Moralische Bedenken bei verbalen Demütigungen / Das spielen mit kulturellen und ethnischen Unterschieden

      Danke für die Erläuterung deines Hintergrundes.

      Erlaubst du mir die Rückfrage, ob hier für dich auch der Israel-Palästina mit eine Rolle spielt, was das Dominanzverhalten gegenüber traditionell erzogenen Orientalen anbetrifft und geht es einfach nur um orientalisch oder ist eine bestimmte Religionszugehörigkeit hier ausschlaggebend? Ich meine, der Orientale könnte ja auch selber Jude aus einer orthodoxen Familie sein, oder?

      ExarKun schrieb:

      Sex ist halt leider nicht unpolitisch bzw. gesellschaftspolitische Dinge und Erfahrungen können in die Sexualität einfließen
      Das ist wohl ein Problem mit der Politik, wenn eigene Erfahrungen im Hinterkopf sind.
      Die Meine ist zwar seit 30 Jahren Deutsche, ist aber gebürtige Polin. Das ist sie und wird sie auch bleiben wollen. Ihre Familie hat - salopp gesagt- alles erlebt, was ein Pole im dritten Reich erleben konnte. Es war für mich erschreckend, was für Dinge erlebt worden sind und bei den alten Tanten noch im Gedächtnis ist.
      Inzwischen gehöre ich als deutscher zu Familie und zum Freundeskreis.
      In unserer Sexualität gehört das runtermachen, beleidigen und beschimpfen dazu.
      Ich habe tatsächlich keine Grenzen. Das ist ein Teil unserer Sexualität.
      Aber hier habe ich tatsächlich eine Grenze. Wenn ich "polnische Hure" sage würde , die einen deutschen Herrn hat, oder ähnliches, ist für mich die Grenze erreicht. Ich kann die Dinge, welche real passiert sind nicht trennen.
      Desgleichen, wäre ein Rollenspiel SS Mann - Jüdin für mich gefühlsmäßig nicht möglich.
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !
      :gruebel: Ich finde Eure Beiträge alle interessant, überlege aber ehrlich, ob aufgrund der Diskussion das Thema komplexer wird, als es eigentlich sein sollte.

      Wie @newbarbie schrieb: öffentlich oder im privaten Kreis

      Was Ihr alle im Schlafzimmer macht, geht mich null was an, wenn Ihr mir Einblick gewährt, bilde ich mir vielleicht für mich ein Urteil, das blase ich aber nicht so einfach raus, wenn nicht danach gefragt wird, bei Interesse frage ich dann lieber mal nach.

      Bei Partys, Messen, CSDs und so weiter finde ich aber, dass man - trotz der BDSM-Szene-Umgebung - immer noch das Recht hat, mit bestimmten mehrheitsgesellschaftlich abgelehnten Themen nicht konfrontiert zu werden und sich offended zu fühlen, wenn es doch passiert :yes:
      Du, Du und Du - mitkommen, unanständige Sachen machen!! ::drool::

      Majasdom schrieb:

      Desgleichen, wäre ein Rollenspiel SS Mann - Jüdin für mich gefühlsmäßig nicht möglich.
      Da bin ich ganz bei dir. Ohne anderen vorschreiben zu wollen, was sie im Bett tun sollen, denn ich finde gerade, das Schlafzimmer sollte die Bastion der letzten Freiheit vor gesellschaftlicher Konformität und Übergriffigkeit sein, wo einfach der Konsens zwischen dem Paar bestimmend ist, verbinde ich mit einer SS Uniform Symbole, die für Menschenverachtung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit stehen, und ich persönlich hätte massive Probleme, Symbole des Bösen zu tragen. Da würde sich alles, aber auch alles in mir sträuben.

      Annimax schrieb:

      Was Ihr alle im Schlafzimmer macht, geht mich null was an,
      Das stimmt, aber der Strangerstellering ging es glaube ich um mehr, sie frage in ihrem zweiten Post zu der Thematik, ob man ihre moralischen Bedenken nachvollziehen kann und daraus ergab sich dann der nachstehende Diskurs. Ich finde, dass es immer wichtig ist, a) von wem der Wunsch nach Race play stammt und b) was der Hintergrund dessen ist.

      Nehmen wir das Rollenspiel SS Mann (Dom) - Jüdin (sub) und ich wäre nun diese Sub und der Wunsch danach käme vom Dom, da stellen sich ethisch sehr viele Fragen und würde genau wissen wollen, weshalb er das will, damit ich es einordnen kann und dann aufgrundlage dieser Informationen eine Entscheidung treffen kann, ob ich das mit ihm praktizieren möchte oder nicht.

