Umgang von BDSM / Alternativen Beziehungsgormen im Freundes- und Bekanntenkreis

      Umgang von BDSM / Alternativen Beziehungsgormen im Freundes- und Bekanntenkreis

      Hallo alle zusammen,

      aus einigen Gründen, die ich gleich näher beschreiben will interessiere ich mich für eure Erfahrungen und den Umgang eurer Nächsten mit euren Vorlieben und Lebensarten.

      Habt ihr alle im näheren Freundeskreis Leute mit denen ihr unbefangen über eure BDSM-Themen sprechen könnt?

      Wie geht ihr damit um, wenn ihre neue Leute kennenlernt (nicht nur im romantischen oder körperlichen Sinne, sondern auch rein freundschaftlich)? Sprecht ihr das Thema an? Oder offenbart ihr euch denjenigen?


      Kurz zur Situation:

      ich selbst habe das Glück in einem sehr kleinen aber gefestigten Freundeskreis mein Unwesen treiben zu dürfen. Konkret sind wir zu viert, zwei von uns (inkl. mir) sind BDSM‘ler - mit sehr ähnlichen Vorlieben. Das macht es mir natürlich denkbar einfach über Erfahrungen, Ängste oder Hoffnungen im BDSM-Kontext zu sprechen. Auch sonst bin ich selber da recht offen und mache kein Geheimnis draus, da ich mir denke: wenn das nicht passt, der darf gern weiterziehen. Zumal habe ich oft auch kein allzu großes Mitteilungsbedürfnis was das Thema angeht.

      Meine Partnerin hingegen ist da anders. Sie wünscht sich jemanden bzw. Freunde mit denen sie auch unbefangen über ihre Erfahrungen und BDSM sprechen kann - aber eben ohne jedesmal von Grund auf erklären zu müssen was das ist.

      Das Outcome von derartigen Gesprächen mit ihren Freundinnen war meistens: oha. Krass. Und sowas machst du?

      Wenn man auf der Suche nach Ratschlägen oder Zuspruch ist natürlich erstmal… sagen wir Semi gut!

      Beim Besuch verschiedener Stammtische hat Sie vornehmlich die Erfahrung gemacht, dass bei den dortigen Besuchern BDSM eine viel präsentere Rolle im Leben spielt. Es also oft einer der Haupt Dreh- und Angelpunkte im Leben der Leute ist.

      Nun sind wir beide in einer doch recht TPE-lastigen Beziehung, allerdings schreit eben nicht alles an und BDSM. Als wir mal bei einem ihrer (mittlerweile damaligem) Spielpartner zu Gast waren hab ich das erst verstanden. An dem Wohnhaus hat alles nach BDSM geschrien. Überall Seile, Andreaskreuze - so wie man sich eben den Wohnort eines BDSM‘lers klischeehaft vorstellt.


      Da wir nicht nur im BDSM, sondern auch noch poly mäßig unterwegs sind macht es das für sie natürlich nicht einfach sich auszutauschen.

      was sind hier eure Erfahrungen?
      @Picard Ich bin froh, dass es das Forum hier gibt. Beim BDSM-Stammtisch wird komischerweise überhaupt nicht über das Thema geredet und da ist es einfach nur langweilig. Ansonsten hab ich auf Whatsapp ein paar BDSM´ler mit denen man mal über so etwas reden kann, das sind aber keine Freunde, eher Zufallskontakte.Mir kommt das Forum hier also gerade recht. :D
      Du spielst auf mir mit Meisterhand. Sämtliche Saiten berührst du auf dem Instrument meiner Seele und bringst ein Lied hervor, das alles bewegt und alles verzaubert!




      Irina Rauthmann, deutsche Aphoristikerin und Lyrikerin
      Ich finde den GD-Stammtisch gar nicht langweilig und es wird bei dem, den ich öfters mal besuche, auch sehr viel über BDSM geredet. Meine beste Freundin habe ich hier im Forum kennen gelernt. Leider wohnt sie etwas weit weg und wir sehen uns nicht so sehr oft, aber sie ist diejenige, mit der ich alles am besten bequatschen kann.
      Vielleicht wäre es gut für deine Freundin @Picard , wenn sie mal ins Forum reinschnuppert.

