Session-Kater - kennt ihr das?

      Session-Kater - kennt ihr das?

      Mit freundlicher Erlaubnis von @Shayleigh werfe ich mal den Begriff "Session-Kater" in die Runde ^^ Eigentlich würden mein Mann und ich lieber mehr als weniger Sessions haben, aber der irre Alltag hier lässt uns nicht so oft....
      Wenn wir dann doch mal ausgiebig gespielt haben, überkommt mich am nächsten Morgen oft so ein seltsames Gefühl. Das ist wie eine Mischung aus körperlicher Erschöpfung, Kopf ist übervoll, trotzdem wie leer und leicht wattig, die Seele braucht Streicheleinheiten, da tropft auch mal ein Tränchen oder ich bin eher reizbar als zufrieden. Wirklich strange ist die Anwandlung von: "huch, was haben wir da gestern bloß getan, ich bin doch eigentlich gar nicht soooo pervers" 8| Kurzzeitig ist auch die Sexlust insgesamt mehr als übersättigt, und ich mag viel lieber fernseh schauen als ihm nochmal einen zu blasen :sofa:
      Also alles in allem, ein wirklich komischer Cocktail! Zumal der Alltag ja weiterläuft und sich Kind und Kegel nicht in Luft auflösen - die Verpflichtung zum "Funktionieren" drückt mich dann auch noch....

      Ich muss aber natürlich dazu sagen, dass ich diese Empfindungen nicht als ganz schlimm problembehaftet sehe, auch als Absturz kann ich das keinesfalls bezeichnen. Mein Mann kümmert sich immer sehr lieb um mich und im Lauf des nächsten Tages verschwinden die Symptome meistens. Ich betrachte das eher mit Neugier, warum sich da nach einem wundervollen Abend so ein schwarzer Kater heranschleicht, den ich gar nicht bestellt habe!?!? :gruebel:

      Kennt ihr das? Was macht ihr denn damit? Belastet es euch viel oder wenig? Ich bin sehr gespannt :blumen:
      .... und dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!

      aus dem 1. Petrusbrief - unser Trauspruch, und so wahr.... <3
      Ja, das kenne ich auch. Bei mir ist dieser emotionale Kater sehr unterschiedlich stark ausgeprägt. Hängt davon ab wie intensiv das Spiel war, wie lange ich nicht mehr gespielt habe davor, mit welchem Befinden ich in das Spiel hinein ging und sicher noch einige Faktoren mehr. Ich glaub sogar ausreichend Essen spielt da mit rein.

      Umso intensiver das ist, desto kuschelbedürftiger bin ich dann auch. Nah am Wasser gebaut? Ja, defintiv. Aber es ist auch gepaart mit einer sehr tiefen Zufriedenheit und ich finde es ist ganz was anderes als ein Absturz. Lust auf Sex? Geht so, aber er darf mich bei Bedarf gerne zu seinem Vergnügen benutzen. Funktionieren? Ja kann ich, aber manchmal ist das recht ferngesteuert und ich bin nur so halb anwesend.

      Mein letzter Versuch einer Beziehung hat relativ weit weg gewohnt und da ist mir dann die Stimmung total gekippt aus diesem Gefühl heraus, weil er unerreichbar war sobald die gemeinsamen Tage vorbei waren. Da ist dann eben das bereits erwähnte Kuschelbedürfnis zu stark. Da ich wahnsinnig gerne im Bereich meiner Grenzen spiele war das dann eine ungünstige Konstellation. Was ich sagen will ist, es kann bei mir tatsächlich zu einem zeitverzögerten Absturz führen, ist aber erst einmal keiner. Wichtig ist einfach die Option auf Nähe, dann komme ich gut mit dem etwas chaotischen Gefühlszustand klar. Ist wohl so ne Art Grauzone zwischen dem Spiel und dem wieder ganz im Alltag stehen.
      Ich weiß gar nicht, wann und wo ich den Begriff zum ersten Mal gehört habe....