      Für mich, aber dass ist eine ganz persönliche Einstellung zum Thema BDSM, wäre die emanzipatorische Komponente wichtig. In meinem Beispiel oben mit dem erfüllen von ausländerfeindlichen Klischees "Nehmen uns die Frauen weg" bemächtige ich mich dieses Narrativs. Aber wenn bloß Machtstrukturen kopiert werden sollen SS Mann - Jüdin ohne ein emanzipatorisches Element...., wo dann noch die "Vergasung" nachgespielt oder Atemkontrolle praktiziert wird... für mich schwierig, aber wenn Konsens herrscht okay, dennoch für mich einfach sehr schwierig. Aber auch nur dann, wenn man eben ethische Maßstäbe an sein Handeln anlegen möchte.
      Bevor ich etwas ausführlicher antworte, stehe gerade am Bahnhof... Ich mag keine SS-Uniformen. Ich stehe auf Soldatenuniformen, meinetwegen kann in diesem Rollenspiel auch ein Araber mich in Soldatenuniform, ganz normaler zeitgenössischen Soldatenuniform als Juden...(was auch immer) bezeichnen. Oder so tun, als währe ich seine gekaufte philipinische Sexsklavin, was auch immer. Ich weiß nicht warum es so ist, aber wenn ich weiß, dejenige stellt wirklich ein Nazi dar, könnte ich mich auch nicht entspannen, aber in diesem Falle war derjenige einfach in Bundesweruniform und hat auch keine Anspielungen was vergasen betrifft gemacht, zumal ich das einfach doppelt und dreifach makaber finde, ich bin ja schließlich auch behindert, nicht nur jüdisch. Naja, nur um ein paar kleine Missverständnisse aufzuräumen. Und ich würde mich auch nicht so in die Öffentlichkeit, auf Parties trauen. Ich bin sowieso nicht gerne auf Parties.
      Ach ja, jeder hat das Recht irgendwie gegen dieses Thema zu sein, ich verlange jetzt nicht, dass jeder diese Spielart praktiziert, aber ich finde schon, dass man sich darüber austauschen kann, voor allem moralisch. Und Der Forum lebt vom Austausch. Ich bin überhaupt ziemlich erleichtert, dass sich überhaupt jemand an diesem Thread beteiligt und verschiedenste Ansichten schildert. Das finde ich gut und ich bin dankbar für diese Offenheit. Aber ich muss jetzt zum Zug, melde mich später.

      Annimax schrieb:

      Ich finde Eure Beiträge alle interessant, überlege aber ehrlich, ob aufgrund der Diskussion das Thema komplexer wird, als es eigentlich sein sollte.
      Ich glaube ja, es geht gerade bisschen verkopfter zu als notwendig um es zu praktizieren, aber ich finde die Unterhaltung gerade mega schön - respektvoll, interessiert, höflich - und interessant auch noch <3


      ExarKun schrieb:

      ich persönlich hätte massive Probleme, Symbole des Bösen zu tragen. Da würde sich alles, aber auch alles in mir sträuben.
      Ich kann das emotional total nachvollziehen. Mir ist vor nicht allzu langer so ein "persönliches Werkzeug des Bösen" aus der DDR vorgestellt worden, das mit mir zwar nichts direkt zu tun hat, mich aber über die Vergangenheit nahestehender Menschen, emotional ganz anders berührt hat als es das normalerweise tun würde. In meinem Fall hat sich die emotionale Antwort deutlich reduziert, als ich mit dem Besitzer darüber geredet habe, was für ihn der Reiz daran ist und wie er mit der daran hängenden, ja noch recht frischen Geschichte umgeht, was ihm das bedeutet. Es wird aus anderen Gründen niemals ein Liebling von mir werden, aber es hat mir gut getan, mich darüber zu unterhalten.
      Ebenso freut mich der Thread, es ist spannend von euren Erlebnissen und Gefühlen zu lesen. Ich glaube das macht es mir leichter, falls ich irgendwann mal so eine Anfrage bekommen sollte ^^

      ExarKun schrieb:

      da stellen sich ethisch sehr viele Fragen und würde genau wissen wollen, weshalb er das will, damit ich es einordnen kann
      Vielleicht schliesse ich hier zu sehr von mir auf andere, aber im Prinzip entstehen Freundschaften, Beziehungen, Liebesverhältnisse und auch BDSM-Konstellationen doch daraus, dass man mit Menschen etwas gemeinsam hat und grundsätzlich bestimmte Lebenseinstellungen und Werte teilt.

      Es passiert doch einfach nicht, dass z.B. jemand, den man seit Jahren sehr gut kennt und sich austauscht, gemeinsam Bücher, Filme und Musikgeschmäcker teilt, plötzlich anfängt, den "Ausländer(TM)" oder das "globale Finanzjudentum(C)" für seine Probleme verantwortlich zu machen.