      Außerhalb von Forum/Stammtisch weiß keiner von meiner Neigung. Ich habe keinen großen Freundeskreis und die paar wenigen Bekannten würden es nicht verstehen, nicht hören wollen.
      Die sind in vielen Sachen etwas verklemmt.
      Und wenn ich höre, jemand will eine Bekanntschaft beenden, weil der Bekannte mal in den Swingerclub will ("igitt, wie ekelig"), dann ist alles Sexuelle/Perverse ein Themenkomplex, den ich lieber ausklammere.
      Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein
      Friedrich Nietzsche
      @Amarena ich meinte den Stammtisch in dem Landkreis in dem ich wohne. Da reden die Subs über Kosmetik und die Dome über Autos. :fegen:
      Du spielst auf mir mit Meisterhand. Sämtliche Saiten berührst du auf dem Instrument meiner Seele und bringst ein Lied hervor, das alles bewegt und alles verzaubert!




      Irina Rauthmann, deutsche Aphoristikerin und Lyrikerin
      @newblackshaddow , dann musste mal zum Stuttgarter Stammi gehen, die schwatzen auch über BDSM :)

      Ich finde die Stammtischidee am Sinnvollsten.
      Bei uns daheim würde auch nicht drauf geschlossen werden, dass wir im Bett was anderes machen außer blümerant Sex zu haben.

      Meine Freunde sind fast ausschließlich kinky, seine durchmischt. Wissen tun es nicht alle. Aber da meine Freunde ja durchaus kinky sind, findet sich immer wer fürs fachsimpeln oder so.

      Und ich muss mich ganz wenig über Nagellacke oder Mode austauschen (für beides sowas von die falsche Ansprechpartnerin)
      Viele Grüße
      safine
      Bei mir ist BDSM ebenfalls kein Geheimnis. Vor meinen Freunden bin ich geoutet und in Famile wiessen es auch alle Erwachsenen. So groß ist meine Famile aber auch nicht. "Talena", wie mein Halsreif verkauft wird, ist auch einfach nicht zu übersehen und ich wollte ihn nie verstecken. Was will ich dann anderes machen als die Wahrheit zu sagen? Allerdings umschreibe ich es als Eheversprechen mit sexueller Komponente und lege den Fokus auch eher auf Ds, da SM nicht ganz unsere Welt ist. Ich trage auch keinen Ehering am Finger sondern um den Hals. Denke, mein Zirkel ist auch sehr tolerant. War mit meinem BFF auf der Boundcon und sogar meine Mum (die auch in der Com ist) will mal mit :thumbsup: . Ich finds super und genieße diese Offenheit.
      Wer den Drachen weckt, darf das Feuer nicht fürchten.

      Picard schrieb:

      Das Outcome von derartigen Gesprächen mit ihren Freundinnen war meistens: oha. Krass. Und sowas machst du?

      Wenn man auf der Suche nach Ratschlägen oder Zuspruch ist natürlich erstmal… sagen wir Semi gut!
      Bitte jetzt nicht falsch verstehen aber warum besteht das Bedürfnis mit nicht BDSMlern über BDSM reden zu müssen?

      Ich denke ein Autausch ist da wenn gewünscht unter Gleichgesinnten die Alternative der Wahl.

      Mal grob über Sex reden ist eines aber ich persönlich habe auch nicht großartig das Bedürfnis mich da allen mir nahe stehenden Personen detailliert mitzuteilen (war in meiner Vanillazeit nicht anders). Zum echten Austausch was nun Praktiken und Co angeht kann ja in der Regel nur jemand beitragen, der in dem Bereich ähnlich tickt.

      Stammis sind da sicher ein guter Platz zu und in so einem Forum ergeben sich doch auch meist persönlichere Kontakte wo man sich dann auch mal real austauschen kann.
      I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it


      Evelyn Beatrice Hall

      Picard schrieb:

      Wie geht ihr damit um, wenn ihre neue Leute kennenlernt (nicht nur im romantischen oder körperlichen Sinne, sondern auch rein freundschaftlich)? Sprecht ihr das Thema an? Oder offenbart ihr euch denjenigen?
      Stammtische sind immer gut....ich habe da auch schon Leute kennen gelernt mit denen habe ich mich dann so (privat) noch öfters getroffen.....und da kann dann immer ein guter Austausch statt finden.

