Umgang von BDSM / Alternativen Beziehungsgormen im Freundes- und Bekanntenkreis

      @Amarena
      Punkt 1
      Das was ich heute einer vermeintlich guten Freundin erzähle, geht morgen durch die Stadt. Nö danke.

      Mein BDSM ist nichts was ich einer Freundin erzähle, weil es meine Sache ist.
      Wie soll sie mich verstehen, wenn ich mich nicht verstehe, ausser sie wäre Therapeutin. Wenn ich mich entwickle oder neu entdecke. Dafür gibt es den Partner. Und dann greift immer noch Punkt 1.

      Ein weiter Aspekt ich hab keine Lust jeden Tag die selbe Leier von anderen Menschen zu hören, oder ihnen zu erzählen, ich bin keine Therapeutin und keine Müllhalde. Und wieder siehe Punkte 1.
      @Books, es tut mir leid für dich, dass du keine Freundschaft in dem Sinn hast, wie viele das hier verstehen und kennen.

      Ontopic: ich habe in meinem "alten" Freundeskreis nur ganz wenige, mit denen ich meine Lebensweise oberflächlich besprechen kann, einfach, weil ihnen das Verständnis für meine Themen fehlt.
      Was nicht schlimm ist, da ich mir durch das Forum einen wunderbaren, verständnisvollen, neuen Freundeskreis aufgebaut habe <3 .
      "Ich denke, also bin ich. Denk ich positiv- gewinn ich." (Die Fantastischen Vier)
      Ich denke auch, es geht nicht darum bis ins Detail jemandem erzählen zu wollen /zu müssen, was man "im Bett" so treibt, sondern einen oder einige Menschen im Umfeld zu haben mit denen man "über alles" reden kann und man einfach nur angenommen wird, wie man ist. Und wo man auch mal etwas fragen darf, ohne das man für komisch oder pervers gehalten wird. Wo man sich auch nicht schämen muss, dafür, dass man ist, wie man ist.
      Ich kenne das nur hier aus dem Forum.
      Du spielst auf mir mit Meisterhand. Sämtliche Saiten berührst du auf dem Instrument meiner Seele und bringst ein Lied hervor, das alles bewegt und alles verzaubert!




      Irina Rauthmann, deutsche Aphoristikerin und Lyrikerin
      Nein, darüber rede ich mit niemandem außer meinem Herrn.
      Vanillas reden ja auch nicht mit jedem über ihre Sexvorlieben. Das ist meine reine Privatsache, die ich keinem aufdränge. Wenn ich Fragen habe, gibt es genug Möglichkeiten, u.a. in Foren wie diesem Antworten zu bekommen.
      (Manchmal habe ich das unangenehme Gefühl, dass viele (egal welcher Couleur) meinen, sie müssten sich mit persönlichsten Dingen in die Öffentlichkeit drängeln, um partout aufzufallen und nur ja nicht unterzugehen, und das mag ich gar nicht...)
      Ich würde am liebsten jedem, von dem was ich im letzten Jahr erleben durfte erzählen.
      Ich habe es mal bei einer Freundin versucht. Ihr habe ich erzählt, dass ich es mag gefesselt zu sein und auch gerne habe, wenn mein Herr (so habe ich ihn bei ihr natürlich nicht genannt :D ) mir mal auf den Popo haut.
      Ich bin froh nicht mehr erzählt zu haben. Sie hätte mich wahrscheinlich zur Polizei geschleppt. Meine Freundin war völlig entsetzt und hat versucht mir klarzumachen, dass das nicht normal sei.
      Seit dieser Erfahrung bin ich SEHR vorsichtig mit meinen Äusserungen.
      Ich hätte aber sehr gerne jemanden, dem ich all die Dinge erzählen kann. Egal ob Frau oder Mann, ob Sub oder Dom, ob BDSM oder nicht.
      @Wingardium Das ging mir in den ersten Jahren auch so. Ich hab mir dann angewöhnt, mir nach jeder Session alles aufzuschreiben. Nur für mich.
      Du spielst auf mir mit Meisterhand. Sämtliche Saiten berührst du auf dem Instrument meiner Seele und bringst ein Lied hervor, das alles bewegt und alles verzaubert!