      Wenn mir die richtige Person einen rassistischen Witz erzählt, kann ich darüber lachen. Im Kontext dessen, wer der Erzähler ist, kann sich auch das Ziel drehen, die Pointe zeigt dann eher, wie eingeschränkt die Denke eines Rassisten ist. (hoffe, es wird klar, was ich damit meine ;( )

      Würde meine Chefin morgen in der SS-Uniform vor mir stehen, würde ich mich zwar sehr (sehr,sehr!) wundern und fände das auch eher Määäh, würde aber nie davon ausgehen, dass sie jetzt irgendwie das Dritte Reich gut finden würde.
      Du, Du und Du - mitkommen, unanständige Sachen machen!! ::drool::

      Annimax schrieb:

      Es passiert doch einfach nicht, dass z.B. jemand, den man seit Jahren sehr gut kennt und sich austauscht, gemeinsam Bücher, Filme und Musikgeschmäcker teilt, plötzlich anfängt, den "Ausländer(TM)" oder das "globale Finanzjudentum(C)" für seine Probleme verantwortlich zu machen.
      Ich glaube gerade seit der Pandemie ist das schon ein paar mal passiert. Menschen können schon abdriften...

      Rehlein schrieb:

      In meinem Fall hat sich die emotionale Antwort deutlich reduziert, als ich mit dem Besitzer darüber geredet habe, was für ihn der Reiz daran ist und wie er mit der daran hängenden, ja noch recht frischen Gesichte umgeht, was ihm das bedeutet. Es wird aus anderen Gründen niemals ein Liebling von mir werden, aber es hat mir gut getan, mich darüber zu unterhalten.
      Gerade deshalb finde ich so ein Gespräch auch wichtig. Ich hatte kürzlich mit einem Prof. für Ethik ein Gespräch über Ageplay und er hielt es ethisch für bedenklich, rückte es in die Nähe von Pädophilie. Erst als ich ihm die deutlichen Unterschiede klargemacht habe - er konnte halt mit Ageplay nichts anfangen - konnte er es verstehen, auch wenn er ihm weiterhin suspekt ist, da es nicht sein Kink ist.
      @Blue-Monstera

      Ich habe die Beiträge die dazwischen kamen noch nicht gelesen und antworte dir direkt.

      Zum Hintergrund: Ich habe gerade in dieser Woche ein ausführliches Video gesehen über eine öffentliche Person (die ich früher sehr,sehr mochte) die sich mutmaßlich mehrfach gezielt jüdische Partnerinnen gesucht, Foltermethoden angewendet und sie unter anderem auch antisemitisch beleidigt hat.
      Ich sage mutmaßlich, weil ich mich nur auf öffentliche Aussagen ehemaliger Partnerinnen beziehen kann, die sich in diesen Punkten aber überschneiden.

      Diese öffentliche Person spricht im Gegensatz zu den ehemaligen Partnerinnen von einvernehmlichen Handlungen.
      Mit diesem Schilderungen im Hintergrund habe ich ein ganz, ganz massives Unwohlsein gehabt beim Lesen deines Beitrages.

      Hinzu kommt bei mir persönlich, dass es in meiner Familie Personen in Kriegsgefangschaft gab und mir die Folgen entsprechend vielleicht anders bewusst sind.

      Ich bin mir selbstverständlich bewusst, dass es bei dir um ein einvernehmliches Rollenspiel geht und verurteile es nicht, dass du diese Wünsche hast. Wünsche sind eben Wünsche.

      Mein Unbehagen bei der Vorstellung ist dennoch da und ich würde soetwas z.B. auch nicht sehen oder hören wollen.

      Annimax schrieb:

      Vielleicht schliesse ich hier zu sehr von mir auf andere, aber im Prinzip entstehen Freundschaften, Beziehungen, Liebesverhältnisse und auch BDSM-Konstellationen doch daraus, dass man mit Menschen etwas gemeinsam hat und grundsätzlich bestimmte Lebenseinstellungen und Werte teilt.
      Dies mag für deinen Kontext zutreffen, aber meine Subs habe ich eher über Plattformen wie Joyclub kennengelernt und da gab es keinen vorherigen langen Kontakt. Daher wären mir Hintergründe schon wichtig.
      So, im Laufe der Zugfart konnte ich meine Gedanken sortieren und jetzt habe ich auch endlich Zeit sie in Worte zu fassen.
      Ich möchte @Rehlein noch ein mal zustimmen, auch ich finde den Austausch in diesem Thread gerade sehr angenehm, interessant und sehr respektvoll. Tatsächlich hatte ich etwas Sorge, es könnte in eine andere, etwas unkalkulierbare Richtung schlagen, umso erfreuter bin ich zu sehen, dass dieser Austausch so respektvoll verläuft. Ein großes Dankeschön an alle.