      Lerne ich so Leute kennen ist ja immer die Frage ob es auf dieses Thema kommt.....meist eher nicht....oder sehr allgemein.
      offenbaren würde ich mich nur, wenn ich direkt gefragt würde oder ich die Leute länger kenne und Vertrauen habe......
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.

      Hera schrieb:

      Picard schrieb:

      Das Outcome von derartigen Gesprächen mit ihren Freundinnen war meistens: oha. Krass. Und sowas machst du?

      Wenn man auf der Suche nach Ratschlägen oder Zuspruch ist natürlich erstmal… sagen wir Semi gut!
      Bitte jetzt nicht falsch verstehen aber warum besteht das Bedürfnis mit nicht BDSMlern über BDSM reden zu müssen?
      Ich denke, es ist nicht mal das Thema BDSM an sich, aber ich persönlich habe den Eindruck, dass kinky Leute eher locker mit ihrem Körper umgehen. Und dann kommt z.B. im Vanillakreis das Thema auf mit blaue Flecken und die Möglichkeiten, diese zu behandeln.

      Ja meinereins würde jetzt was von Heparin Salbe und ja nicht warm duschen oder baden erzählen. Aber das würde echt Fragen aufwerfen, warum ich das so genau weiß. Reitunfälle in der Vergangenheit "retten" da noch das ein oder andere Gespräch, aber es ist halt eine Gratwanderung, wenn man die Leute jetzt nicht zwingend vor den Kopf stoßen will.

      Wenn ich dran denke, es gibt ein Mädel im Vanillakreis, und ihr Freund meinte kürzlich zu mir, dass wenn wir ja jetzt näher aneinander wohnen, die X. dann ja auch mal für nen Mädelsabend rüber kommen kann. Eeeeeeeeeeehhhh natüüürlich kann sie das.
      Worüber wir dann Mädelslike quatschen erschließt sich mir allerdings noch nicht so ganz, weil mit meinen Mädels werden dann durchaus auch sexuelle, weibliche Themen gefachsimpelt.

      Und ich glaube, darum geht's irgendwie beim TE. Dass man sich halt "natürlich" austauschen kann und nicht um Themen herummanövrieren muss.
      Viele Grüße
      safine
      Ein großer Teil meines Freundeskreises besteht aus BDSMlern, von denen viele in nicht-monogamen Beziehungen leben. Daher kann ich mich glücklich schätzen für alle BDSM und Poly-Themen Ansprechpartner im Freundeskreis zu haben. Der Rest von meinem engeren Freundeskreis ist zumindest BDSM- und Poly-tolerant. Vieles kann ich ungefiltert mit ihnen Teilen, bei manchen Themen halte ich mich bei Ihnen etwas zurück, weil ich vermute, dass sie es paar Minuten einsortieren müssten, ehe wir weiter quatschen können. Aber das stört mich nicht.

      Und jetzt kommt die Schattenseite: Der Aufbau von neuen Kontakten, von den ich nicht weiß wie sie zu BDSM und Poly stehen, stockt oft in einer gewissen Phase des Kennenlernens der Fortschritt. Da habe ich dann das Gefühl, um die Freundschaft zu intensivieren, müsste ich mehr Persönliches preisgeben. Und da stelle ich mir schon die Frage, verliere ich die Person dadurch? Andererseits, wer damit ein Problem hat, der ist auch einfach nicht richtig in meinem engeren Freundeskreis. Meistens starte ich damit, dass wir keine monogame Beziehung führen. Darunter können sich viele grob was vorstellen und man hat einen Anhaltspunkt, von dem aus nachgefragt wird, was das bedeutet. BDSM spielt da erstmal keine Rolle, das kommt später, wenn sie soweit entspannt sind.