      Irina Rauthmann, deutsche Aphoristikerin und Lyrikerin
      @Wingardium ich kann Dich sehr gut verstehen :yes: mir geht es genau so wie Dir. Ich möchte es zwar nicht jedem erzählen, hätte aber ab und zu sehr gerne eine Freundin mit der ich über all das reden könnte… eine die mich versteht. Ich hab auch mal einer Freundin von meiner Neigung und meinem BDSM erzählt, sie war sehr interessiert und neugierig und wir haben lange geredet. Komischerweise hat sie danach nie mehr etwas zu diesem Thema gesagt und unser Kontakt ist zur Zeit auch nicht so häufig… ich weiss nicht ob ich sie erschreckt habe :fie:
      Ja, seither halte ich mich auch sehr zurück… einerseits ist es völlig in Ordnung und gut so, dass nicht die ganze Welt Bescheid wissen muss :D aber andererseit ist man halt ab und zu etwas einsam mit all den Eindrücken, Erlebnissen, Gefühlen, Emotionen etc. :(

      newblackshaddow schrieb:

      @Wingardium Das ging mir in den ersten Jahren auch so. Ich hab mir dann angewöhnt, mir nach jeder Session alles aufzuschreiben. Nur für mich.
      Ja, das mache ich auch. Allerdings nicht nur für mich. Ich schreibe die Tage nach einer Session meinem Herrn elend lange Berichte von meinen Eindrücken und Gefühlen. Nucht weil er es verlangt, sondern weil ich es möchte.

      AnaMelSub schrieb:



      Ja, seither halte ich mich auch sehr zurück… einerseits ist es völlig in Ordnung und gut so, dass nicht die ganze Welt Bescheid wissen muss :D aber andererseit ist man halt ab und zu etwas einsam mit all den Eindrücken, Erlebnissen, Gefühlen, Emotionen etc. :(
      Ja, du hast Recht. Einsam fühlt es sich wirklich manchmal an.
      Ich habe es umgekehrt gemacht.
      Statt meinen Freunden von meiner gefundenen Neigung zu erzählen, habe ich Freunde in der Gruppe der Foristen gesucht. Nicht immer erfolgreich, manchmal springt der Quatsch- und Sympathiefunke nicht so recht über, dann lasse ich es wieder.
      Aber meine beste Freundin habe ich hier gefunden.

      Und wenn sich jemand hier einsam fühlt und niemanden hat, mit dem er über alles, was BDSM betrifft quatschen kann, der kann sich gerne eingeladen fühlen, mir per PN zu schreiben.
      Vielleicht springt der Freundschaftsfunke ja über ^^
      Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein
      Friedrich Nietzsche
      Meine beste Freundin weiß Bescheid, mit ihr rede ich da ziemlich offen drüber. Wir haben praktisch zusammen begonnen uns mit diesen Themen zu beschäftigen, deswegen haben wir uns da eigentlich schon immer drüber ausgetauscht und ein Outing oder ähnliches war nie nötig.

      Über konkrete Details zu reden ist mit manchmal doch eher unangenehm, gerade wenn es um sexuelle Sachen geht, aber das nutzt mein Herr mal ganz gerne aus. Dann darf (muss) ich meiner besten Freundin eben manchmal detaillierter berichten, als ich das von mir aus getan hätte.... :rot:
      Mir geht es auch so, dass ich mich eher schwer tue, mit anderen darüber zu reden... Einerseits gibt es so viel Gesprächsbedarf, andererseits möchte man niemanden vor den Kopf stoßen oder verschrecken... Ich hätte gerne eine Freundin, die auch Sub ist, mit der ich mich austauschen kann. Vielleicht entstehen ja durchs Forum hier Kontakte.
      Ich bin überhaupt erst durch verschiedene voneinander unabhängige (!) Freunde auf das Thema BDSM gekommen. Eine von denen ist nun seit ihrer aktuellen Beziehung eher wieder zum vanilla zurückgekehrt (wobei ich ihr das nicht so ganz abnehme …) und ein anderer hat zwar auch wieder eine feste Beziehung, aber mit ihm kann ich über alles sprechen, mache es auch sehr gern und er fragt mich auch danach. Das ist bei unseren Treffen Tagesordnungspunkt wie „Wie läuft die Arbeit?“ oder „Wie geht‘s dem Kind?“.