      Zu deiner Frage @ExarKun, früher hat der Konflikt zwischen Israel und Palästina tatsächlich eine gewisse Rolle gespielt. Ich musste mir von einigen schon etwas verletzende und nervenaufreibende Dinge anhören, da einige Judentum mit Israel untrennbar sehen und dass alle Juden die Verantwortung tragen, was in Israel und Palästina unrechtmäßig läuft. Von Arabern, Muslime, sogar von einem Deutschen habe ich mir schon was anhören müssen. Aber das war bevor ich überhaupt eine Ahnung von Sex und dem Spiel mit Macht und Unterwerfung hatte.
      Bei der Sache mit meinem judenfeindlich eingestellten Klassenkameraden kam das insofern zum tragen, dass ich dann manchmal dachte, während ich ihn in meinen Fantasien dominierte: "Du denkst Israel/das Judentum will die Macht an sich reißen, meinetwegen... Kannst du haben." Aber es nimmt eigentlich kaum mehr eine Rolle ein. Zumal ich mittlerweile so viele Orientalen, muslimische Orientalen über den Weg gelaufen bin, die dem Judentum und mir vorbehaltlos und sogar interessiert gegenübergetreten waren. Trotzdem, irgendwo hat es doch noch seinen kleinen Reiz zu wissen, dass ich eben einem Muslimen, der mich theoretisch aufgrund meiner Religion hassen könnte Auch noch als Frau in einer dominanten Rolle gegenübertrete.

      Tatsächlich spielt das durchbrechen traditioneller Rollenbilder durch meine Initiative, als dominante Frau eine größere Rolle. Es macht mir aber auch Spaß, wenn ich wüsste, es sei ein sehr traditionell erzogener Deutscher oder jemanden aus einer anderen Ethnie. Auch wenn ich einem russisch-ortodoxen Juden begegnen würde und er sich durch mich verderben lassen will ;) fände ich es ähnlich reizvoll und aufregend. Eine Vorliebe für Orientalen habe ich trotzdem, egal ob Jude, Muslim oder Christ, aber ich kann jetzt nicht genau benennen warum. Vielleicht weil ich schon vielen Orientalen über den Weg gelaufen bin und es eher so scheint, dass diese einige Dinge, die ich fühle und empfunden habe tendenziell besser nachvollziehen können als Menschen aus dem westlichen Raum, mit einer westlichen Lebensweise.
      Bestimmt würde es mir mit Afrikanern oder einigen Asiaten ähnlich gehen, aber ich habe einfach nicht so viele Berührungspunkte mit ihnen gehabt und aus irgendwelchen Gründen waren Orientalen einfach prägender.
      Sorry, bin Quereinsteiger im Thread, hab nicht alles gelesen. Dennoch:

      Spannend und mE eine interessante und sehr feine Differenzierung, die ich moralisch nicht vollständig ohne Zweifel lassen aber zumindest auf den ersten Blick (*) nicht verteufeln kann:

      "Passiver" Rassismus, sozusagen aus der "Opferrolle" heraus, Du @ExarKun würdest von "emanzipatorisch" sprechen, was der Opferrolle den zusätzlich positiven Spin des "Heraustretens/Überwindens" verleiht, als Quelle sexueller Energie funktioniert ...

      ExarKun schrieb:

      Okay, ihr sagt, ich bin so, dann bin ich jetzt mal so und nehme hier als "Alpha-Mann" mir die deutsche weiße Frau und besorge es ihr so, wie du Rassist es wohl nicht kannst und in mir wohl deshalb eine Bedrohung siehst."
      ... aber das Gegenstück, dann also "aktiver" Rassismus ist mal mindestens fragwürdig:

      ExarKun schrieb:

      mit einer SS Uniform Symbole, die für Menschenverachtung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit stehen, und ich persönlich hätte massive Probleme, Symbole des Bösen zu tragen


      (*) Der zweite Blick macht es mir (!) aber leider nicht besser:

      Als "geborener Deutscher" und dem Kulturcocktail zugewandter Europäer kenne ich das leidige Narrativ vom ewigen deutschen Nazi. Nehme ich nun nur die emanzipatorische Komponente: "dann bin ich halt der Nazilageraufseher, der die Kommunistens... ... und ..., bis sie ..." um dem Narrativ zu entwachsen, funktioniert das für mich zumindest auch nicht. Nein, da macht mir dann doch die gesamte Geschichte nen Strich durch die Libido. Dem Narrativ des ewig deutschen Nazis kann ich so nicht begegnen, zumindest kann ich mich dem so nicht emanzipieren. Und das, so vermute ich, liegt im Unterschied zu Deinem Spiel mit "passiven" Rassismus (Emanzipation aus der Opferrolle) für mich dann doch auch stark an der Täterrolle der Nazis, auch wenn ich mir diese natürlich nicht unmittelbar anhängen lasse, weil mir dafür nicht nur ein Haken fehlt.
      Extremst knifflig wäre, wenn meine sub Jüdin wäre und den Wunsch äußerte, damit als sub konfrontiert zu werden. Aber dem kann so nicht sein, das bleibt also ein ewig offenes und mithin irrelevantes Gedankenspiel.