      Hera schrieb:

      Bitte jetzt nicht falsch verstehen aber warum besteht das Bedürfnis mit nicht BDSMlern über BDSM reden zu müssen?
      Ich muss nicht mit allen über BDSM reden, aber ich möchte keine Mühe rein stecken müssen, es zu verheimlichen. Und ich finde es schade, wenn ich z.B. am Wochenende auf einem tollen Event/Party war und einem Menschen der mir nahesteht nicht oder nur sehr eingeschränkt erzählen kann warum ich so beflügelt bin. Wenn ich Schmetterlinge im Bauch verheimlichen muss. Und wenn das auch noch daran liegt, dass die Person ein Problem mit meinem Lebensstil hat, dann ist es für mich die bessere Entscheidung, nicht viel Energie zu investieren um eine enge Beziehung aufzubauen.

      Rehlein schrieb:

      Ich muss nicht mit allen über BDSM reden, aber ich möchte keine Mühe rein stecken müssen, es zu verheimlichen. Und ich finde es schade, wenn ich z.B. am Wochenende auf einem tollen Event/Party war und einem Menschen der mir nahesteht nicht oder nur sehr eingeschränkt erzählen kann warum ich so beflügelt bin. Wenn ich Schmetterlinge im Bauch verheimlichen muss. Und wenn das auch noch daran liegt, dass die Person ein Problem mit meinem Lebensstil hat, dann ist es für mich die bessere Entscheidung, nicht viel Energie zu investieren um eine enge Beziehung aufzubauen.
      Du, das kostet mich so gar keine Mühe und auch keinerlei Energie. Für mich bestehen Freundschaften nicht primär aus dem Autausch über sexuelle Dinge en detail. Da wo in diesem Bereich Schnittmengen sind wird natürlich ausgetauscht aber auch da innerhalb eines Rahmens, meine Sexualität gehört mir und meinem Partner, ich habe da nicht das Bedürfnis mich exesiv mitzuteilen. Wie gesagt, es gibt ja auch Menschen in meinem Freundeskreis mit gleicher sexueller Ausrichtung, da kann man dann diesen Bereich abdecken.

      Verstecken muss ich nichts, was sollte ich denn verstecken? Mal blaue Flecken? Mal andere Spuren? Die befinden sich in der Regel ohnehin an Stellen, die normalerweise mit Kleidung verdeckt sind. D/s funktioniert bei mir subtil genug als das sich jemand da wundern würde.

      OK, der Clubgänger bin ich nun nicht aber selbst da hätte ich nun nicht das Gefühl ein Freund wäre weniger Freund wenn ich diesen Teil nicht teilen kann.

      Aber jeder wie er mag, ich mag meinen bunten Freundeskreis in dem jeder der mich berührt Platz findet.
      I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it


      Evelyn Beatrice Hall

      Hera schrieb:

      Du, das kostet mich so gar keine Mühe und auch keinerlei Energie. Für mich bestehen Freundschaften nicht primär aus dem Autausch über sexuelle Dinge en detail. Da wo in diesem Bereich Schnittmengen sind wird natürlich ausgetauscht aber auch da innerhalb eines Rahmens, meine Sexualität gehört mir und meinem Partner, ich habe da nicht das Bedürfnis mich exesiv mitzuteilen.
      Dein Beitrag liest sich für mich etwas, als würdest du dich durch das Zitat angegriffen fühlen. Ich habe zum Beispiel überhaupt nichts in die Richtung angedeutet, andere müssten etwas verstecken oder ich müsste mich mit allen en detail über Sex austauschen. Hast du da vielleicht mehr rein interpretiert?
      In meinem Leben ist es halt so wie beschrieben, und ich habe ergänzt wie es mir damit geht. Du hattest ja schließlich die Frage in den Raum gestellt und vielleicht hast nicht nur du dir diese Frage gestellt.