      Ich kann dazu sagen, dass ich mich nach einer intensiven SM-Session am nächsten Tag wie gerädert fühle. Ich habe Muskelkater (keine Ahnung wovon), Gliederschmerzen, manchmal Kopfschmerzen, ich fühle mich, als hätte ich die Nacht durchgezecht und diverse Liter Alkohol getrunken (und das hab ich schon sehr sehr lange nicht mehr gemacht......). Seelisch bin ich sehr anschmiegsam und häufig kullern einfach so die Tränen.

      Meinem Mann geht es interessanterweise häufig ähnlich. Auch er hat nach einer intensiven Session eine Art "Kater"


      Ich bin kein Mediziner und habe auch im Internet nichts wirklich fundiertes darüber gefunden (welcher Mediziner studiert schon BDSMler am Tag nach der Session?), aber ich könnte mir vorstellen, dass dieser Zustand am "Tag danach" davon kommt, dass Endorphin, Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, Phenethylamin, Oxytocin und weiß nicht was noch alles, irgendwie wieder abgebaut werden muss oder besser gesagt, man kommt von seinem "Tripp" wieder runter. Immerhin fliegen wir bei intensiven Sessions auf einer ganzen Welle körpereigener Opiate herum :rolleyes:


      Vielleicht gibt es ja Mediziner hier, die dazu etwas sagen können?
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -
      mir geht das auch so.....
      zwischen Wolke 7 rosarot........mir ist der Rest egal und tiefes Loch ist alles dabei........

      Ich denke es macht die Mischung aus etwas Erschöpfung, Höhenflüge und emotionalem hoch und runter.

      Eventuelle Spuren muss der Körper auch noch verarbeiten........und der Alltag will auch funktionieren......eine galanter Coktail.
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      Ich kenne das als "Dom bzw. Sub Drop", habe allerdings selbst weder das Eine noch das Andere erlebt und kann insofern nicht mitreden. Es dürfte aber weniger dem Abbau von div. körpereigenen Drogen wie @Shayleigh schrieb geschuldet sein, sondern eher der Gewöhnung des Körpers an die "leckeren" Substanzen und die negative Reaktion auf das Fehler selbiger etwas später/am nächsten Tag.

      Was ich analog @'Black-Velvet' aber - zum Leidwesen meiner Liebsten - nur zu gute kenne: nach einer Session ist für einen Tag, meistens eher mehrere Tage, die Lust auf BDSM weg. Und die Aussicht auf Lümmeln auf der Couch und Fernsehen wird plötzlich viel reizvoller... Wenn jemand DAGEGEN eine Lösung weiß: immer her damit :D .
      Power is nothing without control.

      Trust me, I know what I'm doing!

      Bedenke den Spaß...
      Ich würde für den beschriebenen "Session-Kater" auch eine neuropsychologische Erklärung annehmen.

      Während der Session werden wie bereits von anderen oben beschrieben jede Menge Hormone, wie zum Beispiel Dopamin ausgeschüttet. Zudem kommt es in Verbindung mit Schmerzreizen zur Aktivierung des körpereigenen schmerzhemmenden Systems, wodurch es u.a. zur Ausschüttung von Opioiden, Serotonin und Noradrenalin kommt.
      Die Überflutung des Körpers mit den genannten Stoffen führt zunächst zu erhöhter Erregung und Wachsamkeit, erhöhtem Fokus, mehr Energie, vermindertem Schlafbedürfnis, Euphorie... kurz: ein toller Zustand. :D