      Schwierig-schwierig, was aber nicht bedeutet, dass es generell unmöglich oder per se verwerflich ist, das Spiel mit kulturellen Differenzen.

      Gruß

      HvR
      Ich bin kein großer Freund der Zitate, aber das was @Annimax geschrieben hat, trifft es ganz gut.

      Würde man auf mich zukommen und danach fragen solch ein Szenario durchzuspielen, würde ich auch erstmal alles abklären was so allgemein in den Sinn kommt...die großen W's eben...wiesoweshalbwarumwarumnicht :gruebel:

      Das was ich mit meiner kleinen anstelle geht erstmal niemanden was an, denn dann könnte ich recht zügig von der Polizei besuch bekommen...ihr gefällt es, sie möchte es und ist dankbar das es mich gibt (nur mal so nebenbei bemerkt)

      Ich selbst spiele keine Rollen, ich würde sie wirklich entführen würde sie tatsächlich so behandeln wie es abgesprochen ist, aber es wäre eben kein rollenspiel, deshalb ist es aber nicht unmöglich das ich wieder meiner neutralen-mehrlinksalsrechts-ausrichtung auch Sprüche und Vorurteile nutzen würde....denn es hat den Zweck der erniedrigung einer Person die genau das möchte....und eben nicht den Zweck alle unbeteiligten dieser welt über einen kamm zu scheren...

      So wie @Annimax schrieb, was zuhause läuft bleibt dort....auf einer Messe oder party wäre es völlig deplaziert, egal welches Land gerade krieg gegen ein anderes führt...

      Leben uns leben lassen....mfg Talon
      :dance:

      Herr von Rhea schrieb:

      die ich moralisch nicht vollständig ohne Zweifel lassen
      Ich denke auch, dass bei Race play und auch anderen Spielarten gerade im Bereich BDSM vieles in einer sogenannten Grauzone verbleibt, dies ist auch nicht schlimm, da man eben im Konsens und in einem geschützten Rahmen mit jemand anderem diese Grauzone erkundet und dabei viel über sich lernen kann, sofern man nicht "einfach macht", sondern auch darüber reflektiert.

      Ich kann das auch auf meine eigenen Neigungen übertragen, etwa im Rahmen von BDSM eine Frau zu ohrfeigen, zu würgen oder ein Rape game durchzuziehen, heißt dies nun, dass ich ein Frauenschläger und Vergewaltiger bin. Wenn ich meine Interaktionen mit dem weiblichen Geschlecht im normalen Leben betrachte, sicher nicht, auch kann ich nicht feststellen, dass ich einen irgendwie gearteten Frauenhaß in mir herumtrage, den ich hier im BDSM auslebe. Es ist einfach das Spiel mit der Macht, das aber nur in dem Rahmen stattfindet, den Sub mir gewährt. Oder vielleicht anders ausgedrückt: Ich führe, aber dienen damit zugleich dem Weiblichen.
      Und wenn ich mich konkret an das Erlebnis mit der Mulattin erinnere, die auf mich zukam, mit dem Wunsch nach Rape game + N-Wort, so geschah dies eben auf ihren Wunsch hin in dem Rahmen, den sie brauchte und mir gewährte. Aber nach der Session waren wir wieder auf Augenhöhe und tranken Kaffee und redeten über ihre Kindheit im sozialistischen Kuba. Keiner von uns wäre auf den Gedanken gekommen, hier nun das N-Wort weiter zu verwenden. Es kickte sie bloß, weil es Machtungleichheit in einem ihr bekannten Kontext ausdrückt, während sie mit Begriffen wie Herr-Sklavin nichts anzufangen wußte. Wäre sie anders sozialisiert, wäre dies vielleicht anders.