      Wir betreiben BDSM nicht nur zu zweit daheim, sondern gehen nach Möglichkeit auf Stammtische, Partys, (mehrtägige) Events, Workshops, machen private Treffen. Darum entfaltet sich in meinem Leben ein relevanter Anteil meiner Freizeitgestaltung und da kommen häufiger Fragen auf, was für Veranstaltungen wir da denn so besuchen, ob man da mitkommen kann oder wie wir Leute kennengelernt haben.
      Bei den Freunden hatte ich das Glück, dass alle die ich bereits hatte, das Thema super toll aufgenommen haben und ich nie daran dachte den Kontakt zu Leuten aufzulösen. Bei neuen Kontakten ist das halt so eine Sache. Freundliche Kontakte gehen fast immer, enge Freundschaften kann ich nicht in unbegrenzter Anzahl so eng erhalten. Da ist es mir dann einfach wichtig, dass ich mit meinen Facetten so wie ich bin gewertschätzt werde.
      Vielleicht ist das ja BDSM eigen?
      Das es das Bedürfnis gibt über BDSM zu reden?
      Ich verstehe @Hera da sehr gut, was wir Leben und machen geht nur uns beide was an. Wir haben 3 erwachsene Söhne, einer lebt BDSM mit seiner Freundin und er bekam ein Bondage Buch, ok zwei zum Geburtstag und fragte woher ich das kenne.
      Da wunderte ich mich schon ein bisschen, weil so versteckt haben wir nie gelebt wenn wir uns auch zurück gehalten haben, als alle 4 Kinder im Haus gewohnt haben.
      Fragen bezüglich BDSM beantworte ich nur eingeschränkt, das ist mein Leben, was wir gestalten, ich bin doch kein Zoo oder Zirkus.
      Ich habe noch nie eine Freundin gehabt, die das Bedürfnis hatte über ihr Sexualleben mit mir zu reden, warum sollte ich mit Dritten darüber sprechen wollen? Vielleicht ist das ja ein Trend? Soll auch Menschen geben, die posten ihr Essen in Netzwerken.

      Vor 1 oder 2 Jahren bin ich zwei mal ausgerutscht auf einer Treppe innerhalb kurzer Zeit, mein Hintern hatte die Farbe unserer frisch gestrichenen Esszimmerwand und das ist ein kräftiges Lila. Da fragte der ein oder andere mal kritisch nach, was sitzt du so komisch? Das war mir peinlich :S , und mancher guckte komisch und ungläubig, das man so doof sein könnte oder ob das nur ne Ausrede war? Um der Wahrheit die Ehre zu geben, ich bin wirklich gefallen 2 mal selbe Treppe, selbe Stelle Zeitabstand 5 Minuten und das obwohl ich aufgepasst habe beim 2 mal. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie Menschen so denken und gleich komisch beobachten und hat mich was unser bdsm betrifft noch verschwiegener gemacht.
      Ein anderes Beispiel ein anderer Sohn hatte Reibung mit dem Thema BDSM, er weiss das wir zu Stammis gehen, was das für welche genau sind, wusste er nicht, er meinte das ist was perverses. Dann kam wieder das Thema auf und er wollte mit, ok er hat sich im Forum angemeldet und ging mit und hatte super Gespräche und auf einmal sagte er: Mama ich hab das immer für negativ gehalten, das ist es garnicht. Er weiss das er so sein kann wie er will, er muss nur bewusst leben und sich für sein Glück entscheiden. Beim letzten Stammtisch fehlten im ein wenig die Gespräche aber der nächste ist geplant. Er braucht keine Gespräche mit uns über uns, aber wir beantworten seine Fragen, wenn welche gestellt werden. Also wenn ich meinen erstgenannten Sohn nicht frage, wie er mit seiner Freundin lebt, warum sollte ich das bei Dritten tun? Fragt mich jemand um Rat, kann ich antworten, allerdings nicht über mein Leben.
      Ich bin auch wenn ich mein BDSM nicht nach aussen lebe ich selbst.
      Es gibt eine einzige Person, die ich über einen Stammi kennengelernt habe, die mein Denken verstehen kann. Unsere Themen gingen über Gott und die Welt und ich finde das super. Das ist allerdings eine Perle unter Tausenden von Muscheln….
      Und bekommt einer irgendwas mit was komisch anmuten kann, it is not a bug, it is a feature.