      Dieser euphorische Zustand kann dann umschlagen in eine eher gereizte, ängstliche oder aggressive Stimmung. Das Hormonlevel fällt nach der Session rapide ab, was wiederum zu eher dysphorischen Symptomen führen kann, wie sie hier bereits beschrieben wurden: zum Beispiel Erschöpfung, Lethargie, verstärktes Bedürfnis nach sozialem Rückzug, eine eher gedrückte, depressive Stimmung und emotionale Labilität.
      Der "Spuk" ist vorbei, sobald sich der Hormonspiegel wieder normalisiert hat.
      "Unsere Sehnsüchte sind unsere Möglichkeiten. "
      Robert Browning
      Edit: gerade eine intensive SM-Session, wie sie von @Shayleigh beschrieben wurde, könnte zudem mit vorübergehend reduzierten Abwehrkräften des Immunsystems einhergehen, wie es auch nach sehr anstrengenden Sporteinheiten vorkommt. Möglicherweise könnte das eine Erklärung für Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen sein, die verschwinden, sobald das Immunsystem wieder voll funktioniert.
      "Unsere Sehnsüchte sind unsere Möglichkeiten. "
      Robert Browning
      Diesen SubDrop kenne ich gut aus meinen Anfangszeiten - sehr intensive Wahrnehmungen , tatsächlich hochgeflogen , wie du es beschreibst @BlackNo1- , und am nächsten Tag dann diese unfassbare Leere und emotionale Öde - Endorphinabbau , Hormonabbau ,alles fällt darein und löst diese Gefühle aus .
      Dagegen hilft nur sich mit dem Partner zu verbinden , Kontakt herzustellen , zu halten und zu erklären das es nicht der mentale Absturz ist sondern ein hohes Bedürfnis nach Halt und Zuwendung - zusätzliche Aftercare sozusagen .
      du hast es ja selbst erlebt - es etabliert sich wieder so bald die Hormonale Gemengelage wieder normalisiert ist

      Das habe ich mal geschrieben in einem älteren Thread - Hochgeflogen und abgestürzt -
      ( sorry hab vergessen wie man verlinkt :facepalm: )


      Kann dir nur raten dich in diesem Zustand von deinem Herrn ausgiebig begleiten zu lassen , Stichwort Aftercare
      Sie hört nicht auf wenn man dann ruhiger geworden nach der Session ins Bett geht sondern geht so lang bis Sub wieder real auf dem Boden ist . Der Highzustand sich normalisiert hat .
      Gespräche und kuscheln bzw. Unterstützung sind zielführende Elemente .
      Wir leben alle unter dem selben Himmel , aber nicht mit dem gleichen Horizont
      Das spüre ich eigentlich immer. Mal mehr, mal weniger. Je enger ich mich noch mit meinem Partner in Verbindung fühle, desto leichter kann ich den Zustand (er)tragen. Obwohl … hm- manchmal möchte und brauche ich sogar vor ihm dann Abstand und Ruhe. Eigentlich ist es eine Mischung aus einem sehr angenehmen Nachhall der tollen Gefühle der „Session“ und aber auch dem Nachhall der Anstrengungen darin.
      Am liebsten würde ich manchmal den Tag danach einfach nur im Bett liegen und den Nachhall langsam ausklingen lassen. Erinnern und fühlen. Selten, wenn möglich, gönne ich mir auch die Ruhe, die mir dann gut tut. Wenn es nicht möglich ist, dann mache ich meine Aktivitäten leider nicht ganz konzentriert. Ich hänge dann doch noch halb in Gedanken und dem Fühlen fest. Es kann nicht richtig ausklingen und begleitet mich dann auch noch sehr viel länger. Das mag ich dann nicht. Mir fehlt Zeit und Raum für die geistig-seelische Verarbeitung, die ich bräuchte.
      Ich hatte auch schon regelrechte Zusammenbrüche immer am Tag NACH dem Treffen (hatte auch damit zu tun, dass ich meinen Partner als "weg" empfand, durch seine und meine Verpflichtungen). Im Treffen war ich noch weit entfernt von meinen Grenzen, wohl aber, herausgefordert. Teilweise bekam ich noch im Treffen, beim Kuscheln, während es mir gut ging, Angst vor dem nächsten Tag (Gott sei Dank, ist das schon lange nicht mehr so).

      Meine Freundin benannte es mal als: „Sie befände sich noch wie in einer Blase.“ Und das traf für mich, meinen Zustand am "Tag danach" ziemlich gut.