      Herr von Rhea schrieb:

      (*) Der zweite Blick macht es mir (!) aber leider nicht besser:
      Bin ich bei dir. Übel bleibt halt Übel, da gibt es nichts dran zu beschönigen.
      Ich kann dir nur sagen, was für mich persönlich, ohne hier jemanden überzeugen zu wollen, den Unterschied ausmacht.
      Race play in meinem Sex einzubauen bzw. Stereotype verbal einzubauen, wenn etwa Sub im Dirty talk mich auf meine untere Körperregion reduziert oder sich aufgrund ihrer weißen Hautfarbe als Trophäe erachtet, während ich dann durch sehr heftigen Sex, den Spieß umdrehe, bis sie dem dunklen Mann dient, behandelt Alltagsrassismus. Es ist ein Spiel um Macht in Kategorien und Erlebnissen, mit denen ich konfrontiert wurde.
      Dennoch, es bleibt ein Übel, aber ich sehe es als gesund an, Sexualität hier als ein Verarbeitungsventil zu nutzen, wie dies auch für andere Facetten von BDSM zutrifft. Nur mit einer deontologischen Ethik kommt man hier nicht weit, vielleicht eher mit einer abwägenden aristotelischen Ethik, die jede Situation für sich bewertet und versucht in jeweiligen Kontext, die Mitte zu wahren.
      Was für mich graduell ein größeres Übel darstellt, ist die Nachahmung totalitärer historischer Strukturen, etwa 3. Reich: Dom als SS Offizier und Sub als Jüdin; oder etwa dem IS: Dom als IS-Faschist und Sub als Jezidin oder eben Nahost-Konflikt. Hätte die Mulattin z. B. von mir gewollt, dass ich die Rolle eines Plantagenbesitzers einnehme, wäre dies für mich nicht gegangen. Einzig, bei einem Fantasysetting ohne Realbezug, z. B. die Romanreihe Gor, wäre dies möglich.
      In der Tat besteht das Schwierige darin, wer die Täterrolle annimmt. Und zudem, von wem die Bitte stammt. Wenn sie vom dominanten Part kommt, braucht es für mich Gespräche, um zu klären, was die Motive sind.
      Wobei ich auch zugeben muss, meine Verweigerung, mich in eine Rolle zu begeben, die einst tatsächlich Teil eines strukturellen Bösen war, fällt mir vielleicht auch nur deshalb leicht, da dies nicht mein Fetisch ist. Was wäre aber, wenn eben das Tragen einer bestimmten Uniform gerade essentiell für mich und mein Lustempfinden wären? Und daher greift für mich das, was ich oben bereits geschrieben habe: Sexualität sollte ein geschützer Raum sein, wo ich auch mit einer anderen Person im Konsens meine dunklen Ecken erkunden kann. Aber dieses allzumoderne Bedürfniss, jeden und alles mit der eigenen Sexualität und den eigenen Kinks zu konfrontieren, halte ich eben für eine Entgrenzung. Ich fände es wirklich sehr daneben, in einer SS Uniform in einem BDSM-Club aufzutauchen. Und wenn meine Partnerin und ich im Swingerclub unterwegs sind, hat dort race talk nichts zu suchen, dies würde andere bloß irritieren, gar verstören, was nachvollziehbar ist und ich muss eben dort nicht meinen Egoismus durchsetzen und diese Leute damit konfrontieren.

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      Blue-Monstera schrieb:

      Zu deiner Frage @ExarKun, früher hat der Konflikt zwischen Israel und Palästina tatsächlich eine gewisse Rolle gespielt. Ich musste mir von einigen schon etwas verletzende und nervenaufreibende Dinge anhören, da einige Judentum mit Israel untrennbar sehen und dass alle Juden die Verantwortung tragen, was in Israel und Palästina unrechtmäßig läuft.
      Danke für deine Ausführungen. Ich habe es in meiner Jugend, obwohl selber kein Araber, seitens Juden hören müssen, also quasi wie du, nur unter umgekehrten Vorzeichen.
      Persönlich, ich hätte damit große ethische Probleme, wenn jetzt jemand auf mich zukäme mit dem Wunsch, diesen Konflikt ins Race play einfließen zu lassen. Dies aus zweierlei Gründen, zum einen kenne ich Menschen aus der israelischen und palästinensischen Friedensbewegung, auch Menschen, die im Zuge dieses Konfliktes Angehörige verloren haben. Ich persönlich fände es daher nicht richtig, dies nun zu "spielen". Und zum anderen würde ich es, wenn ich jetzt z. B. eine palästinensische Sub wäre, problematisch, wenn jemand aus der Dominanzgruppe dieses Konfliktes auf mich zukäme und dies spielen wollen würde. Ich würde mich wohl zum einen als Verräter an meiner eigenen Ethnie und deren Leid empfinden und zum anderen würde ich das Gefühl haben, die andere Seite noch in ihrer Stärke zu bestätigen. Und ich glaube, einer israelischen oder jüdischen Sub müsste es ähnlich gehen, wenn diese Spielanfrage vom einem Dom mit arabischen Wurzeln käme. Das wäre mir alles zu politisch, zu nah und würde eventuell auch nicht spannungsfrei bleiben.
      Weiter muss ich zugeben, ich hatte ja oben auf die Anfeindung hingewiesen, die Afro-Amerikaner erleben, würde ich wohl auch auf Konfrontationskurs mit einem Araber gehen, der mir berichtet, dass er diesen Konflikt im Rahmen eines Race play-Rollenspiels in der Rolle einer Sub nachspielt. Das ist einfach gefühlt dies, was ich gerade beim Schreiben innerlich empfinde.