      Anderen Freunden habe ich in den letzten Monaten immer mal Hinweise zugeschoben und die waren unerwarteterweise auch sehr entspannt. Meine Mutter würde wohl aber auch direkt die Polizei rufen. Mit ihr spreche ich aber generell nicht bzw. sehr selten über mein Sexleben.


      Beim Dating kann ich das tatsachlich noch nicht so gut unterbringen. ?(
      Habt ihr alle im näheren Freundeskreis Leute mit denen ihr unbefangen über eure BDSM-Themen sprechen könnt?
      Der Großteil meines Freundeskreises ist in der Szene, die restlichen Freund:innen wissen fast alle Bescheid, dass ich BDSM praktiziere.

      Wie geht ihr damit um, wenn ihre neue Leute kennenlernt (nicht nur im romantischen oder körperlichen Sinne, sondern auch rein freundschaftlich)? Sprecht ihr das Thema an? Oder offenbart ihr euch denjenigen?
      Kommt auf den Kontext an. Viele neue Menschen lerne ich über Freund*innen und Bekannte kennen, sodass der Bezug zu BDSM sowieso schon gegeben ist. Wenn das nicht der Fall ist, dann spreche ich es in der Regel nicht an - Menschen, die ich im beruflichen Kontext oder über meine Familie kennenlerne, müssen meine sexuellen Vorlieben nicht kennen.

      Beim Besuch verschiedener Stammtische hat Sie vornehmlich die Erfahrung gemacht, dass bei den dortigen Besuchern BDSM eine viel präsentere Rolle im Leben spielt. Es also oft einer der Haupt Dreh- und Angelpunkte im Leben der Leute ist.
      Hm... ich habe halt viele Menschen darüber kennengelernt, dadurch ist es schon recht präsent.

      Da wir nicht nur im BDSM, sondern auch noch poly mäßig unterwegs sind macht es das für sie natürlich nicht einfach sich auszutauschen.
      Also zumindest meine Erfahrung ist, dass im Poly-Umfeld auch viele Menschen BDSM mögen oder zumindest nicht darüber urteilen - von daher vielleicht auf Poy-Stammtische und dort Leute kennenlernen, mit denen man sprechen kann?
      ich ahnte schon ewig, wusste schon lange und lebe erst seit wenigen Monaten meine devote/maso Seite aus....
      Ich bin es also gewohnt, das mit mir selbst auszumachen, mein Mann wollte damals auch nichts davon wissen.
      All mein Wissen, meine Sicherheit für mein Empfinden, meine eigene Bestätigung für meine Neigung habe ich über virtuelle Kontakte - die für mich kaum einen anderen Stellenwert haben als Reale. Ich lebe quasi in zwei Welten. Hab mich aber nun zu einem Stammtisch angemeldet, weil ich virtuell tatsächlich fast nur männliche Kontakte habe, ich denke, da werden auch Frauen teilnehmen. Grundsätzlich ist es für mich nicht wichtig ob männlich oder weiblich - ich hatte schon immer eher männliche Freundinnen ,)
      Eine beste Freundin hab ich aber tatsächlich, ihr konnte ich das erzählen, eher mitteilen als vertiefend mit ihr zu besprechen.
      Die Information wurde quasi abgenickt.... damit kann ich leben, ich denke, ich finde hier eher jemanden mit dem ich mich austauschen kann, jemanden ohne Ambitionen mir ein praktisches Fördersessiönchen erteilen zu wollen :D
      mit einem sonnigen Gruß
      Ich halte mich da bedeckt. Hab Freunde mit denen ich über alles reden kann, aber was Sexuelles betrifft ist man nicht wirklich auf einem Nenner, so dass ich da eher aneckte. Dann kann man sich das auch sparen. Finde ich aber nicht schlimm. Man muss ja nicht alles bequatschen. Falls sich ein Gesprächspartner für ergibt, wieso nicht.
      Die Liebe ist nichts für Feiglinge.