      E`s (Liza)

      newblackshaddow schrieb:

      Einen "Sessionkater" kenne ich nicht. Ich hab statt dessen für etwa zwei Tage ein übertriebenes Grinsen im Gesicht. :thumbsup:
      ….und wie sind die Tage nach dem Grinsen ?
      Das kenne ich nämlich auch und trotzdem sind dann nach dem Grinsenden Glücksgefühl später deutlich spürbare Misstimmungen . Manchmal leichter , manchmal stärker
      Wir leben alle unter dem selben Himmel , aber nicht mit dem gleichen Horizont
      Ich hatte gestern Abend das erste Mal einen Subdrop... Sonntag konnte ich noch die Welt Umarmen und gestern Mittag fings dann an mir richtig schlecht zu gehen auf der Arbeit

      Launisch, Verunsichert, und zum Abend hin nur noch geweint und war total fertig und Mummy konnte nicht zu mir kommen ... Sie hat mich dann so gut es eben geht am Telefon getröstet und mir gesagt was ich tun sollte heute ist immer noch ein "down" da aber nicht so ein Loch wie gestern ... Habe den Auftrag bekommen ein Subdrop Kit zu erstellen mit Kuscheltier Schokolade und Sachen die ich gerne habe und eine Gewichtsdecke Mal schauen wie die heutige Nacht wird...
      Ich :huggy: Dich mal ganz arg @Yral


      Wir hatten am Freitagabend eine Session und es war sooo gut! Ich bin ein kleiner Perfektionist, weshalb es schwierig ist, dass ich wirklich alles als gut ansehe - aber Freitag lass ich so stehen :thumbsup:
      Samstag ging es mir auch überragend gut. Ich hätte schweben können. Vormittags habe ich viel geschlafen und konnte mich zwar zu nichts motivieren, aber ich war sehr gut drauf.
      Nachmittags hab ich tatsächlich auch was erledigt und abends bei einer Freundin war es sehr lustig. Und ich war sehr wuschig :whistling:
      Ich habe dann bei ihr übernachtet und in der Nacht bin ich irgendwie „gefallen“…
      Ich konnte überhaupt nicht schlafen und war die ganze Nacht wach, um über irgendeinen Blödsinn nachzudenken. Nichts hat geholfen.
      Sonntagvormittag war ich dann seeehr müde und nicht gut drauf.
      Als ich mittags heimfuhr, musste ich dann die ganze Zeit weinen und zuhause hab ich mich nur noch auf die Couch verzogen, den Fernseher angemacht und sonst nichts. Ab und zu kamen dann noch Tränen. Der Tag konnte mir gestohlen bleiben und alle anderen auch.

      Ich merke, dass ich in solchen Situationen dann meist total abweisend bin. Mein Herr spürt sehr schnell, dass irgendwas ist, aber da ich ihm ja nicht genau sagen kann, was los ist, halte ich mich dann meist zurück. Wir telefonieren ausgiebig und er versucht mich auch wieder zu beruhigen.

      Gestern war auch eher ein Durchhänger mit viel Schlafen, aber die Laune war besser. Und meine Lust wieder da.
      Heute hatte ich „Startschwierigkeiten“ aber ab 10 Uhr ging es wieder und der Tag war gut.

      Was ich aber dennoch bis heute merke, dass ich schnell gereizt bin bzw. mich reizen lasse.
      Danke @Seriphine

      Ich musste heute arbeiten also hieß es wieder Mal zusammen reißen... Aber ich bin auf dem Weg nach oben habe Mummy's Hand gegriffen und sie zieht mich raus ich habe so ein body pillow damit kuschel ich schon die ganze Zeit seit ich Zuhause bin und das hilft sehr wobei natürlich körperliche Nähe schöner wäre... Aber ich feiere nicht mehr so wie gestern Abend...
      Ich hab irgenwann mal als junge Frau(einmalig) mit luststeigerndernden, bewusstseinsfördernden Naturstoffen im Rahmen meiner Ausbildung experimentiert..

      Mir blieb davon ein klein wenig übrig, so dass ff. KOMPENSATIONSMUSTER mich begleitet...
      ich je höher man fliegt, je grösser das Lusterleben ist, desto stärker und länger der traurige Nachhall....

      Es gibt dann am Tag 3 und 4 danach meist ein wenig eigene lustvolle Zuwendung durch Spielzeug oder die "Hand", um dagegen zu steuern...
      und der Partner "Zuhause" fängt einen gegebenenfalls zusätzlich ab, wenn man ausser Haus an den verlockendenden , versucheden"Früchten "genascht hat.