      Zugleich muss ich aber auch sagen, wenn zwei Menschen sich finden, die durch Race play einfach diesen Konflikt für sich verarbeiten wollen, dann sollen sie es tun - nur wissen will ich nichts davon. Ich denke auch, dass diese beiden sich schon genug Gedanken machen werden, warum sie dies tun und in welcher Gestalt. Der Konsens ist hier einfach wichtig und Ehrlichkeit, dass niemand sich versucht, dem anderen gegenüber tatsächlich höherwertig zu positionieren und Unrecht dadurch gutzuheißen.


      Blue-Monstera schrieb:

      Trotzdem, irgendwo hat es doch noch seinen kleinen Reiz zu wissen, dass ich eben einem Muslimen, der mich theoretisch aufgrund meiner Religion hassen könnte Auch noch als Frau in einer dominanten Rolle gegenübertrete.


      Blue-Monstera schrieb:

      Tatsächlich spielt das durchbrechen traditioneller Rollenbilder durch meine Initiative, als dominante Frau eine größere Rolle.
      Aber wie du ja schreibst, geht es dir eher bzgl. des Aspektes "Rollenbilder". Daher münze bitte meine obigen Ausführungen nicht auf dich, dies sind eher allgemeine Gedanken, die mir durch den Kopf gehen, wenn ich mit einem solchen Setting konfrontiert werden würde.


      Blue-Monstera schrieb:

      dass diese einige Dinge, die ich fühle und empfunden habe tendenziell besser nachvollziehen können als Menschen aus dem westlichen Raum, mit einer westlichen Lebensweise.
      Das verstehe ich zu 100 Prozent. Ich habe seit meiner Jugend einen Kink: verschleierte Frau, wo man nur die Augen sieht, also den Niqab. Ich finde dies wahnsinnig sexy in Kombi mit Reizwäsche, einem Korsett oder Strapsen, einmal dieser Kontrast Heilige/Hure, der hier zusammenfällt und zum anderen das Geheimnis, das durch den Geschichtsschleier entsteht. Ich habe dies zum ersten Mal mit einer Türkin oder später mit arabischen Frauen ausleben können. Klar, könnte auch eine Asiatin oder eine Schwedin dies tun, aber es wäre einfach nicht dasselbe. Und wenn dann noch der dirty talk in arabisch oder türkisch stattfindet, erhält dies einfach einen Grad an Authentitität, die eine Asiatin oder Schwedin einfach nicht erreichen kann.
      Moin,

      eine interessante Frage, die Du da aufwirfst, ich kann da aber ohne Zögern drauf antworten:
      Genau wie ich Grenzen und Tabus in Bezug auf BDSM-Praktiken habe, so habe ich auch einen Wertekompass, der bestimmte Spielsituationen und verbale Bezeichnungen ausschließt. Dabei gibt es keine Deckung mit der offiziellen "political correctness", aber doch deutliche Übrschneidungen: Vermeintliche körperliche Makel, politische und religiöse Themen sind für mich tabu, also kein "fettes Schwein", keine "Judensau", kein "Nazi-Scherge" und kein "Führungsoffizier", da könnte ich auch auf keinen Konsens kommen.
      Interessanterweise könnte ich aber beim Spiel mit einer Schwarzen durchaus "Schokobaby" und "Mzungu" gebrauchen, wenn ein Konsens von beiden Seiten besteht. Es kommt einfach auf eine klare Kommunikation an, um zwischen spielerischer Demütigung und wirklicher Verletzung zu unterscheiden - und dabei geht es sowohl um die Grenzen von dem submissiven und dem dominanten Part.

      Meint der Switcher
      Wiking
      Ich finde die Diskussion auch sehr spannend. Meine Assoziationen dazu:

      BDSM hat für mich sehr viel mit Tabuthemen zu tun. Ich habe mich früher oft gefragt, wie ich Geschichten oder pornografische Darstellungen mit recht extremen Inhalten überhaupt erotisch finden kann - wenn es Realität wäre, wäre das alles einfach nur schrecklich. Unterordnung? Beleidigende Bezeichnungen? Prügel und Folter?
      Manipulation? Abgabe der Entscheidungshoheit über sich selbst - aus Zwang, unbewusst oder gar weil man seinen eigenen Gelüsten danach ausgeliefert ist? Behandlung als Gegenstand, Sklave, reines Lustobjekt, Tier?
      Das ist doch alles ziemlich harter Tobak, wenn man es für bare Münze nimmt. Und wird/wurde BDSM nicht auch oft genau deshalb missverstanden? Weil es zurecht Tabus sind und die Trennung zwischen Ernst und "Spiel" für Außenstehende nicht unbedingt klar zu greifen ist? Mir ging es zumindest lange so.