      Books schrieb:



      Ich habe noch nie eine Freundin gehabt, die das Bedürfnis hatte über ihr Sexualleben mit mir zu reden, warum sollte ich mit Dritten darüber sprechen wollen? Vielleicht ist das ja ein Trend? Soll auch Menschen geben, die posten ihr Essen in Netzwerken.
      Ich hatte so eine Freundin durchaus schon.
      Es ist auch kein neuer Trend, mit Freunden über Dinge zu sprechen, die einen im Inneren bewegen. Das entlastet und hilft, die Gedanken und Gefühle für sich selbst zu sortieren.
      Wenn man neu mit BDSM anfängt oder im Laufe der Jahre neue Seiten oder Entwicklungen an sich entdeckt, dann braucht man manchmal jemandem, mit dem sich austauschen kann.
      Das ist bei vielen anderen Themen auch so. Wenn man im Job unglücklich ist und einen Jobwechsel erwägt oder Ärger mit Chef im Betrieb hat, dann redet man mit einem Freund/Freundin drüber. Aber das Thema ist halt gesellschaftsfähig. Keiner zuckt da zurück. Bei BDSM ist das anders.
      Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein
      Friedrich Nietzsche

      Rehlein schrieb:

      Dein Beitrag liest sich für mich etwas, als würdest du dich durch das Zitat angegriffen fühlen. Ich habe zum Beispiel überhaupt nichts in die Richtung angedeutet, andere müssten etwas verstecken oder ich müsste mich mit allen en detail über Sex austauschen. Hast du da vielleicht mehr rein interpretiert?
      Nö, ich fühle mich keineswegs angegriffen, warum auch, jeder so wie er mag. Ich habe halt einfach eine andere Einstellung zu dem Punkt und bin auf Deine Punkte bzgl. Energie etc eingegangen. Also nichts reininterpretiert :D

      Doch :pardon: Du schreibst ja selbst weiter unten, dass Du Dich gerne mitteilen möchtest was Parties und Co. betrifft. Also doch schon, zumindest in gewissem Rahmen en detail ;)

      Rehlein schrieb:

      Bei den Freunden hatte ich das Glück, dass alle die ich bereits hatte, das Thema super toll aufgenommen haben und ich nie daran dachte den Kontakt zu Leuten aufzulösen. Bei neuen Kontakten ist das halt so eine Sache. Freundliche Kontakte gehen fast immer, enge Freundschaften kann ich nicht in unbegrenzter Anzahl so eng erhalten. Da ist es mir dann einfach wichtig, dass ich mit meinen Facetten so wie ich bin gewertschätzt werde.
      Und genau da stelle ich mir dann die Frage, warum sollten das andere nicht gut aufnehmen. Wie gesagt, ich bin da einfach entspannt mit. Ich muss mich nicht mitteilen, muss aber auch nichts verstecken. Also sprich ich schwindle auch nicht. Würde konkret gefragt, würde ich auch konkret antworten. Ergibt sich irgendetwas in einem laufenden Gespräch würde ich auch da nicht rumeiern.

      Sind mir Menschen sympathisch und berühren mich ist es für mich eben keine Überlegung ob ich mich da austauschen kann ....Freundschaft lebt für mich auch von Unterschiedlichkeit.
      I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it


      Evelyn Beatrice Hall

      Amarena schrieb:

      Es ist auch kein neuer Trend, mit Freunden über Dinge zu sprechen, die einen im Inneren bewegen. Das entlastet und hilft, die Gedanken und Gefühle für sich selbst zu sortieren.
      Wenn man neu mit BDSM anfängt oder im Laufe der Jahre neue Seiten oder Entwicklungen an sich entdeckt, dann braucht man manchmal jemandem, mit dem sich austauschen kann.
      Da gehe ich mit Dir konform aber wenn ich das im Ausgangspost richtig verstanden habe ging es darum das eher generell im Freundeskreis auszutauschen.
      Ich denke man kann das sachte antesten wenn man da das Bedürfnis hat und es stellt sich relativ schnell heraus, wer da offen ist und wem das Thema nicht so liegt.

      Natürlich tauscht man sich aus aber muss ich mich mit jedem meiner Freunde dahingehend austauschen? Ist das auch bei anderen Dingen genauso, ich tausche mich dahingehend aus wo ich meine, dass das ein Thema ist, mit dem sich mein Freund/in auch beschäftigt.
      Um bei Deinem Jobbeispiel zu bleiben, wenn ich mir Gedanken mache, soll ich einen Job in einem gewissen Bereich annehmen und was da auf mich zukommen könnte, würde ich vermutlich wenn vorhanden den Freund wählen, der in diesem Bereich arbeitet.

