteinvernehmlich und zwischen geistig gesunden Menschen stattfindet, ist es für mich kein BDSM mehr, sondern eine Straftat. Bei deinem Beispiel gibt es nach deinen Ausführungen keine Punkte die sagen, dass es nicht beide wollen und der Mann in die Behandlung korrekt eingewilligt hat.

      Daher nicht meins, aber leben und leben lassen.

      Wobei, nur weil ich hier kein Problem in Bezug auf mein BDSM Verständnis oder meine Moral sehe, so kann es dennoch Probleme geben. Das Strafrecht nämlich. Der BGH hat schon vor vielen Jahren festgelegt, dass BDSM immer geht, sofern die Spielart nicht das Leben gefährdert oder eben eine schwere Körperverletzung zur Folge hat. § 226 StGB zählt zu den schweren Körperverletzungen den Verlust der Fortpflanzungsfähigkeit, ob Impotenz unter diesen Punkt fällt ist umstritten. Für mich persönlich kann sich auch ein impotenter Mann fortpflanzen und die in meinen Augen besseren Gründe sprechen daher für eine Straffreiheit. In Österreich wird die Impotenz zu den schweren Körperverletzungen gezählt und auch in der Literatur gibt es Stimmen die meinen, dass dauerhafte Impotenz das Kriterium des § 226 I Abs. 1 StGB erfüllt. Rechtsprechung aus Deutschland scheint es hierzu, nach einer ersten kurzen Recherche, nicht zu geben. Kurz gesagt, für die Dame besteht hier womöglich ein Risiko rechtlicher Natur. Wäre ich da der Richter und ist die Einvernehmlichkeit gegeben, würde ich aber keine Straftat sehen und als BDSMler sehe ich in dieser Behandlung bei einer richtigen Einvernehmlichkeit auch kein Problem.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Was mich an der ganzen Sachlage interessieren würde, ist es überhaupt "erwiesen" das die Errektionsunfähigkeit vom tragen des Käfigs kommt :gruebel:
      Ich meine gelesen oder gehört habe ich es schon einige male, andersrum gibt es aber auch Männer da geschieht es nicht.
      Gerade ab 3inem gewissen Alter und oder anderen äusseren Faktoren verliert Mann ja auch die Standfestigkeit und bekommt Errektionsprobleme.

      Deshalb würde mich interessieren ob es dazu Studien oder ähnliches gibt.

      Majasdom schrieb:

      Tease&Denial schrieb:

      Wie seht Ihr es?


      Es kann natürlich auch gut sein, daß der Artikel gefaked war....
      Du hast gefragt und schon einige Antworten bekommen.Wie siehst du das denn?

      Also ich hatte beim Lesen des besagten Threads kein gutes Gefühl bei der Sache und das ist auch immer noch so.

      Ich glaube zumindest vom Ansatz her zu verstehen, daß absolute Hingabe keine Grenzen kennen kann.
      Bis hin zur Aufgabe des eigenen Lebens für einen anderen Menschen.

      Wenn allerdings dieser andere Mensch eigene Interessen verfolgt, z.B. finanzielle Interessen, besteht meiner Ansicht nach
      immer die Gefahr, Hingabe auszunutzen, indem manipuliert wird.
      (Mit Manipulation meine ich, daß z.B. vorhandene finanzielle Interessen nicht offen gelegt werden.)
      Was dann in meinen Augen wiederum keine Einvernehmlichkeit wäre.

      Den Beweis dafür zu führen, ist aber meistens nahezu unmöglich.

      Ein Anhaltspunkt für mich, daß nicht manipuliert wird, könnte darin bestehen, daß die Person, die von der Hingabe einer
      anderen "profitiert", sich verantwortlich fühlt und wenn es z.B. um eine irreversible Schädigung körperliche Funktionen geht,
      entsprechend damit umgeht.

      Konkret heißt das, ich hätte mir gewünscht, daß aufrichtig ausdrücklich davon abgeraten worden wäre, es zu
      einer solchen dauerhaften Beinträchtigung bzw. Schädigung von körperlichen Funktionen kommen zu lassen.
      Ob das gemacht wurde, läßt sich natürlich nicht genau sagen, aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist eher gering. Sonst hätte es der TE sicherlich erwähnt.

      Insofern würde ich mich hier auch der Argumentation von Eisn anschließen wollen.

      Vom Grundsatz her ist mir etwas zuviel Toleranz lieber als etwas zu wenig.
      Auch spielt das Prinzip Eigenverantwortung sicherlich eine Rolle.

      Ganz wichtig ist mir in vielen Lebenslagen, so auch in dieser, die Bereitschaft und
      auch die Fähigkeit zur kritischen Auseinandersetzung mit einer Thematik.

      Bestimmte Dinge, die sich auf der juristischen Ebene nicht regeln lassen bzw. da auch nicht hingehören, werden dann auf der sozialen Ebene geregelt.
      Das soziale Umfeld der beteiligten Personen wird ja auch entsprechend Kenntnis bekommen und die Situation dann beurteilt haben.