      Inzwischen, nachdem ich viel drüber nachgedacht habe, erscheint mir meine Faszination nicht mehr abwegig. Andere Menschen schauen Horrofilme. Oder Kriegsfilme (um Bezug zur Ausgangsfrage zu nehmen). Liegt dem nicht eine ähnliche Faszination mit den "dunklen Ecken", wie es meine ich jemand hier genannt hat, zugrunde?
      Die Beschäftigung mit Tabus bringt einen für viele Menschen spannenden Nervenkitzel mit sich. Und gleichzeitig hilft sie denke ich auch, Ängste abzubauen, indem man sich damit konfrontiert - was auch generell gut fürs Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein sein dürfte. Und natürlich Nähe schafft, wenn man es gemeinsam in einem geschützten Rahmen erlebt.

      Ich sehe hier also vom Prinzip her gar nicht so einen riesigen Unterschied zu anderen BDSM-Praktiken. Bei jedweder BDSM-Praktik ist es so, dass ich mir absolut sicher sein möchte, dass es mein Gegenüber nicht wirklich ernst meint, auch wenn es Spaß am Sadismus und der Dominanz hat. Also kein echter Unterschied zu "rassistische Bezeichnungen im Spiel" vs. Rassist.

      Das Bedarf wahrscheinlich einer weiteren Erklärung.

      Genauso wie viele (ich meine sogar alle) Menschen sadistische und dominante Tendenzen in sich tragen, tragen wir auch ganz sicher alle Rassismus in uns. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht. Reflektiere ich und steuere gegen? Unterdrücke und verleugne ich? Entscheide ich mich, dem einfach kein Gewicht zu geben? Kanalisiere ich es und nutze es zum Lustgewinn?

      Wie ist denn jemand, den wir in diesem Thread und gemeinhin als Rassisten bezeichnen? Ich nehme an, dass das eine Person meint, die aufgrund ihrer rassistischen Einstellung das Wohlergehen und die Menschenwürde von Personen mit bestimmten Eigenschaften als unwichtig oder weniger wichtig erachtet.
      Insofern würde ich mich auch nicht auf einen Sadisten oder Dominanten einlassen wollen, auf den das zutrifft.

      Ich sehe also eigentlich nur ein stärkeres Tabu in Bezug auf Rassismus als auf Sadismus und Dominanz. Möglicherweise zurecht. Vielleicht verhindert das aber auch, dass man sich wirklich damit auseinandersetzt, was Rassismus ist und dann kommt er an anderer Stelle ungut zum Vorschein, ohne dass man ihn als solchen selbst erkennt - das ist denke ich immer eine Gefahr bei Tabus.

      Bei allen Spielen mit dominanten, sadistischen und eben auch rassistischen Handlungen besteht natürlich die Gefahr, dass doch etwas verletzt, triggert, Spuren auf der Psyche hinterlässt.
      Das Risiko sollte man so oder so nicht aus den Augen verlieren und entsprechend Vorsicht walten lassen.

      Noch eine Randbemerkung zu Tabus: ich habe auch einmal Humor als Beschäftigung mit Tabus definiert gesehen. Das macht in meinen Augen total viel Sinn - auch hier eine spielerische, nicht ernst gemeinte Beschäftigung mit dem Unerhörten, manchmal sogar mit dem Unsagbaren.
      Da es so gut zu den Erfahrungen von Blue Monstera passt und auch zu ExarKuns Unterscheidung Täterseite/Opferseite: ich hatte früher mehrere Freunde in Israel (sowohl platonisch, als auch mehr). Einer von ihnen hat unheimlich gern die härtesten Holocaust-Witze gemacht. Wenn ich das Thema außer Acht gelassen habe, waren die Witze ziemlich gut. Bitterböse und sehr kreativ. Aber dann war da die Frage, ob ich überhaupt über dieses Thema lachen will und darf. Meine Grenze ist auf jeden Fall, dass ich nie die Initiative ergreifen würde, einen Holocaust-Witz zu erzählen. Das darüber lachen, wenn ich so einen Witz von einem Israeli erzählt bekomme, ist aber schon eine Grauzone. Irgendwo blieb ich schuldbewusst peinlich berührt, etwas ungläubig im Sinne von "hat er nicht gesagt!". Gleichzeitig war es total faszinierend und ja auch gut, so ein Thema überhaupt als Witz behandeln zu können, schon ein emanzipatorischer Akt der Geschädigten, würde ich sagen. Mit einer Deutschen als Publikum vielleicht nochmal insbesondere. Insofern habe ich dem Freund auch meine unangenehme Berührtheit absolut gegönnt.

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