      Vielleicht ist der Ansatzpunkt einfach ein unterschiedlicher?
      I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it


      Evelyn Beatrice Hall
      Ich bin noch recht neu im BDSM Bereich.
      Am Anfang waren da die vielen Eindrücke, irgendwann habe ich allen Mut zusammengenommen und mit meiner besten Freundin geredet.
      Ihre Reaktion war einfach klasse.
      Neugierig, interessiert und unbefangen hat sie mir Löcher in den Bauch gefragt.
      Mittlerweile weiß mein gesamter Freundeskreis von meiner Neigung.
      Mir tut es gut auch mal offen über Dinge zu reden. Blaue Flecken werden übersehen oder auch mal mit einem lockeren Spruch versehen.
      Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich bei weitem die älteste im Freundeskreis bin und die jungen Leute allgemein sehr locker drauf sind.

      Hera schrieb:

      Doch Du schreibst ja selbst weiter unten, dass Du Dich gerne mitteilen möchtest was Parties und Co. betrifft. Also doch schon, zumindest in gewissem Rahmen en detail
      Aber nicht unbedingt über Sexualität im Detail. Die Partys/Veranstaltungen bedeuten mir weit mehr, als Sexualität ausleben :)
      Es ist schwierig, das wieder zu geben, ohne dass die Gesprächspartner den Kontext kennen, was das für eine Veranstaltung ist.
      Über den expliziten Sex spreche ich dann tatsächlich nicht mit allen im engeren Kreis, auch wenn ich es wertschätzen kann, wenn ich Menschen so nahestehe, dass wir uns auch darüber austauschen.
      Also meine Freunde wissen auch Bescheid, einfach, weil wir alle ein sehr enges Verhältnis zueinander haben. Es gibt nicht vieles, was wir bewusst voreinander verheimlichen und so lässt es sich einfach viel leichter reden. Ich muss nie aufpassen, was ich sage und egal, was mich beschäftigt, ich kann es ansprechen.
      Ich habe aber meine Neigungen schon in der Schulzeit entdeckt. Für mich war es damals einfach selbstverständlich, sowas mit meiner besten Freundin zu besprechen. In der Oberstufe hat sich dann mein engerer Freundeskreis noch um ein paar Leute erweitert, die auch eingeweiht wurden, sobald ich das Gefühl hatte, wir würden uns ziemlich nahe stehen und ich kann ihnen vertrauen.
      Ich hatte damit bis jetzt auch nie Probleme, also mich hat niemand abgelehnt oder so und es ist für mich wirklich schön zu wissen, dass ich mit ihnen über absolut alles reden kann.
      Wir sind aber eben auch alle ziemlich jung. Also die älteste Person in meinem Freundeskreis ist 21, die anderen sind jünger. Ich denke, das trägt auch nochmal ein bisschen was zur Offenheit bei.
      Was ich aber dazu sagen muss, ist, dass es dann eher um BDSM allgemein (und halt so das, was man sich selbst vorstellen könnte oder wünscht) geht. Ich würde eher nicht über ganz konkrete Erfahrungen sprechen, wenn ich nicht explizit danach gefragt werde, ich glaube, das ist bei den meisten so.Aber ansonsten… wir können uns halt alle total offen austauschen, also auch wenn eine der anderen merkt, dass sie den ein oder anderen Kink vielleicht hat, wird das einfach beim nächsten Mädelsabend angesprochen. Da hat niemand ein Problem mit.
      Oh, und zusätzlich kann ich wenn ich zum Stammi fahre bei einer Freundin übernachten (ist halt schon etwas weg), d.h. ich freue mich auf den Stammi und sie sich auch, weil wir uns dann sehen und den Tag zusammen verbringen können, was echt viel zu selten vorkommt.
      Und an sich hätte ich theoretisch auch immer Leute, die mich covern könnten und das, ohne dass ich da viel erklären bräuchte.
      Also ja... für mich ist das auch mehr oder weniger "normal", ich kann mir schlecht vorstellen, diesen Teil von mir vor Freunden zu verheimlichen.